Chevalier

Chevalier

Ein Film von Athina Tsanga­ri. Ab 21.4. im fsk.

Mit­ten im Ägäi­schen Meer, beschlies­sen sechs Män­ner, die auf einer Luxus­jacht ein Fischer­aus­flug machen, ein Spiel zu spie­len: „Der bes­te in allem”. Bei die­sem Spiel wird ver­gli­chen. Din­ge wer­den gemes­sen und gegen­über­ge­stellt. Es wer­den Lie­der zer­fetzt, Blut getes­tet. Freun­de wer­den zu Geg­nern. Aber zum Schluss der Rei­se, als das Spiel zu Ende ist, wird der Gewin­ner zum bes­ten Mann gekürt. Er wird am klei­nen Fin­ger den Ring des Sie­ges tra­gen: den Chevalier.Der Film ist eigent­li­ch kei­ne aus­ge­wie­se­ne Komö­die, aber ich muß­te die gan­ze Zeit vor­mich­hing­luck­sen.

Die Männ­lich­keits­ri­tua­le des Fischens, Spie­lens und Här­te­zei­gens ste­hen dabei in einem aber­wit­zi­gen Kon­trast zum eigent­li­chen Set­ting von Athina Rachel Tsanga­ris Che­va­lier: Das Schiff ist eine veri­ta­ble com­fort zone, inklu­si­ve Koch und Die­ner. Wir sehen die arri­vier­ten Män­ner brav beim Sau­gen und Wischen. Doch als beim Din­ner unter frei­em Him­mel die abend­li­che Fri­sche ein­setzt, frie­ren die Freun­de lie­ber kol­lek­tiv, als dass einer von ihnen zuge­ben wür­de, dass es zu kalt ist. Kei­ne Schwä­che zu zei­gen, die­ses schein­ba­re Urge­setz der männ­li­chen Sozia­li­sa­ti­on ver­hin­dert alle Empa­thie und macht ein sozia­les Leben, das die­sen Namen ver­die­nen wür­de, unmög­li­ch. ” Johan­nes Blu­th bei critic.de

Athina Rachel Tsanga­ri stu­diert die­se Män­ner wie eine Ver­hal­tens­for­sche­rin. In Atten­berg (2010) bau­te sie eine Hom­ma­ge an den Tier­fil­mer Sir Richard Atten­bo­rough ein, nun macht sie einen wei­te­ren Schritt in die Rich­tung einer Komik, die Etho­lo­gie als Para­wis­sen­schaft für einen recht merk­wür­di­gen Ton­fall pro­duk­tiv macht. Denn Che­va­lier gibt bereits mit sei­nem Titel zu erken­nen, dass es hier dar­um geht, eine ern­s­te Situa­ti­on auf ein Spiel zu set­zen. Die Situa­ti­on, das sind die aus­ge­spar­ten Ver­hält­nis­se in der Wirk­lich­keit, das Spiel sind die teils absur­den For­men, in denen die Män­ner, alle im soge­nann­ten bes­ten Alter, mit­ein­an­der kon­kur­rie­ren.” Bert Reb­handl in derstandard.at

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Grie­chen­land 2015, 99 Min., gr. OmU
Regie: Athina Tsanga­ri
Kame­ra: Chris­tos Kara­ma­nis
Schnitt: Matt John­son, Yor­gos Mav­rop­sa­ri­dis
mit: Makis Papa­di­mi­triou , Nikos Orfa­nos , Sakis Rou­vas , Van­ge­lis Mou­rikis , Yor­gos Ken­tros , Yian­nis Dra­ko­pou­los , Yor­gos Pir­passo­pou­los , Panos Koro­nis , Kostas Phil­ip­po­glou

Che­va­lier (Trai­ler, deut­sch unter­ti­telt) from Rapid Eye Movies on Vimeo.