Kategorie: archiv

  • Bad Apples

    Bad Apples

    Ein Film von Jonatan Etzlerl. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    „Böse, böse, böse – aber rich­tig gut! Ein extrem span­nen­der, auf­re­gen­der, nie vor­her­seh­ba­rer Film über eine Lehrerin auf Abwegen, der zu kon­tro­ver­sen Diskussionen über Schule, Kindererziehung und aktu­el­le gesell­schaft­li­che Umbrüche gera­de­zu ein­lädt – gut so!“ Gaby Sikorski | Filmstarts.de

    Nach einem schwe­di­schen Roman (De Oönskade [deutsch: Die Unerwünschten] von Rasmus Andersson) vom schwe­di­schen Regisseur Jonatan Etzler im Herzen Englands gedreht, ver­ei­nigt Bad Apples den schwar­zen Humor bei­der Länder, und stellt zudem die auch hier wie­der groß­ar­ti­ge irisch-ame­ri­ka­ni­sche Schauspielerin Saoirse Ronan in den Mittelpunkt. Sie spielt Maria Spencer, eine jun­ge und enga­gier­te Lehrerin, die ihren Job mag und mit den bes­ten Absichten ans Werk geht. Es könn­te alles gut sein, gäbe es in ihrer Klasse nicht das „Problemkind“ Danny. Der Junge könn­te Benni aus Systemsprenger das Wasser rei­chen. Die Schuldirektorin ver­tritt hier aller­dings die wenig hilf­rei­che Ansicht, Maria müs­se qua Ausbildung der Sache gewach­sen sein, und droht mit Entlassung. Nach einer Auseinandersetzung und durch eine Verkettung ver­schie­de­ner Umstände lan­det der 10-jäh­ri­ge im Keller von Marias Haus. Sie beschließt, ihn dort ein­ge­sperrt zu las­sen, bis … ja …bis? Indes, wäh­rend der ver­schwun­de­ne Danny noch lan­ge über­all gesucht wird, blüht Marias Klasse auf. Ohne den Störenfried kom­men unge­ahn­te Talente der ande­ren Kinder ans Licht und schei­nen auch auf die Lehrerin. Zudem sieht es für Maria so aus, als kön­ne sich sich auch Danny mit dem immer bes­ser aus­ge­stat­te­ten Kellerraum samt Privatunterricht anfreun­den. Plötzlich und uner­war­tet steht eines Tages jedoch eine neue und gefähr­li­che Herausforderung vor ihrer Tür, und es wird nicht die letz­te Überraschung gewe­sen sein.
    Die tief­schwar­ze Komödie für Lehrerinnen und Lehrer und die, die es wer­den wol­len, für Schülerinnen und Schüler, und alle, die es mal waren, und für deren Eltern … und alle krie­gen ihr Fett weg.

    Credits:

    GB 2026 , 100 Min., eng­lisch mit deut­schen Untertiteln
    Regie: Jonatan Etzler
    Drehbuch: Jess O’Kane
    Kamera: Nea Asphäll
    Schnitt: Robert Krantz
    mit: Saoirse Ronan, Jacob Anderson, Eddie Waller, Nia Brown

    Trailer:
    eng­li­scher OmU Trailer
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  • Bagger Drama

    Bagger Drama

    Ein Film von Piet Baumgartner. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Am Anfang tan­zen die Bagger. Es ist ein etwas behä­bi­ger, aber auch ein wenig melan­cho­li­scher, viel­leicht ein vor­sich­ti­ger und zärt­li­cher Tanz, wie Elefanten es machen wür­den? Eine Metapher für die Umgangsweise einer Familie mit dem Tod eines Mitglieds? Doch eher wie ein Wunsch so mit der Trauer umge­hen zu kön­nen, wie die­se Maschinen?!
    Eine Familie lebt und arbei­tet im gemein­sa­men Familienbetrieb, der Bagger ver­mie­tet, ver­kauft und repa­riert. Während sie mit dem Alltag und den Anforderungen des Geschäfts beschäf­tigt sind, fällt es ihnen schwer, offen über Gefühle, Liebe und Intimität zu spre­chen. Als ihre Tochter bei einem Unfall töd­lich ver­un­glückt, gerät das Leben der Familie aus den Fugen. Der Sohn fühlt sich unver­stan­den und zieht es vor, in die USA zu gehen, statt den Betrieb zu über­neh­men. Der Vater sucht Ablenkung und ver­liebt sich in die neue Chorleiterin, wäh­rend die Mutter iso­liert mit dem Hund im Haus zurück­bleibt. Die Trauer führt zu Sprachlosigkeit, Missverständnisse häu­fen sich und ent­la­den sich in Wut und Konflikte. Bagger Drama erzählt von einer Familie, die trotz aller Herausforderungen ver­sucht, mit Verlust, Liebe und Schmerz umzu­ge­hen – ein berüh­ren­der Heimatfilm über Menschen, die suchen, Maschinen, die uner­müd­lich wei­ter­ar­bei­ten und über Familie, die viel­leicht befremd­lichs­te, sicher­lich aber die schmerz­haf­tes­te unter den Institutionen.

    „Eine Familie scheint unzer­stör­bar, aus­ser sie tut es selbst. Ich bin erstaunt
    und fas­zi­niert zugleich, wie wenig man inner­halb einer Familie aus­zu­spre­chen ver­mag, was einem am meis­ten beschäf­tigt. Dort, wo ich her­kom­me, wer­den Probleme nicht bespro­chen, man macht sol­che Dinge mit sich selbst aus.
    Mein Weg raus aus die­sem Familien-Vakuum ist das Erzählen. Interessanterweise wird die Geschichte weder bes­ser noch schlech­ter, aber das Erzählen schafft eine Distanz. So kann ich als Beteiligter selbst auf die Geschichte schau­en. Dann kann die Verarbeitung begin­nen. Es ist mei­ne bis­her per­sön­lichs­te Arbeit.” Piet Baumgartner

    Credits:

    CH 2024, 96 min., Schweizerdeutsch, Englisch OmU,
    Regie: Piet Baumgartner
    Kamera:
    Pascal Reinmann
    Montage: Tania Stöcklin
    mit: Bettina Stucky, Phil Hayes, Vincent Furrer, Maximilian Reichert, Karin Pfammatter, Ramona Saluz, Nathanael Schaer u.v.a.

    Trailer:
    Bagger Drama – Trailer (EN)
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  • Das unmögliche Bild

    Das unmögliche Bild

    Ein Film von Sandra Wollner. Am 22. & 23.8. im fsk.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Ein schein­bar gewöhn­li­ches Familienleben in Österreich nach dem Zweiten Weltkrieg. Johanna über­nimmt die alte Super-8-Kamera ihres Vaters und beob­ach­tet ihre Verwandten: ihre klei­ne Schwester, Hund Cora, die Mutter, ihre Großeltern und vor allem die vie­len Frauen, die sich schnaps­t­rin­kend und rau­chend immer wie­der zu „Omas Kochklub“ in ihrer Wohnung ver­sam­meln. Nur: Gekocht wird nur hei­ßes Wasser, das in ver­bor­ge­ne Räume getra­gen wird, denn die Familie hütet ein Geheimnis.

    Credits:

    DE/AT 2016 , 70 Min., deut­sche Fassung
    Regie: Sandra Wollner
    Kamera:
    Timm Kröger
    Schnitt: Stephan Bechinger
    mit: Alexander E. Fennon, Isabel Schmidt, Mira Reisinger, Isabella Simon

    Trailer:
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  • filmPOLSKA 2026

    filmPOLSKA 2026

    Auch in die­sem Jahr lädt das größ­te Festival des pol­ni­schen Films außer­halb Polens dazu ein, die Vielfalt des pol­ni­schen Kinos zu ent­de­cken – mit aktu­el­len Spiel‑, Dokumentar- und Kurzfilmen, Filmgesprächen mit inter­na­tio­na­len Gästen, span­nen­den Sonderprogrammen sowie zahl­rei­chen Begegnungen rund um den pol­ni­schen Film. Im fsk zei­gen wir die Wettbewerbsfilme und 2 Specials:

    [Trailer]

    Silver

    PL/FI/NO 2025, 78 min, Original mit deut­schen und eng­li­schen Untertiteln R/B: Natalia Koniarz / K: Stanisław Cuske / S:
    Yael Bitton / M: Yngve Leidulv Sætre, Marcin Lenarczyk

    Unmengen von Silber sind im Laufe von fünf Jahrhunderten aus dem Berg Cerro Rico geholt wor­den. Der boli­via­ni­schen Stadt Potosí an sei­nem Fuß bescher­te er gro­ßen Reichtum, aber auch unzäh­li­ge Opfer. Heute gleicht der aus­ge­wei­de­te Berg einem zer­lö­cher­ten Käse, nur noch weni­ge Todesmutige – oder Verzweifelte – wagen sich in die brü­chi­gen Stollen. Sie haben weder moder­ne Technik noch Versicherungsschutz oder ein Gesundheitssystem. Die Polizei hat sich zurück­ge­zo­gen, die Gegend ist gefähr­lich und kri­mi­nell, das Wasser ver­seucht. Viele der Bergleute sind min­der­jäh­rig, kaum jemand erlebt sei­nen 40. Geburtstag.
    In ihrer für ein Debüt ent­waff­nend rei­fen Milieustudie schickt uns Natalia Koniarz mit­ten hin­ein in die­se lebens­feind­li­che Umgebung, in der sich vie­les von dem spie­gelt, was in der Weltwirtschaft schief­läuft. Sie nimmt uns mit in klaus­tro­pho­bi­sche Schächte, wo stän­dig das Dynamit kracht, in not­dürf­tig zusam­men­ge­zim­mer­te Hütten ohne Strom, ins Bordell und aufAbraumhalden, die zu Spielplätzen wer­den. Im Fokus ste­hen dabei Kinder, die in die­se Bedingungen hin­ein­ge­bo­ren wur­den und schon bei ihrer Geburt eigent­lich kei­ne Zukunft hat­ten. Wir tau­meln ohne Chronologie und räum­li­che Orientierung durch die bedroh­li­che Szenerie und ahnen, dass auch wir Schuld dar­an tra­gen. [Rainer Mende]

    10.09. / 20:00 / fsk Kino / zu Gast: Natalia Koniarz
    [Tickets]

    Miasto, któ­re wyjechało / The Town That Drove Away 

    PL 2025, 70 min, Original mit deut­schen und eng­li­schen Untertiteln , R/B/K: Natalia Pietsch, Grzegorz Piekarski / S: Alan Zejer, Michał Buczek / M: Jozef van Wissem, Ali Ayhan

    Die uralte Stadt Hasankeyf am Tigris in der schrof­fen Berglandschaft Nordkurdistans beher­bergt eine alte Festung. Auch ihre Höhlen sind von hohem kul­tur­his­to­ri­schen Wert. Aber immer wie­der erschüt­tert lau­tes Krachen den Ort – nicht von Schüssen, son­dern von Sprengungen. Die tür­ki­sche Regierung hat beschlos­sen, einen rie­si­gen Staudamm zu errich­ten, der lang­sam die Stadt über­flu­ten wird.
    Allmählich erlischt das Leben, Stück für Stück wer­den Bauwerke abge­tra­gen und die Bewohnerinnen eva­ku­iert. Ein paar Kilometer ent­fernt war­tet eine nagel­neue Stadt auf sie – durch­ge­plant und effi­zi­ent, aber geschichts- und see­len­los. Dorthin sol­len auch der Friseur Burak mit sei­nem gehör­lo­sen Vater und die jun­ge Rengin zie­hen, die von einem Studium weit weg träumt. Sie gehö­ren zu den letz­ten, die noch in Hasankeyf aus­har­ren, wäh­rend neben­an die Bagger die his­to­ri­sche Bausubstanz zer­le­gen. Die Regisseurinnen prä­sen­tie­ren kein poli­ti­sches Pamphlet über die vor­sätz­li­che Zerstörung von Natur und Kultur, son­dern ein fein­füh­li­ges Porträt von Menschen, deren ver­trau­te Umgebung ein­fach ver­schwin­det. Mit sta­ti­scher Kamera und dezent ein­ge­setz­ter Musik sam­meln sie wie bei­läu­fig klei­ne Details, die gemein­sam eine gro­ße Geschichte erzäh­len. [Rainer Mende]

    11.09. / 20:00 / fsk Kino / zu Gast: Natalia Pietsch & Grzegorz Piekarski
    [Tickets]

    :
    Powiedz mi, co czu­jesz / Tell Me What You Feel

    PL 2026, 102 min, OmeU R: Łukasz Ronduda / B: Łukasz Ronduda, Agata K. Koschmieder / K: Weronika Bilska / S: Agata Cierniak D: Jan Sałasiński, Izabella Dudziak, Anita Poddębniak, Adam Szyszkowski, Aleksandra Justa, Andrzej Konopka u. a.

    Patryk kommt vom Dorf, wo sei­ne bet­tel­ar­men Eltern sich auf einem her­un­ter­ge­kom­me­nen Bauernhof mit Schrottverkauf über Wasser hal­ten. Aber er will nicht Bauer wer­den – er quar­tiert sich in Warschau in einem bil­li­gen Zimmer ein, trägt knall­bun­te Second-Hand-Klamotten und ver­sucht, als Künstler Fuß zu fas­sen.
    Eines Tages gerät er in eine Performance-Ausstellung, wo Maria den Besucherinnen Tränen abkauft und die­se aus­stellt. Sie stammt aus einem rei­chen Großstadt Elternhaus – doch bei einem Rollenspiel zeigt sich, dass Maria eben­so wie der trä­nen­lo­se Patryk schwer von Traumata belas­tet ist. In man­cher Hinsicht sind sie Seelenverwandte. Ihre Beziehung ent­wi­ckelt sich zu einer Berg-und-Tal-Bahn, die auf sozia­ler, ero­ti­scher, emo­tio­na­ler und künst­le­ri­scher Ebene zu einer Zerreißprobe wird. Erneut gelingt Łukasz Ronduda das Meisterstück, künst­le­ri­sche Fragestellungen und rea­le Kunstwerke schlüs­sig in eine Filmhandlung ein­zu­bet­ten, so dass weder der Diskurs zu ver­kopft noch die Kunst bana­li­siert wird. Nachdem er in „Heart of Love” (2017) bereits ein Künstlerpaar por­trä­tier­te, bringt er nun in eine Beziehungsgeschichte noch den Aspekt des Klassismus ein. Dabei greift er erneut auf rea­le Vorbilder zurück – Patryks Vorbild ist der Künstler Patryk Różycki, für die Figur der Maria war die bil­den­de Künstlerin Karolina Balcer Patin. [Rainer Mende] 

    12.09. / 15:00 / fsk Kino / zu Gast: Andrzej Konopka
    [Tickets]

    Capo / Permit

    PL 2025, 90 min, Original mit deut­schen und eng­li­schen Untertiteln, R: Robert Kwilman / B: Robert Kwilman, Malwina Górecka, Kirk Kjeldsen / K: Kasper Lorek / S: Ming-Wei Chiang D: Daniel Felipe, Jimenez Vaquez, Ivan Sharan, Josiana Costales, Justa Beatriz Blanco Rojas, Alejandra, Herrera, Victor Venecia Fuentes, Gerson Isai Lam Lopez, Sebastian Stankiewicz, Michał Balicki u. a.

    Eine Gruppe von Frauen und Männern aus Lateinamerika wird mit einem klei­nen Bus irgend­wo in die pol­ni­sche Provinz gefah­ren. Dort hält man ihnen Verträge unter die Nase, deren Sprache sie nicht ver­ste­hen und in denen die zu Hause ver­spro­che­nen 3.500 Dollar plötz­lich zu 3.500 Złoty gewor­den sind. Schlimmer noch: Sie müs­sen ihre Reisepässeabgeben und statt in einem Hotel zu arbei­ten, ver­pflich­ten sie sich mit die­sen Verträgen zur mono­to­nen, auf­rei­ben­den Arbeit in einer Fleischerei. Für das schä­bi­ge Wohnheim wird ihnen zusätz­lich Geld abge­knöpft, Arbeitsschutz ist ein Fremdwort. Was als Aufenthalt zum Geldverdienen geplant war, fühlt sich bald an wie ein Gefängnis mit Zwangsarbeit.
    Robert Kwilman erweckt das Sozialkino à la Ken Loach wie­der zum Leben und setzt des­sen Mittel gekonnt ein. Im Stil eines Dokumentarfilms, mit wacke­li­ger Handkamera, ohne Musik oder künst­li­ches Licht lässt er uns so nah wie mög­lich an die tra­gi­schen Helden des Films her­an­rü­cken, die sich bald die Frage stel­len: Sollen sie die him­mel­schrei­en­de Ungerechtigkeit still ertra­gen, rebel­lie­ren oder flie­hen? Ohne Beschönigungen zeigt Kwilman ein Polen, das vom Auswanderungs- zum Einwanderungsland gewor­den ist, mit all sei­nen Schattenseiten. [Rainer Mende]

    12.09. / 20:00 / fsk Kino / zu Gast: Robert Kwilman
    [Tickets]

    Dziecko z pyłu / Child of Dust / Kinder des Staubs

    PL/VN/CH/CZ/QA 2025, 93 min, Original mit deut­schen und eng­li­schen Untertiteln, R/B: Weronika Mliczewska / K: Mikael Lypinski / S: Marcin Sucharski, Mateusz Romaszkan / M: Joaquin Garcia

    Sang ist ein „Staubkind” – er hat eine viet­na­me­si­sche Mutter und einen US-ame­ri­ka­ni­schen Vater, der nach Ende des Vietnamkriegs das Land ver­ließ und seit­dem ver­schwun­den ist. Als vater­lo­ses Kind gemisch­ter eth­ni­scher Abstammung fühl­te sich der Slum-Bewohner und Analphabet Zeit sei­nes Lebens aus­ge­grenzt und leb­te stets in pre­kä­ren Verhältnissen. Aber er hat den Kampf um ein wür­de­vol­les Leben nicht auf­ge­ge­ben – sei es durch die Gründung einer Familie, sei es durch die Suche nach sei­nem Vater. Und selbst im Dokumentarfilm gesche­hen manch­mal Wunder: Ein Gentest führt Sang zu sei­nem Vater, des­sen Kinder in den USA bis­her nichts von ihrem Bruder in Vietnam wuss­ten. Über alle Kultur- und Sprachgrenzen hin­weg tre­ten sie in Kontakt und haben bald ein gemein­sa­mes Projekt: Sang in die Vereinigten Staaten zu holen, damit er sei­ner zwei­ten Familie nahe sein und irgend­wann Frau und Tochter nach­ho­len kann. Weronika Mliczewska hat mit ihrem ers­ten Film in Kinolänge selbst ein klei­nes Wunder voll­bracht. Erstaunlich nah kommt sie ihren Protagonistinnen und doku­men­tiert mit der Kamera eine Mischung aus Drama, Krimi und Familientragödie, die vor außer­ge­wöhn­li­chen Szenen und über­ra­schen­den Wendungen nur so strotzt. Dabei the­ma­ti­siert sie in atem­lo­sem Tempo Fragen nach Heimat, sozia­lem Gefüge, Schuld, Verantwortung und Buße. [Rainer Mende]

    13.09. / 15:00 / fsk Kino / zu Gast: Weronika Mliczewska
    [Tickets]

    Dom Dobry / Home Sweet Home

    PL 2025, 107 min, Original mit deut­schen und eng­li­schen Untertiteln R/B: Wojciech, Smarzowski / K: Paweł Tybora / S: Krzysztof Komander / M: Mikołaj Trzaska, D: Agata, Turkot, Tomasz Schuchardt, Agata Kulesza, Maria Sobocińska, Łukasz Gawroński, Arkadiusz Jakubik, Magdalena Smalara, Julia Kijowska, Andrzej Konopka u. a.
    Die nicht mehr blut­jun­ge Gośka hält es kaum noch bei ihrer bies­ti­gen Mutter aus, die selbst zu Weihnachten nicht auf­hö­ren kann, zu sau­fen und an ihrer Tochter her­um­zu­nör­geln. Zum Glück taucht der kul­ti­vier­te Grzesiek auf, der mit bei­den Beinen fest im Leben steht. Als es zu Hause wie­der kracht, packt Gośka kurz­ent­schlos­sen ihre Koffer und zieht bei ihm ein.
    Schlagartig scheint sich alles zum Guten zu wen­den – sie berei­sen gemein­sam die Welt, auf den Heiratsantrag in Venedig fol­gen die Hochzeit und die Geburt einer Tochter. Doch die häus­li­che Idylle ent­wi­ckelt sich suk­zes­si­ve zum Albtraum. Denn in den eige­nen vier Wänden wird Grzesiek zum Tyrannen, der vor psy­chi­scher und phy­si­scher Gewalt nicht zurück­schreckt.
    Smarzowski schafft es auch mit sei­nem neun­ten Kinofilm wie­der auf beein­dru­cken­de Weise, Kritikerlob und Preise ein­zu­sam­meln, gleich­zei­tig die Kinokassen klin­geln zu las­sen und auch noch eine gesell­schaft­li­che Debatte anzu­sto­ßen. Dabei erweist er sich gemein­sam mit Krzysztof Komander wie­der als Meister am Schneidetisch und bewäl­tigt – auch dank der Leistungen von Agata Turkot und Tomasz Schuchardt als Gośka und Grzesiek – den Spagat zwi­schen all­ge­mein zugäng­li­chem Drama und anspruchs­vol­lem Autorenfilm. [Rainer Mende]

    13.09. / 20:00 / fsk Kino / zu Gast: Wojciech Smarzowski
    [Tickets]

    Królestwo / Kingdom / Königreich 

    PL 2025, 112 min, Original mit deut­schen und eng­li­schen Untertiteln, R/B: Michał Ciechomski / K: Paweł Grabarek / S: Agnieszka Białek-Zaborowska / M: Lubomir Grzelak D: BartoszMikulak, Julian Świeżewski, Jacek Poniedziałek, Aleksander Kaleta, Dawid Piejko, Mateusz Łasowski, Michał Włodarczyk u. a.

    Das Polen der Gegenwart ist Kriegsgebiet. Warschaus Wolkenkratzer sind durch­lö­chert, die Straßen vol­ler Leichen und zer­schos­se­ner Autos, die Regierung ist abge­taucht und die Zivilbevölkerung ver­sucht aus dem Land zu flie­hen, wäh­rend die „Neobarbaren” wei­ter angrei­fen.
    Nachdem auch er sei­ne Arbeit ver­liert, will Dawid sich eigent­lich mit sei­nen Eltern ins
    Ausland schleu­sen las­sen. Dann aber folgt er sei­nem Bruder zu den „Schwarzen Spinnen” – einer dubio­sen, straff hier­ar­chisch orga­ni­sier­ten Gruppe mar­tia­lisch auf­tre­ten­der Skinheads, die sub­til homo­ero­ti­sche Züge trägt. Sie schei­nen die letz­ten zu sein, die sich den Invasoren noch ent­ge­gen­stel­len und sich mit klei­nen mili­tä­ri­schen Aktionen auf die letz­te Schlacht vor­be­rei­ten.
    Michał Ciechomskis Langfilm-Debüt ist Filmkunst pur. In sei­ner vir­tu­os aus­ge­form­ten Dystopie ist kei­ne Plansequenz gewöhn­lich, jede von Paweł Grabareks Kameraeinstellungen trägt eine ori­gi­nel­le Idee in sich. Auch die expe­ri­men­tel­le Soundregie von Jacek Hamela folgt kon­se­quent einem krea­ti­ven Prinzip. Diese Kriegsvision ist kein hel­den­haf­tes Actionkino, son­dern eine audio­vi­su­el­le Herausforderung, wel­che das Zerfallen einer Ordnung nahe­zu kör­per­lich erfahr­bar macht. [Rainer Mende]

    14.09. / 20:00 / fsk Kino / zu Gast: Michał Ciechomski
    [Tickets]

    LARP. Miłość, trol­le i inne ques­ty / LARP

    PL 2025, 90 min, Original mit deut­schen und eng­li­schen Untertiteln, R: Kordian Kądziela / B: Kordian Kądziela, Michał Wawrzecki / K: Cezary Stolecki / S: Magdalena Chowańska / M: Jan Sanejko D: Filip Zaręba, Martyna Byczkowska, Hubert Łapacz, Mikołaj Chilimończyk, Maciej Bisiorek, Agnieszka Rajda, Andrzej Konopka, Edyta Olszówka, Michał Balicki, Bartłomiej Topa u. a.

    Die nie­der­schle­si­sche Provinz ist für Heranwachsende nicht unbe­dingt reich an Attraktionen. Aber ihre Waldgebiete sind die per­fek­te Kulisse für aus­ufern­de Live-Rollenspiele. Es ist sicher kein Zufall, dass ihr Idol, der gefei­er­te Fantasy-Autor Lacroix, aus­ge­rech­net aus ihrem Kaff kommt.
    Die schwers­ten Schlachten muss der puber­tie­ren­de, schlak­si­ge und wenig selbst­si­che­re Sergiusz aber im Alltag schla­gen. Vom Sohn des Dorfkrösus wird er pau­sen­los drang­sa­liert, sein allein­er­zie­hen­der Vater wür­de ihn ger­ne zum Leistungssportler hoch­züch­ten und die schö­ne Helena, die auf ein­mal in der Schule auf­taucht, sucht sich die fal­schen Freunde.
    Kordian Kądzielas von der Kritik gefei­er­ter Publikumserfolg hat alles, was ein klas­si­scher Coming-of-Age-Film braucht – sozia­le Konflikte, eine Liebesgeschichte und eine ordent­li­che Dosis jugend­li­chen Übermuts. Was ihn beson­ders macht, ist neben etli­chen ori­gi­nel­len visu­el­len Einfällen (u. a. einem inkon­se­quen­ten Neunzigerjahre-Setting) und diver­sen augen­zwin­kern­den Seitenhieben auf die LARP- und Fantasy-Szene ein gran­dio­s­auf­spie­len­der Andrzej Konopka, der für sei­ne Rolle als über­for­der­ter Vater und Provinz-Polizist mehr­fach aus­ge­zeich­net wur­de. [Rainer Mende]

    15.09. / 20:00 / fsk Kino
    [Tickets]

    Nie ma duchów w mieszka­niu na Dobrej / No Ghosts On Good Street / Es gibt kei­ne
    Geister in der Wohnung in der Guten Straße

    PL 2025, 90 min, Original mit deut­schen und eng­li­schen Untertiteln, R: Emi Buchwald / B: Emi Buchwald, Karol Marczak / K: Tomasz Gajewski / S: Anna Łuka / M: Katarzyna Gawlik, Jerzy Rogiewicz D: Bartłomiej Deklewa, Izabella Dudziak, Tymoteusz Rożynek, Karolina Rzepa, Piotr Napierała, Daria Muszyńska, Andrzej Kłak, Gabriela Arak, Aleksander Janiszewski, Krzysztof Drozdowski u. a.

    Langsam wan­dert die Kamera durch möblier­te Räume, man hört Geräusche aus einer weit zurück­lie­gen­den Vergangenheit, die Altbau-Wohnung scheint leer zu ste­hen. Doch da sitzt jemand auf dem Fensterbrett – es ist ein Nachtmahr, eine mythi­sche Figur, die sich den Menschen nachts auf die Brust setzt und ihnen die Luft abdrückt.
    Die Anwesenheit die­ses Nachtmahrs spü­ren die vier grund­ver­schie­de­nen Geschwister
    deut­lich. Ihnen gehört die­se Wohnung, obwohl nur einer von ihnen noch dort lebt. Aber nicht Phantasiefiguren sind es, die ihnen die Luft abdrü­cken, son­dern ganz kon­kre­te Sorgen, die jun­ge Menschen auf der Suche nach einem Platz im Leben in einer Großstadt wie Warschau umtrei­ben – toxi­sche Beziehungen, Panikattacken, Bindungsangst. Mit erfri­schen­der Beiläufigkeit und für ein Debüt erstaun­li­cher dra­ma­tur­gi­scher Reife hält Emi Buchwald ihren Finger an den Puls einer Generation, in der jeder mit sei­nen eige­nen Dämonen kämpft. Womöglich ist die­ser Kampf nur auf eine Weise zu gewin­nen – in der Gruppe, oder bes­ser noch: als Familie. Die Alltagsnähe, die sich auch in der für die Gen Z typi­schen Sprache mani­fes­tiert, die Mischung aus Tragik und Komik sowie eine dezent ein­ge­setz­te Dosis Metaphysik wir­ken in den Augen deut­scher Zuschauer*innen wie eine gelun­ge­ne Mischung aus „Der Nachtmahr” von AKIZ und „3 Zimmer/Küche/Bad” von Dietrich Brüggemann. [Rainer Mende]

    16.09. / 20:00 / fsk Kino
    [Tickets]

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  • Schwarzers Kosmos

    Schwarzers Kosmos

    Ein Film von Klaus Martens. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Der Düsseldorfer Künstler Bernd Schwarzer hat sich mit Haut und Haaren einem Gesamtkunstwerk ver­schrie­ben. Schwarzer nennt es das „Europa Kunstwerk“. Solcher Art poli­tisch auf­ge­la­den hän­gen sei­ne Bilder nicht nur in den Museen, son­dern im Schloss Bellevue beim Deutschen Bundespräsidenten, im Bundestag oder dem­nächst im Europäischen Parlament. Wenngleich Schwarzers pas­to­se Technik, sei­ne hand­werk­li­chen Qualitäten ein­zig­ar­tig sind – man­che behaup­ten gar, er sei geni­al – ent­glei­tet ihm die Kontrolle über sich und sei­ne Kunst. Schwarzer stra­pa­ziert die Geduld sei­ner Sammler und Galeristen und treibt die, die an ihn glau­ben, in schie­re Verzweiflung. Dem Künstler scheint jedes Maß für sich und sei­ne Kunst ver­lo­ren zu gehen.

    Der Film „Schwarzers Kosmos“ ist das Sittenbild eines exzen­tri­schen Kunstmarktes mit all den dazu­ge­hö­ri­gen Klischees von Unangepasstheit, Freiheit, Genie und Wahnsinn. Am Ende des Films geht es nur noch um die Frage, ob der Künstler selbst die­sen Wahnsinn über­ste­hen wird.

    Credits:

    DE 2026, 90 Min., deut­sche OmeU
    Regie: Klaus Martens
    Kamera: Frederik Walker, Frank Kranstedt
    Schnitt: Fabian Oberhem

    Trailer:
    SCHWARZERS KOSMOS – Offizieller Trailer

    im Kino mit deut­schen Untertiteln.

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  • Evidence

    Evidence

    Ein Film von Lee Anne Schmitt. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Ein lie­be­vol­ler Vater, der von sei­nen Geschäftsreisen typi­sche Puppen aus aller Welt als Geschenk mit­bringt, und was macht die Tochter, wenn sie erwach­sen ist und erkennt, für welch‚ umwelt­schä­di­gen­de und poli­tisch ein­fluss­rei­che Firma der Vater arbei­te­te? Lee Ann Smitt macht einen Essayfilm. Arbeitgeber ihres Vaters war die Olin Corporation, lang­jäh­ri­ger Hersteller von Munition und Chemikalien und damit ver­ant­wort­lich für unglaub­li­che Umweltverseuchungen, und nicht nur das. Die ange­schlos­se­ne Foundation trieb zwi­schen den 1970ern und 2000ern mit Millionenspenden kon­ser­va­ti­ve Inhalte vor­an und hat­te zusam­men mit gleich­ge­sinn­ten Think Tanks tief­grei­fen­den Einfluss auf Amerikas Politik und gesell­schaft­li­che Werte. Der Film, der zugleich eine Darstellung des moder­nen ame­ri­ka­ni­schen Konservatismus ist (von Medienkritikern bis hin den Richtern am Obersten Gerichtshof), wird durch zeit­ge­nös­si­sches Filmmaterial unter­malt, das durch­aus scho­ckie­rend wirkt. „Die Vereinigten Staaten basie­ren auf gehei­men Plänen und Hinterzimmerabsprachen, und ob man von die­sen Vereinbarungen pro­fi­tiert oder dar­un­ter lei­det, ist rei­ne Glückssache.“ NYFF Die Frage aber ist: nur dort?

    Evidence
    Credits:

    US 2025 , 76 Min., Englisch mit deut­schen Untertiteln
    Regie, Kamera, Schnitt: Lee Anne Schmitt 

    Trailer:
    „Evidence” | Clip | Berlinale 2025

    im Kino mit deut­schen Untertiteln.

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  • Ghost School

    Ghost School

    Ein Film von Seemab Gul. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    In ihrem Regiedebüt nimmt sich Seemab Gul Zeit, für Blicke, Gesten und Stimmungen, und erzählt in wun­der­schö­nen Bildern die Geschichte eines paki­sta­ni­schen Mädchens, das mehr wis­sen will und sich nicht schnell zufrie­den gibt.
    Weil die ein­zi­ge Schule des Ortes angeb­lich ver­flucht und der Lehrer von einem Dschinn beses­sen ist, fällt der Unterricht auf lan­ge Sicht aus. Die Jungen aus dem Dorf kön­nen ins Nachbardorf zum Unterricht fah­ren, die 10-jäh­ri­ge Rabia hat die­se Option nicht. Sie will ler­nen, kann sich des­halb nicht mit der Schließung abfin­den und beginnt, auf eige­ne Faust nach­zu­for­schen. Erst geht sie zum Lehrer, dann zum Wachmann und zum Dorfvorsteher und immer wei­ter. Befriedigende Antworten bekommt sie nicht, aber stets neue Erkenntnisse. Angelehnt an Wo ist das Haus mei­nes Freundes des Iraners Kiarostami erzählt der Film in Etappen vom Leben in Pakistan, einem ande­ren reli­giö­sen, patri­ar­cha­li­schen Land, vor allem aber von dor­ti­gen Klassenunterschieden, Machtmissbrauch und der Herrschaft des Geldes.
    „ … Außerdem ver­weist der Film (schon im Titel) auf das tat­säch­lich exis­tie­ren­de Problem der Geisterschulen und Geisterkrankenhäuser in dem süd­asia­ti­schen Land. Viele tau­send, einst als öffent­li­che oder kom­mu­na­le Einrichtungen geplan­te Gebäude ste­hen in Pakistan leer oder ver­wahr­lo­sen halb­fer­tig in der Einöde. Korruption, feh­len­de staat­li­che Kontrollen und die Machtinteressen loka­ler Großgrundbesitzer sind die Ursachen. Gul benennt die­ses sys­te­mi­sche Versagen unmiss­ver­ständ­lich.“
    Björn Schneider, programmkino.de

    Credits:

    PK, DE, SA 2025 , 88 Min., Urdu mit deut­schen Untertiteln
    Regie: Seemab Gul
    Kamera: Zamarin Wahdat
    Schnitt: Alexandra Strauss, Raluca Petre
    mit: Nazualiya Arsalan, Samina Seher, Adnan Shah Tipu, Vajdaan Shah, Muhammad Zamaan

    Trailer:
    Ghost School | offi­zi­el­ler deut­scher Trailer (OmU)
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  • Vaterland

    Vaterland

    Ein Film von Paweł Pawlikowski. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    „Wie mei­ne frü­he­ren Filme beschäf­tigt sich auch VATERLAND mit den Wirren der Geschichte, mit dem Exil und mit unse­rem tie­fen Bedürfnis nach Heimat und zuge­hö­rig­keit. Außerdem ver­bin­det der Film einen dra­ma­ti­schen his­to­ri­schen Moment
    mit einer ganz beson­de­ren per­sön­li­chen Geschichte. Doch wäh­rend die Figuren in IDA und COLD WAR fik­tiv waren, ste­hen im Mittelpunkt von VATERLAND die his­to­ri­schen Persönlichkeiten Thomas Mann und sei­ne eigen­sin­ni­gen ältes­ten Kinder Erika und Klaus, die in ein kom­ple­xes, fami­liä­res Dreiecksdrama ver­strickt sind.
    Um das Persönliche und das Historische auf ergrei­fen­de und sich gegen­sei­tig berei­chern­de Weise mit­ein­an­der zu ver­bin­den, haben wir uns eini­ge Freiheiten hin­sicht­lich der his­to­ri­schen Fakten und ihrer Chronologie genom­men. Dabei
    haben wir uns bemüht, der emo­tio­na­len und intel­lek­tu­el­len Wahrheit der Geschichte treu zu blei­ben.
    Manns Rückkehr nach Deutschland im Jahr 1949 und sein Versuch, die Teilung und die zuneh­men­de ideo­lo­gi­sche Polarisierung sei­nes Landes zu über­win­den, haben offen­sicht­li­che Parallelen zur heu­ti­gen Zeit. Das alte Paradigma ist tot, die alten Regeln gel­ten nicht mehr, und an deren Stelle ent­ste­hen zwei kru­de, sich gegen­sei­tig aus­schlie­ßen­de Narrative. Narrative, die alles ver­all­ge­mei­nern, die den Sauerstoff aus der Luft zie­hen, die einen in die Ecke drän­gen und dazu nöti­gen, Partei zu ergrei­fen und es lang­sam unmög­lich machen, klar zu sehen und frei zu spre­chen. Die ein­zi­ge Abwehr gegen die­se ideo­lo­gi­sche Reduktion war für Mann die Kunst – der „poe­ti­sche Blick“, den er in einer sei­ner Reden erwähnt, das offe­ne Auge für die Komplexität und die Paradoxien des Lebens.
    VATERLAND ver­eint vie­le Elemente, erzählt dabei mit einer ein­fa­chen und ver­dich­te­ten Filmsprache, ent­fal­tet sich in ein­dring­li­chen Bildern und prä­gnan­ten Szenen und lässt dem Publikum Raum zum Fühlen und Nachdenken.” (Pawel Pawlokowski)

    Credits:

    PL/DE/IT/FR 2026 , 82 Min. deutsch, eng­lisch, rus­si­sche OmU
    Regie: Paweł Pawlikowski
    Kamera: Łukasz Żal
    Schnitt: Piotr Wójcik, Paweł Pawlikowski
    mit: Hanns Zischler, Sandra Hüller, August Diehl, Devid Striesow, Joachim Meyerhoff, Fritzi Haberlandt, Milan Peschel

    Audiodeskriptionen, Untertitel und Hörverstärkung mit der Greta App

    Trailer:
    Kinotrailer „Vaterland” – Kinostart 3. September 2026
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  • Chihiros Reise ins Zauberland

    Chihiros Reise ins Zauberland

    Ein Film von Hayao Miyazaki.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Die klei­ne Chihiro muss, um ihre gie­ri­gen, und des­halb ver­hex­ten, Eltern zu befrei­en, in der Zwischenwelt im Badehaus der Hexe Yubaba arbei­ten, das auch von allen mög­li­chen Göttern, Natur- und Haus- geis­tern besucht wird. Eine rie­si­ge Herausforderung für das Mädchen, für uns aber eine Fahrt durch einen atem­be­rau­ben­den Anime-Kosmos in eine hoch­kom­ple­xe und hin­ter­grün­di­ge magi­sche Welt. Wahrlich ein Märchen, denn es geht dar­um, dem Konkurrenzkampf den Rücken zu keh­ren und eine ande­re Art der Selbstverwirklichung anzu­stre­ben, und es hat bereits das wich­ti­ge Thema des „Nicht-Wollens“. Denn „Nicht-Wollen“ ist ein Weg, sich von einer Gesellschaft zu lösen, die einem stän­dig vor­schreibt, was man „wol­len“ soll. Ausgezeichnet mit dem Goldener Bären, Berlinale 2002 und dem Oscar als Bester Animationsfilm 2002.
    „Eigentlich endet die­se Geschichte uner­war­tet trau­rig, oder? Schließlich muss Chihiro genau in dem Moment, in dem sie end­lich von den Menschen, denen sie in der ande­ren Welt begeg­net ist, akzep­tiert wur­de, die­se Welt wie­der ver­las­sen. Hätte sie noch ein wenig län­ger blei­ben kön­nen, hät­te sie die Froschmänner und die Schneckenfrauen bes­ser ken­nen­ler­nen kön­nen. Sie hät­te erkannt, dass es auf der Welt alle mög­li­chen Menschen gibt, dar­un­ter gute Menschen und dum­me Idioten. Aber sie muss all das hin­ter sich las­sen. Das ist wirk­lich sehr trau­rig. Selbst ich, der den Film gedreht hat, war trau­rig.“ Hayao Miyazaki

    Credits:

    Spirited Away
    JP 2001 , 125 Min. japa­ni­sche OmU und deut­sche Synchronfassung (in weni­gen Vorstellungen)
    Regie: Hayao Miyazaki

    Trailer:
    CHIHIROS REISE INS ZAUBERLAND – 25th ANNIVERSARY – Trailer German | Deutsch

    Im Kino in japa­nisch mit deut­schen Untertiteln

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  • Für immer 16

    Für immer 16

    Ein Film von Brezel Göring. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Der Film erzählt die Geschichte von Charlotte, Helena und Oskar – die sich nach lan­ger Zeit wie­der­tref­fen und – ein­ge­la­den von Charlotte – gemein­sam in den Urlaub fah­ren. Sie hat näm­lich Geld, hat Karriere gemacht als Schauspielerin, wäh­rend die ande­ren bei­den nach wie vor Undergroundkunst machen (und völ­lig ver­armt sind). Die drei waren frü­her die Experimentalfilmgruppe „Les enfants ter­ri­ble”, hat­ten sich aber heil­los zer- strit­ten. Und jetzt bre­chen Neid und Eifersucht erneut aus und neh­men sogar an Schärfe zu, als Rudolph in ihr Leben tritt. Alle drei ver­lie­ben sich und haben nach­ein­an­der eine Affäre mit ihm! Sie beschlie­ßen – wie frü­her – einen Undergroundfilm zu dre­hen. Demenzia, eine män­ner­mor­den­de Serienkillerin, gespielt von Helena, bringt unent­wegt Typen um, alle­samt gespielt von Rudolph. Beim letz­ten Dreh kommt Rudolph durch einen Unfall zu Tode. Die drei las­sen die Leiche ver­schwin­den und durch die­se kri­mi­nel­le Aktivität erwacht die alte Freundschaft und die Liebe zuein­an­der erneut.

    Der Film Für immer 16 beruht auf einem Roman von Françoise Cactus. Sie hat sich vor­ge­stellt wie es wäre alt zu sein und die Kumpels von frü­her wie­der­zu­se­hen: also Science-Fiction, bezo­gen auf die Individualpsychologie. Sie machen da wei­ter, wo sie
    auf­ge­hört haben: 1. sie dre­hen einen Film und 2. sie zan­ken sich!
    Neben den Rivalitäten und Streitereien stel­len sich auch grund­sätz­li­che Fragen: wie altern Subversion, schwar­zer Humor, Antimoral, Genderidentitäten, Feminismus, jugend­li­che Fundamentalopposition? Und wie kann man ver­hin­dern, dass Subversion Teil des Mainstreams und der Verwertungskultur wird?
    Die drei Hauptpersonen ste­hen für unter­schied­li­che Formen des Scheiterns: Charlotte kom­mer­zia­li­siert sich, Helena ver­bit­tert über der Erfolglosigkeit und Oskar gibt resi­gniert die Kunst auf.

    Credits:

    DE 2026 74 Min., deut­sche OmeU
    Regie Brezel Göring
    Kamera: Stephan Holl
    mit:
    Lilith Stangenberg, Chang Wang, Mücke, Twiggy, Anton Garber

    Trailer:
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