Ha’Mishlahat

Delegation

Ein Film von Asaf Saban. 

[Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

Wie Tausende ande­re jun­ge Menschen aus Israel reist eine Gruppe quer durch Polen, um an authen­ti­schen Schauplätzen etwas über die Geschichte ihrer Vorfahren und dere­nys­te­ma­ti­sche Vernichtung durch die deut­schen NS-Besatzer zu erfah­ren. Dabei wer­den Frisch, Ido, Nitz und ihre Klassenkamerad*innen nicht nur von Zeitzeugen beglei­tet, son­dern auch von Sehnsüchten und Sorgen, wel­che alle Teenager in die­sem Alter umtrei­ben – die ers­te Liebe, die ers­te Enttäuschung, die ers­te Identitätssuche, die ers­te Fernreise ohne den kon­trol­lie­ren­den Blick der Eltern.

Das Coming-of-Age-Roadmovie zeigt einer­seits eine Reise, die pro­to­ty­pisch für jene Mischung aus hoch­emo­tio­na­ler Geschichtsstunde und Partytour ist, wie sie vie­le Jugendliche aus Israel erlebt haben, bevor sie in die Armee ein­ge­zo­gen wur­den. Gleichzeitig schil­dert der Film ein fili­gra­nes Beziehungsdreieck, das von einer Überdosis an Impressionen und Hormonen kräf­tig durch­ge­rüt­telt wird. Der Film schafft es gekonnt, die Bustour weder als blo­ßes Erinnerungskultur-Theater zu dis­kre­di­tie­ren noch sie pathe­tisch zu über­hö­hen. Vielmehr zeich­net er ein warm­her­zi­ges, glaub­wür­di­ges Panorama über das Erwachsenwerden und die Schwierigkeiten der
Erinnerungskultur im 21. Jahrhundert – auch dank der her­aus­ra­gen­den Leistungen der jun­gen Hauptdarsteller*innen, allen vor­an Neomi Harari als drauf­gän­ge­ri­sche und gleich­zei­tig ver­letz­li­che Nitzan.
[Rainer Mende]

Credits:

Ha’Mishlahat
IL/PL/DE 2023, 101 Min., Polish, English, Hebrew
OmU
Regie: Asaf Saban
Kamera: Bogumił Godfrejów
Schnitt: Michal Oppenheim
mit: Neomi Harari, Yoav Bavly, Leib Lev Levin,
Ezra Dagan, Alma Dishy u. a.

Trailer:
Delegation | Trailer [HD]
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Blog

  • Delegation

    Delegation

    Ein Film von Asaf Saban. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Wie Tausende ande­re jun­ge Menschen aus Israel reist eine Gruppe quer durch Polen, um an authen­ti­schen Schauplätzen etwas über die Geschichte ihrer Vorfahren und dere­nys­te­ma­ti­sche Vernichtung durch die deut­schen NS-Besatzer zu erfah­ren. Dabei wer­den Frisch, Ido, Nitz und ihre Klassenkamerad*innen nicht nur von Zeitzeugen beglei­tet, son­dern auch von Sehnsüchten und Sorgen, wel­che alle Teenager in die­sem Alter umtrei­ben – die ers­te Liebe, die ers­te Enttäuschung, die ers­te Identitätssuche, die ers­te Fernreise ohne den kon­trol­lie­ren­den Blick der Eltern.

    Das Coming-of-Age-Roadmovie zeigt einer­seits eine Reise, die pro­to­ty­pisch für jene Mischung aus hoch­emo­tio­na­ler Geschichtsstunde und Partytour ist, wie sie vie­le Jugendliche aus Israel erlebt haben, bevor sie in die Armee ein­ge­zo­gen wur­den. Gleichzeitig schil­dert der Film ein fili­gra­nes Beziehungsdreieck, das von einer Überdosis an Impressionen und Hormonen kräf­tig durch­ge­rüt­telt wird. Der Film schafft es gekonnt, die Bustour weder als blo­ßes Erinnerungskultur-Theater zu dis­kre­di­tie­ren noch sie pathe­tisch zu über­hö­hen. Vielmehr zeich­net er ein warm­her­zi­ges, glaub­wür­di­ges Panorama über das Erwachsenwerden und die Schwierigkeiten der
    Erinnerungskultur im 21. Jahrhundert – auch dank der her­aus­ra­gen­den Leistungen der jun­gen Hauptdarsteller*innen, allen vor­an Neomi Harari als drauf­gän­ge­ri­sche und gleich­zei­tig ver­letz­li­che Nitzan.
    [Rainer Mende]

    Credits:

    Ha’Mishlahat
    IL/PL/DE 2023, 101 Min., Polish, English, Hebrew
    OmU
    Regie: Asaf Saban
    Kamera: Bogumił Godfrejów
    Schnitt: Michal Oppenheim
    mit: Neomi Harari, Yoav Bavly, Leib Lev Levin,
    Ezra Dagan, Alma Dishy u. a.

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    Delegation | Trailer [HD]
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  • Faruk

    Faruk

    Ein Film von Aslı Özge. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Der über 90-jäh­ri­ge Faruk wird zuse­hends zur Hauptfigur des Films, den sei­ne Tochter über den dro­hen­den Abriss sei­nes Wohnblocks in Istanbul dreht. In der Hoffnung, den Abriss des Hauses, in dem er meh­re­re Jahrzehnte sei­nes Lebens ver­bracht hat, noch abzu­wen­den, besucht Faruk regel­mä­ßig Sitzungen der Gebäudeverwaltung. Während die Tochter ihren Vater filmt, begin­nen die Grenzen zwi­schen Realität und Fiktion zu ver­schwim­men.
    Gedreht an Originalschauplätzen, basie­rend auf wah­ren Begebenheiten und inspi­riert von rea­len Personen, gibt Aslı Özges neu­er Film Einblick in das Leben eines betag­ten Mannes in der leb­haf­ten Metropole Istanbul. Im Vordergrund ste­hen dabei neben den Folgen von Gentrifizierung auch die Verstrickungen inner­halb einer kom­ple­xen Vater-Tochter-Beziehung.

    Es ist schön zu sehen, wie spar­sam und bei­läu­fig Aslı Özge klei­ne Pointen setzt, so wie das Leben selbst: Was dem alten Mann an der zukünf­ti­gen Wohnung miss­fällt, ist nicht zuletzt, dass sie kei­nen Balkon mehr haben wird, nur einen fran­zö­si­schen. Dabei hat er sei­nen alten nie mehr benutzt. Nicht, seit sei­ne Frau gestor­ben war. Der lee­re Balkon bewahrt ihr Andenken.“ Kerstin Decker | Tsp.

    Credits:

    DE/TR/FR 2024, 97 Min., tür­ki­sche OmU
    Regie: Aslı Özge
    Kamera: Emre Erkmen
    Schnitt: Andreas Samland, Aslı Özge
    mit: Faruk Özge, Derya Erkenci, Gönül Gezer, Nurdan Çakmak, Semih Arslanoğlu, Fikret Özge

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  • No Bears

    No Bears

    Ein Film von Jafar Panahi. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Jafar Panahi dreht dies­mal einen Film über ein Liebespaar, das mit gefälsch­ten Pässen nach Frankreich flüch­ten will – in der Türkei. Doch wie schafft das der ira­ni­sche Regisseur, der ein Arbeitsverbot hat und das Land nicht ver­las­sen darf? Panahi hat sich in eine Provinz nahe der ira­nisch-tür­ki­schen Grenze zurück­ge­zo­gen und gibt sei­nem Regieassistenten über eine höchst insta­bi­le Internetverbindung Anweisungen. Nachts tref­fen sie sich heim­lich zur Übergabe der Festplatte mit dem neus­ten Drehmaterial. Aber Panahis Filme sind stets mehr­di­men­sio­nal. Wie schon zuvor ver­webt er auch hier geschickt Fiktion und Wirklichkeit, denn auch das länd­li­che Dorf ist Schauplatz einer fik­ti­ven Geschichte – über einen Regisseur, der den staat­li­chen Repressionen zum Trotz ver­sucht, sei­ne Arbeit als Filmemacher fort­zu­set­zen. Obwohl er sich unauf­fäl­lig ver­hält, um nicht iden­ti­fi­ziert und den Behörden gemel­det zu wer­den, gerät er wegen eines ver­meint­lich geschos­se­nen Fotos in Schwierigkeiten. Er soll ein Liebespaar abge­lich­tet haben, aber der jun­ge Mann war nicht der Verlobte, dem das Mädchen ver­spro­chen ist. Schon bald steht das gan­ze Dorf Kopf.

    Auch in «No Bears» sind Panahis auto­bio­gra­fi­sche Erfahrungen und die Entstehungsbedingungen sei­nes Werks ein zen­tra­les Motiv. Er hat damit einen ein­drucks­vol­len, wenn auch für ihn gefähr­li­chen Weg gefun­den, für die Freiheit des Kunstschaffens im Iran zu kämp­fen. Darüber hin­aus ist «No Bears» eine viel­schich­ti­ge Parabel über den beklem­men­den Stillstand einer Gesellschaft und die pani­sche Ablehnung von Veränderung: in der Stadt unter dem Druck der Autoritäten, im Dorf in der Befangenheit des Aberglaubens. Wie macht man Kunst, um die Gesellschaft zum Wandel zu bewe­gen, wenn die­se es nicht will? Zu die­ser Frage kehrt «No Bears» immer wie­der zurück und ver­zwei­felt dabei lei­se an der Welt. Der Film gewann an den Filmfestspielen von Venedig den Spezialpreis der Jury, Jafar Panahi selbst wur­de im Juli erneut inhaf­tiert und vor Kurzem auf Kaution wie­der freigelassen.

    Credits:

    Khers nist 
    IR 2022, 107 Min., far­si OmU
    Regie: Jafar Panahi
    Kamera: Amin Jafari
    Schnitt: Amir Etminan
    mit: Naser Hashemi, Jafar Panahi, Vahid Mobasheri
    , Mina Kavani

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  • Souleymans Geschichte

    Souleymans Geschichte

    Ein Film von Boris Lojkine. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    In man­cher Hinsicht erin­nert Lojkines drit­ter Spielfilm an eine rasan­te Neuauflage des ita­lie­ni­schen Meisterwerks Fahrraddiebe und zeigt, wie die alte Geschichte aus der Nachkriegszeit auch heu­te pas­sie­ren könn­te oder sogar pas­siert – in einer Zeit, in der Einwanderer unter kata­stro­pha­len Bedingungen uner­gie­bi­ge, aber erwünsch­te Arbeiten in Städten auf der gan­zen Welt aus­üben, Jobs, die am unte­ren Ende einer von Gleichgültigkeit gepräg­ten Gig-Economy ste­hen.
    Der Film beglei­tet den Guineaner Souleymane auf sei­ner Fahrt durch die Pariser Boulevards, und wir erle­ben eini­ge der haar­sträu­bends­ten Fahrradszenen seit Buster Keaton. Die Kamera von Tristan Galand filmt die sich stän­dig ver­än­dern­de Hauptstadt Frankreichs mit ver­schwom­me­ner impres­sio­nis­ti­scher Schönheit, und bleibt dabei Souleyman, stets Mittelpunkt des Geschehens, in der vom Anstand gebüh­ren­der Nähe auf den Fersen. Der befin­det sich in einer pre­kä­ren Lage – nicht nur in Bezug auf den Verkehr, oder nach dem Diebstahl sei­nes Gefährts, son­dern auch wirt­schaft­lich und emo­tio­nal. Ständig unter der Kontrolle und in Zeitdruck, kann er auch schon mal gegen­über einem Restaurantbesitzer, der belei­di­gend ist und ihn war­ten lässt, sei­ne eige­ne Kontrolle ver­lie­ren. Die stän­di­gen Demütigungen zer­mür­ben den jun­gen Mann, und der bevor­ste­hen­de Prüfungstermin sei­nes Asylantrags tut das übri­ge.
    „Boris Lojkine erzählt die Geschichte eines Mannes, der aus Verzweiflung lügt, sich dabei ver­liert und schließ­lich in noch mehr Verzweiflung wie­der­fin­det. Und wir reagie­ren dar­auf für ein­mal nicht wie paw­low­sche Kinohunde mit Rührung und Schrecken und schnel­lem Vergessen, son­dern mit der Erkenntnis, das wir um den Schrecken ja wis­sen, dass uns uner­war­te­te Freundlichkeit gegen­über dem Protagonisten aus der fil­mi­schen Bahn wer­fen kann, und dass die Kulisse, die wir da sehen, die Welt ist, in der wir leben.“ Sennhausers Filmblog

    Credits:

    L’Histoire de Souleymane
    FR 2024, 93 Min., Französisch, Pular, Maninka OmU
    Regie: Boris Lojkine
    Kamera: Tristan Galand
    Schnitt: Xavier Sirven
    mit: Abou Sangare, Nina Meurisse, Alpha Oumar Sow, Emmanuel Yovanie, Younoussa Diallo, Ghislain Mahan, Mamadou Barry, Yaya Diallo, Keita Diallo

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  • Winter in Sokcho

    Winter in Sokcho

    Ein Film von Koya Kamura.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    In Sokcho, einer klei­nen Stadt am Meer in Südkorea, führt die 23-jäh­ri­ge Soo-Ha ein rou­ti­nier­tes Leben zwi­schen den Besuchen bei ihrer Mutter, einer Fischhändlerin, der Beziehung zu ihrem Freund Jun-oh und ihrer Arbeit im Hotel. Normalerweise hat Soo-Ha im Winter nicht viel zu tun, da sich kaum jemand in den unspek­ta­ku­lä­ren Badeort ver­irrt. Doch die­ses Mal ist alles anders: Der fran­zö­si­sche Comickünstler Yan Kerrand checkt in dem Hotel ein, in dem sie arbei­tet. Gewissenhaft nimmt sie sich sei­ner an. Seine Ankunft weckt in Soo-Ha auch Fragen über ihre eige­ne Identität, denn ihr Vater, den sie nie ken­nen­lern­te, war Franzose.
    Während der Schnee die Stadt betäubt, beob­ach­ten sich die jun­ge Frau und der Zeichner gegen­sei­tig, prü­fen sich und knüp­fen eine zer­brech­li­che Verbindung. Es ist, als öff­ne­ten sich auf ihren lan­gen gemein­sa­men Ausflügen zwei ver­wun­de­te Seelen. Dabei ver­schwim­men die Grenzen zwi­schen Privatem und Beruflichem, reißt er doch unwis­sent­lich eine alte Wunde auf.
    „Nicht mit gro­ßen Emotionen ver­sucht so ‚Hiver à Sokcho‘ das Publikum zu über­wäl­ti­gen, son­dern schleicht sich gera­de mit sei­ner Zartheit und Beiläufigkeit lang­sam ins Herz ein, berührt und wirkt mit sei­nem aus­ge­präg­ten, aber unauf­dring­li­chen Stilwillen und sei­nem Feingefühl nach.“
    Walter Gaspari | film-netz.com

    Credits:

    Hiver à Sokcho
    FR 2024, 105 Min., Französisch, Koreanisch, Englisch OmU
    Regie: Koya Kamura
    Kamera: Élodie Tahtane
    Schnitt: Antoine Flandre
    mit: Bella Kim & Roschdy Zem

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  • Father Mother Sister Brother

    Father Mother Sister Brother

    Ein Film von Jim Jarmusch.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Jim Jarmusch konn­te es selbst kaum glau­ben, als sein Film in Venedig mit dem Goldenen Löwen aus­ge­zeich­net wur­de, und man­che Filmkritik zeug­te auch von Irritation. Als zu wenig über­wäl­ti­gend, zu unauf­ge­regt und daher löwen-unwür­dig wur­de FMSB ein­ge­stuft. Dabei macht doch gera­de das von fei­nem Humor durch­zo­ge­ne Hintergründige, mit dem von drei Familien erzählt wird, die Stärke aus.
    In Teil eins besu­chen die Geschwister Jeff (Adam Driver) und Emily (Mayim Bialik) nach zwei Jahren Pause gemein­sam ihren weit­ab in New Jersey leben­den Vater (Tom Waits). Beide schät­zen den Vater als bedürf­tig und ein­sam ein, aber der hat eine ganz eige­ne Agenda.
    In Dublin fin­det in Episode zwei das jähr­li­che Treffen der unglei­chen Schwestern Timothea (Cate Blanchett) und Lilith (Vicky Krieps) mit ihrer Mutter (Charlotte Rampling) statt. Die Bestsellerautorin psy­cho­lo­gi­scher Ratgeber domi­niert am exqui­sit gedeck­ten Kaffeetisch auch jetzt noch ihre erwach­se­nen Töchter.
    Im letz­ten Teil tref­fen sich die Zwillinge Kye (Indya Moore) und Billy (Luka Sabbat) in Paris, um nach dem Unfalltod der Eltern deren Wohnung auf­zu­lö­sen, und ent­de­cken man­che Geheimnisse. Der Vertrautheit unter­ein­an­der konn­te weder räum­li­che noch zeit­li­che Distanz etwas anha­ben, und so endet der Reigen mit war­mer Melancholie.
    „Jarmusch in Reinform: kei­ne Sentimentalität, kei­ne fal­sche Dramatik, statt­des­sen die stil­le Rebellion der Pause, das Gedicht in den Zwischenräumen, die Erkenntnis, dass Familie eben­so Gefängnis wie Rettung sein kann. Wer ihn als „klein“ abtut, hat nicht ver­stan­den, dass gera­de die kleins­ten Filme manch­mal die größ­ten Risse hin­ter­las­sen.“ kino-zeit
    „Ich habe schon häu­fi­ger epi­so­dische Filme gedreht. Mir gefällt, dass es kei­nen Star gibt, son­dern allen Figuren die glei­che Bedeutung zukommt. … Ich mag es nicht, wenn man einen Film wie Father Mother Sister Brother bloß als Aneinanderreihung von Kurzfilmen sieht. Denn wenn schon nicht inhalt­lich, dann besteht doch emo­tio­nal eine Verbindung zwi­schen den drei Geschichten. Der letz­te Teil über die Geschwister in Paris könn­te sei­ne emo­tio­na­le Wirkung gar nicht ent­fal­ten, hät­te es nicht vor­her die bei­den ande­ren Episoden gege­ben.“
    J.J. im epd-Interview

    Credits:

    US,FR,IT,DE,IR 2025, 110 Min., Englisch OmU
    Regie: Jim Jarmusch
    Kamera: Frederick Elmes, Yorick Le Saux
    Schnitt: Affonso Gonçalves
    mit: Tom Waits, Adam Driver, Mayim Bialik, Charlotte Rampling, Cate Blanchett, Vicky Krieps, Sarah Greene, Indya Moore, Luka Sabbat, Françoise Lebrun

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  • Schwesterherz

    Schwesterherz

    Ein Film von Sarah Miro Fischer. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Rose und ihr älte­rer Bruder Sam haben eine enge Bindung. Als Sam der Vergewaltigung beschul­digt wird, soll Rose im Rahmen der Ermittlungen gegen ihn aus­sa­gen. Das stellt sowohl die Beziehung der bei­den als auch Roses mora­li­sche Integrität auf die Probe.
    Regisseurin Sarah Miro Fischer erkun­det in Schwesterherz eine inni­ge Geschwisterbeziehung. Sie unter­sucht, inwie­fern die Nähe zu einer Person den Blick auf die Realität ver­stel­len kann und wel­che Ereignisse die Kraft haben, auch die engs­ten Bindungen zu zer­stö­ren. In ihrer Arbeit mit den Schauspieler*innen legt sie beson­de­ren Wert auf kör­per­li­chen Ausdruck, um Geschichten auch jen­seits des gespro­che­nen Worts erzäh­len zu können.

    Credits:

    DE/ES 2025, 96 Min.,
    In Deutsch (das meis­te) und Englisch, mit eng­li­schen und deut­schen Untertiteln
    Regie: Sarah Miro Fischer
    Kamera: Selma von Polheim Gravesen
    Schnitt: Elena Weihe
    mit: Marie Bloching, Anton Weil, Proschat Madani, Laura Balzer, Jane Chirwa

    Trailer:
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  • White Snail

    White Snail

    Ein Film von Elsa Kremser und Levin Peter. 

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    Von zwei sehr ver­schie­de­nen Menschen, die der Welt abge­wandt erschei­nen und sich für eine Zeit Halt geben kön­nen, erzählt der ers­te Spielfilm des bis­her auf doku­men­ta­ri­sches spe­zia­li­sier­ten Regieduos Elsa Kremser und Levin Peter. Reine Fiktion ist es den­noch nicht, denn immer­hin spie­len die bei­den eine Version ihrer selbst.
    Mascha geht auf eine Modelschule und hat gute Chancen, danach in China zu arbei­ten. Der eini­ge Jahre älte­re Misha arbei­tet im Leichenschauhaus und ver­ar­bei­tet dies in dras­ti­schen Gemälden. Die im Film ange­leg­te Freundschaft zwi­schen der gra­zi­len, fast durch­schei­nend wir­ken­den jun­gen Frau und dem über und über täto­wier­tem, zurück­ge­zo­gen leben­den Maler ent­wi­ckelt sich, als Mascha nach einem Suizidversuch im Krankenhaus mit dem Tod eines Mitpatienten kon­fron­tiert wird. Fasziniert davon schleicht sie sich in das Leichenschauhaus, und lernt dort Misha ken­nen.
    „Zwei kon­trast­rei­che Welten – bei­de um den Körper und sei­ne Darstellung zen­triert, doch auf zutiefst unter­schied­li­che Weise aus­ge­drückt – brin­gen wir in einem fik­tio­na­len Gefüge gezielt zum Zusammenstoß. Gemeinsam träu­men sie vom Ausbruch, doch ihre Hoffnungen wer­den gefes­selt von Angst und Scham – der Scham, als Künstler unge­se­hen zu blei­ben, der Scham im Kampf mit
    Depressionen. Im Zentrum der Geschichte steht ein grund­le­gen­der Konflikt: die Wahl, sich einem ande­ren zu öff­nen und dadurch Verletzungen zu ris­kie­ren – oder sich zu iso­lie­ren und Einsamkeit und Stillstand zu akzep­tie­ren. …
    Mit White Snail wol­len wir Verbundenheit spür­bar machen – das Gefühl, in unse­ren Kämpfen nicht allein zu sein, und den Mut, unse­re Schwächen nicht zu ver­ber­gen. Wir möch­ten sicht­bar machen, was meist ver­bor­gen bleibt – jen­seits von Nostalgie und ost­eu­ro­päi­schen Klischees. Wir erzäh­len von einem Land, des­sen Stimmen nur noch sel­ten über sei­ne Grenzen hin­aus­drin­gen.“ Regiekommentar
    „Kemser und Peter fol­gen nie den gän­gi­gen Prinzipien und Mustern vie­ler inhalt­lich ähn­lich aus­ge­rich­te­ter Romanzen.… ruhig und gemäch­lich ent­wi­ckelt sich die Verbindung der bei­den Hauptcharaktere in die­sem unkon­ven­tio­nel­len, dring­li­chen Mix aus Drama und Romanze.“ Filmstarts.de 


    Credits:

    DE/AT 2025, 115 Min., Russian, Belarusian, English, Mandarin OmU
    Regie: Elsa Kremser, Levin Peter
    Kamera: Mikhail Khursevich
    Schnitt: Stephan Bechinger
    mit: Marya Imbro, Mikhail Senkov

    Trailer:
    WHITE SNAIL – Offizieller Trailer
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  • Silent Friend

    Silent Friend

    Ein Film von Ildikó Enyedi. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Die Ungarin Ildiko Enyedi über­rascht immer wie­der von Neuem. Ihr Debüt Mein 20. Jahrhundert ver­bin­det mär­chen­haft-poe­tisch das Leben zwei­er auf geheim­nis­vol­le Weise getrenn­ter Zwillingsschwestern mit dem Fortschrittsglauben um 1900 und wird bei den 42. Filmfestspielen in Cannes sofort aus­ge­zeich­net. In Körper und Seele ste­hen zwei ein­sa­me Menschen, aber auch Tiere und Träume im Vordergrund. Das unge­wöhn­li­che Werk über­zeugt die Jury der 67. Berlinale und bekommt den Hauptpreis zuge­spro­chen. Silent Friend fei­ert letz­tes Jahr in Venedig sei­ne viel beach­te­te Premiere, und Luna Wedler wird „Beste Nachwuchsschauspielerin“.
    In die­sem neu­en Werk dre­hen sich die drei zu ver­schie­de­nen Zeiten spie­len­den Kapitel um die Verbindung von Natur und Universum, vor allem aber um Pflanzen, dar­un­ter beson­ders um einen alten Ginkgo-Baum im Alten Botanischen Garten Marburg (wegen des Zeitabstandes der Episoden gab es aber noch zwei wei­te­re Baum-Darsteller unter­schied­li­chen Alters). – Als die Universität in Marburg erst­mals Frauen zum Studium zulässt, schafft es die jun­ge Grete, sich von den pro­vo­kan­ten Fragen der männ­li­chen Jury nicht aus der Ruhe brin­gen zu las­sen und wird zum Biologie-Studium zuge­las­sen. Dann erobert sie eine wei­te­re männ­li­che Domäne und ent­deckt die fan­tas­ti­schen Möglichkeiten der Fotografie für sich. Gefilmt wur­de die­ser Teil auf mono­chro­men 35mm-Material. – In den 1970-er Jahren ver­liebt sich der zurück­hal­ten­de Hannes in sei­ne auf­ge­schlos­se­ne Kommilitonin Gundula und wird durch sie in die Geheimnisse der Kommunikation mit Pflanzen ein­ge­weiht, ein­ge­fan­gen mit kör­ni­gem 16mm-Farbfilm. – Die Jetzt-Zeit wur­de digi­tal auf­ge­nom­men: Der asia­ti­sche Neurobiologe Tony (Tony Leung in sei­ner ers­ten euro­päi­schen Rolle) steckt auf­grund des Corona-Shutdowns in Marburg fest. Er muss sei­ne Zeit mit dem knur­ri­gen Hausmeister der Uni ver­brin­gen und beginnt die Erforschung des mäch­ti­gen, weib­li­chen Ginkgos.
    Das ist alles nicht nur inter­es­sant und wun­der­schön anzu­se­hen, son­dern auch
    „ein komi­scher, oft über­ra­schen­der, zeit­wei­se ganz schön durch­ge­knall­ter Film.“ Wolfgang Höbel | Der Spiegel

    Credits:

    DE/HU/FR 2025, 147 Min., deutsch, eng­li­sche OmU
    Regie: Ildikó Enyedi
    Kamera: Gergely Pálos
    Schnitt: Károly Szala
    mit: Tony Leung Chiu-wai, Luna Wedler, Enzo Brumm, Sylvester Groth, Martin Wuttke, Johannes Hegemann, Rainer Bock, Marlene Burow, Léa Seydoux

    Trailer:
    SILENT FRIEND I HD-Trailer I Ab 15.01.2026 im Kino
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  • Ein einfacher Unfall

    Ein einfacher Unfall

    Ein Film von Jafar Panahi. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Ein ein­fa­cher Unfall, Gewinner der Goldenen Palme von Cannes, ist eine furcht­lo­se Leistung des Filmemachers Jafar Panahi – zugleich hoch­po­li­tisch und zutiefst mensch­lich. Mit uner­bitt­li­cher Klarheit stellt der Film mora­li­sche Fragen nach Wahrheit und Ungewissheit, Rache und Gnade.
    Als der Automechaniker Vahid zufäl­lig auf den Mann trifft, der ihn mut­maß­lich im Gefängnis gefol­tert hat, ent­führt er ihn, um Vergeltung zu üben. Doch der ein­zi­ge Hinweis auf Eghbals Identität ist das unver­kenn­ba­re Quietschen sei­ner Beinprothese. Auf der Suche nach Gewissheit wen­det sich Vahid an einen zer­streu­ten Kreis ande­rer, inzwi­schen frei­ge­las­se­ner Opfer. Doch je tie­fer sie in ihre Vergangenheit ein­tau­chen und je mehr ihre unter­schied­li­chen Weltanschauungen auf­ein­an­der­pral­len, des­to grö­ßer wer­den die Zweifel: Ist er es wirk­lich? Und was hie­ße Vergeltung überhaupt?

    Die Figuren des Films sind zwar fik­tiv, doch die Geschichten, die sie erzäh­len, basie­ren auf rea­len Ereignissen, die von ech­ten Gefangenen erlebt wur­den. Echt ist auch die Vielfalt die­ser Figuren und ihrer Reaktionen. Einige wer­den sehr gewalt­tä­tig und von Rachegelüsten getrie­ben. Andere wie­der­um ver­su­chen, einen Schritt zurück­zu­tre­ten und über lang­fris­ti­ge Strategien nach­zu­den­ken. Einige waren stark poli­ti­siert – oder wur­den es. Andere waren es über­haupt nicht und wur­den fast zufäl­lig ver­haf­tet. Letzteres trifft auf Vahid, die Hauptfigur, zu: Er war ein Arbeiter, der ein­fach nur sei­nen Lohn ein­for­der­te. Das Regime macht kei­nen Unterschied zwi­schen die­sen Menschen. Jede der ande­ren Figuren reprä­sen­tiert eine der vie­len, mehr oder weni­ger fest orga­ni­sier­ten Oppositionsgruppen. Diese Gruppen gera­ten oft anein­an­der, sogar
    hin­ter Gittern. Sie alle sind sich einig, dass sie das Regime ableh­nen, aber dar­über hin­aus gehen die Meinungen aus­ein­an­der. Seit dem Tod von Mahsa Amini und dem Aufkommen von „Frau, Leben, Freiheit” hat sich die Ablehnung des Regimes weit ver­brei­tet. Oft wis­sen die Menschen jedoch nicht, womit sie es erset­zen sol­len. Das sieht man heu­te deut­lich: Zum Beispiel zei­gen sich vie­le Frauen nun ohne Hidschab in der Öffentlichkeit. Eine sol­che Form des mas­si­ven zivi­len Ungehorsams war vor weni­gen Jahren noch undenk­bar. Die Szenen im Film, die mit unver­schlei­er­ten Schauspielerinnen auf der Straße gedreht wur­den, spie­geln jedoch die heu­ti­ge Realität wider. Es sind die ira­ni­schen Frauen, die die­sen Wandel her­bei­ge­führt haben.„
    Jafar Panahi

    Auch im fsk: Jafar Panahis vor­letz­ter Film No Bears (Spezialpreis der Jury, Venedig)

    Credits:

    Yek tasa­def sadeh یک تصادف ساده,
    IR/FR/LU 2025, 102 Min., far­si OmU
    Regie: Jafar Panahi
    Kamera: Amin Jafari
    Schnitt: Amir Etminan
    mit: Vahid Mobasseri, Maryam Afshari, Ebrahim Azizi, Hadis Pakbaten

    Trailer:
    EIN EINFACHER UNFALL Trailer OmU German | Deutsch
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