New Romanian Films ist eine Reihe von Filmvorführungen, die ein Treffen zwischen rumänischen Regisseuren und dem deutschen Publikum ermöglichen.
Self-Portrait Of A Dutiful Daughter erzählt die Geschichte von Cristiana, eine dreißigjährige Frau von „guter Familie”. Sie verbringt ihre Zeit zwischen ihrer Doktorarbeit in Erdbebentechnik, den Gesprächen mit zwei engen Freunden, Alex und Michelle, und den seltenen, aber viel erwarteten Treffen mit einem verheirateten Mann. Nachdem die Eltern umziehen, bleibt Cristiana allein in einer Bukarester Wohnung und entscheidet sich, ihren Kindheitswunsch zu erfüllen und einen Hund zu halten.
OT: Autoportretul unei fete cuminţi, Rumänien 2015, 81 Min., rum. OmU,
Regie: Ana Lungu,
mit: Emilian Oprea, Elena Popa, Andrei Enache,
Die 23jährige Delphine lebt Anfang der 70er bei ihren Eltern auf dem Bauernhof und hilft ihrem Vater beim Betrieb. Als ihre Geliebte erklärt, daß sie nun mal langsam einen Mann heiraten müßte, flieht Delphine zum studieren nach Paris, wo sie in eine Feministinnengruppe gerät und sich gleich in Carole, eine der auffälligsten Frauen der Gruppe, verliebt. Die ist zwar noch mit einem Mann zusammen, aber als Delphine wegen ihrem nun kranken Vater zurück aufs Land muß, folgt Carole ihr und muß nun mit den ländlichen, konservativen Strukturen klar kommen.
Worin bestand für Sie der Reiz, die Handlung von La Belle Saison in die 70er Jahre zu verlegen?
Ich verspürte das Bedürfnis, den damaligen Feministinnen, die oft verunglimpft oder als sexuell frustrierte Emanzen beschimpft wurden, meinen Respekt zu zollen. Ich selbst war zwar über viele Jahre hinweg keine sonderlich engagierte Feministin, ja ich tendierte sogar dazu, mir die Vorurteile, die man ihnen gegenüber hegte, selbst zu eigen zu machen. Dann aber begriff ich, dass ein Großteil der Errungenschaften, die für mein heutiges Leben ganz selbstverständlich sind, eben diesen Frauen zu verdanken sind, die sich damals engagiert und wirklich gekämpft haben. Viele von ihnen waren Lesbierinnen, denen sich dank der Frauenbewegung endlich die Chance bot, ihre Stimme zu erheben.
Es ist eine Tatsache, dass gerade die Lesben viel für die Emanzipation der Frau im Allgemeinen geleistet haben. Die Vitalität und die Lust zu provozieren, von der die Frauenbewegung geprägt war, fand ich sehr faszinierend. Ich sehe heute nirgendwo etwas Vergleichbares. Ich hatte begriffen, dass beim Feminismus das Menschliche im Mittelpunkt stand – und dies war denn auch der Kerngedanke, von dem ich mich bei der Arbeit am Skript habe leiten lassen.
Wie erklärt sich die Lust, so viel nackte Haut zu zeigen?
Die Nacktheit zu inszenieren, folgte gewissermaßen der Logik der damaligen Zeit. Plötzlich fand man es normal, sich nackt zu zeigen und Haare unter den Achseln zu haben. Seltsamerweise hat uns die Lust, so viel nackte Haut zu zeigen, aber erst ganz allmählich während der Dreharbeiten überkommen. Anfänglich war ich viel mehr darauf aus, die Schönheit der Landschaft und die Arbeit auf den Feldern zu zeigen. (Catherine Corsini)
Das größte polnische Filmfestival außerhalb seines Heimatlandes bringt zum elften Mal eine Auswahl von Werken bekannter und unbekannter polnischer Künstlerinnen und Künstler ins fsk (u.a.).
In diesem Jahr läßt Agnieszka Smonczyńska Meerjungfrauen zu Vampiren mutieren (CÓRKIDANCINGU/THELURE), spinnt ein Teenager sein Netz um einen vermeintlichen Serienmörder (CZERWONYPAJĄK/THEREDSPIDER, R: Marcin Koszałka) und zeichnet Tomasz Wasilewski in ZJEDNOCZONESTANYMIŁOŚCI/UNITEDSTATESOFLOVE , der auf der diesjährigen Berlinale den Drehbuchbären gewann, ein Bild der polnischen Gesellschaft in den 90er Jahren. Wie sich die Adoleszenz anfühlt und wie schwer sie sich lebend überstehen lässt. zeigt Jakub Czekaj mit BABYBUMP. Ein altersmüder ehemaliger Profikiller, der sich aus dem Business zurückgezogen hat, wird in ANATOMIA zła (R: Jacek Bromski) reaktiviert. NUDEAREA (R: Urzula Antoniak) erzählt ohne Worte von der Liebe zwischen zwei Frauen. Der Dokumentarfilm SOMETHINGBETTERTOCOME von Hanna Polak: Ein ganz normales Leben – was für viele selbstverständlich scheint, liegt für Yula in weiter Ferne. Sie lebt auf Europas größter Müllhalde, einige Kilometer vor Moskau. Adam Jacek Winkler, polnischer Fotograf, antikommunistischer Dissident, Bergsteiger und Künstler ist der Held in dem animierten Dokumentarfilm Magic Mountain von Anca Damian. Raging Rose ist eine Dreiecksgeschichte zwischen 15 und 50 in Frankreich (R: Julia Kowalski). Die Singende Tischdecke (Spiewający obrusik, R: Mariusz Grzegorzek) besteht aus 3 Episoden zu der Frage: Wie ebnet man sich als Nachwuchsschauspieler den Weg auf die große Leinwand? ZUD, so nennen die Einheimischen in der mongolische Steppe die erbarmungslosen Kräfte der Natur (R: Marta Minorowicz). Ein jüdischer Geist aus alten Zeiten erweckt die Vergangenheit ausgerechnet in Piotrs Hochzeitsnacht zum Leben DEMON (R: Marcin Wrona). Die 40-jährige Marianna verliebt sich kurz vor ihrer Geschlechtsumwandlung in Call me Marianna (R: Karolina Bielawska) und COSMOS von Andrzej Zulawski führt uns für ein paar Tage in eine Familienpension mit merkwürdigen Ereignissen.
2005 sah der Regisseur eine Quizmaster-Talkshowrunde, in der Joachim Fuchsberger erzählt, dass die Vorbilder der Spiele seiner 1960 erstmals im westdeutschen Fernsehen ausgestrahlten Show „Nur nicht nervös werden“ in der amerikanischen Psychiatrie entwickelt wurden. Auf die belustigte Frage von Rudi Carell, „und wieviele Patienten haben Dir da zugeschaut?“ antwortet er: „Eine verrückte, eine psychisch gestörte Nation“. Waren die Deutschen, hier genauer: die Westdeutschen, eine psychisch gestörte Nation? Lutz Dammbeck macht sich auf die Suche.
Zwischen 1939 und 1944 analysierte eine Gruppe Wissenschaftler um die Anthropologin Magarete Mead und dem Psychiater Richard M. Brickner die Deutschen und ihrer Kultur. Der Befund lautet „Paranoia“. Die Frage: Kann der Patient „Deutschland“ nach der Niederlage geheilt werden, um zukünftiges Unheil zu verhindern? Können Spiele dabei helfen? Und: stimmt die These über den Ursprung der frühen Gameshows? Overgames wagt eine assoziative Collage über heitere und ernste Spiele, Therapien und Experimente zur Um- und Selbstumerziehung, sowie zur Ideengeschichte einer permanenten medialen Revolution. Es treten auf: Regisseure und Produzenten von Gameshows, Psychiater, Anthropologen und Paranoiker verschiedenster Couleur.
„Der Zuschauer muss sich konzentrieren. Ja: Man muss sich anstrengen – wird aber auch mit vielen Ein- und Ansichten belohnt.
Ernsthafte Darlegungen – die Dammbeck aber immer im Modus des Spielens belässt.“ Harald Mühlbeyer | kino-zeit.de
D 2015, 163 Min.
Regie & Buch: Lutz Dammbeck
Kamera: Eberhard Geick, Volker Tittel, Börres Weiffenbach, Istvan Imreh
Musik: J. U. Lensing
Filme von Lutz Dammbeck: Das Netz, Zeit der Götter u.a.
Mario Schneider porträtiert in Akt vier verschiedene Personen, die zumindest eines verbindet: Sie sind Aktmodelle und stellen ihre Körper in den Dienst der Kunst. Von dieser gemeinsamen Tätigkeit ausgehend, taucht der sehr vielschichtige Film in die Leben der Protagonisten ein. Der Zuschauer lernt sie immer besser kennen, bis auch hier und da Gemeinsamkeiten erkennbar werden.
Mario Schneider ist ein großartiger Gesprächspartner für seine Protagonisten. Schon in seinen vorhergehenden Filmen ist die große Nähe zu den Personen vor der Kamera, ihre Offenheit und Ehrlichkeit immer ein wertvoller Teil seiner dokumentarischen Arbeit gewesen. In Akt wird das „Sich-Zeigen und Sich-Öffnen“ nun auf doppelte Weise zum Thema: In der Arbeit als Modell und in ihrer Bereitschaft von ihren Gedanken, Gefühlen und ihren Biographien zu erzählen.
Es ist ein intensiver Film über den fragilen menschlichen Körper und die fragile Seele in ihm. Oder anders ausgedrückt:
„Schneiders Film handelt auf eine große und zugleich konkrete Weise von Geborgenheit und dem Kampf darum. Ein sehr berührender Blick in unsere scheinbar so klar geschichtete Gesellschaft.“ (Matthias Dell)
D 2015, 105 Min.
Buch & Regie: Mario Schneider
Kamera: Friede Clausz
Schnitt: Gudrun Steinbrück / Mario Schneider
Ania ist IT-Spezialistin. Sie wohnt zusammen mit ihrer Schwester in einer Hochhaussiedlung. Auf dem Weg zur Arbeit nimmt sie stets eine Abkürzung durch einen Vorstadtparkwald.
Anias Leben erscheint trostlos, eine Art leblose Vorhölle der ausweglosen Angepasstheit.
Dann hat sie eines morgens eine seltsame Begegnung: sie steht einem Wolf gegenüber. Sie sehen sich direkt in die Augen – und es kommt ihr so vor, als wäre ihr bisheriges Leben ein Witz. Das Mäuschen wird zur Jägerin, legt Fährten und schafft es das wilde Tier zu fangen. Sie sperrt es in ihrer Hochhauswohnung ein – und sprengt sämtliche Fesseln ihres bisherigen Lebens.
Nicolette Krebitz‘ dritte Regiearbeit hatte Premiere in SUNDANCE, und die Kritiker waren sich einig, ein besonderes Werk vor sich zu haben:
»Es gab noch keinen Film wie diesen, dies kann man mit Sicherheit behaupten.« (The Hollywood Reporter)
»Anias Emanzipation und der bizarre Weg dorthin, machen WILD zu einem verstörenden und kompromisslosen Werk.« (Screen International),
aber auch hierzulande ist man entzückt:
»In seiner Eigenwilligkeit und Konsequenz ist Wild beglückend. Eine traumwandlerisch sicher inszenierte Emanzipations- und Initiationsgeschichte, ein tröstendes Leinwandgeschenk.« (critic.de)
»WILD ist eines der wohlgemerkt vielen Meisterwerke, die wir in den letzten 20 Jahren im Programmkino unserer Wahl erleben durften.« (intro)
D 2016, 97 Min.
Regie & Buch: Nicolette Krebitz Kamera: Reinhold Vorschneider Schnitt: Bettina Böhler mit : Lilith Stangenberg, Georg Friedrich, Silke Bodenbender
weitere Filme von Nicolette Krebitz: Jeans, Das Herz ist ein dunkler Wald
Fünf eritreische Flüchtlinge werden in einem alten Backsteingebäude außerhalb des Dorfes Strackholt in Ostfriesland untergebracht, wo sie auf den Ausgang ihres Asylverfahrens warten. Abseits einer Stadt – selbst die Metropole Aurich ist weit entfernt – scheinen durch das Nichtstun, Langeweile und Depression, Konflikte vorprogrammiert zu sein. Ein pensionierter Schuldirektor und eine Journalistin kümmern sich um die Männer und versuchen, ihnen über Sprache und Kontakte zur lokalen Bevölkerung einen Weg in ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. Auch die Flüchtlinge selbst wollen nicht nur in der Warteschleife festhängen, sondern sehnen sich nach Arbeit und Beschäftigung. Die Gemeinde stellt sie daraufhin beim Bauhof als Ein-Euro-Jobber ein. Doch die gutgemeinte Starthilfe hat auch ihre Tücken – und über allem schwebt die Frage: Dürfen die Neuankömmlinge überhaupt bleiben oder müssen sie zurück in ihre Heimat? „Gestrandet ist daher ein sehr puristischer und beobachtender Film. Und ich wollte auch das Aufeinandertreffen der Neuankömmlinge und der Ehrenamtlichen beleuchten. Ich wollte ihr Engagement zeigen, aber auch die vielen Probleme und Missverständnisse, die sich in so einem Prozess auftun und dass die Gruppe trotz aller Schwierigkeiten nicht auseinandergebrochen ist.“ (Lisei Caspers)
D 2016, 80 Min.
Regie & Buch: Lisei Caspers
Kamera: Fabian Klein
Schnitt: Jamin Benazzouz
ALFILM präsentiert in seiner 7. Ausgabe aktuelle Spiel‑, Dokumentar- und Kurzfilme sowie Videokunst aus den arabischen Ländern und von arabischen Künstlern – viele davon internationlal ausgezeichnete Deutschland- oder Europapremieren. Daneben widmet sich das Festival in der Nebenreihe SPOTLIGHT gesellschaftlich relevanter Themen, so 2016 zum Thema „Cousins/Cousinen. Jüdisch-arabische Identitäten“.
Im breitgefächerten Themenspektrum des diesjährigen Hauptprogramms befinden sich viele Langfilmdebüts. Die Palette bei den Dokumentarfilmen reicht u.a. von Szenen im Mikrokosmos eines algerischen Schlachthauses (A ROUNDABOUTINMYHEAD) über persönliche und prägnante Bilder dreier Frauen in einer Wohnung im belagerten Damascus (COMA) bis zum Roadmovie, dass sich zu einem amüsant-intimen Vater-Tochter-Portrait entwickelt (A PRESENTFROMTHEPAST). Der absurd-komische Roadtrip eines Überlebenskünstlers und Gelegenheits-diebs durch die Westbank (LOVE, THEFTANDOTHERENTANGLEMENTS), die ambivalente Haltung eines Regisseurs zu seiner Heimatstadt Kairo (INTHELASTDAYSOFTHECITY) oder der klassische Mystery-Thriller, der auf mehreren Ebenen Fragen von Identität, Zugehörigkeit und Fremdheit aufwirft (BLINDSUN) – auch die Spielfilme zeigen sich vielfältig in Form und Inhalt. In der Reihe SPOTLIGHT nimmt SALATABALADI Ägyptens komplexe Geschichte zwischen Königreich und britischer Besatzung, Unabhängigkeit und Republik auf, während der Spielfilm WHEREAREYOUGOING, MOSHÉ? sich mit den Emigrationserfahrungen und ‑gründen der marokkanischen jüdischen Gemeinde auseinandersetzt. Die fünfzigjährige Trennung des aus muslimischen und jüdischen Chaabi-Musikern bestehenden Ensembles von Algiers ist Thema von ELGUST, und Avi Mogravi begibt sich in ONCE I ENTERED A GARDEN in kritischer Perspektive auf die historische Spurensuche seiner eigenen jüdisch-arabischen Identität. Viele Filmgespräche und zwei Kurzfilmprogramme runden das Programm ab. Weitere Informationen gibt es auf www.alfilm.de, sowie im ausliegenden Programmheft.
Mitten im Ägäischen Meer, beschliessen sechs Männer, die auf einer Luxusjacht ein Fischerausflug machen, ein Spiel zu spielen: „Der beste in allem”. Bei diesem Spiel wird verglichen. Dinge werden gemessen und gegenübergestellt. Es werden Lieder zerfetzt, Blut getestet. Freunde werden zu Gegnern. Aber zum Schluss der Reise, als das Spiel zu Ende ist, wird der Gewinner zum besten Mann gekürt. Er wird am kleinen Finger den Ring des Sieges tragen: den Chevalier.Der Film ist eigentlich keine ausgewiesene Komödie, aber ich mußte die ganze Zeit vormichhinglucksen.
„Die Männlichkeitsrituale des Fischens, Spielens und Härtezeigens stehen dabei in einem aberwitzigen Kontrast zum eigentlichen Setting von Athina Rachel Tsangaris Chevalier: Das Schiff ist eine veritable comfort zone, inklusive Koch und Diener. Wir sehen die arrivierten Männer brav beim Saugen und Wischen. Doch als beim Dinner unter freiem Himmel die abendliche Frische einsetzt, frieren die Freunde lieber kollektiv, als dass einer von ihnen zugeben würde, dass es zu kalt ist. Keine Schwäche zu zeigen, dieses scheinbare Urgesetz der männlichen Sozialisation verhindert alle Empathie und macht ein soziales Leben, das diesen Namen verdienen würde, unmöglich. ” Johannes Bluth bei critic.de
„Athina Rachel Tsangari studiert diese Männer wie eine Verhaltensforscherin. In Attenberg (2010) baute sie eine Hommage an den Tierfilmer Sir Richard Attenborough ein, nun macht sie einen weiteren Schritt in die Richtung einer Komik, die Ethologie als Parawissenschaft für einen recht merkwürdigen Tonfall produktiv macht. Denn Chevalier gibt bereits mit seinem Titel zu erkennen, dass es hier darum geht, eine ernste Situation auf ein Spiel zu setzen. Die Situation, das sind die ausgesparten Verhältnisse in der Wirklichkeit, das Spiel sind die teils absurden Formen, in denen die Männer, alle im sogenannten besten Alter, miteinander konkurrieren.” Bert Rebhandl in derstandard.at
Ein Film von Athina Tsangari.
Mitten im Ägäischen Meer, beschliessen sechs Männer, die auf einer Luxusjacht ein Fischerausflug machen, ein Spiel zu spielen: „Der beste in allem”. Bei diesem Spiel wird verglichen. Dinge werden gemessen und gegenübergestellt. Es werden Lieder zerfetzt, Blut getestet. Freunde werden zu Gegnern. Aber zum Schluss der Reise, als das Spiel zu Ende ist, wird der Gewinner zum besten Mann gekürt. Er wird am kleinen Finger den Ring des Sieges tragen: den Chevalier.Der Film ist eigentlich keine ausgewiesene Komödie, aber ich mußte die ganze Zeit vormichhinglucksen.
„Die Männlichkeitsrituale des Fischens, Spielens und Härtezeigens stehen dabei in einem aberwitzigen Kontrast zum eigentlichen Setting von Athina Rachel Tsangaris Chevalier: Das Schiff ist eine veritable comfort zone, inklusive Koch und Diener. Wir sehen die arrivierten Männer brav beim Saugen und Wischen. Doch als beim Dinner unter freiem Himmel die abendliche Frische einsetzt, frieren die Freunde lieber kollektiv, als dass einer von ihnen zugeben würde, dass es zu kalt ist. Keine Schwäche zu zeigen, dieses scheinbare Urgesetz der männlichen Sozialisation verhindert alle Empathie und macht ein soziales Leben, das diesen Namen verdienen würde, unmöglich. ” Johannes Bluth bei critic.de
„Athina Rachel Tsangari studiert diese Männer wie eine Verhaltensforscherin. In Attenberg (2010) baute sie eine Hommage an den Tierfilmer Sir Richard Attenborough ein, nun macht sie einen weiteren Schritt in die Richtung einer Komik, die Ethologie als Parawissenschaft für einen recht merkwürdigen Tonfall produktiv macht. Denn Chevalier gibt bereits mit seinem Titel zu erkennen, dass es hier darum geht, eine ernste Situation auf ein Spiel zu setzen. Die Situation, das sind die ausgesparten Verhältnisse in der Wirklichkeit, das Spiel sind die teils absurden Formen, in denen die Männer, alle im sogenannten besten Alter, miteinander konkurrieren.” Bert Rebhandl in derstandard.at
William Wolff ist Ende 80 und Landesrabbiner von Mecklenburg-Vorpommern. Weil er in der Nähe von London wohnt, pendelt er jede Woche von dort nach Schwerin und Rostock und wieder zurück nach England. Die Ausbildung zum Rabbiner begann er erst mit 53, davor war er als Journalist für verschiedene englische Tageszeitungen tätig und als englischer Korrespondent mehrmals Gast beim „Internationalen Frühschoppen“ im deutschen Fernsehen. In Deutschland wurde er geboren, seine Familie floh 1933 vor den Nationalsozialisten zuerst nach Amsterdam und dann nach England.
Rabbi Wolff ist ein unkonventioneller Rabbiner, er ist dem Pferderennsport zugeneigt, fastet vorzugsweise in Bad Pyrmont und lebt nach dem Motto, dass das Leben Spaß machen sollte – und den sieht man ihm auch an. In Britta Wauers vorherigem Dokumentarfilm „Im Himmel, unter der Erde“ über den Friedhof Berlin-Weißensee kam Rabbi Wolff bereits vor, der neue Film widmet sich jetzt ganz diesem ungewöhnlichen Menschen.
D 2016, 90 Min. dt. O.m.engl.U. Regie: Britta Wauer Kamera: Kaspar Köpke Schnitt: Berthold Baule
RABBIWOLFF | Trailer [HD]
Ein Film von Britta Wauer. Ab 14.4. im fsk. Am 16.4. mit anschließendem Filmgespräch mit Britta Wauer.
William Wolff ist Ende 80 und Landesrabbiner von Mecklenburg-Vorpommern. Weil er in der Nähe von London wohnt, pendelt er jede Woche von dort nach Schwerin und Rostock und wieder zurück nach England. Die Ausbildung zum Rabbiner begann er erst mit 53, davor war er als Journalist für verschiedene englische Tageszeitungen tätig und als englischer Korrespondent mehrmals Gast beim „Internationalen Frühschoppen“ im deutschen Fernsehen. In Deutschland wurde er geboren, seine Familie floh 1933 vor den Nationalsozialisten zuerst nach Amsterdam und dann nach England.
Rabbi Wolff ist ein unkonventioneller Rabbiner, er ist dem Pferderennsport zugeneigt, fastet vorzugsweise in Bad Pyrmont und lebt nach dem Motto, dass das Leben Spaß machen sollte – und den sieht man ihm auch an. In Britta Wauers vorherigem Dokumentarfilm „Im Himmel, unter der Erde“ über den Friedhof Berlin-Weißensee kam Rabbi Wolff bereits vor, der neue Film widmet sich jetzt ganz diesem ungewöhnlichen Menschen.
D 2016, 90 Min. dt. O.m.engl.U.Regie: Britta WauerKamera: Kaspar KöpkeSchnitt: Berthold Baule
RABBIWOLFF – Ein Gentleman vor dem Herrn | Trailer [HD]
Cookie-Zustimmung verwalten
Wir verwenden Cookies, um unsere Website und unseren Service zu optimieren.
Funktionale Cookies
Immer aktiv
Die technische Speicherung oder der Zugang ist unbedingt erforderlich für den rechtmäßigen Zweck, die Nutzung eines bestimmten Dienstes zu ermöglichen, der vom Teilnehmer oder Nutzer ausdrücklich gewünscht wird, oder für den alleinigen Zweck, die Übertragung einer Nachricht über ein elektronisches Kommunikationsnetz durchzuführen.
Vorlieben
Die technische Speicherung oder der Zugriff ist für den rechtmäßigen Zweck der Speicherung von Präferenzen erforderlich, die nicht vom Abonnenten oder Benutzer angefordert wurden.
Statistiken
Die technische Speicherung oder der Zugriff, der ausschließlich zu statistischen Zwecken erfolgt.Die technische Speicherung oder der Zugriff, der ausschließlich zu anonymen statistischen Zwecken verwendet wird. Ohne eine Vorladung, die freiwillige Zustimmung deines Internetdienstanbieters oder zusätzliche Aufzeichnungen von Dritten können die zu diesem Zweck gespeicherten oder abgerufenen Informationen allein in der Regel nicht dazu verwendet werden, dich zu identifizieren.
Marketing
Die technische Speicherung oder der Zugriff ist erforderlich, um Nutzerprofile zu erstellen, um Werbung zu versenden oder um den Nutzer auf einer Website oder über mehrere Websites hinweg zu ähnlichen Marketingzwecken zu verfolgen.