Das fsk Kino ist ein unabhängiges Filmkunstkino in Berlin Kreuzberg
Zitty:
Berlins Beste 2012: Anspruchvollstes Kino
Richtiges, pures Arthouse – für Mainstream-Mätzchen ist im Kreuzberger fsk am Oranienplatz kein Platz. Das Namenskürzel steht übrigens für Flugzeugsesselkino, die erste Bestuhlung stammte von ausgemusterten Lufthansa-Maschinen. Wer also echte Entdeckungen machen möchte, ist hier richtig, mit Filmen aus aller Welt, meist in der Originalfassung mit Untertiteln. Und die dürfen gerne mal elegisch oder sperrig sein, damit genug Raum für die Assoziationen des Zuschauers bleibt. (MS)
Die drei besten Berliner Kinos sind …?
Das FSK am Oranienplatz. Da gehe ich zu Fuß hin und schaue an, was gerade läuft. Das ist das Gegenteil von DVD. Ich treffe keine Kaufentscheidung, ich entdecke etwas. (…)
(Christian Petzold im Tagesspiegel Interview 2014)
PERSEPOLIS war einer der erfolgreichsten Filme in unserem Kino. Letzte Woche starb die Autorin und Regissseurin, Marjane Satrapi, mit nur 56 Jahren. Aus diesem Grund nehmen wir den Film nach 19 Jahren nochmals ins Programm.
Die Verfilmung des gleichnamigen Comics. „Der Film erzählt in fast immer schwarzweißen einfachen Bildern von dem kleinen Mädchen Marjane, das in Teheran aufwächst, in Österreich zur Schule geht, zwischendurch wieder zurückkommt nach Iran und dann endgültig ins Exil nach Paris geht. Die Geschichte beginnt mit der Vertreibung des Schahs, führt sich fort über die verratenen Hoffnungen der Revolution zum Krieg zwischen Iran und dem Irak und endet in der tyrannischen Herrschaft der Mullahs – alles gesehen durch die Augen der Heranwachsenden. Es ist der Blick der Autorin, die in den immens erfolgreichen Comics ihre eigene Geschichte erzählt: clever, witzig, selbstironisch, sehr traurig manchmal. Statt digitale Animationstechniken zu verwenden, wurde der Film vollständig gezeichnet. Deshalb sieht er tatsächlich aus wie die Bücher Marjane Satrapis in Bewegung.“ Verena Lueken
„ In den achtziger Jahren, als der Iran gegen den Irak kämpfte, schickten viele Eltern der gehobenen Mittelklasse ihre Kinder aus Teheran in den Westen zur Ausbildung, auch meine Familie. In Österreich, meiner ersten Etappe, musste ich oft erklären, dass mein Vater nicht drei Frauen hat und warum ich zu Hause nicht auf dem Kamelrücken reite. Sie wunderten sich, dass ich schon Ski gefahren war und Alkohol getrunken hatte. Stellen Sie sich vor: Sie kommen aus dem damals schon sehr modernen Teheran in ein kleines österreichisches Nest – und man erklärt Ihnen hier die Moderne. Die hatten nicht einmal ein Kino im Dorf!“ Marjane Satrapi
Credits:
Fr 2007, 96 Min., frz. OmU Regie: Marjane Satrapi / Vincent Paronnaud Nach den gleichnamigen Comics von Marjane Satrapi Originalstimmen: Gabrielle Lopes, Chiara Mastroianni, Catherine Deneuve, Danielle Darrieux, Simon Abkarian, François Jerosme
„Preis der Jury“ – Cannes 2007
Trailer:
PERSEPOLIS4K Restaurierung | Trailer Deutsch | Neu auf 4KUHD, Blu-ray, DVD und Digital!
Im Kino in französisch mit deutschen Untertitlen.
Eine junge Kurdin in Syrien führt eine Fraueneinheit in den Kampf gegen den IS – für Freiheit und Frauenrechte. Gehalten wird ihr Kampf von der Stimme einer jesidischen Überlebenden, die als Kind vom IS versklavt wurde und sichtbar macht, was auf dem Spiel steht, wenn dieser Kampf verloren geht. Und während sie den Horror überlebt hat, schloss sich eine deutsche Frau freiwillig dem IS an – und ist heute den Konsequenzen ihrer Entscheidung ausgeliefert. Drei Frauen, drei Entscheidungen, ein Spiegel von Mut, Leid und gefährlicher Verblendung.
Lea hat sich bei einer Gesangs-Castingshow beworben. Der Redakteur fragt: „Wer bist du und was macht dich aus?“ Lea weiß es nicht. Und beginnt, nach einem passenden Ich zu suchen. In ihrem thüringischen Heimatort wird gerade das Museum kostspielig aus EU-Töpfen saniert und die Pension im Besitz ihrer Familie kämpft ums wirtschaftliche Überleben. Leas Familie, das sind ihre Eltern Matze und Rieke – frisch getrennt, da Rieke von einem anderen Mann schwanger ist, und noch recht ungeübt in den neuen Familienverhältnissen. Und ihre Großeltern, die ebenfalls genug Probleme miteinander und mit ihrem Waldhotel haben, das in der besucherarmen Region mehr Geld verschlingt, als es einbringt. Dann ist da noch ihre Tante Kati, die in ihrer Unabhängigkeit ein Vorbild für Lea ist, sich als Museumsleiterin aber gerade keine Freunde in der kleinen Provinzstadt macht. Leas beste Freundin Bonny ist ganz woanders mit dem Kopf, denn sie ist frisch verliebt in Leas Cousin, den Aktivisten Edgar. Wer also ist die Kandidatin Lea? Welche Homestory lässt sich aus dieser Familiengeschichte machen?
Credits:
DE 2026, 116 Min., deutsche Originalfassung mit englischen Untertiteln Regie: Eva Trobisch Kamera: Adrian Campean Schnitt: Laura Lauzemis mit Frida Hornemann, Max Riemelt, Eva Löbau, Gina Henkel, Rahel Ohm, Peter René Lüdecke, Florian Geißelmann, Yvon Sable Moltzen, Ida Fischer, Florian Lukas, Thomas Schubert, Kara Schröder, Anne Kulbatzki, Nairi Hadodo
Am Anfang ist das Sterben, völlig ruhig und unsentimental inszeniert. Dann beginnt der Trauerprozess, einfühlsam dargestellt nicht ohne geäußerte, scheinbare Hartherzigkeiten, die aber nicht übel genommen, sondern geradezu ‑wie übrigens alles- unendlich zärtlich erzählt werden? Die Überforderung, das Alleinsein, die Zumutungen: „Dieses existenzielle Gefühl der Weltverlassen- und Weltverlorenheit, des Abgeschnittenseins“ (Joachim Kurz) Auch davon handelt dieser einzigartige Film – sozusagen auf seiner Metaebene. Lore begleitet ihre Mutter beim Sterben. Sie kommt in das Städtchen ihrer Kindheit, nach Erkelenz, wo viele Bekannte und Verwandte leben, die die rheinische Mundart noch sprechen. Der Umgang mit dem Tod und die Trauerarbeit sind das eigentliche Thema des Films. Die Darstellungsweise ist aber das wirklich Herausragende an diesem Film. Natürlich schlägt die Melancholie den Grundton an, aber der mögliche Kitsch wird durch die neorealistische Erzählweise komplett unterlaufen, wozu auch die liebenswerte Spielweise der vielen Laiendarsteller beiträgt. Nebenher und völlig unaufdringlich spielt die Geschichte in der Pandemiezeit. In der Erzählung eingebettet, bildet sie sowas wie ein Grundrauschen, verstärkt noch einmal das Gefühl des Einsam- und Verlassenseins und verweist damit auf den allgemeinen Zustand der Gesellschaft. P.S. „Sechswochenamt“ ist nach der katholischen Kirche eine Messe, die sechs Wochen nach dem Tod zelebriert wird und das Ende der ersten Trauerphase für die Hinterbliebenen markiert.
Credits:
DE 2025, 98 Min., Originalfassung in Deutsch, rheinische Mundart, teilweise mit deutschen Untertiteln Regie: Jacqueline Jansen Kamera:Markus Ott Schnitt: Simon Dopslaf, Jacqueline Jansen mit Magdalena Laubisch, Gerta Gormanns, Lola Klamroth, Olga Prokot, Suzanne Ziellenbach, Marc Fischer,
Anna und Charlotte leben in konstantem Wettbewerb miteinander. So jedenfalls will es Mutter Ines, die mal die eine bevorzugt, und es die andere spüren lässt. Trotzdem kehren die ungleichen Schwestern – die eine queer und unangepasst, die andere eine vermeintlich toughe Erfolgsfrau – in das Haus ihrer Kindheit in Norddeutschland zurück. Alte Wunden brechen auf und gut gehütete Geheimnisse kommen ans Licht: Wessen Asche versteckt ihre Mutter? Was verbindet sie mit einer ungarischen Eselfarm? Auf der Suche nach Antworten finden die ungleichen Schwestern neues Vertrauen zueinander.
Eine schwarze Komödie der kleinen Fiesheiten, wie sie nur in der Familie zu finden sind. In ihrem zweiten Spielfilm geht Regisseurin Rosanne Pel mit raffiniertem Humor den oft problematischen Verhältnissen zwischen Müttern, Schwestern und Töchtern nach – und den gesellschaftlichen Rollenbildern, die dahinterstecken. „Donkey Days“ ist ein moderner, betörend absurder Familienfilm voller Empathie für seine Figuren.
Credits:
NL/DE 2025, 108 Min., Originalfassung in Deutsch, Englisch und Niederländisch, teilweise mit deutschen Untertiteln Regie: Rosanne Pel Kamera: Aafke Beernink Schnitt: Xander Nijsten mit Jil Krammer, Susanne Wolff, Hildegard Schmahl, Amke Wegner, Carla Juri
„Es war Mord.” Mit diesen drei Worten endet Bachmanns Roman „Malina”. Sie klingen nach, wenn Sandra Hüller die Schriftstellerin an einem imaginären letzten Tag in Rom verkörpert. INGEBORGBACHMANN – JEMAND, DEREINMALICHWAR nähert sich der Autorin über ihre eigenen Worte: Briefe, Tagebücher, Literatur. Regina Schilling webt daraus ein hybrides Porträt, das Spielszenen, Archivmaterial und Bachmanns Texte ineinanderfügt und die zentralen Lebensphasen durchmisst – von der Kriegskindheit in Kärnten bis zum Aufstieg zum Star der Gruppe 47. Ein Film, der einer Autorin nachspürt, die nie Feministin sein wollte und heute wider Willen zur dringlichen Referenz für Debatten über Geschlecht und Macht geworden ist. (DOKFest München)
Credits:
DE/AT 2026, 95 Min., deutsche OmeU Regie: Regina Schilling Kamera: Johann Feindt Schnitt: Carina Mergens mit: Sandra Hüller
Trailer:
Ingeborg Bachmann – Jemand, der einmal ich war | Offizieller Trailer | Ab 25. Juni im Kino
Der Film beginnt mit einer Definition seines Titels: „Das Dao ist die unaufhörliche, kreisende Bewegung, die durch alles fließt und die Vielfalt der Welt verbindet.“ Anschließend führt er uns zum Casting von Gloria, einer Frau, deren Tochter kurz vor ihrer Hochzeit steht. Eine Stimme aus dem Off, die das Casting leitet, erklärt: „Der erste Schritt ist, diese Familie zu bilden.“ Schauspieler*innen und Laien werden gecastet und zusammengebracht, um als Verwandte gemeinsam eine Hochzeit in Paris zu feiern und in Guinea-Bissau gemeinsam den Tod ihres Familienoberhaupts zu betrauern. Während sie zwischen diesen beiden Welten hin- und herreisen, werden individuelle Geschichten und gemeinsame kulturelle Wurzeln durch Fakten und Fiktion verwoben. Liebe, Lachen, Rituale, Schmerz und Geschichte sind miteinander verflochten: eine unaufhörliche, kreisende Bewegung, die die Realität umrahmt.
Credits:
FR/SN/GW 2026 , 185 Min., Französisch, Wolof, Manjak, Guineabissauisches Kreol OmU Regie: Alain Gomis Kamera: Céline Bozon, Amath Niane, Mabeye Deme Montage: Alain Gomis, Fabrice Rouaud, Assetou Koné, Dimitri Ouedraogo, Elizabeth Ndiaye, Moustapha Mbalo Dieng mit Katy Correa, D’Johé Kouadio, Samir Guesmi, Mike Etienne, Nicolas Gomis, Fara Baco Gomis, Poundo Gomis
Im 19. Jahrhundert wird ein dänischer Priester nach Island entsandt, um eine Kirchengemeinde aufzubauen und Fotografien von Insel und Bewohnern aufzunehmen. Doch der Geistliche wird mit einem Land mit feindseliger Natur und rauen Bewohnern konfrontiert, leidet an Erschütterungen seines Glaubens und stößt bei seinem Werben um eine junge Frau auf Widerstand ihres Vaters. Ein im beengten Bildformat gefilmtes Historiendrama, das die einmalige Landschaft Islands effektvoll als Hintergrund für das Seelendrama der Hauptfigur nutzt. Ruhig in der Erzählweise, drängt das unterdrückte Gewaltpotenzial der intensiv gespielten Figuren immer wieder an die Oberfläche, den sich aufdrängenden fatalistischen Blick auf die Menschheit kontert der Film allerdings auch mit Humor und Zärtlichkeit.
Credits:
IS/FR/DK/SE 2022, 135 Min., isländische OmU Regie : Hlynur Pálmason Kamera: Maria von Hausswolff Schnitt: Julius Krebs Damsbo mit: Elliott Crosset Hove, Vic Carmen Sonne, Ingvar Sigurdsson, Ída Mekkín Hlynsdóttir, Jacob Hauberg Lohmann
The Knight, a special exhibition of photographs from Hlynur Pálmason’s Joan of Arc, will be on display in the Furman Gallery at the Walter Reade Theater to celebrate the release of The Love That Remains. Free to the public.
Charting the gradual evolution of a family in the midst of an irreparable fracture, The Love That Remains is a poignant, crisply pointillistic domestic drama that observes life’s changes with humor and whimsy, set against the majestic, ever-shifting Icelandic landscape. Visual artist Anna (Saga Garðarsdóttir) and fisherman Magnús (Sverrir Guðnason) were teenage sweethearts but have recently grown apart, and Magnús has moved out of the house. As long as the newly estranged parents put on a good face, the children—and their adorable sheepdog Panda (who won the prestigious Palme Dog award at Cannes)—seem to take the split in stride. Yet as Magnús becomes increasingly alienated from his domestic life, harsh reality can’t help but bubble to the surface. Hlynur Pálmason’s follow-up to his austere 19th-century drama Godland is a constantly surprising film with an immaculate sense of framing and pacing—and an evocative, dulcet piano score by Harry Hunt—dotted with idiosyncratic flights of fancy that never detract from the central emotional authenticity.
Ein Film von Kilian Armando Friedrich. Und am 15.6.: Vorführung zum „Tag der Gebäudereinigung“. Im Anschluss an den Film gibt es einen Ausblick auf die anstehenden Lohntarifverhandlungen in der Branche sowie Möglichkeiten der Beteiligung und Solidarität mit den Beschäftigten, moderiert von der Gewerkschaft IGBAU
Objektleiterin – hört sich gut an, bedeutet aber in einer Branche, in der die Beschäftigten für harte Arbeit zu schlechten Zeiten mit wenig Anerkennung einen Lohn im unteren Lohnsektor bekommen, nur mehr Verantwortung für ein kaum mehr Geld. Heike ist zertifizierte Objektleiterin in der Reinigungsbranche, derzeit zuständig für eine Einkaufsmall, einen Kindergarten, ein Seniorenheim und eine Baustelle. Sie sitzt als solche zwischen allen Stühlen, die da heißen: Klientel, Unternehmensleitung und Reinigungspersonal. Diplomatie, Organisationstalent und Durchsetzungsvermögen sind hier gefragt. Bei erstem ist der titelgebende Satz unbedingt vonnöten, bei zweitem sind Skrupel nur hinderlich, und bei letzterem muss es auch mal laut werden. Für Heike ist das seit Jahren Routine. Eigentlich wäre sie schon gerne solidarisch und freundlich im Umgang mit „ihren“ Reinigungskräften. Jeglicher Fehler, jeder Ausfall, jede Verspätung würde jedoch auf sie zurückfallen, da bleibt man lieber robust. Wie als kleine Revanche beschafft sie sich mit einer Kollegin regelmäßig einen kleinen illegalen Extra-Verdienst. Diese Aktionen stellen sich allerdings letztendlich als Kipppunkt für eine utopische Änderung ihres Lebens heraus. „Ich verstehe Ihren Unmut fängt schmerzhaft die Zermürbung ein, unter der Heike zunehmend leidet. Noch fünf Jahre müsste sie durchhalten, um einen Anspruch auf Grundrente zu haben. Sabine Thalau ist absolut großartig in der Hauptrolle. Ähnlich wie den Held:innen in den Filmen von Ken Loach … ist Heike anzumerken, dass sie es eigentlich richtig machen und fair sein möchte. Als sie zu fragwürdigen Mitteln greift und eine klare moralische Grenze überschreitet, um den Anforderungen der Unternehmensleitung nachzukommen, stellt sie sich und ihr Vorgehen infrage. Der Film verwandelt sich daraufhin nicht in ein Feel-Good-Movie, gibt sich jedoch leise hoffnungsvoll – und lässt uns wissen, dass auch ein erschöpfter Mensch noch kämpferisch sein kann.“ Andreas Köhnemann | kino-zeit.de
Credits:
DE 2026, 93 Min., Deutsch, Kroatisch, Bosnisch, Türkisch OmU Regie: Kilian Armando Friedrich Kamera: Louis Dickhaut, Frederik Seeberger Schnitt: Leila Fatima Keita, Kilian Armando Friedrich mit: Sabine Thalau, Nada Kosturin, Werner Posselt, Sadibou Diabang, Nigyar Velagic
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