Nan Goldin – I Remember Your Face

Ein Film von Sabine Lidl.

[Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

Anlässlich der Ausstellung in der Neuen Nationalgalerie bie­ten wir allen kurz vorm Höhepunkt der Feierlichkeiten eine Erholungspause vom Weihnachtstrubel an:
Nan Goldin ist kei­ne gewöhn­li­che Künstlerin. Für die renom­mier­te Fotografin ver­schmel­zen Privatleben und Beruf voll­stän­dig – auf ihrem Lebensweg por­trä­tiert sie die Menschen, die sie auf die­sem beglei­ten. Goldin trifft in die­sem Dokumentarfilm unter Anderem alte Freunde, und erzählt von ihren wil­den Jahren in Berlin, ihrer Familie und ihrer Sammel-Leidenschaft reli­gi­ös kon­no­tier­ter Kunst. Der Film von Sabine Lidl ent­stand bereits 2013, vor Goldins Oxycodon-Abhängigkeit, die im Film All the Beauty and the Bloodshed the­ma­ti­siert wird, und ist nun erst­mals regu­lär im Kino zu entdecken.

Credits:

DE 2023, 62 Min., engl. OmU
Regie & Kamera: Sabine Lidl

Schnitt: Barbara Gies
mit: Nan Goldin, Clemens Schick, Käthe Kruse, Joachim Sartorius, Piotr Nathan, Christine Fenzl, Guido Costa, Jack Ritchey, Thomas Dupal

Trailer:
NAN GOLDIN – I REMEMBER YOUR FACE | Trailer
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Kategorie: archiv

  • Nan Goldin – I Remember Your Face

    Nan Goldin – I Remember Your Face

    Ein Film von Sabine Lidl.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Anlässlich der Ausstellung in der Neuen Nationalgalerie bie­ten wir allen kurz vorm Höhepunkt der Feierlichkeiten eine Erholungspause vom Weihnachtstrubel an:
    Nan Goldin ist kei­ne gewöhn­li­che Künstlerin. Für die renom­mier­te Fotografin ver­schmel­zen Privatleben und Beruf voll­stän­dig – auf ihrem Lebensweg por­trä­tiert sie die Menschen, die sie auf die­sem beglei­ten. Goldin trifft in die­sem Dokumentarfilm unter Anderem alte Freunde, und erzählt von ihren wil­den Jahren in Berlin, ihrer Familie und ihrer Sammel-Leidenschaft reli­gi­ös kon­no­tier­ter Kunst. Der Film von Sabine Lidl ent­stand bereits 2013, vor Goldins Oxycodon-Abhängigkeit, die im Film All the Beauty and the Bloodshed the­ma­ti­siert wird, und ist nun erst­mals regu­lär im Kino zu entdecken.

    Credits:

    DE 2023, 62 Min., engl. OmU
    Regie & Kamera: Sabine Lidl

    Schnitt: Barbara Gies
    mit: Nan Goldin, Clemens Schick, Käthe Kruse, Joachim Sartorius, Piotr Nathan, Christine Fenzl, Guido Costa, Jack Ritchey, Thomas Dupal

    Trailer:
    NAN GOLDIN – I REMEMBER YOUR FACE | Trailer
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  • Tracing Light – Die Magie des Lichts

    Tracing Light – Die Magie des Lichts

    Ein Film von Thomas Riedelsheimer.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Jeder glaubt zu wis­sen, was Licht ist“, sagt der Quantenphysiker Daniele Faccio. „Aber dann gräbt man ein biss­chen tie­fer und merkt, dass man kei­ne Ahnung hat.“
    Tracing Light – Die Magie des Lichts erkun­det in fas­zi­nie­ren­den Bildern und Begegnungen das wohl bedeu­tends­te aller Naturphänomene. Thomas Riedelsheimer, des­sen Filme Rivers and Tides und Touch The Sound wir lie­ben, blickt dies­mal mehr als dort auch auf eine künst­le­ri­sche Herangehensweise an das Wesen des Lichts, die mit der Forschung zusam­men­geht. So bringt er her­aus­ra­gen­de Wissen- schaftler:innen mit Künstler:innen zusam­men, die mit Licht arbei­ten, und sich fra­gen: Was ist Licht als Material? Wie ver­hält es sich in sei­ner rät­sel­haf­ten Doppelgestalt als Welle und Teilchen? Verändert sich Licht, wenn wir es sehen? In wel­chem Verhältnis ste­hen Licht, Raum und Zeit? Wie prägt unse­re Wahrnehmung des Lichts unser Verständnis der Welt?
    Im Zusammenspiel mit sei­nen cha­ris­ma­ti­schen Protagonist:innen und der kon­ge­nia­len Filmmusik von Fred Frith (nb – ab 6.3. als WA im Kino: Step across the Border) und Gabby Fluke-Mogul machen Thomas Riedelsheimers fas­zi­nie­ren­de Bilder das Licht in sei­nen unzäh­li­gen Facetten, Erscheinungen und Formen, in all sei­ner Komplexität erfahr­bar.
    „Zwischen den Forscherinnen des Max-Planck-Instituts in Erlangen und der ’Extreme Light Group‚ der Universität Glasgow sowie inter­na­tio­nal renom­mier­ten Künstlerinnen wie Ruth Jarman, Joe Gerhardt, Julie Brook, Johannes Brunner und Raimund Ritz ent­wi­ckelt sich ein intel­lek­tu­ell-poe­ti­sches Pingpong-Spiel. In des­sen Verlauf füh­ren die ver­schie­de­nen Perspektiven auf das Thema Licht auf allen Seiten zu Erkenntnissen, die ohne die­ses metho­di­sche Cross-over kaum ent­stan­den wären: von Laserkraft und Farbpigmenten, von schwar­zen Löchern und schwe­ben­den Skulpturen. In kur­zen Momenten mögen Unkundige sogar eine Vorstellung von den gemein­hin als nicht-dar­stell­bar gel­ten­den Regeln der Quantenphysik bekom­men.“
    Luc-Carolin Ziemann | Dok-Leipzig (Eröffnungsfilm 2024)

    Credits:

    DE/GB 2024, 99 Min., engl./dt. Originalfassung mit deut­schen und eng­li­schen Untertiteln
    Regie, Kamera, Schnitt: Thomas Riedelsheimer

    Musik: Fred Frith, gab­by flu­ke-mogul

    Trailer:
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  • Die Saat des heiligen Feigenbaums

    Die Saat des heiligen Feigenbaums

    Ein Film von Mohammad Rasoulof.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Kurz nach­dem Iman zum Untersuchungsrichter am Revolutionsgericht beför­dert wur­de, erstarkt nach Jina Mahsa Aminis Tod die Protestbewegung im Land. Während er mit dem Druck des neu­en Jobs zu kämp­fen hat, enga­gie­ren sich sei­ne Töchter bei den Protesten. Seine Frau Najmeh wie­der­um ver­sucht ver­zwei­felt, die Familie zusam­men­zu­hal­ten.
    Regisseur Mohammad Rasoulof hat viel Zeit sei­nes Lebens in Unfreiheit ver­bracht, im Gefängnis, unter Hausarrest oder mit Ausreiseverbot, dazu kommt das Berufsverbot. Umso erstaun­li­cher ist nicht nur, dass er über­haupt noch dreht, und, dass sei­ne Arbeiten immer direk­ter, gewag­ter wur­den. Während „Iron Island“ von 2005 noch als mehr­deu­ti­ge Allegorie erscheint, und „The White Meadows“ (2009) para­bel­haf­te Fantasie ist, geht der auto­bio­gra­fisch gepräg­te „Goodbye“ (2011), schon wesent­lich direk­ter auf die sub­ver­si­ve staat­li­che Repression ein. Der Thriller „Manuscripts don‘t burn“ (2013) ver­klau­su­liert nichts mehr. Die Geschichte über die Geheimdienst-Morde an Schriftstellern hat sogar einen rea­len Hintergrund. In „A Man of inte­gri­ty“ (2017) geht es um Korruption, der Berlinale-Gewinner „There is no Evil“ ver­knüpft vier per­sön­li­che Schicksale mit den poli­ti­schen Gegebenheiten.
    Nach Verhängung einer mehr­jäh­ri­gen Haftstrafe und Peitschenhieben konn­te Rasoulof aus dem Iran flie­hen und „Die Saat des hei­li­gen Feigenbaum“ beim Wettbewerb in Cannes per­sön­lich vor­stel­len. Natürlich steht die Familie, die sich auf­grund der poli­ti­schen Entwicklungen ent­zweit, stell­ver­tre­tend für die ira­ni­sche Gesellschaft, aber die Vorkommnisse sind durch­aus real.
    ,Die Saat des hei­li­gen Feigenbaums‘ wird Deutschland bei den Oscars ver­tre­ten. Die Jury: der Film ist das Psychogramm der auf Gewalt und Paranoia auf­ge­bau­ten Theokratie des Iran. … Ein meis­ter­haft insze­nier­ter und berüh­rend gespiel­ter Film, der Szenen fin­det, die blei­ben. Die bei­den auf­be­geh­ren­den Töchter ste­hen für die muti­gen Frauen des Iran und ihren auf­op­fe­rungs­vol­len Kampf gegen die Patriarchen ihrer Familien wie ihres Staates. Er ist eine her­aus­ra­gen­de Arbeit eines der gro­ßen Regisseure des Weltkinos, der in Deutschland Schutz gefun­den hat vor staat­li­cher Willkür im Iran. Wir sind sehr froh dar­über, Rasoulof sicher in unse­rem Land zu wissen.

    Credits:

    IR, DE, FR 2024, 168 Min., far­si OmU
    Regie: Mohammad Rasoulof
    Kamera: Pooyan Aghababaei
    Schnitt: Andrew Bird
    mit Missagh Zareh, Soheila Golestani, Mahsa Rostami, Setareh Maleki, Niousha Akhshi

    Trailer:
    The Seed of the Sacred Fig – Trailer OV/d
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  • All we imagine as light

    All we imagine as light

    Ein Film von Payal Kapadia.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Es war der ers­te indi­sche Film seit 30 Jahren, der in den Wettbewerb des Filmfestes in Cannes ein­ge­la­den wur­de. In ihrem Spielfilmdebüt the­ma­ti­siert die Dokumentarfilmerin Payal Kapadia die öko­no­mi­schen Ungleichheiten Indiens und nimmt uns mit in die Megacity Mumbai. Hier gilt ihr Blick drei Frauen, die in einem Krankenhaus arbei­ten. Die zurück­hal­ten­de Pflegerin Prabha lebt in ihrer Arbeit, die sie mit Ruhe und Sorgfalt bewäl­tigt. Der ihr zunächst unbe­kann­te Mann, mit dem sie eine arran­gier­ten Ehe ein­ging, ver­ließ sie kurz nach der Trauung Richtung Deutschland, der Arbeit wegen, und hat sich seit­dem nicht mehr gemel­det. Die Wohnung teilt sie sich des­halb seit eini­ger Zeit mit ihrer jün­ge­ren Kollegin Anu. Die ist leb­haft, risi­ko­freu­dig und frisch ver­liebt, in Shiaz, einen Mann mit der fal­schen Religion. Die Schwierigkeiten mit der Familie und die Gerüchteküche im Krankenhaus sor­gen Anu wenig, wohl aber, dass sie mit dem Geliebten nie und nir­gend­wo allein sein kann. Für Prabha hin­ge­gen schwärmt offen­sicht­lich ein Arzt, für sie aber gilt das Ehegelöbnis. Als die Post aller­dings einen Reiskocher aus Deutschland bei ihr ablie­fert, ohne Absender oder Gruß, fragt sie sich schon, was die­se ers­te Nachricht seit drei Jahren bedeu­ten könn­te – viel­leicht ist es doch eine Art Abfindung, ein Vorbote der Trennung?
    Die drit­te Frau ist Parvaty, Köchin im Krankenhaus und Prabhas bes­te Freundin. Ihr droht nach dem Tod des Ehemanns der Verlust der Wohnung, denn er hat ihr kei­ne Papiere hin­ter­las­sen, die die Rechte klä­ren. Prabha ver­sucht ihr zu hel­fen, aber sie sind chan­cen­los. Resigniert ver­lässt Parvaty Mumbai und zieht zurück in ihr Heimatdorf. Dort besu­chen sie Prabha und Anu, und die­se Tage wer­den zu einem ganz beson­de­ren Erlebnis.
    Trotz der doku­men­ta­ri­schen Sicht und aller Authentizität wirkt „All we ima­gi­ne as Light“ stets wie unwirk­lich und ver­zau­bert, viel­leicht aber auch nur aus west­li­cher Sicht.

    Kino, das im bes­ten Sinne den Blick auf ande­re Welten öff­net“ schreibt programmkino.de dazu. Unzweifelhaft ist jedoch, dass er ganz wun­der­bar eine Entwicklung hin zu weib­li­cher Solidarität und immer mehr Selbstbewusstsein aufzeichnet.

    Sehnsüchtig such­te man [im Wettbewerb der 77. Filmfestspiele von Cannes] nach einem Film, der sich auf die Schönheit, die ele­men­ta­re Kraft des Kinos ver­ließ. Und er kam dann auch. „All we ima­gi­ne as Light“ von der indi­schen Regisseurin Payal Kapadia folgt drei Frauen, die als Krankenschwestern und Köchin in einem Krankenhaus in Mumbai arbei­ten. Mit einer ruhi­gen Kamera glei­tet man in drei Leben hin­ein. Zwischen Schichtarbeit, Kochen und Einkaufen geht es um die Dinge des Lebens.
    „All we ima­gi­ne as Light“ bekam in Cannes den Großen Preis der Jury, und die­ser berüh­ren­de Film, ein wahr­haf­ti­ger Lichtblick, zeigt, was Kino sein kann: Alles, was wir uns als Licht vor­stel­len.“ Katja Nikodemus | Die Zeit

    Wettbewerb Cannes Filmfestival 2024. Mit dem Großen Preis der Jury ausgezeichnet.

    Credits:

    IN, FR, NL, LU 2024, 114 Min., Malayalam, Hindi OmU
    Regie: Payal Kapadia
    Kamera: Rabadir Das
    Schnitt: Clément Pinteaux
    mit Kani Kusruti, Divya Prabha, Chhaya Kadam, Hridhu Haroon 

    Trailer:
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  • Black Dog

    Black Dog

    Ein Film von Guan Hu.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Die Geschichte der lang­sa­men Annäherung zwi­schen zwei Außenseitern, dem eigen­wil­li­gen Lang und einem schwar­zen Hund, wur­de in Cannes die­ses Jahr mit dem Hauptpreis in der Sektion „Un cer­tain regard“ aus­ge­zeich­net. Xin, der Hund, bekam zudem die begehr­te „Dog-Palm“.
    Lang saß vie­le Jahre im Gefängnis, jetzt kehrt er in sei­nen Heimatort am Rande der Wüster Gobi zurück. Wir wer­den den Einzelgänger aller­dings noch als völ­lig ver­schie­den ken­nen­ler­nen von dem, was die eige­nen Vorurteile uns dik­tie­ren.
    Die Umgebung, in die er zurück­kehrt, ist schwer von Umgestaltung betrof­fen, denn die bedeu­tet fast immer Abriss. Zwar fin­det die Olympiade – der Film spielt 2008 – woan­ders statt, aber auch in den nicht nur im räum­li­chen Sinn fer­nen glit­zern­den Großstädte muss jetzt „auf­ge­räumt“ wer­den. Betroffen davon sind auch die vie­len streu­nen­den Hunde. Ein Tier mit beson­ders schwar­zem Fell ent­wischt den Fängern immer wie­der, da wird ihm die Tollwut ange­dich­tet und ein Preis für ihn aus­ge­setzt. Lang fühlt sich dem wider­spens­ti­gen Wesen ver­wandt und nimmt es, nicht ohne Blessuren zu erlei­den, zu sich. Beide müs­sen nun schau­en, wie es für sie wei­ter­ge­hen kann.
    Regisseur Guan Hu zähl­te zusam­men mit u.a. Zhang Yuan, Wang Xiaoshuai, He Jianjun, Jia Zhang-Ke und Yu Le zur soge­nann­ten 6. Generation chi­ne­si­scher Filmemacher*innen, die es sich erlaub­ten, in ihren Filmen auch mit poli­ti­schem Blick das Alltagsleben unge­schönt dar­zu­stel­len. Nach meh­re­ren Großprojekten scheint Black Dog – Weggefährten sein Schritt zurück zu den Anfängen zu sein.
    „Auch Black Dog setzt zwar durch­aus hier und da klei­ne Spitzen gegen die offi­zi­el­le Fortschrittsrhetorik Chinas, ist aber ins­ge­samt kein sub­ver­si­ver Film. Indem er das Leid und das Freiheitsbedürfnis der Menschen auf das Leid und das Freiheitsbedürfnis der Tiere über­trägt, wird bei­des erträg­li­cher und uni­ver­sel­ler. Traurige Hundeaugen bli­cken über­all auf der Welt gleich. Später tau­chen außer­dem noch ande­re Tiere auf, Tiger und Schlangen, sowie eine Bauchtänzerin, die ein Auge auf Lang wirft und dem ansons­ten ziem­lich männ­lich domi­nier­ten Film durch­aus gut­tut. Wie man über­haupt Black Dog sei­ne rühr­se­li­ge Schlagseite kei­nes­wegs zum Vorwurf machen muss. Das Kino hat nicht die Pflicht, immer gleich das Regime stür­zen zu wol­len. Manchmal genügt es voll­auf, eine her­zens­war­me – und wirk­lich wun­der­schön foto­gra­fier­te – Ballade von einem Mann und einem Hund zu erzäh­len.“ Lukas Foerster | Die Presse

    Cannes 2024 – Un Certain Regard Preis

    Credits:

    CN 2024, 110 Min., Mandarin OmU
    Regie: Guan Hu
    Kamera: Gao Weizhe
    mit
    Eddie Peng, Zhangke Jia, Jing Liang

    Trailer:
    BLACK DOGWEGGEFÄHRTEN | offi­zi­el­ler Trailer mit Dt. Untertiteln | ab 12. Dezember im Kino
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  • The Outrun

    The Outrun

    Ein Film von Nora Fingscheidt 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Nach mehr als zehn Jahren kehrt Rona in ihre Heimat auf den ent­le­ge­nen Orkneyinseln zurück. Während sie die ein­zig­ar­ti­ge, raue Landschaft, in der sie auf­ge­wach­sen ist, wie­der­ent­deckt, ver­mi­schen sich ihre Kindheitserinnerungen mit sol­chen aus der letz­ten, von Sucht gepräg­ten Zeit. Ihr dama­li­ger Aufbruch in die Stadt und die fol­gen­den aus­schwei­fen­den Jahre in London mün­de­ten in einem schmerz­haf­ten Absturz. Doch nach und nach wird die Begegnung mit den ver­wun­sche­nen, wind­ge­peitsch­ten Küsten der Inseln zu einer Chance auf ein neu­es Leben.
    Nora Fingscheidts Adaption von Amy Liptrots auto­bio­gra­fi­schem Bestseller blickt in erschüt­tern­den Rückblenden auf die Abwärtsspirale, die Rona in London durch­lebt, und auf ihre Zeit in einem stren­gen Entzugsprogramm. Im Zentrum des Films steht jedoch ihre Befreiung von per­sön­li­chen Dämonen durch die Verbindung mit der Natur der Heimat ihrer Kindheit.
    „Gerade durch die Verweigerung ein­fa­cher Antworten und die kon­se­quen­te Konzentration auf die Alltäglichkeit des Kampfes sei­ner Protagonistin ent­wi­ckelt The Outrun eine stil­le, aber nach­drück­li­che Kraft. Besonders in den intro­spek­ti­ven Momenten gelingt es Saoirse Ronan, ihrer Figur eine beein­dru­cken­de Menschlichkeit zu ver­lei­hen. Die Hoffnung, die ihre Rona am Ende emp­fin­det, mag klein sein – aber sie ist echt. Und genau dar­in liegt die Stärke die­ses ein­dring­li­chen Porträts eines Heilungsprozesses.“ Arabella Wintermayr | taz

    Credits:

    GB/DE 2024, 117 Min., engl. OmU
    Regie: Nora Fingscheidt
    Kamera: Yunus Roy Imer
    Schnitt: Stephan Bechinger
    mit Saoirse Ronan, Paapa Essiedu, Stephen Dillane, Saskia Reeves, Nabil Elouahabi, Izuka Hoyle, Lauren Lyle 

    Trailer:
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  • Togoland Projektionen

    Togoland Projektionen

    Ein Film von Jürgen Ellinghaus.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Anfang des letz­ten Jahrhunderts ent­ste­hen in Togo, des dama­li­gen deut­schen Übersee-Imperiums namens Togoland, Abenteuer‑, Dokumentar- und soge­nann­te Kulturfilme, die in Deutschland gro­ßen Erfolg haben und wesent­lich zum Afrikabild hier bei­tra­gen. Im Ursprungsland aber hat nie­mand sie je zu Gesicht bekom­men, oder von ihrer Existenz gewusst. Gedreht wur­den sie von Hans Schomburgk, der als Großwildjäger, Tierfänger, Expeditionsleiter, Kartograf, Schriftsteller, Filmproduzent und Regisseur immer wie­der nach Afrika reis­te, und nach dem 2. Weltkrieg als Autor und mit Vorträgen sein Geld ver­dien­te.
    Über 100 Jahre spä­ter begibt sich Regisseur Jürgen Ellinghaus mit einem mobi­len Kino und anhand der Reiseberichte der Schauspielerin Meg Gehrts zu den Original-Drehorten. Was den­ken die Menschen dort über die Bilder ihrer Vorfahren? Zusammen mit den togo­le­si­schen Zuschauer:innen ergrün­det Ellinghaus den his­to­ri­schen Kontext der Filmbilder, die Realität und die Auswirkungen des Kolonialismus. Was zei­gen die Filme, was ver­schwei­gen sie über „Togoland“, das sei­ner­zeit als „Musterkolonie“ des Deutschen Reiches geprie­sen wurde?

    Credits:

    DE 2023, 96 Min., div. OmU
    Regie: Jürgen Ellinghaus
    Kamera: Rémi Jennequin
    Schnitt: Nina Khada 

    Trailer:
    Togoland Projektionen (Trailer HD deutsch)
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  • Johatsu – Die sich in Luft auflösen

    Johatsu – Die sich in Luft auflösen

    Ein Film von Andreas Hartmann, Arata Mori. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Night Moving Company – was kann man sich dar­un­ter vor­stel­len?
    Jedes jahr wer­den in Japan ca. 80.000 Menschen als ver­misst gemel­det. Viele tau­chen wie­der auf, aber Tausende blei­ben ver­schwun­den. Sie wer­den „Johatsu“ genannt, die „ver­duns­ten, sich in Luft auf­lö­sen“. Ihre Gründe kön­nen eine gewalt­tä­ti­ge Umgebung, Verwicklung in kri­mi­nel­le Machenschaften oder Scham wegen ver­meint­li­chem Versagen sein. Nicht weni­ge davon davon haben sicher die Dienste einer „Night Moving Company“ in Anspruch genom­men, die bei der Flucht, der neu­en Identität, dem neu­en Ort, viel­leicht auch beim Job hilft und mora­li­sche Unterstützung gibt. Saita ist die Chefin eines sol­chen – weit­ge­hend legal agie­ren­den – Unternehmens. Sie gibt Auskunft über ihre Aufgabe, und der Film geht den Schicksalen eini­ger ihrer Kund:innen nach. Eine Mutter wie­der­um lässt seit Jahren ihren ver­schwun­de­nen Sohn suchen, und der beauf­trag­te Detektiv berich­tet auch von den Schwierigkeiten sei­ner Arbeit.
    „Die bei­den Dokumentarfilmer, Andreas Hartmann und Arata Mori, kom­men die­sen Menschen durch behut­sa­me Fragen und gedul­di­ge, aber inti­me Kameraarbeit (Andreas Hart­mann) sehr nahe. Und durch die­se Nähe erfährt der Zuschauer eben auch haut­nah, wel­che Verletzungen Menschen davon­tra­gen, die sich den Prinzipien einer Gesellschaft unterwer­fen, in der das Scheitern als unaus­lösch­li­che Schande begrif­fen wird. … Der Film stimmt nach­denk­lich, er wirkt beun­ru­hi­gend. Die japa­ni­sche Gesellschaft, die der Film zeigt, ist unse­ren euro­päi­schen Lebensmodellen mitt­ler­wei­le zu nahe­ge­kom­men, als dass man die­sen kommerziali­sierten Identitätsverlust als exo­tisch abtun könn­te.“ Gabi Sikorski | programmkino.de

    Credits:

    DE/JP 2024, 86 Min., japan. OmU
    Regie: Andreas Hartmann, Arata Mori

    Kamera: Andreas Hartmann
    Schnitt: Kai Eiermann (BFS)

    Trailer:
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  • Shambhala

    Shambhala

    Ein Film von Min Bahadur Bham.

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    Pema, eine jun­ge Frau aus der obe­ren Himlaya-Region Nepals, hei­ra­tet. Zu erst ein­mal Tashi, aber zugleich wer­den der Tradition nach sei­ne bei­den Brüder Kama und Dawa auch ihre Ehemänner.
    Nach den Flitterwochen muss Tashi auf eine län­ge­re Handelsreise, Karma kehr­te zurück ins Kloster, nur der vor­lau­te Schuljunge Dawa bleibt an ihrer Seite, und wird zum Problem. Pema ist schwan­ger, und er streut das Gerücht, nicht Tashi, son­dern der Schullehrer sei der Vater des Kindes. Als Tashi nicht mit den ande­ren Männern zurück­kehrt, befürch­tet Pema, er habe auch davon gehört und blie­be des­halb in den Bergen. Um ihn zu fin­den, begibt sie sich auf eine beschwer­li­che, aber gleich­sam erkennt­nis­rei­che Reise in über­wäl­ti­gen­der Landschaft.
    „Der Film lebt von sei­nen beein­dru­cken­den, zum Teil sen­sa­tio­nell präch­ti­gen Aufnahmen. Bewundernswert ist auch, wie die Darsteller auch bei Eiseskälte die im Schnee spie­len­den Szenen meis­tern. Bham ist ein sehr sorg­fäl­ti­ger Beobachter und bedäch­ti­ger Erzähler. Die Gefühle der Figuren zei­gen sich in klei­nen Gesten; die Story ent­wi­ckelt sich anhand all­täg­li­cher Handlungen und Begebenheiten.
    Bham [ver­zich­tet] auf jede dra­ma­ti­sche Übersteigerung, was den Film aus dem von Hektik und Effekthascherei gepräg­ten Strom fil­mi­scher Erzeugnisse her­aus­ra­gen lässt. Doch es lohnt sich, sich auf Shambhala und sei­ne inne­re Geruhsamkeit ein­zu­las­sen. Außerdem soll­te man im Hinterkopf behal­ten, dass Rinpoche ein Titel ist, der vor­wie­gend an Menschen ver­ge­ben wird, die als Wiedergeburt eines frü­he­ren Meisters aner­kannt wer­den. Erst dann ver­steht man näm­lich, was Karma wäh­rend der Reise zu Pema sagt: dass näm­lich die Frage nach der bio­lo­gi­schen Vaterschaft belang­los sei, weil sich das wah­re Wunder des Lebens erst mit der Geburt offen­ba­re. Das wird zum eigent­li­chen Schlüssel die­ses wun­der­schö­nen Films, der weni­ger über weib­li­che Emanzipation als viel­mehr von der Weisheit des (Zusammen-)Lebens erzählt.”
    Irene Genhart | Filmdienst.

    Credits:

    NP/FR/NO/HK/CN/TK/TW/US/QA 2024, 150 Min.,
    Tibetisch, Nepali Originalfassung mit deut­schen und eng­li­schen Untertiteln
    Regie: Min Bahadur Bham
    Kamera: Aziz Zhambakiyev
    Schnitt: Liao Ching Sung, Kiran Shrestha
    mit: Thinley Lhamo, Sonam Topden, Tenzin Dalha, Karma Wangyal Gurung, Karma Shakya, Loten Namling, Tsering Lhamo Gurung, Janga Bahadur Lama 

    Trailer:
    SHAMBHALA l OmU Trailer
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  • Das Imperium

    Das Imperium

    Ein Film von Bruno Dumont. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Disneys STAR WARS trifft TWIN PEAKS trifft fran­zö­si­sche Coming-of-Age-Sommerkömodie: Keinen Deut weni­ger skur­ril und schwer loka­li­sier­bar ist die Weggabelung, an der Bruno Dumonts DAS IMPERIUM (L’EMPIRE) sitzt und auf Godot war­tet. In sei­ner Weird Wave-haf­ten Satire kämpft Gut gegen Böse unter Einsatz von Lichtschwertern, mora­lisch aber unter­schei­det sie nichts. Es wird elek­trisch ver­zerrt rück­wärts gespro­chen und höl­zern zu Jazzklängen getanzt, aber ob dem eine außer­ir­di­sche Kultur oder purer Surrealismus zugrun­de liegt, bleibt offen. Junge Menschen fal­len auf Fischerbooten über­ein­an­der her, aber von Liebe kei­ne Spur. L’EMPIRE fühlt sich wohl im No Man’s Land der Transgression.

    So sieht es dort aus: In einem nord­fran­zö­si­schen Dorf gibt es zwei Geheimgesellschaften außer­ir­di­schen Ursprungs, die mensch­li­che Körper bevöl­kern. Die „Einsen“ woh­nen in flie­gen­den goti­schen Kathedralen und wol­len das Gute im Menschen ver­meh­ren. Das Mutterschiff der „Nullen“ ist eine flug­zeug­trä­ger­ar­ti­ge Kopie des Schloss Versailles, Ziel: Die Weltherrschaft. Es ent­brennt ein krie­ge­ri­scher Streit um Freddy, den Sohn eines Fischers, mytho­lo­gisch der Thronfolger eines dunk­len Königreichs.

    Dumonts Film, der im Wettbewerb der 74. Berlinale lief, ver­schränkt und ver­quirlt auch ästhe­tisch Gegensätze: som­mer­lich-über­be­lich­te­ten Realismus und opu­len­te CGI-Designs. Die Science-Ficition-Elemente sind dabei nicht nur hoch­krea­tiv, son­dern sehen auch in jedem Detail nach Triple‑A aus. Sie allei­ne dürf­ten Millionen gekos­tet haben. Wer aber dem­ge­mäß drei Akte, klar gezeich­ne­te Identifikationsfiguren oder auch nur kohä­ren­te Anschlussszenen erwar­tet, wird bei IMPERIUM ent­täuscht in einem nichts­sa­gen­den Steinbruch an der Opalküste allein gelas­sen. Der Film dürf­te an eben die­ser Stelle hof­när­ri­sche Freude haben.

    Christopher Suss | indiekino

    Ausgezeichnet mit dem Silbernen Bären — Preis der Jury auf der Berlinale 2024

    Credits:

    L’Empire
    FR/ DE/ IT/ BE/ PT 2024, 110 Min. fran­zö­si­sche OmU
    Regie: Bruno Dumont
    Kamera: David Chambille
    Schnitt: Desideria Rayner, Bruno Dumont
    mit: Camille Cottin, Lyna Khoudri, Fabrice Luchini, Anamaria Vartolomei, Bernard Pruvost

    Trailer:
    DAS IMPERIUM | Trailer | Film von Bruno Dumont (2024) [OmU DE] ᴴᴰ
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