Blog

  • Sorda – Der Klang der Welt

    Sorda – Der Klang der Welt

    Ein Film von Eva Libertad. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Sorda ist das spa­ni­sche Wort für taub. Ein ganz nor­ma­les Paar, Ángela und Héctor, wünscht sich nach län­ge­rer Partnerschaft ein ganz nor­ma­les Kind. Ángela ist fast gehör­los und was an sich schon eine unge­mei­ne Herausforderung für ein Paar wer­den kann, bringt die bei­den an die Grenzen, die zwi­schen bei­der Welten ver­lau­fen. Genauso, wie sich Héctor auf einer Party sei­ner Frau und ihrem gehör­lo­sen Freundeskreis als Randfigur wahr­nimmt, wird Ángela noch bewuss­ter, wie iso­liert sich ein Leben mit ihrem Handicap anfüh­len kann. Und zu wel­cher Gesellschaft wird das erwar­te­te Kind gehö­ren, das viel­leicht auch gehör­los sein wird? Die Intimität und Feinsinnigkeit des Films sind sicher auch der Tatsache geschul­det, dass die gehör­lo­se Hauptdarstellerin Miriam Garlo und die Regisseurin Eva Libertad Schwestern sind.

    Was heißt es, als gehör­lo­se Frau in einer hören­den Mehrheitsgesellschaft Mutter zu sein? Diese Frage stellt sich Protagonistin Ángela in Eva Libertads Sorda, als sie und ihr hören­der Partner Hector gemein­sam ein Kind erwar­ten. Inspiriert von Gesprächen mit ihrer gehör­lo­sen Schwester Garlo, die auch die Hauptrolle über­nimmt, unter­sucht Libertad die Vereinbarkeit der hören­den und gehör­lo­sen Welt, teils anhand von Bevormundung und Ausgrenzung, die Ángela erfährt, ins­be­son­de­re aber durch ein nuan­cier­tes und emo­tio­na­les Porträt einer lie­be­vol­len Paar- und Familiendynamik, die zwi­schen den Welten balan­ciert.” (Charlie Hain, Filmlöwin) 

    SORDA erhielt den Panorama Publikumspreis für den bes­ten Spielfilm der Berlinale 2025.

    Credits:

    ES 2025, 99 Min., Spanisch, Spanische Gebärdensprache mit deut­schen Untertiteln
    Regie, Buch: Eva Libertad
    Kamera: Gina Ferrer García
    Schnitt: Marta Velasco
    mit: Miriam Garlo, Álvaro Cervantes, Elena Irureta, Joaquín Notario

     Audiodeskriptionen, Untertitel und Hörverstärkung mit der Greta App

    Trailer:
    Trailer SORDA, von Eva Libertad (OV/de), ab 6. November im Kino
    nach oben

    A film by Eva Libertad. Spanish and Spanish Sign Language with German Subtitles

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Ángela, a deaf woman, and Héctor, her hea­ring part­ner, are expec­ting a child. They are exci­ted about the pregnan­cy, alt­hough they do not yet know whe­ther the baby will be deaf or hea­ring. Despite both clai­ming they can hand­le wha­te­ver comes, their under­ly­ing con­cerns are evi­dent. After a com­pli­ca­ted and emo­tio­nal­ly inten­se labour, Ángela gives birth to their daugh­ter, but the pair will have to wait a cou­ple of months to learn if the baby is hea­ring or not. During this time, Héctor strug­gles to ful­ly grasp the chal­lenges Ángela is facing, while she must come to terms with rai­sing a daugh­ter who may not share her expe­ri­ence of the world. This jour­ney forces both of them to ques­ti­on their roles as part­ners and par­ents, as Ángela grapp­les with her iden­ti­ty in a socie­ty that does not ful­ly accept or under­stand her.

    Credits:

    ES 2025, 99 Min.,
    Spanisch, span. Gebärden mit deut­schen Untertiteln
    Regie, Buch: Eva Libertad
    Kamera: Gina Ferrer García
    Schnitt: Marta Velasco
    mit: Miriam Garlo, Álvaro Cervantes, Elena Irureta, Joaquín Notario

    Trailer:
    Trailer SORDA, von Eva Libertad (OV/de), ab 6. November im Kino
    nach oben
  • Ping Pong Paradise

    Ping Pong Paradise

    Ein Film von Jonas Egert.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Wer auf­re­gen­de und spek­ta­ku­lä­re Ballwechsel zwi­schen Weltklasse-Spielern beim Tischtennis sehen will, ist hier genau rich­tig. Wer mehr über merk­wür­di­ge Vorgänge im Profisport erfah­ren möch­te, ist hier eben­falls rich­tig. Und auch der Einfluss der Weltpolitik macht vor Tischtennis nicht halt. Zwei Ereignisse prä­gen die­sen Film: die Bundesliga- und Championsleague-Wildcard für den neu gegrün­de­ten TTC Neu-Ulm und der Ausschluss rus­si­scher Spieler (und Vereine) von inter­na­tio­na­len Turnieren. Ein Jahr lang blieb Jonas Egert unauf­fäl­lig an der Seite des Teams und sei­ner neu ver­pflich­te­ten inter­na­tio­na­len Top-Stars, bis der Höhenflug des Vereins ein jähes Ende fand. 

    Atemberaubend wie ein Profi-Match, groß­ar­tig foto­gra­fiert und mon­tiert. Mehr als ein her­aus­ra­gen­der Sportfilm – ein ner­ven­zeh­ren­der Ping-Pong-Thriller der Spitzenklasse.“ (Ysabel Fantou, DOK.fest München)

    Credits:

    DE 2025, 116 Min.
    Regie, Buch: Jonas Egert
    Kamera: Felix Riedelsheimer
    Schnitt: Anja Pohl

    Trailer:
    Trailer PING PONG PARADISE – ab 23.10.25 im Kino
    nach oben

    A film by Jonas Egert. In German, English and Russian with German subtitles.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    The for­mer table ten­nis pro Dmitrij Mazunov is the coach at the new­ly foun­ded TTC Neu-Ulm, home to a world class inter­na­tio­nal team cent­red around the ping pong super­star Dimitrij Ovtcharov. In 2022, the club gets off to a fly­ing start in the Bundesliga and Champions League but, later, match bans are impo­sed. Can the club be saved? Superbly film­ed and extre­me­ly exci­ting. (Ysabel Fantou, DOK.fest München)

    Credits:

    DE 2025, 111 Min., English, German, Russian with German sub­tit­les
    Director: Jonas Egert 

    Trailer:
    Trailer PING PONG PARADISE – ab 23.10.25 im Kino
    nach oben
  • Franz K.

    Franz K.

    Ein Film von Agnieszka Holland. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Filme über Kafka und Kafka-Verfilmungen gibt es eini­ge, Kafka-Biografien und ande­re Sekundärliteratur ber­ge­wei­se, lus­tig ver­an­schau­licht in „Franz K.“ bei einem der Ausflüge ins skur­ri­le Heute. Agnieszka Holland und Autor Marek Epstein haben einen sehr leben­di­gen Ansatz für ihre Film-Version gewählt, die erscheint wie eine Kurzgeschichtensammlung. Immer wie­der springt der Film durch die Zeit, zeigt Aus- und Anschnitte von dem, was so bekannt ist aus dem Leben des hoch­sen­si­blen Autors. Mit gro­ßer Experimentierfreude und vie­len Ideen lässt er uns teil­ha­ben am pri­va­ten wie beruf­li­chen Umfeld und inter­pre­tiert Auszüge sei­nes Werkes visu­ell, ohne jedoch das zu befürch­ten­de Feuerwerk „kaf­ka­es­ker“ Bildsprache zu stra­pa­zie­ren. Von Familie, Freundschaft, Druck und Angst, inne­rem und äuße­rem Zwang wird erzählt, oft ver­spielt, dabei aber auch ange­mes­sen ernst­haft, so wie bei der Thematisierung der zuneh­mend bedroh­li­chen Lage der Juden in Europa.

    Die tsche­chisch-deutsch-pol­ni­sche Produktion fängt die Härte und Grausamkeit der dama­li­gen Zeit ein, ist häu­fig jedoch auch über­ra­schend humor­voll. Neben dem in sich gekehr­ten, zer­ris­se­nen, hin und wie­der pedan­ti­schen Franz ler­nen wir des­sen aus­ge­las­se­ne Seite ken­nen, etwa wenn der Schriftsteller fröh­lich lachend in einer freund­schaft­li­chen Runde aus Der Prozess vor­liest. Ein schö­ner Gegenentwurf zur Melancholie und zur ver­stö­ren­den Schwere, die häu­fig unser Kafka-Bild prägen.“Andreas Köhnemann | kino-zeit

    Credits:

    DE CZ 2025, 127 Min., Deutsch, Tschechisch OmU
    Regie: Agnieszka Holland
    Drehbuch: Marek Epstein
    Kamera: Tomasz Naumiuk
    mit: Idan Weiss, Peter Kurth, Jenovéfa Boková, Ivan Trojan, Sandra Korzeniak, Katharina Stark

    Trailer:
    FRANZ K. | Trailer | ab 23. Oktober 2025 im Kino
    nach oben

    A film by Agnieszka Holland. In German and Czech with German subtitles.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    There are seve­ral films about Kafka and adapt­a­ti­ons of his works, moun­ta­ins of Kafka bio­gra­phies and other secon­da­ry lite­ra­tu­re, humo­rous­ly illus­tra­ted in ‘Franz K.’ during one of the excur­si­ons into the bizar­re pre­sent. Agnieszka Holland and aut­hor Marek Epstein have cho­sen a very lively approach for their film ver­si­on, which appears like a coll­ec­tion of short sto­ries. The film repea­ted­ly jumps through time, show­ing excerp­ts and frag­ments of what is known about the life of the high­ly sen­si­ti­ve aut­hor. With a gre­at wil­ling­ness to expe­ri­ment, it allows us to par­ta­ke in his pri­va­te and pro­fes­sio­nal life and visual­ly inter­prets excerp­ts from his work wit­hout, howe­ver, ove­ru­sing ‘Kafkaesque’ imagery. It tells of fami­ly, fri­end­ship, pres­su­re and fear, inner and outer cons­traints, often in a playful man­ner, but also with appro­pria­te serious­ness, as in its tre­at­ment of the incre­asing­ly threa­tening situa­ti­on of Jews in Europe.

    Credits:

    DE CZ 2025, 127 Min. Deutsch, Tschechisch OmdU
    Regie: Agnieszka Holland
    Drehbuch: Marek Epstein
    Kamera :Tomasz Naumiuk
    mit: Idan Weiss, Peter Kurth, Jenovéfa Boková, Ivan Trojan, Sandra Korzeniak, Katharina Stark

    Trailer:
    FRANZ K. | Trailer | ab 23. Oktober 2025 im Kino
    nach oben
  • Kein Land für Niemand – Abschottung eines Einwanderungslandes

    Kein Land für Niemand – Abschottung eines Einwanderungslandes

    Ein Film von Max Ahrens & Maik Lüdemann

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Deutschland steht an einem his­to­ri­schen Wendepunkt: Erstmals seit 1945 wird im Jahr 2025 ein migra­ti­ons­po­li­ti­scher Entschließungsantrag im Bundestag ange­nom­men – mit Unterstützung der AfD, die vom Verfassungsschutz wegen rechts­extre­mer Bestrebungen beob­ach­tet wird. Die Erklärung zur Begrenzung der Zuwanderung sieht unter ande­rem eine voll­stän­di­ge Schließung der deut­schen Grenzen vor. Ein Paradigmenwechsel kün­digt sich an: weg vom Schutz von Geflüchteten, hin zu Abschottung und Abschreckung.

    Kein Land für Niemand – Abschottung eines Einwanderungslandes begibt sich auf die Suche nach den Ursachen die­ser poli­ti­schen Zäsur und nimmt die Zuschauer*innen mit auf eine auf­rüt­teln­de Reise. Die Dokumentation beginnt an den euro­päi­schen Außengrenzen, wo eine andau­ern­de huma­ni­tä­re Katastrophe auf staat­li­che Ignoranz trifft, aber auch auf zivi­les Engagement. Sie beglei­tet einen Rettungseinsatz auf dem Mittelmeer, doku­men­tiert die kata­stro­pha­le Lage aus der Luft und erzählt die Geschichten von Überlebenden, die trotz Gewalt und töd­li­cher Risiken den Weg nach Deutschland gefun­den haben.

    Während Deutschland dazu bei­trägt, eine euro­päi­sche Festung zu errich­ten, gerät die poli­ti­sche Landschaft ins Wanken. Von emo­tio­na­li­sier­ten Medienberichten bis zu hilf­los nach rechts rudern­den Politiker*innen zeich­net sich eine gesell­schaft­li­che Erzählung ab, die sich gegen Migrant*innen und Schutzsuchende rich­tet. Ist Migration über­haupt das gro­ße Problem, zu dem es gemacht wird? Oder offen­bart die Abschottungspolitik tie­fe­re gesell­schaft­li­che Ängste?

    In ein­dring­li­chen Geschichten zeigt der Film eine zuneh­mend beängs­ti­gen­de Realität aus Sicht von Geflüchteten und ana­ly­siert die Dynamiken hin­ter dem his­to­ri­schen Rechtsruck. Im Dialog mit Aktivist*innen, Wissenschaftler*innen und Publizist*innen for­dert Kein Land für Niemand – Abschottung eines Einwanderungslandes dazu auf, den bru­ta­len Status quo und die schein­bar unauf­halt­sa­me Radikalisierung der Migrations- und Asyldebatte in Frage zu stellen.

    Credits:

    DE 2025, 111 Min., OmU
    Regie: Max Ahrens & Maik Lüdemann
    Kamera: Nils Kohstall, Maik Lüdemann
    Schnitt: Lino Thaesler

    Trailer:
    Kein Land für Niemand – Abschottung eines Einwanderungslandes (Trailer)
    nach oben

    A film by Max Ahrens & Maik Lüdemann

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    When, at the begin­ning of 2025, a moti­on on migra­ti­on poli­cy is pas­sed in the Bundestag with the sup­port of the AfD, a par­ty clas­si­fied as right-wing extre­mist, the poli­ti­cal land­scape is shaken and a nati­on­wi­de wave of pro­tests is trig­ge­red. Nevertheless, the so-cal­led ‘migra­ti­on deba­te’ is in full swing and is incre­asing­ly domi­na­ted by right-wing posi­ti­ons that stir up fears and end­an­ger not only human lives at Europe’s exter­nal bor­ders. KEIN LAND FÜR NIEMAND (No Country for Anyone) sets out to inves­ti­ga­te the cau­ses of this development.

    The film crew accom­pa­nies a civi­li­an res­cue mis­si­on in the Mediterranean, pro­vi­des insight into the tigh­tening of European asyl­um law, lets refu­gees descri­be their per­spec­ti­ves and, in dia­lo­gue with acti­vists, sci­en­tists and publi­cists, ana­ly­ses the dyna­mics behind the shift to the right.

    Credits:

    DE 2025, 111 Min., OmU
    Regie: Max Ahrens & Maik Lüdemann
    Kamera: Nils Kohstall, Maik Lüdemann
    Schnitt: Lino Thaesler

    Trailer:
    Kein Land für Niemand – Abschottung eines Einwanderungslandes (Trailer)
    nach oben

  • A House of Dynamite

    A House of Dynamite

    Ein Film von Kathryn Bigelow.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Satelliten mel­den eine Atomrakete, die sich Richtung USA bewegt. Der Countdown bis zum mög­li­chen Einschlag in Chicago tickt; fieb­ri­ge Geschäftigkeit bricht bei den für die Verteidigung ver­ant­wort­li­chen Institutionen und Personen aus. Das Prozedere ist ein­ge­übt, trotz­dem wer­den die Experten ner­vös, als der ers­te Versuch, die Rakete abzu­schie­ßen, miss­lingt. Und bald stellt sich die Frage nach einem prä­ven­ti­ven Gegenschlag. Der Film ver­folgt an der Seite meh­re­rer Protagonisten, von Soldaten auf einer Basis der National Missile Defense bis hoch zum US-Präsidenten, in zeit­li­chen Schleifen die ver­zwei­fel­ten Aktivitäten bis zum Ablaufen des Countdowns. Dabei run­det sich der atem­los span­nen­de Thriller zur ein­dring­li­chen Mahnung, wie schnell aus gegen­sei­ti­ger nuklea­rer Abschreckung ein poten­zi­ell ver­nich­ten­der Atomkonflikt wer­den könn­te und dass Aufrüstung als Mittel, Sicherheit und Frieden zu gewähr­leis­ten, ein zwei­schnei­di­ges Schwert ist. (Filmdienst)

    Credits:

    US 2025, 112 Min., Englisch OmU
    Regie: Kathryn Bigelow
    Kamera: Barry Ackroyd
    Schnitt: Kirk Baxter
    mit: Idris Elba, Rebecca Ferguson, Gabriel Basso, Jason Clarke, Greta Lee, Jared Harris, Tracy Letts, Anthony Ramos, Moses Ingram und Jonah Hauer-King

    Trailer:
    nach oben

    A film by Kathryn Bigelow. In English with German subtitles.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    When a sin­gle, unat­tri­bu­ted mis­sile is laun­ched at the United States, a race beg­ins to deter­mi­ne who is respon­si­ble and how to respond.

    Director’s Statement
    I grew up in an era when hiding under your school desk was con­side­red the go-to pro­to­col for sur­vi­ving an ato­mic bomb. It seems absurd now — and it was — but at the time, the thre­at felt so imme­dia­te that such mea­su­res were taken serious­ly. Today, the dan­ger has only escala­ted. Multiple nati­ons pos­sess enough nuclear wea­pons to end civi­li­sa­ti­on within minu­tes. And yet, there’s a kind of coll­ec­ti­ve numb­ness — a quiet nor­ma­li­sa­ti­on of the unthinkable. How can we call this “defen­se” when the ine­vi­ta­ble out­co­me is total des­truc­tion?
    I wan­ted to make a film that con­fronts this para­dox — to explo­re the mad­ness of a world that lives under the con­stant shadow of anni­hi­la­ti­on, yet rare­ly speaks of it.

    Credits:

    US 2025, 112 Min., Englisch OmU
    Regie: Kathryn Bigelow
    Kamera: Barry Ackroyd
    Schnitt: Kirk Baxter
    mit: Idris Elba, Rebecca Ferguson, Gabriel Basso, Jason Clarke, Greta Lee, Jared Harris, Tracy Letts, Anthony Ramos, Moses Ingram und Jonah Hauer-King

    Trailer:
    nach oben

  • Die my love

    Die my love

    Ein Film von Lynne Ramsay. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Ein abge­le­ge­nes, mehr als bau­fäl­li­ges Haus irgend­wo im Herzen Amerikas soll das neue zu Hause wer­den: Grace (Jennifer Lawrence) und Jackson (Robert Pattinson) sind frei­le­ben­de, frei den­ken­de Künstlernaturen, sie schreibt, er macht Musik, die der Großstadt und ihren Versuchungen ent­kom­men wol­len. Die Zivilisation wirkt sehr fern, allein Jacksons altern­de Mutter Pam (Sissy Spacek) lebt nicht all­zu weit weg.

    Anfangs wirkt die selbst­ge­wähl­te Einsamkeit auch mehr als sti­mu­lie­rend auf das Paar, der Alkohol fließt in Strömen, der Sex ist wild und bald wird ein Kind gebo­ren. Und damit begin­nen die Probleme, lang­sam, aber unauf­halt­bar. Immer irri­tier­ter wirkt Grace, immer weni­ger bereit, sich in die von der Gesellschaft vor­ge­ge­be­ne Rolle der sor­gen­den Mutter zu fügen, wäh­rend Jackson immer häu­fi­ger der Arbeit (aber auch der Affären) wegen ver­schwun­den ist und die Einsamkeit Grace zusätz­lich belastet.

    Acht Jahre ist es her, dass die schot­ti­sche Regisseurin Lynne Ramsay zuletzt einen Film dre­hen konn­te, den düs­te­ren Thriller „You Were Never Really Here“, in dem Joaquin Phoenix so gut war wie sel­ten und sich ganz der Vision Ramsays hin­gab. Ähnliches lässt sich nun über Jennifer Lawrence sagen, um die es in den letz­ten Jahren ein wenig ruhi­ger wur­de, die sich nun aber mit einer ful­mi­nan­ten Darstellung zurück­mel­det, die eben­so exzes­siv wirkt, wie der Film.

    Den baut Ramsay wie immer nicht line­ar, son­dern impres­sio­nis­tisch auf, sie erzählt strin­gent, son­dern ellip­tisch, springt zwi­schen Szenen, die in der Zukunft lie­gen und der Gegenwart hin und her, deu­tet in spo­ra­di­schen Rückblenden die Anfänge der Beziehung zwi­schen Grace und Jackson an, vor allem aber zum Leben ihrer Schwiegermutter Pam und des­sen inzwi­schen ver­stor­be­nen Mann Harry (Nick Nolte).

    Im ers­ten Jahr dre­hen wir alle ein biss­chen durch“ sagt Pam ein­mal zu ihrer Schwiegertochter, wobei nicht ganz klar ist, ob sie vom ers­ten Jahr der Ehe oder vom ers­ten Jahr nach der Geburt eines Kindes spricht – oder Beidem. Die Geschichte wie­der­holt sich jeden­falls, die Muster einer Beziehung ändern sich nur schwer. Während Pam offen­bar Probleme mit Harry hat­te, aber den­noch bis zu des­sen Tod mit ihm zusam­men­blieb (und noch Monate spä­ter sei­ne Hemden bügelt), kann sich Grace nur schwer dazu durch­rin­gen, den Konventionen zu ent­spre­chen, sich in ihre Rolle als Mutter und Hausfrau zu fügen.

    Hätte ein Mann die­sen Film gedreht, wür­de man ihm wohl vor­hal­ten, sich am zuneh­mend labi­len Zustand einer lang­sam in eine Psychose abdrif­ten­den Frau zu laben und ihr Leid aus­zu­stel­len. Als Blick einer Frau auf eine ande­re Frau wirkt „Die My Love“ jedoch bei allem Exzess wie ein sen­si­bler, zuneh­mend tra­gi­scher Blick auf eine Frau am Rande des Nervenzusammenbruchs, die sich mit allem was sie hat, den von Männern gemach­ten Konventionen wider­setzt. Dass es am Ende Lynne Ramsay selbst ist, die eine wun­der­bar sanf­te Version des legen­dä­ren Joy Divison Songs „Love will tear us apart“ singt, bringt die Intentionen die­ses oft anstren­gen­den, aber eben­so mit­rei­ßen­den Films schließ­lich auf den Punkt.

     Michael Meyns | programmkino.de

    Credits:

    CA 2024, 118 Min., Englisch OmU
    Regie: Lynne Ramsay
    Kamera: Seamus McGarvey
    Schnitt: Toni Froschhammer
    mit : Jennifer Lawrence, Robert Pattinson, Lakeith Stanfield
    , Sissy Spacek

    Trailer:
    DIE MY LOVE | Offizieller Teaser-Trailer | Ab 13. November im Kino
    nach oben

    A film by Lynne Ramsay. In English with German subtitles.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Grace, a wri­ter and young mother, is slow­ly slip­ping into mad­ness. Locked away in an old house in and around Montana, we see her acting incre­asing­ly agi­ta­ted and erra­tic, lea­ving her com­pa­n­ion, Jackson, incre­asing­ly worried and helpless.

    Credits:

    CA 2024, 118 Min., Englisch OmU
    Regie: Lynne Ramsay
    Kamera: Seamus McGarvey
    Schnitt: Toni Froschhammer
    mit : Jennifer Lawrence, Robert Pattinson, Lakeith Stanfield
    , Sissy Spacek

    Trailer:
    DIE MY LOVE | Offizieller Teaser-Trailer | Ab 13. November im Kino
    nach oben
  • Hysteria

    Hysteria

    Ein Film von Mehmet Akif Büyükatalay. Am 9.11. 20Uhr mit Filmgespräch.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Sie haben einen Koran ver­brannt!“ Am Drehort eines fik­tio­na­len Films über den ras­sis­tisch moti­vier­ten Brandanschlag in Solingen 1993, bei dem fünf Frauen star­ben, gibt es Unruhe. In den bren­nen­den Kulissen wur­de eine bren­nen­de Ausgabe eines Korans gefun­den, was meh­re­re Komparsen hef­tig auf­bringt. Regisseur Yigit erklärt sei­ne Entscheidung non­cha­lant mit „Kunstfreiheit“ weist Regieassistentin Elif an, die Wogen zu glät­ten, und außer­dem das gedreh­te Material sicher sei­ne Wohnung zu brin­gen. Die jun­ge Frau ist sehr bemüht, immer alles allen recht zu machen, häuft aller­dings, nach­dem die wich­ti­gen Filmdosen plötz­lich ver­schwun­den sind, aus Angst Lüge auf Lüge. Die Situation eska­liert„ und ein Netz aus Misstrauen und Paranoia schließt sich um alle Beteiligten.
    Mit sei­nem Debut Oray (2019) zeig­te Mehmet Akif Büyükatalay mit einer eige­nen Handschrift, wie man die tür­kisch-mus­li­mi­sche Welt eines jun­gen Mannes in Deutschland unauf­ge­regt auf­re­gend dar­stel­len kann. HYSTERIA geht gekonnt noch einen Schritt wei­ter. Als Film-im-Film arbei­tet er mit dop­pel­tem Boden, als Verschwörungsthriller mit undurch­sich­ti­gen Beziehungen und unvor­her­seh­ba­ren Wendungen. Mit Verhandlungen über Kunst- und Meiniungsfreiheit oder Verantwortung seziert er dabei Rassismus, post­ko­lo­nia­lie Arroganz und gesell­schaft­li­che Machtstrukturen eben­so wie ihre media­le Aufbereitung und Verwertung. Einen Gruß an Ayse Polat („Im toten Winkel“) gibt es pas­send im Abspann.
    Die Jury von Europa Cinemas lob­te den Film „für sei­ne straff kon­stru­ier­te Erzählung und sei­ne pro­vo­kan­ten Themen … Aber über den Unterhaltungswert des Films hin­aus sind wir der Meinung, dass sein bri­san­tes Thema wirk­lich den Dialog för­dern und zu einem bes­se­ren Verständnis der Spannungen in unse­rer heu­ti­gen Gesellschaft bei­tra­gen kann.“ 

    Credits:

    DE 2025, 104 Min., Deutsch, Englisch, Türkisch, Kurdisch, Arabisch OmU
    Regie: Mehmet Akif Büyükatalay
    Kamera: Christian Kochmann
    Schnitt: Denys Darahan, Andreas Menn
    mit Devrim Lingnau, Mehdi Meskar, Serkan Kaya, Nicolette Krebitz, Aziz Çapkurt, Nazmi Kırık

     Audiodeskriptionen, Untertitel und Hörverstärkung mit der Greta App

    Trailer:
    nach oben

    A film by Mehmet Akif Büyükatalay. In German, English, Turkish, Kurdish, Arabic with German subtitles.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    When a bur­ned Quran is found on a film set, the shoot takes a dark turn and the crew are thrown into turm­oil. Caught in the cross­fi­re, an intern, Elif, is drawn into a dan­ge­rous game of secrets, accu­sa­ti­ons and lies. Mehmet Akif Büyükatalay’s ambi­guous, pro­vo­ca­ti­ve con­spi­ra­cy thril­ler plays with the film-within-a-film motif and is rich in unex­pec­ted twists. A pier­cing reflec­tion on the power of images and the dyna­mics of per­cep­ti­on, pro­jec­tion and socie­tal hysteria.

    Credits:

    DE 2025, 104 Min., Deutsch, Englisch, Türkisch, Kurdisch, Arabisch OmU
    Regie: Mehmet Akif Büyükatalay
    Kamera: Christian Kochmann
    Schnitt: Denys Darahan, Andreas Menn
    mit Devrim Lingnau, Mehdi Meskar, Serkan Kaya, Nicolette Krebitz, Aziz Çapkurt, Nazmi Kırık

    Trailer:
    Hysteria by Mehmet Akif Büyükatalay (2025)
    nach oben
  • filmPOLSKA reloaded – Briefe aus der Wilcza – Listy z Wilczej

    filmPOLSKA reloaded – Briefe aus der Wilcza – Listy z Wilczej

    Ein Film von Arjun Talwar. Am 24.6. 18:00 im fsk.
    Einführung: Bartek Tesarz (Polnisches Institut Berlin)

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Arjun Talwar kam vor vie­len Jahren nach Polen. Er arbei­tet in Warschau und hat Polnisch gelernt. Die klei­ne Straße, in der er lebt, kennt er wie sei­ne Westentasche – sie ist ein Mikrokosmos, der die pol­ni­sche Gesellschaft im 21. Jahrhundert spie­gelt. Was auch bedeu­tet: Talwar ist zwar Teil die­ses Mikrokosmos, fühlt sich aber immer noch als Fremder. Freund*innen aus­län­di­scher Herkunft tei­len sei­ne Erfahrungen – sie kön­nen in der mul­ti­kul­tu­rell gewor­de­nen Touristen-Stadt Warschau zwar arbei­ten, ein­kau­fen und ihre Freizeit ver­brin­gen, wer­den aber das Gefühl nicht los, dau­er­haft im Abseits zu ste­hen.
    Talwar nimmt für sei­nen Film-Essay die Kamera in die Hand und beginnt, im raschen Wechsel zwi­schen Orten, Szenen und Jahreszeiten die­sen Mikrokosmos zu erfor­schen.
    Dabei ent­deckt er Menschen, Orte und Phänomene, die er bis­her über­se­hen hat­te. Er erzählt von Freunden, die an ihrer miss­glück­ten Integration geschei­tert sind, und fin­det Menschen, die sein Schicksal tei­len. Abwechselnd beob­ach­tet er sei­ne unmit­tel­ba­re Umgebung und sich selbst. Dabei stellt er im Off-Kommentar immer wie­der die Frage: Muss ich mich ändern oder muss die pol­ni­sche Gesellschaft sich ändern, damit Zugezogene selbst­ver­ständlch Teil der Gemeinschaft wer­den kön­nen? [Rainer Mende]

    Seit über drei­zehn Jahren lebt Arjun Talwar in der Ulica Wilcza in Warschau. In BRIEFE AUS DER WILCZA macht er die­se Straße zu einem sozia­len und emo­tio­na­len Resonanzraum. Mit ruhi­ger Kamera und per­sön­li­chem Voice-Over führt Talwar Gespräche mit Nachbarinnen, Händlerinnen, Freundinnen, Straßenmusikerinnen. Es ent­ste­hen bei­läu­fi­ge, oft inti­me Dialoge über Kindheit, Politik, Trauer, Heimat und Identität – dar­über, was Zugehörigkeit aus­macht und was sie erschwert. Verwoben mit die­sen Straßenszenen ist Talwars eige­ne Geschichte: die Entscheidung, gemein­sam mit sei­nem bes­ten Freund Adi nach Polen zu zie­hen, sei­ne Faszination für die pol­ni­sche Kultur und die unter­schied­li­chen Wege, die ihre Leben schließ­lich nah­men. Mit fei­nem Humor und prä­zi­sem Blick ver­sam­melt der Dokumentarfilm Stimmen, Körper und Sprachen in ihrer Nähe und Unterschiedlichkeit. Am Ende bleibt eine lei­se, offe­ne Frage: „Wie vie­le Jahre muss jemand an einem Ort leben, um von dort zu sein?” Vision Kino

    Credits:

    PL/DE 2025, 97 Min., pol­ni­sche Originalfassung mit deut­schen und eng­li­schen Untertiteln
    Regie & Kamera: Arjun Talwar
    Schnitt: Bigna Tomschin, Arjun Talwar & Sabina Filipowicz

    Trailer:
    nach oben

Vertrag widerrufen