Everytime

Ein Film von Sandra Wollner. Ab 6.8. im fsk. Am 8.8. 20:00 mit anschlie­ßen­dem Filmgespräch mit der Regisseurin.

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Das letz­te Foto, das Jessie gemacht hat, zeigt die Sonne über Berlin. Sie hängt da, als wäre nichts gesche­hen. Aber Ella hat ihre Tochter ver­lo­ren. Was ihr bleibt, ist Jessies klei­ne Schwester und die kom­pli­zier­te Beziehung zu dem Jungen, dem alle die Schuld geben. Das merk­wür­di­ge Trio lan­det in einem Familienurlaub, den es so nie gab. Unter der flir­ren­den Sonne Teneriffas ver­we­ben sich Erinnerung und Gegenwart unauf­lös­lich inein­an­der. Die Geister sind überall.

In EVERYTIME beob­ach­ten wir eine Mutter, die ihre Tochter ver­lo­ren hat, die jün­ge­re Schwester, die ihre ganz eige­nen Wege, hat damit umzu­ge­hen und einen Jungen, dem alle die Schuld geben.
Während die Sonne ein­fach so dahängt, als wäre nichts gesche­hen, sehen wir ihnen dabei zu, wie sie ver­su­chen, das Richtige zu tun. Sie hal­ten sich an einer fra­gi­len Routine fest, eine ein­stu­dier­te, prag­ma­ti­sche Form von Alltagsbewältigung, die den unmög­li­chen, uner­füll­ba­ren Wunsch dar­un­ter nur schlecht ver­deckt: irgend­wie dahin zurück­zu­keh­ren, wo „all das nie pas­siert ist“. Aber unse­re Wirklichkeit ist dafür
nicht gemacht. So funk­tio­niert die Welt ein­fach nicht.
Aber dann – pas­siert es in die­sem Film doch, und das Unmögliche wird mög­lich. Man biegt um eine Ecke und tritt in ein Bild hin­ein, und plötz­lich scheint sich die Welt zu fal­ten und die Sonne hat end­lich doch den Anstand, ste­hen zu blei­ben.
Und für einen Moment, oder gar für immer, scheint alles wie­der in Ordnung zu sein.
Wenn man sich mit sol­chen Unmöglichkeiten beschäf­tigt, und sie wirk­lich zulässt, wirk­lich in sie hin­ein­geht, scheint mir, dass sie etwas über das Wesen mensch­li­chen Leidens, über unse­re Sehnsucht und viel­leicht über unse­re Existenz selbst erzäh­len. Dinge, die sonst so nur in Träumen mög­lich sind, kön­nen wir im Kino erfah­ren. Dafür ist das Kino da.” Sandra Wollner

Credits:

DE/AT 2026 , 123 Min., deut­sche OmeU,
Regie: Sandra Wollner
Kamera: Gregory Oke
mit: Birgit Minichmayr, Lotte Shirin Keiling, Tristán López, Carla Hüttermann, Naomi Elia Richard

Trailer:
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