Autor: fsk

  • Filme von Jean Eustache

    Filme von Jean Eustache

    Jean Eustache, aus­ge­bil­de­ter Elektriker und Autodidakt, war als Arbeiter-Kind eine Ausnahmefigur der ansons­ten bour­geoi­sen Nouvelle Vague. Fast auto­bio­gra­fisch spie­gelt sich sein Leben auch in sei­nen Filmen wie­der. Mit prä­zi­ser Aufmerksamkeit für Sprache, Gesten und sozia­le Wirklichkeiten bewegt sich Eustaches Kino in einem Raum doku­men­ta­ri­scher Fiktion. Dank der Re:Visted-Reihe des Grand film-Verleihs kön­nen wir zwei sei­ner Klassiker anbieten:

    LA MAMAN ET LA PUTAIN von 1973, in dem Jean-Pierre Léaud als Flaneur Alexandre zwi­schen zwei Frauen, end­lo­sen Gesprächen in Pariser Cafés auf der Suche nach sich selbst ist. 16. + 18.6.26

    Im auto­bio­gra­fisch gefärb­ten MES PETITES AMOUREUSES von 1974
    wird der 13-jäh­ri­ge Daniel aus sei­nem behü­te­ten Landleben geris­sen und in die Enge der Stadt und die Härte der Erwachsenenwelt gesto­ßen. 17. + 19.6.26

  • Ninja Motherf*cking Destruction

    Ninja Motherf*cking Destruction

    Ein Film von Lotta Schwerk. Ab 16.7. im fsk.

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    Eine fil­mi­sche Langzeitstudie, die über 8 Jahre das Coming of Age von Leonie beglei­tet: Leonie und Marlene sind 18 Jahre alt, bes­te Freundinnen und sicher, dass nichts sie tren­nen kann. Doch Leonie ver­liebt sich in Naomi, gibt sich ganz ihrer gro­ßen Liebe hin und ent­fernt sich immer wei­ter von Marlene. Mit der Zeit stellt sich her­aus, dass Naomi an Depressionen lei­det, die Leonie zuneh­mend über­for­dern. Erst als die Beziehung end­gül­tig zer­bricht, merkt Leonie, wie sehr sie sich iso­liert hat. Sie ver­lässt Berlin und beginnt eine Ausbildung zur Gärtnerin in Brandenburg, die ihr dabei hilft, die Welt um sich her­um wie­der zu sor­tie­ren. Mit neu gefun­de­ner Stärke traut sie sich, nach Jahren der Entfremdung auf ihre Jugendfreundin Marlene zuzu­ge­hen.
    „Als ich 2017 begann, die­sen Film zu dre­hen, sehn­te ich mich nach einem Raum im Kino, in dem ein jun­ger weib­li­cher oder quee­rer Körper ohne den männ­li­chen Blick auf­wach­sen kann in der vul­ner­ablen Zeit zwi­schen 18 und 25. „Ninja Motherf*cking Destruction“ ist ein Film über Intimität, über Sexualität und über Körper, die sich über 8 Jahre hin­weg ver­än­dern. Und über das lie­be­vol­le, schmerz­haf­te, ambi­va­len­te Beziehungsnetz zwi­schen (quee­ren) Frauen.“
    Lotta Schwerk

    Credits:

    DE 2025 79 Min., deut­sche OmeU,
    Regie: Lotta Schwerk
    Kamera: Fion Mutert
    mit: Emma Suthe, Marie Tragousti, Merle von Mach, Yildiz Tiryakioglu

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  • Dry Leaf

    Dry Leaf

    Ein Film von Alexandre Koberidze. Ab 2.7. im fsk.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Als die jun­ge Sportfotografin Lisa ver­schwin­det, beschließt ihr Vater sie zu suchen und macht sich mit ihrem bes­ten Freund, dem mys­te­riö­sen Levani, auf eine Reise durch Georgien. Lisa hat­te zuletzt Fußballstadien im gan­zen Land foto­gra­fiert. Mit der vor­bei­zie­hen­den Landschaft und von einem Spielfeld zum nächs­ten ändern sich die Menschen sowie ihre Geschichten. Doch mit jedem Fußballplatz und jedem Dorf schei­nen die Chancen, Lisa zu fin­den, zu schwinden…

    Mit sei­nem neu­en Roadmovie setzt Alexandre Koberidze nach WAS SEHEN WIR, WENN WIR ZUM HIMMEL SCHAUEN? die poe­ti­sche Erkundung sei­nes Heimatlandes Georgien fort.

    Credits:

    DE/GE 2025, 186 Min., georg. OmU-Fassung
    Regie, Kamera, Schnitt: Alexandre Koberidze
    mit: David Koberidze, Otar Nijaradze, Irina Chelidze, Giorgi Bochorishvili, Vakhtang Panchulidze, Manu Tavadze

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  • Transit Times

    Transit Times

    Ein Film von Ana-Felicia Scutelnicu. Ab 2.7. im fsk. Am 7.7. mit anschlie­ßen­dem Filmgespräch.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Moldawien, 1997. Sechs Jahre nach dem Zusammenbruch der UdSSR ist die anfäng­li­che Euphorie ver­flo­gen und hat ein Land zurück­ge­las­sen, das in einer tie­fen und anhal­ten­den Krise ver­sinkt. Inmitten die­ser har­ten Realität kämpft eine Familie ums Überleben. Zina, eine Bühnenbildnerin an einem einst leben­di­gen Kindertheater, hat seit Monaten kei­nen Lohn erhal­ten, ver­sucht jedoch wei­ter­hin, ihre Familie zusam­men­zu­hal­ten und Essen auf den Tisch zu brin­gen. Ihr Ehemann Victor, ein von der Geschichte zurück­ge­las­se­ner Künstler, ver­sinkt in Melancholie und ist unfä­hig, sich an die neue Wirklichkeit anzu­pas­sen. Ihre Tochter Eva, eine begab­te Klavierschülerin, lässt die Kindheit hin­ter sich, wäh­rend sie ihren Platz in einer Welt sucht, die um sie her­um zu zer­fal­len scheint. Während Freunde und Nachbarn das sin­ken­de Schiff still und lei­se ver­las­sen, um im Ausland ein bes­se­res Leben zu suchen, treibt die Verzweiflung Zina dazu, das Familienhaus zu ver­mie­ten. Diese Entscheidung zer­reißt die Familie und reißt sie in eine gefähr­li­che Reise hin­ein, gefan­gen zwi­schen Überleben, flüch­ti­ger Hoffnung und dem zer­brech­li­chen Traum von einem Leben, das viel­leicht nie­mals das ihre sein wird.

    Credits:

    Înstrăinare
    DE/RO/MD 2026, 133 Min., rumä­ni­sche OmU
    Regie: Ana-Felicia Scutelnicu
    Kamera: Javier Palicio
    Montage: Ecaterina Iaschevici, sup­port­ed by Dana Bunescu
    mit: Marina Palii, Arina Mura, Ion Munteanu, Pauli
    na Zavtonii, Ion Liulica, Marina Weis

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  • Dreams – Gefährliches Verlangen

    Dreams – Gefährliches Verlangen

    Ein Film von Michel Franco. Ab 23.7. im fsk.

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    Fernando, ein jun­ger Balletttänzer aus Mexiko, träumt von inter­na­tio­na­lem Ruhm und einem Leben in den USA. In der Hoffnung, dass sei­ne Geliebte Jennifer, eine wohl­ha­ben­de Society-Erbin und Philanthropin, ihn finan­zi­ell unter­stüt­zen wird, lässt er alles hin­ter sich und ver­liert bei der Überquerung der Grenze bei­na­he sein Leben. Doch sei­ne Ankunft bringt die Welt, die Jennifer sorg­fäl­tig um sich her­um errich­tet hat, durch­ein­an­der. Sie wird alles tun, um ihre gemein­sa­me Zukunft zu ret­ten – aber auch das Leben, das sie für sich selbst auf­ge­baut hat.

    Credits:

    MX 2025, 100 Min., engl., span. OmU,
    Regie: Michel Franco
    Kamera: Yves Cape
    Montage: Michel Franco, Oscar Figueroa Jara
    mit Jessica Chastain, Isaac Hernández, Rupert Friend, Marshall Bell, Eligio Meléndez, Mercedes Hernández 

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  • Little Boy

    Little Boy

    Ein Film von James Benning. Ab 9.7. im fsk.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    … a tru­ly depres­sing film“ James Benning

    Es ist erschre­ckend, wenn Bomben Namen bekom­men. Ungeheuerlich aber war die Benennung des Geschosses, die über Hiroshima explo­dier­te und hun­dert­tau­sen­de Leben for­der­te: Little Boy – klei­ner Junge. James Benning war damals, 1945, ein klei­ner Junge. Sein Film unter­mi­niert die kind­li­che-unschul­di­ge Welt mit Militarismus, Politik, Rassismus, indem er nied­li­che Miniaturmodelle, etwa von Zügen oder Bauwerken, fein säu­ber­lich anpin­seln lässt, und wer sich aus­kennt, kann auch die win­zi­gen Firmennamensschilder zuord­nen. Jedes Teil bekommt dabei sei­ne eige­ne, pas­sen­de oder kon­ter­ka­rie­ren­de Tonspur zuge­wie­sen. Meist sind es Lieder, so von Tracy Chapman, Sinéad O’Connor, Cat Power und Nat King Cole, aber auch Reden und Ansprachen, die im Zusammenspiel mit dem Bild Emotionen frei­set­zen kön­nen.
    Es ist ein bei­na­he wüten­der Film, und lei­der aktu­el­ler denn je. Und für Eltern von Schulkindern hat er eine Empfehlung: Pete Seegers „What Did You Learn in School Today?“ – nicht nur für die USA rele­vant.
    „Das Gesamtbild ist das einer Gesellschaft, die zu Zyklen des inne­ren Niedergangs ver­dammt ist und im Namen eines „frie­dens­stif­ten­den“ Interventionismus in den inter­na­tio­na­len Terror ver­wi­ckelt ist. … Little Boy [ist] ein ame­ri­ka­ni­sches Epos im Kleinen.“

    Credits:

    US 2025, 74 Min., eng­li­sche OmU
    Regie: James Benning
    mit Johnan Jahromi, Alessandro Streccioni, Yusef Ferguson, Yuan Gao, Nelson De Los Santos, Calum Walter, Nathan Meier, James Benning

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  • Bitteres Fest

    Bitteres Fest

    Ein Film von Pedro Almodóvar. Ab 30.7. im fsk.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Im Jahre 2004 arbei­tet die Filmregisseurin Ella (Bárbara Lennie) an einem Drehbuch, das nicht recht vor­an geht, so sehr ihr höchst attrak­ti­ver Lover Bonifacio (Patrick Criado) – haupt­be­ruf­lich Feuerwehrmann, neben­be­ruf­lich Stripper – ihr auch den Rücken frei­hält. Einst hat­te Ella eini­ge künst­le­risch anspruchs­vol­le Filme gedreht, die inzwi­schen Kultstatus genie­ßen, was, wie Ella ein­mal selbst gesteht, bedeu­tet, dass kaum jemand sie gese­hen hat, die weni­gen Zuschauer sie aber zutiefst ver­eh­ren. Eine schwe­re Migräneattacke lässt Ella inne­hal­ten, zusam­men mit ihrer bes­ten Freundin Patricia (Vicky Luengo) reist sie nach Lanzarote, lässt sich von den kar­gen Landschaften der Insel inspi­rie­ren, noch mehr jedoch vom Leben ihrer Freunde: Alles ist Material im Leben eines Schriftstellers, eben­so wie im Leben einer Filmregisseurin.

    2026 lei­det der Filmregisseur Raúl Rossetti (Leonardo Sbaraglia) an einer Schreibblockade, aus der ihn auch die Unterstützung sei­nes höchst attrak­ti­ven Lovers Santi (Quim Gutiérrez) nicht befrei­en kann. Raúls lang­jäh­ri­ge Assistentin Monica (Aitana Sánchez-Gijon) hat gera­de gekün­digt, berich­tet ihm von ihren pri­va­ten Problemen – die Raúl nur zu gern in sein Werk ein­flie­ßen lässt, schließ­lich ist alles Material.

    Eine gan­ze Weile lässt Pedro Almodóvar in sei­nem neu­en Film „Bitteres Fest“ die bei­den Erzählebenen neben­ein­an­der­ste­hen, ohne ihre Verbindung zu kon­kre­ti­sie­ren. Doch bald wird klar, dass die Ebene mit Ella nicht real ist, son­dern eine Visualisierung des Drehbuchs, das Raúl gera­de schreibt. So kommt es, dass man­che Szenen in klei­nen Variationen dop­pelt zu sehen sind, so lässt sich erklä­ren, dass nicht alles Sinn macht, schließ­lich sieht man da nur die ers­te, noch unfer­ti­ge Drehbuchversion.

    Hübsch ist das kon­stru­iert, ein wenig selbst­ver­liebt auch, erin­nert nicht zufäl­lig an „Leid und Herrlichkeit“, das am deut­lichs­ten auto­bio­gra­phi­sche Werk in der lan­gen Karriere Pedro Almodóvars, in dem Antonio Banderas als Alter Ego des Regisseurs auf­trat. Hier über­nimmt der argen­ti­ni­sche Schauspieler Leonardo Sbaraglia die­sen Part, der sei­nem Regisseur sehr ähnelt, wenn­gleich 20 Jahre jün­ger, ein biss­chen Eitelkeit darf sein.

    Wie so oft spielt Almodóvar auch hier mit selbst­re­fe­ren­zi­el­len Bezügen, baut eine Meta-Narration auf, mit der er die Frage umkreist, wie frei ein Autor in der Wahl sei­ner Themen sein darf, wie sehr er Leben und auch Leiden sei­ner Mitmenschen und vor allem sei­ner engen Freunde aus­schlach­ten und für sei­ne eige­nen erzäh­le­ri­schen Zwecke ver­wen­den darf. Almodóvars Antwort fällt ein­deu­tig aus: Es gibt kei­ne Grenzen, die Kunst steht über allem, auch wenn dies bis­wei­len Konflikte her­vor­ru­fen kann.

    Letztlich dient die­se Fragestellung in „Bitteres Fest“ jedoch in ers­ter Linie dazu, Almodòvar ein­mal mehr die Möglichkeit zu geben, sich ein­mal mehr in die typi­sche Almodóvar-Welt zu bege­ben, in der schö­ne Menschen in per­fekt design­ten Appartements leben, deren mar­kan­te Farbgebung mit den eben­so mar­kan­ten, ein­far­big leuch­ten­den Pullovern oder Mänteln korrespondieren.

    Auch wenn man nicht behaup­ten kann, dass sich Pedro Almodóvar in sei­nem nun schon 25. Film neu erfin­det: Wenn man ihn, sei­ne Filme und die Welt, in der sie spie­len, schätzt, dann ist es eine wah­re Freude, sich ein­mal mehr auf sanft melo­dra­ma­ti­sche Weise unter­hal­ten zu las­sen.Michael Meyns

    Credits:

    Amarga Navidad
    ES 2026, 111 Min., spa­ni­sche OmU
    Regie: Pedro Almodóvar
    Kamera: Pau Esteve Birba
    Schnitt: Teresa Font
    mit Bárbara Lennie, Leonardo Sbaraglia, Aitana Sánchez-Gijón und Victoria Luengo.

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  • Godland

    Godland

    Ein Film von  Hlynur Pálmason. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Ein wei­te­rer Film des Regisseurs von The Love that Remains, der bis­her noch nicht im Kino war.

    Wie schon Missionare in ande­ren Kolonien vor ihm, ist der jun­ge Priester Lucas von sei­ner Aufgabe, eine christ­li­che Kirche im Heidengebiet Island zu errich­ten, über­zeugt. Um Land und Leute ken­nen­zu­ler­nen, segelt er nicht um die Insel, son­dern wählt den beschwer­li­chen Weg quer durch das unwirt­li­che, frem­de Gebiet, was am Ende des 19. Jahrhundert für jeman­den unvor­be­rei­te­tes einer Expedition gleicht. Die mit ein­drück­li­chen Bildern ein­ge­fan­ge­ne erbar­mungs­lo­se Natur und die Widerspenstigkeit sei­ner ein­hei­mi­schen Begleiter lässt den Lutheraner den Bezug zur Realität ver­lie­ren. Auch die zuneh­men­de Angst über­spielt er mit Arroganz, und stößt so bald an sei­ne Grenzen, sprach­lich, mensch­lich und phy­sisch. „Ruhig in der Erzählweise, drängt das unter­drück­te Gewaltpotenzial der inten­siv gespiel­ten Figuren immer wie­der an die Oberfläche, den sich auf­drän­gen­den fata­lis­ti­schen Blick auf die Menschheit kon­tert der Film aller­dings auch mit Humor und Zärtlichkeit.“ Fimdienst

    Credits:

    IS/FR/DK/SE 2022, 135 Min., islän­di­sche OmU
    Regie :  Hlynur Pálmason

    Kamera: Maria von Hausswolff
    Schnitt: Julius Krebs Damsbo
    mit:
    Elliott Crosset Hove, Vic Carmen Sonne, Ingvar Sigurdsson, Ída Mekkín Hlynsdóttir, Jacob Hauberg Lohmann

    Trailer:
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  • Saving Spoonie

    Saving Spoonie

    Ein Film von  Till Harms. Ab 25.6. im fsk. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Der klei­ne Löffelstrandläufer (Spoon-bil­led Sandpiper) leis­tet eini­ges. Sein Zugweg, der East-Asian-Australian Flyway, führt von den Brutgebieten in Nordost-Sibirien nach Kamtschatka, dann ent­lang der Küstenlinien Koreas, Japans und Chinas bis nach Vietnam, Myanmar und Bangladesch, wo der Winter ver­bracht wird. Im Frühjahr geht es wie­der zurück. Es ist eine gefähr­li­che Reise, Vogelfänger jagen mit Netzen und Gewehren, die Umweltbedingungen ändern sich, wert­vol­le Rastplätze wer­den im gro­ßen Stil zuge­baut, und bei der Brut lau­ern Prädatoren. Kein Wunder also, dass sein Überleben bedroht ist, gan­ze 300–400 Exemplare soll es noch geben. Die nied­li­che Limikole mit dem merk­wür­di­gen Schnabel erregt aber auch Aufmerksamkeit. Eine inter­na­tio­na­le Task Force hat sich zusam­men­ge­fun­den, damit es dem Vogel nicht ergeht wie dem seit einem Jahr als aus­ge­stor­ben gel­ten­de Dünnschnabel-Brachvogel, oder vie­ler ande­rer Arten, die nur noch in Naturkundemuseen vor­kom­men. Immerhin hat der Spoonie als Posterboy der auf­kom­men­den Umweltbewegung des Landes auch das Herz von Chinas Staatschef Xi Jinping erobert. Die Zusammenarbeit der Wissenschaftlerinnen hat aber auf­grund der poli­ti­schen Lage Grenzen, in der Arbeit wie im per­sön­li­chen, die mit Hartnäckigkeit, Ideen und Fingerspitzengefühl gemein­sam umschifft wer­den müs­sen. Es gibt aber auch ers­te Erfolge, die letzt­end­lich auch vie­len ande­ren Spezies zugu­te kom­men wer­den. Im Fokus des Films ste­hen jedoch die Vogelschützerinnen. Er beglei­tet die Task Force um Christoph Zöckler, Lili Sun, Jodie Clements und ande­ren auf ihren Reisen, Konferenzen und Treffen, sowie den ver­schie­de­nen Überlegungen und Versuchen zum Rettungsplan und schafft so eine auf­schluss­rei­che und anre­gen­de Grundlage zu Überlegungen über den immer dring­li­cher wer­den­den Artenschutz.
    „In China lie­ben sie nicht nur Pandas, son­dern auch „Spoonies“. Das erfährt man in Till Harms‚ klei­nem, aber fei­nem Dokumentarfilm über eine vom Aussterben bedroh­te Vogelart. Der Kampf um „Spoonie“ wird dabei auch zu einem Symbol der Hoffnung. Nicht nur für die Tiere, son­dern für uns.“ kino-zeit

    Credits:

    DE 2025, 87 Min., dt. engl. rus­sisch, chin­se­si­sche OmU
    Regie:  Till Harms
    Kamera: Börres Weiffenbach
    Schnitt: Natali Barrey

    Trailer:
    SAVING SPOONIE – Offizieller Trailer
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  • Etwas ganz Besonderes

    Etwas ganz Besonderes

    Ein Film von Eva Trobisch. Ab 9.7. im fsk. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    In den Vorbereitungen für ihren Auftritt in einer Talenteshow fürs Fernsehen wird Lea (Frida Hornemann) gefragt, war­um sie glaubt, etwas ganz Besonderes zu sein. Eine Antwort dar­auf hat sie nicht. Ihre Eltern sind getrennt. Während ihr Vater Matze (Max Riemelt) sie bei ihrem Traum einer Bühnenkarriere unter­stützt, kommt es mit Mutter Rieke (Gina Henkel) regel­mä­ßig zu Konflikten. Lea lebt bei ihren Großeltern Christel (Rahel Ohm) und Friedrich (Peter René Lüdicke), die auf ihrem Hof inmit­ten der thü­rin­gi­schen Idylle eine Pension betrei­ben. Die Gäste blei­ben aus. Stattdessen will sich die rechts­po­pu­lis­ti­sche Partei für eine Tagung ein­mie­ten, was ins­be­son­de­re Leas auf­müp­fi­gem Bruder miss­fällt. Die ein­zi­ge wirk­lich Vertraute der 16-Jährigen ist ihre Tante Kati (Eva Löbau), die aus dem Westen zurück in die Heimat gezo­gen ist, um das frisch sanier­te Stadtschloss als DDR-Museum zu betrei­ben. Wenn Kati mit ihrer Mutter im Schlepptau des Fördergremiums durch die Ausstellung wan­delt und Christel ihr Leben aus­ge­stellt sieht, ist das eine der stärks­ten Szenen des Films. Wie kann es sein, dass für die­se Vergangenheit, die sie am liebs­ten ver­ges­sen wür­de, Millionen aus­ge­ge­ben wer­den, wäh­rend sie kurz vor dem Bankrott steht? Die Autorin und Regisseurin Eva Trobisch, gebo­ren und auf­ge­wach­sen im Osten Berlins, ord­net ihre Figurenkonstellation sorg­sam an, um die Konflikte zwi­schen den Generationen aus­zu­spie­len. Genau beob­ach­tet und mit spit­zen Dialogen schil­dert sie deutsch-deut­sche Befindlichkeiten.“ Indiekino

    Es sind nie die ganz gro­ßen Dramen, die wirk­lich schlim­men Tragödien, von denen Eva Trobisch erzählt, son­dern eher die Geschichten, die einem oder einer eben so wider­fah­ren, wäh­rend alles eigent­lich ganz ande­res geplant war. Diese Beliäufigkeit, die vie­le klei­ne Beobachtungen ent­hält, viel Sinn für Details, mag auf den ers­ten Blick ein wenig unfo­kus­siert erschei­nen und doch ver­birgt sich unter den hin­ge­tupf­ten Episoden und Storylines, dem umher­schwei­fen­den Schauen des Films mehr, als man zunächst glaubt.“ Joachim Kurz | Kinozeit

    Credits:

    DE 2026, 116 Min., deut­sche Originalfassung mit eng­li­schen Untertiteln
    Regie: Eva Trobisch
    Kamera: Adrian Campean
    Schnitt: Laura Lauzemis
    mit  Frida Hornemann, Max Riemelt, Eva Löbau, Gina Henkel, Rahel Ohm, Peter René Lüdecke, Florian Geißelmann, Yvon Sable Moltzen, Ida Fischer, Florian Lukas, Thomas Schubert, Kara Schröder, Anne Kulbatzki, Nairi Hadodo

    Audiodeskriptionen, Untertitel und Hörverstärkung mit der Greta App

    Trailer:
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