Unruh

Ein Film von Cyril Schäublin. Ab 5.1. im fsk.

[Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

Eine ande­re Zeit ist mög­lich! Zumindest war dies zu Beginn der indus­tri­el­len Uhrenherstellung um 1877 der Fall, als Behörden, Fabrikanten und Uhrenmodelle noch mit je eige­nen Zeiteinteilungen ope­rier­ten, samt damit ver­bun­de­ner Zeitpläne, Werte und Weltbilder. In die­ser pro­to-tay­lo­ris­ti­schen Gesellschaft, in der Beamte und Gendarmen über die rich­ti­ge Uhrzeit wachen und dem Produktionsbetrieb und der Gemeinschaft den Takt vor­ge­ben, grün­den Arbeiter eine anar­chi­sche Gewerkschaft mit Verbindung zur inter­na­tio­na­len Arbeiterbewegung. Dort begeg­nen sich Josephine, die über die Montage der Unruh, des Herzstücks der mecha­ni­schen Uhr, wacht, und der rus­si­sche Kartograf Pyotr Kropotkin, der gera­de im Jura weilt. Inspiriert von anar­chis­ti­schen Ideen for­dern sie die Befreiung der Zeit, set­zen Solidarität und Pazifismus gegen Marktgesetze und Nationalismus.
Nach sei­nem Debüt Dene wos guet geit hat Cyril Schäublin sei­nen Stil wei­ter­ent­wi­ckelt: Mit höchs­ter kom­po­si­to­ri­scher Sorgfalt ver­knüpft er die für ihn typi­schen kunst­vol­len Totalen und extre­men Close-ups, die die Handwerkskunst fei­ern, mit einer kla­ren poli­ti­schen Haltung und macht durch Verfremdung und Ironie deut­lich, wie aktu­ell und uni­ver­sell sein Thema ist.

Credits:

CH 2022, 93Min., Schweizerdeutsch/Französisch/Russisch u. a. OmU
Regie, Drehbuch, Schnitt: Cyril Schäublin, Kamera: Silvan Hillmann
mit: Clara Gostynski, Alexei Evstratov, Monika Stalder, Hélio Thiémard, Alice-Marie Humbert, Esther Flückiger, Alisa Miloglyadova, Elisaveta Kriman, Olga Bushkova

Trailer:
UNRUH (offi­zi­el­ler Trailer)
nach oben