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EXPERIMENTAL SHORTS 10. Kurdisches Filmfestival Berlin


Als neu­ens Pro­gramm­high­light zeigt das 10. Kur­di­sche Film­fes­ti­val Ber­lin (08.–14. Okto­ber) in die­ser Rei­he expe­ri­men­tel­le Kurz­fil­me aus kur­di­schen Her­kunf­s­län­dern und der Dia­spo­ra. Die Aus­wahl bie­tet beson­de­re cine­ma­ti­sche Ein­drü­cke zwi­schen Film und zeit­ge­nös­si­scher Kunst. Kri­ti­sche, krea­ti­ve und viel­schich­ti­ge Refle­xio­nen aus kur­di­scher Perspektive.
Dar­un­ter zu sehen ist z.B. PARADISE von den Ham­bur­ger Künstler*innen Ley­la Yenir­ce und Mazlum Ner­giz – die Film­ver­si­on der gleich­na­mi­gen Kunst­in­stal­la­ti­on, die sich mit der emo­tio­na­len Spra­che der Bil­der um kur­di­sche Mär­ty­re­rin­nen und Frei­heits­kämp­fe­rin­nen aus­ein­an­der­setzt. Der expe­ri­men­tel­le Kurz­film BARIKAT zeigt eine Per­for­mance des Künst­lers Mir­kan Deniz, inspi­riert durch das täg­li­che Schick­sal von Kurd*innen, die in ver­schie­de­nen Regio­nen der Tür­kei unter Aus­gangs­sper­re leben.

Das wei­te­re Pro­gramm des Fes­ti­vals: https://kurdishfilmfestivalberlin.kinow.tv/de/

[Tickets]

Kurz­film­pro­gramm am 11.10. um 20:00:

The Day I Saved The Kurds von Şener Özmen
No! 1506600XXXX von Ley­la Toprak (mit Q&A)
Para­di­se von Ley­la Yenir­ce, Mazlum Ner­giz (mit Q&A)
Bari­kat von Mir­kan Deniz (mit Q&A)
Mun­zur von Roj­da Tuğrul
Küpe­li von Metin Akde­mir- Çetin Baskın
Our bright future von Ezgi Kılın­çars­lan (mit Q&A)

…with Eng­lish subtitles

Regeln am Band, bei hoher Geschwindigkeit


Ein Film von Yulia Lokshina.

[Credits] [Tickets & Ter­mi­ne] [Trai­ler]

Dass im Fleisch­kon­zern und Schlacht­hof von Cle­mens Tön­nies in Rhe­da-Wie­den­brück schreck­li­che Zustän­de herr­schen, war weit vor der Coro­na Pan­de­mie bekannt. Regeln am Band, bei hoher Geschwin­dig­keit ent­stand schon Mona­te frü­her und nimmt die­se kon­kre­ten Arbeits­be­din­gun­gen zum Anlass, all­ge­mein und grund­le­gend über das Wirt­schafts­sys­tem nach­zu­den­ken. Der Film von Yulia Loks­hi­na setzt wun­der­ba­re Asso­zia­ti­ons­ket­ten frei, indem er einer­seits die ost­eu­ro­päi­schen Leiharbeiter:innen, deren unsäg­li­che Aus­beu­tung und ihre empa­thi­schen Unterstützer:innen in den Mit­tel­punkt sei­ner Beob­ach­tung stellt und ande­rer­seits eine Schul­klas­se aus Mün­chen beglei­tet, die das Thea­ter­stück „Die hei­li­ge Johan­na der Schlacht­hö­fe“ von Brecht ein­übt. Bei­de Milieus wer­den durch fort­wäh­ren­de Par­al­lel­mon­ta­ge in Bezie­hung gesetzt, ergän­zen sich und schlie­ßen sich kei­nes­wegs aus: Hier das hart­nä­cki­ge Bemü­hen, die Situa­ti­on der Arbeiter:innen zu ver­bes­sern und dort der Ver­such, Brechts Inten­tio­nen auf die Büh­ne zu brin­gen. Dabei wagt der Film, indi­vi­du­el­les Schick­sal und Sys­tem­ana­ly­se in Ver­bin­dung zu brin­gen: Der Schlacht­hof und des­sen Arbeits­be­din­gun­gen fun­gie­ren als Meta­pher für Pro­zes­se, die sich der Ein­fluss­nah­me des Ein­zel­nen ent­zie­hen, obwohl sie alle Berei­che des Lebens durch­drin­gen. Eini­ges wird über ein Sys­tem sicht­bar, das auf Wachs­tum und Pro­fit­ma­xi­mie­rung beruht und so jeg­li­cher vor­stell­ba­rer Art von Aus­beu­tung Tür und Tor öff­net, sich immer­fort selbst sta­bi­li­siert und als alter­na­tiv­los gilt.
Ein poli­ti­scher Film im bes­ten Sinn, der ganz wenig didak­tisch ist, aber umso mehr die Zuschauer:innen, wie auch die Betei­lig­ten ernst­nimmt. Es ist auch ein Film, der Wut auf die Ver­hält­nis­se aus­löst, nicht durch Affekt hei­schen­de Zuspit­zun­gen, son­dern durch eine zärt­li­che Sub­ti­li­tät. (M. Schmitz | indie­ki­no) Am

 

 
Credits:

DE 2020, 92 Min., 
Buch & Regie: Yulia Lokshina 
Kame­ra: Zeno Leg­ner, Lil­li Pongratz
Schnitt: Urte Alfs, Yulia Lokshina

 
Trai­ler:

 

Im Stillen laut


Ein Film von The­re­se Koppe.

[Credits] [Tickets & Ter­mi­ne] [Trai­ler]

Damals wur­den die bei­den Frau­en von der Sta­si beäugt, jetzt lesen sie belus­tigt die Pro­to­kol­le, die bezeu­gen, wie wenig die Pro­to­kol­lie­ren­den davon ver­stan­den, was ihr Leben ausmachte.
Im Stil­len laut por­trä­tiert die Künst­le­rin­nen Eri­ka Stür­mer-Alex und Chris­ti­ne Mül­ler-Stosch, und blickt mit ihnen zurück in die DDR-Ver­gan­gen­heit und auf das gegen­wär­ti­ge Leben und Arbei­ten in Liet­zen, wo sie einen Hof in Ate­liers ver­wan­delt haben. Und ganz neben­bei erzählt der Film von der Lie­be, denn die bei­den sind schon seit 40 Jah­ren ein Paar.
„Mir war es wich­tig, einen Doku­men­tar­film zu machen, der die Nuan­cen des Lebens in der DDR zeigt, und dadurch die Kom­ple­xi­tät der Aus­ein­an­der­set­zung mit dem Sys­tem ver­deut­licht. Nicht nur den lau­ten Pro­test, son­dern die Gestal­tung eines Lebens in einem eige­nen, geschaf­fe­nen Raum wie dem Kunst­hof Liet­zen. Der Kunst­hof kann dabei stell­ver­tre­tend für die vie­len künst­le­ri­schen Frei­räu­me, die sich Leu­te in der DDR schu­fen, ste­hen.“ The­re­se Koppe

 
Credits:

DE 2019, 74 Min., 
Buch & Regie: The­re­se Koppe
Kame­ra: Anne­gret Sachse
Schnitt: Eve­lyn Rack

 
Trai­ler:

 

Becoming Black


Ein Film von Ines Johnson-Spain.

[Credits] [Tickets & Ter­mi­ne] [Trai­ler]

»In einem Land, in dem jede Abwei­chung von der Norm als exis­ten­zi­el­le Bedro­hung ange­se­hen wur­de, muss die Geburt eines schwar­zen Kin­des ein Poli­ti­kum gewe­sen sein.« Ines Johnson-Spain

Anfang der 60er Jah­re in der DDR: Sig­rid aus Leip­zig ver­liebt sich in Luci­en, einen Stu­den­ten aus Togo, und wird schwan­ger. Doch sie ist bereits mit Armin ver­hei­ra­tet, mit dem sie einen Sohn hat. Ihre dun­kel-häu­ti­ge Toch­ter lässt das Ehe­paar in dem Glau­ben, dass ihre Haut­far­be Zufall sei und kei­ne Bedeu­tung habe, bis sie als Teen­ager durch einen Zufall die Wahr­heit ent­deckt. Jahr­zehn­te spä­ter, lan­ge nach­dem sie die Fami­lie ihres leib­li­chen Vaters in Togo ken­nen­ge­lernt hat, rekon­stru­iert sie als Prot­ago­nis­tin und Autorin ihre Fami­li­en­ge­schich­te in einem Film. In emo­tio­na­len und offen geführ­ten Gesprä­chen mit ihrem Stief­va­ter Armin wird die Atmo­sphä­re des Schwei­gens und der Ver­drän­gung ein­drück­lich spür­bar. Lang­sam wird klar, wie das sozia­le Umfeld gestrickt sein muss, um eine der­ma­ßen gra­vie­ren­de Ver­leug­nung von Fak­ten mög­lich zu machen.Auch hier ist das Pri­va­te poli­tisch. In Aus­ein­an­der­set­zung mit der eige­nen Iden­ti­tät geht Ines John­son-Spain dem alles über­schat­ten­den Tabu ihrer Kind­heit auf die Spur und legt zeit­gleich exem­pla­risch den struk­tu­rel­len Ras­sis­mus in der DDR offen. In Ver­bin­dung mit dem berüh­ren­den Tref­fen mit ihrer spät gefun­den togo­le­si­schen Fami­lie wird der Film zu einer Refle­xi­on über Iden­ti­tät, Fami­li­en­kon­zep­te und sozia­le Nor­men. Von den 1960er Jah­ren in Ost-Ber­lin bis in die Gegen­wart ent­fal­tet sich in die­sem inti­men, berüh­ren­den Selbst­por­trät eine klu­ge und bis­her un-geschrie­be­ne deut­sche Historie.

 
Credits:

DE 2019, 91 Min.,
Buch & Regie: Ines Johnson-Spain
Kame­ra: Sebas­ti­an Win­kels, Anne Misselwitz
Schnitt: Yana Höhnerbach

 
Trai­ler:

 

The Souvenir


Ein Film von Joan­na Hogg.

[Credits] [Tickets & Ter­mi­ne] [Trai­ler]

Lon­don in den frü­hen 1980ern: Mag­gie That­chers Regie­rung beginnt mit wirt­schaft­li­cher Umstruk­tu­rie­rung, die Trou­bles errei­chen die Stadt mit Bom­ben und Punk ist noch kein Begriff. Julie lebt mit ihrer Mut­ter in einer kom­for­ta­blen Mai­so­net­te­woh­nung in Knights­bridge, will Film stu­die­ren und hofft, so ihrer pri­vi­le­gier­ten Upper-Class-Bla­se ent­wei­chen zu kön­nen. Ihrer zukünf­ti­gen Lieb­schaft Antho­ny begeg­net sie auf einer Par­ty. Er ist anders als ihre Freund*innen, char­mant und etwas älter, und sein Auf­tre­ten schwankt zwi­schen Dan­dy­tum und Bla­siert­heit. Julie lässt sich fas­zi­nie­ren, aber nach und nach muss sie fest­stel­len, dass ihr Gelieb­ter sie belügt und ein gefähr­li­ches Geheim­nis hat.
Die sanf­te jun­ge Frau, die zwi­schen Cham­pa­gner­früh­stück und Ren­de­vouz in lächer­lich-baro­cken hoch­prei­si­gen Cafes ihre künst­le­risch-poli­ti­schen Ambi­tio­nen und ihren Freun­des­kreis ver­liert, steht jedoch loy­al zu ihrem Gelieb­ten, trotz leich­ten Wider­stands auch von ihrer Mut­ter Rosa­lind, die von Til­da Swin­ton groß­ar­tig mit Fal­ten­rock und Kopf­tuch inter­pre­tiert wird (und deren rea­le Toch­ter Honor Swin­ton Byr­ne ist).
Joan­na Hogg hat nach eige­nen Erin­ner­ung­en einen sehr per­sön­li­chen Film gedreht. Die Ver­letz­lich­keit und Unsi­cher­heit Julies oder die Arro­ganz und Unehr­lich­keit Antho­nys wer­den dabei nie aus­ge­beu­tet oder über­dra­ma­ti­siert. Die Fra­ge, war­um sie ihn nicht ver­lässt, darf gestellt, kann und soll­te aber aus dem Film her­aus beant­wor­tet werden.
Von der Ber­li­na­le, als »hoch­kon­zen­trier­te Betrach­tung von Räu­men, Land­schaf­ten, Abhän­gig­keits­ver­hält­nis­sen und nicht zuletzt des Medi­ums Film« beschrie­ben, ist THE SOUVENIR aber auch, wie der Rezen­sent der NY Times sich begeis­ter­te, »einer der trau­rigs­ten Fil­me, die man sich vor­stel­len kann, und es ist eine abso­lu­te Freu­de, ihn anzu­schau­en.« In Sundance wur­de THE SOUVENIR mit dem Preis für den bes­ten Spiel­film ausgezeichnet.

 
Credits:

GB 2019, 115 Min., engl. OmU
Regie, Buch: Joan­na Hogg
Kame­ra: David Raedeker
Schnitt: Hel­le le Fevre
mit: Honor Swin­ton Byr­ne, Tom Bur­ke, Til­da Swinton

Ter­mi­ne:

  • noch keine 

 
Trai­ler:

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Corpus Christi


Ein Film von Jan Komasa.

[Credits] [Tickets & Ter­mi­ne] [Trai­ler]

In der Logik des Chris­ten­tums ist Gott nicht nur in der Kir­che prä­sent, son­dern über­all. Auch in der Straf­an­stalt für jun­ge Män­ner, in der wir Dani­el ken­nen­ler­nen – einen fra­gi­len Jun­gen mit kla­rem, unschul­di­gen Blick, der bei den Knast-Got­tes­diens­ten auf­blüht und doch als Vor­be­straf­ter kei­ne Chan­ce hat, jemals Pries­ter zu werden.

Beim Arbeits­ein­satz in einem Kar­pa­ten­dorf bie­tet sich plötz­lich unver­hofft die Gele­gen­heit: Der jun­ge Mann wird für einen Geist­li­chen gehal­ten und schlüpft zuneh­mend bereit­wil­lig in die ersehn­te Rol­le. Und es geschieht das Erstaun­li­che: Die Men­schen hören ihm zu, wenn er im Free­style zu ihnen spricht. Zuneh­mend beginnt er, sich in die Geschi­cke des Dorfs ein­zu­mi­schen. Wie lan­ge kann die­ses ris­kan­te Spiel gut gehen?

Koma­sa mischt Kri­mi mit Sozi­al­stu­die und Roman­ze mit Thril­ler. Dabei kann er sich vor allem auf sei­nen gran­dio­sen Haupt­dar­stel­ler Bart­osz Bie­le­nia ver­las­sen, der glaub­wür­dig den Spa­gat zwi­schen einem Stra­ßen­jun­gen mit Dro­gen­erfah­rung und einer bele­se­nen, wei­sen Respekt­per­son schafft.

 
Credits:

PL 2019, Regie: Jan Koma­sa, 115 min, OmU
Buh: Mateusz Pace­wicz, Kame­ra: Pio­tr Sobociń­ski jr., Schnitt: Prze­mys­ław Chruścielewski,
mit: Bart­osz Bie­le­nia, Alek­san­dra Konie­cz­na, Eli­za Rycem­bel, Tomasz Zię­tek u.a.

 
Trai­ler:

40 Jahre AG DOK: Wie Erich seine Arbeit verlor


[Tickets & Ter­min]

Der jun­ge west­deut­sche Kame­ra­mann Kai von Wes­ter­man gerät mit­ten in die Ereig­nis­se. 1989 arbei­te­te er für einen Kor­re­spon­den­ten des fran­zö­si­schen Fern­se­hens in der DDR. Als die Men­schen auf die Stra­ße gin­gen, bekam er den Auf­trag, den Fran­zo­sen in knap­pen Bei­trä­gen die Ereig­nis­se zu erklä­ren. So doku­men­tier­ten bei­de die Kraft und Dra­ma­tik der Fried­li­chen Revo­lu­ti­on, aber das meis­te Mate­ri­al wur­de nicht gesen­det. Erst jetzt, 20 Jah­re nach der Wen­de, hat von Wes­ter­man dar­aus einen Film gemacht, der die Ereig­nis­se des Herbs­tes 1989 beschreibt. Der Doku­men­tar­film gibt in sub­ti­ler Wei­se ein­ma­li­ge Gescheh­nis­se des Jah­res 1989 wie­der. Er zeich­net das Lebens­ge­fühl von DDR-Bür­gern nach, die für Frei­heit und Demo­kra­tie auf die Stra­ße gin­gen, ohne zu wis­sen, wie es aus­ge­hen wür­de. Es ist ein Film, der zum Nach­den­ken anregt und durch die bestechen­de Sicht auf die Ereig­nis­se des Herbs­tes ’89 ein wert­vol­les Zeit­do­ku­ment darstellt.
Regie: Kai von Wes­ter­man, D 19891999, 90 Min. Zu Gast: Kai von Westerman

Zusam­men mit:
Z moje­go okna (From My Window)
Regie: Józef Roba­kow­ski, Polen 2000, 20 Min.
Der pol­ni­sche Fil­me­ma­cher und Video­künst­ler Józef Roba­kow­ski film­te über 22 Jah­re den sich ver­än­dern­den Blick aus dem Fens­ter sei­ner Woh­nung in einem sozia­lis­ti­schen Wohn­block in Łódź. Er beob­ach­tet den Über­gang Polens vom Sozia­lis­mus der Nach­kriegs­zeit in die Zeit der Soli­dar­ność in den spä­ten 1980er Jah­ren und des­sen Über­gang in die Drit­te Repu­blik, den Ein­stieg Polens in die Marktwirtschaft.

Wie Erich sei­ne Arbeit ver­lor – Trai­ler from Wes­ter­mans Fil­me on Vimeo.

 

Sag‘ du es mir


Ein Film von Micha­el Fet­ter Nathansky.

[Credits] [Video on demand] [Trai­ler]

Mich über­rascht nichts. Wenn was Schlech­tes pas­siert, dann hab‘ ich in der Regel damit gerech­net, und wenn was Gutes pas­siert, dann pas­sierts nicht.“ Sil­kes Sicht auf die Welt ist„ nach­dem ihr Freund sie ent­täusch­te und ein Frem­der sie in die Havel warf„ recht illusionslos.
Sil­ke, das Opfer, ihre gro­ße Schwes­ter Moni, und René, der Täter – das sind die Protagonist*innen in Micha­el Fet­ter Nathan­skys Debut­film. Die mit lako­ni­schem Witz und sen­si­bler Figu­ren­zeich­nung erfri­schend ande­re Erzäh­lung einer Tat und ihrer selt­sa­men Fol­gen ist ange­legt wie ein raf­fi­nier­tes Vexier­spiel, bei dem die unter­schied­li­che Sicht der Betei­lig­ten immer neue, über­ra­schen­de Ein­sich­ten gewährt.
Nach­dem Sil­ke ohne erkenn­ba­ren Anlass vom ihr unbe­kann­ten René übers Brü­cken­ge­län­der ins Was­ser gesto­ßen wird, taucht Moni, mit der sie lan­ge kei­nen Kon­takt hat­te, unge­fragt in ihrer Pots­da­mer Woh­nung auf. Sie will Sil­ke unbe­dingt zur Sei­te ste­hen, aber die will kei­ne Hil­fe. Was pas­siert ist, ist vor­bei, auch die poli­zei­li­chen Ermitt­lun­gen wer­den rasch ein­ge­stellt. Moni aber gibt nicht auf. Sie will der Sache auf den Grund gehen, den Übel­tä­ter fin­den und zur Rede stel­len. Den hat sei­ne schein­bar grund­lo­se und irra­tio­na­le Tat völ­lig ver­wirrt, ver­lief sein Leben bis­her doch eigent­lich in ordent­li­chen Bahnen.

»Micha­el Fet­ter Nathan­skys for­mal erfin­dungs­rei­che Umset­zung sei­nes prä­zi­se struk­tu­rier­ten Dreh­buchs, Lean­der Otts atmo­sphä­ri­sche Kame­ra und die gro­ße schau­spie­le­ri­sche Leis­tung von Marc Ben Puch und ganz beson­ders von Gisa Fla­ke und Chris­ti­na Gro­ße als star­kes Schwes­tern­paar ver­bin­den sich zu einer Refle­xi­on über die trü­ge­ri­sche Ein­deu­tig­keit von Rea­li­tät und die mani­fes­te Magie des Kinos.« aus der Jury­be­grün­dung (Gewin­ner des Film­kunst­prei­ses) beim 15. Fes­ti­val des Deut­schen Films Lud­wigs­ha­fen (2019).

 
Credits:

DE 2019, 104 Min., dt. OmeU
Regie & Buch: Micha­el Fet­ter Nathansky 
Kame­ra: Lean­der Ott 
Schnitt: Cami­la Mercadal
mit: Chris­ti­na Gro­ße, Marc Ben Puch, Gisa Fla­ke K Lean­der Ott

 
Trai­ler:

Achtung Berlin 2020


Das Film­fes­ti­val für neu­es deut­sches Kino aus Ber­lin und Bran­den­burg kommt auch die­ses Jahr ins fsk (coro­nabe­dingt etwas spä­ter): 16. – 20. Sep­tem­ber 2020
www.achtungberlin.de

Die Fil­me außer YU GONG lau­fen in Anwe­sen­heit des Filmteams:

Sebas­ti­an springt über Geländer

Drei Lebens­ab­schnit­te auf Sebas­ti­ans Weg. Als Kind auf sich selbst gestellt, als Jugend­li­cher zwi­schen zwei Wel­ten pen­delnd und als jun­ger Mann, der sich ent­schei­den muss.
DE 2019, 70 Min., OmeU, R/B/M Cey­lan Ata­man-Che­ca D Joseph Peschko, Finn Frey­er, Ambar de la Hor­ra, Fre­de­rie­ke Mor­gen­roth K Albrecht von Grünhagen
(Do, 17.9. 18:30) [Tickets]

Yu Gong

Die Fabel des Narrs Yu Gong, der Ber­ge ver­set­zen woll­te, als Meta­pher für die kom­ple­xen sino-afri­ka­ni­schen Bezie­hun­gen, wel­che der Film in einer Rei­se durch Afri­ka dokumentiert.
DE 2019, 84 Min., OmeU, R/B/K/M/P: Dani­el Kötter
(Do, 17.9. 21:00) [Tickets]

Zustand und Gelände

Der Film han­delt von Orten, ihren Über­schrei­bun­gen durch die Zeit und wie sich poli­ti­sche Erin­ne­rungs­kul­tu­ren in sie ein­ge­schrie­ben haben; – aus­ge­hend von sog. ‘Wil­den Kon­zen­tra­ti­ons­la­gern’ der NS-Zeit.
DE 2019, 118 Min., OmeU, R/B/M/P Ute Adamc­zew­ski B André Sie­gers K Ste­fan Neuberger
(Fr, 18.9. 18:00) [Tickets]

Kunst kommt aus dem Schna­bel wie er gewach­sen ist
Der Film beglei­tet die täg­li­che Arbeit von Künstler*innen der Span­dau­er Kunst­werk­statt für Men­schen mit Behin­de­rung. Die Idee von Kunst wird ganzheitlich.
DE 2020, 106 Min., OmeU, R/K/M/P: Sabi­ne Her­pich, P: Büch­ner Filmproduktion
(Fr, 18.9. 21:00) [Tickets]

30 Jah­re, aber den Sinn des Lebens habe ich immer noch nicht rausgefunden

30 Jah­re fil­mi­sche Selbst­por­traits an jedem Geburts­tag, eine Super‑8 Rol­le pro Jahr.
DE 2019, 91 Min., R/B/K/M Jan Peters
(Sa 19.9. 18:30) [Tickets]

Träu­me von Räumen

Der Film beglei­tet die ver­blie­be­nen Bewohner*innen eines Hau­ses im Her­zen Ber­lins und stellt die Fra­ge nach Leer­stand als sub­ver­si­ven Akt gegen die Uto­pie des geord­ne­ten Raums.
DE 2019, 85 Min., OmeU, R/B/K Mat­thi­as Lint­ner K Fran­cis­co Medi­na, Matil­da Mes­ter, Car­los And­res Lopez, Chris­to­pher Aoun
(Sa 19.9. 21:00) [Tickets]

Sunbur­ned

Von ihrer Fami­lie im Spa­ni­en-Urlaub ver­nach­läs­sigt, sieht sich Clai­re mit den weit­aus grö­ße­ren Pro­ble­men des jun­gen afri­ka­ni­schen Strand­ver­käu­fers Amram konfrontiert.
DE/NL/PL 2019, 94 Min., OmeU, R/B Caro­li­na Hells­gård D Zita Gai­er, Gedi­on Odu­or Weke­sa, Sabi­ne Timo­teo, K Wojciech Sta­ron M Ruth Schönegge
(So 20.9. 18:30) [Tickets]

Sag du es mir

Sil­ke wird in Pots­dam von der Brü­cke gesto­ßen. Plötz­lich taucht ihre Schwes­ter auf. Und dann gibt es noch die Per­spek­ti­ve des Täters. Ein Ver­wirr­spiel um Opfer-und Täter­schaft, Wahr­heit und Lüge.
DE 2019, 104 Min., OmeU, R/B Micha­el Fet­ter Nathan­sky D Chris­ti­na Gro­ße, Marc Ben Puch, Gisa Fla­ke K Lean­der Ott 
(So. 20.9. 21:00) [Tickets]

JFBB – 26. Jüdisches Filmfestival Berlin & Brandenburg


Das 26. Jüdi­sche Film­fes­ti­val Ber­lin & Bran­den­burg fin­det vom 6.- 13.9.2020 statt.
Bei uns gibt es am 8. + 9. 9. aus­ge­wähl­te Vor­füh­run­gen. Mehr unter: www.jffb.de

Im fsk:  
Doppelprogramm
Masel Tov Cocktail
Zuta­ten: 1 Jude, 12 Deut­sche, 5cl Erin­ne­rungs­kul­tur, 3cl Ste­reo­ty­pe, 2 TL Patrio­tis­mus, 1 TL Isra­el, 1 Fala­fel, 5 Stol­per­stei­ne, einen Sprit­zer Anti­se­mi­tis­mus. DE 2020, 30 Min., OmU, Regie: Arka­dij Kha­et, Mickey Paatzsch, Kame­ra: Niko­laus Schrei­ber, Schnitt: Tobi­as Wie­du­wilt, mit: Alex­an­der Wertmann

The­re are no lions in Tel Aviv
Der Film erzählt die Geschich­te des Ober­rab­bi­ners der jüdi­schen Gemein­de Dän­marks, Max Shoren­stein, der als ‚Rab­bi­ner Doo­litt­le‘ bekannt wur­de. Nach sei­ner Pen­sio­nie­rung 1935 zog er nach Tel Aviv, wo er spä­ter einen Zoo für die Kin­der von Eretz Isra­el eröffnete.
IL 2019, 53 Min., hebr. OmU, Regie: Duki Dror, Kame­ra: Ron Kat­zen­el­son, Schnitt: Ron Gold­man (Di. 8.9. 19:00)


Inci­te­ment
Die Ermor­dung des israe­li­schen Pre­mier­mi­nis­ters Yitz­hak Rabin am 4. Novem­ber 1995 gilt als einer der ver­hee­rends­ten Schlä­ge gegen den Frie­dens­pro­zess zwi­schen Israe­lis und Paläs­ti­nen­sern. Der Film rekon­stru­iert die Ereig­nis­se die­ses poli­tisch ange­spann­ten Jah­res aus der Per­spek­ti­ve des Atten­tä­ters Yigal Amir,
IR 2019, 123 Min., hebr. OmeU, Regie: Yaron Zil­ber­man, Kame­ra: Amit Yasour , Schnitt: Shira Arad, Yona­tan Wein­stein, mit: Yehu­da Naha­ri Halevi
(Mi. 9.9. 19:00)