Kino

fsk KinoDas fsk Kino ist ein unab­hän­gi­ges Filmkunstkino in Berlin Kreuzberg

 

 


Zitty:
Berlins Beste 2012: Anspruchvollstes Kino
Richtiges, pures Arthouse – für Mainstream-Mätzchen ist im Kreuzberger fsk am Oranienplatz kein Platz. Das Namenskürzel steht übri­gens für Flugzeugsesselkino, die ers­te Bestuhlung stamm­te von aus­ge­mus­ter­ten Lufthansa-Maschinen. Wer also ech­te Entdeckungen machen möch­te, ist hier rich­tig, mit Filmen aus aller Welt, meist in der Originalfassung mit Untertiteln. Und die dür­fen ger­ne mal ele­gisch oder sper­rig sein, damit genug Raum für die Assoziationen des Zuschauers bleibt. (MS)


Die drei bes­ten Berliner Kinos sind …?
Das FSK am Oranienplatz. Da gehe ich zu Fuß hin und schaue an, was gera­de läuft. Das ist das Gegenteil von DVD. Ich tref­fe kei­ne Kaufentscheidung, ich ent­de­cke etwas. (…)
(Christian Petzold im Tagesspiegel Interview 2014)


 

Galerie:

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  • Kino

    fsk KinoDas fsk Kino ist ein unab­hän­gi­ges Filmkunstkino in Berlin Kreuzberg

     

     


    Zitty:
    Berlins Beste 2012: Anspruchvollstes Kino
    Richtiges, pures Arthouse – für Mainstream-Mätzchen ist im Kreuzberger fsk am Oranienplatz kein Platz. Das Namenskürzel steht übri­gens für Flugzeugsesselkino, die ers­te Bestuhlung stamm­te von aus­ge­mus­ter­ten Lufthansa-Maschinen. Wer also ech­te Entdeckungen machen möch­te, ist hier rich­tig, mit Filmen aus aller Welt, meist in der Originalfassung mit Untertiteln. Und die dür­fen ger­ne mal ele­gisch oder sper­rig sein, damit genug Raum für die Assoziationen des Zuschauers bleibt. (MS)


    Die drei bes­ten Berliner Kinos sind …?
    Das FSK am Oranienplatz. Da gehe ich zu Fuß hin und schaue an, was gera­de läuft. Das ist das Gegenteil von DVD. Ich tref­fe kei­ne Kaufentscheidung, ich ent­de­cke etwas. (…)
    (Christian Petzold im Tagesspiegel Interview 2014)


     

    Galerie:

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  • Luisa

    Luisa

    Ein Film von Julia Roesler. Ab 23.4. im fsk.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    LUISA ist vor kur­zem von zu Hause aus­ge­zo­gen und neu­gie­rig, was das Leben für sie bereit­hält. Sie liebt Partys, ist für jeden Spaß zu haben, lässt sich auf Flirts und klei­ne Abenteuer ein. Sie lebt in der Wohngruppe einer Einrichtung für Menschen mit Behinderung am Rande einer deut­schen Kleinstadt. Dort erhält sie Unterstützung in ihrem oft tur­bu­len­ten Alltag. Unbemerkt wird Luisa zuneh­mend stil­ler, in der Wohngruppe geht das all­täg­li­che Leben wei­ter, bis uner­war­tet fest­ge­stellt wird, dass Luisa schwan­ger ist. Luisa selbst sagt nicht, wie das pas­siert ist, sie schweigt. Jede und jeder weiß, dass ihr Freund Anton nicht zeu­gungs­fä­hig ist. Der Verdacht auf sexu­el­len Missbrauch liegt nahe. Luisa ent­schließt sich, die Schwangerschaft abbre­chen zu lassen.

    Ziel war es, die Erzählung um Luisa und ihre Auseinandersetzung mit den Grenzverletzungen, die ihr zusto­ßen, mög­lichst ein­fühl­sam und respekt­voll zu umkrei­sen. Parallel soll­te die häu­fig ver­bor­ge­ne Lebenswelt von Menschen mit Behinderung in jener macht­vol­len Institution gezeigt wer­den, die sie eigent­lich beschüt­zen soll, aber zugleich bedroh­lich für ihre kör­per­li­che Integrität und ein selbst­be­stimm­tes Leben ist. Denn wie kön­nen wir sze­nisch und visu­ell abbil­den, dass die Strukturen der Heimunterbringung Missbrauch in sol­chem Maße ermög­li­chen, also Institutionen, die Schutz für aus­ge­rech­net die vul­nerabels­ten Menschen in der Gesellschaft ver­spre­chen und nicht hal­ten kön­nen? Und wie kön­nen wir als Gesellschaft das ver­än­dern? Für den Dreh war es wich­tig, einen inklu­si­ven Cast an unse­rer Seite zu haben, mit dem all die­se Fragen dis­ku­tiert wer­den konn­ten, um mög­lichst weni­ge Stereotype über Menschen mit Behinderung zu repro­du­zie­ren und natür­lich auch die Perspektive von Menschen mit Behinderung sicht­bar zu machen.“ Julia Roesler

    Credits:

    DE 2025, 94 Min., Deutsch OmeU
    Regie: Julia Roesler
    Kamera: Frank Amann
    Schnitt: Anne Jünemann
    mit: Celina Scharff, Trixi Strobel, Dennis Seidel, Eva Löbau, Bernd Hölscher, Katharina Bromka, Hadi Khanjanpour, Martin Schnippa, Peter Lohmeyer

    Trailer:
    LUISA – Offizieller Trailer
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  • Gavagai

    Gavagai

    Ein Film von Ulrich Köhler. Ab 30.4. im fsk.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Am Strand des Senegals schip­pert ein Boot vor sich hin, in ihm Kinder mit Rettungswesten. Man könn­te an den Beginn einer ris­kan­ten Reise über den Atlantik, hin zu den ver­klär­ten Gestaden Europas den­ken, doch die Wirklichkeit ist bana­ler: Ein Film wird hier gedreht, die deut­sche Schauspielerin Maja (Maren Eggert) spielt Medea, jene klas­si­sche Frauenfigur aus der anti­ken Tragödie, die in einem frem­den Land belo­gen und betro­gen wird und schließ­lich Mann und Kinder tötet.

    Aus irgend­ei­nem Grund hielt es ihre Regisseurin Caroline (Nathalie Richard) für eine gute Idee, die­se Geschichte nun im Senegal anzu­sie­deln, fast alle Rollen außer Medea mit Schwarzen zu beset­zen – so auch Medeas gegen­über Jason, der vom fran­zö­sisch-sene­ga­le­si­schen Schauspieler Nourou (Jean-Christophe Folly) gespielt wird.

    Wie eine Kolonialherrin führt sich Caroline am Set auf, schreit und wütet, wenn etwas nicht so läuft, wie sie sich das vor­ge­stellt hat. Dass gleich­zei­tig die Komparsen schlecht behan­delt wer­den und nicht zum Catering zuge­las­sen sind, stört sie dage­gen kaum.

    Wie sich das für Dreharbeiten gehört, haben die bei­den Hauptdarsteller eine Affäre, wäh­rend Maja per Zoom-Call mit ihrem offen­sicht­lich zuneh­mend ent­frem­de­ten Mann (Hans Löw) über die Erziehung des Kindes spricht.

    Monate spä­ter, der son­ni­ge Senegal wur­de mit dem tris­ten Berlin aus­ge­tauscht, es ist Februar, auf der Berlinale wird der Film Premiere haben. Bei der Ankunft in sei­nem Hotel fühlt sich Nourou vom Portier ras­sis­tisch belei­digt, doch es ist Maja, die auf einer Entschuldigung besteht und schließ­lich für die Entlassung des – pol­ni­schen – Mitarbeiters sorgt. Auch die Affäre der Beiden ist vor­bei, war viel­leicht nur am Set mög­lich, viel­leicht auch nur in der Fremde, in der exo­ti­schen Umgebung.

    Vor gut 15 Jahren war Ulrich Köhler mit sei­nem Film „Schlafkrankheit“ selbst bei der Berlinale zu Gast, ein semi-auto­bio­gra­phi­scher Film, in dem der Autor und Regisseur Erfahrungen aus sei­ner Kindheit the­ma­ti­sier­te, als er zusam­men mit sei­nen Eltern in Afrika leb­te. Auch damals spiel­te Jean-Christophe Folly eine Hauptrolle und erleb­te in einem Berliner Hotel eine ähn­li­che Szene, wie sie nun die von ihm gespiel­te Figur Nourou erlebt.

    Dieser Moment war für Köhler einer der Ausgangspunkte sei­nes neu­en Films, noch viel mehr aber man­che Diskussion, die über die Berechtigung eines Films wie „Schlafkrankheit’“ ent­stand, ein von einem wei­ßen Regisseur, mit einem haupt­säch­lich wei­ßen Team in Afrika gedreh­ter Film. Seitdem hat sich die Diskussion über das, was Allgemein als Kulturelle Aneignung bezeich­net wird, kei­nes­wegs ent­spannt, selbst ein Film wie Köhlers wird von man­chen als pro­ble­ma­tisch betrach­tet. Und das obwohl die­ser gar nicht dezi­diert von Schwarzen erzählt, son­dern gera­de von oft igno­ran­ten Weißen, die mit den Begebenheiten Afrikas kaum ver­traut sind. Aber sol­che Feinheiten gehen in einer oft popu­lis­tisch geführ­ten Diskussion bekann­ter­ma­ßen oft unter.

    M. Meyns | programmkino.de

    Credits:

    DE/FR 2025, 89 Min., Französisch, Englisch, Deutsch. Wolof OmU
    Regie: Ulrich Köhler
    Kamera: Patrick Orth
    Schnitt: Lorna Hoefler Steffen
    mit: Jean-Christophe Folly, Maren Eggert, Nathalie Richard, Anna Diakhere Thiandoum

    Trailer:
    GAVAGAI by Ulrich Köhler – Trailer

    Im Kino mit deut­schen Untertiteln

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  • sr

    sr

    Ein Film von Lea Hartlaub. Am 21.3. mit anschlie­ßen­dem Filmgespräch. Wiederholung ohne Gespräch am 22.3.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Regisseurin Lea Hartlaub unter­nimmt in ihrem fil­mi­schen Essay anhand eines Objekts – der Giraffe – eine Welterzählung über Kontinente und Jahrhunderte hin­weg.
    Ein Filmexperiment, das inter­na­tio­nal viel Beachtung gefun­den hat und in Form und Inhalt sei­nes­glei­chen sucht.

    In einer puris­ti­schen Filmsprache und büh­nen­haf­ten Tableaus erzählt SR vom Menschen und von durch ihn geschaf­fe­ne Wirklichkeiten. 16 frag­men­ta­ri­sche Episoden füh­ren in 91 Einstellungen an 30 Handlungsorte – unter ande­rem auf eine Insel im Westpazifik, in einen Lesesaal in New York, zu einer Keramikfabrik bei Peking, auf eine Landebahn im Niger.
    Dabei trifft der Film auf Vermutungen, Behauptungen und die Relativität von Wissen, auf kolo­nia­le Relikte, hege­mo­nia­le Strukturen, auf Aneignungen und den Umgang mit Exotik. Ein wie­der­keh­ren­des Motiv, die Giraffe, erscheint mal direkt, mal am Rande. Eine Vielschichtigkeit ent­steht, in der sich weit mehr andeu­tet, als das, was auf den ers­ten Blick sicht­bar wird.

    Credits:

    DE 2024, 103 Min., Deutsch, Swahili, Englisch, Hebräisch, Chinesisch, Persisch, Tamaschek OmU
    Regie, Kamera, Schnitt: Lea Hartlaub

    Trailer:
    sr – Offizieller Trailer
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  • Das Glück der Tüchtigen

    Das Glück der Tüchtigen

    Ein Film von  Franz Müller. Ab 16.4. im fsk.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Für Mira (29) läuft es gut. Vor kur­zem hat sie die Leitung eines Supermarkts über­nom­men. Rückhalt gibt ihr die lie­be­vol­le Beziehung zu ihrem Mann Tarik und ihren bei­den Töchtern. Doch ein ein­zi­ger schwa­cher Moment, in dem es Mira nicht gelingt, die Wahrheit zu sagen, zieht ande­re Halbwahrheiten und Lügen nach sich. Und auf ein­mal geht es nur noch dar­um, das Scheitern nicht zuzu­las­sen. Bis ihr am Ende alles kra­chend um die Ohren fliegt.

    Credits:

    DE 2025, 104 Min., deut­sche OmeU
    Regie: Franz Müller
    Kamera: Julia Daschner
    Schnitt: Stefan Stabenow
    mit: Katharina Derr, Alex Brendemühl, Leonidas Emre Pakkan, Lana Cooper

    Trailer:
    DAS GLÜCK DER TÜCHTIGEN – Offizieller Trailer
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  • Der Tod wird kommen

    Der Tod wird kommen

    Ein Film von Christoph Hochhäusler. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Ein legen­dä­rer, aber in die Jahre gekom­me­ner Gangster namens Mahr (Louis-Do de Lencquesaing, der mir als Alter-Ego von Humbert Balsan in Mia Hansen-Loves groß­ar­ti­gem Der Vater mei­ner Kinder heu­te noch in Erinnerung ist), beauf­tragt die Auftragskillerin Tez den Mord an einem sei­ner Geldkuriere zu rächen. In ihrem klas­sisch nach Film-Noir-Genre-Regeln erzähl­ten, erst­mals auf Französisch rea­li­sier­tem Werk weben Regisseur Christoph Hochhäusler und Co-Autor Ulrich Peltzer zwi­schen den Schnittpunkten Gier, Macht und Manipulation ein raf­fi­nier­tes Geflecht aus Intrigen und Verrat.
    „Grundsätzlich nimmt Hochhäusler das Genre beim Wort, ent­le­digt sich jeg­li­chen Überbaus und sucht auch nicht im enge­ren Sinn den Anschluss ans Gesellschaftsdiagnostische, etwa der Finanzwelt, der Mediengesellschaft oder irgend­wel­cher Identitätspolitiken. La mort vien­dra ist ein fata­lis­ti­scher Gangsterfilm nach dem Vorbild von Jean-Pierre Melville, fins­ter, kalt und auf das Notwendigste redu­ziert. Alles basiert auf Knappheit, Enge und Begrenzung: Plot, Räume, Bildausschnitte. … Engmaschig geknüpft sind auch die Erzählfäden; fast ste­hen sich die Figuren gegen­sei­tig auf den Füßen her­um. Es gibt wir und sie. Und dann gibt es auch noch die – nicht in Erscheinung tre­ten­den – Italiener“. Filmdienst, Esther Buss

    Credits:

    DE/BE/LU 2024, 101 Min., fran­zö­si­che OmU
    Regie: Christoph Hochhäusler
    Kamera: Reinhold Vorschneider
    Schnitt: Stefan Stabenow
    mit: Sophie Verbeeck, Louis-Do De Lencquesaing, Marc Limpach, Mourade Zeguendi, Nassim Rachi

    Trailer:
    Der Tod wird kom­men / La mort vien­dra [Offizieller Trailer FRANZÖSISCH HD] – Ab 12. März im Kino
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  • filmPOLSKA reloaded – This Is Not My Film

    filmPOLSKA reloaded – This Is Not My Film

    To nie mój film / It’s Not My Film
    am 25.3. 18:00 im fsk

    [Tickets]

    PL 2024
    R/B/K: Maria Zbąska
    99 min, OmdU
    S: Andrzej Kowalski
    M: Anja Garbarek
    D: Zofia Chabiera, Marcin Sztabiński u. a.

    Die impul­si­ve Wanda ist nur noch genervt. Sie und ihr Freund Janek haben sich aus­ein­an­der­ge­lebt, ihre Beziehung steckt fest. Das Geld ist chro­nisch knapp, stän­dig gibt es Streit, der freud­lo­se Alltag ist nur noch die Wiederholung des ewig Gleichen und Janeks rou­ti­nier­ter Pragmatismus bringt sie zur Weißglut. Haben sie über­haupt noch eine gemein­sa­me Zukunft?

    Für Wanda steht fest: Sie müs­sen durch gemein­sa­me Grenzerfahrungen wie­der zuein­an­der fin­den – oder für immer aus­ein­an­der­ge­hen. Also bre­chen sie auf, mit­ten im Winter, ein­mal 400 km den pol­ni­schen Ostseestrand ent­lang von West nach Ost. Es gilt die eiser­ne Regel: Sie dür­fen den Strand nicht ver­las­sen. Wird sie gebro­chen, ist das Projekt been­det – das gilt für die Wanderung, aber auch für ihre Beziehung. Wind, Kälte und Erschöpfung set­zen ihnen eben­so zu wie die Notwendigkeit, trotz unter­schied­li­cher Charaktere immer wie­der einen kleins­ten gemein­sa­men Nenner zu finden.

    Maria Zbąska insze­niert in ihrem Debüt eine Reise, die kei­nen Anfang und kein Ende zu haben scheint – ein bit­ter­süß-poe­ti­sches Psycho-Kammerspiel und ein Road-Movie ohne Straßen. [Rainer Mende]

    Maria Zbąska (geb. 1975) absol­vier­te ein Kamera-Studium an der Filmhochschule Łódź und ver­öf­fent­lich­te ab 2001 sie­ben Kurzfilme, bevor sie 2024 mit „Das ist nicht mein Film“ ihren ers­ten Langfilm dreh­te. Für alle ihre Filme stand sie auch hin­ter der Kamera.

  • Wohin der Wind uns trägt

    Wohin der Wind uns trägt

    Ein Film von Amel Guellaty. Ab 16.4. im fsk.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Die quir­li­ge Alyssa und der zurück­hal­ten­de Mehdi, bei­de um die zwan­zig, sind bes­te Freunde mit gros­sen Träumen: Sie will im Ausland durch­star­ten, er als Zeichner in Tunesien Fuss fas­sen. Als sie von einem Kunstwettbewerb auf Djerba erfah­ren, beginnt ein Roadtrip, der ihr Leben ver­än­dern könnte.

    Im Mittelpunkt der Geschichte steht eine inni­ge Freundschaft. Die 19-jäh­ri­ge Alyssa muss sich neben ihren schu­li­schen Verpflichtungen um ihre klei­ne Schwester und die kran­ke Mutter küm­mern. Sie ist eine Rebellin und möch­te der Enge in Tunis ent­flie­hen. Mehdi ist zurück­hal­tend und bewirbt sich mehr schlecht als recht auf IT-Jobs, hofft aber ins­ge­heim, eines Tages von sei­ner Zeichenkunst leben zu kön­nen. Als die bei­den von einem Kunstwettbewerb erfah­ren, bei dem ein Atelieraufenthalt in Deutschland als Hauptpreis winkt, bekom­men ihre Träume Flügel. Doch schon das Beschaffen eines Fahrzeugs bedarf Alyssas Kühnheit, und ehe Mehdi sich ver­sieht, sind sie unter­wegs durch ein unbe­kann­tes Tunesien, das eben­so fas­zi­nie­rend wie gesell­schaft­lich erdrü­ckend ist.

    Mit spie­le­ri­scher Leichtigkeit erzählt Amel Guellaty in ihrem Langfilmdebüt vom Elan einer Generation, die das ent­täu­schen­de Erbe des Arabischen Frühlings mit Fantasie, Humor und Improvisationstalent antritt. Mehdis Zeichnungen erwa­chen dezent zum Leben, Alyssas Vorstellungskraft sorgt für fei­ne, sur­rea­le Tupfer und ara­bi­sche Indie-Musik trägt das Filmpaar durch die Landschaft. Es ent­steht das Porträt einer auf­ge­schlos­se­nen Jugend, die wie über­all auf der Welt ihr eige­nes Potenzial ent­de­cken muss, das manch­mal greif­bar nah liegt.

    Credits:

    TN/FR 2025, 99 Min., Arabisch-fran­zö­si­sche OmU
    Regie: Amel Guellaty
    Kamera: Frida Marzouk
    Schnitt: Amel Guellaty, Ghalya Lacroix, Malek Kammoun
    mit:  Eya Bellagha, Slim Baccar, Maya Blouza, Firas Khoury

    Trailer:
    Trailer „Wohin der Wind uns trägt”
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  • A Missing Part

    A Missing Part

    Ein Film von Guillaume Senez. Ab 2.4. im fsk.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Der Franzose Jay (Romain Duris) hat sich ent­schie­den aus Japan nach Frankreich zurück­zu­keh­ren. Neun Jahre hat er als Taxifahrer in Tokyo ver­geb­lich nach sei­ner Tochter Lily gesucht. Nach ihrer Trennung ist Jays Frau mit der gemein­sa­men Tochter in Tokyo unter­ge­taucht. Jay hat sei­ner Frau die Scheidung ver­wei­gert, weil er sonst nach japa­ni­schem Recht jedes Anrecht ver­lie­ren wür­de sei­ne Tochter vor ihrer Volljährigkeit wie­der­zu­se­hen. Für Jay heißt es nun, sein Haus ver­kau­fen und Abschiednehmen von sei­ner Sorgerechtsanwältin Michiko (Tsuyu), und der Selbsthilfegruppe aus Männern und Frauen, Japanern und Ausländern, denen allen der regel­mä­ßi­ge Zugang zu ihren Kindern ver­wei­gert wird. Gerade neu hin­zu­ge­kom­men ist Jessica (Judith Chemla) deren Sohn Lucas nach der Trennung sei­ner Eltern von sei­nem Vater von Paris nach Tokyo ent­führt wor­den ist.
    Als Jay eine Schicht für einen erkrank­ten Kollegen in einem ande­ren Stadtteil über­nimmt steigt ein Mädchen (Mei Cirne-Masuki) in sei­nen Wagen das sei­ne Tochter sein könn­te.
    Jays Vater, der in Paris auf ihn war­tet, warnt ihn, dass es das 10te Mal sei, dass er glaubt sei­ne Tochter gefun­den zu haben.

    Credits:

    Une part man­quan­te
    FR/BE 2024, 98 Min., franz. OmU
    Regie: Guillaume Senez
    Kamera: Elin Kirschfink
    Schnitt: Julie Brenta
    mit:  Romain Duris, Judith Chemla, Mei Cirne-Masuki, Tsuyu

    Trailer:
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  • Alpha

    Alpha

    Ein Film von Julia Ducournau. Ab 2.4. im fsk.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Auf einer Party lässt sich die 13jährige Alpha (Mélissa Boros) ein Tattoo ste­chen: Wie ein Blitz wirkt das A, das nun ihren Oberarm ziert. Dass ein so jun­ges Mädchen auf Parties anzu­fin­den ist, könn­te für eine gewis­se Verwahrlosung spre­chen, doch das Gegenteil ist der Fall. Ihre Mutter (Golshifteh Farahani) liebt sie über alles, zieht sie seit Jahren allein auf – vom Vater ist nie die Rede – und hat es bis zur Position einer Ärztin geschafft.

    Anderen zu hel­fen scheint der Mutter, die namen­los bleibt, ange­bo­ren zu sein, denn auch ihren Bruder Amin (Tahar Rahim) pflegt sie immer wie­der, nimmt ihn auf, wenn die Sucht ihn wie­der ein­mal obdach­los gemacht hat, ret­tet ihm das Leben, wenn er einer Überdosis nahe ist.

    Und als Ärztin weiß die Mutter, wel­che Gefahr das unbe­dach­te Tattoo für ihre Tochter bedeu­tet: Ob die Nadel sau­ber war, will sie von Alpha wis­sen, ob sie vor­her in einem ande­ren Arm steck­te, mit frem­dem Blut ver­schmutzt war. Denn mit­tels Blut wird das Virus über­tra­gen, dass auch von Amin längst besitzt ergrif­fen hat, dass auch die Patienten in dem Krankenhaus quält, in dem die Mutter arbei­tet: Mehr Palliativstation als Krankenhaus, denn das Virus mar­mori­siert die Körper der Infizierten, ergreift lang­sam aber unaus­weich­lich vom gan­zen Körper Besitz und ver­wan­delt ihn in eine Statue von unwirk­li­cher Schönheit.

    Das A auf Alphas Arm bezieht sich einer­seits auf ihren Namen, zitiert das A, dass die Ehebrecherin Hester Prynne in Nathanial Hawthrones Roman „Der schar­lach­ro­te Buchstabe“ zum Zeichen ihrer Transgression tra­gen muss­te, und ver­weist schließ­lich auf AIDS. Zwar fal­len die Begriffe AIDS oder HIV nicht, aber die Bezüge sind mehr als deut­lich. Nicht ganz in unse­rer Welt spielt „Alpha“ dabei, son­dern in einer Art Parallelwelt, die so aus­sieht wie die Welt Anfang der 90er Jahre, in der AIDS sei­nen größ­ten Schrecken hat­te, die aber uni­ver­sel­ler und am Ende auch phan­tas­ti­scher wirkt.

    Wirkt „Alpha“ anfangs noch wie eine jener Geschichten, in denen eine Außenseiterin, von ihren Mitschülern aus­ge­schlos­sen und gehän­selt wird, ent­wi­ckelt sich Julia Ducournaus Film bald zu etwas ande­rem, inter­es­san­te­ren. Zunehmend wird die Welt außer­halb der Wohnung der Mutter aus­ge­blen­det, kon­zen­triert sich die Geschichte auf Alpha, die Mutter und Amin. Gegenwärtiges ver­schwimmt mit Erinnerungen, in man­chen Szenen scheint Alphas 13jähriges mit ihrem 5jährigen Ich zu ver­schmel­zen, wie ein Fiebertraum oder den Wahnvorstellungen eines Heroinrausches.

    Ihren Darstellern ver­langt Julia Ducournau dabei eini­ges ab, beson­ders Mélissa Boros, die hier in ihrer ers­ten Rolle zu sehen ist und neben Golshifteh Farahani und beson­ders Tahar Rahim besteht. Abgemagert, mit her­aus­ste­hen­den Rippen, ver­kör­pert Rahim sei­ne Figur, zeigt auf berüh­ren­de Weise sein Leid, sei­ne Sucht, bald auch sei­nen Wunsch auf Erlösung von sei­nen Qualen.

    In vie­ler­lei Hinsicht mutet „Alpha“ kon­ven­tio­nel­ler an als Ducournaus ers­te bei­den Filme „Raw“ und „Titane“, die auf den ers­ten Blick radi­ka­ler wirk­ten, bis­wei­len ihre Lust an der Provokation aus­stell­ten. „Alpha“ dage­gen wirkt rei­fer, bewuss­ter, ver­liert sich nicht mehr in betont trans­gres­si­ven Momenten, son­dern beschreibt auf emo­tio­na­le und beson­ders in der zwei­ten Hälfte mit­rei­ßen­de Weise, wie drei Menschen her­aus­zu­fin­den wol­len, wann und ob es sich zu Leben lohnt. Ein über­ra­schen­des, har­tes, berüh­ren­des Drama über die Folgen einer Epidemie auf eine Familie.
    Michael Meyns | programmkino.de

    Credits:

    FR/BE 2025, 128 Min., fran­zö­si­che OmU
    Regie: Julia Ducournau
    Kamera: Ruben Impens
    Schnitt: Jean-Christophe Bouzy
    mit: Tahar Rahim, Golshifteh Faharani, Mélissa Boros, Finnegan Oldfield, Emma Mackey

    Trailer:
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  • On the Border

    On the Border

    Ein Film von Igor Hauzenberger & Gabriela Schild. Ab 19.3. im fsk. Am 22.3. mit Filmgespräch.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Agadez war einst das Drehkreuz der Migration von Subsahara-Afrika nach Norden. Die loka­le Bevölkerung, vor allem Tuareg, trans­por­tier­ten die Menschen auf dem lebens­ge­fähr­li­chen Weg durch die Wüste. Diese lukra­ti­ve Einnahmequelle sicher­te über Jahre den Wohlstand von Stadt und Region. Als Teil der ECOWAS Wirtschaftsgemeinschaft herrsch­te in Niger frei­er Personenverkehr.
    2015 dräng­te die EU auf ein Gesetz, das den Transport von Menschen ohne Arbeitsvisum und ID kriminalisierte.Viele Migrant:innen an der vir­tu­el­len Grenze hat­ten plötz­lich einen ille­ga­len Status, aus Transporteuren wur­den Schlepper, und tau­sen­de ver­lo­ren über Nacht ihre Lebensgrundlage. Das Versprechen der EU, die nega­ti­ven Folgen des Gesetzes durch Umschulungsprogramme abzu­fe­dern, wur­de kaum ein­ge­löst, und nicht nur Nigriner:innen stell­ten sich die Frage: Was machen Amerika und Europa hier eigent­lich?
    Der Umgang der Bevölkerung mit die­ser EU-Außengrenze mit­ten in Afrika bil­det den roten Faden des Films. Er beglei­tet drei Einheimische über fünf Jahre, bis zum Putsch 2023: den ehe­ma­li­gen Bürgermeister Agadez’, eine Journalistin und einen Händler, und zeich­net ein Bild der zum UNESCO-Weltkulturerbe zäh­len­den frü­he­ren Handelsmetropole. Wie wirkt sich die Anwesenheit der frem­den Militärs aus, wie­weit för­dert die Perspektivlosigkeit Radikalisierung?
    „Rhissa Feltou, ehe­ma­li­ger Bürgermeister von Agadez … bezeich­net im Film die Region als „Migrationslabor der Europäer“. Wie Viele befürch­te­te auch er, dass mit dem Gesetz eine „bom­be humaine“ ent­ste­hen wür­de … . Afrikanische Ableger des Islamischen Staates und von Al-Qaida began­nen in der Region und den angren­zen­den Staaten immer mehr an Einfluss zu gewin­nen. Mit dem Zerfall Libyens lie­fen wich­ti­ge Routen für den Waffen- und Drogenschmuggel über Agadez. Es ent­stand eine Zone der Gewalt in einem schwer kon­trol­lier­ba­ren Gebiet, das grö­ßer ist als das Mittelmeer.“ G. Hauzenberger, und G. Schild

    Credits:

    AT/DE/CH 2024, 103 Min., Tamascheq, Hausa, Fulah, Französisch, Deutsch. OmU
    Regie: Gerald Igor Hauzenberger & Gabriela Schild
    Kamera: Thomas Eirich-Schneider, Gerald Igor Hauzenberger, Hajo Schomerus, Joerg Burger
    Schnitt:
    Nela Märki, Stefan Fauland

    Trailer:
    ON THE BORDER // Trailer // Kinostart mit Kinotour am 19.03.26
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