Autor: fsk

  • Whistleblower

    Whistleblower

    Ein Film von Marc Bauder. Ab 15.10. im fsk.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Whistleblower taucht ein in eine Welt, in der extre­me Vorsicht über­le­bens­wich­tig ist. Drei muti­ge Menschen in Afrika, Europa und den USA set­zen ihr Leben, ihre Karriere und ihre Familien aufs Spiel, umInformationen zu ent­hül­len, die aus rei­nem Machtinteresse vor uns geheim gehal­ten wer­den sollen.

    Über drei Jahre beglei­tet der Film Jäger und Gejagte und legt so erst­mals auch die uni­ver­sel­len Dimensionen des Whistleblowings offen, die über eine ein­zel­ne Veröffentlichung hin­aus­ge­hen. Sie wer­den beschützt von enga­gier­ten Profis, die uner­müd­lich um die Welt rei­sen, um zwi­schen den Interessen der Journalist:innen und den Nöten der Whistleblower:innen zu ver­mit­teln. Und sie wer­den gejagt von Lobbyisten, Regierungen und ihren Geheimdiensten, die einen regel­rech­ten Krieg gegen Whistleblower füh­ren, um sie ein­zu­schüch­tern und zu delegitimieren.

    Ein Film über Vertrauen, Mut und Zivilcourage.

    Mit Jean-Jacques Lumumba, dem Großneffen des Freiheitskämpfers Patrice Lumumba aus dem Kongo, der selbst im Exil in Frankreich ein­ge­schüch­tert und bedroht wird. Mit dem NSA-Intelligence-Analysten Daniel Hale, dem unter der Trump-Regierung 10 Jahre Haft wegen angeb­li­chem Geheimnisverrat dro­hen. Mit Delphine Halgand-Mishra und ihrer Organisation The Signals Network zur Unterstützung von Whistleblowern. Dem ehe­ma­li­gen Leiter der Counterintelligence im Weißen Haus, Holden Triplett. Sowie Bastian Obermayer und Frederik Obermaier, die bei­den Journalisten der Panama Papers, bei denen sich neue Whistleblower:innen mit bri­san­ten Enthüllungen gemel­det haben.

    Credits:

    DE 2026, 90 Min.,
    Regie & Buch: Marc Bauder
    Kamera: Börres Weiffenbach
    Schnitt: Stefan Stabenow, Olaf Voigtländer, Janine Dauterich, Marc Bauder

    Trailer:
    WHISTLEBLOWER – Offizieller Trailer
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  • Die andere Seite

    Die andere Seite

    Ein Film von Mariko Minoguch. Ab 22.10. im fsk. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Was bedeu­tet es, aus einer Gemeinschaft her­aus­ge­ris­sen und aus­ge­grenzt zu wer­den? Dieser Frage geht Autorin und Regisseurin Mariko Minoguchi (Mein Ende. Dein Anfang., Zeit Verbrechen: Dezember) in ihrem zwei­ten Kino-Spielfilm nach.
    Eine Ärztin hat sich mit einer anste­cken­den Krankheit infi­ziert und wur­de aus der Gesellschaft aus­ge­schlos­sen. Einsam lebt sie in den Alpen, bis sie auf eine jun­ge Frau trifft, die eben­falls zu den Ausgegrenzten gehört. Gemeinsam wol­len sie nach Süden vor­sto­ßen, wo Leben in Freiheit noch mög­lich scheint. Auf weni­ge Personen redu­zier­tes Survival-Drama.

    Credits:

    DE 2026, 106 Min.,
    Regie & Buch: Mariko Minoguchi
    Kamera: Felix Pflieger
    Schnitt: Monika Willi
    mit: Nina Hoss, Precious Mariam Sanusi

    Trailer:
    DIE ANDERE SEITE | Trailer | Ab 22. Oktober 2026 im Kino
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  • Sternbrücke Forever

    Sternbrücke Forever

    Ein Film von Christian Hornung. Ab 8.10. im fsk. Am 8.10. mit anschlie­ßen­dem Filmgespräch.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Der Deutschlandfunk titel­te: ein Flugzeugträger im Wohngebiet, und so sieht es auch aus. Seit dem 1. September ist die neue soge­nann­te „Monsterbrücke“ fer­tig, Züge und Bahnen fah­ren wie­der und die eigent­lich denk­mal­ge­schütz­te alte Sternbrücke in Hamburg-Altona ist Geschichte. Nun über­spann­te schon das vor hun­dert Jahren errich­te­te und jetzt abge­ris­se­ne Bauwerk kein lau­schi­ges Plätzchen, oder war der Grund für den Denkmalschutz auf den ers­ten Blick erkenn­bar. Das städ­te­bau­lich gewür­dig­te Ensemble (aus Brückenbauwerk und Widerlagern mit Ladengeschäften aus Stahl und Backstein) bekam mit der Zeit eine ande­re wich­ti­ge Bedeutung, als Nachbarschaftstreffpunkt und sub­kul­tu­rel­ler Standort. Außerhalb der Stadt mag man z.B. den Club Astra-Stube ken­nen. Nicht nur die Brücke und ihre direk­te Umgebung wur­de Opfer der Erneuerung. Der mit­ge­plan­ten enor­men Verbreiterung der (durch hohe Stickoxid- und Feinstaubbelastung auch über­re­gio­nal bekann­ten) Stresemannstraße muss­ten angren­zen­de Wohnhäuser, Werkstätten und auch fast 90 Strassenbäume wei­chen. Der Film beob­ach­tet anteil­neh­mend die einst leb­haf­te Kreuzung, läßt vie­le bis zuletzt Ansässige zu Wort kom­men, beglei­tet Proteste und läßt Musik aus den Clubs und bei Veranstaltungen hören. Dass die Thematik, eine stadt­pla­ne­ri­sche Entscheidung von Bahn und Stadt über die Köpfe der Betroffenen und Fachleute hin­weg, nicht nur für Hamburg rele­vant ist, ver­steht sich von selbst.

    Credits:

    DE 2026, 99 Min., Deutsch, Englisch mit deut­schen Untertiteln
    Buch & Regie: Christian Hornung
    Kamera: Marvin Hesse
    Schnitt: Christian Hornung

    Trailer:
    Sternbrücke Forever | offi­zi­el­ler deut­scher Trailer
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  • London

    London

    Ein Film von Sebastian Brameshuber. Ab 15.10. im fsk. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Bobby sitzt fast immer im Auto. Unterwegs auf der Autobahn zwi­schen Wien und Salzburg. Um Kosten zu spa­ren, nimmt er ande­re Menschen mit und unter­hält sich auf der Fahrt mit ihnen. Er lernt einen Soldaten ken­nen, den die Frage beschäf­tigt, was es bedeu­tet, zu kämp­fen, einen Supermarkt-Azubi auf dem Weg zu sei­ner Familie, einen Akademiker, der zur Geschichte der Autobahn forscht, und eine que­e­re Frau, die kurz vor ihrer Hochzeit steht. Unterschiedliche Wege, unter­schied­li­che Dialekte, unter­schied­li­che Geschichten – die meis­ten von ihnen wahr. Bobby hört zu, spricht aber auch über sich selbst, sei­ne Jugend, das Älterwerden und über sei­nen Freund, der in Salzburg im Krankenhaus im Koma liegt und der Grund für die regel­mä­ßi­gen Fahrten ist. Stetig zie­hen Berge und Wälder hin­ter den Autofenstern vor­über, zuwei­len unter­bro­chen von Kreuzungen, Absperrungen und Brücken. Mit den Jahreszeiten wech­selt das Licht. London ist weder Dokumentar- noch Spielfilm und zeich­net mit sei­nen Räumen des Dazwischen und den Menschen, die sich durch die­se hin­durch­be­we­gen, ein unter­schwel­lig poli­ti­sches Porträt des heu­ti­gen Europa. Auch in die­sen eigen­wil­li­gen Zeiten kön­nen Anonymität und Freundlichkeit noch Hand in Hand gehen.

    In einer Zeit, in der Trennendes in den Vordergrund gerückt ist, woll­te ich einen Film machen, der betont, was wir gemein­sam haben.“ Sebastian Brameshuber

    Credits:

    AT 2026, 122 min., deut­sche OF mit eng­li­schen Untertiteln
    Regie: Sebastian Brameshuber
    Buch: Sebastian Brameshuber, Anna Lehner
    Kamera: Klemens Hufnagl, Patrick Wally
    Montage: Dane Komljen, Sebastian Brameshuber
    mit: Bobby Sommer, Paul Schild, Asja Ahmetovic, Akin Özuckun, Jon Agolli, Veronika Harb, Anca Cipariu, Clifford Agu, Ted Fendt, Polina Skomorokhova, Lana Prerad u.a.

    Trailer:
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  • Bad Apples

    Bad Apples

    Ein Film von Jonatan Etzlerl. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Böse, böse, böse – aber rich­tig gut! Ein extrem span­nen­der, auf­re­gen­der, nie vor­her­seh­ba­rer Film über eine Lehrerin auf Abwegen, der zu kon­tro­ver­sen Diskussionen über Schule, Kindererziehung und aktu­el­le gesell­schaft­li­che Umbrüche gera­de­zu ein­lädt – gut so!“ Gaby Sikorski | Filmstarts.de

    Nach einem schwe­di­schen Roman (De Oönskade [deutsch: Die Unerwünschten] von Rasmus Andersson) vom schwe­di­schen Regisseur Jonatan Etzler im Herzen Englands gedreht, ver­ei­nigt Bad Apples den schwar­zen Humor bei­der Länder, und stellt zudem die auch hier wie­der groß­ar­ti­ge irisch-ame­ri­ka­ni­sche Schauspielerin Saoirse Ronan in den Mittelpunkt. Sie spielt Maria Spencer, eine jun­ge und enga­gier­te Lehrerin, die ihren Job mag und mit den bes­ten Absichten ans Werk geht. Es könn­te alles gut sein, gäbe es in ihrer Klasse nicht das „Problemkind“ Danny. Der Junge könn­te Benni aus Systemsprenger das Wasser rei­chen. Die Schuldirektorin ver­tritt hier aller­dings die wenig hilf­rei­che Ansicht, Maria müs­se qua Ausbildung der Sache gewach­sen sein, und droht mit Entlassung. Nach einer Auseinandersetzung und durch eine Verkettung ver­schie­de­ner Umstände lan­det der 10-jäh­ri­ge im Keller von Marias Haus. Sie beschließt, ihn dort ein­ge­sperrt zu las­sen, bis … ja …bis? Indes, wäh­rend der ver­schwun­de­ne Danny noch lan­ge über­all gesucht wird, blüht Marias Klasse auf. Ohne den Störenfried kom­men unge­ahn­te Talente der ande­ren Kinder ans Licht und schei­nen auch auf die Lehrerin. Zudem sieht es für Maria so aus, als kön­ne sich sich auch Danny mit dem immer bes­ser aus­ge­stat­te­ten Kellerraum samt Privatunterricht anfreun­den. Plötzlich und uner­war­tet steht eines Tages jedoch eine neue und gefähr­li­che Herausforderung vor ihrer Tür, und es wird nicht die letz­te Überraschung gewe­sen sein.
    Die tief­schwar­ze Komödie für Lehrerinnen und Lehrer und die, die es wer­den wol­len, für Schülerinnen und Schüler, und alle, die es mal waren, und für deren Eltern … und alle krie­gen ihr Fett weg.

    Credits:

    GB 2026 , 100 Min., eng­lisch mit deut­schen Untertiteln
    Regie: Jonatan Etzler
    Drehbuch: Jess O’Kane
    Kamera: Nea Asphäll
    Schnitt: Robert Krantz
    mit: Saoirse Ronan, Jacob Anderson, Eddie Waller, Nia Brown

    Trailer:
    eng­li­scher OmU Trailer
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  • If Pigeons Turned to Gold

    If Pigeons Turned to Gold

    Ein Film von Pepa Lubojacki. Ab 5.11. im fsk.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Über fünf Jahre doku­men­tiert Pepa Lubojacki vier Familienmitglieder, allen vor­an Bruder David, der alko­hol­ab­hän­gig und ohne Obdach ist. In einer hoch­per­sön­li­chen, tage­buch­ar­ti­gen Collage unter­nimmt Lubojacki den Versuch, die Wurzeln gene­ra­tio­nen­über­grei­fen­den Unglücks frei­zu­le­gen, das sei­nen Ausdruck immer wie­der in schwe­ren Suchterkrankungen fin­det. Dabei ver­schmel­zen Textskulpturen, Langzeitbeobachtung, Synthie-Beats und mit KI ani­mier­te Fotografien aus der Kindheit zu einer mar­kant-ver­spiel­ten, scho­nungs­lo­sen und doch lie­ben­den Offenlegung. If Pigeons Turned to Gold ist Kapitulation und Hoffnungsschimmer glei­cher­ma­ßen, Kraftakt und Lösungsprozess. Pepa Lubojacki bringt die Vergangenheit zum Sprechen und schafft auf die­se Weise einen Kontext, der David und die eben­falls sucht­kran­ken Cousins dem rich­ten­den Urteil der Außenwelt ent­zieht – und auch deren Ignoranz. In der behut­sa­men Begegnung wer­den sie für einen Moment erneut zu ein­sa­men Kindern. Weniger auf der Suche nach Schuld als nach Heilung, steht am Ende die Möglichkeit einer Transformation, ver­sinn­bild­licht im ver­fal­le­nen Haus des Vaters, das Pepa in einen geschütz­ten Ort ver­wan­delt: Home, I’m coming.

    Credits:

    CZ/SK 2026, 110 Min., Tschechisch, Englisch OmU
    Regie, Buch, Schnitt: Pepa Lubojacki
    Kamera: Pepa Lubojacki, Tomáš Šťastný

    Trailer:
    If Pigeons Turned to Gold | Clip | SFF26

    Im Kino mit deut­schen Untertitleln.

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  • Liebhaberinnen

    Liebhaberinnen

    Ein Film von Koxi. Ab 22.10. im fsk.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Schlafsack auf dem Boden vor dem Fitnessstudio-Kästchen, Coaching-Seminar und mor­gend­li­ches Shift-Briefing (mit Verkaufslächeln-Übung): knall­har­te Situationen, in denen sich Brigitte (Johanna Wokalek) wie­der­fin­det. Sie ist die Protagonistin die­ser Elfriede-Jelinek-Adaption, für die Debütantin Koxi Inventur mit dem eins­ti­gen Erfolgs-Roman der spä­te­ren Nobelpreisträgerin macht, indem sie ihn aus den 1970er Jahren in den heu­ti­gen Spätkapitalismus kata­pul­tiert. Der weib­li­che Marktwert heu­te? Beim Scrollen stößt Brigitte, Messe-Hostess im mitt­le­ren Alter, auf die Schülerin Paula (Hannah Schiller), die alles tut, um Internet-Fame zu erlan­gen. Während die eine jugend­lich ambi­tio­niert auf­zu­stre­ben scheint, beginnt sich die ande­re mit ihr zu ver­glei­chen, zuse­hends obses­siv. Brigitte muss ihr Leben ändern, mit Kalkül ihre Ziele errei­chen – aber sind es über­haupt ihre? Paula bricht mit extre­me­ren Mitteln aus dem trost­lo­sen Heim aus, jedoch aus­weg­los. Liebhaberinnen ist eine dunk­le Tragikomödie über die Unmöglichkeit weib­li­cher Erfüllung und wenig empowern­de Mutter-Tochter-Beziehungen. „Nutze das Patriarchat!“ cum Selbst-Vermarktungsoptimierung. Unterm Strich: Geändert hat sich nicht viel.

    Credits:

    DE/LX 2026, 98 Min., deut­sche OmeU
    Regie: Koxi
    Buch: Antonio de Luca, Koxi
    Kamera: Jakob Berger
    Schnitt: Andreas Menn, Antonio de Luca
    mit Johanna Wokalek, Hannah Schiller, Ben Münchow, Victoria Trauttmansdorff, Jasmin Artosha Mokhtare, Susanne Bredehöft

    Trailer:
    LIEBHABERINNEN | offi­zi­el­ler Trailer | Kinostart: 22.10.2026
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  • Nie ma duchów w mieszkaniu na Dobrej / No Ghosts On Good Street / Es gibt keine
Geister in der Wohnung in der Guten Straße

    Nie ma duchów w mieszkaniu na Dobrej / No Ghosts On Good Street / Es gibt keine Geister in der Wohnung in der Guten Straße

    PL 2025, 90 min, Original mit deut­schen und eng­li­schen Untertiteln, R: Emi Buchwald / B: Emi Buchwald, Karol Marczak / K: Tomasz Gajewski / S: Anna Łuka / M: Katarzyna Gawlik, Jerzy Rogiewicz D: Bartłomiej Deklewa, Izabella Dudziak, Tymoteusz Rożynek, Karolina Rzepa, Piotr Napierała, Daria Muszyńska, Andrzej Kłak, Gabriela Arak, Aleksander Janiszewski, Krzysztof Drozdowski u. a.

    Langsam wan­dert die Kamera durch möblier­te Räume, man hört Geräusche aus einer weit zurück­lie­gen­den Vergangenheit, die Altbau-Wohnung scheint leer zu ste­hen. Doch da sitzt jemand auf dem Fensterbrett – es ist ein Nachtmahr, eine mythi­sche Figur, die sich den Menschen nachts auf die Brust setzt und ihnen die Luft abdrückt.
    Die Anwesenheit die­ses Nachtmahrs spü­ren die vier grund­ver­schie­de­nen Geschwister
    deut­lich. Ihnen gehört die­se Wohnung, obwohl nur einer von ihnen noch dort lebt. Aber nicht Phantasiefiguren sind es, die ihnen die Luft abdrü­cken, son­dern ganz kon­kre­te Sorgen, die jun­ge Menschen auf der Suche nach einem Platz im Leben in einer Großstadt wie Warschau umtrei­ben – toxi­sche Beziehungen, Panikattacken, Bindungsangst. Mit erfri­schen­der Beiläufigkeit und für ein Debüt erstaun­li­cher dra­ma­tur­gi­scher Reife hält Emi Buchwald ihren Finger an den Puls einer Generation, in der jeder mit sei­nen eige­nen Dämonen kämpft. Womöglich ist die­ser Kampf nur auf eine Weise zu gewin­nen – in der Gruppe, oder bes­ser noch: als Familie. Die Alltagsnähe, die sich auch in der für die Gen Z typi­schen Sprache mani­fes­tiert, die Mischung aus Tragik und Komik sowie eine dezent ein­ge­setz­te Dosis Metaphysik wir­ken in den Augen deut­scher Zuschauer*innen wie eine gelun­ge­ne Mischung aus „Der Nachtmahr” von AKIZ und „3 Zimmer/Küche/Bad” von Dietrich Brüggemann. [Rainer Mende]

    16.09. / 20:00 / fsk Kino
    [Tickets]

  • LARP. Miłość, trolle i inne questy / LARP

    LARP. Miłość, trolle i inne questy / LARP

    PL 2025, 90 min, Original mit deut­schen und eng­li­schen Untertiteln, R: Kordian Kądziela / B: Kordian Kądziela, Michał Wawrzecki / K: Cezary Stolecki / S: Magdalena Chowańska / M: Jan Sanejko D: Filip Zaręba, Martyna Byczkowska, Hubert Łapacz, Mikołaj Chilimończyk, Maciej Bisiorek, Agnieszka Rajda, Andrzej Konopka, Edyta Olszówka, Michał Balicki, Bartłomiej Topa u. a.

    Die nie­der­schle­si­sche Provinz ist für Heranwachsende nicht unbe­dingt reich an Attraktionen. Aber ihre Waldgebiete sind die per­fek­te Kulisse für aus­ufern­de Live-Rollenspiele. Es ist sicher kein Zufall, dass ihr Idol, der gefei­er­te Fantasy-Autor Lacroix, aus­ge­rech­net aus ihrem Kaff kommt.
    Die schwers­ten Schlachten muss der puber­tie­ren­de, schlak­si­ge und wenig selbst­si­che­re Sergiusz aber im Alltag schla­gen. Vom Sohn des Dorfkrösus wird er pau­sen­los drang­sa­liert, sein allein­er­zie­hen­der Vater wür­de ihn ger­ne zum Leistungssportler hoch­züch­ten und die schö­ne Helena, die auf ein­mal in der Schule auf­taucht, sucht sich die fal­schen Freunde.
    Kordian Kądzielas von der Kritik gefei­er­ter Publikumserfolg hat alles, was ein klas­si­scher Coming-of-Age-Film braucht – sozia­le Konflikte, eine Liebesgeschichte und eine ordent­li­che Dosis jugend­li­chen Übermuts. Was ihn beson­ders macht, ist neben etli­chen ori­gi­nel­len visu­el­len Einfällen (u. a. einem inkon­se­quen­ten Neunzigerjahre-Setting) und diver­sen augen­zwin­kern­den Seitenhieben auf die LARP– und Fantasy-Szene ein gran­dio­s­auf­spie­len­der Andrzej Konopka, der für sei­ne Rolle als über­for­der­ter Vater und Provinz-Polizist mehr­fach aus­ge­zeich­net wur­de. [Rainer Mende]

    15.09. / 20:00 / fsk Kino
    [Tickets]

  • Królestwo / Kingdom / Königreich

    Królestwo / Kingdom / Königreich

    PL 2025, 112 min, Original mit deut­schen und eng­li­schen Untertiteln, R/B: Michał Ciechomski / K: Paweł Grabarek / S: Agnieszka Białek-Zaborowska / M: Lubomir Grzelak D: BartoszMikulak, Julian Świeżewski, Jacek Poniedziałek, Aleksander Kaleta, Dawid Piejko, Mateusz Łasowski, Michał Włodarczyk u. a.

    Das Polen der Gegenwart ist Kriegsgebiet. Warschaus Wolkenkratzer sind durch­lö­chert, die Straßen vol­ler Leichen und zer­schos­se­ner Autos, die Regierung ist abge­taucht und die Zivilbevölkerung ver­sucht aus dem Land zu flie­hen, wäh­rend die „Neobarbaren” wei­ter angrei­fen.
    Nachdem auch er sei­ne Arbeit ver­liert, will Dawid sich eigent­lich mit sei­nen Eltern ins
    Ausland schleu­sen las­sen. Dann aber folgt er sei­nem Bruder zu den „Schwarzen Spinnen” – einer dubio­sen, straff hier­ar­chisch orga­ni­sier­ten Gruppe mar­tia­lisch auf­tre­ten­der Skinheads, die sub­til homo­ero­ti­sche Züge trägt. Sie schei­nen die letz­ten zu sein, die sich den Invasoren noch ent­ge­gen­stel­len und sich mit klei­nen mili­tä­ri­schen Aktionen auf die letz­te Schlacht vor­be­rei­ten.
    Michał Ciechomskis Langfilm-Debüt ist Filmkunst pur. In sei­ner vir­tu­os aus­ge­form­ten Dystopie ist kei­ne Plansequenz gewöhn­lich, jede von Paweł Grabareks Kameraeinstellungen trägt eine ori­gi­nel­le Idee in sich. Auch die expe­ri­men­tel­le Soundregie von Jacek Hamela folgt kon­se­quent einem krea­ti­ven Prinzip. Diese Kriegsvision ist kein hel­den­haf­tes Actionkino, son­dern eine audio­vi­su­el­le Herausforderung, wel­che das Zerfallen einer Ordnung nahe­zu kör­per­lich erfahr­bar macht. [Rainer Mende]

    14.09. / 20:00 / fsk Kino / zu Gast: Michał Ciechomski
    [Tickets]