Eine junge Kurdin in Syrien führt eine Fraueneinheit in den Kampf gegen den IS – für Freiheit und Frauenrechte. Gehalten wird ihr Kampf von der Stimme einer jesidischen Überlebenden, die als Kind vom IS versklavt wurde und sichtbar macht, was auf dem Spiel steht, wenn dieser Kampf verloren geht. Und während sie den Horror überlebt hat, schloss sich eine deutsche Frau freiwillig dem IS an – und ist heute den Konsequenzen ihrer Entscheidung ausgeliefert. Drei Frauen, drei Entscheidungen, ein Spiegel von Mut, Leid und gefährlicher Verblendung.
Eine filmische Langzeitstudie, die über 8 Jahre das Coming of Age von Leonie begleitet: Leonie und Marlene sind 18 Jahre alt, beste Freundinnen und sicher, dass nichts sie trennen kann. Doch Leonie verliebt sich in Naomi, gibt sich ganz ihrer großen Liebe hin und entfernt sich immer weiter von Marlene. Mit der Zeit stellt sich heraus, dass Naomi an Depressionen leidet, die Leonie zunehmend überfordern. Erst als die Beziehung endgültig zerbricht, merkt Leonie, wie sehr sie sich isoliert hat. Sie verlässt Berlin und beginnt eine Ausbildung zur Gärtnerin in Brandenburg, die ihr dabei hilft, die Welt um sich herum wieder zu sortieren. Mit neu gefundener Stärke traut sie sich, nach Jahren der Entfremdung auf ihre Jugendfreundin Marlene zuzugehen. „Als ich 2017 begann, diesen Film zu drehen, sehnte ich mich nach einem Raum im Kino, in dem ein junger weiblicher oder queerer Körper ohne den männlichen Blick aufwachsen kann in der vulnerablen Zeit zwischen 18 und 25. „Ninja Motherf*cking Destruction“ ist ein Film über Intimität, über Sexualität und über Körper, die sich über 8 Jahre hinweg verändern. Und über das liebevolle, schmerzhafte, ambivalente Beziehungsnetz zwischen (queeren) Frauen.“ Lotta Schwerk
Credits:
DE 2025 79 Min., deutsche OmeU, Regie: Lotta Schwerk Kamera: Fion Mutert mit: Emma Suthe, Marie Tragousti, Merle von Mach, Yildiz Tiryakioglu
Das letzte Foto, das Jessie gemacht hat, zeigt die Sonne über Berlin. Sie hängt da, als wäre nichts geschehen. Aber Ella hat ihre Tochter verloren. Was ihr bleibt, ist Jessies kleine Schwester und die komplizierte Beziehung zu dem Jungen, dem alle die Schuld geben. Das merkwürdige Trio landet in einem Familienurlaub, den es so nie gab. Unter der flirrenden Sonne Teneriffas verweben sich Erinnerung und Gegenwart unauflöslich ineinander. Die Geister sind überall.
„In EVERYTIME beobachten wir eine Mutter, die ihre Tochter verloren hat, die jüngere Schwester, die ihre ganz eigenen Wege, hat damit umzugehen und einen Jungen, dem alle die Schuld geben. Während die Sonne einfach so dahängt, als wäre nichts geschehen, sehen wir ihnen dabei zu, wie sie versuchen, das Richtige zu tun. Sie halten sich an einer fragilen Routine fest, eine einstudierte, pragmatische Form von Alltagsbewältigung, die den unmöglichen, unerfüllbaren Wunsch darunter nur schlecht verdeckt: irgendwie dahin zurückzukehren, wo „all das nie passiert ist“. Aber unsere Wirklichkeit ist dafür nicht gemacht. So funktioniert die Welt einfach nicht. Aber dann – passiert es in diesem Film doch, und das Unmögliche wird möglich. Man biegt um eine Ecke und tritt in ein Bild hinein, und plötzlich scheint sich die Welt zu falten und die Sonne hat endlich doch den Anstand, stehen zu bleiben. Und für einen Moment, oder gar für immer, scheint alles wieder in Ordnung zu sein. Wenn man sich mit solchen Unmöglichkeiten beschäftigt, und sie wirklich zulässt, wirklich in sie hineingeht, scheint mir, dass sie etwas über das Wesen menschlichen Leidens, über unsere Sehnsucht und vielleicht über unsere Existenz selbst erzählen. Dinge, die sonst so nur in Träumen möglich sind, können wir im Kino erfahren. Dafür ist das Kino da.” Sandra Wollner
Mit staatlichen Mitteln und staatlicher Autorität – so will die junge Staatsanwältin Seyo Kim rechter Gewalt in Ostdeutschland entgegentreten. Als sie selbst ins Visier gerät und einen rassistischen Anschlag überlebt, entscheidet sie sich, entgegen der ausdrücklichen Weisung ihrer Behörde und unter Gefahr für ihr Leben, in eigener Sache zu ermitteln. Es gelingt Seyo, einen der Täter vor Gericht zu bringen. Mit Nachdruck geht sie daran, ihn als Teil eines rechten Netzwerks zu enttarnen. Sie gräbt tief in den Archiven ihrer Behörde, rollt lange abgeurteilte „Einzelfälle“ wieder auf und lässt scheinbar harmlose Zeugen ins Messer laufen, die sich nicht nur mit dem Anschlag auf ihre Person in Verbindung bringen lassen. Die deutsche Staatsanwaltschaft umweht der Mythos, die „objektivste Behörde der Welt“ zu sein. Doch während ihres Gerichtsprozesses erlebt Seyo am eigenen Leib, was es bedeutet, den Kampf für Gerechtigkeit in einem Staat zu führen, der mit zweierlei Maß misst und rechte Gewalt nicht nur verharmlost, sondern mitunter sogar deckt.
Credits:
DE 2026 113 Min., Deutsch, Koreanisch OmU, Regie: Faraz Shariat Kamera: Lotta Kilian Montage: Friederike Hohmuth mit: Chen Emilie Yan, Julia Jentsch, Alev Irmak, Arnd Klawitter, Sebastian Urzendowsky
Ein Sommer der Unschuld endet abrupt. Der 13-jährige Daniel wird aus seinem behüteten Landleben in die Enge der Stadt gerissen und in die Härte der Erwachsenenwelt gestoßen. Statt Schule und Freundschaften bestimmen Arbeit, soziale Kälte und erste Auseinandersetzungen mit Sexualität seinen Alltag. Als Teil von Jean Eustaches autobiografisch geprägtem Kino verdichtet der Film persönliche Erinnerungen zu einem beobachtenden Blick auf das Erwachsenwerden und eine Jugend, die verschwindet, bevor sie sich entwickeln kann.
Credits:
FR 1974, 123 Min., französische OmU Regie: Jean Eustache Kamera: Nestor Almendros, Schnitt: Françoise Belleville, Alberto Yaccelini, Vincent Cottrell, Jean Eustache mit Martin Loeb, Ingrid Caven, Jacqueline Dufranne, Dionys Mascolo, Henri Martinez, Jean-Noël Picq, Maurice Piala
Ein zielloser Flaneur (Jean-Pierre Léaud) verbringt seine Tage zwischen zwei Frauen, endlosen Gesprächen in Pariser Cafés und der Suche nach sich selbst. Im Zentrum steht eine Dreiecksbeziehung im Nachklang der Umwälzungen des Jahres 1968, die sich mit direkter Offenheit zwischen Selbstinszenierung, Begehren und emotionaler Grausamkeit entwickelt. Ein bis heute herausforderndes Werk über Liebe, Sprache und die Unmöglichkeit, zueinander zu finden.
Credits:
FR 1973, 215 Min., französische OmU Regie: Jean Eustache Kamera: Pierre Lhomme Schnitt: Jean Eustache, Denise de Casabianca mit Jean-Pierre Léaud, Françoise Lebrun, Bernadette Lafont, Isabelle Weingarten
Jean Eustache, ausgebildeter Elektriker und Autodidakt, war als Arbeiter-Kind eine Ausnahmefigur der ansonsten bourgeoisen Nouvelle Vague. Fast autobiografisch spiegelt sich sein Leben auch in seinen Filmen wieder. Mit präziser Aufmerksamkeit für Sprache, Gesten und soziale Wirklichkeiten bewegt sich Eustaches Kino in einem Raum dokumentarischer Fiktion. Dank der Re:Visted-Reihe des Grand film-Verleihs können wir zwei seiner Klassiker anbieten:
LAMAMANETLAPUTAIN von 1973, in dem Jean-Pierre Léaud als Flaneur Alexandre zwischen zwei Frauen, endlosen Gesprächen in Pariser Cafés auf der Suche nach sich selbst ist. 16. + 18.7.26 [Tickets]
Im autobiografisch gefärbten MESPETITESAMOUREUSES von 1974 wird der 13-jährige Daniel aus seinem behüteten Landleben gerissen und in die Enge der Stadt und die Härte der Erwachsenenwelt gestoßen. 17. + 19.7.26 [Tickets]
Eine filmische Langzeitstudie, die über 8 Jahre das Coming of Age von Leonie begleitet: Leonie und Marlene sind 18 Jahre alt, beste Freundinnen und sicher, dass nichts sie trennen kann. Doch Leonie verliebt sich in Naomi, gibt sich ganz ihrer großen Liebe hin und entfernt sich immer weiter von Marlene. Mit der Zeit stellt sich heraus, dass Naomi an Depressionen leidet, die Leonie zunehmend überfordern. Erst als die Beziehung endgültig zerbricht, merkt Leonie, wie sehr sie sich isoliert hat. Sie verlässt Berlin und beginnt eine Ausbildung zur Gärtnerin in Brandenburg, die ihr dabei hilft, die Welt um sich herum wieder zu sortieren. Mit neu gefundener Stärke traut sie sich, nach Jahren der Entfremdung auf ihre Jugendfreundin Marlene zuzugehen. „Als ich 2017 begann, diesen Film zu drehen, sehnte ich mich nach einem Raum im Kino, in dem ein junger weiblicher oder queerer Körper ohne den männlichen Blick aufwachsen kann in der vulnerablen Zeit zwischen 18 und 25. „Ninja Motherf*cking Destruction“ ist ein Film über Intimität, über Sexualität und über Körper, die sich über 8 Jahre hinweg verändern. Und über das liebevolle, schmerzhafte, ambivalente Beziehungsnetz zwischen (queeren) Frauen.“ Lotta Schwerk
Credits:
DE 2025 79 Min., deutsche OmeU, Regie: Lotta Schwerk Kamera: Fion Mutert mit: Emma Suthe, Marie Tragousti, Merle von Mach, Yildiz Tiryakioglu
Als die junge Sportfotografin Lisa verschwindet, beschließt ihr Vater sie zu suchen und macht sich mit ihrem besten Freund, dem mysteriösen Levani, auf eine Reise durch Georgien. Lisa hatte zuletzt Fußballstadien im ganzen Land fotografiert. Mit der vorbeiziehenden Landschaft und von einem Spielfeld zum nächsten ändern sich die Menschen sowie ihre Geschichten. Doch mit jedem Fußballplatz und jedem Dorf scheinen die Chancen, Lisa zu finden, zu schwinden…
Mit seinem neuen Roadmovie setzt Alexandre Koberidze nach WASSEHENWIR, WENNWIRZUMHIMMELSCHAUEN? die poetische Erkundung seines Heimatlandes Georgien fort.
Moldawien, 1997. Sechs Jahre nach dem Zusammenbruch der UdSSR ist die anfängliche Euphorie verflogen und hat ein Land zurückgelassen, das in einer tiefen und anhaltenden Krise versinkt. Inmitten dieser harten Realität kämpft eine Familie ums Überleben. Zina, eine Bühnenbildnerin an einem einst lebendigen Kindertheater, hat seit Monaten keinen Lohn erhalten, versucht jedoch weiterhin, ihre Familie zusammenzuhalten und Essen auf den Tisch zu bringen. Ihr Ehemann Victor, ein von der Geschichte zurückgelassener Künstler, versinkt in Melancholie und ist unfähig, sich an die neue Wirklichkeit anzupassen. Ihre Tochter Eva, eine begabte Klavierschülerin, lässt die Kindheit hinter sich, während sie ihren Platz in einer Welt sucht, die um sie herum zu zerfallen scheint. Während Freunde und Nachbarn das sinkende Schiff still und leise verlassen, um im Ausland ein besseres Leben zu suchen, treibt die Verzweiflung Zina dazu, das Familienhaus zu vermieten. Diese Entscheidung zerreißt die Familie und reißt sie in eine gefährliche Reise hinein, gefangen zwischen Überleben, flüchtiger Hoffnung und dem zerbrechlichen Traum von einem Leben, das vielleicht niemals das ihre sein wird.
Credits:
Înstrăinare DE/RO/MD 2026, 133 Min., rumänische OmU Regie: Ana-Felicia Scutelnicu Kamera: Javier Palicio Montage: Ecaterina Iaschevici, supported by Dana Bunescu mit: Marina Palii, Arina Mura, Ion Munteanu, Paulina Zavtonii, Ion Liulica, Marina Weis
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