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Mutter

Ein Film von Carolin Schmitz. Ab 29.9. im fsk.

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Acht Originalstimmen von Frauen, die durch die Darstellung von Anke Engelke in einer insze­nier­ten Figur zusam­men­ge­führt wer­den und ein viel­schich­ti­ges Bild von Mutterschaft beschreiben.

Der Film wid­met sich dem kom­ple­xen Thema Mutterschaft und erzählt von Freude und Zweifel, Macht und Ohnmacht, Wut und Liebe. Die Grundlage für das Projekt ist doku­men­ta­ri­scher Natur: Acht Frauen zwi­schen 30 und 75 erzäh­len von ihrem Leben und Muttersein. Allen Frauen gemein­sam ist die Erkenntnis, dass Mutterschaft eine höchst ambi­va­len­te Erfahrung ist. Für die fil­mi­sche Umsetzung wer­den die doku­men­ta­ri­schen Aussagen optisch in einer fik­ti­ven Figur, dar­ge­stellt von Anke Engelke, zusam­men­ge­führt. Die Schauspielerin inte­griert die Berichte der Frauen in die lako­ni­sche Erzählung über das all­täg­li­che Leben einer Frau und Mutter.

Credits:

DE 2022, 88 Min., deut­sche OmeU
Regie & Buch: Carolin Schmitz
Kamera: Reinhold Vorschneider
Schnitt: Stefan Oliveira-Pita, Annett Kiener
mit: Anke Engelke

Trailer:
MUTTER von Carolin Schmitz mit Anke Engelke // Trailer
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Liebe, D‑Mark und Tod

Ein Film von Cem Kaya. Ab 29.9. im fsk.

[Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

Mit den Menschen brach­te das Anwerbeabkommen mit der Türkei 1961 auch die Musik der Gastarbeiter*innen nach Deutschland. Cem Kayas dich­ter Dokumentarfilmessay ist eine Nachhilfestunde in tür­kisch-deut­scher Zeitgeschichte: Fließbandjobs, Heimweh und Familiennachzug, der Basar im Berliner Hochbahnhof Bülowstraße, Xenophobie und Rassismus, die weh­mü­ti­gen Lieder der frü­hen Jahre und der Hiphop der Nachwendezeit. Von all dem erzäh­len die Musiker*innen, begin­nend mit Metin Türköz und Yüksel Özkasap über die psy­che­de­li­schen Derdiyoklar bis zum Rapper Muhabbet, der in den Charts stand. Ihre Musik ent­wi­ckel­te sich fern­ab von der deut­scher Bands, immer getra­gen von der tür­ki­schen Gemeinschaft und deren Bedürfnissen. Es geht um Radio Yilmaz, diver­se Musikkassettenlabels, das deut­sche Exil des Protestrockers Cem Karaca und um Hochzeitsbands, die auch auf Kurdisch und Arabisch sin­gen, um den Markt zu bedie­nen.
Umfangreiche Archivrecherche und das Interesse an tür­ki­scher Populärkultur sind wie­der­keh­ren­de Themen in Cem Kayas Werk. Mit Aşk, Mark ve Ölüm schafft er ein rhyth­misch und leben­dig erzähl­tes, fil­mi­sches Nachschlagewerk der tür­ki­schen Musik in Deutschland.

Credits:

Aşk, Mark ve Ölüm
DE 2022, 96 Min., Türkisch, Deutsch, Englisch OmU
Regie: Cem Kaya
Buch Cem Kaya, Mehmet Akif Büyükatalay
Koautor*in Ufuk Cam
Kamera: Cem Kaya, Mahmoud Belakhel, Julius Dommer, Christian Kochmann
Schnitt: Cem Kaya
mit İsmet Topçu, Ömer Boral, Yüksel Ergin, İhsan Ergin, Metin Türköz, Adnan Türköz, Yüksel Özkasap, Cevdet Yıldırım, Ercan Demirel, Cavidan Ünal, Ata Canani, Cem Karaca, Betin Güneş, Aykut Şahin, Fehiman Uğurdemir, Cengiz Öztunç, Dede Deli, Mustafa Çetinol, Erdal Karayağız, İzzet Nihat Yarsaloğlu, Hatay Engin, Yasin Kıran, Aytaç Kıran, Serdar Saydan, Serkan Kaynarcalı, Rüştü Elmas, Mustafa Deniz, Oktay Vural, Orhan Amuroğlu, Ümit Gücüyener, Sultan Korkmaz, Bekir Karaoğlan, Ümit Çağlar, Ali Ekber Aydoğan, Killa Hakan, Kabus Kerim, Derya Yıldırım, Tümay Koyuncuoğlu, Rossi Pennino, Kutlu Yurtseven, Erci E., Alper Ağa, Boe B., Tahir Çevik, Volkan Türeli, Nellie, Muhabbet, Aziza A., İmran Ayata, Bülent Kullukcu, Ibrahim Ertalay, Ilkay Kökel, Mehmet Yozgut

Trailer:
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Hive

Ein Film von Blerta Basholli. Ab 8.9. im fsk.

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Fahrijes Ehemann wird seit dem Kosovo-Krieg ver­misst, und neben ihrer Trauer hat ihre Familie auch finan­zi­ell zu kämp­fen.
Um sie zu ver­sor­gen, grün­det sie ein klei­nes land­wirt­schaft­li­ches Unternehmen, aber in dem tra­di­tio­nel­len patri­ar­cha­li­schen Dorf, in dem sie lebt, wer­den ihr Ehrgeiz und ihre Bemühungen, sich und ande­re Frauen zu stär­ken, nicht als posi­tiv ange­se­hen. Sie kämpft nicht nur dar­um, ihre Familie über Wasser zu hal­ten, son­dern auch gegen eine feind­se­li­ge Gemeinschaft, die ihren Misserfolg herbeisehnt.

Credits:

XK, CH, AL, MK 2021, 84 Min., alba­ni­sche OmU
Buch & Regie: Blerta Basholli
Kamera: Alex Bloom
Schnitt: Félix Sandri, Enis Saraçimit: Yllka Gashi, Çun Lajçi, Aurita Agushi, Kumrije Hoxha, Adriana Matoshi

Trailer:
HIVE | offi­zi­el­ler deut­scher Trailer | OmU
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Komm mit mir in das Cinema – Die Gregors

Ein Film von Alice Agneskirchner. Am 3.+ 4.9. im fsk.

[Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

Der Titel zitiert Else Lasker-Schülers gleich­na­mi­ges Gedicht: Im Cinema fin­de man, „was ein­mal war: Die Liebe!“, schreibt die Dichterin dar­in im Jahr 1937. Zwei Jahrzehnte spä­ter hat die Liebe zum Kino zwei Menschen zusam­men­ge­bracht, die die Filmgeschichte Nachkriegsdeutschlands – umfas­send ver­stan­den als Geschichte auch des Filmabspiels und des Diskurses über Film – auf bedeu­ten­de Weise erwei­tert, heu­te wür­de man sagen, diver­ser gemacht haben: Erika und Ulrich Gregor.
Alice Agneskirchners Dokumentarfilm nähert sich den Gründer*innen des Kinos Arsenal und des Internationalen Forum des Jungen Films über ver­schie­de­ne Pfade: zum einen über die beweg­te Lebensgeschichte des seit über 60 Jahren ver­hei­ra­te­ten Paars, zum ande­ren über pro­mi­nen­te Wegbegleiter*innen wie Jutta Brückner, Wim Wenders und Jim Jarmusch. Zentral sind aber auch die Filme, die den Gregors beson­ders am Herzen lie­gen, für die sie sich ein­ge­setzt haben: So gibt es Wiederbegegnungen der Gregors mit Claude Lanzmanns Shoah, István Szabós Apa oder Helke Sanders Die all­sei­tig redu­zier­te Persönlichkeit – Redupers. Ein Film nicht nur über die Liebe und das Kino, son­dern auch über ein Stück bun­des­re­pu­bli­ka­ni­scher Zeitgeschichte.

Credits:

DE 2021, 155 Min.
Regie & Buch: Alice Agneskirchner
Kamera: Jan Kerhart
Schnitt: Silke Botsch
mit Erika Gregor, Ulrich Gregor

Trailer:
KOMM MIT MIR IN DAS CINEMADIE GREGORS” – Offizieller Trailer
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Das Glücksrad – Wheel of fortune and fantasy

Ein Film von Ryusuke Hamaguchi. Ab 1.9. im fsk.

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Eine uner­war­te­te Dreiecksbeziehung, eine Verführung, die anders ver­läuft als geplant und eine Begegnung, die mit einem Missverständnis beginnt. „Glücksrad“ erzäh­len in drei Episoden von drei Frauen, von ihren Entscheidungen, ihren Unsicherheiten und Zweifeln und von ihrer Neugierde auf das, was viel­leicht noch kommt.

Meiko befürch­tet, dass ihre bes­te Freundin Tsugumi mit ihrem Ex-Freund Kazuaki anban­delt, daher muss sie schnell noch ein­mal ihre eige­nen Gefühle für ihn auf die Probe stellen.

Nao woll­te schon immer ihren Französisch Professor Segawa ver­füh­ren, ihr Freund Sasaki lie­fert ihr einen Vorwand dafür.

Moka ist zum zwan­zig­jäh­ri­gen Klassentreffen gefah­ren um ihre heim­li­che Liebe aus der Schulzeit wie­der zu tref­fen, aber ihre Freundin ist nicht gekom­men. Am nächs­ten Tag trifft sie Nana auf der Straße.

Im Jahr sei­ner Veröffentlichung 2021 wur­de „Glücksrad“ in den Wettbewerb der 71. Berlinale ein­ge­la­den und dort mit dem Silbernen Bären: Großer Preis der Jury ausgezeichnet.

Mit sei­nem Film „Drive my car“ gewann Hamaguchi im glei­chen Jahr in Cannes den Preis für das bes­te Drehbuch. Anfang 2022 wird „Drive my car“ für 4 Oscars nomi­niert und gewinnt den Oscar für den bes­ten inter­na­tio­na­len Film. Damit ist Hamaguchi der aktu­ell erfolg­reichs­te Regisseur.

Credits:

JP 2021, 121 Min., jap. OmU
Regie & Schnitt: Ryusuke Hamaguchi
Kamera: Yukiko Iioka
mit:
Kotone Furukawa, Kiyohiko Shibukawa, Katsuki Mori, Fusako Urabe, Aoba Kawai, Ayumu Nakajima, Hyunri, Shouma Kai

Trailer:
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Alle reden übers Wetter

Ein Film von Annika Pinske. Ab 15.9. im fsk.

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Die 39-jäh­ri­ge Philosophiedoktorandin Clara lebt in einer Kreuzberger WG, ihre Teenager-Tochter wohnt bei ihrem Ex. Clara hat ein heim­li­ches Verhältnis mit einem ihrer Studierenden. Beruflich bestärkt und betreut wird sie von ihrer sou­ve­rä­nen Doktormutter Margot. Als Clara zum Geburtstag ihrer Mutter die meck­len­bur­gi­sche Provinz besucht, aus der sie stammt, hat sie mit dem Stolz, den Erwartungshaltungen, aber auch mit der Ablehnung der Familie und ehe­ma­li­ger Weggefährten zu kämp­fen. Ihr wird bewusst, wie weit sie sich auf der Suche nach einem selbst­be­stimm­ten Leben von ihren Wurzeln ent­fernt hat. Und viel­leicht ent­fer­nen muss­te. Denn Heimatgefühl kann sich ändern.
Annika Pinskes lei­ses Drama stu­diert Vertrautheit und Fremdeln, Libertät und Zwang, Provinz und Stadt. Durch sen­si­bles Spiel mit vie­len Zwischentönen macht ein her­aus­ra­gen­der, dia­lekt­fes­ter Cast sowohl die Atmosphäre im uni­ver­si­tä­ren Umfeld Berlins als auch die auf der länd­li­chen Familienfeier erlebbar.

Credits:

DE 2022, 89 Min.
Regie & Buch: Annika Pinske
Kamera: Ben Bernhard
Schnitt: Laura Lauzemis
mit Anne Schäfer, Anne-Kathrin Gummich, Judith Hofmann, Marcel Kohler, Max Riemelt, Emma Frieda Brüggler, Thomas Bading, Christine Schorn, Sandra Hüller, Alireza Bayram

Trailer:
Alle reden übers Wetter (offi­zi­el­ler Trailer)
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Mit 20 wirst Du sterben

Ein Film von Amjad Abu Alala. Ab 25.8. im fsk.

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Als der klei­ne Muzamil gebo­ren wird, bringt sei­ne Mutter Sakina ihn zu einer Sufi-Zeremonie, wo er geseg­net wer­den soll. Stattdessen pro­phe­zeit ihnen ein isla­mi­scher, tan­zen­der Derwisch, dass der Junge mit zwan­zig ster­ben wird. Die Prophezeiung las­tet schwer auf der Familie: Der Vater sucht schnell das Weite, das Dorf behan­delt Mutter und Sohn wie Aussätzige. Und so wächst Muzamil mit vie­len Verboten unter dem wach­sa­men Auge sei­ner über­für­sorg­li­chen Mutter auf – sie hofft, wenn er ein beson­ders vor­bild­li­ches Leben führt, wird sich an der Prophezeiung noch etwas ändern. Als Muzamil Bekanntschaft mit dem alten Su- lai­man macht, gerät sein bis­he­ri­ges Weltbild ins Wanken: Sulaiman führt ein völ­lig ande­res Leben, er bricht vie­le Tabus und lebt mit einer Prostituierten zusam­men. Allmählich beginnt er an der Prophezeiung zu zwei­feln, die sein gan­zes bis­he­ri­ges Leben bestimmt hat. Muzamil fasst einen Plan, kurz bevor er 20 wird…

In far­ben­fro­hen Bildern erzählt Amjad Abu Alala eine berüh­ren­de Geschichte über die Suche nach der eige­nen Identität. Mit sei­nem ers­ten Spielfilm woll­te der suda­ne­si­sche Regisseur zu sei­nen Wurzeln zurückkehren.

Der Film war Sudans ers­ter Beitrag für den Oscar. Er lief dort 2021 als sud­an­ei­scher Beitrag im Rennen um den bes­ten inter­na­tio­na­len Film.

Credits:

SD 2019, 105 Min., OmU
Regie: Amjad Abu Alala
Schnitt: Heba Othman
Kamera: Sébastien Goepfert
mit: Mustafa Shehata, Islam Mubarak, Mahmoud Elsaraj, Bunna Khalid

Trailer:
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Der perfekte Chef

Ein Film von Fernando León de Aranoa.

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Einst war er Santa, ein groß­mäu­li­ger Arbeitsloser unter vie­len – Javier Bardem gibt ihn in Fernando León de Aranoas Debut Montags in der Sonne, das mit viel Sinn für Humor und Solidarität unter den gesell­schaft­lich Benachteiligten zum gro­ßen Überraschungserfolg avan­cier­te. 20 Jahre spä­ter ist er bei de Aranoa nicht mehr der Underdog, son­dern ganz oben ange­langt. Bardem spielt Julio, den patri­ar­cha­len Chef einer Waagenfabrik, mit eben soviel Verve wie vor zwei Jahrzehnten Santa.
Julio Blanco hat die Fabrik von sei­nem Vater geerbt und will sie einer­seits zeit­ge­mäß fort­füh­ren. Alle Mitarbeiter über­neh­men Verantwortung, heißt es bei ihm. Alle sind auf Augenhöhe und eine gro­ße glück­li­che Familie und noch mehr Humbug, der jeg­li­chen Zusammenhalt und Mitbestimmungswunsch der Untergebenen unter­bin­den soll. Auf der ande­ren Seite mischt er sich, ganz Firmen-Papa, unge­fragt in die pri­va­ten Angelegenheiten sei­ner Angestellten ein und über­schrei­tet auch sonst man­che mora­li­sche Grenze. Als ein Angestellter sich mit sei­ner – natür­lich unaus­weich­li­chen – Entlassung nicht abfin­det, und ein Protestcamp vor dem Firmentor auf­schlägt, scheint das dem Firmenoberhaupt aus der Balance zu brin­gen. Er war­tet gera­de sehn­süch­tig auf den unan­ge­mel­de­ten Besuch der Jury, die den begehr­ten Preis der Regierung für exzel­len­te Unternehmensführung ver­gibt. Die Auszeichnung soll der Höhepunkt sei­nes Schaffens wer­den, und da ist der irrer Querulant vor der Tür, der auch noch vol­les Medieninteresse erlangt, äußerst unwill­kom­men.
„Der alte Klassenkampf löst sich auf in einen Nebel aus Metaphern über das Boot, in dem man sit­ze. Diesen Strukturwandel so raf­fi­niert in die komö­di­an­ti­sche Struktur ein­zu­flech­ten und qua­si unter­zu­schmug­geln, ist das eigent­li­che Verdienst des Films.“ Peter Gutting | kino-zeit.de

Credits:

El buen patrón
ES 2021, 120 Min., span. OmU
Drehbuch und Regie: Fernando León de Aranoa

Schnitt: Vanessa Marimbert
mit: Javier Bardem, Manolo Solo, Almudena Amor, Óscar de la Fuente, Sonia Almarcha
Kamera: Pau Esteve Birba

Trailer:
Der per­fek­te Chef Trailer OmU
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Die Magnetischen

Ein Film von Vincent Maël Cardona.

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Frankreich Anfang der 1980er Jahre: auch auf dem Acker herrscht reges Treiben, auch hier ist DIY ange­kom­men. In einer ver­schla­fe­nen Kleinstadt betreibt die Clique um den cha­ris­ma­ti­schen Jerôme und sei­nen intro­ver­tier­ten Bruder Philippe auf einem Dachboden einen Piratensender. Als Marianne mit ihrer klei­nen Tochter aus Paris in den Ort zurück­zieht, ist es um die Brüder gesche­hen und bei­de ver­lie­ben sich Hals über Kopf in sie. Jerôme kann Marianne schnell für sich gewin­nen, wäh­rend Philippe sich wei­ter um die Technik küm­mern darf. Dank sei­ner Gradlinigkeit wird er beim Versuch, dem Wehrdienst zu ent­ge­hen, ein­ge­zo­gen und muß sei­ne ver­trau­te Umgebung und Marianne gegen West Berlin ein­tau­schen, dass erstaun­lich hell ist. Dort ver­än­dert die Begegnung mit dem schil­lern­den Radiomoderator Dany sein Leben, sich wer­den Freunde und er ent­deckt nach einer Begegnung mit John Peel (ja, hier wird sich extra weit aus dem Fenster gelehnt) sei­ne eige­ne Kreativität als DJ und Soundwimmeler. Doch zurück aus der Mauerstadt hat sich alles verändert.

Vincent Maël Cardona gelingt es mit durch die Bank sehr über­zeu­gen­den Schauspielern, allen vor­an mit Thimotée Robart und Joseph Olivennes als unglei­chen Brüdern, die Atmosphäre der 1980er Jahre im Look, im Sound und in den Details per­fekt wider­zu­spie­geln. Darüber hin­aus erzählt er eine uni­ver­sel­le Geschichte vom Erwachsenwerden, aus­ge­löst durch den unwi­der­steh­li­chen Sog der Liebe. In einer gran­dio­sen Szene wir­belt Philippe in einem Berliner Radiostudio wie ein Derwisch durch die Räume, als er in einer Live-Performance eine aber­wit­zi­ge Klangcollage aus schwin­gen­den Mikrofonen, gescratch­ten Schallplatten und vir­tu­os ein­ge­füg­ten Kassettentape-Ausschnitten zusam­men­zau­bert – eine ein­zig­ar­ti­ge Liebeserklärung an Marianne und gleich­zei­tig ein wil­der Rausch der Selbstoffenbahrung.
(Christoph Becker, Artechock)

Credits:

Les Magnétiques
FR / DE 2021, 98 Min., frz. OmU
Regie: Vincent Maël Cardona
Kamera: Brice Pancot
Schnitt: Flora Volpelière
mit: Thimotée Robert, Marie Colomb, Joseph Olivennes, Meinhard Neumann

Trailer:
Les Magnétiques Trailer OmU
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To the Ends of the Earth

Ein Film von Kiyoshi Kurosawa.

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Die japa­ni­sche Starmoderatorin Yoko mode­riert ein in ihrer Heimat belieb­tes Reisemagazin. In der neus­ten Folge sol­len die ursprüng­li­chen und exo­ti­schen Seiten Usbekistan ent­deckt wer­den. Aber nichts läuft wirk­lich wie geplant. Das Filmteam reist durchs Land, filmt im wun­der­ba­ren Samarkand und an ande­ren belieb­ten Spots, besucht einen Markt, ver­sucht das loka­le Essen und fühlt sich trotz­dem nie so rich­tig wohl. Bei einem ihrer Streifzügen ent­deckt Yoko eine Ziege, die in einer für sie viel zu klei­nem Stallung steht. Um etwas Action ins Format zu brin­ge, soll die Ziege befreit wer­den – kein guter Plan, wie sich zeigt. Aber mit der Zeit, und nach wei­te­ren Unternehmungen auf dem unbe­kann­tem Terrain kommt Yoko lang­sam auch zu sich, so dass kurz vor Ende der Japanische Originaltitel Sinn macht: Das Ende einer Reise, der Beginn einer Welt.
Kiyoshi Kurosawa gehört zu den wich­tigs­ten Filmschaffenden Asiens. Diesmal ver­lässt er sei­ne mit­un­ter har­te Vision der moder­nen Welt, um uns eine fried­li­che­re und opti­mis­ti­sche­re Reise anzu­bie­ten.
„Hinter dem gewal­ti­gen Titel To the Ends Of the Earth ver­birgt sich ein klei­ner gro­ßer Film von über­ra­schen­der Romantik. Doch die weni­gen Klänge, die er anschlägt, hal­len weit über die zwei Stunden Laufzeit hin­aus. Es ist ein Reisefilm über ein Fernsehteam, das eine Reisereportage dreht. So sehen wir wenig von Japan, aber viel von Usbekistan. Sehen aber heißt noch lan­ge nicht ver­ste­hen.
Denn wie Sofia Coppola in ihrer Japan-Komödie Lost in Translation por­trä­tiert Kurosawa zugleich die Reisenden in ihrer Unfähigkeit, sich auf das Fremde ein­zu­las­sen. Aber auf sei­ne behut­sa­me Art zeich­net er dabei ein grö­ße­res Bild als Coppola. Die Pest, die er fast unmerk­lich seziert, ist das pseu­do-doku­men­ta­ri­sche Reportagefernsehen an der Schwelle zur Dokusoap. Jene Art von Journalismus, die in die Welt hin­aus­zieht, um Klischees bestä­tigt zu fin­den und dazu ein paar Kuriositäten ein­zu­sam­meln.“
Daniel Kothenschulte | FR

Credits:

Tabi no Owari Sekai no Hajimari (旅のおわり世界のはじまり)
UZ 2019, 120 Min. japa­nisch, usbe­ki­sche OmU
Regie: Kiyoshi Kurosawa
Kamera: Akiko Ashizawa
Schnitt: Koichi Takahashi
mit: Atsuko Maeda, Shota Sometani, Tokio Emoto, Adiz Rajabov, Ryo Kase

Trailer:
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