Overgames

Ein Film von Lutz Dammbeck. Ab 28.4. im fsk.

2005 sah der Regisseur eine Quizmaster-Talkshowrunde, in der Joachim Fuchsberger erzählt, dass die Vorbilder der Spiele sei­ner 1960 erst­mals im west­deut­schen Fernsehen aus­ge­strahl­ten Show „Nur nicht ner­vös wer­den“ in der ame­ri­ka­ni­schen Psychiatrie ent­wi­ckelt wur­den. Auf die belus­tig­te Frage von Rudi Carell, „und wie­vie­le Patienten haben Dir da zuge­schaut?“ ant­wor­tet er: „Eine ver­rück­te, eine psy­chisch gestör­te Nation“. Waren die Deutschen, hier genau­er: die Westdeutschen, eine psy­chisch gestör­te Nation? Lutz Dammbeck macht sich auf die Suche.
Zwischen 1939 und 1944 ana­ly­sier­te eine Gruppe Wissenschaftler um die Anthropologin Magarete Mead und dem Psychiater Richard M. Brickner die Deutschen und ihrer Kultur. Der Befund lau­tet „Paranoia“. Die Frage: Kann der Patient „Deutschland“ nach der Niederlage geheilt wer­den, um zukünf­ti­ges Unheil zu ver­hin­dern? Können Spiele dabei hel­fen? Und: stimmt die These über den Ursprung der frü­hen Gameshows? Overgames wagt eine asso­zia­ti­ve Collage über hei­te­re und erns­te Spiele, Therapien und Experimente zur Um- und Selbstumerziehung, sowie zur Ideengeschichte einer per­ma­nen­ten media­len Revolution. Es tre­ten auf: Regisseure und Produzenten von Gameshows, Psychiater, Anthropologen und Paranoiker ver­schie­dens­ter Couleur.
„Der Zuschauer muss sich kon­zen­trie­ren. Ja: Man muss sich anstren­gen – wird aber auch mit vie­len Ein- und Ansichten belohnt.
Ernsthafte Darlegungen – die Dammbeck aber immer im Modus des Spielens belässt.“ Harald Mühlbeyer | kino-zeit.de

D 2015, 163 Min.
Regie & Buch: Lutz Dammbeck
Kamera: Eberhard Geick, Volker Tittel, Börres Weiffenbach, Istvan Imreh
Musik: J. U. Lensing
Filme von Lutz Dammbeck: Das Netz, Zeit der Götter u.a.