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  • Kino

    fsk KinoDas fsk Kino ist ein unab­hän­gi­ges Filmkunstkino in Berlin Kreuzberg

     

     


    Zitty:
    Berlins Beste 2012: Anspruchvollstes Kino
    Richtiges, pures Arthouse – für Mainstream-Mätzchen ist im Kreuzberger fsk am Oranienplatz kein Platz. Das Namenskürzel steht übri­gens für Flugzeugsesselkino, die ers­te Bestuhlung stamm­te von aus­ge­mus­ter­ten Lufthansa-Maschinen. Wer also ech­te Entdeckungen machen möch­te, ist hier rich­tig, mit Filmen aus aller Welt, meist in der Originalfassung mit Untertiteln. Und die dür­fen ger­ne mal ele­gisch oder sper­rig sein, damit genug Raum für die Assoziationen des Zuschauers bleibt. (MS)


    Die drei bes­ten Berliner Kinos sind …?
    Das FSK am Oranienplatz. Da gehe ich zu Fuß hin und schaue an, was gera­de läuft. Das ist das Gegenteil von DVD. Ich tref­fe kei­ne Kaufentscheidung, ich ent­de­cke etwas. (…)
    (Christian Petzold im Tagesspiegel Interview 2014)


     

    Galerie:

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  • Sternbrücke Forever

    Sternbrücke Forever

    Ein Film von Sebastian Brameshuber. Ab 8.10. im fsk.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Eine Brücke, ein Viertel, eine Stadt im Wandel: Als der Abriss der Hamburger Sternbrücke beschlos­sen wird, gerät ein gewach­se­ner Mikrokosmos aus Clubs, Kiosken, Werkstätten und Nachbarschaft ins Wanken. STERNBRÜCKE FOREVER erzählt warm­her­zig und humor­voll von Abschied und Widerstand.

    Unter der Hamburger Sternbrücke ent­stand ein ein­zig­ar­ti­ger Mikrokosmos aus Clubs, Kiosken, Werkstätten und Nachbarschaft. Mehmet ver­kauft Falafel, Martina betreibt einen Kiosk, Stefan repa­riert Autos. Und jedes Wochenende strö­men jun­ge Menschen in die Clubs, die Juri, Daniel, Ute und ande­re unter der Sternbrücke betrei­ben. Doch ihre Zeit hier läuft ab. Als der Abriss der Brücke beschlos­sen wird, beginnt für die Menschen vor Ort eine jah­re­lan­ge Zeit der Ungewissheit. Der Film beglei­tet die Gemeinschaft im Ausnahmezustand – zwi­schen Alltag, Abschied und Widerstand.

    STERNBRÜCKE FOREVER ist eine warm­her­zi­ge und über­ra­schend humor­vol­le Liebeserklärung an einen beson­de­ren Ort und sei­ne Menschen und zugleich ein wüten­der Kommentar zu einer Stadtpolitik, deren Folgen in vie­len Städten zu beob­ach­ten sind. Aus einer Hamburger Geschichte wird so eine uni­ver­sel­le Erzählung über Veränderung und Zusammenhalt – und über die Frage, wem die Stadt gehört und was sie lebens­wert macht.

    Credits:

    AT 2026, 122 min., deut­sche OF mit eng­li­schen Untertiteln
    Buch & Regie: Christian Hornung
    Kamera: Marvin Hesse
    Schnitt: Christian Hornung

    Trailer:
    Sternbrücke Forever | offi­zi­el­ler deut­scher Trailer
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  • London

    London

    Ein Film von Sebastian Brameshuber. Ab 15.10. im fsk. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Bobby sitzt fast immer im Auto. Unterwegs auf der Autobahn zwi­schen Wien und Salzburg. Um Kosten zu spa­ren, nimmt er ande­re Menschen mit und unter­hält sich auf der Fahrt mit ihnen. Er lernt einen Soldaten ken­nen, den die Frage beschäf­tigt, was es bedeu­tet, zu kämp­fen, einen Supermarkt-Azubi auf dem Weg zu sei­ner Familie, einen Akademiker, der zur Geschichte der Autobahn forscht, und eine que­e­re Frau, die kurz vor ihrer Hochzeit steht. Unterschiedliche Wege, unter­schied­li­che Dialekte, unter­schied­li­che Geschichten – die meis­ten von ihnen wahr. Bobby hört zu, spricht aber auch über sich selbst, sei­ne Jugend, das Älterwerden und über sei­nen Freund, der in Salzburg im Krankenhaus im Koma liegt und der Grund für die regel­mä­ßi­gen Fahrten ist. Stetig zie­hen Berge und Wälder hin­ter den Autofenstern vor­über, zuwei­len unter­bro­chen von Kreuzungen, Absperrungen und Brücken. Mit den Jahreszeiten wech­selt das Licht. London ist weder Dokumentar- noch Spielfilm und zeich­net mit sei­nen Räumen des Dazwischen und den Menschen, die sich durch die­se hin­durch­be­we­gen, ein unter­schwel­lig poli­ti­sches Porträt des heu­ti­gen Europa. Auch in die­sen eigen­wil­li­gen Zeiten kön­nen Anonymität und Freundlichkeit noch Hand in Hand gehen.

    In einer Zeit, in der Trennendes in den Vordergrund gerückt ist, woll­te ich einen Film machen, der betont, was wir gemein­sam haben.“ Sebastian Brameshuber

    Credits:

    AT 2026, 122 min., deut­sche OF mit eng­li­schen Untertiteln
    Regie: Sebastian Brameshuber
    Buch: Sebastian Brameshuber, Anna Lehner
    Kamera: Klemens Hufnagl, Patrick Wally
    Montage: Dane Komljen, Sebastian Brameshuber
    mit: Bobby Sommer, Paul Schild, Asja Ahmetovic, Akin Özuckun, Jon Agolli, Veronika Harb, Anca Cipariu, Clifford Agu, Ted Fendt, Polina Skomorokhova, Lana Prerad u.a.

    Trailer:
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  • Bad Apples

    Bad Apples

    Ein Film von Jonatan Etzlerl. Ab 10.9. im fsk.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Eine jun­ge Lehrerin muß sich mit einem schwie­ri­gen Schüler befas­sen, um ihren Job nicht zu ver­lie­ren. Eine böse Komödie.

    Es geht zwar nicht vor­ran­gig um die Abrechnung mit einem man­gel­haf­ten und ver­al­te­ten Bildungssystem, son­dern um indi­vi­du­el­le Probleme, den­noch bewahrt sich der Film einen kri­ti­schen Blick für sozia­le Umstände und Verwerfungen. Eher bei­läu­fig wer­den dabei die fami­liä­ren Verhältnisse der Kinder gezeigt. Von Beginn an wirkt das alles bedroh­lich, nur die leich­te Musik deu­tet mit ihrem Gehüpfe an: „So schlimm wird es viel­leicht gar nicht …“ Doch der Ton ver­schärft sich im Lauf der Handlung, von der hier so wenig wie mög­lich preis­ge­ge­ben wer­den soll. Der Humor ist dabei so bit­ter­bö­se, dass nicht nur ein­mal das Lachen im Hals ste­cken bleibt. ” filmstarts

    Credits:

    GB 2026 , 100 Min., eng­lisch mit deut­schen Untertiteln
    Regie: Jonatan Etzler
    Drehbuch: Jess O’Kane
    Kamera: Nea Asphäll
    Schnitt: Robert Krantz
    mit: Saoirse Ronan, Jacob Anderson, Eddie Waller, Nia Brown

    Trailer:
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  • If Pigeons Turned to Gold

    If Pigeons Turned to Gold

    Ein Film von Pepa Lubojacki. Ab 5.11. im fsk.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Über fünf Jahre doku­men­tiert Pepa Lubojacki vier Familienmitglieder, allen vor­an Bruder David, der alko­hol­ab­hän­gig und ohne Obdach ist. In einer hoch­per­sön­li­chen, tage­buch­ar­ti­gen Collage unter­nimmt Lubojacki den Versuch, die Wurzeln gene­ra­tio­nen­über­grei­fen­den Unglücks frei­zu­le­gen, das sei­nen Ausdruck immer wie­der in schwe­ren Suchterkrankungen fin­det. Dabei ver­schmel­zen Textskulpturen, Langzeitbeobachtung, Synthie-Beats und mit KI ani­mier­te Fotografien aus der Kindheit zu einer mar­kant-ver­spiel­ten, scho­nungs­lo­sen und doch lie­ben­den Offenlegung. If Pigeons Turned to Gold ist Kapitulation und Hoffnungsschimmer glei­cher­ma­ßen, Kraftakt und Lösungsprozess. Pepa Lubojacki bringt die Vergangenheit zum Sprechen und schafft auf die­se Weise einen Kontext, der David und die eben­falls sucht­kran­ken Cousins dem rich­ten­den Urteil der Außenwelt ent­zieht – und auch deren Ignoranz. In der behut­sa­men Begegnung wer­den sie für einen Moment erneut zu ein­sa­men Kindern. Weniger auf der Suche nach Schuld als nach Heilung, steht am Ende die Möglichkeit einer Transformation, ver­sinn­bild­licht im ver­fal­le­nen Haus des Vaters, das Pepa in einen geschütz­ten Ort ver­wan­delt: Home, I’m coming.

    Credits:

    CZ/SK 2026, 110 Min., Tschechisch, Englisch OmU
    Regie, Buch, Schnitt: Pepa Lubojacki
    Kamera: Pepa Lubojacki, Tomáš Šťastný

    Trailer:
    If Pigeons Turned to Gold | Clip | SFF26

    Im Kino mit deut­schen Untertitleln.

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  • Liebhaberinnen

    Liebhaberinnen

    Ein Film von Koxi. Ab 22.10. im fsk.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Schlafsack auf dem Boden vor dem Fitnessstudio-Kästchen, Coaching-Seminar und mor­gend­li­ches Shift-Briefing (mit Verkaufslächeln-Übung): knall­har­te Situationen, in denen sich Brigitte (Johanna Wokalek) wie­der­fin­det. Sie ist die Protagonistin die­ser Elfriede-Jelinek-Adaption, für die Debütantin Koxi Inventur mit dem eins­ti­gen Erfolgs-Roman der spä­te­ren Nobelpreisträgerin macht, indem sie ihn aus den 1970er Jahren in den heu­ti­gen Spätkapitalismus kata­pul­tiert. Der weib­li­che Marktwert heu­te? Beim Scrollen stößt Brigitte, Messe-Hostess im mitt­le­ren Alter, auf die Schülerin Paula (Hannah Schiller), die alles tut, um Internet-Fame zu erlan­gen. Während die eine jugend­lich ambi­tio­niert auf­zu­stre­ben scheint, beginnt sich die ande­re mit ihr zu ver­glei­chen, zuse­hends obses­siv. Brigitte muss ihr Leben ändern, mit Kalkül ihre Ziele errei­chen – aber sind es über­haupt ihre? Paula bricht mit extre­me­ren Mitteln aus dem trost­lo­sen Heim aus, jedoch aus­weg­los. Liebhaberinnen ist eine dunk­le Tragikomödie über die Unmöglichkeit weib­li­cher Erfüllung und wenig empowern­de Mutter-Tochter-Beziehungen. „Nutze das Patriarchat!“ cum Selbst-Vermarktungsoptimierung. Unterm Strich: Geändert hat sich nicht viel.

    Credits:

    DE/LX 2026, 98 Min., deut­sche OmeU
    Regie: Koxi
    Buch: Antonio de Luca, Koxi
    Kamera: Jakob Berger
    Schnitt: Andreas Menn, Antonio de Luca
    mit Johanna Wokalek, Hannah Schiller, Ben Münchow, Victoria Trauttmansdorff, Jasmin Artosha Mokhtare, Susanne Bredehöft

    Trailer:
    LIEBHABERINNEN | offi­zi­el­ler Trailer | Kinostart: 22.10.2026
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  • Nie ma duchów w mieszkaniu na Dobrej / No Ghosts On Good Street / Es gibt keine
Geister in der Wohnung in der Guten Straße

    Nie ma duchów w mieszkaniu na Dobrej / No Ghosts On Good Street / Es gibt keine Geister in der Wohnung in der Guten Straße

    PL 2025, 90 min, Original mit deut­schen und eng­li­schen Untertiteln, R: Emi Buchwald / B: Emi Buchwald, Karol Marczak / K: Tomasz Gajewski / S: Anna Łuka / M: Katarzyna Gawlik, Jerzy Rogiewicz D: Bartłomiej Deklewa, Izabella Dudziak, Tymoteusz Rożynek, Karolina Rzepa, Piotr Napierała, Daria Muszyńska, Andrzej Kłak, Gabriela Arak, Aleksander Janiszewski, Krzysztof Drozdowski u. a.

    Langsam wan­dert die Kamera durch möblier­te Räume, man hört Geräusche aus einer weit zurück­lie­gen­den Vergangenheit, die Altbau-Wohnung scheint leer zu ste­hen. Doch da sitzt jemand auf dem Fensterbrett – es ist ein Nachtmahr, eine mythi­sche Figur, die sich den Menschen nachts auf die Brust setzt und ihnen die Luft abdrückt.
    Die Anwesenheit die­ses Nachtmahrs spü­ren die vier grund­ver­schie­de­nen Geschwister
    deut­lich. Ihnen gehört die­se Wohnung, obwohl nur einer von ihnen noch dort lebt. Aber nicht Phantasiefiguren sind es, die ihnen die Luft abdrü­cken, son­dern ganz kon­kre­te Sorgen, die jun­ge Menschen auf der Suche nach einem Platz im Leben in einer Großstadt wie Warschau umtrei­ben – toxi­sche Beziehungen, Panikattacken, Bindungsangst. Mit erfri­schen­der Beiläufigkeit und für ein Debüt erstaun­li­cher dra­ma­tur­gi­scher Reife hält Emi Buchwald ihren Finger an den Puls einer Generation, in der jeder mit sei­nen eige­nen Dämonen kämpft. Womöglich ist die­ser Kampf nur auf eine Weise zu gewin­nen – in der Gruppe, oder bes­ser noch: als Familie. Die Alltagsnähe, die sich auch in der für die Gen Z typi­schen Sprache mani­fes­tiert, die Mischung aus Tragik und Komik sowie eine dezent ein­ge­setz­te Dosis Metaphysik wir­ken in den Augen deut­scher Zuschauer*innen wie eine gelun­ge­ne Mischung aus „Der Nachtmahr” von AKIZ und „3 Zimmer/Küche/Bad” von Dietrich Brüggemann. [Rainer Mende]

    16.09. / 20:00 / fsk Kino
    [Tickets]

  • LARP. Miłość, trolle i inne questy / LARP

    LARP. Miłość, trolle i inne questy / LARP

    PL 2025, 90 min, Original mit deut­schen und eng­li­schen Untertiteln, R: Kordian Kądziela / B: Kordian Kądziela, Michał Wawrzecki / K: Cezary Stolecki / S: Magdalena Chowańska / M: Jan Sanejko D: Filip Zaręba, Martyna Byczkowska, Hubert Łapacz, Mikołaj Chilimończyk, Maciej Bisiorek, Agnieszka Rajda, Andrzej Konopka, Edyta Olszówka, Michał Balicki, Bartłomiej Topa u. a.

    Die nie­der­schle­si­sche Provinz ist für Heranwachsende nicht unbe­dingt reich an Attraktionen. Aber ihre Waldgebiete sind die per­fek­te Kulisse für aus­ufern­de Live-Rollenspiele. Es ist sicher kein Zufall, dass ihr Idol, der gefei­er­te Fantasy-Autor Lacroix, aus­ge­rech­net aus ihrem Kaff kommt.
    Die schwers­ten Schlachten muss der puber­tie­ren­de, schlak­si­ge und wenig selbst­si­che­re Sergiusz aber im Alltag schla­gen. Vom Sohn des Dorfkrösus wird er pau­sen­los drang­sa­liert, sein allein­er­zie­hen­der Vater wür­de ihn ger­ne zum Leistungssportler hoch­züch­ten und die schö­ne Helena, die auf ein­mal in der Schule auf­taucht, sucht sich die fal­schen Freunde.
    Kordian Kądzielas von der Kritik gefei­er­ter Publikumserfolg hat alles, was ein klas­si­scher Coming-of-Age-Film braucht – sozia­le Konflikte, eine Liebesgeschichte und eine ordent­li­che Dosis jugend­li­chen Übermuts. Was ihn beson­ders macht, ist neben etli­chen ori­gi­nel­len visu­el­len Einfällen (u. a. einem inkon­se­quen­ten Neunzigerjahre-Setting) und diver­sen augen­zwin­kern­den Seitenhieben auf die LARP– und Fantasy-Szene ein gran­dio­s­auf­spie­len­der Andrzej Konopka, der für sei­ne Rolle als über­for­der­ter Vater und Provinz-Polizist mehr­fach aus­ge­zeich­net wur­de. [Rainer Mende]

    15.09. / 20:00 / fsk Kino
    [Tickets]

  • Królestwo / Kingdom / Königreich

    Królestwo / Kingdom / Königreich

    PL 2025, 112 min, Original mit deut­schen und eng­li­schen Untertiteln, R/B: Michał Ciechomski / K: Paweł Grabarek / S: Agnieszka Białek-Zaborowska / M: Lubomir Grzelak D: BartoszMikulak, Julian Świeżewski, Jacek Poniedziałek, Aleksander Kaleta, Dawid Piejko, Mateusz Łasowski, Michał Włodarczyk u. a.

    Das Polen der Gegenwart ist Kriegsgebiet. Warschaus Wolkenkratzer sind durch­lö­chert, die Straßen vol­ler Leichen und zer­schos­se­ner Autos, die Regierung ist abge­taucht und die Zivilbevölkerung ver­sucht aus dem Land zu flie­hen, wäh­rend die „Neobarbaren” wei­ter angrei­fen.
    Nachdem auch er sei­ne Arbeit ver­liert, will Dawid sich eigent­lich mit sei­nen Eltern ins
    Ausland schleu­sen las­sen. Dann aber folgt er sei­nem Bruder zu den „Schwarzen Spinnen” – einer dubio­sen, straff hier­ar­chisch orga­ni­sier­ten Gruppe mar­tia­lisch auf­tre­ten­der Skinheads, die sub­til homo­ero­ti­sche Züge trägt. Sie schei­nen die letz­ten zu sein, die sich den Invasoren noch ent­ge­gen­stel­len und sich mit klei­nen mili­tä­ri­schen Aktionen auf die letz­te Schlacht vor­be­rei­ten.
    Michał Ciechomskis Langfilm-Debüt ist Filmkunst pur. In sei­ner vir­tu­os aus­ge­form­ten Dystopie ist kei­ne Plansequenz gewöhn­lich, jede von Paweł Grabareks Kameraeinstellungen trägt eine ori­gi­nel­le Idee in sich. Auch die expe­ri­men­tel­le Soundregie von Jacek Hamela folgt kon­se­quent einem krea­ti­ven Prinzip. Diese Kriegsvision ist kein hel­den­haf­tes Actionkino, son­dern eine audio­vi­su­el­le Herausforderung, wel­che das Zerfallen einer Ordnung nahe­zu kör­per­lich erfahr­bar macht. [Rainer Mende]

    14.09. / 20:00 / fsk Kino / zu Gast: Michał Ciechomski
    [Tickets]

  • Dom Dobry / Home Sweet Home

    Dom Dobry / Home Sweet Home

    PL 2025, 107 min, Original mit deut­schen und eng­li­schen Untertiteln R/B: Wojciech, Smarzowski / K: Paweł Tybora / S: Krzysztof Komander / M: Mikołaj Trzaska, D: Agata, Turkot, Tomasz Schuchardt, Agata Kulesza, Maria Sobocińska, Łukasz Gawroński, Arkadiusz Jakubik, Magdalena Smalara, Julia Kijowska, Andrzej Konopka u. a.

    Die nicht mehr blut­jun­ge Gośka hält es kaum noch bei ihrer bies­ti­gen Mutter aus, die selbst zu Weihnachten nicht auf­hö­ren kann, zu sau­fen und an ihrer Tochter her­um­zu­nör­geln. Zum Glück taucht der kul­ti­vier­te Grzesiek auf, der mit bei­den Beinen fest im Leben steht. Als es zu Hause wie­der kracht, packt Gośka kurz­ent­schlos­sen ihre Koffer und zieht bei ihm ein.
    Schlagartig scheint sich alles zum Guten zu wen­den – sie berei­sen gemein­sam die Welt, auf den Heiratsantrag in Venedig fol­gen die Hochzeit und die Geburt einer Tochter. Doch die häus­li­che Idylle ent­wi­ckelt sich suk­zes­si­ve zum Albtraum. Denn in den eige­nen vier Wänden wird Grzesiek zum Tyrannen, der vor psy­chi­scher und phy­si­scher Gewalt nicht zurück­schreckt.
    Smarzowski schafft es auch mit sei­nem neun­ten Kinofilm wie­der auf beein­dru­cken­de Weise, Kritikerlob und Preise ein­zu­sam­meln, gleich­zei­tig die Kinokassen klin­geln zu las­sen und auch noch eine gesell­schaft­li­che Debatte anzu­sto­ßen. Dabei erweist er sich gemein­sam mit Krzysztof Komander wie­der als Meister am Schneidetisch und bewäl­tigt – auch dank der Leistungen von Agata Turkot und Tomasz Schuchardt als Gośka und Grzesiek – den Spagat zwi­schen all­ge­mein zugäng­li­chem Drama und anspruchs­vol­lem Autorenfilm. [Rainer Mende]

    13.09. / 20:00 / fsk Kino / zu Gast: Wojciech Smarzowski
    [Tickets]

  • Dziecko z pyłu / Child of Dust / Kinder des Staubs

    Dziecko z pyłu / Child of Dust / Kinder des Staubs

    PL/VN/CH/CZ/QA 2025, 93 min, Original mit deut­schen und eng­li­schen Untertiteln, R/B: Weronika Mliczewska / K: Mikael Lypinski / S: Marcin Sucharski, Mateusz Romaszkan / M: Joaquin Garcia

    Sang ist ein „Staubkind” – er hat eine viet­na­me­si­sche Mutter und einen US-ame­ri­ka­ni­schen Vater, der nach Ende des Vietnamkriegs das Land ver­ließ und seit­dem ver­schwun­den ist. Als vater­lo­ses Kind gemisch­ter eth­ni­scher Abstammung fühl­te sich der Slum-Bewohner und Analphabet Zeit sei­nes Lebens aus­ge­grenzt und leb­te stets in pre­kä­ren Verhältnissen. Aber er hat den Kampf um ein wür­de­vol­les Leben nicht auf­ge­ge­ben – sei es durch die Gründung einer Familie, sei es durch die Suche nach sei­nem Vater. Und selbst im Dokumentarfilm gesche­hen manch­mal Wunder: Ein Gentest führt Sang zu sei­nem Vater, des­sen Kinder in den USA bis­her nichts von ihrem Bruder in Vietnam wuss­ten. Über alle Kultur- und Sprachgrenzen hin­weg tre­ten sie in Kontakt und haben bald ein gemein­sa­mes Projekt: Sang in die Vereinigten Staaten zu holen, damit er sei­ner zwei­ten Familie nahe sein und irgend­wann Frau und Tochter nach­ho­len kann. Weronika Mliczewska hat mit ihrem ers­ten Film in Kinolänge selbst ein klei­nes Wunder voll­bracht. Erstaunlich nah kommt sie ihren Protagonistinnen und doku­men­tiert mit der Kamera eine Mischung aus Drama, Krimi und Familientragödie, die vor außer­ge­wöhn­li­chen Szenen und über­ra­schen­den Wendungen nur so strotzt. Dabei the­ma­ti­siert sie in atem­lo­sem Tempo Fragen nach Heimat, sozia­lem Gefüge, Schuld, Verantwortung und Buße. [Rainer Mende]

    13.09. / 15:00 / fsk Kino / zu Gast: Weronika Mliczewska
    [Tickets]