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Studio Bosporus. Festival

Mit dem bun­des­wei­ten Festival Studio Bosporus rich­tet die Kulturakademie Tarabya vom 3. September bis 31. Oktober den Fokus auf den deutsch-tür­ki­schen Dialog. Sie nimmt die poli­ti­sche Situation in der Türkei eben­so in den Blick wie die plu­ra­le Gesellschaft Deutschlands. Anlass ist der 60. Jahrestag des Anwerbeabkommens zwi­schen Deutschland und der Türkei als zen­tra­les Erinnerungsdatum einer gesell­schaft­li­chen Vielfalt sowie das 10-jäh­ri­ge Bestehen der Künstlerresidenz am Bosporus.

Im Rahmen die­ses Programms zeigt das fsk Kino fol­gen­de Filme:

Aysun Bademsoy: Spuren – Die Opfer des NSU
Dokumentarfilm, 81 Min., anschlie­ßen­des Gespräch mit der Regisseurin
8.9. 20:15 [Tickets]

Miraz Bezar: Min dît – Die Kinder von Diyarbakir
102 Min., Kurdisch, Türkisch, Deutsch mit deut­schen und tür­ki­schen UT
15.9. 20:15 [Tickets]

Aslı Özarslan: Dil Leyla
Dokumentarfilm, 71 Min., Deutsch, Kurdisch, anschlie­ßen­des Gespräch mit der Regisseurin
23.9. 20:15 [Tickets]

Ezgi Kılınçaslan: Kurzfilme
30.9. 20:15 Anschließendes Gespräch mit der Regisseurin
30.9. 20:15

Silvina Der-Meguerditchian: Armenoscope, con­struc­ting belon­ging (2017)
Doku-Essay 62 Min., Armenisch mit eng­li­schen UT, anschlie­ßen­des Gespräch mit der Regisseurin
21.10. 20:15

Ayşe Polat: Die Anderen (2016)
Dokumentarfilm 66 Min., Kurdisch, Türkisch mit eng­li­schen UT, anschlie­ßen­des Gespräch mit der Regisseurin
27.10. 20:15

Freakscene – The Story of Dinosaur Jr.

Ein Film von ​Philipp Reichenheim. Am 14.9. mit anschlie­ßen­dem Filmgespräch.

[Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

Dinosaur jr. sind Pioniere des Indie-Rock, aber es gab schon früh Berichte über Spannungen zwi­schen den drei Bandmitgliedern. In FREAKSCENE reden J. Macsis, Lou und Murph offen über die toxi­sche Atmosphäre in der Band.

Mitte der 80er Jahre ver­öf­fent­lich­te die Band Dinosaur jr. – damals noch als „Dinosaur“, das „jr.“ war die Folge einer Klage der älte­ren Hippie-Band „Dinosaurs“ – ihr Debütalbum, das zwar noch im US-Hardcore-Punk ver­wur­zelt war, aber eine läs­si­ge­re Haltung mit älte­ren Rockstilen ein­nahm. Dinosaur jr. waren (und sind) irr­sin­nig laut und wirk­ten trotz­dem selt­sam intro­ver­tiert. Die Band war schnell in Independent-Kreisen erfolg­reich, und lan­de­te mit 1988 mit „Freak Scene“ einen Hit in den Independent-Charts, ein Jahr spä­ter kam ihre Coverversion des The Cure-Songs „Just Like Heaven“ auch in die Pop-Charts. Dinosaur jr. war auf dem Höhepunkt des Erfolgs, aber es gab Gerüchte dar­über, dass die Musiker nicht mehr mit­ein­an­der rede­ten. 1989 warf J. Mascis Lou Barlow aus der Band, zwei Jahre spä­ter hat­te auch Drummer Murph genug.
In FREAKSCENETHE STORY OF DINOSAUR JR. reden J. Macsis, Lou und Murph über die Gründung, Trennung, und Wiedervereinigung der Band, und sind dabei erstaun­lich offen in Bezug auf die eige­ne toxi­sche Männlichkeit, die sich bei Dinosaur jr. wenigs­tens nicht gegen Frauen rich­te­te. Heute, nach den Missbrauchsskandalen um Ryan Adams und Marilyn Manson, ist klar, dass auch in der Independent Szene reich­lich Macker-Gift ver­brei­tet war und ist, aber damals stan­den die Stars auch für eine ande­re, kom­ple­xe­re Vorstellung von Männlichkeit. Heute zei­gen sich auch Band-Diktator J. Mascis und Aggro-Bassist Lou Barlow ein­sich­tig. Drummer Murph weckt auf­rich­ti­ges Mitgefühl dafür, den Psycho-Terror sei­ner Band so lan­ge aus­ge­hal­ten zu haben. Als Porträt einer Banddynamik ist FREAKSCENE groß­ar­tig, nur kommt die Faszination der Musik von Dinosaur jr., die gera­de in der flä­chi­gen Entfaltung der Songs und in den bra­chia­len Dynamikwechseln liegt, in den Songschnipseln nicht her­über. Für Fans ist der Film Gold, für Nicht-Eingeweihte weniger.

Tom Dorow | indiekino.de

Credits:

DE/US 2020, 82 Min.
Regie: Philipp Reichenheim
mit: J Mascis, Lou Barlow, Murph, Kim Gordon, Henry Rollins, Bob Mould, Thurston Moore

Trailer:
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Hinter den Schlagzeilen

ein Film von Daniel Sager.

[Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

Für den Dokumentarfilm HINTER DEN SCHLAGZEILEN öff­net Deutschlands größ­te Tageszeitung erst­mals die Tür zu ihrem welt­weit renom­mier­ten Investigativ-Ressort und erlaubt einen inti­men Einblick in Arbeitsprozesse, die sonst nur unter strik­ter Geheimhaltung stattfinden.

Zwei Jahre nach der Enthüllung der Panama Papers ste­hen die Journalisten der Investigativ-Redaktion der Süddeutschen Zeitung vor neu­en Herausforderungen: der poli­ti­sche Mord der mal­te­si­schen Journalistin Daphne Caruana Galicia und ein mys­te­riö­ser Waffenhändler, der mit dem ira­ni­schen Atomraketen-Programm in Verbindung gebracht wird. Doch als ihnen im Frühling 2019 ein gehei­mes Video zuge­spielt wird, das den öster­rei­chi­schen Vizekanzler HC Strache schwer belas­tet, über­schla­gen sich die Ereignisse.

Daniel Sager gelingt es in sei­nem Film, die kom­ple­xe Vorgehensweise der Journalisten und der Redaktion für die Veröffentlichung des Ibiza-Videos zu beglei­ten. Prüfungen des Materials auf Echtheit, recht­li­che Konsequenzen und Absicherungen, Recherchen zur Entstehung und den Quellen des Videos als Arbeitsschritte bis zur Veröffentlichung wer­den für den Zuschauer hier transparent.

Ein wich­ti­ger Beitrag in der Diskussion um die Glaubwürdigkeit und die Rolle der Medien in demo­kra­ti­schen Gesellschaften.

Credits:

DE 2021, 90 Min.
Regie: Daniel Sager
Kamera: Börres Weiffenbach, Daniel Sager, Anne Misselwitz, Frank Marten Pfeiffer
Schnitt: Hannes Bruun

Trailer:
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Curveball

ein Film von Johannes Naber.

[Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

Eine wah­re Geschichte. Leider!“ heißt es im Vorspann unheil­schwan­ger. Die Wahrheit will auch
BND-Biowaffenexperte Wolf (Sebastian Blomberg) wis­sen, der sich 1997 im Irak auf die Suche nach Massenvernichtungswaffen macht. Die UN-Mission wird ergeb­nis­los abge­bro­chen, womit auch des Agenten Affäre mit der CIA-Kollegin endet. Zwei Jahre spä­ter wird der Wissenschaftler in die Chefetage der BND-Zentrale zitiert. In einem Asylbewerberheim, so berich­tet Abteilungsleiter Schatz, behaup­te der Iraker Rafid Alwan, er wäre in sei­ner Heimat an der Produktion von Anthrax-Erregern betei­ligt gewe­sen. Mehr noch: Er wüss­te zudem von einem töd­li­chen Unfall mit Biowaffen. Gemeinsam mit Verbindungsoffizier Retzlaff reist Wolf sofort nach Zirndorf, um den ver­meint­li­chen Informanten zu treffen.

Beim Verhör im schä­bi­gen Zimmer der BND-Außenstelle gibt sich der Iraker in Plauderlaune. Für sein Wissen frei­lich for­dert er aus Sicherheitsgründen eine eige­ne Wohnung sowie einen deut­schen Pass. Die Erzählungen des Informanten klin­gen indes eher blu­mig als veri­fi­zier­bar. Eine Blutprobe von Rafid mit Anti-Körpern könn­te den Beweis für Milzbrand-Erreger brin­gen. Doch allein die Amerikaner ver­fü­gen über eine zuver­läs­si­ge Analyse-Technologie. Für Abteilungsleiter Schatz ist das kei­ne Option, schließ­lich will sei­ne Behörde der CIA-Konkurrenz einen „Knaller“ prä­sen­tie­ren.
Mit einer schlich­ten Zeichnung kann Informant „Curveball“ die Agenten doch noch über­zeu­gen: Sie zeigt, wie LKWs als mobi­le Labore ein­ge­setzt wer­den, wes­halb Beweise von den UN-Kontrolleuren nie gefun­den wer­den konn­ten. Beim BND knal­len die Korken, Kanzler Schröder dankt per­sön­lich. Der Katzenjammer ist groß, als ein Satellitenfoto die gan­ze Geschichte als Fälschung entlarvt.

Nach den Terroranschlägen vom 11.September ändert sich die Lage dra­ma­tisch. Den USA kommt der angeb­li­che Beweis sehr gele­gen. Außenminister Colin Powell prä­sen­tiert vor der UN die Fälschung als Grund für einen Angriff auf den Irak – und Joschka Fischer schweigt dazu. Der mitt­ler­wei­le beur­laub­te Wolf ist ent­setzt. „Was gibt dir das Recht, die Fakten zu ver­dre­hen?“ will er von sei­ner CIA-Freundin wis­sen. „Wir machen die Fakten!“ bekommt er als küh­le Antwort.

Wie in der süf­fi­san­ten Kapitalismus-Satire „Die Zeit der Kandidaten“ zeigt Regisseur Naber in die­ser Polit-Posse ein gutes Gespür für gelun­ge­ne Situationskomik und exzel­len­te Dialoge. Sein aber­ma­li­ger Hauptdarsteller Sebastian Blomberg gibt den besorg­ten Biowaffenexperten mit spür­ba­rem Vergnügen. Als nai­ver Tor gerät er unauf­halt­sam unter die Räder von Machtinteressen und Intrigen. Ständig im Zugzwang, kämpft Agent Wolf wie ein Löwe gegen die Lügen. Selbst im Schlafanzug trotzt er wacker Schnee und Eis, um mit einem spek­ta­ku­lä­ren Slaptsick-Einsatz per Schlitten den ent­führ­ten Informanten aus sei­nem gehei­men Versteck zu befreien.

Die Wahrheit löst sich auf und alle fin­den es nor­mal!“, zieht der geknick­te Held frus­triert Bilanz. Für eine smar­te Satire ist die­se Erkenntnis ein gefun­de­nes Fressen. Bei allem Spaß geht der Ernst des Themas nie ver­lo­ren. „Der dama­li­ge Kanzleramtschef ist heu­te Bundespräsident“, mel­det der Nachspann nüch­tern. Für Schauspiel-Star Fahri Yardim ein gelun­ge­ner Einstand als Produzent. Auf den nächs­ten Streich von Johannes Naber kann man nach die­sem Komödien-Coup alle­mal gespannt sein.

Dieter Oßwald | programmkino.de

Credits:

DE 2019, 108 Min.
Regie: Johannes Naber
Kamera: Sten Mende
Schnitt: Anne Jünemann
Darsteller: Sebastian Blomberg, Dar Salim, Virginia Kull, Michael Wittenborn, Thorsten Merten

Trailer:
CURVEBALL | Offizieller Trailer | Ab 9. September im Kino
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Der Masseur

ein Film von Malgorzata Szumowska. 

[Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

In einer anony­men pol­ni­schen Villensiedlung beglückt ein ukrai­ni­scher Masseur sei­ne KundInnen nicht nur mit sei­nen hei­len­den Händen. Er wird zu einer Art Guru für die spi­ri­tu­ell obdach­lo­sen und nicht nur sexu­ell frus­trier­ten Neureichen. Małgorzata Szumowska (DIE MASKE) und Michał Englert erzäh­len von einer pol­ni­schen Gegenwartsgesellschaft, die ihre Identität ver­lo­ren hat. Weltpremiere im Wettbewerb des Filmfestivals von Venedig!

Der Oscarkandidat von Polen für 2021. Die Süddeutsche schreibt dazu: „Man weiß irgend­wann nicht mehr, wor­auf der Film hin­aus will, aber da kann man sich ihm schon nicht mehr entziehen“.

Hypnosekino auf sub­ti­le und humor­vol­le Art und Weise.

Credits:

OT: ŚNIEGU JUŻ NIGDY NIE BĘDZIE – Never Gonna Snow Again
PL/DE 2020, 115 Min., poln. OmU
Regie & Buch: Małgorzata Szumowska & Michał Englert
Kamera: Michał Englert P.S.C.
Schnitt: Jaroslaw Kaminski, Agata Cierniak
mit: Alec Utgoff, Maja Ostaszewska, Agata Kulesza, Lukasz Simlat, Weronika Rosati, Katarzyna Figura, Andrzej Chyra

Trailer:
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Dok-Termin

Unsere Dokfilmwoche, die ins­ge­samt sechs­mal jeweils Ende August statt­fand, ist vor­erst Geschichte. Sie wur­de von uns über­ar­bei­tet, zer­stü­ckelt und neu zusammengesetzt.

Herausgekommen ist Dok-Termin- 12 beson­de­re Dokumentarfilme ver­tei­len sich aufs Jahr. Jedes Werk wird zwei­mal zu sehen sein, im fsk-Kino und in einem wei­te­ren Kino der Indiekino-Gruppe. Gespräche mit den Macher*innen, Diskussionen, Einführungen und was sich sonst zur Unterstützung oder Weiterführung anbie­tet, ergän­zen die Veranstaltungen.

Das Programm ist nicht auf bestimm­te Themen, Formen oder Inhalte ausgerichtet.

Die geplan­ten Filme las­sen Zusammenhänge in neu­em Licht erschei­nen. Die gesam­te Haltung, wie Empathie und Umgang mit Protagonist*innen, der gewähl­te Blickwinkel ent­schei­den über ihre Relevanz. Wir freu­en uns über Angebote zum Dialog, oder die Einladung, beim Zuschauen eige­ne Bilder zu for­men sowie über die essay­is­ti­sche Annäherung an ein Thema.

Besondere und indi­vi­du­el­le Geschichten, die unauf­dring­lich auf einen kom­ple­xen äuße­ren Kosmos

wei­sen, sind gefragt, aber in der Umkehrung auch eine freie und wei­te Erzählung, in der sich der/die Einzelne wie­der­fin­det. Die Filme gehen vom Großen, Weiten ins Detail und las­sen vom Persönlichen, engen Rahmen aufs Allgemeine schlie­ßen, regio­nal wie weltweit.

Die ursprüng­li­che Planung, ab Januar 2021 einen Film pro Monat zu zei­gen, ist pas­sé, aber

Am 11. + 12. Juli geht es end­lich end­lich los, hier die ers­ten vier:

LE CHANT DU ROSSIGNOL von Jean-Pierre und Luc Dardenne

BE 1978 60 Min. OmU Berlinpremiere

1978 lie­ßen die bei­den Filmregisseure Zeitzeugen in ihrer Nachbarschaft in Lüttich zu Wort kom­men, die wäh­rend der Zeit der Besetzung durch Nazideutschland im bel­gi­schen Widerstand aktiv waren. Das Resultat ist ein Zeugnis der Schicksale die­ser Menschen, die sich gegen den deut­schen Faschismus und für ihre Freiheit ein­setz­ten und dafür ihr Leben ris­kier­ten: sie­ben Gesichter, sie­ben Geschichten vom Widerstand.

Einführung: Marcus Seibert

1. + 2. August

OUT OF PLACE von Friederike Güssefeld

DE 2019 teilw. OmU

Der Film beginnt dort, wo „Systemsprenger“ auf­hört. Die Regisseurin beglei­tet drei als schwie­rig gel­ten­de deut­sche Jugendliche, die sich im Rahmen von „aus­lands­päd­ago­gi­schen Maßnahmen“ für Arbeiten auf Feldern und Höfen ins rumä­ni­sche Hinterland geschickt wur­den und sich dort auf ein ange­pass­tes Leben in Deutschland vor­be­rei­ten sol­len. Die ruhi­gen Bilder des First-Steps-Gewinners ver­mit­teln auch die Einsamkeit der Jungen und ihrer Sehnsucht nach Halt und Nähe.

Zu Gast: Friederike Güssefeld

21. + 22. August

NICHTS NEUES von Lennart Hüper

DE 2020 OmU Berlinpremiere

Die Crew des zivi­len Seenotrettungsschiffes „Lifeline“ sitzt schon seit meh­re­ren Wochen im Hafen von Malta fest. Nach der Rettung von über 450 Geflüchteten aus Seenot muss Kapitän Claus-Peter Reisch sich aus zu hin­ter­fra­gen­den Gründen vor Gericht ver­ant­wor­ten. Das Schiff bleibt für die Dauer des Prozesses beschlag­nahmt. Die Hoffnung auf ein schnel­les Urteil scheint immer wei­ter zu schwin­den. Doch wie ist es, auf einem Rettungsschiff fest­zu­sit­zen, wäh­rend weni­ge Seemeilen ent­fernt Menschen auf ihrem Weg nach Europa ertrin­ken? Ein Einblick in die Absurdität der euro­päi­schen Migrationspolitik.

Zu Gast: Lennart Hüper

4. + 5.9.

MEIN VIETNAM von Tim Ellrich und Thi Hien Mai

>DE 2020 OmU Berlinpremiere

Zusammen mit ihrem Co-Regisseur Tim Ellrich gibt Thi Hien Mai einen ein­fühl­sa­men Einblick in das Leben ihrer viet­na­me­si­schen Eltern, die seit über 30 Jahren in Deutschland leben. Sie zeigt, wie eng die bei­den noch mit ihrem Heimatland ver­bun­den sind und dies täg­lich mit vir­tu­el­len Karaoke-Partys, viet­na­me­si­scher Küche und Video-Telefonaten mit Verwandten auf­recht­erhal­ten. Der Vater über­wacht so auch sei­nen Hausbau in Vietnam. Er möch­te zurück­keh­ren, wäh­rend die Mutter lie­ber bei den Kindern in Deutschland blie­be. Der Film fei­er­te auf dem Filmfestival Max Ophüls Preis 2021 Premiere.
Zu Gast: Tim Ellrich und Thi Hien Mai

DokTermin wird rea­li­siert mit Unterstützung aus Mitteln der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa

Herr Bachmann und seine Klasse

Ein Film von Maria Speth.

[Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

HERR BACHMANN UND SEINE KLASSE por­trä­tiert die Beziehung zwi­schen einem Lehrer und den Schüler*innen der 6. Jahrgangsstufe. In ein­neh­men­der Offenheit begeg­net Herr Bachmann den Kindern mit ihren unter­schied­li­chen sozia­len und kul­tu­rel­len Erfahrungen und schafft damit einen Raum des Vertrauens. Musik ist hier eine all­ge­gen­wär­ti­ge Sprache, die sich wie selbst­ver­ständ­lich um den zu absol­vie­ren­den Unterrichtsstoff legt. Anhand der sozia­len Beziehungen in der Klasse erzählt der Film ganz bei­läu­fig von den Strukturen einer klei­nen, west­deut­schen Industriestadt, deren Geschichte bis zurück in die NS-Zeit von Migration geprägt ist.

Der neue Dokumentarfilm der Berliner Regisseurin Maria Speth (MADONNEN, 9 LEBEN) fei­ert sei­ne Weltpremiere im Internationalen Wettbewerb der 71. Berlinale 2021.

Credits:

DE 2021, 217 Minuten, dt. OmeU
Regie: Maria Speth
Buch: Maria Speth, Reinhold Vorschneider
Kamera: Reinhold Vorschneider
Schnitt: Maria Spethm
mit: Dieter Bachmann, Aynur Bal, Önder Cavdar und den Schüler*innen der Klassen 6 b und 6 f

Trailer:

Ausschnitt
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Doch das Böse gibt es nicht

Ein Film von Mohammad Rasoulof.

[Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

Heshmat ist ein vor­bild­li­cher Ehemann und Vater, jeden Morgen bricht er sehr früh zur Arbeit auf. Wohin fährt er? Pouya kann sich nicht vor­stel­len, einen ande­ren Menschen zu töten, trotz­dem bekommt er den Befehl. Kann es einen Ausweg für ihn geben? Javad besucht sei­ne Freundin Nana um ihr einen Heiratsantrag zu machen. Doch die­ser Tag hält für bei­de noch eine ande­re Überraschung bereit. Bahram ist Arzt, darf aber nicht prak­ti­zie­ren. Als ihn sei­ne Nichte Darya aus Deutschland besucht, beschließt er, ihr den Grund für sein Außenseiterdasein zu offen­ba­ren. Doch das Böse gibt es nicht erzählt vier Geschichten über Menschen, deren Leben vor exis­ten­zi­el­len Herausforderungen ste­hen. Sie wer­fen die Fragen auf, wie inte­ger ein Mensch in einem abso­lu­ten Regime blei­ben, wel­che mora­li­sche Schuld er ertra­gen kann, ohne zu zer­bre­chen, und zu wel­chem Preis es gelingt, die indi­vi­du­el­le Freiheit zu bewahren.
»Es geht somit nicht nur um Schuld und Moral oder Freiheit und Bedrohung, son­dern auch um den Kreislauf des Lebens, bei dem die ers­te Szene des Films mit der letz­ten zusam­men­hängt. Dass Rasoulof bei aller Kritik an der poli­ti­schen Führung sein Land liebt, wird am inter­es­sier­ten Miteinander der Menschen deut­lich, am leben­di­gen Trubel in Teheran, an der Schönheit der Landschaft, die der Regisseur immer wie­der in auf­re­gen­den Totalen ein­fängt. Auf die­se Weise ent­steht ein kraft­vol­les, fein­füh­lig insze­nier­tes und sub­til ver­knüpf­tes Meisterwerk …« Michael Ranze | Filmdienst

… das auf der 70. Berlinale mit dem Goldenen Bären aus­ge­zeich­net wur­de. Rasoulof konn­te die Auszeichnung nicht selbst ent­ge­gen­neh­men (sei­ne Tochter tat es für ihn), da er seit 2017 den Iran nicht ver­las­sen darf und zudem zu einer Gefängnisstrafe ver­ur­teilt wur­de, die er aber bis­her noch nicht antre­ten musste.

Goldender Bär – Berlinale 2020

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Credits:

OT: Sheytan vojud nadarad, IR/DE/SZ 2020,
139 Min., far­si OmU,
Regie & Buch: Mohammad Rasoulof
Kamera: Ashkan Ashkani
Schnitt: Mohammadreza Muini, Meysam Muini
mit: Ehsan Mirhosseini, Shaghayegh, Kaveh Ahangar, Alirezy Zareparast, Salar Khamseh

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Trailer:

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