Archiv der Kategorie: bald

The Two Sights


Ein Film von Joshua Bon­net­ta. Bald im fsk.

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Laut Abspann wur­de das Mate­ri­al für THE TWO SIGHTS zwi­schen 2017 und 2019 auf der schot­ti­schen Insel­grup­pe der Äuße­ren Hebri­den „gesam­melt“. Atem­be­rau­ben­de 16-mm-Land­schafts­auf­nah­men von Fels­klip­pen, Strän­de und Ebe­nen, Pflan­zen und Tie­re, Häu­ser und Schif­fe, wech­sel­haf­te Licht­ver­hält­nis­se dazu Geräu­sche krei­schen­der Vögel, brau­sen­der Wind, tosen­des, gur­geln­des, tröp­feln­des Was­ser – und aus dem Off erzählt eine Stim­me, auf Eng­lisch und Gälisch, von Hun­des­ke­let­ten, ver­sun­ke­nen Dör­fern, ster­ben­den Ange­hö­ri­gen; manch­mal erklin­gen auch Lie­der, hört man den See­wet­ter­be­richt, oder es herrscht Stille.

Wie in jeder guten Samm­lung geht es nicht um die ein­zel­nen Bestand­tei­le, es geht um Schnitt­punk­te, um die Krä­he im Sta­chel­draht, die eine bis­her uner­zählt geblie­be­ne Geschich­te evo­ziert, um den Gesang einer Frau, der das Was­ser leicht zu kräu­seln scheint, und es geht dar­um, dass jede Erzäh­lung von der rau­schen­den Luft getra­gen wird. Sehen, mit Augen und Ohren – zwei Per­spek­ti­ven, die ineinanderfließen.

 
Credits:

CA, UK 2020, 90 Min., gälisch, eng­li­sche OmU
Regie, Buch, Kame­ra, Ton, Schnitt, Musik, Sound Design: Joshua Bonnetta

Ter­mi­ne:

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Bis an die Grenze – Police


Ein Film von Anne Fon­tai­ne. Bald im fsk.

[Credits] [Ter­mi­ne] [Trai­ler]

Vir­gi­nie, Erik und Aris­ti­de arbei­ten bei der Poli­zei. Sie müs­sen mit der tag­täg­li­chen Gewalt in den Häu­sern und auf der Stra­ße zurecht­kom­men und den­noch ver­su­chen, ihre Gefüh­le und ihr per­sön­li­ches Leben im Gleich­ge­wicht zu hal­ten. Eines Abends erhal­ten sie den Auf­trag, einen ille­ga­len Ein­wan­de­rer aus nicht näher genann­ten Grün­den zum Flug­ha­fen zu trans­por­tie­ren. Unter­wegs erfährt Vir­gi­nie, dass dem Mann in sei­ner Hei­mat die Todes­stra­fe droht. Ange­sichts die­ses uner­träg­li­chen Dilem­mas beginnt sie, den Ein­satz zu hin­ter­fra­gen. Ihnen bleibt nur eine Nacht, um über das Schick­sal des Man­nes zu ent­schei­den. Die Regis­seu­rin Anne Fon­tai­ne wid­met sich dem dra­ma­ti­schen und höchst aktu­el­len The­ma mit der ange­mes­se­nen Ernst­haf­tig­keit und Empa­thie. Die her­aus­ra­gen­den fran­zö­si­schen Schau­spie­ler sind eben­so enga­giert, wie ihre Figu­ren zöger­lich sind, und der Ira­ner Pay­man Maadi lie­fert eine erschüt­tern­de Dar­stel­lung des Tadschi­ken, der kein Wort in der Spra­che sei­nes „Gast“-Landes ver­steht. Der Ver­such, die Viel­falt der Gefüh­le der Betei­lig­ten ange­sichts der Situa­ti­on aus­zu­drü­cken, bewegt über das Sag­ba­re hin­aus und hallt lan­ge nach.

 
Credits:

FR 2019, 98 Min., frz. OmU
Regie: Anne Fontaine
Kame­ra: Yves Angelo
Schnitt: Fab­ri­ce Rouaud
mit: Omar Sy, Vir­gi­nie Efi­ra, Gré­go­ry Gade­bo­is (ab 10.12.)

Ter­mi­ne:

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Im Kino mit deut­schen Untertiteln.

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Zustand und Gelände


Ein Film von Ute Adamc­zew­ski. Bald im fsk.

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ZUSTAND UND GELÄNDE erzählt die Geschich­te einer Eskalation.

Aus­gangs­punkt des Films sind soge­nann­te wil­de Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger, die unmit­tel­bar nach der natio­nal­so­zia­lis­ti­schen Macht­er­grei­fung ab März 1933 zur Aus­schal­tung poli­ti­scher Gegner*innen ein­ge­rich­tet wur­den und heu­te weit­ge­hend in Ver­ges­sen­heit gera­ten sind. ZUSTAND UND GELÄNDE han­delt von den Über­schrei­bun­gen der Orte durch die Zeit und davon, wie sich unter­schied­li­che poli­ti­sche Erin­ne­rungs­kul­tu­ren in sie ein­ge­schrie­ben haben. Der Film verknüpft drei auf­ein­an­der­fol­gen­de Zeit­räu­me der deut­schen Geschich­te zu einem losen Nar­ra­tiv, in dem Gewalt zur Durch­set­zung von Macht eine wesent­li­che Rol­le spielt.

Bil­der von Stra­ßen, Wohn­häu­sern, Schlös­sern und Bur­gen aus Sach­sen tref­fen auf aus dem Off ver­le­se­ne bürokratische Brief­wech­sel, Tage­buch­ein­trä­ge, lite­ra­ri­sche Frag­men­te. Zu Beginn ent­stam­men sie dem Jahr 1933, krei­sen the­ma­tisch um die Suche nach, spä­ter die Orga­ni­sa­ti­on von Schutz­haft- und Kon­zen­tra­ti­ons­la­gern, der Unterdrückung bzw. dem Wider­stand der poli­ti­schen Oppo­si­ti­on, von trau­ma­ti­schen Erfah­run­gen. Nach und nach kom­men neue Zeit­schich­ten hin­zu – 1945, 1977, 1990, 2011 – und mit ihnen Dis­kur­se der Erin­ne­rungs­kul­tur – der Reprä­sen­ta­ti­on die­ser Ereig­nis­se, der Eta­blie­rung von Denk­mä­lern, der Defi­ni­ti­on des Begriffs „Opfer des Faschis­mus“. Auge und Ohr wer­den von­ein­an­der getrennt, die Gegen­wart der Orte im Bild trifft auf deren Nut­zung und Deu­tung in diver­sen, his­to­ri­schen Schich­ten im Ton. So erzählt ZUSTAND UND GELÄNDE nicht nur von Orten, die im Natio­nal­so­zia­lis­mus gleich zu Beginn Teil einer netz­ar­ti­gen faschis­ti­schen Infra­struk­tur wur­den, son­dern die spä­ter – nach dem Zwei­ten Welt­krieg, nach dem Ende der DDR, in der gesamt­deut­schen Gegen­wart der NSU – umkämpf­te Räu­me einer Deu­tungs­ho­heit von Geschich­te und Legi­ti­ma­ti­on poli­ti­scher Lini­en wurden.

Dar­aus ent­steht das drückende Gefühl eines Insis­tie­rens der Ver­gan­gen­heit auf eine Gegen­wart, wird Geschich­te als Ge-schich­te­tes begreif­bar, in jedem Bild poten­zie­ren sich die Zeit­punk­te und Zeit­räu­me und behar­ren auf ihr Jetzt.

 
Credits:

DE 2019, 118 Min., OmeU, 
Regie, Buch, Schnitt: Ute Adamczewski
Kame­ra: Ste­fan Neuberger

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Zustand und Gelän­de (offi­zi­el­ler Trai­ler) from Grand­film on Vimeo.

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The Assistant


Ein Film von Kit­ty Green. Bald im fsk.

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Ein wei­te­rer Tag im Büro: Jane, die neue Assis­ten­tin eines mäch­ti­gen Medi­en­mo­guls, war als Ers­te da und wird am Ende des Films als Letz­te wie­der gehen. Sie erle­digt ihre Auf­ga­ben, erträgt die stän­di­gen Feind­se­lig­kei­ten ihrer Kol­le­gen und wid­met sich dem wach­sen­den Sta­pel an Arbeit mit Sorg­falt und Prä­zi­si­on: Ter­min­plä­ne aus­dru­cken, Rei­sen orga­ni­sie­ren, Mit­tag­essen bestel­len, das Büro ihres Chefs auf­räu­men. Ohne dass er jemals auf der Lein­wand erscheint, ist der Chef all­ge­gen­wär­tig, bei Jane eben­so wie bei den Zuschauer*innen. Wir hören ihn durch das Tele­fon, als er Jane zurecht­weist, und wir sehen eine gan­ze Rei­he attrak­ti­ver Frau­en, die auf sei­ne Anwei­sung hin in die Fir­ma kom­men. Als Janes Miss­trau­en und ihr Unbe­ha­gen über­hand­neh­men, offen­bart sich, dass sie Teil eines miss­bräuch­li­chen Sys­tems ist.
Mit visu­el­ler Stren­ge und erzäh­le­ri­scher Ruhe rich­tet Kit­ty Greens fes­seln­des Spiel­film­de­büt den Fokus auf die repres­si­ven Vor­gän­ge am Arbeits­platz. Sie schil­dert den Miss­brauch, der hin­ter geschlos­se­nen Türen statt­fin­det, aus der Per­spek­ti­ve der­je­ni­gen, die ihn wil­lent­lich oder unwil­lent­lich ermög­li­chen. Am Ende haben wir viel­leicht nicht viel gese­hen, aber umso mehr verstanden.

 

 
Credits:

US 2019, 87 Min., engl. OmU,
Regie: Kit­ty Green
Kame­ra: Micha­el Latham
Schnitt: Kit­ty Green, Blair McClendon
mit Julia Gar­ner, Mat­thew Mac­fa­dy­en, Maken­zie Leigh, Kris­ti­ne Froseth

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Maternal


Ein Film von Mau­ra Del­pe­ro. Ab 10.12. im fsk.

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Die jun­ge Schwes­ter Pao­la reist von Ita­li­en nach Bue­nos Aires, um ihr Novi­zi­at zu been­den und ihr letz­tes Gelüb­de abzu­le­gen. Sie beginnt ihre Arbeit in einem Hogar, einem reli­giö­sen Zen­trum für jugend­li­che Müt­ter, und lernt dort die 17-jäh­ri­gen Mäd­chen Lu und Fati ken­nen. Die bei­den früh­rei­fen Teen­age­rin­nen hadern mit den stren­gen Regeln der Non­nen, die sie bei sich auf­ge­nom­men haben. Pao­la wie­der­um sieht sich mit einer Welt kon­fron­tiert, die sie aus der Bahn wirft. Sie ent­wi­ckelt star­ke Mut­ter­ge­füh­le für eines der Kin­der und denkt über neue Wege für sich nach.

 
Credits:

IT/AR 2019, 91 Min.,span. OmU
Regie: Mau­ra Delpero
Kame­ra: Soledad Rodriguez
Schnitt: Ila­ria Fraio­li, Luca Mattei
mit: Lidi­ya Liber­man, Deni­se Car­ri­zo, Agus­ti­na Mala­le, Isa­bel­la Cilia, Alan Rivas, Livia Fernán, Mar­ta Lub­os, Rena­ta Palminiello

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Olanda


Ein Film von Bernd Schoch.

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Ein wuchern­des Myzel. Der Ster­nen­him­mel über den rumä­ni­schen Kar­pa­ten. Die ers­ten zwei Bil­der ste­cken die Dimen­sio­nen ab, denen sich Olan­da wid­met: Details und fei­ne Struk­tu­ren auf der einen, Kon­stel­la­tio­nen und das gro­ße Gan­ze auf der ande­ren Sei­te. Im Zen­trum steht dabei ein sai­so­na­les Wirt­schafts­gut der Gegend – der Pilz. Unter den Men­schen sind ihm die Sammler*innen am nächs­ten und der Film ist vor allem bei ihnen: auf Gän­gen durch den Wald, im Zelt­la­ger, bei Auto­fahr­ten und Gesprä­chen. Von hier aus folgt er den rhi­zom­ar­ti­gen Ver­äs­te­lun­gen, die sich in Form von Geld immer wei­ter ver­zwei­gen: zu loka­len und inter­na­tio­nal agie­ren­den Händ­lern, zu einem impro­vi­sier­ten Schuh­markt auf einer Lich­tung, zum Glücks­spiel unter Kol­le­gen. Der Film erzählt von die­sen Han­dels­kreis­läu­fen, indem er selbst eine pil­zähn­li­che Struk­tur annimmt, ohne dabei je sein gedank­li­ches Zen­trum zu ver­lie­ren. Jen­seits einer Ana­ly­se von öko­no­mi­schen Struk­tu­ren aber ist er auch das sinn­li­che Doku­ment eines Rhyth­mus des All­tags im Wald, wie ihn die Samm­ler als ers­tes Glied in der Ver­wer­tungs­ket­te erle­ben. Im Kino wird er als audio­vi­su­el­ler Pilz-Trip in die magi­sche Welt der kar­pa­ti­schen Wäl­der erfahr­bar. (Ale­jan­dro Bachmann)

 
Credits:

DE 2019, 154 Min., rumä­ni­sche OmU
Regie: Bernd Schoch
Kame­ra: Simon Quack
Schnitt: Bernd Scho­ch, André Siegers

 
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Und morgen die ganze Welt


Ein Film von Julia von Heinz.

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Julia von Heinz war „unse­re Frau in Vene­dig“, denn Und mor­gen die gan­ze Welt lief dort im Wett­be­werb 2020, und Fes­ti­val-Chef Bar­be­ra sieht hier eine neue Genera­ti­on am Werk, die den poli­ti­schen Impuls des Neu­en deut­schen Films aus den Sech­zi­ger­jah­ren weiterträgt.
Die Regis­seu­rin hat Erfah­run­gen aus ihrem eige­nen poli­ti­schen Leben hoch­ge­rech­net und an die Gegen­wart ange­passt. Sie lässt ihre Prot­ago­nis­tin Lui­sa, Jura­stu­den­tin im ers­ten Semes­ter, in ein lin­kes Haus­pro­jekt ein­zie­hen und schickt sie auf eine Rei­se, auf der sie für sich vie­le Fra­gen beant­wor­ten muss. Wie weit geht das poli­ti­sche Enga­ge­ment? Ist es ernst gemeint oder nur eine Pha­se? Wie radi­kal darf oder muss Wider­stand sein? Was sieht die Rechts­la­ge zum The­ma aus? Dür­fen ande­re in Mit­lei­den­schaft gezo­gen wer­den? Wie ehr­lich mit dem kon­ser­va­ti­ven Eltern­haus umge­hen? Zu wem füh­le ich mich mehr hin­ge­zo­gen, zum Agi­ta­tor Alfa oder zum nach­denk­li­chen Lenor? In ers­ter Linie geht der Kampf im Film gegen neue und alte Nazis, auch gegen die, die sich als besorg­te Bür­ger tar­nen, und deren Tun hier wohl­tu­en­der­wei­se ein­mal auch nicht nur ansatz­wei­se rela­ti­viert wird.

Deutsch­land­ra­dio: Das Span­nen­de ist, dass wir mit Lui­sa in den Film rein­ge­wor­fen wer­den. Sie möch­te in die­sem besetz­ten Haus woh­nen und zur Anti­fa gehen. Wir ler­nen eine poli­ti­sier­te Per­son ken­nen. Was hat sie politisiert?
Julia von Heinz: Ich wür­de die Fra­ge gern an jeden zurück­ge­ben, der mir die­se Fra­ge stellt: Was ist die Moti­va­ti­on, sich nicht gegen Nazis zu enga­gie­ren? Ich woll­te lie­ber von jedem die Moti­va­ti­on hören, anstatt zu fra­gen, war­um machst du etwas.

 
Credits:

DE 2020 ‚111 Min., dt OmeU
Regie & Buch: Julia von Heinz
Kame­ra: Danie­la Knapp
Schnitt: Georg Söring
mit: Mala Emde, Tonio Schnei­der, Lui­sa-Céli­ne Gaf­fron, Andre­as Lust

 
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Neubau


Ein Film von Johan­nes M. Schmit. Ab 12.11. im fsk.

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Som­mer in der Bran­den­bur­ger Pro­vinz. Mar­kus ist hin- und her­ge­ris­sen zwi­schen der Lie­be zu sei­nen pfle­ge­be­dürf­ti­gen Omas und der Sehn­sucht nach einem ande­ren Leben in Ber­lin, wo er sich eine Befrei­ung aus sei­ner Ein­sam­keit erhofft. Als er sich in Duc ver­liebt, wird alles noch kom­pli­zier­ter. Denn eigent­lich ste­hen in Mar­kus’ Neu­bau­woh­nung schon die gepack­ten Kis­ten für den Umzug in die gro­ße Stadt.
Dem Film gelingt die Kunst die Geschich­te sei­nes Prot­ago­nis­ten in gro­ßer Gelas­sen­heit und Selbst­ver­ständ­lich­keit zu erzäh­len, nicht als Reprä­sen­tant einer Grup­pe ein­zu­en­gen, son­dern ihn ganz bei sich, in sei­nem all­täg­li­chen Leben auf dem Land, mit sei­nen Sehn­süch­ten und indi­vi­du­el­lem Leben zu zeigen.

Aus der Begrün­dung der Jury für den bes­ten Spiel­film beim Max Ophüls Preis 2020:
„Es gibt Fil­me, die sind lei­se, aber sie wir­ken lan­ge nach. Die wei­ten den Blick, ein­fach, indem sie ein­la­den genau hin­zu­schau­en. Sie kom­men ohne Buden­zau­ber aus, weil sie den Gegen­stand ihrer Betrach­tung ernst neh­men, ihm Wür­de ver­lei­hen. Sol­che Fil­me haben die Kraft Empa­thie zu erzeu­gen… Die durch­weg wun­der­bar besetz­ten und insze­nier­ten Neben­fi­gu­ren dür­fen atmen – in Sze­nen, die das Gesche­hen auf der Lein­wand nicht für eine Dra­ma­tur­gie funk­tio­na­li­sie­ren, son­dern Bedeu­tungs­über­schuss zulas­sen. Exis­ten­zi­el­les, Bana­les und Prag­ma­ti­sches ver­sam­melt sich beim Holun­der­blü­ten­zu­p­fen. Das ist sie, die neue Selbst­ver­ständ­lich­keit. Mehr davon!“

 
Credits:

DE 2020, 81 Min., dt. OmeU
Regie: Johan­nes M. Schmit
Kame­ra: Smi­na Bluth
Schnitt: Anto­nel­la Sarubbi
mit Tucké Roya­le, Moni­ka Zim­me­ring, Jal­da Reb­ling, Minh Duc Pham u.a.

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Matthias et Maxime


Ein Film von Xavier Dolan. Ab 7.1. im fsk.

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Die Titel­hel­den sind seit ewig befreun­det. Matt eta­bliert sich lang­sam in einer Anwalts­kanz­lei und Max jobbt noch und plant, um sei­nem Leben einen neu­en Start zu geben, für län­ge­re Zeit nach Aus­tra­li­en zu gehen. Weg von der Mut­ter, der Freun­din und eben auch dem bes­ten Freund. Nun han­geln sie sich von einer Abschieds­par­ty zur nächs­ten, vie­le Freun­de, alle reden durch­ein­an­der, viel Kla­mauk und über allem steht die Fra­ge, ob es nicht doch gut Grün­de gäbe, zu bleiben.

Mat­thi­as & Maxi­me ist ein ech­ter Dolan. Die Lein­wand bro­delt und leuch­tet, ob die Kame­ra einer Mit­tel­li­nie auf einer kana­di­schen Wald­stras­se ent­lang­rast, oder ob sie plötz­lich auf­fliegt und die bun­test mög­li­chen Herbst­bil­der prä­sen­tiert, stets ist die kine­ti­sche Ener­gie hoch­ge­dreht.“ Senn­hau­sers Film­blog CA 2019, 119 Min., frz. OmU, Regie, Buch & Schnitt: Xavier Dolan, Kame­ra: André Tur­pin, mit Gabri­el D’Almeida Frei­tas, Xavier Dolan, Pier-Luc Funk, Samu­el Gaut­hi­er, Antoi­ne Pilon, Adib Alkhalidey

 
Credits:

CA 2019, 119 Min., frz. OmU,
Regie, Buch & Schnitt: Xavier Dolan
Kame­ra: André Turpin
mit Gabri­el D’Al­mei­da Frei­tas, Xavier Dolan, Pier-Luc Funk, Samu­el Gaut­hi­er, Antoi­ne Pilon, Adib Alkhalidey

 
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Doch das Böse gibt es nicht


Ein Film von Moham­mad Rasoulof.

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Hesh­mat ist ein vor­bild­li­cher Ehe­mann und Vater, jeden Mor­gen bricht er sehr früh zur Arbeit auf. Wohin fährt er? Pou­ya kann sich nicht vor­stel­len, einen ande­ren Men­schen zu töten, trotz­dem bekommt er den Befehl. Kann es einen Aus­weg für ihn geben? Javad besucht sei­ne Freun­din Nana um ihr einen Hei­rats­an­trag zu machen. Doch die­ser Tag hält für bei­de noch eine ande­re Über­ra­schung bereit. Bahram ist Arzt, darf aber nicht prak­ti­zie­ren. Als ihn sei­ne Nich­te Darya aus Deutsch­land besucht, beschließt er, ihr den Grund für sein Außen­sei­ter­da­sein zu offen­ba­ren. Doch das Böse gibt es nicht erzählt vier Geschich­ten über Men­schen, deren Leben vor exis­ten­zi­el­len Her­aus­for­de­run­gen ste­hen. Sie wer­fen die Fra­gen auf, wie inte­ger ein Mensch in einem abso­lu­ten Regime blei­ben, wel­che mora­li­sche Schuld er ertra­gen kann, ohne zu zer­bre­chen, und zu wel­chem Preis es gelingt, die indi­vi­du­el­le Frei­heit zu bewahren.
»Es geht somit nicht nur um Schuld und Moral oder Frei­heit und Bedro­hung, son­dern auch um den Kreis­lauf des Lebens, bei dem die ers­te Sze­ne des Films mit der letz­ten zusam­men­hängt. Dass Rasou­lof bei aller Kri­tik an der poli­ti­schen Füh­rung sein Land liebt, wird am inter­es­sier­ten Mit­ein­an­der der Men­schen deut­lich, am leben­di­gen Tru­bel in Tehe­ran, an der Schön­heit der Land­schaft, die der Regis­seur immer wie­der in auf­re­gen­den Tota­len ein­fängt. Auf die­se Wei­se ent­steht ein kraft­vol­les, fein­füh­lig insze­nier­tes und sub­til ver­knüpf­tes Meis­ter­werk …« Micha­el Ran­ze | Filmdienst

… das auf der 70. Ber­li­na­le mit dem Gol­de­nen Bären aus­ge­zeich­net wur­de. Rasou­lof konn­te die Aus­zeich­nung nicht selbst ent­ge­gen­neh­men (sei­ne Toch­ter tat es für ihn), da er seit 2017 den Iran nicht ver­las­sen darf und zudem zu einer Gefäng­nis­stra­fe ver­ur­teilt wur­de, die er aber bis­her noch nicht antre­ten musste.

Gol­den­der Bär – Ber­li­na­le 2020

 
Credits:

OT: Sheytan vojud nadarad, IR/DE/SZ 2020,
139 Min., far­si OmU,
Regie & Buch: Moham­mad Rasoulof
Kame­ra: Ash­kan Ashkani
Schnitt: Mohamm­adre­za Mui­ni, Mey­sam Muini
mit: Ehsan Mir­hoss­ei­ni, Shag­hay­egh, Kaveh Ahan­gar, Ali­re­zy Zare­pa­rast, Salar Khamseh

 
Trai­ler:

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