Autor: fsk

  • Mes Petites Amoureuses

    Mes Petites Amoureuses

    Ein Film von Jean Eustache. Am 17. + 19.7. im fsk. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Ein Sommer der Unschuld endet abrupt. Der 13-jäh­ri­ge Daniel wird aus sei­nem behü­te­ten Landleben in die Enge der Stadt geris­sen und in die Härte der Erwachsenenwelt gesto­ßen. Statt Schule und Freundschaften bestim­men Arbeit, sozia­le Kälte und ers­te Auseinandersetzungen mit Sexualität sei­nen Alltag. Als Teil von Jean Eustaches auto­bio­gra­fisch gepräg­tem Kino ver­dich­tet der Film per­sön­li­che Erinnerungen zu einem beob­ach­ten­den Blick auf das Erwachsenwerden und eine Jugend, die ver­schwin­det, bevor sie sich ent­wi­ckeln kann.

    Credits:

    FR 1974, 123 Min., fran­zö­si­sche OmU
    Regie: Jean Eustache
    Kamera: Nestor Almendros,
    Schnitt: Françoise Belleville, Alberto Yaccelini, Vincent Cottrell, Jean Eustache
    mit Martin Loeb, Ingrid Caven, Jacqueline Dufranne, Dionys Mascolo, Henri Martinez, Jean-Noël Picq, Maurice Piala

    Trailer:

    kein Trailer.

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  • La Maman et la Putain

    La Maman et la Putain

    Ein Film von Jean Eustache. Am 26.7. im fsk.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Ein ziel­lo­ser Flaneur (Jean-Pierre Léaud) ver­bringt sei­ne Tage zwi­schen zwei Frauen, end­lo­sen Gesprächen in Pariser Cafés und der Suche nach sich selbst. Im Zentrum steht eine Dreiecksbeziehung im Nachklang der Umwälzungen des Jahres 1968, die sich mit direk­ter Offenheit zwi­schen Selbstinszenierung, Begehren und emo­tio­na­ler Grausamkeit ent­wi­ckelt. Ein bis heu­te her­aus­for­dern­des Werk über Liebe, Sprache und die Unmöglichkeit, zuein­an­der zu finden.

    Credits:

    FR 1973, 215 Min., fran­zö­si­sche OmU
    Regie: Jean Eustache
    Kamera: Pierre Lhomme
    Schnitt: Jean Eustache, Denise de Casabianca
    mit Jean-Pierre Léaud, Françoise Lebrun, Bernadette Lafont, Isabelle Weingarten

    Trailer:
    LA MAMAN ET LA PUTAIN – Ein Film von Jean Eustache
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  • Filme von Jean Eustache

    Filme von Jean Eustache

    Jean Eustache, aus­ge­bil­de­ter Elektriker und Autodidakt, war als Arbeiter-Kind eine Ausnahmefigur der ansons­ten bour­geoi­sen Nouvelle Vague. Fast auto­bio­gra­fisch spie­gelt sich sein Leben auch in sei­nen Filmen wie­der. Mit prä­zi­ser Aufmerksamkeit für Sprache, Gesten und sozia­le Wirklichkeiten bewegt sich Eustaches Kino in einem Raum doku­men­ta­ri­scher Fiktion. Dank der Re:Visted-Reihe des Grand film-Verleihs kön­nen wir zwei sei­ner Klassiker anbieten:

    LA MAMAN ET LA PUTAIN von 1973, in dem Jean-Pierre Léaud als Flaneur Alexandre zwi­schen zwei Frauen, end­lo­sen Gesprächen in Pariser Cafés auf der Suche nach sich selbst ist. 26.7.26 [Tickets]

    Im auto­bio­gra­fisch gefärb­ten MES PETITES AMOUREUSES von 1974
    wird der 13-jäh­ri­ge Daniel aus sei­nem behü­te­ten Landleben geris­sen und in die Enge der Stadt und die Härte der Erwachsenenwelt gesto­ßen. 25.7.26 [Tickets]

  • Ninja Motherf*cking Destruction

    Ninja Motherf*cking Destruction

    Ein Film von Lotta Schwerk. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Eine fil­mi­sche Langzeitstudie, die über 8 Jahre das Coming of Age von Leonie beglei­tet: Leonie und Marlene sind 18 Jahre alt, bes­te Freundinnen und sicher, dass nichts sie tren­nen kann. Doch Leonie ver­liebt sich in Naomi, gibt sich ganz ihrer gro­ßen Liebe hin und ent­fernt sich immer wei­ter von Marlene. Mit der Zeit stellt sich her­aus, dass Naomi an Depressionen lei­det, die Leonie zuneh­mend über­for­dern. Erst als die Beziehung end­gül­tig zer­bricht, merkt Leonie, wie sehr sie sich iso­liert hat. Sie ver­lässt Berlin und beginnt eine Ausbildung zur Gärtnerin in Brandenburg, die ihr dabei hilft, die Welt um sich her­um wie­der zu sor­tie­ren. Mit neu gefun­de­ner Stärke traut sie sich, nach Jahren der Entfremdung auf ihre Jugendfreundin Marlene zuzu­ge­hen.
    „Als ich 2017 begann, die­sen Film zu dre­hen, sehn­te ich mich nach einem Raum im Kino, in dem ein jun­ger weib­li­cher oder quee­rer Körper ohne den männ­li­chen Blick auf­wach­sen kann in der vul­ner­ablen Zeit zwi­schen 18 und 25. „Ninja Motherf*cking Destruction“ ist ein Film über Intimität, über Sexualität und über Körper, die sich über 8 Jahre hin­weg ver­än­dern. Und über das lie­be­vol­le, schmerz­haf­te, ambi­va­len­te Beziehungsnetz zwi­schen (quee­ren) Frauen.“
    Lotta Schwerk

    Credits:

    DE 2025 79 Min., deut­sche OmeU,
    Regie: Lotta Schwerk
    Kamera: Fion Mutert
    mit: Emma Suthe, Marie Tragousti, Merle von Mach, Yildiz Tiryakioglu

    Trailer:
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  • Dry Leaf

    Dry Leaf

    Ein Film von Alexandre Koberidze. Ab 2.7. im fsk.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Als die jun­ge Sportfotografin Lisa ver­schwin­det, beschließt ihr Vater sie zu suchen und macht sich mit ihrem bes­ten Freund, dem mys­te­riö­sen Levani, auf eine Reise durch Georgien. Lisa hat­te zuletzt Fußballstadien im gan­zen Land foto­gra­fiert. Mit der vor­bei­zie­hen­den Landschaft und von einem Spielfeld zum nächs­ten ändern sich die Menschen sowie ihre Geschichten. Doch mit jedem Fußballplatz und jedem Dorf schei­nen die Chancen, Lisa zu fin­den, zu schwinden…

    Mit sei­nem neu­en Roadmovie setzt Alexandre Koberidze nach WAS SEHEN WIR, WENN WIR ZUM HIMMEL SCHAUEN? die poe­ti­sche Erkundung sei­nes Heimatlandes Georgien fort.

    Credits:

    DE/GE 2025, 186 Min., georg. OmU-Fassung
    Regie, Kamera, Schnitt: Alexandre Koberidze
    mit: David Koberidze, Otar Nijaradze, Irina Chelidze, Giorgi Bochorishvili, Vakhtang Panchulidze, Manu Tavadze

    Trailer:
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  • Transit Times

    Transit Times

    Ein Film von Ana-Felicia Scutelnicu. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Moldawien, 1997. Sechs Jahre nach dem Zusammenbruch der UdSSR ist die anfäng­li­che Euphorie ver­flo­gen und hat ein Land zurück­ge­las­sen, das in einer tie­fen und anhal­ten­den Krise ver­sinkt. Inmitten die­ser har­ten Realität kämpft eine Familie ums Überleben. Zina, eine Bühnenbildnerin an einem einst leben­di­gen Kindertheater, hat seit Monaten kei­nen Lohn erhal­ten, ver­sucht jedoch wei­ter­hin, ihre Familie zusam­men­zu­hal­ten und Essen auf den Tisch zu brin­gen. Ihr Ehemann Victor, ein von der Geschichte zurück­ge­las­se­ner Künstler, ver­sinkt in Melancholie und ist unfä­hig, sich an die neue Wirklichkeit anzu­pas­sen. Ihre Tochter Eva, eine begab­te Klavierschülerin, lässt die Kindheit hin­ter sich, wäh­rend sie ihren Platz in einer Welt sucht, die um sie her­um zu zer­fal­len scheint. Während Freunde und Nachbarn das sin­ken­de Schiff still und lei­se ver­las­sen, um im Ausland ein bes­se­res Leben zu suchen, treibt die Verzweiflung Zina dazu, das Familienhaus zu ver­mie­ten. Diese Entscheidung zer­reißt die Familie und reißt sie in eine gefähr­li­che Reise hin­ein, gefan­gen zwi­schen Überleben, flüch­ti­ger Hoffnung und dem zer­brech­li­chen Traum von einem Leben, das viel­leicht nie­mals das ihre sein wird.

    Credits:

    Înstrăinare
    DE/RO/MD 2026, 133 Min., rumä­ni­sche OmU
    Regie: Ana-Felicia Scutelnicu
    Kamera: Javier Palicio
    Montage: Ecaterina Iaschevici, sup­port­ed by Dana Bunescu
    mit: Marina Palii, Arina Mura, Ion Munteanu, Pauli
    na Zavtonii, Ion Liulica, Marina Weis

    Trailer:
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  • Dreams – Gefährliches Verlangen

    Dreams – Gefährliches Verlangen

    Ein Film von Michel Franco. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Wie bereits bei sei­nem Drama Memory (2023) arbei­tet der Autorenfilmer Michel Franco bei sei­nem drit­ten Film erneut mit der US-Schauspielerin Jessica Chastain zusam­men. Auch die­ses Mal agie­ren bei­de, ergänzt durch den Ballettstar Isaac Hernández, vor und hin­ter der Kamera mit der dem Sujet ange­mes­se­nen Sensibilität. Der Film ist eine Abrechnung mit der ame­ri­ka­ni­schen Migrationspolitik und den dahin­ter ste­hen­den gesell­schaft­li­chen Denkmustern, die er hoch­span­nend und para­bel­haft auf eine ero­ti­sche Affäre ver­dich­tet.
    In den USA ist es Tradition, im Falle gro­ßen Reichtums einen klei­nen Teil des Vermögens in gemein­nüt­zi­ge Arbeit umzu­wan­deln und dies auch öffent­lich zu zele­brie­ren. High-Society-Erbin Jennifer ver­wal­tet die Stiftung ihrer Familie und för­dert dabei bevor­zugt Kunstprojekte im Nachbarland Mexiko. Auch ihr Liebesleben hat sie dort­hin aus­ge­la­gert, in Form des hoch­ta­len­tier­ten ein­hei­mi­schen Balletttänzers Fernando. In der Hoffnung, dass sie ihm bei sei­ner Karriere unter­stützt, wagt der jun­ge Mann eines Tages den extrem gefähr­li­chen und ille­ga­len Weg in den Norden. Als er plötz­lich in Jennifers luxu­riö­sem Apartment in San Francisco auf­taucht, droht ihre sorg­fäl­tig kon­trol­lier­te Welt aus­ein­an­der zu fal­len, und bald sto­ßen bei­de an ganz anders gezo­ge­ne Grenzen.
    „Michel Franco, Drehbuchautor, Regisseur und Produzent aus Mexiko, sta­tu­iert in sei­nem aktu­el­len Film ein Exempel. Er setzt Klassen- und Geschlechterverhältnisse mit Herkunft, Macht und Charakter in Relation, und zwar so, dass sich die Agenten des Konflikts glei­cher­ma­ßen alle­go­risch lesen las­sen: Mann und Frau als Stellvertreter ihrer jewei­li­gen Heimatländer USA und Mexiko, Nachbarn, deren Verhältnis von Ausbeutung geprägt ist. Die Idee mag auf den ers­ten Blick pla­ka­tiv wir­ken, sie sieht aber vor allem dank her­vor­ra­gen­der schau­spie­le­ri­scher Ausführung kei­nes­wegs so aus.“
    Alexandra Seitz | tip

    Credits:

    MX 2025, 100 Min., engl., span. OmU,
    Regie: Michel Franco
    Kamera: Yves Cape
    Montage: Michel Franco, Oscar Figueroa Jara
    mit Jessica Chastain, Isaac Hernández, Rupert Friend, Marshall Bell, Eligio Meléndez, Mercedes Hernández 

    Trailer:
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  • Little Boy

    Little Boy

    Ein Film von James Benning.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    … a tru­ly depres­sing film“ James Benning

    Es ist erschre­ckend, wenn Bomben Namen bekom­men. Ungeheuerlich aber war die Benennung des Geschosses, die über Hiroshima explo­dier­te und hun­dert­tau­sen­de Leben for­der­te: Little Boy – klei­ner Junge. James Benning war damals, 1945, ein klei­ner Junge. Sein Film unter­mi­niert die kind­li­che-unschul­di­ge Welt mit Militarismus, Politik, Rassismus, indem er nied­li­che Miniaturmodelle, etwa von Zügen oder Bauwerken, fein säu­ber­lich anpin­seln lässt, und wer sich aus­kennt, kann auch die win­zi­gen Firmennamensschilder zuord­nen. Jedes Teil bekommt dabei sei­ne eige­ne, pas­sen­de oder kon­ter­ka­rie­ren­de Tonspur zuge­wie­sen. Meist sind es Lieder, so von Tracy Chapman, Sinéad O’Connor, Cat Power und Nat King Cole, aber auch Reden und Ansprachen, die im Zusammenspiel mit dem Bild Emotionen frei­set­zen kön­nen.
    Es ist ein bei­na­he wüten­der Film, und lei­der aktu­el­ler denn je. Und für Eltern von Schulkindern hat er eine Empfehlung: Pete Seegers „What Did You Learn in School Today?“ – nicht nur für die USA rele­vant.
    „Das Gesamtbild ist das einer Gesellschaft, die zu Zyklen des inne­ren Niedergangs ver­dammt ist und im Namen eines „frie­dens­stif­ten­den“ Interventionismus in den inter­na­tio­na­len Terror ver­wi­ckelt ist. … Little Boy [ist] ein ame­ri­ka­ni­sches Epos im Kleinen.“ filminc

    Credits:

    US 2025, 74 Min., eng­li­sche OmU
    Regie: James Benning
    mit Johnan Jahromi, Alessandro Streccioni, Yusef Ferguson, Yuan Gao, Nelson De Los Santos, Calum Walter, Nathan Meier, James Benning

    Trailer:
    Berlinale 2025 – Q&A about LITTLE BOY

    Kein Trailer, aber das QnA zur Forumspremiere.

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  • Bitteres Fest

    Bitteres Fest

    Ein Film von Pedro Almodóvar.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Im Jahre 2004 arbei­tet die Filmregisseurin Ella (Bárbara Lennie) an einem Drehbuch, das nicht recht vor­an geht, so sehr ihr höchst attrak­ti­ver Lover Bonifacio (Patrick Criado) – haupt­be­ruf­lich Feuerwehrmann, neben­be­ruf­lich Stripper – ihr auch den Rücken frei­hält. Einst hat­te Ella eini­ge künst­le­risch anspruchs­vol­le Filme gedreht, die inzwi­schen Kultstatus genie­ßen, was, wie Ella ein­mal selbst gesteht, bedeu­tet, dass kaum jemand sie gese­hen hat, die weni­gen Zuschauer sie aber zutiefst ver­eh­ren. Eine schwe­re Migräneattacke lässt Ella inne­hal­ten, zusam­men mit ihrer bes­ten Freundin Patricia (Vicky Luengo) reist sie nach Lanzarote, lässt sich von den kar­gen Landschaften der Insel inspi­rie­ren, noch mehr jedoch vom Leben ihrer Freunde: Alles ist Material im Leben eines Schriftstellers, eben­so wie im Leben einer Filmregisseurin.

    2026 lei­det der Filmregisseur Raúl Rossetti (Leonardo Sbaraglia) an einer Schreibblockade, aus der ihn auch die Unterstützung sei­nes höchst attrak­ti­ven Lovers Santi (Quim Gutiérrez) nicht befrei­en kann. Raúls lang­jäh­ri­ge Assistentin Monica (Aitana Sánchez-Gijon) hat gera­de gekün­digt, berich­tet ihm von ihren pri­va­ten Problemen – die Raúl nur zu gern in sein Werk ein­flie­ßen lässt, schließ­lich ist alles Material.

    Eine gan­ze Weile lässt Pedro Almodóvar in sei­nem neu­en Film „Bitteres Fest“ die bei­den Erzählebenen neben­ein­an­der­ste­hen, ohne ihre Verbindung zu kon­kre­ti­sie­ren. Doch bald wird klar, dass die Ebene mit Ella nicht real ist, son­dern eine Visualisierung des Drehbuchs, das Raúl gera­de schreibt. So kommt es, dass man­che Szenen in klei­nen Variationen dop­pelt zu sehen sind, so lässt sich erklä­ren, dass nicht alles Sinn macht, schließ­lich sieht man da nur die ers­te, noch unfer­ti­ge Drehbuchversion.

    Hübsch ist das kon­stru­iert, ein wenig selbst­ver­liebt auch, erin­nert nicht zufäl­lig an „Leid und Herrlichkeit“, das am deut­lichs­ten auto­bio­gra­phi­sche Werk in der lan­gen Karriere Pedro Almodóvars, in dem Antonio Banderas als Alter Ego des Regisseurs auf­trat. Hier über­nimmt der argen­ti­ni­sche Schauspieler Leonardo Sbaraglia die­sen Part, der sei­nem Regisseur sehr ähnelt, wenn­gleich 20 Jahre jün­ger, ein biss­chen Eitelkeit darf sein.

    Wie so oft spielt Almodóvar auch hier mit selbst­re­fe­ren­zi­el­len Bezügen, baut eine Meta-Narration auf, mit der er die Frage umkreist, wie frei ein Autor in der Wahl sei­ner Themen sein darf, wie sehr er Leben und auch Leiden sei­ner Mitmenschen und vor allem sei­ner engen Freunde aus­schlach­ten und für sei­ne eige­nen erzäh­le­ri­schen Zwecke ver­wen­den darf. Almodóvars Antwort fällt ein­deu­tig aus: Es gibt kei­ne Grenzen, die Kunst steht über allem, auch wenn dies bis­wei­len Konflikte her­vor­ru­fen kann.

    Letztlich dient die­se Fragestellung in „Bitteres Fest“ jedoch in ers­ter Linie dazu, Almodòvar ein­mal mehr die Möglichkeit zu geben, sich ein­mal mehr in die typi­sche Almodóvar-Welt zu bege­ben, in der schö­ne Menschen in per­fekt design­ten Appartements leben, deren mar­kan­te Farbgebung mit den eben­so mar­kan­ten, ein­far­big leuch­ten­den Pullovern oder Mänteln korrespondieren.

    Auch wenn man nicht behaup­ten kann, dass sich Pedro Almodóvar in sei­nem nun schon 25. Film neu erfin­det: Wenn man ihn, sei­ne Filme und die Welt, in der sie spie­len, schätzt, dann ist es eine wah­re Freude, sich ein­mal mehr auf sanft melo­dra­ma­ti­sche Weise unter­hal­ten zu las­sen.Michael Meyns

    Credits:

    Amarga Navidad
    ES 2026, 111 Min., spa­ni­sche OmU
    Regie: Pedro Almodóvar
    Kamera: Pau Esteve Birba
    Schnitt: Teresa Font
    mit Bárbara Lennie, Leonardo Sbaraglia, Aitana Sánchez-Gijón und Victoria Luengo.

    Trailer:
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  • Godland

    Godland

    Ein Film von  Hlynur Pálmason. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Ein wei­te­rer Film des Regisseurs von The Love that Remains, der bis­her noch nicht im Kino war.

    Wie schon Missionare in ande­ren Kolonien vor ihm, ist der jun­ge Priester Lucas von sei­ner Aufgabe, eine christ­li­che Kirche im Heidengebiet Island zu errich­ten, über­zeugt. Um Land und Leute ken­nen­zu­ler­nen, segelt er nicht um die Insel, son­dern wählt den beschwer­li­chen Weg quer durch das unwirt­li­che, frem­de Gebiet, was am Ende des 19. Jahrhundert für jeman­den unvor­be­rei­te­tes einer Expedition gleicht. Die mit ein­drück­li­chen Bildern ein­ge­fan­ge­ne erbar­mungs­lo­se Natur und die Widerspenstigkeit sei­ner ein­hei­mi­schen Begleiter lässt den Lutheraner den Bezug zur Realität ver­lie­ren. Auch die zuneh­men­de Angst über­spielt er mit Arroganz, und stößt so bald an sei­ne Grenzen, sprach­lich, mensch­lich und phy­sisch. „Ruhig in der Erzählweise, drängt das unter­drück­te Gewaltpotenzial der inten­siv gespiel­ten Figuren immer wie­der an die Oberfläche, den sich auf­drän­gen­den fata­lis­ti­schen Blick auf die Menschheit kon­tert der Film aller­dings auch mit Humor und Zärtlichkeit.“ Fimdienst

    Credits:

    IS/FR/DK/SE 2022, 135 Min., islän­di­sche OmU
    Regie :  Hlynur Pálmason

    Kamera: Maria von Hausswolff
    Schnitt: Julius Krebs Damsbo
    mit:
    Elliott Crosset Hove, Vic Carmen Sonne, Ingvar Sigurdsson, Ída Mekkín Hlynsdóttir, Jacob Hauberg Lohmann

    Trailer:
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