Kategorie: bald

  • Ich verstehe Ihren Unmut

    Ich verstehe Ihren Unmut

    Ein Film von Kilian Armando Friedrich. Ab 4.6. im fsk.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Heike (59) arbei­tet als Objektleiterin in einer Reinigungsfirma und ver­mit­telt täg­lich zwi­schen Kundinnen, Unternehmensleitung und Reinigungspersonal. Sie hat ver­sucht, einen nicht offi­zi­ell ange­mel­de­ten Arbeiter eines Subunternehmers abzu­wer­ben und damit gegen die Vorschriften ver­sto­ßen. Nun droht der Subunternehmer, die Zusammenarbeit ein­zu­stel­len, wenn Heike ihm nicht mehr Arbeitsstunden und Einnahmen zusi­chert. Um die­sen Forderungen nach­zu­kom­men, muss sie einen ihrer eige­nen Mitarbeiter ent­las­sen – einen Kollegen, den ihre Freundin Taja sehr schätzt. Heike gerät zuneh­mend in einen Konflikt zwi­schen ihrer Verantwortung für die eige­nen Mitarbeiterinnen und den Bedingungen der Arbeitswelt im Niedriglohnsektor.

    Credits:

    DE 2026, 93 Min., Deutsch, Kroatisch, Bosnisch, Türkisch OmU
    Regie:  Kilian Armando Friedrich
    Kamera: Louis Dickhaut, Frederik Seeberger
    Schnitt: Leila Fatima Keita, Kilian Armando Friedrich
    mit: Sabine Thalau, Nada Kosturin, Werner Posselt, Sadibou Diabang, Nigyar Velagic

    Trailer:
    ICH VERSTEHE IHREN UNMUT – Offizieller Trailer
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  • Mauern aus Sand

    Mauern aus Sand

    Ein Film von Čejen Černić Čanak. Ab 28.5. im fsk.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Marko (Lav Novosel) lebt in einem klei­nen kroa­ti­schen Dorf und führt ein geord­ne­tes Leben. Er ist in der Schule beliebt, sport­lich erfolg­reich und mit sei­ner Freundin zusam­men, wäh­rend sei­ne Zukunft im Betrieb des Vaters zudem gesi­chert scheint. Doch dann kehrt sein frü­he­rer Freund Slaven (Andrija Žunac) zurück – und Markos Welt gerät ins Wanken. Längst ver­ges­sen geglaub­te Erinnerungen und Empfindungen bre­chen sich Bahn. Werden die bei­den wie­der in frü­he­re, „ver­bo­te­ne“ Muster ver­fal­len? Am Ende muss Marko eine Entscheidung tref­fen und sich mit den kon­ser­va­ti­ven Ansichten sei­ner Umgebung auseinandersetzen.

    Die kroa­ti­sche Regisseurin Čejen Černić Čanak kommt ursprüng­lich vom expe­ri­men­tel­len Kurzfilm und hat auch schon doku­men­ta­ri­sche Werke insze­niert. Genau das merkt man „Mauern aus Sand“ an. Behutsam, und sehr oft mit Handkamera, nähert sie sich ihren Protagonisten und ergrün­det mit fei­ner Beobachtungsgabe und einem exak­ten Blick fürs Detail deren inne­re Befindlichkeiten.

    Folglich sind es die klei­nen Momente des Alltags und die spon­tan wir­ken­den Szenen etwa zu Hause bei Marko und sei­ner Familie, die das sozia­le Miteinander und fami­liä­re Gefüge authen­tisch ein­fan­gen. Oft pas­siert zwi­schen den Zeilen oder durch Gestik, Mimik oder flüch­ti­ge Blicke deut­lich mehr als in den Gesprächsszenen bzw. Dialogen. Man spürt: Die Stimmung ist ange­spannt, Marko ringt mit sei­nem Umfeld und – vor allem – mit sich. Seine Eltern ste­hen dabei stell­ver­tre­tend für die rück­stän­di­gen Werte und die kon­ser­va­ti­ven Einstellungen der gan­zen Dorfgemeinschaft, die die Traditionen bewah­ren will.

    Ebenso glaub­haft und lebens­nah agie­ren die Schauspieler, ganz beson­ders die bei­den fan­tas­ti­schen Jungdarsteller Lav Novosel als Marko und Andrija Žunac als zurück­hal­ten­der, wort­kar­ger Außenseiter Slaven. Novosel bril­liert als inner­lich zer­ris­se­ner Jugendlicher, des­sen Selbstbild Risse erfährt. Ist er viel­leicht doch nicht der har­te, ker­ni­ge Typ mit Freundin, des­sen beruf­li­cher Weg in der Autowerkstatt des Vaters bereits vor­ge­zeich­net ist? Und ist er viel­leicht doch nicht der „ech­te Kerl“, der – auf Wunsch des Vaters – an Armdrück-Wettkämpfen teil­nimmt und damit den Vorstellungen sei­ner Umgebung entspricht?

    Diesen inne­ren Konflikt arbei­tet „Mauern aus Sand“ sorg­sam und kon­zen­triert her­aus. Der Titel des Films ver­mit­telt zwei­er­lei: Einerseits ist er eine Entsprechung für die Mauern, die Marko um sich her­um baut und hin­ter denen er sein Schwulsein ver­steckt. Niemand soll etwas von sei­nem heim­li­chen Begehren erfah­re. Die Mauern des Verdrängens, Schweigens und der Unterdrückung bie­ten, trotz der damit ver­bun­de­nen see­li­schen Qualen, natür­lich auch Schutz. Und gleich­zei­tig Abgrenzung.

    Andererseits ver­sinn­bild­li­chen die Mauern im Filmtitel gleich­sam jenen Damm, den die Dorfbewohner mühe­voll errich­ten. Sie sta­peln Sandsäcke zu einem Schutzwall, da eine hef­ti­ge Flut näher rückt und die Gegend zu über­schwem­men droht. Eine Naturgewalt, die sich letzt­lich ihren Weg bah­nen wird. Ebenso wie die Emotionen irgend­wann nicht mehr zurück­zu­hal­ten sind – die­se Erfahrung macht Marko im Laufe sei­ner Entwicklung. Jene Botschaft ver­deut­licht die wun­der­ba­re Verbindung zwi­schen die­sen bei­den „Arten von Mauern“, die Čanak ihre Figuren errich­ten lässt. Einmal im Äußeren, ein­mal im Inneren.
    Björn Schneider | programmkino.de

    Credits:

    HR/LT 2025, 88 Min., kroa­ti­sche Originalfassung mit deut­schen Untertiteln
    Regie:  Čejen Černić Čanak
    Kamera: Marko Brdar
    Schnitt: Slaven Zečević
    mit: Lav Novosel, Andrija Žunac, Leon Grgić, Franka Mikolaci

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  • Ein Sommer in Paris

    Ein Sommer in Paris

    Ein Film von Valentine Cadic. Ab 4.6. im fsk.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Frankreich im August 2024: Während die Olympischen Spiele bereits voll im Gange sind, trifft die 30-jäh­ri­ge Blandine in Paris ein, um sich die Schwimmwettkämpfe vor Ort anzu­se­hen und bei der Gelegenheit ihre Halbschwester wie­der­zu­tref­fen, zu der sie seit Jahren kei­nen Kontakt mehr hat und deren Tochter sie noch nie gese­hen hat. Blandine lebt in der Normandie und hat sich dort an ein ruhi­ges und abge­schie­de­nes Dasein gewöhnt. In Paris taucht sie in das pul­sie­ren­de Stadtleben ein, in dem ande­re Regeln zu gel­ten schei­nen. Im Laufe ihres Aufenthalts lernt sie ande­re Menschen ken­nen, ver­läuft sich, zögert, ver­sucht, alte Fäden auf­zu­neh­men und neue zu knüp­fen, und lässt sich durch das Herz einer Stadt trei­ben, die ganz im Zeichen die­ses außer­ge­wöhn­li­chen Ereignisses steht.

    Credits:

    Le ren­dez-vous de l’é­té
    FR 2025, 77 Min., fran­zö­si­sche OmU
    Regie:  Valentine Cadic
    Kamera: Naomi Amarger
    Montage: Lisa Raymond
    mit Blandine Madec, India Hair, Arcadi Radeff, Matthias Jacquin, Lou Deleuze, Béryl Gastaldello

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  • Meine Frau weint

    Meine Frau weint

    Ein Film von Angela Schanelec. Ab 11.6.im fsk. Preview und Filmgespräch am 10.6.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Vor einer wei­ßen Wand steht ein wei­ßer Stuhl, der Bauarbeiter Thomas (Vladimir Vulević) sitzt auf ihm, viel­leicht etwas ner­vös oder sogar beun­ru­higt, zumin­dest sei­ne Worte deu­ten dies an, Worte, die wie stets bei Angela Schanelec mehr erzäh­len als die meist sta­tisch agie­ren­den Personen, die fast ohne Mimik und Gestik agieren.

    Thomas’ Frau Clara (Agathe Bonitzer) hat­te ihm auf dem Handy geschrie­ben, sie habe einen Unfall gehabt, genau­es weiß Thomas nicht, er war­tet auf genaue­re Informationen. Zwei Angestellte der Baufirma, für die Thomas arbei­tet, unter­hal­ten sich mit ihm, berich­ten von eige­nen Beziehungen, Kinderwünschen, Irritationen.

    Später trifft Thomas Clara, sie weint, beginnt auf dem nach Hause Weg mit erreg­ter Stimme von einem Tanzkurs zu erzäh­len, den Thomas und sie gemein­sam besuch­ten, den wei­ter­füh­ren­den Kurs dage­gen mach­te Clara allein, traf dort einen Mann, mit dem sie tanz­te, viel­leicht auch mehr, David heißt der Mann, der nun bei dem Unfall ums Leben gekom­men ist, bei dem Clara ver­letzt wurde.

    Ein plötz­lich Moment der Irritation in einer schein­bar sta­bi­len Beziehung, die Thomas aus der Bahn wirft, aber auch Clara zum Nachdenken über sich selbst, ihre Ziele und Träume bringt.

    In ihrem letz­ten Film „Music“ vari­ier­te Angela Schanelec den anti­ken Ödipus-Mythos, insze­nier­te ihre typi­schen, oft an ein Tableau erin­nern­den Bilder in Griechenland, am Ende aber auch in Berlin, ihrem Wohnort. Auch „Meine Frau weint“ spielt in Berlin, auch wenn man das kaum erkennt: Auf einer Baustelle beginnt die Geschichte, an S‑Bahn-Höfen und in den aus­la­den­den Parks spie­len sich Szenen ab, ein­mal kann man die Tiergartenstraße erken­nen, an der Clara und einer Freundin ent­lang­ra­deln. Ein viel­leicht nicht zufäl­lig gewähl­ter Schauplatz, denn hier befin­den sich etli­che diplo­ma­ti­sche Vertretungen, die auf die Vielstimmigkeit einer Stadt ver­wei­sen, die immer inter­na­tio­na­ler wird. Diese Internationalität, die immer wie­der zu kul­tu­rel­len, per­sön­li­chen, aber auch emo­tio­na­len Missverständnissen führt, zeigt sich in „Meine Frau weint“ iro­ni­scher­wei­se jedoch nicht in der gespro­che­nen Sprache: Ausschließlich auf Deutsch unter­hal­ten sich die Figuren, man soll­te viel­leicht mehr vom Vortragen ihrer oft zu aus­la­den­den Monologen wer­den­den Texte spre­chen, die eher auf einer Theaterbühne zu ver­mu­ten sind und weni­ger im ech­ten Leben.

    Unterschwellig zeigt sich die Internationalität der Figuren, die das moder­ne Berlin spie­geln, beson­ders aber den Kulturbetrieb, in dem sich auch Schanelec bewegt, durch die mar­kan­ten Akzente der Schauspieler: Allen vor­an der Serbe Vladimir Vulević und die Französin Agathe Bonitzer, dazu der Engländer Ben Carter und manch andere.

    Auch wenn sie sich alle auf Deutsch unter­hal­ten, sich eigent­lich ver­ste­hen, ist das Miteinander von Irritationen geprägt, von Leerstellen, die sich wie­der­um auch in fil­mi­schen Ellipsen spie­geln. Oft reden die Figuren zwar Miteinander, aber auch ein wenig anein­an­der vor­bei, offen­ba­ren in ihren Worten ihr Innerstes, wir­ken dabei aber äußer­lich kühl und unnahbar.

    Einmal mehr insze­niert Angela Schanelec die­sen Reigen wie eine fil­mi­sche Versuchsanordnung, ver­weist auf Kunst- und Filmgeschichte, lehnt sich bis­wei­len fast am absur­den Theater eines Samuel Becketts an und bleibt am Ende doch ganz bei sich. Ein eigen­tüm­li­cher, eigen­sin­ni­ger Film, der in jedem Moment die Handschrift sei­ner Regisseurin durch­schei­nen lässt.
    Michael Meyns | programmkino.de

    Credits:

    DE/FR 2026, 96 Min., deut­sche OmeU
    Regie & Schnitt:  Angela Schanelec
    Kamera: Marius Panduru
    mit: Vladimir Vulević, Agathe Bonitzer, Birte Schnöink, Pauline Rebmann, Ben Carter

    Trailer:
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  • Wolken über Lützerath

    Wolken über Lützerath

    Ein Film von Lukas Reiter. Am 30. Mai. mit Gästen im fsk.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    In Lützerath ver­läuft für Blinker, Ronni und die Bundestagsabgeordnete Kathrin Henneberger die 1,5 Grad-Grenze. Auf unter­schied­li­che Art kämp­fen sie für den Erhalt des Dorfes im rhei­ni­schen Braunkohlerevier. Während Blinker auf Barrikaden setzt und Ronni sich auf die Medienstrategie der Besetzung kon­zen­triert, ver­sucht die ört­li­che Grünen-Abgeordnete den Protest zu unter­stüt­zen und muss eine schwe­re Niederlage ein­ste­cken, als die Ampelkoalition dem Kohlekompromiss mit RWE zustim­men – der zwar den Ausstieg bis 2030 fest­hält, aber Lützerath dem Konzern opfert. Nach der Räumung blei­ben Bilder der Zerstörung, Erinnerungen und erst lang­sam hei­len­de Wunden.

    Credits:

    DE 2025, 110 Min., deut­sche OmeU
    Regie & Kamera:  
    Lukas Reiter
    Schnitt: Christoph Hans

    Trailer:
    WOLKEN ÜBER LÜTZERATH | Trailer | Kinostart: 18.05.26
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  • filmPOLSKA reloaded – Travel Essentials

    filmPOLSKA reloaded – Travel Essentials

    Rzeczy niez­będ­ne
    am 27.5.. 18:00 im fsk. Einführung: Bartek Tesarz (Polnisches Institut Berlin)

    [Tickets]

    Eigentlich will sich die hoch­schwan­ge­re Kriegsjournalistin Ada eine Auszeit bei ihrem Partner in Hamburg gön­nen. Doch dann bekommt sie aus Polen ein Buch zuge­schickt, in dem eine Frau ihre Missbrauchserfahrungen als Kind schil­dert – ver­se­hen mit einer per­sön­li­chen Widmung und einer Telefonnummer. Gegen jede Vernunft macht sich Ada auf den Weg in ihre alte Heimat. Dort trifft sie sich mit Roksana, der Autorin des Buchs. Diese bit­tet Ada, mit ihr in die pol­ni­sche Provinz zu fah­ren, wo bei­de auf­ge­wach­sen sind. Vielleicht kön­nen sie nach dem Tod von Roksanas Vater ihre Mutter dazu brin­gen, das Schweigen über die Ereignisse von damals zu bre­chen.
    Das odd cou­ple macht sich auf den Weg, um zu rekon­stru­ie­ren, was gesche­hen ist – oder ob sich Roksana die Geschichte viel­leicht nur aus­ge­dacht hat.

    Kamila Taraburas Langfilm-Debüt ist eine fein­füh­li­ge Mischung aus Roadmovie, Thriller, Krimi und Psychoporträt, das vie­le über­ra­schen­de Wendungen nimmt, um par­al­lel meh­re­re Geschichten zu erzäh­len. Dabei kann sich die Regisseurin vor allem auf ihre traum­haft inter­agie­ren­den Hauptdarstellerinnen Dagmara Domińczyk (Ada) und Katarzyna Warnke (Roksana) ver­las­sen, deren Schweigen oft bered­ter ist als ihre Worte. [Rainer Mende] 

    PL/LT 2024, 101 Min., poln. OmU, Regie: Kamila Tarabura, mit: Dagmara Domińczyk, Katarzyna Warnke, Małgorzata Hajewska-Krzysztofik, Andrzej Konopka 

    wei­te­re filmPOLSKA Termine:

    TRAVEL ESSENTIALS (Rzeczy niez­będ­ne) dra­ma I 2024 I Poland, Germany
  • Saving Spoonie

    Saving Spoonie

    Ein Film von  Till Harms. Am 9.Mai. (Weltvogelzugtag) Vorpremiere mit Gästen im fsk.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Spoonie, der Löffelstrandläufer, wäre ohne Dr. Christoph Zöckler und eine ein­ge­schwo­re­ne inter­na­tio­na­le Gruppe von Ornithologen längst aus­ge­stor­ben. Als wäre das nicht an sich schon schlimm genug, ver­läuft die Flugroute des spat­zen­gro­ßen Watvogels, mit dem son­der­ba­ren Löffelschnabel, von Russland über Nordkorea, China bis nach Myanmar und führt so durch die Krisenregionen des letz­ten Jahrzehnts. Die Arbeit der Task Force wird unver­se­hens zu einer poli­ti­schen Herausforderung und einem diplo­ma­ti­schen Balanceakt zwi­schen Russen, Deutschen, Chinesen, Engländern und wei­te­ren Mitgliedern des Flyway.
    Während ein ambi­tio­nier­ter Zuchtversuch in England zu schei­tern droht, erreicht der Spoonbilled Sandpiper, in China unge­ahn­te Popularität. Von sei­ne Fans lie­be­voll als „Spoonie“ bezeich­net, wird er zum Poster-Boy einer erwa­chen­den chi­ne­si­schen Umweltbewegung. Doch wäh­rend sei­ne Bekanntheit stän­dig wächst, nimmt die Zahl der real exis­tie­ren­den Vögel, trotz welt­wei­ter Bemühungen, wei­ter­hin dra­ma­tisch ab. So dis­ku­tie­ren die exzen­tri­schen Vogelliebhaber ob es noch ein, zwei oder, wie Optimisten mei­nen, drei­hun­dert brü­ten­de Paare auf der Welt gibt.
    Und so spie­gelt sich in der Tragikkomödie über Spoonies Schicksal der Kampf um die bedroh­te Vielfalt, in einer zer­brech­lich gewor­de­nen Welt.

    Credits:

    DE 2025, 87 Min., dt. engl. rus­sisch, chin­se­si­sche OmU
    Regie:  Till Harms
    Kamera: Börres Weiffenbach
    Schnitt: Natali Barrey

    Trailer:
    SAVING SPOONIE – Offizieller Trailer
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  • Wolves

    Wolves

    Ein Film von  Jonas Ulrich,. Ab 21.5. im fsk.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Mittendrin in der Black-Metal-Szene ist Regisseur Jonas Ulrich mit sei­nem Film Wolves, aber nicht nur das. Beim Max Ophüls-Preis in Saarbrücken erhielt er den Preis der Jugendjury und den der Filmkritik.
    Luana arbei­tet als Erzieherin und lebt bei ihrer Mutter in Zürich. Zu ihrem Cousin Dominik hat sie ein gutes Verhältnis und teilt sei­ne Black-Metal Vorliebe. Kurz vor einer Tournee steigt in des­sen Band WLVS ein neu­er Frontmann ein. Nicht nur Wiktors außer­ge­wöhn­li­cher Gesang fas­zi­niert Luana, der jun­ge Pole ist auch char­mant und enig­ma­tisch. Sie quit­tiert die Arbeit und über­re­det Dominik, sie bei der Provinz-Tour als Social-Media-Managerin mit­zu­neh­men. Die Rechnung geht auf, Wiktor inter­es­siert sich auch für sie. Nach und nach wird jedoch klar, dass ihr neu­er Freund ideo­lo­gisch in eine frag­wür­di­ge Richtung ten­diert. Hinweise wie spe­zi­el­le Tattoos, merk­wür­di­ge Fans und mehr wer­den aber immer wie­der rela­ti­viert oder weg­ge­re­det.
    Der Film stellt nicht die Frage, wie weit man Kompromisse aus­han­deln oder ein­ge­hen soll. Er fragt, wann man erkennt, dass es höchs­te Zeit ist, zusam­men­zu­pa­cken und das Weite zu suchen. Er weiß aber auch, wie schwie­rig das, nicht nur in einer Beziehung, sein kann.
    „In Bildern von gro­ßer Schönheit erzählt die­ses Drama von Grenzen, die sich ver­schie­ben, und Abgründen, die sich auf­tun, wobei die klei­ne auf die gro­ße Welt ver­weist. Mutig und authen­tisch blickt der Film in einen unbe­kann­ten Kosmos, den wir durch die Augen der Protagonistin erle­ben. Im Kontrast zwi­schen wei­chem Licht und schar­fer Musik baut sich eine inten­si­ve Kinoatmosphäre auf.“
    Jurybegründung Preis der Filmkritik MOP 

    Credits:

    CH 2025, 96 Min., engl, schwei­zer­deutsch OmU
    Regie & Schnitt:
     Jonas Ulrich
    Kamera: Tobias Kubli

    mit:
    Bartosz Bielenia, Selma Kopp, Fabian Künzli, Anna Sauter-McDowell, Moritz Fabian

    Trailer:
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  • Wild Foxes

    Wild Foxes

    Ein Film von  Valéry Carnoy,. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    In einem Sportinternat im länd­li­chen Frankreich träumt der jun­ge talen­tier­te Boxer Camille von einer Zukunft im Profisport. Camille ist ehr­gei­zig, gilt als unschlag­bar im Ring – und füt­tert heim­lich Füchse im angren­zen­den Wald. Als er bei einem sei­ner Waldausflüge von einem Felsen abstürzt, über­lebt er nur des­halb knapp, weil ihn sein bes­ter Freund Matteo ret­tet. Nach schnel­ler Genesung wird Camille zuneh­mend von uner­klär­li­chen Schmerzen heim­ge­sucht, die sein Training beein­träch­ti­gen und sei­nen Traum von einer Karriere bedro­hen. Auch die Beziehung zu sei­nem Team ver­schlech­tert sich, denn in der Welt der jun­gen Boxer gibt es für Schwäche kei­nen Platz. Als ein wich­ti­ges Turnier in Brüssel ansteht, setzt Camille alles auf eine Karte – und setzt dabei auch sei­ne Freundschaft mit Matteo aufs Spiel…
    „Boxfilme gibt es wie Sand am Meer, man muss also einen guten Grund haben, um noch einen zu dre­hen. Den hat der bel­gi­sche Regisseur Valéry Carnoy, denn eigent­lich hat er kein wirk­li­ches Interesse am Boxen selbst, nutzt den Sport und die mit ihm ver­bun­de­nen Klischees jedoch, um in sei­nem Debütfilm Wild Foxes auf gelun­ge­ne Weise Strukturen und Folgen toxi­scher Männlichkeit zu sezie­ren.“
    programmkino.de

    Credits:

    FR/BE 2025, 94 Min., fran­zö­si­sche OmU
    Regie:
     Valéry Carnoy,
    Kamera: Arnaud Guez,
    Schnitt:
    Suzana Pedro
    mit:
    Samuel Kircher, Fayçal Anaflous, Anna Heckel, Jef Jacobs, Hassane Alili, Salahdine El Gharchi, Jean Baptiste Durand, Raphaël Thierry unter der Mitwirkung von Yoann Blanc

    Trailer:
    Wild Foxes (offi­zi­el­ler Trailer) | Ein Film von Valéry Carnoy | Ab 7. Mai im Kino

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  • Eagles of the Republic

    Eagles of the Republic

    Ein Film von Tarik Saleh. Ab 21.5. im fsk.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Tarik Salehs neu­er Film Eagles of the Republic beginnt mit hand­ge­zeich­ne­ten Postern aus der gro­ßen Zeit des ägyp­ti­schen Kinos. Das ist nicht nur Nostalgie, son­dern auch ein Statement, ein per­sön­li­ches, poli­ti­sches und ästhe­ti­sches. Das ägyp­ti­sche Kino mag, auf­grund der poli­ti­schen Veränderungen des ara­bisch­spra­chi­gen Raums und in Ägypten selbst, nicht die alte Größe aus der Zeit von Cairo Station haben, aber Tarik Saleh, Sohn eines Ägypters und einer Schwedin, dreht seit 11 Jahren Politthriller, die sich mit Alan J. Pakula, Alan Parker und Costa-Gavras mes­sen kön­nen. Eagles of the Republic spielt im gegen­wär­ti­gen Kairo, in dem zu Beginn der Glamour ver­gan­ge­ner Zeiten herrscht: ele­gan­te Clubs, Filmsets, Partys. Der nicht son­der­lich reli­giö­se Christ George Fahmy (Fares Fares, fan­tas­tisch) ist der größ­te Filmstar Ägyptens und hat gera­de sei­nen letz­ten Film abge­schlos­sen. Aber die Zensurstelle, drei mus­li­mi­sche Frauen, hat Einwände. Eine Kampagne gegen George beginnt. Eine Kollegin soll im Fernsehen über Georges Lebenswandel und poli­ti­sche Einstellung spre­chen und ver­kün­den, dass sie nicht mit ihm arbei­ten will. Stattdessen wen­det sie sich an George, und im Fernsehen spricht sie nur freund­lich von ihm. Dann neh­men die Dinge eine ers­te selt­sa­me Wendung. George soll plötz­lich in einem Propagandafilm über das Leben von Präsident Sisi die Hauptrolle spie­len. Er will nicht, aber das Regime hat Mittel, schmei­cheln­de und mör­de­ri­sche. Mit dem Einstieg in den Präsidentenfilm wird George immer tie­fer in die Ränke der Machthaber und deren nicht weni­ger kor­rup­ten Gegner inner­halb des Regimes gezo­gen. Die Atmosphäre am Set ist psy­cho­tisch, aber das ist noch nichts gegen das, was sich erst all­mäh­lich, dann rasant ent­fal­tet. Eagles of the Republic ist ein ver­trackt schlei­chen­der, sehr sty­li­scher Thriller, beängs­ti­gend und brandaktuell. 

    Tom Dorow | indiekino

    Credits:

    SE/DK/FI/FR/DE 2026, 125 Min., ara­bi­sche OmU
    Regie: Tarik Saleh
    Kamera: Pierre Aïm
    Schnitt: Theis Schmidt
    mit: Fares Fares, Lyna Khoudri, Zineb Triki, Cherien Dabis 

    Trailer:
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