Ende der 1990er Jahre. Wilma hat ihr Leben im Lausitzer Braunkohlerevier verbracht. Es war geprägt von Arbeit und Wandel zweier politischer Systeme. Als ihr persönliches und berufliches Leben zerbricht, verlässt sie Ende der 1990er Jahre ihr Heimatdorf und zieht nach Wien. Dort beginnt sie neu, findet frische Perspektiven und entdeckt alte Utopien wieder, die sie einst inspirierten. Mit ihren alten Überzeugungen und neu gewonnener Kraft setzt sie sich nicht nur für sich selbst, sondern auch für eine bessere Zukunft und die Umwelt ein. Ein Film über Verlust, Neuanfang und den unermüdlichen Glauben an Veränderung.
„Dass es Wilma nach Österreich verschlägt und nicht in die alten Bundesländer, erweist sich als geschickter Schachzug von Regisseurin und Drehbuchautorin Maren-Kea Freese. Im Westen wäre Wilma sofort auf ihre Herkunft reduziert worden. Womöglich hätten Vorurteile einen Neuanfang erschwert oder vereitelt. Zumindest wäre „Wilma will mehr“ ein gänzlich anderer Film geworden. Wien dagegen, als eigenständige, ausländische, aber deutschsprachige Metropole, ist ein anderes Pflaster. Dort kennt man sich mit deutsch-deutschen Befindlichkeiten und Streitigkeiten weniger aus. Zwar finden auch die Ösis, dass die Ossis mitunter naiv sind. Doch wenn Wilma etwas leistet – und sie leistet viel –, wird das anerkannt.
Eigentlich schert man sich in Wien nicht um Herkunft. Doch wenn Wilma über ihr vergangenes Leben und die Mentalität ihrer Landsleute spricht, stößt sie doch auf Interesse. Bei einem feucht-fröhlichen Abend mit einem Dia-Vortrag von Wilma über die Lausitz und ihr ehemaliges Kraftwerk wird sie von ihren neuen Freunden gefeiert. Man stößt ganz im internationalistischen Sinne auf Karl Marx an und intoniert gemeinsam das DDR-Agitationslied „Sag mir, wo du stehst“.
Dennoch hat sich der Film weder Ostalgie noch eine Analyse der Umbruchszeit auf die Fahnen geschrieben. Es geht in erster Linie um eine Frau, die aus der Enge ihrer Heimat herausfindet und sich nach langer Zeit wieder entfalten kann. Als die Arbeits- und Lebensgrundlagen um sie herum zusammenbrechen, wagt Wilma den Ausbruch und stellt fest, dass sie auch in der Fremde gut zurechtkommt. Das liegt an ihrer beruflichen Vielseitigkeit, aber auch an ihrem Pragmatismus, mit dem sie sich auf neue Menschen und Mentalitäten einlassen kann. Sie greift Gelegenheiten beim Schopfe – aus Notwendigkeit, aber auch, weil sie die Abenteurerin in sich entdeckt. Fritzi Haberlandt trägt den Film mit Bravour und wirkt durch und durch glaubhaft. Selbst in Momenten der Verzweiflung rafft sich ihre Figur mit Brandenburger Dialekt wieder auf. Von dem, was sie in ihrem bisherigen Leben gelernt hat, kann sie in Wien jede Menge anwenden.“ Kira Tazman | filmdienst
Credits:
DE 2025, 112 Min., Regie: Maren-Kea Freese Kamera: Michael Kotschi Schnitt: Andrea Muñoz Darsteller*innen: Fritzi Haberlandt, Thomas Gerber, Stephan Grossmann, Xenia Snagowski, Katrin Schwingel, Isabel Schosnig
Trailer:
Kinotrailer „Wilma will mehr” – Kinostart 31. Juli 2025
Former power plant worker Wilma, who survived two political systems, faces a fresh start. After living her entire life in the rural lignite mining area (Ex-GDR), she left her village in the late 1990s when her world crumbled. Escaping to Vienna, she wants to rebuild her life. Old dreams of a better society resurface, and she embraces them with renewed energy, determined to create new paths for herself.
Credits:
DE 2025, 112 Min., Regie: Maren-Kea Freese Kamera: Michael Kotschi Schnitt: Andrea Muñoz Darsteller*innen: Fritzi Haberlandt, Thomas Gerber, Stephan Grossmann, Xenia Snagowski, Katrin Schwingel, Isabel Schosnig
Trailer:
Kinotrailer „Wilma will mehr” – Kinostart 31. Juli 2025
Eine Geste aus diesem Film wird man so schnell nicht vergessen. Es ist die wie eine Pistole mit ausgestreckten Fingern in Anschlag gebrachte Hand von Vinz, die immer wieder an die Möglichkeit des Ausbruchs explosiver Gewalt erinnert. Wie viele andere Aktionen in dem Film ist diese Geste sowohl Imponiergehabe, Pose und Spiel als auch tatsächliche Bedrohung. Immer ist die Gefahr gegenwärtig, daß das Spiel plötzlich und unumkehrbar furchtbare Zerstörungskräfte auslöst. Es geht um 24 Stunden des Lebens von drei jungen Männern aus der ‚cite‘ ( einer Trabantenstadt an der Peripherie von Paris ). Einer von ihnen wird am Ende tot sein.” Weniger ein brutaler Film, als vielmehr ein neuer ‚film noir‘. – Wer ’71 Fragmente…‘ nicht mochte (und das, so befürchte ich, wird die Mehrheit sein), wird diesen Film sehr mögen, die anderen werden ihn vielleicht als ein wenig zu didaktisch empfinden. Aber wahrscheinlich ist dieser Vergleich auch ziemlich blöd. (fsk Programmhefttext von 1995)
„Die Wucht, mit der Kassovitz den Zuschauer in die Auseinandersetzungen der drei Freunde zieht, resultiert aus der filmischen Gestaltung, aber auch aus dem hervorragenden Spiel der drei Hauptdarsteller, die der Geschichte hohe Authentizität verleihen. Schwarzweiße Bilder, harte Schnitte und die ausschließliche Verwendung von Originaltönen erzeugen einen bedrängenden Alltagsrealismus, der nicht nur den „sozialen Riß” durch die französische Gesellschaft spürbar macht, sondern auch ein Gefühl für die Ausweglosigkeit seiner Helden vermittelt. Wie sehr es dem 27jährigen Kassovitz trotz seiner ungeteilten Sympathie für die Bewohner der Banlieue doch gelingt, die Balance zwischen Parteilichkeit und Stilisierung zu halten, wird immer wieder in einzelnen Einstellungen deutlich, in denen sich seine Intentionen zur Metapher verdichten. Als Vinz den beiden Gefährten zum erstenmal die Pistole zeigt, schrecken diese zurück und weisen ihn ab, indem sie davonlaufen; dabei isoliert die Kamera den kahlköpfigen Vinz, der selbstvergessen über die Waffe streicht und plötzlich hochschreckt, als er merkt, daß er allein ist. Das schönste Bild, das Kasssovitz für die überlebensnotwendige Solidarität untereinander findet, ist dezent an den Rand gesetzt: nachdem Saïd und Hubert verhaftet, gequält und erniedrigt, dann aber wieder freigelassen wurden und im mondänen Stadtzentrum auch Vinz wiedergefunden haben, wandelt Saïd im Vorbeigehen mit der Sprühdose einen Werbeslogan ab: Die Welt ist nicht mehr „dein”, sondern „unser”: Miteinander, nicht getrennt können sie dem Morgen entgegensehen. Doch da flimmert über eine riesige Videowand die Nachricht vom Tod Abdels.” Josef Lederle | filmdienst
Credits:
FR 1995, 98 Min., franz. OmU Regie und Buch: Mathieu Kassovitz Kamera: Pierre Aïm Schnitt: Mathieu Kassovitz, Scott Stevenson mit: Vincent Cassel, Hubert Kounde, Said Taghmaoui
La Haine opens with a montage of news footage depicting urban riots in a banlieue in the commune of Chanteloup-les-Vignes near Paris. In the aftermath of the riots, a local man named Abdel Ichaha is gravely injured in police custody and is in intensive care. The riots escalate, leading to a siege of the local police station and the loss of a police officer’s revolver. The film follows the lives of three friends of Abdel, who are all young men from immigrant families, over approximately twenty consecutive hours.
Vinz, a young Jewish man with an aggressive temperament, seeks revenge for Abdel’s condition. He harbors a deep hatred for all police officers and secretly emulates Travis Bickle from Taxi Driver in front of his bathroom mirror. Hubert, an Afro-French boxer and small-time drug dealer, aspires to escape the banlieue and create a better life for himself. However, his boxing gymnasium was destroyed in the riots. Saïd, a young North African Muslim, acts as a mediator between Vinz and Hubert who constantly argue.
The three friends lead a directionless daily routine and frequently find themselves under police surveillance. At a rooftop party which is broken up by the police, Vinz insults a plainclothes police officer. After the trio leaves, Vinz reveals that he has discovered the .44 Magnum revolver lost during the riot. He plans to use it to kill a police officer if Abdel dies. While Hubert disapproves, Vinz secretly takes the gun with him. They try to visit Abdel in the hospital but are stopped by the police. Saïd is arrested after they aggressively refuse to leave, but he is later released with the assistance of a police officer who knows his brother.
A disagreement arises between Vinz and Hubert regarding their perspectives on policing and violence, leading them to part ways temporarily. Saïd accompanies Vinz, while Hubert briefly returns home. They reunite at another gathering in the banlieue, which quickly descends into chaos when Abdel’s brother attempts to murder a police officer as an act of revenge. This triggers a confrontation with the police, and the group narrowly escapes after Vinz almost shoots a riot officer. They board a train to Paris, where their interactions with both friendly and hostile Parisians escalate several situations into dangerous confrontations.
In a public restroom, they encounter a Polish survivor of the gulag who tells them a story about a man who froze to death after he refused to relieve himself in public near the train and then failed to re-board in time. The trio is perplexed by the meaning of the story.
Later, they visit Astérix, a frequent cocaine user who owes money to Saïd. This visit leads to a violent confrontation, as Astérix appears to force Vinz to play Russian roulette, although the gun is secretly unloaded. They encounter sadistic plainclothes police officers who arrest Saïd and Hubert while Vinz manages to escape. The police officers verbally and physically abuse the duo before imprisoning them until late at night, causing the three friends to miss the last train from Saint-Lazare station and spend the night on the streets.
After being kicked out of an art gallery and failing to hotwire a car, the trio takes shelter in a shopping mall. They hear from a news broadcast that Abdel has died. They make their way to a rooftop, where they insult skinheads. However, they encounter the same group of skinheads who mercilessly attack Saïd and Hubert. Vinz intervenes, holding one of the skinheads at gunpoint. Despite Hubert pushing Vinz to execute him, Vinz hesitates and ultimately lets the skinhead go.
In the early morning, the trio returns home, and Vinz hands the gun over to Hubert. Vinz and Saïd encounter the officer whom Vinz had insulted at the rooftop party. The officer seizes Vinz, threatening him with a loaded gun against his head. Hubert rushes to their aid, but the officer accidentally discharges his gun, killing Vinz. A tense standoff ensues between Hubert and the officer, as Saïd closes his eyes. A single gunshot is heard, leaving it unclear who fired the shot or who may have been struck.
This climactic standoff is accompanied by a voice-over of Hubert’s slightly modified opening lines („It’s about a society in free fall…”) and the recurring phrase jusqu’ici tout va bien („so far so good”). The film portrays a microcosm of French society’s descent from hostility into senseless violence, emphasizing that despite appearances, all is not well and the future remains uncertain. Wikipedia
Credits:
FR 1995, 98 Min., franz. OmU Regie und Buch: Mathieu Kassovitz Kamera: Pierre Aïm Schnitt: Mathieu Kassovitz, Scott Stevenson mit: Vincent Cassel, Hubert Kounde, Said Taghmaoui
„Egozentrische Erkundung ihrer Psyche“ – bösartige Kritiken begleiteten ihre ersten Arbeiten. Die NYT sah gar „Eine Schande für das Ansehen des Tanzes“, um allerdings schon bei ihrem Stück JUICE, das sie in der Rotunde des Guggenheim ausführen durfte, zu urteilen: „Miss Monk, die oft das Alltägliche in Bewegungen isoliert hat, entpuppt sich nun mit etwas Hilfe von Frank Lloyd Wright als Meisterin des Spektakulären. Ihre Nutzung der architektonischen Möglichkeiten des Guggenheim für eine 85-köpfige Performancegruppe war einfach brillant.“ Ihre Erforschung und Nutzung der Stimme als eigenes Instrument, sowie die Arbeiten an der Schnittstelle von Musik und Bewegung, Bild und Objekt, Licht und Klang waren Neuland. Als Frau war sie in der von Männern dominierten New Yorker Avantgarde-Musikszene der 1960er- und 1970er-Jahre jedoch ein Solitär und musste um Anerkennung und Ressourcen kämpfen.“ Regisseur Billy Shebar hatte Glück. Seine Frau Katie spielte in vielen Stücken von Monk mit. Er entdeckte seine Liebe zu ihrer Musik und bekam Zugang zu einem wunderbaren Archiv aus Filmen, Fotos und Musik. „Man bekommt viel Lust, ihre Alben hinterher in Ruhe anzuhören.“ TC Böhme | taz „Die Gegenkultur der 60er Jahre, in der Monk ihre Stimme fand, wandte sich gegen rassistische und geschlechtsspezifische Diskriminierung, Konsumdenken und den Vietnamkrieg. Ihr Werk ist zwar nicht offenkundig politisch, verkörpert aber all diese Werte und wirkt heute noch genauso bewusstseinserweiternd wie zu Beginn.“ Billy Shebar
Credits:
US/DE/FR 2025, 93 Min., engl. OmU Regie: Billy Shebar, David Roberts Kamera: Jeff Hutchens, Ben Stechschulte Schnitt: Sabine Krayenbühl
The profound cultural influence of the composer, performer and interdisciplinary artist Meredith Monk is often overlooked. As a female artist, she had to fight for recognition and resources in the male-dominated art scene of downtown New York of the 1960s and 1970s. Early reviews in “The New York Times” were vicious and sexist, with Clive Barnes calling her “a disgrace to the name of dancing” and John Rockwell opining that she was “so earnestly strange in a talented little-girl way”. And yet, as her celebrated contemporary Philip Glass says: “She, among all of us, was – and still is – the uniquely gifted one.” Monk in Pieces is a mosaic that mirrors the structure of her own work and illuminates her wildly original vocabulary of sound and imagery. In the film’s final chapters, Monk confronts mortality. We see her warily entrust her masterpiece “Atlas” to the director Yuval Sharon and singer Joanna Lynn-Jacobs for a new production with the Los Angeles Philharmonic. For 60 years, Monk has directed and performed in all her works; now she must learn to let go. What will happen to such singular creations after she is gone?
Credits:
US/DE/FR 2025, 93 Min., engl. OmU Regie: Billy Shebar, David Roberts Kamera: Jeff Hutchens, Ben Stechschulte Schnitt: Sabine Krayenbühl
Der Argentinier Gustavo betreibt im melancholisch-humorvollen Spielfilm La Practica zusammen mit seiner Frau Vanesa in Santago de Chile ein Yoga-Center. Die Ehe ist am Ende, bei der Scheidung wird der Besitz aufgeteilt. Gustavo bleibt alleine mit der Yoga-Schule zurück und kann und will sich nicht mit der Situation abfinden.
„Lakonischer, unterspannter und schöner lässt sich von einem aus den Fugen geratenen Leben kaum erzählen. Gustavo ist nach der Trennung von seiner Frau Vanessa, die ebenfalls Yoga unterrichtet, zu seinem ketterauchenden Schwager gezogen, der beim Kochen nicht am Knoblauch spart, was für echte Yogamenschen eine Unmöglichkeit ist. Das gemeinsame Studio – die erste staubtrockene Einstellung gilt dem Schild mit dem Schriftzug „Yoga“ – hat sie ihm überlassen. Doch eben hier, an dem einzig stabilen Ort, der vermeintlichen Oase innerer Ruhe und Ausgeglichenheit, ereignen sich beunruhigende Dinge. Bei einer Erderschütterung stürzt mitten im Training ein Paravent auf den Kopf der deutschen Schülerin Steffi. Sie kann sich fortan an nichts mehr erinnern – weder an ihre Passwörter oder den Besuch eines Yoga-Kurses, noch daran, dass ihr Gustavo kurz vor dem Zwischenfall nahegelegt hat, ein anderes Studio zu besuchen – wegen „Fehlinterpretation von Gesten“. Zudem kommen bei einem Diebstahl in der Garderobe Handys und andere Wertsachen abhanden. Eine unachtsame Bewegung, und Gustavo verstaucht sich auch noch den Meniskus.
Kein Ausweg, nirgends
Ein Refugium in den Bergen wird zum Fixpunkt – und später auch von Vanessa, Steffi und anderen Personen aufgesucht. Durch merkwürdige Bewegungen in Büschen und eine erneute Zerrung bringt der Aufenthalt für Gustavo jedoch nicht die gewünschte Erholung. Also sieht er sich gezwungen, vorerst auf die Gymnastikübungen eines russischen Influencers und stumpfe Kraftübungen in einem gewöhnlichen Fitnessstudio umzusatteln. Auch kommt er, vom Gestank von Zigaretten und Knoblauch geplagt und inzwischen schwer humpelnd, vorübergehend in einem Studentenzimmer ohne Warmwasser unter, bevor ein geplatztes Rohr die gesamte Wohnung flutet.
Was nach einer Ansammlung von Katastrophen in wachsenden Eskalationsstufen klingt, vollzieht sich unter der Regie von Martin Rejtman in aller Seelenruhe und an der Grenze zur Trägheit. Nur gesprochen wird ausgesprochen schnell und viel; nach der Paartherapie mit der Ex-Frau, bei den Telefonaten mit Gustavos gluckenhafter Mutter, die ihn drängt, nach Buenos Aires zurückzukehren. Von den Stürzen und Schlägen hingegen ist nichts zu sehen; die Montage folgt der verknappenden Logik einer Bildergeschichte; gezeigt werden nur die Folgen – Gustavo ist aus dem Bild verschwunden und steckt weniger später im Gully, der Paravent liegt auf Steffi und so weiter.” Esther Buss | filmdienst
Credits:
US/AR/CL/PT 2023, 93 Min. spanische OmU, Regie: Martín Rejtman Kamera: Hugo Azevedo Schnitt: Frederico Rotstein mit: Esteban Bigliardi, Manuela Oyarzún, Amparo Noguera, Camila Hirane, Gabriel Cañas
Gustavo loses the harmony in his life when his wife leaves him, he loses his home and an injury prevents him from continuing his work: teaching yoga. Between tremors, robberies, hospitals, motorcycles, couple’s therapy, yoga retreats, anti-inflammatories and antidepressants, Gustavo will try to avoid the fall. THEPRACTICE is a naturalistic and delirious comedy about the drama of approaching 50.
Credits:
US/AR/CL/PT 2023, 93 Min. spanische OmU, Regie: Martín Rejtman Kamera: Hugo Azevedo Schnitt: Frederico Rotstein mit: Esteban Bigliardi, Manuela Oyarzún, Amparo Noguera, Camila Hirane, Gabriel Cañas
„Papa, fahr los, lass uns ihnen folgen.“ – „Sie folgen uns. – Wirklich?“ – „Das ist keine gute Idee, du wirst dein Auto zerschroten, die Straßen sind sehr gefährlich.“ – „Wir haben keine Wahl.“ Als die riesige Rave-Party in der marokkanischen Wüste wegen Kriegsbeginns von der örtlichen Militärpolizei aufgelöst und das Publikum nach Europa zurückgeschickt wird, brechen Jade, Stef, Josh, Tonin und Bigui aus den Konvoi aus und machen sich mit ihren umgebauten Trucks aus dem Staub, zur nächsten Party im Süden. Spontan und mitgerissen von der Begeisterung seines kleinen Sohnes Estaban folgt Luis ihnen in seinem Kleinbus. Er ist verzweifelt auf der Suche nach seiner Teenager-Tochter Mar, die sich seit über fünf Monaten nicht gemeldet hat, und vielleicht ist sie bei einem der Raves. Selten hat mich ein Film so sehr von der ersten Einstellung an hineingezogen und bis zum Schluss dabeigehalten. Sirāt (so heißt die Brücke zwischen Himmel und Hölle in der islamischen Eschatologie – dünner als ein Haar und schärfer als ein Messer) ist spannend, hypnotisch und verstörend – ein herausforderndes Werk, dabei keinem Genre zuzuordnen. Der eigentliche Endpunkt der Reise verschwindet mit der Zeit, die Geschichte vom Weg, der das Ziel ist, stimmt hier trotzdem nicht. Olivier Laxe führt die kleine Gruppe auf ihrer Fahrt durch die marokkanische Wüste an einen existentiellen Rand, von dem niemand vorher ahnte, dass es ihn gibt. Was die Protagonist‚innen zuletzt antreibt, ist nur noch, dass es einfach immer weitergehen muss – was den Gewinner des Großen Preis der Jury (ex-aequo mit In die Sonne schauen) in Cannes 2025 auch so jetztzeitig macht. … und ja, genau für diesen Film haben wir uns letztes Jahr die neue Tonanlage mit dem irren Subwoofer angeschafft … „Seine herausragende künstlerische Qualität wird durch seine politischen und gesellschaftskritischen Aussagen ergänzt, was zu einem Film führt, der vielleicht nicht leicht zu verdauen – aber dafür umso gehaltvoller ist.“ Selina Sondermann | the upcoming
Credits:
ES/FR 2025, 120 Min., span., frz. OmU Regie: Oliver Laxe Kamera: Mauro Herce Schnitt: Cristóbal Fernández Musik: Kangding Ray mit: Sergi López, Bruno Núñez, Stefania Gadda, Joshua Liam Henderson
Trailer:
Sirāt | Trailer | Oliver Laxe | Sergi López | Bruno Nuñez
A father (Sergi López) and his son arrive at a rave deep in the mountains of southern Morocco. They’re searching for Mar — daughter and sister — who vanished months ago at one of these endless, sleepless parties. Surrounded by electronic music and a raw, unfamiliar sense of freedom, they hand out her photo again and again. Hope is fading but they push through and follow a group of ravers heading to one last party in the desert. As they venture deeper into the burning wilderness, the journey forces them to confront their own limits.
Credits:
ES/FR 2025, 120 Min., span., frz. OmU Regie: Oliver Laxe Kamera: Mauro Herce Schnitt: Cristóbal Fernández Musik: Kangding Ray mit: Sergi López, Bruno Núñez, Stefania Gadda, Joshua Liam Henderson
Trailer:
Sirāt | Trailer | Oliver Laxe | Sergi López | Bruno Nuñez
Katinka wollte schon als Kind Bäuerin werden. Aber im Hohenlohischen, wo sich die 17-Jährige mit ihrer Mutter, dem älteren Bruder und den beiden Schwestern um die Kühe und das Heu kümmert, erben nun mal die Männer den Hof. Überhaupt würde es die Mutter viel besser finden, wenn Katinka woanders eine Ausbildung anfinge. Das Milchgeschäft rentiert sich schon lange nicht mehr. Dumm auch, dass Katinkas beste Freundin Carina ausgerechnet mit ihrem Bruder geschlafen hat. Doch wo andere keine Zukunft sehen, versucht Katinka, sich eine zu bauen, den Traditionen zum Trotz. Regisseurin Justine Bauer unterläuft in ihrem Debütfilm sämtliche Erwartungen auf erfrischend humorvolle Art. Ohne zu beschönigen, feiert sie das Landleben, einen unvergesslichen Sommer und vor allem: vier junge Frauen, die ihren eigenen Kopf haben. Auf dem Filmfest München gewann der Film den Förderpreis Neues Deutsches Kino. „Denn die Rollen, die Traditionen sind zwar festgezurrt, aber unter der Oberfläche, bei den jungen Frauen, da tut sich was. In vielen Momenten: die Melkmaschine im Stall, die Heuballen, die von der Ballenpresse geboren werden, der Ochse, der nach Kastration seine Wildheit verloren hat, auf dem man reiten kann. Eine Schwangerschaft, von der jeder weiß, über die nicht gesprochen wird – die erfahrenen Bäuerinnen haben seit jeher trächtige Kühe erkennen können. … Das Frausein, die Mutterschaft, das Leben unter dem Radar des tölpelhaft machistischen Patriarchats, das am Rand fast karikaturesk aufscheint: Das ist das Thema des Films, geschickt eingeflochten in die realitätsnahe Darstellung, und keinesfalls aufgesetzt, sondern in sonderbar poetischer Weise verwoben mit der Wirklichkeit. Der Nachbar, der stellt grüne Kreuze auf als Protest gegen „die da oben“, die den Bauernstand zerstören. Später brennt er als Protestaktion sein Heu an und löscht mit Milch, die Lokaljournalistin will vor allem schöne Fotos von traurigen Kindern.“ Harald Mühlberger | kino-zeit
Credits:
DE 2024, 78 Min., deutsche Fassung Regie: Justine Bauer Kamera: Pedro Carnicer Schnitt: Semih Korhan Güner, Justine Bauer mit: Johanna Wokalek, Pauline Bullinger, Anne Nothacker, Sara Nothacker, Lore Bauer
Milk has been an unprofitable commodity for a while now. Farming in general is suffering, and more and more farms are having to close. But Katinka is holding on to the family business, is being trained in farming, and is seeking her future in a place that remembers how things once were.
Credits:
DE 2024, 78 Min., deutsche Fassung Regie: Justine Bauer Kamera: Pedro Carnicer Schnitt: Semih Korhan Güner, Justine Bauer mit: Johanna Wokalek, Pauline Bullinger, Anne Nothacker, Sara Nothacker, Lore Bauer
In Vermiglio, einem Bergdorf in den italienischen Alpen, wo die Zeit im ewigen Rhythmus der Monate vergeht, ist das Leben beschwerlich und bescheiden. Wir schreiben den Winter 1944, der der Krieg scheint gleichzeitig weit weg und doch allgegenwärtig zu sein. Attilio, ein junger Einheimischer, kehrt schwer verletzt auf den Schultern seines sizilianischen Kameraden Pietro heim. Die Ankunft bringt Unruhe in das Dorfleben, besonders in das Haus des Lehrers Cesare und seiner großen Familie. Als Deserteure müssen beiden jungen Männer versteckt und gepflegt werden, letzteres macht Lucia, die älteste der Lehrertöchter, besonders gerne. Eine Romanze beginnt, aber nicht nur das. Jeder hier hat seine Geheimnisse, der Lehrer, seine Töchter, und auch Pietro. Zunächst mit geringer Kopienzahl gestartet, entwickelte sich Maura Delperos von der eigenen Familiengeschichte inspirierter zweiter Film (nach Maternal) in Italien innerhalb kurzer Zeit zu einem überraschend großen Erfolg. Er gewann schließlich sieben Kategorien des wichtigsten Filmpreises des Landes, dem „David di Donatello“, u.a. für den Besten Film und für die Beste Regie, der damit erstmals an eine Frau ging. „Vermiglio ist in seiner Bescheidenheit ein wuchtiger Film, weil er diese emotionale und familiäre Sprengkraft völlig unaufgeregt darstellt. Der Regisseurin Maura Delpero gelingt es meisterlich, dieses Liebesdrama völlig unsentimental und zurückhaltend zu inszenieren, in schlichten, aber sehr bestimmten, stimmigen Bilden, gedreht vom Kameramann Michail Kritschmans. Und die Montage lässt einem immer genügend Luft zum Durchatmen. Nicht umsonst hat der Film am Internationalen Filmfestival in Venedig 2024 den Silbernen Löwen gewonnen und bei der internationalen Presse viel Lob erfahren.“ Madeleine Hirsiger | arttv
Credits:
IT/FR/BE 2024, 119 Min., ital. OmU Regie: Maura Delpero Kamera: Mikhail Krichman Schnitt: Luca Mattei mit: Tommaso Ragno, Giuseppe De Domenico, Roberta Rovelli, Martina Scrinzi, Orietta Notari, Carlotta Gamba
In four seasons nature completes its cycle. A girl can become a woman. A belly can swell and become a creature. One can lose the path that led safely home, one can sail seas towards unknown lands. In four seasons one can die and be reborn. Vermiglio tells of the last year of the Second World War in a large family and how, by a paradox of fate, with the arrival of a refugee soldier it loses its peace at the very moment in which the world finds its own.
Credits:
IT/FR/BE 2024, 119 Min., ital. OmU Regie: Maura Delpero Kamera: Mikhail Krichman Schnitt: Luca Mattei mit: Tommaso Ragno, Giuseppe De Domenico, Roberta Rovelli, Martina Scrinzi, Orietta Notari, Carlotta Gamba
Das Konzept des Bruttonationalglücks lehnt sich an den Begriff des Bruttonationaleinkommens an. Anders als dieser quantitätsorientierte Indikator zielt das Bruttonationalglück darauf ab, die Qualität des Lebensstandards zu definieren. Es dient als Messwert für das Wohlergehen eines gesamten Volkes. Aber – wie ist Glück messbar? Bhutan ermittelt das hier erfundene politische Glückmaß seit 1997 alle fünf Jahre, indem Interviewer anhand eines umfassenden Fragebogens die notwendigen Informationen Haus für Haus einholen. Das Regie-Duo aus Ungarn und Bhutan begleitet zwei von ihnen, Amber Kumar Gurung und Guna Raj Kuikel, auf ihrem Weg. Dabei beobachten sie nicht nur zu Herzen gehende, dramatische wie tröstliche Erzählungen der Befragten. Auch das Schicksal des offenen, manchmal auch selbstironischen Luftgitarrespielers Amber berührt. Als Angehöriger der nepalesischen Minderheit in Bhutan wird der 40-jährige selbst im persönlichen Bereich so beschränkt, dass sein Glückswert laut eigener Einschätzung weit unter dem Durchschnitt liegt. „In unseren Filmen beschäftigen wir uns oft mit dem Aufeinandertreffen von Kulturen, Identitäten, Werten und Mustern. Diese Geschichten ziehen uns an, die intimen Situationen des Lebens, die unsere kulturellen Unterschiede egalisieren und mit denen wir das Vertraute im Anderen zeigen können ….“ sagen die Regisseure – so kommt das ermittelte Ergebnis auch in Bhutan, wie überall auf der Welt, nicht zuletzt durch Art der Fragestellung zustande. „Angesichts der Beschreibung des Films und der Werbefotos dieses wunderschönen Landes könnte man meinen, dass Agent of Happiness Bhutan als eine Art Paradies darstellt, aber der Film ist nicht eindimensional und auch keine reine Propaganda für Bhutan als glückliche buddhistische Enklave. Wie sein Schwerpunkt zeigt, scheut er sich nicht, die Fehler eines solch monolithischen religiösen und ethnischen Ansatzes für nationales Glück aufzuzeigen, der Menschen wie Amber in der Masse untergehen lässt.“ Aren Bergstrom | hot docs
The film follows Amber Kumar Gurung and Guna Raj Kuikel, two Bhutanese bureaucrats, in their travels through the small Himalayan kingdom as census workers, measuring people’s happiness levels. They work for the Center for Gross National Happiness, a government institution which is tasked with collecting data on the citizens‘ happiness. This data is then used to inform the constitutionally-mandated goal of increasing national happiness.[5]
Along the way we meet Bhutan’s everyday people, such as a transgender bar singer, a wealthy farmer and his three wives, a teenage girl who worries about her mother’s alcoholism, or a recent widower who finds solace in religion. Through them we get a glimpse into the Bhutanese society and their views on happiness in face of adversity. We also explore Amber’s dreams and ambitions, primarily among them the dream of finding love.
Eigentlich hätte er Sportunterricht, aber Simon dreht kurz vor der Schule um. Er trifft einen Nachbarn und fährt mit zu dessen Clique an den Fluss. Es ist heiß, und Gespräche und Aktivität laufen eher träge ab, ein bisschen Unsinn reden, schwimmen, spielen, necken, ärgern, essen, aber auch: den „Neuen“, Simon, abchecken. Dann weckt die plötzlich auftauchende Marie Simons Interesse. Zusammen ziehen sie los, holen Pommes und lassen sich durch den Wald treiben. Sie vergessen die Zeit und tauchen immer tiefer in die verwunschene sommerliche Flusslandschaft ein. „‚Die Hölle, das sind die anderen‘ – dieser Schlüsselsatz aus Jean Paul Sartres Einakter Geschlossene Gesellschaft bringt für mich den Zustand, in dem sich die Figuren in meinem Spielfilm-Debüt Der Fleck befinden, auf den Punkt. Sie suchen Bestätigung im gegenseitigen Blick, schauen selbst gnadenlos auf das Gegenüber und werden so einander unfreiwillig zu Folterknechten. Und obwohl es keine offensichtlich bösen Absichten oder offensive Feindseligkeiten unter den Jugendlichen gibt, transportiert sich deutlich ein allumfassendes Unbehagen. Hier wird im Kleinen erprobt, was auch unter Erwachsenen geschieht. Alle loten unbewusst und lauernd ihre Stellung aus, versuchen herauszufinden, wer wie zueinander steht, wo sich Allianzen bilden lassen, und wo Rivalitäten. Das zu beobachten, dieses hilflose Verbiegen, Maßregeln und Beäugen ist zum Heulen und zum Lachen gleichzeitig – allein weil es mit ein wenig Abstand betrachtet so absurd erscheint. Dass es eine irdische Hölle gibt, ist in in der Welt des Atheisten Sartre sicher. Aber gibt es auch so etwas wie einen Himmel? Und was wäre das? Es wäre ein Blick, der uns nicht festlegt oder verurteilt, der nicht reduziert auf das, was wir wurden, sondern sich öffnet für das was wir werden könnten. Einen kleinen Einblick in diese unbekannte Welt möchte ich meine Figuren SIMON und MARIE in Der Fleck kurz erhaschen lassen. So beginnt sich jenseits all der Apathie und des passiv-aggressivem Gelabers, im Laufe der fortschreitenden Erzählung etwas Hoffnungsvolles und Lebensbejahendes abzuzeichnen.“ Willi Hans
Credits:
DE/CH 2024, 94 Min., dt. OmeU Regie & Schnitt: Willy Hans Kamera: Paul Spengemann mit: Leo Konrad Kuhn, Alva Schäfer, Shadi Eck, Felix Maria Zeppenfeld, Darja Mahotkin, Marlene Becker u. a.
After escaping from gym class, Simon finds himself on the banks of a river with a group of teenagers. Amidst the air mattresses and pointless chatter, time passes as sluggishly as the river water. Only when Marie appears and both are catapulted into the nearby riverside forest by an unexpected incident they escape the lethargic group and enter the timeless realm of the enchanted landscape.
„I would like to give a glimpse of something that counters the existential loneliness of our human present. Ultimately, redemption lies in the encounter.” Willy Hans
Credits:
DE/CH 2024, 94 Min., dt. OmeU Regie & Schnitt: Willy Hans Kamera: Paul Spengemann mit: Leo Konrad Kuhn, Alva Schäfer, Shadi Eck, Felix Maria Zeppenfeld, Darja Mahotkin, Marlene Becker u. a.
Ein Film voller Musik von Fred Frith, sowohl solo, als auch gemeinsam mit anderen Musikern. „Was ist ein Musiker anderes, als ein Organisator von Sounds?“ fragt Frith. Die Regisseure haben das beherzigt und sich als Organisatoren von Bildern betätigt, die verdammt gut zu seiner Musik passen: Also los : Step across the Border!
„Fred Frith, John Zorn, Arto Lindsay, Ciro Battista, Iva Bitová, Bob Ostertag, Joey Baron, Jonas Mekas, Robert Frank – vereint in einer Zelluloid-Improvisation über Rhythmus, Bilderlust und Lebensfreude. Konzertmitschnitte, Interviews in heruntergekommenen Hotelzimmern und Kamerafahrten durch Metropolen wie New York und Tokio vermischen sich zu einer mitreißenden Klangreise. Musik und Bild sind eigenständig, keines unterwirft sich dem anderen und doch ergeben sich Überschneidungen, die mal komisch, mal absurd, mal einfach schön sind – wie die Maisfelder im Wind, die einen magischen Augenblick lang im Rhythmus von Friths Improvisationen schwingen. Step Across The Border ist ein schwarz-weißes Augenzwinkern über den Zusammenhang zwischen Schnellbahnen, Stürmen und elektrischen Gitarren und ein meisterhafter Diskurs über den Geist des Musik- und des Filme-Machens.” (DOK.fest München 2024)
Credits:
CH/DE 1989, 90 Min., engl. OmU, Regie: Nicolas Humbert, Werner Prenzel Kamera: Oscar Salgado mit den Musiker*innen: Fred Frith, Iva Bittova, Tom Cora, Pavel Fajt, Eitetsu Hayashi, Zeena Parkins, Tim Hodgekison, Arto Lindsey, Bob Ostertag, John Zorn u.v.a.
In this film two forms of artistic expression, improvised music and cinema direct, are interrelated. In both forms it is the moment that counts, the intuitive sense for what is happening in a space. Music and film come into existence out of an intense perception of the moment, not from the transformation of a preordained plan. In improvisation the plan is revealed only at the end. One finds it. The other connection concerns the work method: the film team as band. Much as musicians communicate via the music, our work, too, was realized within a very small and flexible team of equals. What mattered was exchange. And movement. Sometimes we started filming in the middle of the night, responding to a new idea that had arisen only minutes before. We had a fundamental feeling for what we wanted to do, for what kind of film this should be. And we followed that feeling. It was all very instinctive.
Credits:
CH/DE 1989, 90 Min., engl. OmU, Regie: Nicolas Humbert, Werner Prenzel Kamera: Oscar Salgado mit den Musiker*innen: Fred Frith, Iva Bittova, Tom Cora, Pavel Fajt, Eitetsu Hayashi, Zeena Parkins, Tim Hodgekison, Arto Lindsey, Bob Ostertag, John Zorn u.v.a.
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