Die alten Bilder riechen nach Phenol und Braunkohlestaub: Das Frühjahr 1991 im Energiedreieck der DDR um die Orte Spremberg, Hoyerswerder und Schwarze Pumpe – Verzweiflung von kurz vor der Entlassung stehenden Arbeiter*innen. Heute hat sich das Erscheinungsbild der Kohlekraftwerke geändert. Es sind nur noch zwei Kühltürme da, das eigentliche Braunkohlenwerk ist verkleidet. Die von weitem sichtbare Dampfschleppe der Türme, die ewigen Braunkohlezüge – ein sich in die Landschaft fressende Tagebau ist geblieben. Die Bergleute – jetzt kurz vor oder schon in Rente – äußern sich zu wechselhaft verlaufenden Arbeitsjahren. Mit Rente und Familienschicksal überwiegend zufrieden, sehen sie die Entwicklungen zu nicht-fossiler Energie und den Strukturwandel meist kritisch.
Spring 1991 in the former energy triangle of the GDR, centred on the towns of Spremberg, Hoyerswerder and Schwarze Pumpe. The despair of the workers facing imminent redundancy. And what happened next? What has become of the people, their work and the new upheavals of today?
Von 2007 bis 2010 diente Ron als Kameramann für die israelische Armee. Heute lebt er in Berlin, und der Krieg scheint weit entfernt – doch die Spuren seiner Heimat, Erinnerungen an Palästina und das Echo der Gewalt sind allgegenwärtig. Begleitet von seiner Stimme werden wir Zeug:innen eines schmerzhaften, persönlichen Schicksals von Vertreibung – zwischen Berlin, Palästina und Israel. Aufnahmen der Gespräche mit seiner Großmutter, Familienarchive und Filmmaterial aus seiner Zeit in den besetzten Gebieten, ergänzen sich zu einem Film, der sich zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen persönlichem Erinnern und kollektiver Geschichte situiert. Die Sehnsucht nach Zugehörigkeit im Exil provoziert widersprüchliche Gefühle und offene Fragen, denen sich Ron stellt, ohne sie aufzulösen.
The film tells a family story set between Berlin and Palestine. A story marked by violence, which begins with the Jewish grandmother’s flight from Nazi Germany and intertwines with the protagonist’s own experiences as an Israeli soldier in Palestine.
Berlin-Gropiusstadt, eine Plattenbausiedlung am Stadtrand. Es ist der letzte Tag des Jahres, aufgeladen mit großen Erwartungen und den Raketen der Ungeduldigen. Drei Menschen stehen vor einem Wendepunkt: Tarik erhält einen Brief zu seiner bevorstehenden Abschiebung, Stella die Zusage für eine Schauspielschule im Ausland und Luan erwacht aus einem Albtraum, in dem er von beiden zurückgelassen wird. Nachdem sein Bruder verschwunden ist und ein missglückter Überfall das Viertel in Aufruhr versetzt, befürchtet er das Schlimmste. Es beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, um Tariks Schicksal abzuwenden. Doch je mehr er versucht, den Lauf der Dinge aufzuhalten, desto weiter driftet er selbst ins Abseits.
Berlin, Gropiusstadt: On the last day of the year, Tarik receives a letter informing him of his impending deportation, Stella gets accepted into a drama school abroad, and Luan wakes up from a nightmare in which he is being left behind by both of them.
Aus dem sorgenfreien Lifestyle-Urlaub, den Désirée mit ihrem Lover Elias und ihrem besten Freund Sal geplant hatte, wird ein Selbstfindungstrip in der Wüste. Désirées Mutter dreht ihr den Geldhahn zu und lässt sie aus dem Ferienhaus mit Pool werfen. In der kargen Landschaft Fuerteventuras bewegen sich die drei Freunde wie auf einem leeren Feld der Sinnsuche. Sie begehren einander, fordern sich heraus, schlüpfen in neue Rollen. Es entspinnt sich ein Spiel, über dem das alles bestimmende Dreieck aus Class, Race und Gender schwebt.
Deutschland | 2024 | 80 Min. Sprache [deutsch] UT [englisch] Berlin-Premiere
Regie Frédéric Jaeger Buch Frédéric Jaeger, Naomi Bechert Schauspiel Charity Collin, Mehmet Sözer, Michael Ifeandu, Tommaso Marinaro Kamera Maximilian Andereya Schnitt Maja Tennstedt
All We Ever Wanted – Official Trailer – In Kürze im VOD
Maren und Robert lernen sich durchs Internet kennen, verlieben sich, obwohl sie sehr unterschiedlich sind. Sie sind schon etwas älter und haben beide Kinder. Eine Affäre beginnt und irgendwann ziehen sie zusammen. Es entwickelt sich schon bald eine Beziehung zwischen ihren Kindern, was nicht ohne Probleme und Auswirkungen auf ihre eigene Beziehung bleibt. „Die Liebe der Kinder“ erzählt die einfachste und am häufigsten überlieferte Geschichte des Kinos: Boy meets Girl. Und tut das auf eine Weise, die ihr eigenes Recht zurückhaltend behauptet: Franz Müller, der das Drehbuch geschrieben und Regie geführt hat, schildert das Suchen, Finden und Verlieren aus einer angenehmen Distanz. Der unsentimentale Schnitt und die agile Kamera geben vor allem dem Verdrucksten und Verlegenen viel Raum und vermeiden damit, alle Gefühle dem Zuschauer als bedeutungsvolle Definition zu erklären. Eine schöne Etüde über die Liebe.“ (Matthias Dell) „DIELIEBEDERKINDER ist ein Film über die schreckliche Gewissheit darüber, dass jede Liebe relativ ist. Dass auch ein erwachsener Mensch aus einem romantischen Impuls heraus gegen diese Gewissheit ankämpft, dagegen rebelliert, macht ihn meiner Meinung nach menschlich, sympathisch und nicht zuletzt auch komisch.“ Franz Müller
Credits:
DE 2009, 84 Min., deutsche OmeU
Regie & Buch.: Franz Müller, Kamera: Christine A. Maier Schnitt: Stefan Stabenow
mit.: Marie-Lou Sellem, Alex Brendemühl, Katharina Derr, Tim Hoffmann
Das Filmfestival Achtung Berlin!, bei dem wir mittlerweile zum achten Mal Spielort sind, präsentiert zwar Produktionen aus Berlin und Brandenburg, ist aber nicht an den Ort gebunden.
Nach allen Filmvorstellungen folgt ein Q&A mit dem Filmteam. All films have English subtitles. Das Programm im fsk:
Samstag, 18.4.
18:00 Gropiusstadt Supernova (Wettbewerb Spielfilm) DE 2025, 82 Min. Sprache [deutsch], [turkisch], [arabisch] UT [englisch] Regie, Buch: Ben Voit
Berlin-Gropiusstadt, eine Plattenbausiedlung am Stadtrand. Es ist der letzte Tag des Jahres, aufgeladen mit großen Erwartungen und den Raketen der Ungeduldigen. Drei Menschen stehen vor einem Wendepunkt: Tarik erhält einen Brief zu seiner bevorstehenden Abschiebung, Stella die Zusage für eine Schauspielschule im Ausland und Luan erwacht aus einem Albtraum, in dem er von beiden zurückgelassen wird. Nachdem sein Bruder verschwunden ist und ein missglückter Überfall das Viertel in Aufruhr versetzt, befürchtet er das Schlimmste. Es beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, um Tariks Schicksal abzuwenden. Doch je mehr er versucht, den Lauf der Dinge aufzuhalten, desto weiter driftet er selbst ins Abseits.
Berlin, Gropiusstadt: On the last day of the year, Tarik receives a letter informing him of his impending deportation, Stella gets accepted into a drama school abroad, and Luan wakes up from a nightmare in which he is being left behind by both of them.
Sonntag, 19.4.
16:00 A jewish problem (Wettbewerb Dokumentarfilm) DE 2025, 79 Min., Sprache [englisch], [hebräisch] UT [englisch] Regie, Buch: Ron Rothschild
Von 2007 bis 2010 diente Ron als Kameramann für die israelische Armee. Heute lebt er in Berlin, und der Krieg scheint weit entfernt – doch die Spuren seiner Heimat, Erinnerungen an Palästina und das Echo der Gewalt sind allgegenwärtig. Begleitet von seiner Stimme werden wir Zeug:innen eines schmerzhaften, persönlichen Schicksals von Vertreibung – zwischen Berlin, Palästina und Israel. Aufnahmen der Gespräche mit seiner Großmutter, Familienarchive und Filmmaterial aus seiner Zeit in den besetzten Gebieten, ergänzen sich zu einem Film, der sich zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen persönlichem Erinnern und kollektiver Geschichte situiert. Die Sehnsucht nach Zugehörigkeit im Exil provoziert widersprüchliche Gefühle und offene Fragen, denen sich Ron stellt, ohne sie aufzulösen.
The film tells a family story set between Berlin and Palestine. A story marked by violence, which begins with the Jewish grandmother’s flight from Nazi Germany and intertwines with the protagonist’s own experiences as an Israeli soldier in Palestine.
Sonntag, 19.4.
18:30 Weisser Rauch über Schwarze Pumpe (Wettbewerb Dokumentarfilm) DE 2025, 89 Min., Sprache [deutsch] UT [englisch] Regie, Buch: Martin Gressmann
Die alten Bilder riechen nach Phenol und Braunkohlestaub: Das Frühjahr 1991 im Energiedreieck der DDR um die Orte Spremberg, Hoyerswerder und Schwarze Pumpe – Verzweiflung von kurz vor der Entlassung stehenden Arbeiter*innen. Heute hat sich das Erscheinungsbild der Kohlekraftwerke geändert. Es sind nur noch zwei Kühltürme da, das eigentliche Braunkohlenwerk ist verkleidet. Die von weitem sichtbare Dampfschleppe der Türme, die ewigen Braunkohlezüge – ein sich in die Landschaft fressende Tagebau ist geblieben. Die Bergleute – jetzt kurz vor oder schon in Rente – äußern sich zu wechselhaft verlaufenden Arbeitsjahren. Mit Rente und Familienschicksal überwiegend zufrieden, sehen sie die Entwicklungen zu nicht-fossiler Energie und den Strukturwandel meist kritisch.
Spring 1991 in the former energy triangle of the GDR, centred on the towns of Spremberg, Hoyerswerder and Schwarze Pumpe. The despair of the workers facing imminent redundancy. And what happened next? What has become of the people, their work and the new upheavals of today?
Sonntag, 19.4.
20:45 Das Glück der Tüchtigen (Wettbewerb Spielfilm) DE 2025, 104 Min., Sprache [deutsch] UT [englisch] Regie: Franz Müller, Buch: Franz Müller, Marcus Seibert
Mira hat das, was man ein gutes Leben nennt: Vor kurzem hat sie die Position der Managerin in einem Supermarkt übernommen, die liebevolle Beziehung zu ihrem Mann und den beiden Töchtern geben ihr Unterstützung und Kraft. Dann wird ein einziger Moment der Schwäche, in dem Mira sich nicht dazu durchringen kann, ehrlich zu sein, zum Auslöser für eine Kaskade von Halbwahrheiten und Lügen. Ihr Leben wird zu einem Kampf, der verhindern soll, dass alles zerbricht. Als wäre das nicht genug, hört sie in ihrem Kopf immer wieder die Stimme ihrer bourgeoisen Mutter, die sie davon überzeugen möchte, dass sie sich zu niedrige Ziele gesetzt hat.
Things are going well for Mira, a wife, mother and, most recently, a supermarket manager. But a single moment of weakness, in which Mira fails to tell the truth, leads to a string of half-truths and lies.
Montag, 20.4
18:30 Active Vocabulary (Wettbewerb Dokumentarfilm) DE 2025, 82 Min. Sprache [englisch], [deutsch], [russisch]UT [englisch] Regie, Buch: Yulia Lokshina
Eine Frau mit Plastiktüten an den Füßen steht im Wald, am Rand von Moskau. Sie ist ehemalige Lehrerin. Es ist Winter und alles voller Schnee. Um sie herum sind junge Tagelöhner aus Zentralasien, die diesen Wald abholzen sollen. Die Frau verteidigt mit aller Kraft den Wald. Der Wald soll dem Bau einer neuen Schule weichen. Die Schule wiederum wird zur Trägerin der Staatsideologie werden, die die äußere militärische Expansion legitimieren soll. Es ist Mitte Februar 2022. Es ist kurz vor dem Krieg, Die Gesetzeslage verschärft sich, Lehrkräfte und Schüler*innen treten in gegenseitige Beobachtung: Kurz nach der Invasion spricht sich eine junge russische Lehrerin gegen den Krieg aus. Sie wird heimlich aufgezeichnet und von einer Schülerin denunziert. Sie flieht nach Berlin, wo eine deutsche Schulklasse ihren Fall nachstellt und zu verstehen versucht, wie es zu dem Verrat kam. Der Film folgt diesen Ereignissen, um über Prozesse der politischen Überwältigung und die Bedingungen des Widerstands nachzudenken.
In collaboration with a school class in Berlin, Active Vocabulary re-enacts the case of a young Russian teacher who was reported by a pupil for speaking out against the war, in order to reflect on the dynamics of political power and the conditions of resistance.
Montag, 20.4
20:45 WBML 5, Dear Ellis (KF) 13 Min. Sprache [mandarin] UT [englisch] Regie: Yinuo Wang
und
The Plant from the Canaries 66 Min. Sprache [koreanisch], [englisch], [deutsch] UT [englisch] Regie: Lan-Xi Ruan,
May, eine dreißigjährige Drehbuchautorin in Berlin, gerät aus dem Gleichgewicht, nachdem ihr Partner ausgezogen ist. Sie beginnt eine Therapie und verlässt kaum noch die Wohnung. Schlaflose Nächte bringen sie in Erinnerungen zurück zu ihrer Jugend in Seoul, wo sie einmal einen streunenden Hund aufgenommen hat. Sie vertraut sich einer Freundin an und erkennt, dass ihr Abschiede schwerfallen.
May, a woman in her early thirties, finds herself suddenly alone after an unexpected breakup. As she drifts through sleepless days in Berlin, memories of her youth in Seoul begin to resurface.
Dienstag, 21.4.
18:30 Sechswochenamt (Wettbewerb Spielfilm) DE 2025, 98 Min., Sprache [deutsch] UT [englisch, deutsch – dual] Regie, Buch: Jacqueline Jansen
Nach dem Tod ihrer Mutter verbringt Lore sechs Wochen in der rheinischen Heimat, um der Verstorbenen ihren letzten Wunsch zu erfüllen. Dabei muss sie sich gegen festgefahrene Familienstrukturen und eine Bürokratie, die von der ersten Covid-Welle gelähmt ist, behaupten. Sechs Wochen Ausnahmezustand. Sie fangen an zu verstreichen, und es scheint, dass Lore in einer absurden Symbiose mit der pandemischen Ausnahmesituation zu leben beginnt. Sechs Wochen, in denen sie lernt, ihre Trauer zuzulassen, um nicht von ihr aufgefressen zu werden. In denen sie erfährt, dass die Endlichkeit des Lebens geplant werden muss und dass es keine Antwort auf die Frage gibt: Wie trauert man richtig.
Following her mother’s death, young Lore refuses to let anyone dictate how she should say goodbye, and yet she keeps asking herself the same question: what is the right way to grieve?
Dienstag, 21.4.
20:45 Nichts bleibt und nichts verschwindet (Wettbewerb Dokumentarfilm) DE 2026, 79 Min. Sprache [deutsch], [englisch], [rumänisch] UT [englisch, deutsch – dual] Regie, Buch: Paul Sonntag
Eine Straßenecke in Berlin-Moabit verändert sich: Aus einem alternden Supermarkt wird eine Baustelle, wird ein Neubau. Regale werden eingeräumt, Wände abgerissen, Pause gemacht und Geld gezählt. Die Menschen, die hier arbeiten, lassen den Ort entstehen und vergehen. In welcher Beziehung stehen sie zu ihm? Wie bestimmt er die Umstände ihrer Arbeit? Über einen Zeitraum von fünf Jahren untersucht der Film mit Geduld, Humor und liebevollem Blick das Verhältnis zwischen Konstanten und Veränderung am Ort. Verschiedene Versionen des Ortes überlagern sich und finden zwischen Kühlregal, Baugerüst und Sichtbeton gleichzeitig statt. Mal spielerisch, mal gespenstisch, kommen dabei Wiederholungen zum Vorschein, wie Echos zwischen den Welten.
On a Berlin street corner a small supermarket transforms into a tenement block – between the aisles and on the scaffolding something slowly changes.
Mittwoch, 22.4.
18:30 Im Licht der Sandbank (Wettbewerb Dokumentarfilm) DE 2025, 75 Min. Sprache [deutsch], [englisch], [französisch] UT [englisch] Regie, Buch: Kilian Helmbrecht
Als Vogelwart verbringt Kilian sieben Monate alleine auf Scharhörn, einer Düneninsel in der Helgoländer Bucht. Seine Aufgaben bestehen aus Vogelzählung, Observierung und dem Sammeln von Treibgut. Das Gespür für die sich stets verändernde Landschaft mit ihren Vogelschwärmen am Himmel und dem extrem wechselnden Wetter liegt ebenso in den Bildern wie im ungekünstelten Soundtrack aus Wind, Regen und Vogelrufen. Kontakte nach außen sind rar, aber umso deutlicher wirkt das Eindringen der Außenwelt. Vorboten des Klimawandels und Nachrichten aus dem Krieg erreichen die Insel. In der melancholischen Grundstimmung liegt sowohl ein Echo der Einsamkeit als auch die Ahnung, dass die Existenz dieses Ortes ohne eigenes Zutun zutiefst bedroht ist. In der genauen Beobachtung entsteht ein Sinnbild für das Verschwinden von Vielfalt und wie es beginnt.
As a bird warden, Kilian spends 7 months alone on a barrier island. A film about affection for the landscape and its impending loss.
Mittwoch, 22.4.
20:45 Luisa (Wettbewerb Spielfilm) DE 2025, 94 Min., Sprache [deutsch] UT [englisch] Regie: Julia Roesler, Buch: Julia Roesler, Silke Merzhäuser
Luisa lebt in einer Wohngruppe für Menschen mit Behinderung am Rande einer deutschen Kleinstadt. Sie liebt Partys, ist für jeden Spaß zu haben, lässt sich auf Flirts und Abenteuer ein. Zunächst unbemerkt wird Luisa stiller – überraschend kommt heraus, dass sie schwanger ist. Sie selbst schweigt dazu, wie es passiert ist. Alle wissen, dass ihr Freund Anton nicht zeugungsfähig ist. Ein Verdacht auf sexuellen Missbrauch liegt nahe. Luisa entschließt sich, die Schwangerschaft abbrechen zu lassen. Es wird polizeilich ermittelt, ob eine Straftat vorliegt – die Ermittlungen werden zur Belastungsprobe für Luisa, ihre Beziehung zu Anton und die gesamte Wohngruppe.
Luisa lives in a residential facility for people with disabilities. She is 22 years old and curious about life. Suddenly she became pregnant.
Nafisa (15) lebt in einem traditionellen Baumwolldorf im Sudan. Sie hat Sommerferien und muss mit ihren Freundinnen bei der Baumwollernte ihrer Großmutter helfen. Außerdem ist sie zum ersten Mal verliebt – in einen Jungen aus dem Dorf. Ihre Großmutter Al-Sit, die geachtete Matriarchin, hält die Fäden des Dorfs fest in ihren Händen und gibt ihr Wissen an Nafisa weiter. Die Ankunft von Nadir, einem jungen sudanstämmigen Geschäftsmann aus dem Ausland, droht das Leben des Dorfs durch neue Technologien im Baumwollanbau zu erschüttern. Nafisas Eltern wittern die Chance, ihre Tochter mit Nadir zu verheiraten und so den Wohlstand der Familie zu vergrößern. Doch das letzte Wort über Nafisas Zukunft – ob sie beschnitten wird und wen sie heiraten darf – hat Al-Sit. „Trotz der sich wandelnden politischen und kulturellen Realitäten gibt es kaum filmische Darstellungen sudanesischer Frauen. Die kurze Phase der Zivilregierung zwischen 2019 und 2021 brachte wichtige Reformen wie das Verbot der weiblichen Beschneidung und die Anhebung des Heiratsalters – Themen, die den Film durchziehen.“ Suzannah Mirghani
Credits:
DE, FR, PS, QA, SA, SD 2025, 93 Min., arab. OmU Regie: Suzannah Mirghani Kamera: Frida Marzouk Schnitt: Amparo Mejías, Simon Blasi, Frank Müller mit: Mihad Murtada, Rabha Mohamed Mahmoud, Talaat Fareed, Haram Bisheer, Mohamed Musa, Hassan Kassala
Ein Film für alle, die gute Gerichtsfilme lieben, hinter die Kulissen bei Sorgerechtsprozessen gucken wollen, Ungerechtigkeiten auf der Spur sind und/oder Emphatie für diejenigen verspüren, die bei einer Anhörung verzweifeln, weil sie nicht verstehen, warum ihnen nicht geglaubt wird, und dabei doch so viel auf dem Spiel steht. Klug als Kammerspiel aufgebaut und vielschichtig, enthüllt Wir glauben Euch nach und nach was geschehen ist und worum es geht. Die Spannung im kleinen Gerichtssaal steigt mit den ruhigen Fragen der Richterin und den Schilderungen der Parteien, unterstützt von den rhetorisch gewandten Anwält*innen (die von echten Profis gespielt werden). Alice wurde mit ihren Kinder ins Gericht geladen, da ihr geschiedener Mann, gegen den in einem anderen Verfahren wegen Mißbrauchs verhandelt wird, ihr Sorgerecht anficht und ihr Verhalten als Mutter in Frage stellt. „Präzise fokussiert, dicht geschrieben und makellos gespielt, ist der Film so spannend wie jeder spektakuläre Thriller. Die Wirkung wird durch die Auseinandersetzung mit einem Rechtssystem verstärkt, in dem Opfer darum kämpfen, gehört und geglaubt zu werden. … Devillers und Dufeys verschwenden keine Minute der knappen Laufzeit. Jede Rolle ist hier gut besetzt, mit einem bemerkenswerten Beitrag von Natali Broods als vorsitzende Richterin. Sie sagt wenig, doch jeder Blick, jede Unterbrechung und jede sanfte Mahnung zeugen von ihrer Absicht, fair zu urteilen. Dies ist ein kraftvolles Drama darüber, warum Opfern Glauben geschenkt werden muss und warum Kinder bei jeder Entscheidung über ihre Zukunft angehört werden müssen.“ Allan Hunter | Screendaily
Credits:
On vous croit BE 2025, 78 Min., frz. OmU Regie: Charlotte Devillers , Arnaud Dufeys Kamera: Pépin Struye Schnitt: Nicolas Bier
Rose war der Film aus dem Wettbewerb der diesjährigen Berlinale, über den wohl im positiven Sinn am meisten gesprochen wurde, und das nicht nur wegen der verdient mit dem Silbernen Bären auszeichneten Hauptdarstellerin Sandra Hüller. Die dritte Regiearbeit des österreichischen Schauspielers und Casting-Direktors Markus Schleinzer ist zugänglicher als die beiden vorherigen Filme Michaelund Angelo, aber immer noch faszinierend eigen. Dafür sorgen neben den grobkörnigen schwarz-weiß Bildern und der moritatenhaften Führung auch seine ökonomische Erzählweise. „In der Hose war mehr Freiheit und es ist ja nur ein Stück Stoff. Da bin ich in die Hose“ erklärt Rose am Ende vor Gericht, aber ganz so einfach war es doch nicht. Nach 10 Jahren als Soldat im Feld des 30-jährigen Krieges erhebt sie, mit gültigen Papieren, in einem protestantischen Dorf Anspruch auf einen verlassenen Gutshof. Misstrauisch beäugt wird dieser merkwürdige Fremde von Beginn an, beweist jedoch Mut und Zähigkeit und schafft erstaunliches: der Hof wird rentabel, die Menschen arbeiten gerne dort. Doch erst die Ehe mit Suzanna, der Tochter des Großgrundbesitzers, verschafft die gewünschte Anerkennung. Ein großes Risiko, das sich für kurze Zeit wundersam in eine Art Glück verwandelt. „Basierend auf historischen Berichten über Frauen (oder transidentitären Personen), die sich unter anderem für den Zugang zu Arbeit, Militärdienst, Verdienstquellen und dem Ausleben lesbischen Begehrens als Mann ausgaben, entwirft Markus Schleinzer die Geschichte einer „Weibs-Person“, die die Grenzen ihres Geschlechts überwindet und sich eine eigene Biografie erfindet. Der Name der Protagonistin erinnert an eine reale Figur der Vergangenheit: Catharina Margaretha Linck oder Anastasius Lagrantinus Rosenstengel, wie sie sich selbst nannte. Rosenstengel kämpfte als Soldat bei den Truppen des Kurfürstentums Hannover und im Spanischen Erbfolgekrieg. 1720 wurde sie, nicht etwa wegen Betrugs, sondern wegen Unzucht mit einer anderen Frau, zum Tode verurteilt. Schleinzer erzählt Roses Geschichte nicht als Historienfilm, sondern als hochkonzentriertes Frauenporträt, das zwischen Fiktion und historischer Genauigkeit changiert. Hier sind kein Wort und keine Geste zu viel.“ Esther Buss | Filmdienst
Berlinale: Silberner Bär für Sandra Hüller als beste Darstellerin
Als direkte Aktion werden Aktionsformen des Protests bezeichnet, bei denen die Beteiligten selbst tätig werden, um ihre Interessen unmittelbar durchzusetzen. DIRECTACTIONzeichnet ein Porträt von einer der bekanntesten militanten Aktivist*innengruppen, die derzeit in Frankreich für Veränderungen kämpft: ein 150 Personen umfassendes, ländliches Kollektiv, das sich 2018 erfolgreich gegen ein internationales Großflughafenprojekt auf französischem Boden wehrte und dazu von 2012 bis 2018 eine autonome Zone besetzt hielt, die es gegen mehrere gewaltsame Räumungsversuche durch den Staat verteidigte und das 2021 eine neue ökologische Bewegung ins Leben rief. Mit einem kollaborativen und immersiven Beobachtungsansatz dokumentiert der Film den Alltag eines vielfältigen Ökosystems aus Aktivist*innen, Hausbesetzer*innen, Anarchist*innen, Landwirt*innen und von der Regierung als Öko-Terrorist*innen diskreditierten Personen. Kann der Erfolg einer radikalen Protestbewegung einen Weg aus der Klimakrise weisen?
Credits:
DE/FR 2024, 216 Min., Französisch, Marokkanisch-Arabisch, Englisch OmU Regie & Schnitt: Guillaume Cailleau & Ben Russell. Kamera: Ben Russell
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