Kategorie: archiv

  • The dead don’t die

    The dead don’t die

    Ein Film von Jim Jarmusch.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Erinnert der Film an Tagebuch eines Lanpfarrers von Bresson oder eher an Die Aussenseiterbande von Godard? Wer Kaurismäkis Fallende Blätte gese­hen hat, weiß, wovon die Rede ist, und auch, dass die Polizei kei­ne Chance hat­te. Für alle ande­ren: Eine Verschiebung der Erdachse löst eine Abfolge selt­sa­mer Geschehnisse in der beschau­li­chen Kleinstadt Centerville aus. Während Sherriff Cliff Robertson (Bill Murray) noch rät­selt, ist sich sein Kollege Ronald Peterson (Adam Driver) sicher: Es muss sich um eine Epidemie von Zombies han­deln. Diese haben es aller­dings nicht nur auf die Bürger von Centerville abge­se­hen, son­dern auch auf Dinge, mit denen sie sich bevor­zugt zu Lebzeiten beschäf­tigt haben. So wan­deln sie auf den Straßen – hung­rig nach Menschenfleisch, Kaffee und ger­ne auch einem Gläschen Chardonnay.

    Credits:

    USA 2019, 103 Min., engl. OmU
    Regie & Buch: Jim Jarmusch
    Darsteller: Bill Murray, Adam Driver, Tilda Swinton, Chloë Sevigny, Danny Glover, Caleb Landry Jones, Selena Gomez, Austin Butler, Luka Sabbat, Rosie Perez, Eszter Balint, Iggy Pop, Sara Driver, RZA, Carol Kane, Larry Fessenden, Tom Waits.

    Trailer:
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    A film by Jim Jarmusch. In English with German subtitles.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    That‘s the the­me song“ says Adam Driver to Billy Murray, when Sturgill Simpson‘s song “The Dead Don‘t Die“ plays on the car radio for the first, but not last, time. Does he real­ly mean the film‘s the­me song, which has been run­ning for a few minu­tes? Jim Jarmusch doesn‘t make things that easy for hims­elf or his view­ers, but it quick­ly beco­mes clear that the New Yorker‘s 13th film isn‘t just a zom­bie film, it‘s also a meta zom­bie film. The plot doesn‘t unfold quick­ly, becau­se it‘s exact­ly what you would expect from a zom­bie film, and Jarmusch cares even less about a con­ven­tio­nal nar­ra­ti­ve than usual.

    Strange things sud­den­ly hap­pen in the small town of Centerville. Clocks stand still, cell pho­nes stop working, the sun­ri­se and sun­set switch, and worst of all, the dead are coming to life. For the resi­dents who know a thing or two about zom­bie films like poli­ce­man Ronnie (Driver) or the gas sta­ti­on atten­dant Bobby (Caleb Landry Jones) it quick­ly beco­mes clear that this is a veri­ta­ble zom­bie apo­ca­lyp­se, mea­ning the end of the world. The only thing to do against the undead is to sever their head. Ronnie does so with an ele­gant swing, just like samu­rai sword wiel­ding Scottisch mor­ti­ci­an Zelda Winston (Tilda Swinton) who seems like a rela­ti­ve of Ghost Dog. Many regu­lars from Jarmusch‘s oeu­vre appear here, from Bill Murray to Tom Waits to Iggy Pop – who plays a zom­bie of cour­se, and didn‘t requite a lot of make up for it.

    It‘s not just the cas­ting that indi­ca­tes that Jarmusch is play­ing with the per­cep­ti­on that view­ers have deve­lo­ped about the actors and musi­ci­ans. Tilda Swinton as Zelda Winston seems like the ali­en she‘s often descri­bed as with her extre­me Scottish accent, her accen­tua­ted white hair, and espe­ci­al­ly her stran­ge beha­vi­or. The short appearance of RZA blends rea­li­ty, fic­tion, and cli­che ide­as so much that the public figu­re is cast as a post­man for a com­pa­ny cal­led WU-PS.

    All of the­se nice dis­tor­ti­ons of rea­li­ty help Jarmusch crea­te aworld that is cha­rac­te­ri­sed by super­fi­ci­a­li­ty and apa­thy. Even a dis­as­ter like a zom­bie apo­ca­lyp­se, that turns more and more resi­dents into the undead, regis­ters as bare­ly a blip on the radar, They take their desti­ny as it comes as long as someone says: ever­y­thing will be fine! It‘s easy to see what Jarmusch was thin­king about. The US under Donald Trump. Even though the president‘s name isn‘t utte­red, you can‘t help but think about the dem­ago­gue and his fol­lo­wers, about the dete­rio­ra­ti­on of values and mora­li­ty. Using dys­to­pian zom­bie films as meta­phors for grie­van­ces was ori­gi­nal when George Romero did it in NIGHT OF THE LIVING DEAD, by now it‘s an old cli­che. Jarmusch is awa­re of this of cour­se and doesn‘t even try to be subt­le, but rather mark­ed­ly broad. Jarmusch has rare­ly shot more cru­de moments, but the coar­sen­ess of the humor makes THE DEAD DON‘T DIE into a per­fect film of this moment: it might not be the best time for refi­ned humor when the world order is collapsing.

    Translation: Elinor Lewy
    Michael Meyns | indiekino

    Credits:

    USA 2019, 103 Min., engl. OmU
    Regie & Buch: Jim Jarmusch
    Darsteller: Bill Murray, Adam Driver, Tilda Swinton, Chloë Sevigny, Danny Glover, Caleb Landry Jones, Selena Gomez, Austin Butler, Luka Sabbat, Rosie Perez, Eszter Balint, Iggy Pop, Sara Driver, RZA, Carol Kane, Larry Fessenden, Tom Waits.

    Trailer:
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  • Plan 75

    Plan 75

    Ein Film von Chie Hayakawa.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Was ist der Guppenplan? Kann die „Vorschusszahlung“ belie­big aus­ge­ge­ben wer­den, oder geht sie für die Beerdigung drauf? Die 78-jäh­ri­ge Michi hat vie­le Fragen zum neu­en staat­li­chen Programm PLAN 75. Die Gewalt gegen alte Menschen hat­te ein so gro­ßes Ausmaß ange­nom­men, dass drin­gend agiert wer­den muss­te. PLAN 75 gilt als die Lösung, auf die alle Welt schaut: Wer 75 ist und sich anmel­det, bekommt zum Zeitpunkt sei­ner Wahl einen sanf­ten, wür­de­vol­len Tod. So kann die Zahl der Alten, die der Allgemeinheit teu­er kom­men, schnel­ler als natür­lich redu­ziert wer­den.
    Lebensmüde ist Michi eigent­lich nicht, aber nach­dem sie ihren Job und auch ihre Wohnung ver­liert, weiß sie nicht wei­ter. Sozialhilfe bean­tra­gen will sie, wie die meis­ten Rentner:innen in Japan, die nicht genug zum Leben haben, nicht.
    Yoko und Hiromu sind jung und ange­stellt bei PLAN 75, zur Aufnahme und Betreuung der Klienten:innen. Die Filipina Maria bekommt ein Arbeitsangebot von PLAN 75, wo sie genug ver­die­nen kann, um ihre klei­ne Tochter daheim zu ver­sor­gen. Freundlich und höf­lich im Umgang, ist den drei­en nicht bewusst, was sie da tat­säch­lich tun. Erst beim nähe­ren, aber ver­bo­te­nen Kontakt zu Michi kom­men Yoko Zweifel. Hiromu erst, als sich ein Onkel aufs Sterben vor­be­rei­tet.
    Schön und sau­ber, ruhig und ser­vice­ori­en­tiert ist die Welt in die­ser nicht so fer­nen Zukunft, und der Film fin­det die pas­sen­den Bilder dazu.
    Chie Hayakawa: „Der Film beschreibt die into­le­ran­te Atmosphäre gegen­über so­zial schwa­chen Menschen, ein­schließ­lich älte­rer Menschen. … Ich glau­be, dass Mitgefühl ein Schlüssel zum Kampf ge­gen Intoleranz und Apathie ist. Ich habe ver­sucht, die Gesellschaft zu kri­ti­sie­ren, die der Wirtschaft und der Produktivität Vorrang vor der Menschenwürde ein­räumt. Das zu eli­mi­nie­ren, was sie «die Unprodukti­ven» nen­nen, kommt dem Konzept des Faschismus sehr nahe. Obwohl wir kei­ne Diktatur haben, wird eine sol­che Atmosphäre spon­tan unter den Menschen geschaf­fen. Das ist es, was mir Angst macht.

    Credits:

    Hikari No Hana 光のはな
    Japan, Frankreich, Philippinen, Katar 2022, 112 Minuten · Japanisch mit deut­schen Untertiteln
    Regie: Chie Hayakawa 早川千絵
    Kamera : Hideho Urata
    Schnitt : Anne Klotz
    mit: Chieko Baisho, Hayato Isomura, Taka Takao, Yumi Kawai, Stefanie Arianne, Hisako Okata

    Trailer:
    PLAN 75 | Chie Hayakawa | 2022 | Offizieller Trailer
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    A film by Chie Hayakawa. In Japanese with German subtitles.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    In a near future, the Japanese govern­ment pro­gram “Plan 75″ will encou­ra­ge elder­ly peo­p­le to die vol­un­t­a­ri­ly in order to com­bat the aging of socie­ty. A seni­or citi­zen who can no lon­ger live inde­pendent­ly, a prag­ma­tic “Plan 75″ sales­man, and a young Filipino care­gi­ver face a life-or-death decis­i­on. Chie Hayakawa’s PLAN 75 is a won­derful sto­ry at times full of humor which uses Japan’s aging cri­sis as a tem­p­la­te for a dys­to­pian nar­ra­ti­ve. By fol­lo­wing Michiko, Maria and Hiromu along the way, direc­tor Hayakawa cele­bra­tes life and its all ever­y­day, small plea­su­res. The cen­ter­pie­ce of this tri­ptych is Michiko, embo­di­ed by the for­mi­da­ble Chieko Baisho, an inde­pen­dent seni­or citi­zen who turns to “Plan 75″ as her last option.

    Credits:

    Hikari No Hana 光のはな
    Japan, Frankreich, Philippinen, Katar 2022, 112 Minuten · Japanisch mit deut­schen Untertiteln
    Regie: Chie Hayakawa 早川千絵
    Kamera : Hideho Urata
    Schnitt : Anne Klotz
    mit: Chieko Baisho, Hayato Isomura, Taka Takao, Yumi Kawai, Stefanie Arianne, Hisako Okata

    Trailer:
    PLAN 75 | Chie Hayakawa | 2022 | Offizieller Trailer
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  • Eren

    Eren

    Ein Film von Maria Binder.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Eren Keskin ist unbe­quem. Sie stellt das System in Frage, sie stellt sich in Diensten jener, deren Stimme unter­drückt wer­den soll, setzt sich gegen ein System ein, das auf viel­fäl­ti­ge Art Unterdrückungsmechanismen nutzt. Dafür wur­de sie schon ver­haf­tet, ver­klagt und ein­ge­sperrt, aber auf­ge­hal­ten kann sie das nicht. Maria Binders Dokumentation wirft einen Blick auf ein Land, an des­sen Grundfesten die Anwältin wie­der und wie­der rüt­telt.
    Die Menschenrechtsverteidigerin kämpft seit über 30 Jahren in der Türkei für Pressefreiheit und die Rechte von Frauen, LGBTIQ+ sowie ande­re Minderheiten und setzt sich gegen Folter und staat­li­che, sexua­li­sier­te Gewalt ein.
    Mehr als 140 Strafverfahren wur­den gegen sie eröff­net, aber die Trägerin u.a. des Amnesty Menschenrechtspreises gab nie auf. Das zeigt die Regisseurin auf ein­dring­li­che Weise. Sie traf Eren Keskin vor 20 Jahren, bei einem Fall, der sie per­sön­lich anging und beglei­tet sie seit­dem über vie­le Jahre. Der Film gibt einen inten­si­ven Einblick in ihre Vergangenheit und Arbeit, pri­vat ist hier wenig, poli­tisch fast alles. Die Anwältin selbst erzählt von den Repressionen, die sie erfah­ren hat, als sie den PKK-Anführer Öcalan ver­trat, von Morddrohungen und öffent­li­chen Verurteilungen. Sie liess sich jedoch nie ein­schüch­tern, selbst jetzt nicht, obwohl sie als „Staatsfeindin“ gera­de heu­te jeder­zeit mit einer Verhaftung rech­nen muss.

    Der Film ist auch Teil des Programms des Kurdischen Filmfest.

    Credits:

    DE 2023, 95 Min., kur­disch, türk. OmU
    Regie: Maria Binder
    Kamera: Meryem Yavuz
    Schnitt: Angelika Levi

    Trailer:
    EREN | Documentary by Maria Binder | Official Trailer
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    A film by Maria Binder. In Kurdish and Turkish with German subtitles.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Lawyer and acti­vist Eren Keskin has advo­ca­ted for the rights of women, mino­ri­ties and LGBTIQ in Turkey for over 30 years – not allo­wing hers­elf to be deter­red by the con­stant risk of being jai­led. The direc­tor has fol­lo­wed Keskin over many years. Her film draws a por­trait of a fearless women and her batt­le against oppres­si­on and vio­lence. Emre Koca

    Credits:

    DE 2023, 95 Min., kur­disch, türk. OmU
    Regie: Maria Binder
    Kamera: Meryem Yavuz
    Schnitt: Angelika Levi

    Trailer:
    EREN | Documentary by Maria Binder | Official Trailer
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  • Burning Days

    Burning Days

    Ein Film von Emin Alper.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Erst för­dert der tür­ki­sche Staat den Film, dann for­dert er das Geld zurück – weil er dem Kulturministerium nicht passt. Der Grund hier­für kann nur gera­ten wer­den: Drogen, Homosexualität, Zweifel an der natio­na­len Identität, das sind Themen, die nicht gut ankom­men bei den Zensur- und ande­ren Behörden. Die Aufmerksamkeit auf den Film führ­te immer­hin zu gro­ßem Interesse und einem Kassenerfolg in der Türkei.
    Der Thriller spielt in einer Kleinstadt, wo Wassermangel immer mehr Böden absin­ken und rie­si­ge Sinklöcher ent­ste­hen lässt. Ob bestimm­te sozia­le Gefüge und Machtkonstellationen auch mit­schul­dig an die­ser Entwicklung sein könn­ten, soll ein neu­er Staatsanwalt unter­su­chen. Aber schon die Richterin warnt den jun­gen Mann: „Sie müs­sen sich ändern, wenn Sie in der Provinz arbei­ten möch­ten!“ rät sie ihm. Und dann war da noch das Gerücht, sein Vorgänger habe das Handtuch geschmis­sen, aus Angst, ver­gif­tet zu wer­den.
    „Alper schafft es, vie­le ein­drück­li­che Suspense-Momente zu erzeu­gen, die sowohl an den Film noir der 1950er und 60er Jahre als auch an das Paranoia-Kino der 1970er Jahre den­ken las­sen. Die ambi­va­lent gezeich­ne­ten Figuren, die stets Zweifel erwe­cken, ob ihnen wirk­lich zu trau­en ist, und die von Korruption gepräg­ten Strukturen inner­halb des dörf­li­chen Kosmos, der nach sei­nen ganz eige­nen Regeln funk­tio­niert, erin­nern an Werke wie Orson Welles’ Im Zeichen des Bösen (1958). … Die Bilder, die der Regisseur zusam­men mit sei­nem Kameramann Christos Karamanis fin­det, sind über­aus atmo­sphä­risch – etwa die Aufnahmen des tie­fen Kraters in der wei­ten Landschaft oder die Passagen in der oft klaus­tro­pho­bisch anmu­ten­den Wohnung, in der sich der Protagonist zuneh­mend unsi­cher fühlt.“
    Andreas Köhnemann | kino-zeit.de

    Credits:

    Kurak Günler
    TK 2022, 129 Min., türk. OmU
    Regie: Emin Alper
    Kamera: Christos Karamanis
    Schnitt: Özcan Vardar, Eytan Ipeker
    mit: Eki̇n Koç, Erdem Şenoca, Erol Babaoğlu, Selahatti̇n Paşali, Seli̇n Yeni̇nci̇

    Trailer:
    BURNING DAYS von Emin Alper – Offizieller deut­scher Trailer
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    A film by Emin Alper. In Turkish with German subtitles.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Emre, a young and dedi­ca­ted pro­se­cu­tor, is new­ly appoin­ted to a small town hit by a water cri­sis and poli­ti­cal scan­dals. After an initi­al wel­co­me, he expe­ri­en­ces an incre­asing num­ber of ten­se inter­ac­tions and is reluc­tant­ly drag­ged into local poli­tics. When Emre forms a bond with the owner of the local news­pa­per pres­su­re escala­tes under hea­ted rumours.

    Credits:

    Kurak Günler
    TK 2022, 129 Min., türk. OmU
    Regie: Emin Alper
    Kamera: Christos Karamanis
    Schnitt: Özcan Vardar, Eytan Ipeker
    mit: Eki̇n Koç, Erdem Şenoca, Erol Babaoğlu, Selahatti̇n Paşali, Seli̇n Yeni̇nci̇

    Trailer:
    BURNING DAYS von Emin Alper – Offizieller deut­scher Trailer
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  • Das Zen Tagebuch

    Das Zen Tagebuch

    Ein Film von Yûji Nakae.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Tsutomu Mizukami war neun Jahre alt war, als ihn sei­ne Eltern aus Armut in ein Zen-Kloster in Kyoto schick­ten. Mit 13 hat­te er genug und rann­te fort, nahm aber die ihm dort begon­ne­ne Liebe fürs Kochen mit. Er wur­de Amateur-Bauer und Amateur-Koch, wie er sagt, – und Schriftsteller. Die Essensvorbereitung sei kein blo­ßer äuße­rer Ablauf, das Kochen nach Zen bestehe dar­in, das meis­te aus den Lebensmitteln zu machen. Der Mönch ist dafür ver­ant­wort­lich, das Feld mit der Küche zu ver­bin­den, so die ver­fass­ten Lehren.
    Yuji Nakaes Film Das Zen Tagebuch folgt der auto­bio­gra­fi­schen Erzählung des Autors (der auch bekannt war für sei­ne Krimis mit sozia­len Themen), und ver­bin­det die­se mit Geschichten aus dem Leben des in den Bergen allein leben­den Protagonisten. Er nimmt sich Zeit, um von Einsamkeit, dem lite­ra­ri­schen Schaffensprozess, den punk­tu­el­len, aber wich­ti­gen Kontakten und über Ernährung zu erzäh­len. Tsutomu baut Gemüse an, sam­melt Pilze, Adler- und Straußenfarne, Wassersellerie, Udo-Spargel, Kakis – alles, was die Natur her­gibt: „du sollst das Gemüsefeld fra­gen, was du kochen sollst“ heißt eine der Zen-Regeln, die er befolgt. Seine gekoch­ten, ein­ge­leg­ten, getrock­ne­ten Köstlichkeiten teilt er ger­ne mit ande­ren, beson­ders mit Machiko, sei­ner Lektorin. Sie kommt gele­gent­lich von Tokio hin­auf in die Berge, um ihn an die Fertigstellung sei­nes neu­en Buches zu erin­nern – und das Essen zu genie­ßen. Und eines Tages muss uner­war­tet eine gro­ße Gesellschaft bekocht wer­den …
    Durch sei­ne spie­le­ri­sche Komponente und fas­zi­nie­ren­de Einfachheit ist Das Zen Tagebuch fast eine Komödie über Zen im Alltag, nimmt aber dabei sei­ne Hauptfigur, den Schriftsteller, sehr ernst. Die Verantwortung und Achtung gegen­über den Dingen. die wir zum Leben brau­chen, ste­hen in Verbindung mit der Gelassenheit gegen­über den Herausforderungen ange­sichts des immer bevor­ste­hen­den Todes. Ein abge­schie­de­ner Ort in den Bergen ist wahr­schein­lich ein guter Ausgangspunkt, um so zu leben. Es kann aber auch einem:er gewöhn­li­chen Städter:in nicht scha­den, sich dem, ähn­lich wie Machiko, gele­gent­lich anzunähern. 

    Michael Meyns | programmkino.de

    Credits:

    Tsuchi o kurau jûni­ka getsu
    JP 2022, 111 Min., japan. OmU
    Regie: Yûji Nakae
    Kamera: Hirotaka Matsune
    Schnitt: Ryuji Miyajima

    Buch: Yûji Nakae nach der Erzählung „Tsuchi wo Kurau Hibi – 12 Monate von der Erde essen” von Mizukami Tsutomu
    mit: Kenji Sawada, Takako Matsu, Fumi Dan, Naomi Nishida, Toshinori Omi, Koihachi Takigawa

    Trailer:
    DasZenTagebuch TLR HD 24p DE XX 20 230714 2
    Im Kino in japa­nisch mit deut­schen Untertiteln
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    A film by Yûji Nakae. In Japanese with German subtitles.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Writer Tsutomu lives alo­ne at a moun­tain cabin in Nagano. He coll­ects fruits and mush­rooms from the moun­tain. He also rai­ses vege­ta­bles in a field. Everyday, he cooks his meals with the­se natu­ral ingre­di­ents. Doing that, he can feel the flow of the sea­sons and he wri­tes his book. Sometimes, his editor/girlfriend Machiko visits him. They cook with sea­so­nal ingre­di­ents and eat tog­e­ther. They have a good time tog­e­ther. Tsutomu seems to be enjoy­ing an easy­go­ing life, but he is still unable to bury his dead wife’s ashes in a gra­ve. His wife died 13 years ago.

    Credits:

    Tsuchi o kurau jûni­ka getsu
    JP 2022, 111 Min., japan. OmU
    Regie: Yûji Nakae
    Kamera: Hirotaka Matsune
    Schnitt: Ryuji Miyajima

    Buch: Yûji Nakae nach der Erzählung „Tsuchi wo Kurau Hibi – 12 Monate von der Erde essen” von Mizukami Tsutomu
    mit: Kenji Sawada, Takako Matsu, Fumi Dan, Naomi Nishida, Toshinori Omi, Koihachi Takigawa

    Trailer:
    DasZenTagebuch TLR HD 24p DE XX 20 230714 2
    Im Kino in japa­nisch mit deut­schen Untertiteln
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  • filmPOLSKA 2023

    filmPOLSKA 2023

    Vom 06.–13.09.2023 fin­det die­ses Jahr das größ­te pol­ni­sche Filmfestival außer­halb Polens statt (mehr, Katalog). Im fsk zei­gen wir alle sie­ben Wettbewerbsbeiträge und zwei Specials:

    Vom 06.–13.09.2023 fin­det die­ses Jahr das größ­te pol­ni­sche Filmfestival außer­halb Polens statt (mehr). Im fsk zei­gen wir alle sie­ben Wettbewerbsbeiträge und zwei Specials:
    So erzählt Damian Kocurs mit Laiendarstellerinnen besetz­tes Drama CHLEB I SÓL / BROT UND SALZ im 4:3‑Format vom Klavierstudenten Tymoteusz, der in sei­ne altes abge­häng­tes Provinzstädtchen zurück­kehrt, wo Alkohol, Aggression und Ressentiments gegen alles Fremde auf der Tagesordnung ste­hen – und von der Eskalation, die dar­aus fol­gen muss. (13.9. / 20:00 Tickets) Ebenfalls in einer Stadt ohne Perspektiven ange­sie­delt ist der Dokumentarfilm LOMBARD / DAS PFANDHAUS von Łukasz Kowalski, der bei DOK Leipzig 2022 den Doc Alliance Award gewann. Die doku­men­ta­ri­sche Studie ist ein inti­mer Blick hin­ter die Kulissen eines Pfandhauses in Bytom, das nicht nur von den Schicksalen der Käuferinnen und Betreiberinnen, son­dern den pre­kä­ren Lebensentwürfen vie­ler Menschen in struk­tu­rell schwa­chen Gegenden zu berich­ten weiß. (9.9. / 20:00 GAST: Łukasz Kowalski Tickets) DAS PFANDHAUS ist nicht der ein­zi­ge doku­men­ta­ri­sche Beitrag im Wettbewerb. Als zwei­tes Roadmovie im filmPOLSKA-Programm wid­met sich BÓG I WOJOWNICY LUNAPARKÓW / GOD & LUNA PARK WARRIORS wie­der einer Familienkonstellation, die­ses­mal aus Vater und Sohn. Der athe­is­ti­sche Schriftsteller Andrzej Rodan und sein Sohn Paweł, ein tief gläu­bi­ger Christ mit ent­spre­chen­den Karriereabsichten, lie­gen in ihren Ansichten grund­sätz­lich über Kreuz und machen sich auf den Weg, den herz­kran­ken Vater zu ret­ten. Geistig-geist­lich ver­steht sich, denn es han­delt sich um den ver­zwei­fel­ten Versuch einer Evangelisation. (11.9. / 20:00 GAST: Bartłomiej Żmuda Tickets) Mit THE SILENT TWINS von Agnieszka Smoczyńska ist auch ein inter­na­tio­nal von der Kritik gefei­er­ter Beitrag im Programm. Smoczyńskas zwi­schen Drama und Thriller chan­gie­ren­der ers­ter fremd­spra­chi­ger Film fei­er­te in Cannes 2022 sei­ne Premiere und basiert auf rea­len Ereignissen: Das bar­ba­di­sche Zwillingspaar June und Jennifer Gibbons wächst in den 70er-Jahren in der xeno­pho­ben wali­si­schen Provinz auf und beschließt irgend­wann, mit nie­man­dem mehr zu spre­chen. (7.9. / 20:00 GAST: Agnieszka Smoczyńska Tickets) Ergänzend dazu steu­ert Dorota Lamparska mit PRZEJŚCIE / THE PASSAGE einen dezi­dier­ten Arthouse-Film bei, in dem die Themen Vergänglichkeit und Tod anhand einer kaput­ten Brücke ins Jenseits und dem Schicksal der zwi­schen Leben und Tod her­um­ir­ren­den Protagonistin Maria mit iro­ni­schem Unterton ver­han­delt wer­den. (12.9. / 20:00 GAST: Dorota Lamparska Tickets) Zwei Filme beleuch­ten Machtverhältnisse und Manipulation. In Grzegorz Mołdas Kammerspiel MATECZNIK / THE HATCHER muss sich der jun­ge Strafgefangene Karol mit elek­tro­ni­scher Fußfessel den bis­wei­len sadis­tisch anmu­ten­den Resozialisierungsmethoden sei­ner Betreuerin Marta fügen. (10.9. / 20:00 Tickets GAST: Grzegorz Mołda) Im Mittelpunkt von Tomasz Habowskis Schwarz-Weiß-Film PIOSENKI O MIŁOŚCILIEBESLIEDER steht hin­ge­gen die Musik zwi­schen Karriere und zweck­be­frei­ter Leidenschaft: Hier pral­len die Welten des hoch­am­bi­tio­nier­ten, wohl­si­tu­iert auf­ge­wach­se­nen Komponisten Robert und der als Kellnerin arbei­ten­den, „heim­li­chen“ Sängerin Alicja uner­bitt­lich auf­ein­an­der, mit schwer wie­gen­den Konsequenzen. Der Film ist pro­mi­nent besetzt: Die Rolle der Alicja spielt Justyna Święs, Sängerin des erfolg­rei­chen Pop-Duos The Dumplings. (8.9. / 20:00 GAST: Tomasz Habowski Tickets)
    Die Specials: CICHA ZIEMIA | Stilles Land von Aga Woszczyńska beob­ach­tet ein pol­ni­schen Ehepaar beim Versuch, einen ent­spann­ten Urlaub an der Küste Sardiniens zu ver­brin­gen. (10.9. / 15:00 Tickets) In KOBIETA NA DACHU / Woman On The Roof von Anna Jadowska ver­zei­fel die Ärztin Mira kurz vor der Rente an drü­cken­den Schulden. (9.9. / 15:00 GAST: Anna Jadowska Tickets)
    * = mit Gast


    • vorbei 
  • Jeder schreibt für sich allein

    Jeder schreibt für sich allein

    Ein Film von Dominik Graf und Felix von Boehm. (Filmgespräch mit Co-Autor Constantin Lieb am 3.9.)

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Der Schriftsteller Anatole Reignier folgt in sei­nem Buch Jeder schreibt für sich allein den Schicksalen und Entscheidungen von über 60 Kolleg:innen von 1933 bis 1945 in Deutschland.
    Für ihren gleich­na­mi­gen Film such­ten sich Dominik Graf und Felix von Böhm eini­ge, meist bekann­te­re Persönlichkeiten her­aus, die für die unter­schied­li­chen Strategien ste­hen, mit dem tota­li­tä­ren System umzu­ge­hen. Innere Emigration ist ein Begriff, der ger­ne ver­wen­det wird, wenn es z.B. um Hans Fallada oder Frank Thiess geht, ande­re, wie Thomas Mann, emi­grier­ten tat­säch­lich. Gottfried Benn folg­te begeis­tert der „neu­en Zeit“, es wur­de offen oder heim­lich (Erich Kästner) pak­tiert, pro­fi­tiert, oder sich ver­steckt. „Sie haben sich alle gewun­den und durch­ge­wursch­telt in ver­schie­de­nen Graustufen von Abhängigkeit und Distanzierung.” so Graf. Jochen Klepper sah 1942 aller­dings kei­nen ande­ren Ausweg mehr als den Suizid.
    Lässt sich Kunst von den Personen tren­nen, die sie erschaf­fen haben? Die gro­ße Interesse der Regisseure für das hoch­span­nen­de Thema über­trägt sich beim Schauen. Auch der Rückblick heu­ti­ger Autor:innen und Kunstschaffenden bie­tet Erhellendes, arbei­tet der Film schließ­lich gegen die Selbstgerechtigkeit der Spätgeborenen und möch­te die bei über­all vor­han­de­nen Ambivalenzen anspre­chen.
    Ob das Beispiel der RAF für das Weiterleben einer sys­te­mi­schen Empathielosigkeit nicht unbe­wusst einer Relativierung der vor nicht all­zu lan­ger Zeit als Singularität ange­se­he­nen Naziverbrechen Vorschub leis­tet, und ob die kurz ein­ge­spro­che­ne These, dass der Faschismus einer viru­len­ten Krankheit ähnelt, einer anthro­po­lo­gi­schen Konstante sozu­sa­gen, nicht all­zu psy­cho­lo­gisch und unpo­li­tisch daher­kommt, wie es das Ende nahe­legt, sei dahin­ge­stellt. Aber dar­über kann ja gere­det wer­den.
    Gerade für Künstler:innen hat die Frage, die Gabriele von Arnim zu Beginn des Filmes stellt, nichts von ihrer Aktualität ver­lo­ren, ange­sichts der vie­len Möglichkeiten, kor­rum­piert, ver­führt oder in Furcht ver­setzt zu wer­den: „Wie sicher kann ein Mensch sich sei­ner selbst sein?“ 

    GOTTFRIED BENN, KLAUS MANN, ERICH KÄSTNER, HANS FALLADA, JOCHEN KLEPPER, INA SEIDEL, HANNS JOHST, WILL VESPER, BERNWARD VESPER 

    (Filmgespräch mit Co-Autor Constantin Lieb am 3.9.)

    Credits:

    DE 2023, 169 Min., deut­sche Fassung (engl. UT auf Nachfrage)
    Regie:
    Dominik Graf, Felix von Boehm
    Kamera: Florian Mag, Markus Schindler, Niclas Reed Middleton, Pierre Nativel, Sven Jakob-Engelmann
    Schnitt: Claudia Wolscht

    mit Anatol Regnier, Florian Illies, Géraldine Mercier, Albert von Schirnding, Christoph Stölzl, Henrike Stolze, Günter Rohrbach, Gabriele von Arnim, Julia Voss, Willy Kristen, Wendelin Neubert, Carlo Paulus, Simon Strauß, Clemens von Lucius, Lena Winter

    Trailer:
    Trailer JEDER SCHREIBT FÜR SICH ALLEIN – ab 24. August 2023 im Kino
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    A film by Dominik Graf and Felix von Boehm. In German with English sub­tit­les on request.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    How sure can a per­son be of them­sel­ves? This is the cen­tral ques­ti­on of Dominik Graf’s new docu­men­ta­ry essay. Based on Anatol Regnier’s epony­mous book, this film deals with artists’ desti­nies and the imme­dia­te rea­li­ty of the Nazi era. What was it like to live in a dictatorship?

    In Jeder schreibt für sich allein, we encoun­ter the bio­gra­phies of very well-known aut­hors, each of whom lived extre­me­ly indi­vi­du­al ambi­va­len­ces. For exam­p­le, Gottfried Benn and Erich Kästner, who were, at the same time, ban­ned from wri­ting to the Nazis, but repea­ted­ly sup­port­ed them in dif­fe­rent ways. Or Ina Seidel, best­sel­ling aut­hor and ardent Hitler fan, who was in a secret same-sex relationship. 

    Jeder schreibt für sich allein is a film that high­lights that the tempt­a­ti­on of cla­ri­ty is often the grea­test stupidity.

    Credits:

    DE 2023, 169 Min., deut­sche Fassung engl. UT auf Nachfrage
    Regie:
    Dominik Graf, Felix von Boehm
    Kamera: Florian Mag, Markus Schindler, Niclas Reed Middleton, Pierre Nativel, Sven Jakob-Engelmann
    Schnitt: Claudia Wolscht

    mit Anatol Regnier, Florian Illies, Géraldine Mercier, Albert von Schirnding, Christoph Stölzl, Henrike Stolze, Günter Rohrbach, Gabriele von Arnim, Julia Voss, Willy Kristen, Wendelin Neubert, Carlo Paulus, Simon Strauß, Clemens von Lucius, Lena Winter

    Trailer:
    Trailer JEDER SCHREIBT FÜR SICH ALLEIN – ab 24. August 2023 im Kino
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  • Passages

    Passages

    Ein Film von Ira Sachs.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Ira Sachs (zuletzt mit Little men bei uns) hat Franz Rogowski eine per­fek­te Rolle auf den Leib geschnei­dert: Tomas ist Regisseur in Paris, hat einen Film been­det und gönnt sich nach der Phase inten­si­ver Arbeit und Verantwortung die ver­dien­te Freizeit, wech­selt die Garderobe und läßt sei­ne kind­li­che Seite glän­zen. Unbedarft und mit viel Sinn für Grenzüberschreitungen nimmt er Fahrt auf und ver­langt immer mehr Freiheiten. Auf die Ehe mit Martin, der Tomas viel Geduld schenkt, fällt lang­sam ein Schatten, der immer län­ger wird, denn Tomas fängt ein Verhältnis mit Agathe an, fas­zi­niert von sich selbst, gelingt ihm doch mühe­los, sich auch in eine Frau zu ver­lie­ben.
    Die Ménage-à-trois nimmt also Fahrt auf, der Aufstieg zum Scherbenhaufen beginnt und Tomas wech­selt wie­der mal die Garderobe.
    „‘Ich hat­te letz­te Nacht Sex mit einer Frau’, sagt Tomas sei­nem Ehemann. Von einem Geständnis zu spre­chen, wür­de der Sache nicht gerecht. Reue, gar Scham, emp­fin­det Tomas gegen­über Martin nicht. Im Gegenteil, schon im nächs­ten Augenblick bit­tet er sei­nen Mann dar­um, ihm davon erzäh­len zu dür­fen. Ohne eine Antwort abzu­war­ten, berich­tet er von den berau­schen­den Gefühlen, die er schon so lan­ge nicht mehr emp­fun­den habe. Nüchtern betrach­tet, offen­bart das Drama sei­nen zen­tra­len Protagonisten jäh als empa­thie­lo­sen Narzissten. Doch Ira Sachs, der ein beson­de­res Talent für das genaue Beobachten abseits pro­fes­so­ra­ler Wertungen besitzt, neigt auch in die­ser inti­men Charakterstudie nicht zur Pathologisierung. Stattdessen ver­steht es Passages, den beson­de­ren Bann, in den Tomas erst Martin und spä­ter auch Agathe – die augen­schein­lich alles ver­än­dern­de Frau – zieht, auf das Publikum aus­zu­wei­ten.“
    Arabella Wintermayr | taz

    Credits:

    FR 2023, 91 Min., Englisch, Französisch OmU
    Regie: Ira Sachs

    Kamera: Josée Deshaies
    Schnitt: Sophie Reine

    mit Franz Rogowski, Ben Whishaw, Adèle Exarchopoulos

    Trailer:
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    A film by Ira Sachs. In English and French with German subtitles.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    On the final day of his shoot in Paris, German film­ma­ker Tomas is visi­bly ten­se. He is all stern exacti­tu­de as he explains to his extras just pre­cis­e­ly how to posi­ti­on their hands or what their moti­va­ti­on is as they walk down a flight of stairs – right up until the final sla­te. At the wrap par­ty, Tomas falls first into the arms of his British hus­band Martin, but then he meets a young pri­ma­ry school tea­cher, Agathe. A dance deve­lo­ps into a flir­ta­ti­on and then into a pas­sio­na­te night tog­e­ther. The next mor­ning, Tomas proud­ly tells Martin that he has slept with a woman. As this one-night stand grows into some­thing more, the rela­ti­onship bet­ween the two men beg­ins to chan­ge. A tale of rela­ti­onships that is mark­ed by pas­si­on, jea­lou­sy and nar­cis­sism unfolds in which each shows scant sen­si­ti­vi­ty for the needs of the others.
    Ira Sachs’ latest work, his sixth outing in Panorama, once again pro­ves his talent for careful­ly obser­ved rela­ti­onship dra­mas. There is a hint of French cine­ma and a tang of Fassbinder waf­ting around the three prot­ago­nists as their per­so­nal wounds con­stant­ly rede­fi­ne the power rela­ti­ons bet­ween them.

    Credits:

    FR 2023, 91 Min., Englisch, Französisch OmU
    Regie: Ira Sachs

    Kamera: Josée Deshaies
    Schnitt: Sophie Reine

    mit Franz Rogowski, Ben Whishaw, Adèle Exarchopoulos

    Trailer:
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  • Vergiss Meyn Nicht

    Vergiss Meyn Nicht

    Ein Film von Fabiana Fragale, Kilian Kuhlendahl und Jens Mühlhoff.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    30 Meter über der Erde ist eine neue Gemeinschaft ent­stan­den. In den Baumkronen des Hambacher Forsts, der 2018 zum Mittelpunkt der kli­ma­po­li­ti­schen Auseinandersetzungen in Deutschland wird, leben Menschen in selbst­ge­bau­ten Baumhäusern und ver­su­chen, die dro­hen­de Rodung zu ver­hin­dern, indem sie sich selbst als Gewicht in die Waagschale wer­fen. Der Filmstudent Steffen Meyn doku­men­tiert den teil­wei­se fried­li­chen, teil­wei­se rigo­ro­sen, teil­wei­se aggres­si­ven Kampf der Aktivistinnen gegen die Zerstörung der Natur zwei Jahre lang mit einer 360°-Helmkamera. Dann stürzt er wäh­rend einer poli­zei­li­chen Räumung vom Baum und stirbt. Der Dokumentarfilm von Meyns Freundinnen und Kommilitoninnen Fabiana Fragale, Kilian Kuhlendahl und Jens Mühlhoff basiert auf die­sem Filmmaterial. Die Zweifel des Protagonisten wer­den dar­in genau­so deut­lich wie sei­ne freund­li­che Beharrlichkeit und sein Bemühen, eine Haltung zur Radikalität der Szene zu fin­den. Zusätzlich haben die Regisseurinnen Interviews mit Aktivist*innen geführt, bei denen die Erfahrungen im „Hambi“ tie­fe Spuren hin­ter­las­sen haben. Es geht um die Frage, wie weit Aktivismus gehen muss. Und wie weit er gehen darf.

    Credits:

    DE 2023, 102 Min.,
    Regie: Fabiana Fragale, Kilian Kuhlendahl, Jens Mühlhoff

    Kamera: Carina Neubohn, Nora Daniels, Steffen Meyn
    Schnitt: Ulf Albert

    Trailer:
    Vergiss Meyn nicht [Offizieller Trailer DEUTSCH HD] – Jetzt auf DVD & VOD
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    A film by Fabiana Fragale, Kilian Kuhlendahl and Jens Mühlhoff. In German.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    A new com­mu­ni­ty has emer­ged, thir­ty met­res abo­ve the ground in the tree­tops of the Hambach Forest. In 2018, this site beco­mes the focus of cli­ma­te poli­cy dis­pu­tes in Germany on account of a group of peo­p­le who have got invol­ved by living in self-built tree hou­ses in a bid to pre­vent the threa­ten­ed cle­arance of the forest. Film stu­dent Steffen Meyn docu­men­ted the­se acti­vists’ part­ly peaceful, part­ly radi­cal, part­ly aggres­si­ve strugg­le against the des­truc­tion of natu­re over a peri­od of two years with a 360-degree hel­met came­ra. But then he fell from a tree during a poli­ce evic­tion and died.
    This docu­men­ta­ry by Meyn’s fri­ends and fel­low stu­dents Fabiana Fragale, Kilian Kuhlendahl and Jens Mühlhoff is based on his foo­ta­ge. In their film, the protagonist’s doubts come across just as cle­ar­ly as does his fri­end­ly per­se­ver­ance and his efforts to cope with the more mili­tant aspects of the move­ment. In addi­ti­on, the direc­tors con­duc­ted inter­views with acti­vists on whom the expe­ri­en­ces in “Hambi” have left their mark. How far, they ask, does acti­vism need to go? And how far should it go?

    Credits:

    DE 2023, 102 Min.,
    Regie: Fabiana Fragale, Kilian Kuhlendahl, Jens Mühlhoff

    Kamera: Carina Neubohn, Nora Daniels, Steffen Meyn
    Schnitt: Ulf Albert

    Trailer:
    Vergiss Meyn Nicht [Offizieller Teaser DEUTSCH HD] – Ab 21. September im Kino
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  • Music For Black Pigeons

    Music For Black Pigeons

    Ein Film von Jørgen Leth und Andreas Koefoed.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Mit Music for Black Pigeons zeich­nen die Filmemacher Jorgen Leth und Andreas Koefoed das Porträt des däni­schen Gitarristen Jakob Bro. 14 Jahre lang haben sie zuge­hört und zuge­se­hen, wie des­sen Kompositionen zu Musik wer­den, in Ensembles mit den ganz gro­ßen Jazzmusikern, mit Bill Frisell, Andrew Cyrille, Lee Konitz, Thomas Morgan, Mark Turner, Paul Motian, Joe Lovano, Joey Baron, Palle Mikkelberg und und und … Ja, auch Midori Takada ist dabei, die­se außer­ge­wöhn­li­che Schlagzeugerin, die so medi­ta­tiv lei­se die Klangschalen streicht und dann gewal­tig don­nernd die Paukenkessel trak­tiert. Es wird kei­ner der Titel ganz gespielt, kein Set aus dem Konzertsaal fer­tig über­nom­men. Das Konzert fin­det im Studio statt, bei den kon­zen­trier­ten Proben, der gemein­sa­men Einstimmung auf etwas, von dem kei­ner der Mitwirkenden weiß, ob es wahr wer­den wird. Und das dann doch geschieht, weil alle teil haben an dem Riesenkosmos des Jazz, weil sie alle die Musik ihrer berühm­ten Vorväter in der Seele tra­gen. Und wenn es pas­siert, wenn den Musikern ein Take glückt, so wie er nur glü­cken kann, dann geht ein Lächeln auf in ihren Gesichtern. Als Music for Black Pigeons 2022 bei den Filmfestspielen in Venedig lief, wur­de er von Jazz-Affinados gefei­ert als der ulti­ma­ti­ve Musikfilm über­haupt. Vielleicht ist das über­trie­ben, aber einer der zweit­schöns­ten nach Jazz on a Summer’s Day (Newport 1958) ist er alle­mal.
    Elizabeth Bauschmid | indiekino

    Credits:

    DK 2022, 92 Min., Englisch, Dänisch, Japanisch OmU
    Regie:
    Jørgen Leth und Andreas Koefoedmäki
    Kamera: Adam Jandrup, Dan Holmberg, Andreas Koefoed
    Schnitt: Adam Nielsen
    mit: Jakob Bro, Lee Konitz, Thomas Morgan, Paul Motian,
    Bill Frisell, Mark Turner, Joe Lovano, Andrew Cyrille, Palle Mikkelborg,
    Jon Christensen, Manfred Eicher, Midori Takada

    Trailer:
    Music For Black Pigeons TRAILER DE
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    A film by Jørgen Leth and Andreas Koefoed.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Music for Black Pigeons is the first col­la­bo­ra­ti­on bet­ween Jørgen Leth and Andreas Koefoed. The film poses exis­ten­ti­al ques­ti­ons to influ­en­ti­al jazz play­ers such as Bill Frisell, Lee Konitz, Midori Takada and many others: How does it feel to play, and what does it mean to lis­ten? What is it like to be a human being and spen­ding your who­le life try­ing to express some­thing through sounds? The cha­rac­ters wake up, rehe­ar­se, record, per­form and talk about music. In some moments they are on the edge, the edge of exis­tence, con­stant­ly chal­len­ging them­sel­ves. They lis­ten. They devo­te them­sel­ves to fin­ding a space to crea­te a con­nec­tion to some­thing big­ger than them­sel­ves. Something that will out­last all of us. For the past 14 years, the film­ma­kers fol­lo­wed Danish com­po­ser Jakob Bro, wit­nessing his musi­cal encoun­ters with acclai­med and eccen­tric musi­ci­ans from across gene­ra­ti­ons and natio­na­li­ties. Through Bro’s com­po­si­ti­ons, the film’s cha­rac­ters explo­re the space of music—and in doing so ans­wer some of the ques­ti­ons the film poses, in a poe­tic, life-affir­ming and enter­tai­ning way.

    Credits:

    DK 2022, 92 Min., Englisch, Dänisch, Japanisch OmU
    Regie:
    Jørgen Leth und Andreas Koefoedmäki
    Kamera: Adam Jandrup, Dan Holmberg, Andreas Koefoed
    Schnitt: Adam Nielsen
    mit: Jakob Bro, Lee Konitz, Thomas Morgan, Paul Motian,
    Bill Frisell, Mark Turner, Joe Lovano, Andrew Cyrille, Palle Mikkelborg,
    Jon Christensen, Manfred Eicher, Midori Takada

    Trailer:
    Music For Black Pigeons TRAILER DE
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