Sleeping Dogs – Manche Lügen sterben nie

Ein Film von Adam Cooper.

[Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

Russell Crowe könn­te es sich mal so rich­tig gemüt­lich machen, statt­des­sen wer­den ihm immer wie­der Rollen anver­traut, die psy­chisch wie phy­sisch extrem for­dern, z.B. als Exorzist des Vatikans. Oder in Sleeping dogs, als ehe­ma­li­ger Cop der Mordkommission, der unter Alzheimer lei­det und nach einer anstren­gen­der Behandlung in sei­nen eige­nen vier Wänden auf­wacht und zurück in die Wirklichkeit fin­den muss. Dabei hilft ein Anruf, es geht um einen alten Fall, der damals über­führ­te Täter sitzt in der Todeszelle, aber nicht mehr lan­ge. Roy Freeman (Crowe) wird gebe­ten, sich an das Verbrechen zu erin­nern, denn viel­leicht wird ein Unschuldiger hin­ge­rich­tet. Freeman ver­sucht zu begrei­fen, wer er war und was es mit dem Fall auf sich hat­te. Die Fetzen der Erinnerung fügen sich lang­sam zu einem Bild zusam­men. Es ist das opu­len­te Gemälde eines Blutbades. Einmal in Bewegung gesetzt, hört das Rad nicht mehr auf, sich zu dre­hen. J. Remis, der alte Partner aus der der Mordkommission taucht auf, die Wissenschaftlerin L. Baines kann­te das Opfer Dr. Wieder nicht nur aus Arbeitszusammenhängen sehr gut, ihr Liebhaber H. Greenwood war dar­über mehr als irri­tiert. Kurz, die Szenerie belebt sich rasant. Während Freeman ursprüng­lich vor­hat­te, sein Gedächtnis zu trai­nie­ren, ist er in Wirklichkeit längst dabei, akri­bisch Teile eines Puzzles zusam­men­zu­fü­gen, in einem Film Noir mit unge­wis­sem Ausgang, an des­sen Ende er aber die Fähigkeit, sich wie­der erin­nern zu kön­nen, ver­flu­chen wird.

Credits:


DE 2023, 90 Min., engl. OV
Regie: Adam Cooper

Kamera: Ben Nott
Schnitt: Matt Villa
mit: Russell Crowe, Karen Gillan, Marton Csokas, Tommy Flanagan, Thomas M. Wright

Trailer:
SLEEPING DOGS | Official Trailer (Russell Crowe) | Paramount Movies
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Kategorie: archiv

  • Sleeping Dogs – Manche Lügen sterben nie

    Sleeping Dogs – Manche Lügen sterben nie

    Ein Film von Adam Cooper.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Russell Crowe könn­te es sich mal so rich­tig gemüt­lich machen, statt­des­sen wer­den ihm immer wie­der Rollen anver­traut, die psy­chisch wie phy­sisch extrem for­dern, z.B. als Exorzist des Vatikans. Oder in Sleeping dogs, als ehe­ma­li­ger Cop der Mordkommission, der unter Alzheimer lei­det und nach einer anstren­gen­der Behandlung in sei­nen eige­nen vier Wänden auf­wacht und zurück in die Wirklichkeit fin­den muss. Dabei hilft ein Anruf, es geht um einen alten Fall, der damals über­führ­te Täter sitzt in der Todeszelle, aber nicht mehr lan­ge. Roy Freeman (Crowe) wird gebe­ten, sich an das Verbrechen zu erin­nern, denn viel­leicht wird ein Unschuldiger hin­ge­rich­tet. Freeman ver­sucht zu begrei­fen, wer er war und was es mit dem Fall auf sich hat­te. Die Fetzen der Erinnerung fügen sich lang­sam zu einem Bild zusam­men. Es ist das opu­len­te Gemälde eines Blutbades. Einmal in Bewegung gesetzt, hört das Rad nicht mehr auf, sich zu dre­hen. J. Remis, der alte Partner aus der der Mordkommission taucht auf, die Wissenschaftlerin L. Baines kann­te das Opfer Dr. Wieder nicht nur aus Arbeitszusammenhängen sehr gut, ihr Liebhaber H. Greenwood war dar­über mehr als irri­tiert. Kurz, die Szenerie belebt sich rasant. Während Freeman ursprüng­lich vor­hat­te, sein Gedächtnis zu trai­nie­ren, ist er in Wirklichkeit längst dabei, akri­bisch Teile eines Puzzles zusam­men­zu­fü­gen, in einem Film Noir mit unge­wis­sem Ausgang, an des­sen Ende er aber die Fähigkeit, sich wie­der erin­nern zu kön­nen, ver­flu­chen wird.

    Credits:


    DE 2023, 90 Min., engl. OV
    Regie: Adam Cooper

    Kamera: Ben Nott
    Schnitt: Matt Villa
    mit: Russell Crowe, Karen Gillan, Marton Csokas, Tommy Flanagan, Thomas M. Wright

    Trailer:
    SLEEPING DOGS | Official Trailer (Russell Crowe) | Paramount Movies
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  • My Stolen Planet

    My Stolen Planet

    Ein Film von Farahnaz Sharifi. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Die Filmemacherin Farahnaz Sharifi por­trä­tiert in My sto­len pla­net ihr Leben, geprägt durch die Machtübernahme der Mullahs im Iran 1979. In ihrem Geburtsjahr fand die Revolution statt und die Monarchie wur­de weg­ge­fegt. Genauso wie die Hoffnungen der demo­kra­ti­schen Kräfte, die nach den Hinrichtungswellen gegen die Mittäter des Schah-Regimes in den Focus des neu­en Regimes gerie­ten und genau­so eli­mi­niert wur­den. Der Wechsel von einer Diktatur in die nächs­te wur­de extrem schnell voll­zo­gen, Farahnaz wuchs in einer schi­zo­phre­nen Welt auf, zu hau­se wur­de getanzt, gesun­gen, gelebt, sich auf Augenhöhe begeg­net. Draußen vor der Tür war all das ver­bo­ten, drau­ßen tanz­te nur die Doppelmoral. Die Jin-Jiyan-Azadî-Bewegung scheint Jahrzehnte spä­ter alles ver­än­dern zu kön­nen, setzt Mut und Hoffnung frei.
    My sto­len Planet ist ein opu­len­tes, scharf­sin­ni­ges Werk vol­ler Bilder, denn die Regisseurin wuchs mit Kameras auf, mach­te hem­mungs­los Gebrauch davon und ent­führt in die gehei­me, pri­va­te Welt ihrer Familie. Außerdem hat sie Trödelläden durch­siebt und Amateurfilme mit­ge­nom­men, die eben­falls von die­ser Welt hin­ter ver­schlos­se­nen Türen han­deln. Mit den Protesten öff­nen sich die­se Türen, die Ereignisse über­schla­gen sich. Für mich der beein­dru­ckends­te Film der letz­ten Berlinale.

    Schon als Kind erlebt Farahnaz Sharifi den Alltag im Iran getrennt in ein pri­va­tes und ein öffent­li­ches Leben, die so weit von­ein­an­der ent­fernt lie­gen, wie zwei unter­schied­li­che Planeten. Auf ihrem Heimatplaneten im Kreis von Familie und Freund*innen kann sie tan­zen, sin­gen, lachen und wei­test­ge­hend frei von den zahl­rei­chen Einschränkungen und Repressionen des Regimes leben.
    Sie ent­wi­ckelt eine Faszination für pri­va­te Aufnahmen, die eine Realität des Irans abbil­den, wel­che die Machthaber gewalt­sam zu unter­drü­cken ver­su­chen. Super 8 Videos von Geburtstagsfeiern und Familienurlauben wer­den zum Beleg für Verstöße gegen das Verbot von Tanzen, Trinken, weib­li­chen Stimmen, unver­schlei­er­ten Frauen. Sie bewah­ren die Erinnerung dar­an, dass es eine Alternative zur bestehen­den isla­mis­ti­schen Ordnung gibt. Sharaifi sam­melt die Aufnahmen von Unbekannten, um sie vor dem erzwun­ge­nen kol­lek­ti­ven Vergessen zu bewah­ren.“
    (Lea Gronenberg, Filmlöwin) 

    Credits:

    Sayyareye doz­di­de sho­deye man
    DE/IR 2024, 82 Min., far­si OmU
    Regie, Kamera, Schnitt: Farahnaz Sharifi 

    Trailer:
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  • Memory

    Memory

    Ein Film von Michel Franco.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Sylvia arbei­tet als Pflegerin, ist allein­er­zie­hen­de Mutter einer wun­der­ba­ren Tochter, hat die Alkoholsucht hin­ter sich gelas­sen und ein gutes Verhältnis zu ihrer Schwester und Menschen um sich her­um, die sie schät­zen und mögen. Doch tief in sich trägt Sylvia ein tie­fes Trauma. Als sie von einem Klassentreffen nach Hause geht, wird sie von einem frem­den Mann ver­folgt. Dieser Mann heißt Saul und lei­det unter dem Anfangsstadium der Demenz. Und auch wenn das ers­te Zusammentreffen der Beiden unter kei­nem guten Stern steht, nähern sich Sylvia und Saul lang­sam an. Denn sie spü­ren, dass sie eine gro­ße Verletzlichkeit ver­bin­det.
    Dem Film gelingt es, die Annäherung die­ser bei­den „ver­lo­re­nen Seelen“ und die Liebesbeziehung in einer unglaub­lich anrüh­ren­den Zartheit zu inszenieren.“

    Aus der Jury Begründung der Filmbewertugsstelle – FBW:
    „Dabei ist MEMORY von ganz eige­ner, auch visu­el­ler Eleganz. Francos Film wirkt wie aus einem Guss. Tatsächlich zeich­net Franco für Regie, Buch und auch Schnitt ver­ant­wort­lich. Und auch die Kamera folgt dem Konzept des Films. Bis auf weni­ge intro­du­zie­ren­de Großaufnahmen zu Beginn, beschränkt sich Francos Leib-und Magen-Kameramann Yves Cape maxi­mal auf Halbtotalen, die das Publikum Sylvia und Saul nie­mals zu nahe kom­men lässt. MEMORY nimmt sich Zeit und Raum für die Gefühle sei­ner Protagonisten, traut sich, psy­chi­sche Erkrankungen ernst zu neh­men, ver­liert sich aber nicht in Rührseligkeit. Dramaturgisch geschickt ist MEMORY von Anfang an unter­schwel­lig so span­nend ange­legt, dass die Jury kei­ne Sekunde hät­te ver­säu­men wol­len. In der Tat hat die Jury sel­ten ein an sich sper­ri­ges Thema mit so viel Eleganz, bild­li­cher Ästhetik und Dramaturgie so über­zeu­gend für die Leinwand insze­niert gesehen.“

    Memory
    Credits:


    US, MX 2023, 103 Min., engl. OmU
    Regie: Michel Franco
    Kamera: Yves Cape
    Schnitt: Oscar Figueroa Jara, Michel Franco
    mit: Jessica Chastain, Peter Sarsgaard, Merritt Wever, Brooke Timber, Josh Charles

    Trailer:
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  • Favoriten

    Favoriten

    Ein Film von Ruth Beckermann.
    (Am Montag, 23.9. gibt es nach der Vorstellung ein Life-Zoom-Gespräch mit der Lehrerin Ilkay Idiskut. Filmbeginn ist um 17:45 Uhr.)

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Über drei Jahre beglei­tet die Filmemacherin Ruth Beckermann eine Klasse im Alter von sie­ben bis zehn Jahren und ihre enga­gier­te Lehrerin in einer gro­ßen Schule im Wiener Bezirk Favoriten. Der Film nimmt uns mit in den Unterricht und lässt uns die täg­li­chen Abenteuer, Kämpfe, Niederlagen und Erfolge der Kinder ganz nah mit­er­le­ben. Der Stadtteil Favoriten war einst ein Arbeiterbezirk, heu­te spricht ein Großteil der Kinder an den dor­ti­gen Grundschulen nicht Deutsch als Erstsprache. Mit gro­ßer Sensibilität beglei­tet der Film die Kinder, wäh­rend ihre Lehrerin ihnen dabei hilft, einen Platz in einer Welt zu fin­den, in der sie sich oft nicht zuge­hö­rig füh­len. Indem wir die „Favoriten“ ken­nen ler­nen, erle­ben wir mit ihnen eine beweg­te Zeit, die ihre Zukunft ent­schei­dend prä­gen wird.

    Ruth Beckermanns neu­er Film ist eine Langzeitbeobachtung, die den Blick auf die struk­tu­rel­len Probleme im Schulsystem lenkt und die Perspektive der Kinder ernst nimmt. Ein erstaun­lich hei­te­res Porträt einer unge­wöhn­li­chen Gemeinschaft, das Fragen stellt, auf die vie­le von uns eine Antwort suchen. Ein Film über das Lehren und das Lernen und dar­über, wie die Zukunft unse­rer Gesellschaft auch im Klassenzimmer aus­ge­han­delt wird.

    In dem Film ver­schrän­ken sich struk­tu­rel­le und indi­vi­du­el­le Perspektiven. Denn zum einen wirft „Favoriten“ einen Blick auf ein von Mangel und Ungleichheit bestimm­tes Bildungssystem, in dem bei aller Einfühlsamkeit und Hingabe der Lehrerin, die von Deutsch, Mathe über den Schwimmunterricht bis hin zum Klassenausflug alles zu ver­ant­wor­ten hat, am Ende nur die Leistung zählt. Zum ande­ren sieht man jun­gen Individuen dabei zu, wie sie Welt, Sprache und sozia­les Miteinander begrei­fen, wie sie an Aufgaben wach­sen und dar­an schei­tern, wie sie ver­zwei­feln und neu­en Mut fas­sen.
    Dieser über­aus leben­di­ge Raum, den zu betrach­ten schön ist, anrüh­rend, trau­rig und manch­mal auch lus­tig, steht in „Favoriten“ im Zentrum, auch wenn das Systemische immer mit­wirkt. Je näher die Schüler:innen dem Moment kom­men, an dem sich ihre wei­te­re Schulbildung ent­schei­det – Mittelschule oder, was für die wenigs­ten von ihnen in Betracht kommt, der Übertritt ins Gymnasium – arbei­tet sich das in den Vordergrund.“ Esther Buss | Filmdienst

    Credits:

    AT 2024, 118 Min., in deutsch mit eng­li­schen Untertiteln
    Regie: Ruth Beckermann

    Kamera: Johannes Hammel
    Schnitt: Dieter Pichler

    Trailer:
    Favoriten (offi­zi­el­ler Trailer) – Ein Film von Ruth Beckermann
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  • Die Kinder aus Korntal

    Die Kinder aus Korntal

    Ein Film von Julia Charakter. Ab 26.9. im fsk. Am 27.9. mit anschlie­ßen­dem Filmgespräch.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Richtig fas­sungs­los war ich, als gegen Ende des Filmes der bis 2022 akti­ve Geistliche Vorsteher der Brüdergemeinde gera­de­zu dreist Erkenntnisse aus der Soziologie umdreht und die Traumata und psy­chi­schen Schwierigkeiten der ehe­ma­li­gen Heimkinder qua­si deren „nie­de­rer“ Geburt zuschreibt. Ebenso erschre­ckend ist die Beschwerde eines gläu­bi­gen Ehepaars, wahr­schein­lich stell­ver­tre­tend für dor­ti­ge Bürger, dass ihre Spenden an die Brüdergemeinde jetzt als Schmerzensgeld für die Opfer ver­wen­det wer­den.
    Internate, Klöster, Waisenhäuser, Sportvereine … die Liste lie­ße sich lan­ge fort­set­zen. Immer wie­der kom­men über­all neue Fälle von Missbrauch von Schutzbefohlenen ans Licht. 2014 geriet die Evangelische Brüdergemeinde in Korntal, einem beschau­li­chen Ort in der Nähe von Stuttgart, in den Fokus. Ein ehe­ma­li­ger Zögling hat­te sich auf­raf­fen kön­nen, mit sei­ner Geschichte an die Öffentlichkeit zu gehen, anstatt sich umzu­brin­gen, wie eini­ge sei­ner frü­he­ren Leidensgenossen. Daraufhin mel­de­ten sich über 170 wei­te­re Betroffene, die in dem Heim bis weit in die 2000er Jahre hin­ein eben­falls sys­te­ma­ti­scher psy­chi­scher, kör­per­li­cher und/oder sexua­li­sier­ter Gewalt aus­ge­setzt waren, aus­ge­übt von Angehörigen der pie­tis­ti­schen Bruderschaft, Hausangestellten oder soge­nann­ten Pateneltern im Ort. Die Kinder waren Waisen oder kamen aus „schwie­ri­gen Verhältnissen“, es gab kei­ner­lei Kontrolle, sie waren ihren Peinigern aus­ge­lie­fert. Schwer trau­ma­ti­siert und nicht sel­ten gebro­chen gehen sie als Erwachsene durchs Leben. Sechs von ihnen berich­ten vom Erlebten, dazu kom­men Mitglieder der „Aufklärungskommission“, rang­ho­he Gemeindemitglieder und Ortsansässige zu Wort.

    Je län­ger Die Kinder aus Korntal läuft, des­to deut­li­cher wird, dass das Einstehen für die schwe­re Schuld, die die Brüdergemeinde auf sich gela­den hat, und eine ech­te Aufarbeitung der Taten noch lan­ge nicht pas­siert sind. Vielmehr schwingt unter­schwel­lig immer das Gefühl mit: Jetzt muss es auch mal gut sein mit die­ser lei­di­gen alten Geschichte.“ Elisa Reznicek | Haus des Dokumentarfilms

    Korntal
    Credits:


    DE 2023, 90 Min., Deutsch mit eng­li­schen Untertiteln
    Regie: Julia Charakter

    Kamera: Jonas Eckert
    Schnitt: Jonas Eckert, Julia Charakter

    Trailer:
    DIE KINDER AUS KORNTAL Trailer Deutsch | German [HD]
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  • Die Schule der Frauen

    Die Schule der Frauen

    Ein Film von Marie-Lou Sellem. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Aktuell ist sie noch in Thomas Arslans Verbrannte Erde zu sehen, dem­nächst hat sie einen furio­sen Auftritt in Fabian Stumms Tragikomödie Sad Jokes. Es könn­te also der Eindruck ent­ste­hen, das Thema ihres eige­nen Regiewerkes trä­fe auf sie gar nicht zu. Aber doch, und auch bei den Kolleginnen, mit denen sie vor 36 Jahren zusam­men an der Folkwangschule stu­dier­te. Marie-Lou Sellem hat sie vor der Kamera ver­sam­melt, um zu beleuch­ten, was vie­len von uns viel­leicht auch schon auf­ge­fal­len sein dürf­te: das lang­sa­me Verschwinden von Schauspielerinnen im Film und auf der Bühne mit zuneh­men­den Alter. Nicht nur das, son­dern auch die Hürden, die ihnen beim Lernen in den Weg gestellt wur­den, sind Thema. Auch keh­ren sie in ihre Schule zurück und befra­gen heu­ti­ge Absolventinnen nach ihren Erfahrungen.
    „Wenn du jung bist und eine Frau und ein femi­nis­ti­sches Thema hast, dann kriegst du jetzt im Moment einen Job, weil du dem ande­ren das Gefühl gibst, er ist ja kein „alter wei­ßer Mann“, wenn er dich beschäf­tigt. Das Gleiche ist auch viel­leicht mit Frauen in mei­nem Alter, uns wird zuge­hört wie es nie vor­her der Fall war. Es ist jetzt die Frage, was wir dar­aus machen, wir Frauen.“ Marie-Lou Sellem in kino­ki­no
    “… wir ren­nen im Kreis und wol­len ein Bild erfül­len, das wir zu bedie­nen haben, damit wir über­haupt noch da sind – und das Alter wird uns sowie­so irgend­wann aus der Kurve knal­len. Das ist Sisyphusarbeit, und die Frage ist: wol­len wir nicht end­lich mal auf­hö­ren damit? Es ist ja viel inter­es­san­ter, auch in die­ser drit­ten Altersrunde, die Themen, die wir haben, zu for­mu­lie­ren und zu reprä­sen­tie­ren. Wir kön­nen ja nicht alle aus­se­hen wie 40, wie hin­ge­bo­ge­ne 40, das erzählt ja auch gar nichts mehr. Das ist eigent­lich die gro­ße Frage: was wol­len wir erzäh­len?“ Marie-Lou Sellem beim Panel FF München

    Credits:


    DE 2024, 108 Min.,
    Regie: Marie-Lou Sellem

    Kamera: Jens Harant
    Schnitt: Sonja Baeger
    mit: Karoline Eichhorn, Cornelia Felden, Jacqueline Kornmüller, Katharina
    Linder Kerstin Weiss, Linette Arndt, Lena-Sophie Baer, Sarah
    Flechtker, Paula Julie Pitsch, Anna-Tabea Stockbrügger, Salome Zehnder
    Sophie Wolf, Asimina Sideris, Hannah Weiss

    Trailer:
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  • filmPOLSKA 2024

    filmPOLSKA 2024

    Vom 12.–18.09.2024 fin­det die­ses Jahr zum 19. Mal das größ­te pol­ni­sche Filmfestival außer­halb Polens statt (mehr, Katalog). Im fsk zei­gen wir alle sie­ben Wettbewerbsbeiträge und zwei Specials:


    • vorbei 

  • Ellbogen

    Ellbogen

    Ein Film von Aslı Özarslan. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Weißt du noch, was du wer­den woll­test, als du noch klein warst? Du woll­test Ärztin wer­den. Mama woll­te immer, dass du Arzthelferin wirst. Aber du woll­test Ärztin wer­den“, erzählt Semra ein­mal zu ihrer klei­nen Schwester Hazal, um sie auf­zu­mun­tern. Die küh­le Antwort: „Ich woll­te nie Ärztin wer­den. Als ich klein war, woll­te ich Popstar wer­den.“ Ob Ärztin, Arzthelferin oder Popstar, bis dato kann die jun­ge Frau aus dem Wedding trotz vie­ler Bewerbungen über­haupt kei­nen Beruf oder Ausbildungsplatz vor­wei­sen, nicht zu einer ein­zi­gen Vorstellung wur­de sie ein­ge­la­den. Das stresst und frus­triert, doch an ihrem 18. Geburtstag soll gefei­ert wer­den, dass es kracht, und der gemei­ne Alltag bleibt daheim. Mit den Freundinnen Elma, Gül und Ebru zieht Hazel durch die Stadt, Höhepunkt soll der Besuch im cools­ten Club der Stadt sein, doch dort ist Schluss: kein Einlass, da zu auf­ge­bre­zelt. Die extre­me Wut über die erneu­te Zurückweisung ent­lädt sich bei Hazel in einer Weise, dass sie als Ausweg nur noch die Flucht aus dem Land sieht, und so sitzt sie schon am nächs­ten Tag in dem ihr unbe­kann­ten Istanbul. Konnte sie in Berlin wegen ihrer tür­ki­schen Backgrounds nie rich­tig ankom­men, fin­det sie sich in der für sie frem­den Türkei auch nicht zurecht.
    Die Berliner Regisseurin Asli Özarslan (ihr Dokumentarfilm Dil Leyla war 2017 bei uns zu sehen), ver­filmt hier den gleich­na­mi­gen Roman von Fatma Aydemir kon­se­quent aus jun­ger, weib­li­cher, migran­ti­scher Perspektive. Die Protagonistin möch­te eigent­lich ein für sie nor­ma­les Leben füh­ren, wehrt sich aber gegen alle ihr von ver­schie­de­nen Seiten zuge­schrie­be­nen Rollen, in Deutschland wie in der Türkei, und gerät so zwi­schen alle Stühle. Mit größt­mög­li­cher Präzision und Einfühlung erzählt Ellbogen die Geschichte eines der vie­len jun­gen Menschen, die aus der Gesellschaft ver­drängt wer­den, die eigent­lich die ihre ist.

    Credits:


    DE/TK/FR 2024, 86 Min., Originalfassung mit deut­schen und eng­li­schen Untertiteln
    Regie: Aslı Özarslan
    Kamera: Andac Karabeyoglu-Thomas
    Schnitt: David J. Achilles, Ana Branea
    mit: Melia Kara, Doğa Gürer, Jale Arıkan, Haydar Şahin, Orhan Kiliç, Jamilah Bagdach, Asya Utku, Mina Sağdıç 

    Trailer:
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  • Sad Jokes

    Sad Jokes

    Ein Film von Fabian Stumm. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Ein jun­ger Filmemacher, der sich von der eige­nen Biografie und Lebensgeschichte inspi­rie­ren lässt? Was nach einem alten Hut klingt, wird bei Fabian Stumm zu etwas sehr Besonderen….
    Sein neu­er Film Sad Jokes etwa ist eine direk­te Reaktion auf das Debüt Knochen und Namen, was dazu führt, dass im Zweitling nun ein Regisseur namens Joseph zwi­schen Uraufführung und Kinostart sei­nes ers­ten Films schon an den Ideen für den nächs­ten feilt. Derweil zeigt sich, dass er über die schon eine Weile zurück­lie­gen­de Trennung vom Ex doch noch nicht so wirk­lich hin­weg ist, wäh­rend das Kümmern um den klei­nen Sohn dadurch erschwert wird, dass des­sen Mutter und Josephs bes­te Freundin Sonya mit schwe­ren Depressionen kämpft.
    Die trau­ri­gen Witze, die Stumms fan­tas­ti­schem Film sei­nen Namen geben, sind hier Programm. Sad Jokes ver­eint Humor und Tragik mit einer Leichtigkeit, die hier­zu­lan­de eher sel­ten gelingt. … Wobei Stumm, der oben­drein auch noch ein Händchen für Slapstick hat, letz­te­re so echt, glaub­wür­dig und wit­zig schreibt wie lan­ge nie­mand mehr im deut­schen Kino.
    Zum Ereignis wird sein Film aber auch, weil er sei­nen Schauspielenden (dar­un­ter Marie-Lou Sellem, Godehard Giese, Knut Berger oder Anneke Kim Sarnau) mit oft nur einer ein­zi­gen Szene eine wun­der­ba­re Bühne zum Glänzen bie­tet. Und weil es nicht nur ein berüh­ren­der Film über Erwachsenen-Alltag und Kunstschaffen ist, son­dern neben­bei auch mit gro­ßer Selbstverständlichkeit wich­ti­ge Themen wie que­e­re Elternschaft oder psy­chi­sche Gesundheit ver­han­delt … ohne je über­frach­tet zu wir­ken.
    Patrick Heidmann | indie­ki­no
    INDIEKINO: In der Eingangssequenz Ihres neu­en Films erzäh­len ver­schie­de­ne Menschen vor der Kamera Witze. Welcher gefällt Ihnen per­sön­lich am bes­ten?
    Fabian Stumm: Ich kann mich schwer ent­schei­den. Ich glau­be, der mit dem Oktopus, obwohl er sehr lang ist. Die Frau, die ihn erzählt, ist mei­ne Mutter. Sie ist die Komikerin in unse­rer Familie. Aber sie ver­tut sich, wie man sieht, ger­ne mal in der Pointe.

    Credits:

    DE 2024, 96 Min., in deutsch mit eng­li­schen Untertiteln
    Regie: Fabian Stumm
    Kamera: Michael Bennett

    Schnitt: Kaspar Panizza
    mit Fabian Stumm, Haley Louise Jones, Justus Meyer, Ulrica Flach, Jonas Dassler, Godehard Giese, Marie-Lou Sellem

    Trailer:
    SAD JOKES Trailer Deutsch | German [HD]
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  • Die Familie mit dem umgekehrten Düsenantrieb

    Die Familie mit dem umgekehrten Düsenantrieb

    Ein Film von Sogo Ishi. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Die Familie Kobayashi kann end­lich aus ihrer win­zi­gen, beeng­ten Wohnung in Tokio in das Haus ihrer Träume am Stadtrand umzie­hen. Doch die Dinge sind nicht so per­fekt, wie sie schei­nen: Das Haus ist von Termiten befal­len und die Familie beginnt, ver­rückt zu wer­den.
    „Ishiis Film zu sehen ist ein biss­chen so, als wür­de man den Nervenkitzel sei­ner ers­ten Begegnung mit Monty Python vor all den Jahren wie­der­ent­de­cken: schwar­zer Humor in sei­ner bös­ar­tigs­ten (d.h. lus­tigs­ten) Form, tem­po­reich wie ein Pendlerexpress und gewürzt mit einer Prise Science-Fiction, die selbst den am meis­ten gechipp­ten Zuschauer im Unklaren dar­über lässt, wohin er, sie oder es geht.“ TIME OUT
    „Die schie­re Hemmungslosigkeit des Films reicht aus, um das Interesse auf­recht­zu­er­hal­ten, da man nicht weiß, wie weit er gehen kann (…) unver­kenn­bar ein Film, in dem kei­ne Grenzen gesetzt sind.“ NY TIMES

    Credits:

    Crazy Family
    JP 1984, 106 Min., jap. OmU
    Regie: Sogo Ishii
    Kamera: Masaki Tamura
    Schnitt: Junichi Kikuchi
    mit: Katsuya Kobayashi, Mitsuko Baisho, Yoshiki Arizono, Youki Kudoh, Hitoshi Ueki u.a.

    Trailer:
    The Crazy Family (1984) Trailer
    Im Kino mit deut­schen Untertiteln
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