Leider immer noch oder immer wieder aktuell ist der Hintergrund von Florian Hoffmanns Spielfilmdebut. Grundschullehrer Khalil ist bestens integriert und lebt mit Freundin Leyla, einer Journalistin, in Berlin. Als sie ihm eines Tages ein aktuelles Kriegsvideo aus Cizre zeigt, glaubt er, darauf seine Schwester Senem zu erkennen. Eigentlich hat er mit der kurdischen Exilgemeinde nichts mehr zu tun, aber jetzt muss er dort um Hilfe bitten, um sie zu finden. Als Gegenleistung wird erwartet, dass er die bis dahin ignorierten Kriegshandlungen in den Medien unterbringt – keine leichte Aufgabe.
„Meine Reise mit diesem Film begann 2015 … Das türkische Militär hatte in einer Nacht- und Nebelaktion die kurdische Stadt Cizre umzingelt und eine Ausgangssperre über sie verhängt: Niemand durfte die Stadt betreten – keine Journalisten, keine Politiker, nicht einmal Krankenwagen. Die Bewohner von Cizre waren gefangen in ihrer eigenen Stadt. Kurz darauf begann das türkische Militär Cizre zu bombardieren.
Was an diesem Fall besonders war: Die Militäroperation ging mit einer Medienstrategie einher. Die Stromverbindung der Stadt wurde gekappt, das Internet abgestellt und Störsender errichtet, die den Handyempfang der Bewohner verhinderten. Das türkische Militär wollte sichergehen, dass kein Bild dieser Geheimoperation die Stadt verlässt.
Um mehr zu erfahren, musste ich selbst hinfahren. … nach 79 Tagen wurde die Ausgangssperre für wenige Tage aufgehoben. Ich fand eine zerstörte Stadt vor und sprach mit traumatisierten Einwohnern. Zugleich sicherte ich die Videos, die die Bewohner von Cizre heimlich mit ihren Handys gedreht hatten, und die Angriffe und Menschenrechtsverletzungen während der Ausgangssperre belegten. …
Warum wird über manche Kriege berichtet und andere einfach übergangen? Oder anders gefragt: Was brauchen Kriegsbilder, um im Wettbewerb um Medienaufmerksamkeit konkurrieren zu können? Es wurde eine dreijährige Drehbuchrecherche. Doch das Herzstück von STILLE POST sind die authentischen Handyvideos aus der kurdischen Krisenregion.“
Florian Hoffmann




Credits:
DE 2021, 94 Min., Deutsch, Türkisch, Kurdisch OmU
Drehbuch & Regie: Florian Hoffmann
Kamera: Carmen Treichl
Schnitt: Marco Rottig
mit: Hadi Khanjanpour, Kristin Suckow, Aziz Capkurt, Jeanette Hain, Mela Kanbak
Trailer:
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Khalil is a primary school teacher and lives with his journalist girlfriend Leyla in Berlin. When she shows him war videos from his hometown in Turkey – the Kurdish town of Cizre, Khalil’s orderly life starts to slip out of his hands: he recognizes his sister, who was declared dead years ago, in the amateur footage. He tries to get in contact with her through the Kurdish community. But in return for their help, they want him to get the war videos into the German news. But no broadcaster is interested: other conflicts have a higher news value. Only when Khalil and Leyla decide to manipulate the videos, they finally get the media attention they wanted: news reports and political debates pick up speed. But when the conflict reaches Khalil’s school class, he realizes that it is no longer just a question of winning the competition for the news attention, but of protecting his own life in Berlin.




Credits:
DE 2021, 94 Min., Deutsch, Türkisch, Kurdisch OmU
Drehbuch & Regie: Florian Hoffmann
Kamera: Carmen Treichl
Schnitt: Marco Rottig
mit: Hadi Khanjanpour, Kristin Suckow, Aziz Capkurt, Jeanette Hain, Mela Kanbak
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