Kategorie: archiv

  • Der See der wilden Gänse

    Der See der wilden Gänse

    Ein Film von Diao Yinan.

    [Credits] [Trailer] [indie­ki­no Club]

    Wie in den klas­si­schen Noir-Filmen der 1940er Jahre ist der Held in Diao Yinans Neo-Noir ein Verlorener. Die eigent­li­che Heldin eine Frau. Die bei­den tref­fen sich an einem Bahnhof in Wuhan. Er sieht ziem­lich abge­ris­sen aus, sie ist nicht durch Zufall da. Sie erzäh­len sich ihre Geschichten.

    Es ist, als hät­te Diao Yinan, des­sen FEUERWERK AM HELLLICHTEN TAG 2013 den Goldenen Bären der Berlinale gewann, in DER SEE DER WILDEN GÄNSE die gesam­te Geschichte des Noir-Genres auf­ge­so­gen, alle Bilder und Geschichten und Obsessionen. Wie die klas­si­schen melan­cho­li­schen Helden in THIS GUN FOR HIRE oder D.O.A. ist der Held ein Verlorener. Wie in den klas­si­schen Noir-Geschichten von Cornell Woolrich ist die eigent­li­che Heldin eine Frau. Und wie in den klas­si­schen Noir-Filmen spürt Diao im Rahmen der Gangstergeschichte gesell­schaft­li­chen Realitäten nach. Vor allem aber ist Diao ein bril­lan­ter Stilist. Immer wie­der bre­chen ori­gi­nel­le fil­mi­sche Ideen sich Raum, wie in einer Kampfszene zwi­schen zwei Gangs, die sich in sta­ti­sche Aufnahmen von inein­an­der ver­keil­ten Männerleibern auf­löst: Bilder die wir­ken wie Detailaufnahmen des Pergamonaltars. Das geht naht­los über in eine Martial Arts-Szene, in der der Held sich Raum ver­schafft, bevor der Film wie­der das Tempo wech­selt. DER SEE DER WILDEN GÄNSE kann eigent­lich nur im Kino gese­hen wer­den. Nicht nur sind Bilder so groß, dass sie im Kino bes­ser wir­ken, vor allem ist der Film so detail­reich und vol­ler über­ra­schen­der Tempowechsel, dass man schon genau hin­se­hen muss, um alles mit­zu­be­kom­men, zumal der Film dem Publikum bewusst eini­ge Informationen vorenthält.

    Ein Mann und eine Frau tref­fen sich an einem Bahnhof in Wuhan. Er sieht ziem­lich abge­ris­sen aus, sie ist nicht durch Zufall da. Er war­tet auf sei­ne Frau. Sie sagt, die kön­ne nicht kom­men, aber sie sei der Ersatz. Sie erzäh­len sich ihre Geschichten.
    Er, Zhou Zenong (Hu Ge), ist der Chef einer Gang, die sich auf den Diebstahl von Motorrädern in Wuhan spe­zia­li­siert hat. Im Streit um Revierrechte mit einer ande­ren Gang gerät er in einen Hinterhalt und erschießt auf der Flucht aus Versehen einen Polizisten. Nun ist sowohl die Gegner-Gang als auch die gesam­te Polizeimacht Wuhans hin­ter ihm her. Er weiß, dass er kei­ne Chance hat, und will sich ledig­lich so erge­ben, dass sei­ne Frau die hohe Belohnung, die auf sei­nen Kopf aus­ge­setzt ist, erhält.

    Sie, Liu Aiai (Kwei Lun-Mei) ist eine „Badeschönheit“, eine Prostituierte, die an einem Badesee an der Peripherie von Wuhan für den Gangster Hua Hua arbei­tet, einen Freund von Zenong. Sie hat Zenongs Ehefrau aus­fin­dig gemacht, aber es gibt Gründe dafür, dass die nicht kom­men kann. Aiai soll einen Teil der Belohnung für ihr Risiko bekommen.

    Die Polizei, die nicht weni­ger skru­pel­los agiert als die Gangster, kreist das „gesetz­lo­se“ Viertel ein, aber immer wie­der ver­ei­teln die geg­ne­ri­sche Gang, ein mys­te­riö­ser Verrat oder irgend­ein ande­res Chaos die geplan­te Übergabe von Zenong an die Polizei. Die Story bie­tet Diao die Gelegenheit, ver­schie­de­ne Aspekte des Urlaubs- und Verbrechensparadieses am SEE DER WILDEN GÄNSE zu erkun­den. Da ist eine Disco, in denen Frauen und Männer mit Leuchtsohlen Reihentänze zu „Rasputin“ von Boney M. und „Dschingis Khan“ von Dschingis Khan auf­füh­ren. Es gibt Lagerhallen, in denen Verbrecher gera­de Geschäftsinhabern „Lizenzen“ per Lotterie zutei­len, aber immer noch Zeit für eine Vergewaltigung haben. Es gibt schä­bi­ge, ver­schwitz­te Hotels, Prostitution am Strand und Hinterzimmer von Suppenküchen, in denen lieb­lo­se Nudelsuppen ver­schlun­gen wer­den. Es ist so heiß, auch in der Nacht, dass alle Figuren sich so lang­sam wie mög­lich bewe­gen, aber wer zu wach und zu offen­sicht­lich an Ecken und in Türrahmen her­um­steht, ist sofort ver­däch­tig. Nur auf dem nächt­li­chen See ist Ruhe – und Zeit für lako­ni­schen Sex.

    DER SEE DER WILDEN GÄNSE ist wild, häss­lich und bru­tal, aber zugleich wun­der­schön und melan­cho­lisch. Diao Yinan ist, nach sei­nem eis­kal­ten FEUERWERK AM HELLLICHTEN TAG mit dem hei­ßen Meisterwerk DER SEE DER WILDGÄNSE in der aller­ers­ten Reihe inter­na­tio­na­ler Filmemacher angekommen.

    Tom Dorow | indiekino.de

    Credits:

    Nan fang che de ju hui
    China 2019, 113 Min., chin. OmU
    Regie: Diao Yinan
    Drehbuch: Diao Yinan
    Kamera: Dong Jingsong
    Schnitt: Kong Jinlei
    mit: Liao Fan, Huang Jue, Kwai Lun-Mei, Regina Wan

    Trailer:

    THE WILD GOOSE LAKE – Official Trailer

    Im Kino mit deut­schen Untertitlen.

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    A film by Diao Yinan. In Chinese with German Subtitles.

    [Credits] [Trailer]

    A dazz­ling neo noir by the direc­tor of BLACK COAL,THIN ICE. Zhou Zenong, only recent­ly released from pri­son, has to go on the run again, after a poli­ce­man is kil­led during a gang gathe­ring. Only the pro­sti­tu­te Lia Aiai is hel­ping him. Unless she …

    Tom Dorow | indiekino.de

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    Credits:

    Nan fang che de ju hui
    China 2019, 113 Min., chin. OmU
    Regie: Diao Yinan
    Drehbuch: Diao Yinan
    Kamera: Dong Jingsong
    Schnitt: Kong Jinlei
    mit: Liao Fan, Huang Jue, Kwai Lun-Mei, Regina Wan

    Termine:

    • noch keine 

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    Trailer:

    THE WILD GOOSE LAKE – Official Trailer

    Screenings with German subtitles..

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  • The roads not taken

    The roads not taken

    Ein Film von Sally Potter.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Leo liegt im Bett. Er ist ver­wirrt„ ver­liert sich in Gedanken. Die Menschen um ihn her­um neh­men ihn nicht mehr für voll. Seine Tochter Molly beglei­tet ihn, lie­be­voll und auf­op­fernd, wie man so sagt, durch New York. Obwohl ihr Job auf der Kippe steht, hält sie zu die­sem geis­tig zer­rüt­te­ten Menschen, der ihren Namen nicht mehr kennt, aber im Kopf Zeit(en) und Parallelentwürfe sei­nes Lebens durch­wan­dert. Eines Lebens als Mann. Leo mit Dolores in Mexiko: Szenen einer Ehe aus Leidenschaft. Leo als ein­sa­mer Schriftsteller auf einer grie­chi­schen Insel. Begegnungen, die ihn zu unlieb­sa­men Wahrheiten füh­ren – und zurück zu Molly. Ungeachtet des radi­ka­len Ansatzes in ihren femi­nis­ti­schen Filmen (The Gold Diggers, Orlando) hat sich Sally Potter immer auch mit der Koexistenz von Frauen und Männern beschäf­tigt. In ihrem aktu­el­len Werk hebt sie die­ses Thema auf eine neue Ebene. Der Film erkun­det die ver­schie­de­nen Leben, die ein Mann in sich trägt, auch und gera­de zu einer Zeit, in der ihm die Realität zu ent­glei­ten droht. Dabei ist es die bedin­gungs­lo­se Liebe sei­ner Tochter, die die Fäden von Leos hal­lu­zi­na­to­ri­schen Trips zusammenhält.

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    Credits:

    US 2020, 85 Min., engl. OmU
    Regie, Buch: Sally Potter
    Kamera: Robbie Ryan
    Schnitt: Emilie Orsini, Sally Potter, Jason Rayton
    mit: Javier Bardem, Elle Fanning, Salma Hayek, Laura Linney

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    Trailer:

    The Roads Not Taken (Official Trailer, English/Deutsch, Français)

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    A film by Sally Potter. In English with German subtitles.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Leo lies in bed. He is con­fu­sed and lost in his thoughts. People around him no lon­ger take him serious­ly. With the pro­ver­bi­al ten­der loving care, Molly, his daugh­ter, accom­pa­nies him through New York. Even though her job is on the line, she sticks with this men­tal­ly impai­red man who no lon­ger knows her name, but who­se head is fil­led with wan­de­rings into par­al­lel ver­si­ons of his life. The life of a man. Leo with Dolores in Mexico: sce­nes from their pas­sio­na­te mar­ria­ge; Leo as a lonely wri­ter on a Greek island. These encoun­ters steer him towards unp­lea­sant truths – and back to Molly. In spi­te of the radi­cal stance of her femi­nist films (The Gold Diggers, Orlando), Sally Potter has always been fasci­na­ted by the coexis­tence of women and men. She takes this to a new level in her latest work that explo­res the many lives a man car­ri­es insi­de him, even when rea­li­ty seems to be fading away. In the end, it is his daughter’s uncon­di­tio­nal love that holds tog­e­ther the threads of Leo’s hal­lu­ci­n­a­to­ry trips.

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    Credits:

    US 2020, 85 Min., engl. OmU
    Regie, Buch: Sally Potter
    Kamera: Robbie Ryan
    Schnitt: Emilie Orsini, Sally Potter, Jason Rayton
    mit: Javier Bardem, Elle Fanning, Salma Hayek, Laura Linney

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    Trailer:

    The Roads Not Taken (Official Trailer, English/Deutsch, Français)

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  • What You Gonna Do When the World’s on Fire?

    What You Gonna Do When the World’s on Fire?

    Ein Film von Roberto Minervini.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Neu: Video on demand:

    Sie war stets da, sie ist immer noch da und war für alle, die sie sehen woll­ten der erle­ben muss­ten, stets sicht­bar: die Gewalt gegen­über Afro-Amerikanern durch KKK und Polizei, eben­so wie all­täg­li­cher Rassismus und Ungleichbehandlung im öffent­li­chen Leben der USA.

    Roberto Minervinis Absicht war ursprüng­lich, einen Film über die Musik der 1930-er Jahre in Louisiana zu dre­hen. Der Aufenthalt und die erschre­cken­den all­täg­li­chen Erlebnisse, 2017 erschüt­ter­te eine gan­ze Reihe ras­sis­tisch moti­vier­ter Morde die Südstaaten, ließ den ita­lie­ni­schen Dokumentarfilmer (der bereits für STOP THE POUNDING HEART, die groß­ar­ti­ge Beobachtung einer jun­gen Frau in evan­ge­li­ka­ler Umgebung, dort gear­bei­tet hat) aber bald umschwen­ken. Dies Geschehen woll­te und konn­te er nicht außer Acht las­sen. Die Musik und der Mardi Gras bil­det jetzt den Rahmen für drei Erzählstränge.

    Der Film beglei­tet die Streifzüge der Brüder Ronaldo (14) und Titus (9), die ein inni­ges Verhältnis zuein­an­der haben. Ihre Mutter Ashlei King, die sie allein auf­zieht, ist aller­dings nicht ohne Grund sehr besorgt um die Beiden.

    Judy Hill redet gern und nimmt kein Blatt vor den Mund, was sehr für das Gelingen ihres gro­ßen Traums sprä­che: die eige­ne Bar erfolg­reich zu füh­ren. Der 50-jäh­ri­gen, die schon eini­ges durch­ge­macht hat, erschwe­ren dabei unzu­ver­läs­si­ge Finanzpartner und die fort­schrei­ten­de Gentrifizierung des Viertels das Leben

    Krystal Muhammad und ihre ört­li­che „New Black Panther Party for Self Defense“ orga­ni­sie­ren Nachbarschaftshilfe und Treffen, vor allem aber Proteste, Mahnwachen und Eingaben bei Polizei und Bürgeramt anläß­lich der Morde. Bei ihren Auseinandersetzungen zeigt sich auch ihre Hilflosigkeit gegen­über die­sem System.

    Minervi, der sei­nen Protagonisten sehr nahe gekom­men zu sein scheint, hat kei­nen Propagandafilm gedreht. Die kom­po­niert erschei­nen­den schwarz-weiß-Aufnahmen erin­nern manch­mal mehr an einen Spielfilm, unter­drü­cken aber kei­nes­falls die inne­re Wut, die beim Zuschauen entsteht.

    Minervinis grund­sätz­li­che Empathie für die Figuren, beson­ders für die jun­gen Brüder, die zwi­schen Aufnahmen von Demonstrationen, Aktivismus und Polizeigewalt immer wie­der für Momente der Ruhe sor­gen, über­trägt sich durch den zärt­li­chen Blick der Kamera auf sie. …“
    Katrin Doerksen | kino-zeit

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    Credits:

    Italien/USA/Frankreich 2018, 123 Min., eng­li­sche OmU, schwarz-weiß
    Regie, Drehbuch: Roberto Minervini
    Kamera: Diego Romero
    Schnitt: Marie-Hélène Dozo

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    Trailer:

    What you gon­na do when the world’s on fire?

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    A film by Roberto Minervini. In English with German subtitles.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Shot in lumi­nous black and white, the latest from Roberto Minervini (The Other Side) del­ves into the ever­y­day lives of Black Americans fight­ing for jus­ti­ce and sur­vi­val in the sum­mer of 2017, wea­ving mas­terful­ly bet­ween four wren­ching sto­ry­li­nes in New Orleans and Jackson County, Mississippi.

    Throughout his care­er the Italian-born, Texas-based Roberto Minervini (The Other Side, Wavelengths ’15) has estab­lished a pro­vo­ca­ti­ve cine­ma­tic style and mode of pro­duc­tion, immer­sing hims­elf in the com­mu­ni­ties in which he works. The results are often reve­la­to­ry in the most lite­ral sen­se, yiel­ding unfor­gettable and vis­ce­ral moving images of rare­ly seen lives on the margins.

    Minervini’s fifth fea­ture, What You Gonna Do When the World’s on Fire?, is cer­tain to be one of the year’s most tal­ked-about films. Shot in lumi­nous black and white, the film del­ves into the ever­y­day lives of Black Americans fight­ing for jus­ti­ce and sur­vi­val in the sum­mer of 2017, shif­ting mas­terful­ly bet­ween four wren­ching sto­ry­li­nes in New Orleans and Jackson County, Mississippi.

    The film obser­ves Judy Hill, who stri­ves to keep her fami­ly and fri­ends afloat (finan­ci­al­ly, as much as emo­tio­nal­ly) as her bar is threa­ten­ed; the two young brot­hers Ronaldo and Titus, who­se neigh­bour­hood is plagued by vio­lence; Kevin, the Big Chief of the Indian tra­di­ti­on of Mardi Gras, who is kee­ping the cul­tu­ral heri­ta­ge of his peo­p­le ali­ve; and The New Black Panthers, who car­ry out a door-to-door people’s inves­ti­ga­ti­on of a kil­ling attri­bu­ted to the Ku Klux Klan.

    A film of urgen­cy, com­mu­ni­ty, righ­teous anger, and grace, it is impos­si­ble to be unaf­fec­ted by the peo­p­le encoun­te­red in What You Gonna Do. With start­ling inti­ma­cy, seam­less pro­xi­mi­ty, and a skilful struc­tu­ral design, Minervini’s por­traits coale­s­ce into a powerful indict­ment of white supre­ma­cy in the American South, and a moving tes­ta­ment to human digni­ty, empa­thy, and resilience.

    ANDRÉA PICARD

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    Credits:

    Italien/USA/Frankreich 2018, 123 Min., eng­li­sche OmU, schwarz-weiß
    Regie, Drehbuch: Roberto Minervini
    Kamera: Diego Romero
    Schnitt: Marie-Hélène Dozo

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    Trailer:

    What you gon­na do when the world’s on fire?

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  • Exil

    Exil

    Ein Film von Visar Morina.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Eigentlich ist Xhafer ja per­fekt inte­griert. Er lebt und arbei­tet schon lan­ge in Deutschland, ange­stellt als Ingenieur bei einem gro­ßen Pharmaunternehmen, ist Familienvater, ver­hei­ra­tet mit Nora und wohnt in einem moder­nen Einfamilienhaus. Aber schon bei der Begrüßungsrunde mit neu­en Kunden fängt es an: „Xhafer Kryezi? Wo kom­men Sie (denn) her?“ Eigentlich halt – und nichts ist da selbst­ver­ständ­lich. Da sind die schein­ba­ren Missverständnisse – ein nicht mit­ge­teil­ter Termin, die Versetzung an einen neu­en Arbeitsplatz. Die Schwierigkeiten mit der Schwiegermutter erschei­nen da als zu ver­nach­läs­si­gen­des Problem. Xhaver ver­mu­tet, dass er auf­grund sei­ner koso­va­ri­schen Herkunft in der Firma gemobbt wird, aber selbst als eine tote Ratte am ihrem Gartentor hängt, will sei­ne Frau davon nichts wis­sen. Es gibt mehr ver­lo­re­ne Informationen, mehr Ratten, fol­gen­lo­se Gespräche mit dem Chef, und Nora (auch hier wie­der sehr sou­ve­rän: Sandra Hüller) fin­det ihn para­no­id: „du ach so Benachteiligter“.
    Je wei­ter sich Xhafer in die Enge getrie­ben fühlt, je ver­zwei­fel­ter er wird, des­to grö­ßer wird sein Misstrauen gegen­über bestimm­ten Kollegen, auch das mit fata­len Folgen.
    Es ist fas­zi­nie­rend, wie anschau­lich und packend Visar Morina die Auswirkungen eines laten­ten gesell­schaft­li­chen Rassismus auf den Punkt bringt. Man könn­te mei­nen, der Regisseur habe eige­ne Erfahrungen mit verarbeitet.
    EXIL ist ein fas­zi­nie­ren­der Thriller über Paranoia und Identität. Schwarz, sur­re­al, mit Anklängen ans Genrekino und gepaart mit eigen­wil­li­gem Humor. Seine Weltpremiere hat EXIL auf dem Sundance Filmfestival gefei­ert. Die Deutschlandpremiere erfolg­te im Panorama-Programm der Berlinale.

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    Credits:

    Deutschland / Belgien / Kosovo 2020, 121 Min., deutsch, alba­ni­sche Om
    Regie: Visar Morina

    Kamera: Matteo Cocco
    Montage: Laura Lauzemis, Hansjörg Weißbrich, Visar Morina
    mit Mišel Matičević, Sandra Hüller, Rainer Bock, Thomas Mraz

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    Trailer:

    EXIL I Offizieller Trailer deutsch I Jetzt im Kino

    Drucke diesen BeitragA film by Visar Morina.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    First, there’s a dead rat han­ging on the door of the house whe­re Xhafer lives with his wife and child­ren. Then the emails he sends are ‘acci­den­tal­ly’ no lon­ger being recei­ved. The signs that this phar­maceu­ti­cal engi­neer is being bul­lied and haras­sed in his work­place are incre­asing. Even if neither his wife nor his col­le­agues seem to belie­ve him, this man, who is ori­gi­nal­ly from Kosovo but who has been well inte­gra­ted for years, feels more and more out­cast from his (German) com­mu­ni­ty. Or is he losing touch with reality?
    In his second fea­ture-length film, direc­tor Visar Morina dis­sects the psy­cho­lo­gi­cal effects of social exclu­si­on and pres­ents them here as an inter­play bet­ween belon­ging and ali­en­ati­on. Morina com­bi­nes subt­le images that gra­du­al­ly shift accor­ding to his protagonist’s sta­te with meti­cu­lous per­for­man­ces from his ensem­ble, to descri­be the importance of per­so­na­li­ty when it comes to inte­gra­ting into ano­ther socie­ty, and how quick­ly cracks can deve­lop in the sup­po­sedly firm con­s­truct that is identity.

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    Credits:

    Deutschland / Belgien / Kosovo 2020, 121 Min., deutsch, alba­ni­sche Om
    Regie: Visar Morina

    Kamera: Matteo Cocco
    Montage: Laura Lauzemis, Hansjörg Weißbrich, Visar Morina
    mit Mišel Matičević, Sandra Hüller, Rainer Bock, Thomas Mraz

    Termine:

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    Trailer:

    EXIL I Offizieller Trailer deutsch I Jetzt im Kino
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  • The Wild Pear Tree

    The Wild Pear Tree

    Ein Film von Nuri Bilge Ceylan.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Ja, die Sprache. In Nuri Bilge Ceylans jüngs­tem Film, der erst jetzt, zwei Jahre nach sei­ner Premiere in Cannes, in Deutschland end­lich ins Kino kommt – spielt sie eine beson­de­re Rolle und ist, neben den ein­neh­men­den Bildern und der ele­gan­ten Kameraführung ein Kernstück des Werks. Sinan hat sein Lehramtsstudium in Çanakkale fast abge­schlos­sen, nur eine Prüfung fehlt noch, aber zuerst will er sei­nen fer­tig geschrie­ben ers­ten Roman, „The Wild Pear Tree“ ver­öf­fent­li­chen. In sei­ner west­tür­ki­schen Heimatstadt Çan erhoff­te er finan­zi­el­le Hilfe dafür, er zeigt das Werk sei­ner Familie, ört­li­chen Kunstliebhabern und Unternehmern. Was soll man sagen: es ist schwie­rig. Sinan trifft alle, Mutter, Vater, Freunde, Freundinnen, den Bürgermeister, Schulkameraden, Schriftsteller. Niemand kann oder will ihn beim Druck des Buches unter­stüt­zen. Stattdessen dis­ku­tiert, redet, strei­tet sich Sinan durch den Film. Themen gibt es genug, die Schriftstellerei, die Kunst, die Kunst an sich, natür­lich die Politik, natür­lich die Liebe, die Religion, Karrieren, die Verbindungen zwi­schen allem. Selten bin ich einem Film, in dem so aus­gie­big gere­det wird, so gespannt und ger­ne gefolgt. Ein Film wie ein Fluss, die Bewegungen wäh­rend der Begegnungen schei­nen durch die Dialoge vor­an­ge­trie­ben zu wer­den, und Sinan ist stän­dig unter­wegs (nur als er Hatice trifft, kehrt Ruhe ein). So durch­que­ren wäh­rend eines ange­reg­ten Diskurses mit zwei sehr unter­schied­lich ein­ge­stell­ten Imamen die drei Männer das gesam­te Dorf bis hin­aus in die Landschaft. Aber, was bringt das Reden? Schwer zu sagen, aber klar ist, es ist essen­zi­ell und unent­behr­lich, aber auch das wie ist wich­tig. Sinans Mutter Asuman ist mehr als ein­mal ver­zwei­felt, weil der Vater, ein char­mant-sym­pa­thi­scher, einst ange­se­he­ner Grundschullehrer, durch sei­ne Spielsucht die Familie in den Ruin treibt. Aber sie bereue nicht, ihn gehei­ra­tet zu haben, sagt sie. Alle ande­ren spra­chen immer von Geld, er hin­ge­gen von der Natur, von den Farben, und er sprach so schön, so wie er es heu­te noch tut.

    »… ein wun­der­schön viel­schich­ti­ger Film …« programmkino.de

     

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    Credits:

    Ahlat Agaci
    Türkei 2018, 188 Min., türk. OmU
    Regie: Nuri Bilge Ceylan
    Schnitt: Nuri Bilge Ceylan
    Kamera: Gökhan Tiryaki 
    mit: Aydin Doğu Demirkol, Murat Cemcir, Bennu Yıldırımlar, Hazar Ergüçlü

    Termine:

    • noch kei­ne oder kei­ne mehr 

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    Trailer:

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    A film by Nuri Bilge Ceylan. In Turkish with German subtitles.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Sinan is pas­sio­na­te about lite­ra­tu­re and has always wan­ted to be a wri­ter. Returning to the vil­la­ge whe­re he was born, he pours his heart and soul into scra­ping tog­e­ther the money he needs to be published, but his father’s debts catch up with him.

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    Credits:

    Ahlat Agaci
    Türkei 2018, 188 Min., türk. OmU
    Regie: Nuri Bilge Ceylan
    Schnitt: Nuri Bilge Ceylan
    Kamera: Gökhan Tiryaki 
    mit: Aydin Doğu Demirkol, Murat Cemcir, Bennu Yıldırımlar, Hazar Ergüçlü

    Termine:

    • noch kei­ne oder kei­ne mehr 

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    Trailer:

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  • Die Kordillere der Träume

    Die Kordillere der Träume

    Ein Film von Patricio Guzmán.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Patrizio Guzman ist mit sei­nen Filmen schon lan­ge ein gern gese­he­ner Gast in unse­rem Kino.

    DIE KORDILLERE DER TRÄUME nun ist der letz­te Teil sei­ner Trilogie über sein Heimatland Chile.

    Nach der Betrachtung des Meeres (DER PERLMUTTKNOPF) und der Atacama-Wüste (NOSTALGHIA DE LA LUZ) nimmt er dies­mal die Anden-Bergkette (Kordillere) zum Ausgangspunkt. Sie begrenzt das Land östlich,zieht sich von der Grenze zu Peru im Norden bis nach Feuerland im äußers­ten Süden und nimmt 80% sei­ner Gesamtfläche ein.

    Mit impo­san­ten Bildern geht der Regisseur in sei­nem per­sön­lichs­ten Film zurück bis zu den Ruinen des Hauses sei­ner Kindheit, und zeigt die Natur als Sinnbild der poli­ti­schen Geschichte von revo­lu­tio­nä­rer Utopie, faschis­ti­scher Diktatur und neo­li­be­ra­lem Raubbau an der Gesellschaft.

    Patricio Guzmán führt uns, beglei­tet und gelei­tet von sei­ner sanf­ten Stimme und einem per­sön­li­chen Text, sowohl hin zu poli­ti­schen Fragen und öko­no­mi­schen Realitäten des Landes als auch hin­ein ins künst­le­ri­sche Verarbeiten und ins Bildermachen. Sein Film ist ein Werk der Bewusstmachung, eines, das nicht zuletzt die Frage nach dem Sinn der Bilder stellt in einer Zeit, in der alle, die ein Mobiltelefon besit­zen auch Filme machen kön­nen.“ trigon-film

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    Credits:

    CL 2019, 85 Min., span. OmU
    Regie: Patricio Guzmán
    Drehbuch Patricio Guzmán
    Schnitt: Emmanuelle Joly
    Musik: Miranda y Tobar
    Kamera: Samuel Lahu 

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    Trailer:

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    A film by Patricio Guzmán. In Spanish with German subtitles.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    After Patricio Guzmán had tra­vel­led to the Atacama Desert in the north of Chile for «Nostalgia de la luz» and to the deepest south for «El botón de nácar» in Patagonia, he deals in the last part of the tri­lo­gy on his home­land with the cen­tral chain of Andes and the memo­ry of the moving images. All his films are per­so­nal, but in some respects «La cor­dil­lera de los sue­ños» is the most inti­ma­te, lea­ding the artist back to the ruins of the house of his childhood.

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    Credits:

    CL 2019, 85 Min., span. OmU
    Regie: Patricio Guzmán
    Drehbuch Patricio Guzmán
    Schnitt: Emmanuelle Joly
    Musik: Miranda y Tobar
    Kamera: Samuel Lahu 

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    Trailer:

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  • Sunburned

    Sunburned

    Ein Film von Carolina Hellsgård.

    [Credits] [Termine & Tickets] [Trailer]

    Claire ver­bringt ihre Ferien mit ihrer nur unwe­sent­lich älte­ren Schwester und ihrer Mutter in Andalusien. Alle drei sind mit ihren eige­nen Problemen beschäf­tigt. Die Schwester Cleo ver­bringt ihre Zeit lie­ber mit ihrer Strandbekanntschaft und ihre Mutter scheint ihre pro­vi­so­risch über­deck­ten Probleme durch andau­ern­des Flirten zu kom­pen­sie­ren. Die Ferienanlage mit ihren Betonbauten, ihren bemüh­ten Animateuren und stän­di­gen Partys, stel­len eine gera­de­zu sur­rea­le Kulisse dar, eine Klangfarbe, die den gesam­ten Film begleitet.

    Claire lernt bald den gleichaltrigenVerkäufer Amram ken­nen, der aus Afrika gekom­men ist, mit sei­ner Community am Strand lebt und sei­nen Geschäften nach­geht. Je tie­fer die­se Beziehung wird, umso kom­pli­zier­ter wird sie auch. Claires Emanzipationsgeschichte scheint nicht ohne Kollateralschäden aus­zu­kom­men. Und doch bleibt auch alles in einem schwe­ben­den Zustand.

    Der Film stellt Spiegelungen, Projektionen und Grenzüberschreitungen häu­fig in den Mittelpunkt sei­ner Beobachtung. Diese Metaebene ver­leiht dem Film sogar eine unter­grün­di­ge Strenge, ganz im Kontrast zu dem äußer­lich locke­rem Geschehen. Er ver­fällt aber nicht in den Fehler, die Analogien zwi­schen Claires und Amams Situation nur auf­zu­zei­gen, son­dern unter­läuft sie sofort wie­der, indem er andau­ernd die Machtverhältnisse zwi­schen den bei­den betont: Ständig wird für die ein oder ande­re Gefälligkeit Geld bezahlt. Die Unterschiede bei­der Lebenssituationen wird so wie­der her­ge­stellt, auch wenn es hier und da Berührungspunkte zu geben scheint.

    Das, was sich lang­sam zwi­schen Claire und Amram ent­wi­ckelt und das der Film sehr schön im Ungefähren, nicht genau­er Benannten belässt, ist der­ma­ßen von öko­no­mi­schen Zwängen und der scho­nungs­lo­sen Allgegenwart des Kapitalismus infi­ziert, dass stets Zweifel blei­ben, ob es Emotionen und Bindungen ver­schie­dens­ter Art wirk­lich gibt oder ob nicht am Ende doch alles auf Tausch- und Abhängigkeitsverhältnisse hin­aus­läuft.“ (Joachim Kurz)

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    Credits:

    Deutschland/Niederlande/Polen 2019, 92 Min.
    Regie & Buch: Carolina Hellsgård
    Kamera: Wojciech Staron
    Schnitt: Ruth Schönegge
    mit: Zita Geier, Gedion Odour Wekesa, Sabine Timoteo, Nicolais Borger, Flora Li Thiemann, Malik Blumenth

    Trailer:

     

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     A film by Caroline Hellsgard.

    [Credits] [Termine & Tickets] [Trailer]

    Claire (13) is vaca­tio­ning with her sis­ter Zoe (15) and mother Sophie (40) at a resort hotel in sou­thern Spain. Sophie spends her days by the pool and shows a mini­mum of inte­rest in her daugh­ters. In the begin­ning Claire clings to her older sis­ter Zoe, who mer­ciful­ly lets her tag along. But when Zoe meets a boy her own age, Claire is left alo­ne. By the beach Claire befri­ends Amram, a young Senegalese beach ven­dor. As their rela­ti­onship deepens, Claire tri­es to help him, but unin­ten­tio­nal­ly ends up making his life even more complicated.

     

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    Credits:

    Deutschland/Polen 2019, 92 Min.
    Regie & Buch: Caroline Hellsgard
    Kamera: WojciechStaron
    Schnitt: RuthSchönegge
    mit: Zita Geier, Gedion Odour Wekesa, Sabine Timoteo, Nicolais Borger, Flora Li Thiemann, Malik Blumenthal

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    Trailer:

     

     

  • Tokyo Story

    Tokyo Story

    [indie­ki­no Club]

    Das Ende einer Ozu-Retrospektive ist immer ein per­sön­li­cher Verlust.” schrieb ein­mal Fritz Göttler, Filmredakteur der SZ.. – Wir stim­men dem zu, und weil die letz­te aus­führ­li­che Retro in Berlin schon über 6 Jahre her ist, steht jetzt als Trost einer sei­ner bes­ten, und wohl auch sein bekann­tes­ter Film zwei Wochen lang als Wiederaufführung auf unse­rem Programm : „Tokyo Monogatari – Reise nach Tokio,” eine behut­sa­me, in ruhi­gem Bildrhythmus ent­fal­te­te Studie über das Auseinanderleben einer Familie, über die Begegnung von Tradition und Moderne. Ein Elternpaar vom Lande besucht die erwach­se­nen Kinder in der Stadt, und sie sind nicht sehr will­kom­men. Man bemüht sich zwar um sie und strickt Programme, aber schon ein paar Tage spä­ter wer­den sie in ein Seebad abgeschoben.

    Wer die­ses Meisterwerk der Filmkunst, oder Filme von Yazujiro OZU über­haupt noch nicht kennt, darf sich die Gelegenheit, den Film auf der Leinwand in der Originalfassung mit dt. Untertiteln zu sehen, nicht ent­ge­hen las­sen. Alle ande­ren kön­nen sich ihn zum zwei­ten oder drit­ten Mal anschau­en, ist er doch stil­prä­gend für vie­le ernst­zu­neh­men­de Filmemacher und ganz all­ge­mein weg­wei­send für vie­le Kinosozialisationen.”

    Japan 1953, 136 Min.,
    jap. OmU

    R.: Yasujiro Ozu
    B. : Y. Ozu, Kogo Noda

    D.: Chishu Ryu,
    Chieko Higashiyama, Setsuko Hara

    schwei­zer Webseite

  • Isadoras Kinder

    Isadoras Kinder

    Ein Film von Damien Manivel.

    [Credits] [Trailer]

    Nach dem Unfalltod ihrer bei­den Kinder im April 1913 cho­reo­gra­fier­te die US-ame­ri­ka­ni­sche Tanzpionierin Isadora Duncan ein Solo mit dem Titel „Mutter”, in dem sie die­ses trau­ma­ti­sche Erlebnis in einem zar­ten Bewegungszauber zu exor­zie­ren versuchte.

    Regisseur Damien Manivel war Tänzer, bevor er Filme mach­te. In „Isadoras Kinder”, sei­nem mitt­ler­wei­le vier­ten Spielfilm, ver­bin­det er das Schicksal und die­sen Solotanz von Isadora Duncan in drei Geschichten mit den Leben von vier ver­schie­de­nen Frauen im Frankreich von heute.

    Es ist fast ein Wunder, wel­che Kraft aus die­ser schein­bar so klei­nen und schlich­ten Erzählung her­an­wächst und sich immer mehr in den fil­mi­schen Raum entfal­tet. In ruhi­gen Bildern, die auf prä­zi­se Weise Details wie Arme, Hände, Füße und das Gesicht in den Blick neh­men, stellt Manivel Körperarbeit und Alltag neben­einander. Der Tanz ver­än­dert den Blick auf Kinder, die auf einem Schulhof her­umrennen, oder auf eine Qigong-Gruppe.“ Esther Buss, Spiegel online

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    Credits:

    LES ENFANTS D’ISADORA
    Frankreich, Korea 2019, 84 Min., frz.OmU
    Regie: Damien Manivel
    Kamera: Noé Bach
    Schnitt: Dounia Sichov
    mit: Agathe Bonitzer, Manon Carpentier, Marika Rizzi, Elsa Wolliaston

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    Trailer:

    ISADORAS KINDER, offi­zi­el­ler Trailer from eksys­tent dis­tri­bu­ti­on on Vimeo.

     

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    A film by  Damien Manivel. In French with German subtitles.

    [Credits]  [Trailer]

    Following the death of her two child­ren, Isadora Duncan crea­ted the solo Mother in which a mother crad­les her child in a moment of extre­me ten­der­ness, then lets it go. A cen­tu­ry later, four women encoun­ter this heart-ren­ding dance.

    Manivel hadn’t made a film spe­ci­fi­cal­ly about dance befo­re, though this art he long prac­ti­ced lent all his pre­vious films their pre­cis­i­on and rigor. Isadora’s Children should the­r­e­fo­re be seen as the sum­ma­ti­on of a visi­on, that of a cine­ma that devo­tes infi­ni­te atten­ti­on to the tenuous folds of emo­ti­on and beau­ty.” Antoine Thirion

     

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    Credits:

    LES ENFANTS D’ISADORA
    Frankreich, Korea 2019,  84 Min., frz.OmU
    Regie: Damien Manivel
    Kamera:  Noé Bach
    Schnitt: Dounia Sichov
    mit:Agathe Bonitzer, Manon Carpentier, Marika Rizzi, Elsa Wolliaston

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    Trailer:

    ISADORAS KINDER, offi­zi­el­ler Trailer from eksys­tent dis­tri­bu­ti­on on Vimeo.

     

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  • Der nackte König – 18 Fragmente über Revolution

    Der nackte König – 18 Fragmente über Revolution

    Ein Film von Andreas Hoessli. Termin folgt.

    [Credits] [Termine] [Trailer]

    Über die Verwandlung des Menschen in der Revolution, über Geheimdienstagenten und den Versuch, ein neu­es Lebensgefühl im Gedächtnis festzuhalten.

    1979, Revolution im Iran. 1980, Revolution in Polen. Der Sturz des Schahs, des „Königs der Könige” im Iran, Massenstreiks und die Bewegung „Solidarnosc” in Polen. Was geschah in den Köpfen der jun­gen Frauen und Männer, die damals an den Revolutionen betei­ligt waren? Was ging in ihnen vor, als die Revolution nie­der­ge­schla­gen wur­de, oder – wie im Iran – eine reli­gi­ös-auto­ri­tä­re Elite die Macht über­nahm? Der Filmautor Andreas Hoessli leb­te damals als Forschungsstipendiat in Polen. Dort lern­te er den Reporter Ryszard Kapuscinski ken­nen, der von der Revolution im Iran berich­te­te. Kapuscinskis Aufzeichnungen sind Ausgangspunkt der Filmerzählung, in der der Filmautor auch die Berichte des pol­ni­schen Geheimdiensts über ihn selbst auf­greift – er ent­deckt dabei, dass er als Figurant unter dem Name „Hassan” für die gehei­men Dienste der Polnischen Volksrepublik ange­wor­ben wer­den sollte.
    „Der nack­te König – 18 Fragmente über Revoution” wur­de am Dokumentarfilmfestival München 2019 mit dem Hauptpreis im inter­na­tio­na­len Wettbewerb aus­ge­zeich­net. Begründung der Jury: „We reco­gni­ze a pre­cise psy­cho­lo­gi­cal por­trait of a per­pe­tual­ly shat­te­ring world. As this essay moves across time, it tran­s­cends the power of record and docu­men­ta­ti­on alo­ne, to sur­vey the remains of revo­lu­ti­on, in con­ver­sa­ti­on with roman­ti­cism and limitation.”

    [nbsp]
    Credits:

    CH/DE/PO 2019., 108 Min., Polnisch, Farsi, Englisch, Deutsch OmU, 
    Buch und Regie: Andreas Hoessli
    Schnitt: Lena Rem
    Kamera: PeterZwierko

    Termine:

    • noch kei­ne oder kei­ne mehr 

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    Trailer:

    DnK – Der Nackte König_Trailer-DE from Mira Film on Vimeo.

     A film by Andreas Hoessli. Postponed.

    [Credits] [Termine] [Trailer]

    1979, Revolution in Iran. 1980, Revolution in Poland. The fall of the Shah, the „King of Kings” in Iran, mass strikes and the „Solidarnosc” move­ment in Poland. What hap­pen­ed in the minds of the young women and men who were invol­ved in the revo­lu­ti­ons at the time? What hap­pen­ed to them when the revo­lu­ti­on was sup­pres­sed or – as in Iran – when a reli­gious-aut­ho­ri­ta­ri­an eli­te took power?

    Der nack­te König – 18 Fragmente über Revoution” wur­de am Dokumentarfilmfestival München 2019 mit dem Hauptpreis im inter­na­tio­na­len Wettbewerb aus­ge­zeich­net. Begründung der Jury: „We reco­gni­ze a pre­cise psy­cho­lo­gi­cal por­trait of a per­pe­tual­ly shat­te­ring world. As this essay moves across time, it tran­s­cends the power of record and docu­men­ta­ti­on alo­ne, to sur­vey the remains of revo­lu­ti­on, in con­ver­sa­ti­on with roman­ti­cism and limitation.”

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    Credits:

    CH/DE/PO 2019., 108 Min., Polnisch, Farsi, Englisch, Deutsch OmU, 
    Buch und Regie: Andreas Hoessli
    Schnitt: Lena Rem
    Kamera: PeterZwierko

    Termine:

    • noch kei­ne oder kei­ne mehr 

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    Trailer:

    DnK – Der Nackte König_Trailer-DE from Mira Film on Vimeo.