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  • The North

    The North

    Ein Film von Bart Schrijver. Ab 21.5. im fsk.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Gewandert wird seit eini­ger Zeit viel im Kino, aber in kei­nem Film so wie in THE NORTH. Während den meis­ten Reisefilmen die Reise als äuße­res Gerüst dient, um von einer inne­ren Bewegung zu erzäh­len, so steht in THE NORTH das Wandern selbst als hysi­sche Erfahrung im Zentrum und lässt alles ande­re nach­ran­gig erschei­nen: Was zählt, ist das klam­me Zelt am Morgen, die hei­ße Tasse Kaffee auf dem schief­stehen­den Wasserkocher, die Mücken bei Sonnenuntergang, der zwei­te Tag mit Regen. Chris und Lluis sind alte Freunde, ver­mut­lich aus dem Studium. Sie haben sich Jahre nicht gese­hen und set­zen nun einen Plan um, den sie offen­bar schon lan­ge hat­ten: Sie wan­dern 600 km durch Schottland, zunächst ent­lang des West Highland Way und dann auf dem Cape Wrath Trail zur nörd­lichs­ten Spitze des Landes. Sie reden ver­hält­nis­mä­ßig wenig, denn THE NORTH zeich­net ein sel­te­nes Bild einer rea­len, unpro­ble­ma­ti­schen, nicht-macker­haf­ten Männerfreundschaft und fängt zugleich den sozia­len Zustand ein, der sich ergibt, wenn man auf engem Raum mit­ein­an­der aus­kom­men muss. Auf einem Boot, in einem Zelt, im Regen lässt man sich gedank­lich Raum, gera­de weil man ein­an­der so nah ist. Dennoch lernt man die bei­den ken­nen. Lluis ist leb­haft, schnell zu begeis­tern, aber auch unru­hig, und rennt vor­aus, bis das Knie streikt.
    Chris ist ruhi­ger, sein Leben läuft in geord­ne­ten Bahnen, aber die ver­lässt er auch ungern. Nichts davon muss der Film groß erklä­ren, man ver­steht es, wenn man zusieht. Als Luis wegen des Knies aus­set­zen muss, wan­dert Chris ein paar Tage allein wei­ter und sitzt dann sehr ver­lo­ren in der majes­tä­ti­schen Landschaft, die sel­ten son­nig ist, weil Regisseur Bart Schrijver den Film chro­no­lo­gisch gedreht hat und das Wetter so, wie es eben war. Als Chris Lluis wie­der­sieht, freut er sich. Hendrike Bake

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    Credits:

    NL 2025, 130 Min., engl./niederländische OmU
    Regie: Bart Schrijver
    Kamera: Twan Peeters
    Schnitt: Gijs Walstra
    mit: Bart Harder, Carles Pulido, Sharon Verdegem, Matthijs van Sande Bakhuizen, Olly Bassi

    Trailer:
    THE NORTH – OmU-Trailer – ab 21. Mai im Kino
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  • filmPOLSKA reloaded – Pociągi / Trains

    filmPOLSKA reloaded – Pociągi / Trains

    am 29.4.. 18:00 im fsk. Einführung: Bartek Tesarz (Polnisches Institut Berlin)

    [Tickets]

    Pociągi / Trains
    PL/LT 2024
    R/B: Maciej Drygas
    80 min, oT
    S: Rafał Listopad
    M: Paweł Szymański

    Hitze und Unmengen von Stahl in einer gro­ßen Werkhalle. Eine schwe­re Dampflok wird zusam­men­ge­setzt und auf die Schienen gestellt. Waggons wer­den ange­kop­pelt, der Zug wird erst gezo­gen, setzt sich dann selbst in Bewegung, nimmt Fahrt auf und die Reise beginnt – eine Reise durch die Geschichte der Eisenbahn, des Films und der ers­ten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

    In sei­ner exzel­lent mon­tier­ten Found-Footage-Sinfonie, die ohne gespro­che­ne Worte aus­kommt, reiht Drygas Aufnahmen aus ganz Europa wie Waggons chro­no­lo­gisch anein­an­der. Im Zusammenspiel mit der kon­ge­nia­len Begleitmusik (meis­ter­haft abge­mischt von Saulius Urbanavičius) erzählt er eine Geschichte, die von Aufbruchsgeist und Fortschritt kün­det – und davon, wie die Entwicklung immer wie­der in bewaff­ne­te Konflikte mün­det, an denen die Eisenbahn in ver­schie­de­nen Rollen ent­schei­den­den Anteil hat.

    Wie bei einer Bahnfahrt wird die Geschwindigkeit gestei­gert und gedros­selt, wir bli­cken auf Landschaften links und rechts, begrü­ßen und ver­ab­schie­den Mitreisende und keh­ren doch immer wie­der zum Leitmotiv des end­lo­sen Schienenstrangs zurück. [Rainer Mende]

    Der Regisseur und Produzent Maciej Drygas (geb. 1956 in Łódź) war Assistent von Krzysztof Zanussi und Krzysztof Kieślowski, dann dreh­te er selbst inter­na­tio­nal preis­ge­krön­te Dokumentarfilme wie „Hear My Cry” (1991), „One Day in People’s Poland“ (2005) oder „Violated Letters” (2011). Als Dozent der Filmuniversität Łódź betreu­te er seit 2007 weit über 100 fil­mi­sche Arbeiten von Studierenden.

    Vita Želakeviciute (geb. 1959 in Kaunas/Litauen) stu­dier­te Film in Moskau sowie Kamera an der Filmhochschule Łódź. Zwischen 1997 und 2004 ver­öf­fent­lich­te sie in Polen fünf Dokumentarfilme, außer­dem betreut sie Filmarbeiten von Studierenden. Nach „Danger Zone“ (2023) ist „Trains“ der zwei­te lan­ge Dokumentarfilm, den sie als Produzentin betreute.

     

    wei­te­re filmPOLSKA Termine:

  • Otherwise In Istanbul

    Tickets

    A crea­ti­ve dance docu­men­ta­ry, Otherwise in Istanbul, fol­lows the Istanbulian dancer Mihran Tomasyan, in a nar­ra­ti­ve told through his Armenian fami­ly histo­ry and iden­ti­ty, woven with archi­ves, a coll­ec­tively impro­vi­sed cho­reo­gra­phy and the cha­os of con­tem­po­ra­ry Istanbul.
    Otherwise in Istanbul looks at life in Istanbul through Mihran’s sto­ry; his dance years in France as well as fami­ly clips; like his Armenian grand­mo­ther who has wit­nessed the trans­for­ma­ti­on of Turkish Republic, as w…

  • Achtung Berlin – Luisa

    Achtung Berlin – Luisa

    Mittwoch, 22.4. 20:45  (Wettbewerb Spielfilm)
    DE 2025, 94 Min.,
    Sprache [deutsch] UT [eng­lisch]
    Regie: Julia Roesler, Buch: Julia Roesler, Silke Merzhäuser

    [Tickets]

    Luisa lebt in einer Wohngruppe für Menschen mit Behinderung am Rande einer deut­schen Kleinstadt. Sie liebt Partys, ist für jeden Spaß zu haben, lässt sich auf Flirts und Abenteuer ein. Zunächst unbe­merkt wird Luisa stil­ler – über­ra­schend kommt her­aus, dass sie schwan­ger ist. Sie selbst schweigt dazu, wie es pas­siert ist. Alle wis­sen, dass ihr Freund Anton nicht zeu­gungs­fä­hig ist. Ein Verdacht auf sexu­el­len Missbrauch liegt nahe. Luisa ent­schließt sich, die Schwangerschaft abbre­chen zu las­sen. Es wird poli­zei­lich ermit­telt, ob eine Straftat vor­liegt – die Ermittlungen wer­den zur Belastungsprobe für Luisa, ihre Beziehung zu Anton und die gesam­te Wohngruppe.

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  • Achtung Berlin – Im Licht der Sandbank

    Achtung Berlin – Im Licht der Sandbank

    Mittwoch, 22.4. 18:30  (Wettbewerb Dokumentarfilm)
    DE 2025, 75 Min.
    Sprache [deutsch], [eng­lisch], [fran­zö­sisch] UT [eng­lisch]
    Regie, Buch: Kilian Helmbrecht

    [Tickets]

    Als Vogelwart ver­bringt Kilian sie­ben Monate allei­ne auf Scharhörn, einer Düneninsel in der Helgoländer Bucht. Seine Aufgaben bestehen aus Vogelzählung, Observierung und dem Sammeln von Treibgut. Das Gespür für die sich stets ver­än­dern­de Landschaft mit ihren Vogelschwärmen am Himmel und dem extrem wech­seln­den Wetter liegt eben­so in den Bildern wie im unge­küns­tel­ten Soundtrack aus Wind, Regen und Vogelrufen. Kontakte nach außen sind rar, aber umso deut­li­cher wirkt das Eindringen der Außenwelt. Vorboten des Klimawandels und Nachrichten aus dem Krieg errei­chen die Insel. In der melan­cho­li­schen Grundstimmung liegt sowohl ein Echo der Einsamkeit als auch die Ahnung, dass die Existenz die­ses Ortes ohne eige­nes Zutun zutiefst bedroht ist. In der genau­en Beobachtung ent­steht ein Sinnbild für das Verschwinden von Vielfalt und wie es beginnt.

    As a bird war­den, Kilian spends 7 months alo­ne on a bar­ri­er island. A film about affec­tion for the land­scape and its impen­ding loss.

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  • Achtung Berlin – Nichts bleibt und nichts verschwindet 

    Achtung Berlin – Nichts bleibt und nichts verschwindet 

    Dienstag, 21.4. 20:45  (Wettbewerb Dokumentarfilm)
    DE 2026, 79 Min.
    Sprache [deutsch], [eng­lisch], [rumä­nisch] UT [eng­lisch, deutsch – dual]
    Regie, Buch: Paul Sonntag

    [Tickets]

    Eine Straßenecke in Berlin-Moabit ver­än­dert sich: Aus einem altern­den Supermarkt wird eine Baustelle, wird ein Neubau. Regale wer­den ein­ge­räumt, Wände abge­ris­sen, Pause gemacht und Geld gezählt. Die Menschen, die hier arbei­ten, las­sen den Ort ent­ste­hen und ver­ge­hen. In wel­cher Beziehung ste­hen sie zu ihm? Wie bestimmt er die Umstände ihrer Arbeit? Über einen Zeitraum von fünf Jahren unter­sucht der Film mit Geduld, Humor und lie­be­vol­lem Blick das Verhältnis zwi­schen Konstanten und Veränderung am Ort. Verschiedene Versionen des Ortes über­la­gern sich und fin­den zwi­schen Kühlregal, Baugerüst und Sichtbeton gleich­zei­tig statt. Mal spie­le­risch, mal gespens­tisch, kom­men dabei Wiederholungen zum Vorschein, wie Echos zwi­schen den Welten.

    On a Berlin street cor­ner a small super­mar­ket trans­forms into a tene­ment block – bet­ween the ais­les and on the scaf­fol­ding some­thing slow­ly changes.

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  • Achtung Berlin – Sechswochenamt

    Achtung Berlin – Sechswochenamt

    Dienstag, 21.4. 18:30  (Wettbewerb Spielfilm)
    DE 2025, 98 Min.,
    Sprache [deutsch] UT [eng­lisch, deutsch – dual]
    Regie, Buch: Jacqueline Jansen

    [Tickets]

    Nach dem Tod ihrer Mutter ver­bringt Lore sechs Wochen in der rhei­ni­schen Heimat, um der Verstorbenen ihren letz­ten Wunsch zu erfül­len. Dabei muss sie sich gegen fest­ge­fah­re­ne Familienstrukturen und eine Bürokratie, die von der ers­ten Covid-Welle gelähmt ist, behaup­ten. Sechs Wochen Ausnahmezustand. Sie fan­gen an zu ver­strei­chen, und es scheint, dass Lore in einer absur­den Symbiose mit der pan­de­mi­schen Ausnahmesituation zu leben beginnt. Sechs Wochen, in denen sie lernt, ihre Trauer zuzu­las­sen, um nicht von ihr auf­ge­fres­sen zu wer­den. In denen sie erfährt, dass die Endlichkeit des Lebens geplant wer­den muss und dass es kei­ne Antwort auf die Frage gibt: Wie trau­ert man richtig.

    Following her mother’s death, young Lore refu­ses to let anyo­ne dic­ta­te how she should say good­bye, and yet she keeps asking hers­elf the same ques­ti­on: what is the right way to grieve?

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  • Achtung Berlin – The Plant from the Canaries

    Achtung Berlin – The Plant from the Canaries

    Montag, 20.4 20:45 WB ML 5, Dear Ellis (KF)
    13 Min.
    Sprache [man­da­rin] UT [eng­lisch]
    Regie: Yinuo Wang

    und

    The Plant from the Canaries
    66 Min.
    Sprache [korea­nisch], [eng­lisch], [deutsch] UT [eng­lisch]
    Regie: Lan-Xi Ruan,

    [Tickets]

    May, eine drei­ßig­jäh­ri­ge Drehbuchautorin in Berlin, gerät aus dem Gleichgewicht, nach­dem ihr Partner aus­ge­zo­gen ist. Sie beginnt eine Therapie und ver­lässt kaum noch die Wohnung. Schlaflose Nächte brin­gen sie in Erinnerungen zurück zu ihrer Jugend in Seoul, wo sie ein­mal einen streu­nen­den Hund auf­ge­nom­men hat. Sie ver­traut sich einer Freundin an und erkennt, dass ihr Abschiede schwerfallen.

    May, a woman in her ear­ly thir­ties, finds hers­elf sud­den­ly alo­ne after an unex­pec­ted break­up. As she drifts through slee­p­less days in Berlin, memo­ries of her youth in Seoul begin to resurface.

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  • Achtung Berlin – Active Vocabulary

    Achtung Berlin – Active Vocabulary

    Montag, 20.4 18:30  (Wettbewerb Dokumentarfilm)
    DE 2025, 82 Min.
    Sprache [eng­lisch], [deutsch], [rus­sisch], [kir­gi­sisch] UT [eng­lisch]
    Regie, Buch: Yulia Lokshina

    [Tickets]

    Eine Frau mit Plastiktüten an den Füßen steht im Wald, am Rand von Moskau. Sie ist ehe­ma­li­ge Lehrerin. Es ist Winter und alles vol­ler Schnee. Um sie her­um sind jun­ge Tagelöhner aus Zentralasien, die die­sen Wald abhol­zen sol­len. Die Frau ver­tei­digt mit aller Kraft den Wald. Der Wald soll dem Bau einer neu­en Schule wei­chen. Die Schule wie­der­um wird zur Trägerin der Staatsideologie wer­den, die die äuße­re mili­tä­ri­sche Expansion legi­ti­mie­ren soll. Es ist Mitte Februar 2022. Es ist kurz vor dem Krieg, Die Gesetzeslage ver­schärft sich, Lehrkräfte und Schüler*innen tre­ten in gegen­sei­ti­ge Beobachtung: Kurz nach der Invasion spricht sich eine jun­ge rus­si­sche Lehrerin gegen den Krieg aus. Sie wird heim­lich auf­ge­zeich­net und von einer Schülerin denun­ziert. Sie flieht nach Berlin, wo eine deut­sche Schulklasse ihren Fall nach­stellt und zu ver­ste­hen ver­sucht, wie es zu dem Verrat kam. Der Film folgt die­sen Ereignissen, um über Prozesse der poli­ti­schen Überwältigung und die Bedingungen des Widerstands nachzudenken.

    In col­la­bo­ra­ti­on with a school class in Berlin, Active Vocabulary re-enacts the case of a young Russian tea­cher who was repor­ted by a pupil for spea­king out against the war, in order to reflect on the dyna­mics of poli­ti­cal power and the con­di­ti­ons of resistance.

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  • Achtung Berlin – Das Glück der Tüchtigen

    Achtung Berlin – Das Glück der Tüchtigen

    Sonntag, 19.4. 20:45  (Wettbewerb Spielfilm)
    DE 2025, 104 Min.,
    Sprache [deutsch] UT [eng­lisch]
    Regie: Franz Müller, Buch: Franz Müller, Marcus Seibert

    [Tickets]

    Mira hat das, was man ein gutes Leben nennt: Vor kur­zem hat sie die Position der Managerin in einem Supermarkt über­nom­men, die lie­be­vol­le Beziehung zu ihrem Mann und den bei­den Töchtern geben ihr Unterstützung und Kraft. Dann wird ein ein­zi­ger Moment der Schwäche, in dem Mira sich nicht dazu durch­rin­gen kann, ehr­lich zu sein, zum Auslöser für eine Kaskade von Halbwahrheiten und Lügen. Ihr Leben wird zu einem Kampf, der ver­hin­dern soll, dass alles zer­bricht. Als wäre das nicht genug, hört sie in ihrem Kopf immer wie­der die Stimme ihrer bour­geoi­sen Mutter, die sie davon über­zeu­gen möch­te, dass sie sich zu nied­ri­ge Ziele gesetzt hat.

    Things are going well for Mira, a wife, mother and, most recent­ly, a super­mar­ket mana­ger. But a sin­gle moment of weak­ne­ss, in which Mira fails to tell the truth, leads to a string of half-truths and lies.

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