Kategorie: archiv

  • Axiom

    Axiom

    Ein Film von Jöns Jönsson.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Julius ist ein rede­ge­wand­ter jun­ger Museumswärter, der sich all­seits gro­ßer Beliebtheit erfreut. Eines Tages lädt er sei­ne Kolleg*innen zu einem Segeltörn auf dem Boot sei­ner ade­li­gen Familie ein. Die Stimmung kippt. Julius ist nicht der, der er zu sein vor­gibt.
    Moritz von Treuenfels ist die per­fek­te Besetzung für die Rolle des char­man­ten jun­gen Mannes, dem man zunächst ger­ne folgt, bevor einem unver­se­hens immer unwoh­ler wird. Denn Julius’ dyna­mi­sche Haltung zum Leben bringt aller­hand Widersprüche mit sich. In sei­nem fein­sin­nig geschrie­be­nen und insze­nier­ten Film über Identität und Sozialverhalten setzt Jöns Jönsson die Idee vom „Fake it till you make it“ der Zerreißprobe aus. Julius beein­druckt mit Weltgewandtheit und Eloquenz, er ver­kör­pert das moder­ne Ideal eines Menschen, der sich selbst stän­dig neu erfin­det. Doch sei­ne Verhaltensmuster ste­hen in Konflikt mit gesell­schaft­li­chen Regeln. Mit einer Flexibilität, ähn­lich der des Protagonisten, erkun­det Axiom die­sen ver­stö­ren­den Widerspruch – ein fas­zi­nie­ren­der Film, der Herz und Verstand erschüt­tert.
    „Auf die Idee zu AXIOM kam ich durch eine kur­ze Anekdote, die mir ein Freund vor vie­len Jahren erzählt hat. Ein Bekannter von ihm hat­te einen neu­en Kollegen, der immer etwas Interessantes zu sagen hat­te. Ein cha­ris­ma­ti­scher, sym­pa­thi­scher Typ, mit dem man sich ger­ne befreun­de­te. Eines Tages hat er sei­ne Kolleg*innen zu einem Segelboot ein­ge­la­den, doch der Ausflug fand nie statt. Es hat dann noch etwas gedau­ert, bis sie her­aus­ge­fun­den haben, was mit dem Typen nicht stimm­te.
    AXIOM ist ein Film über das Menschsein, wie ich es sehe, zusam­men­ge­fasst in dem Satz “Fake it till you make it”, der für mich sehr tref­fend unser aller Verhalten von der Geburt an cha­rak­te­ri­siert. Die Vorstellung solch einer Person, die auf wider­sprüch­li­che Weise so ver­bun­den mit ihrer Umwelt und doch so iso­liert von ihr ist, hat mich fas­zi­niert und zum Nachdenken bewegt. Dies brach­te mich schließ­lich an einen Punkt, an dem ich jede Art von “wah­rer Identität” voll­stän­dig in Frage stel­len muss­te, ganz im Sinne des Schriftstellers Luigi Pirandello, der vor­schlug, dass wir alle für jede neue Person, die wir tref­fen, eine neue Identität erfin­den.“
    Jöns Jönsson

    Credits:

    DE 2021, 113 Min., dt. OmeU
    Regie & Buch: Jöns Jönsson
    Kamera: Johannes Louis
    Schnitt: Stefan Oliveira-Pita
    mit: Moritz von Treuenfels, Ricarda Seifried, Thomas Schubert, Zejhun Demirov, Sebastian Klein, Leo Meier, Ines Marie Westernströer

    Trailer:
    From: Cineuropa
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    a Film by Jöns Jönsson. In German with English subtitles. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Julius is an elo­quent young muse­um atten­dant loved by his fri­ends, col­le­agues and his girl­fri­end. One day he invi­tes his fel­low workers to join him for a sai­ling trip on his aris­to­cra­tic family’s boat. But some­thing goes wrong. Julius is not who he seems to be.
    Moritz von Treuenfels is the per­fect choice to embo­dy this char­ming young man whom we glad­ly fol­low at first, only to feel less and less com­for­ta­ble with the con­tra­dic­tions that ari­se from his flu­id approach to life. In this fine­ly writ­ten and direc­ted film about iden­ti­ty and social beha­viour, Jöns Jönsson pushes the idea of “fake it till you make it” to its brea­king point. Julius impres­ses ever­yo­ne with his world­ly know­ledge and free-flowing con­ver­sa­ti­on embo­dy­ing modern ide­als of self-reinven­ti­on. Yet his beha­viou­ral pat­terns are in con­flict with the rules of socie­ty. Unfolding with a fle­xi­bi­li­ty that echo­es that of the prot­ago­nist, Axiom is a fasci­na­ting explo­ra­ti­on of this dis­quie­ting con­tra­dic­tion that is both vis­ce­ral and intellec­tual­ly dizzying.

    Credits:

    DE 2021, 113 Min.,
    Regie & Buch: Jöns Jönsson
    Kamera: Johannes Louis
    Schnitt: Stefan Oliveira-Pita
    mit: Moritz von Treuenfels, Ricarda Seifried, Thomas Schubert, Zejhun Demirov, Sebastian Klein, Leo Meier, Ines Marie Westernströer

    Trailer:
    From: Cineuropa
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  • France

    France

    Ein Film von Bruno Dumont.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Wie wun­der­bar kann man sich über sie aus­tau­schen, was sie tun, wie sie es tun, wie sie sich prä­sen­tie­ren. Watching the Detektive: Die Belustigung oder der Aufreger über öffent­li­che Medienvertreter ist selbst schon zur eige­nen Unterhaltungsform gewor­den. Bruno Dumont ver­sucht sich an der Überdrehung die­ser Entertainment- schrau­be. Lea Seydoux spielt France, eine sehr pro­mi­nen­te Fernsehmoderatorin, die immer dahin geht, „wo es weh­tut“. Das ist wahl­wei­se eine Regierungskonferenz, ein Kriegsgebiet oder eine Seenotrettungsaktion. Immer mit­ten­drin, nah am Sujet, per­fekt in Szene gesetzt zeigt sie der Gemeinde, was die sehen will, Sensation, Aktion und Anteilnahme. Aber der Film geht wei­ter. France de Meure ist immer etwas zu schrill, zu uner­schro­cken, zu schnell, zu beliebt, dabei stets unter­stützt, oder auch getrie­ben, von ihrer, alles mit „geni­al“ kom­men­tie­ren­den Assistentin. Aber nicht alles ist per­fekt. Die Wohnung ist eine rie­si­ge Designer-Gruft, die Ehe nur noch ein lang­wei­li­ger Witz, und ein Unfall schafft es schließ­lich, sie völ­lig aus der Bahn zu wer­fen. Aber aus der Katastrophe erwächst ja immer auch eine neue Chance, sagt jeden­falls das „Positive Denken“.

    „Das Systemische, von dem die­se Satire zeugt, umfasst die Zuschauerschaften, die als Fans ins Bild tre­ten, eben­so wie die, die im Kino vor dem Film sit­zen. Weil er sich dabei angreif­bar macht, gerät Dumont womög­lich selbst unter die Räder. Das wäre nicht das Schlechteste für eine Farce, die davon erzählt, dass nie­mand über­le­gen ist.“
    Frédéric Jaeger | critic.de

    Credits:

    FR 2021, 133 Min., frz. OmU
    Regie: Bruno Dumont
    Kamera: David Chambille
    Schnitt: Nicolas Bier
    Mit: Léa Seydoux, Blanche Garin, Benjamin Biolay, Emanuele Arioli, Gaëtan Amiel, Juliane Köhler, Jawad Zemar

    Trailer:
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    a Film by Bruno Dumont. In French with German subtitles. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Full of absurd humour, Bruno Dumont’s new film shows how quick­ly one can fall into the abyss – and re-emer­ge stron­ger. Paris: star jour­na­list France de Meurs (Léa Seydoux) has her hands full as a talk­show host, war repor­ter, mother and wife. After a car acci­dent in which she inju­res a scoo­ter dri­ver, her well-orde­red world gets out of con­trol. France fights the down­ward spi­ral, yet ends up losing almost ever­y­thing. But France de Meurs isn’t France de Meurs for not­hing. She starts again from squa­re one – this time with a healt­hy por­ti­on of iro­ny and a twink­le in he eye.

    Credits:

    FR 2021, 133 Min., frz. OmU
    Regie: Bruno Dumont
    Mit: Léa Seydoux, Blanche Garin, Benjamin Biolay, Emanuele Arioli, Gaëtan Amiel, Juliane Köhler, Jawad Zemar

    Trailer:
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  • The United States of America

    The United States of America

    Ein Film von James Benning.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Wie schön, end­lich wie­der ein neu­er „Benning“.
    Es beginnt mit „Heron Bay, Alabama“ und endet mit „Kelly, Wyoming“. dazwi­schen lie­gen wei­te­re 50 Einstellungen, beti­telt mit US-ame­ri­ka­ni­sche Bundesstaaten, ein­schließ­lich Puerto Rico und District of Columbia, die offi­zi­ell kei­ne sind.
    Manche der, erwart­bar wun­der­bar kom­po­nier­ten, sta­ti­schen Einstellungen von Landschaft, Städten, Wegen und sons­ti­gen Orten wer­den unter­legt und ergänzt durch Erinnerungen, Songs, zwei poli­ti­schen Reden (u.a. Woody Guthrie, Martin Luther King, Dwight D. Eisenhower, Alicia Keys).
    1975 fuhr Benning zusam­men mit Regisseurin Bette Gordon durch die USA, das durch die Windschutzscheibe gefilm­te Werk hieß „The United States of America“. Jetzt wird mit der Neuauflage glei­chen Namens das Bild aktua­li­siert.
    „Nicht zuletzt war James Benning immer schon auch ein Spieler und Humorist. In die­sem Film beglückt er sei­ne Fans mit vie­len augen­zwin­kern­den Referenzen und Anspielungen auf frü­he­re Arbeiten. Der größ­ten Spaß, den er sich her­aus­nimmt, ist aber eine gewich­ti­ge Verschiebung im Verständnis des gesam­ten Films aus der Rückschau. Genaueres ver­ra­ten wer­den soll hier aus Spoiling-Gründen nicht. Aber bit­te blei­ben Sie auf­merk­sam bis zum Abspann! Es könn­te sein, dass Sie „The United States of America“ danach gleich ein zwei­tes Mal sehen wol­len.“
    Silvia Hallensleben | Der Tagesspiegel

    Credits:

    USA 2022, 98 Min., eng­li­sche OV (kaum Dialog)
    Regie: James Benning

    Trailer:
    The United States of America | Clip | Berlinale 2022
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    A film by James Benning. In English.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    James Benning’s first film cal­led The United States of America was a 1975 trip across the coun­try, cap­tu­ring its sce­n­ery through a car winds­hield. This second one also cris­scros­ses the nati­on, but wit­hout a car, car­ving it up ins­tead into a series of sta­tic shots of just under two minu­tes, one for each sta­te, pre­sen­ted alpha­be­ti­cal­ly, from Heron Bay, Alabama to Kelly, Wyoming. The names of the places are non­de­script, but the images atta­ched to them are any­thing but, imma­cu­l­ate­ly com­po­sed shots of land­scape, city­scape and the spaces in bet­ween. As we move from A to Z, the images coale­s­ce into a por­trait of today’s USA, tra­cing out its fault lines almost in pas­sing: fen­ced-off faci­li­ties, a river bed run­ning dry, fac­to­ries and refi­ne­ries, run-down streets and gas sta­ti­ons, a camp under a bridge. The past is the­re too, see­ping up through the songs and spee­ches that spo­ra­di­cal­ly pier­ce the back­ground noi­se or the motifs that evo­ke a who­le care­er; the clouds, trains and cab­ins are stand-ins for films, not just sta­tes. As always, there’s time for more abs­tract thoughts too: each image may stand for a sta­te, but repre­sen­ta­ti­vi­ty is slip­pery. Which sta­te is more cine­ma­tic than the rest?

    Credits:

    USA 2022, 98 Min., eng­li­sche OmU
    Regie: James Benning

    Trailer:
    The United States of America | Clip | Berlinale 2022
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  • Stand up my Beauty

    Stand up my Beauty

    ein Film von Heidi Specogna. Filmgespräch mit Heidi Specogna am So., 22.5.22

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Nardos Wude Tesfaw hat­te Glück. Sie ent­kam dem Schicksal, das gut ein Drittel der Mädchen in Äthiopien trifft und wur­de nicht schon als Kind ver­hei­ra­tet. Statt des­sen schaff­te sie es als Jugendliche, durch Schwerstarbeit auf eige­nen Füßen zu ste­hen und schließ­lich zu machen, was sie kann und und will: Musik. Nardos singt in einem Club in Addis Abeba in der Azmari-Tradition, eine Art gesun­ge­nes Gespräch, und tourt aber auch mit ihrer Band Ethiocolor durch die Welt (und trat z.B. beim Jazz-Fest in Moers auf). Die Sängerin ist wohl bekannt, kann sich und ihre zwei Kinder finan­zi­ell aller­dings gera­de so durch­brin­gen.
    Ihr Traum ist es, eige­ne Lieder zu zu schrei­ben, und Texte, die von der Situation der Frauen im Land han­deln, zusam­men mit der Dichterin Gennet in Musik umzu­set­zen. Dazu fährt sie durchs Land und spricht mit vie­len Frauen und Mädchen, die Zwangsverheiratung ist dabei ein zen­tra­les Thema.
    Heidi Specogna beglei­tet ihre Reisen fünf Jahre lang, wobei die Grundlage dafür, sagt die Regisseurin, das gegen­sei­ti­ge Vertrauen war, das sich wäh­rend ihrer Recherche auf­ge­bau­te.
    Gleichzeitig hält der Film die rasan­ten Entwicklungen in der Mega-Stadt Addis-Abbeba wäh­rend die­ses Zeitraumes fest.
    „… Specogna macht kei­ne Bilder über die Köpfe der Frauen hin­weg. Vielmehr unter­läuft sie kon­se­quent jede euro­zen­tri­sche Perspektive, indem die Musik von Nardos den Rhythmus bestimmt, die Bilder sich an Gennets Poesie anschmie­gen und die Montage das Individuell-Biografische ein­fühl­sam mit der gesell­schaft­li­chen Perspektive zu ver­bin­den weiß. „Stand Up My Beauty“ fächert sich auf, lässt Raum für Prozesse, nur um sie im nächs­ten Moment zu Zeitbildern zu ver­dich­ten.“
    Sebastian Seidler | Film Bulletin

    Credits:

    DE/CH 2021, 110 Min., amha­rische OmU
    Regie: Heidi Specogna

    Kamera: Johann Feindt
    Schnitt: Kaya Inan

    Trailer:
    STAND UP MY BEAUTY – Offizieller Trailer (OV/d)
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    A film by Heidi Specogna. In Amharic with German subtitles.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Nardos, an Azmari sin­ger from Addis Ababa, dreams of tel­ling sto­ries about the lives of ordi­na­ry peo­p­le through her music. In her search of sto­ries for her songs, she meets Gennet, a poet who lives on the streets with her child­ren. As Nardos puts the lives of Ethiopian women, their visi­ons and power at the cent­re of her crea­ti­on, we dive deeper and deeper into a rapidly chan­ging country.

    Credits:

    DE/CH 2021, 110 Min., amha­rische OmU
    Regie: Heidi Specogna

    Kamera: Johann Feindt
    Schnitt: Kaya Inan

    Trailer:
    STAND UP MY BEAUTY – Offizieller Trailer (OV/d)
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  • Der schlimmste Mensch der Welt

    Der schlimmste Mensch der Welt

    ein Film von Joachim Trier.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Welchen Weg will ich beruf­lich ein­schla­gen? Was soll ich stu­die­ren? Wann ist die Phase des Ausprobierens abge­schlos­sen? Und wie sieht es mit Partnerschaft und Familienplanung aus? Fragen über Fragen beschäf­ti­gen in Der schlimms­te Mensch der Welt die fast 30-jäh­ri­ge Protagonistin Julie (Renate Reinsve), die, wie uns ein Schnelldurchlauf zu Beginn vor Augen führt, gleich meh­re­re Arbeitsfelder erforscht. Medizin, Psychologie und Fotografie ver­set­zen sie kurz­zei­tig in Begeisterung. Wirklich fest­le­gen kann sich die jun­ge Frau jedoch nicht, jobbt daher zunächst wei­ter in einer Buchhandlung und ist genervt, wenn sie in jedem zwei­ten Gespräch nach ihren Ambitionen gefragt wird. Die Auswahlmöglichkeiten mögen so groß wie nie zuvor sein. Gerade das hemmt aller­dings auch die Entscheidungsfreudigkeit. Zudem spürt sie stän­dig Druck von außen.
    Thema sind die­se Dinge nicht zuletzt in ihrer Beziehung mit dem rund 15 Jahre älte­ren Comicautor Aksel (Anders Danielsen Lie), der im Gegensatz zu ihr mit sei­nen pro­vo­kan­ten Arbeiten einen erfolg­rei­chen Karriereweg beschrei­tet. Er selbst fühlt sich in einer Lebensphase ange­kom­men, in der es lang­sam Zeit wird für eine eige­ne Familie. Julie hin­ge­gen glaubt, dafür noch nicht bereit zu sein, möch­te vor­her ande­re Erfahrungen sam­meln und zwei­felt des­halb zuneh­mend an ihrer Partnerschaft.“ Christopher Diekhaus | programmkino.de
    „All dies geschieht so sou­ve­rän und klug, so selbst­be­wusst und vol­ler Respekt für Julie und all die Menschen, dass es eine hel­le Freude ist, sich auf die­sen Film und die­ses chao­ti­sche Leben ein­zu­las­sen — was auch, aber nicht aus­schließ­lich an Renate Reinsve liegt, die in der Rolle der Julie eine der viel­leicht bes­ten Entdeckungen der letz­ten Zeit ist. Sie hält die Balance zwi­schen Schönheit und Verunsicherung, zwi­schen Tragik und Komik, Alltagsbanalität und onto­lo­gi­scher Sinnsuche in einem schwan­ken­den Gleichgewicht, wie man ihn auf die­se Weise und dar­über hin­aus als Generationsbeschreibung nur sel­ten im Kino gese­hen hat.“
    Joachim Kurz | Kino-zeit

    Credits:

    VERDENS VERSTE MENNESKE
    NO 2021, 128 Min., norw. OmU
    Regie: Joachim Trier
    Kamera: Kasper Tuxen

    Schnitt: Olivier Bugge Coutté
    Mit: Renate Reinsve, Anders Danielsen Lie, Herbert Nordrum

    Trailer:
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    a film by Joachim Trier. In Norwegian with German subtitles.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Julie is almost 30 and has no idea what kind of life she wants to lead. Overwhelmed by all the pos­si­bi­li­ties, she keeps chan­ging her mind. She drops out of medi­cal school to try her hand at psy­cho­lo­gy – or may­be pho­to­gra­phy. Her con­fi­dent 44-year-old boy­fri­end, Aksel, a long-estab­lished comic book aut­hor, has always wan­ted them to have a child tog­e­ther, but Julie just isn’t rea­dy. When she meets the young and ener­ge­tic Eivind at a par­ty one day, her life faces ano­ther tur­ning point. Director Joachim Trier pres­ents a zeit­geist come­dy about the Millennial gene­ra­ti­on and the dif­fi­cul­ty of making small and big decis­i­ons. A bit­ters­weet film that con­ju­res up both exhi­la­ra­ting and melan­cho­lic moments of truth on the big screen.

    Credits:

    VERDENS VERSTE MENNESKE
    NO 2021, 128 Min., norw. OmU
    Regie: Joachim Trier
    Kamera: Kasper Tuxen

    Schnitt: Olivier Bugge Coutté
    Mit: Renate Reinsve, Anders Danielsen Lie, Herbert Nordrum

    Trailer:
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  • A E I O U – Das schnelle Alphabet der Liebe

    A E I O U – Das schnelle Alphabet der Liebe

    ein Film von Nicolette Krebitz.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Vor einem Szenelokal in West-Berlin wird eine Schauspielerin über­fal­len. Ein jun­ger Mann rem­pelt sie an, ent­reißt ihr die Handtasche und läuft davon. Die Dame fällt auf die Knie und schaut dem Dieb hin­ter­her. Wenig spä­ter ste­hen sie ein­an­der wie­der gegen­über. Anna (Sophie Rois) und Adrian (Milan Herms). Dieses Mal ist sie sei­ne Lehrerin und soll ihn im Sprechen unter­rich­ten. Adrian ist ein Waisenkind und gilt als schwie­ri­ger Fall. Anna ist Schauspielerin, aber spie­len tut sie schon lan­ge nicht mehr. Beide ste­hen ein Stück neben dem Leben, einen Schritt außer­halb der Gesellschaft. Anna emp­fängt Adrian bei sich zuhau­se. Ihre Wohnung gehört Michel (Udo Kier), ihm gehört das gan­ze Haus. Er ist ihr größ­ter Fan. Bald wer­den die Unterrichtsstunden zu Abendessen, Spaziergängen und gemein­sam gerauch­ten Zigaretten. Und irgend­wann ver­su­chen sie es mit dem Rest der Welt auf­zu­neh­men. Angefeuert von­ein­an­der, aber ohne einen Pfennig, ver­las­sen sie die Stadt. Sie wol­len nach Frankreich, ans Meer…
    „Der Ausgangspunkt die­ses Films war eigent­lich mein letz­ter Film. Ich woll­te da wei­ter­ma­chen, wo ich auf­ge­hört hat­te. In WILD hat mich die unmög­li­che Liebesgeschichte vor allem des­we­gen begeis­tert, weil sich die Hauptfigur in der Liebe zum Wolf nicht an Beziehungsbildern ori­en­tie­ren muss­te, die es schon gibt und an denen man ansons­ten nicht vor­bei­kommt.
    Während Ania in WILD dafür mit ihrem alten Leben Schluss machen muss­te, ver­su­chen Anna und Adrian es in A E I O U mit der Wirklichkeit auf­zu­neh­men. Sie sind ein rich­ti­ges Paar und machen mehr oder weni­ger ganz nor­ma­le „Paarsachen“. Und trotz­dem sind sie anders als die ande­ren. Anna, weil sie sich gar nicht dar­um schert, irgend­ei­nem Frauenbild zu ent­spre­chen. Und Adrian, weil ihm alles egal ist, so wie er allen egal ist – bis er Anna trifft – und sei­ne Stimme fin­det.
    Es ist also eine ganz ähn­li­che Ausgangsposition, wie in WILD, was die Aussichten betrifft, aber etwas sozia­ler und viel­leicht für den ein oder ande­ren freund­li­cher.“ Nicolette Krebitz über ihren Film

    Credits:

    DE/FR 2022, 104 Min., dt.OmeU
    Regie: Nicolette Krebitz
    Kamera: Reinhold Vorschneider
    Schnitt: Bettina Böhler
    mit: Sophie Rois, Udo Kier, Milan Herms, Nicolas Bridet

    Trailer:
    AEIOU — A Quick Alphabet of Love new clip offi­ci­al from Berlin Film Festival 2022 – 2⁄3
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    a film by Nicolette Krebitz. In German with English subtitles.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Anna is 60 and her acting heyday is now behind her. She lives on her own but has a fri­end and con­fi­dant in her down­s­tairs neigh­bour Michel, who is also sin­gle. Reluctantly, Anna accepts a job as a lan­guage coach for 17-year-old Adrian who has a speech impe­di­ment and is some­thing of a mis­fit. She reco­g­ni­s­es him as the boy who recent­ly snat­ched her hand­bag in the street …
    “Irresistible” is the term that springs to mind when describ­ing this light-foo­ted and humo­rous sto­ry of an impos­si­ble love affair bet­ween a thief and a lady. Director Nicolette Krebitz hand­les the fra­gi­le balan­ce bet­ween the dic­ta­tes of socie­ty and the heart with gre­at care. The fresh breath of free­dom blows through a nar­ra­ti­ve that makes room for a nod to old West Berlin, some gent­le teasing of Germany’s French neigh­bours, and even a ghost that is cha­sed away to make way for new pos­si­bi­li­ties. But most of all, A E I O U is a pas­sio­na­te love let­ter to Sophie Rois and, per­haps through her, all the bril­li­ant actors negle­c­ted by an indus­try all too fond of young blood. Well, it turns out that the­se young play­ers, embo­di­ed here by new­co­mer Milan Herms, not only look up to their more expe­ri­en­ced peers, they tru­ly love them.

    Credits:

    DE/FR 2022, 104 Min., dt.OmeU
    Regie: Nicolette Krebitz
    Kamera: Reinhold Vorschneider
    Schnitt: Bettina Böhler
    mit: Sophie Rois, Udo Kier, Milan Herms, Nicolas Bridet

    Trailer:
    AEIOU — A Quick Alphabet of Love new clip offi­ci­al from Berlin Film Festival 2022 – 2⁄3
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  • Sun Children

    Sun Children

    ein Film von Majid Majidi.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Wer sich noch an Filme wie „Kinder des Himmels „Die Farben des Paradieses“ oder „Baran“ erin­nert, weiß, dass die Filme von Majid Majidi stets die Schicksale von Kindern in den Fokus stel­len. Auch sein neu­es Werk hat der ira­ni­sche Regisseur den „152 Millionen Kindern, die welt­weit zur Arbeit gezwun­gen wer­den, in Minen, auf Müllhalden oder in Sweatshops“ gewid­met. Es beginnt rasant, und sofort führt uns der Film die Klassenunterschiede in der Islamischen Republik vor die Augen, wenig sub­til, dafür umso ein­drück­li­cher. Vier Jungen müs­sen in der Tiefgarage einer Luxusmall Autoreifen aus­ge­wähl­ter teu­rer Modelle zwecks Weiterverwendung steh­len. Sie leben auf der Straße oder kom­men aus zer­rüt­te­ten Familien; die ille­ga­le Arbeit für die Autowerkstatt sichert ihr Überleben.
    Für den neus­ten Auftrag, den der 12-jäh­ri­ge Ali, der schlaus­te Kopf der Truppe, vom Boss bekommt, muss sich das Quartett in einer Schule ein­schrei­ben. Die heißt „Sun School“ und ist ein schlecht aus­ge­stat­te­tes, spen­den basier­tes Projekt für Straßenkinder, das haupt­säch­lich durch das Engagement ein­zel­ner Lehrer auf­recht gehal­ten wer­den kann. Es könn­te die ein­zi­ge Chance auf ein bes­se­res Leben sein, aber die Jungs haben ande­re Pläne. Sie sol­len einen „Schatz“ heben, der unter dem Gelände ver­bor­gen liegt.
    „Nach der Hälfte des Films hat­te ich das Gefühl, eine ziem­lich gute Vorstellung von der Richtung zu haben, in die es geht, aber das stimm­te nicht ganz; Majidi gräbt tie­fer. Dabei legt er eine unter­ir­di­sche Welt frei, in der es kei­ne ein­fa­chen Antworten und nur weni­ge Happy Ends gibt. Mit Energie und Herz, mit einer Tendenz zur Tragödie, arbei­tet sich „Sun Children“ durch den Schlamm und geht umso gestärk­ter dar­aus her­vor. Die Suche ist nur ein Ablenkungsmanöver, der wah­re Schatz ist der Film.“ Xan Brooks | The GuardianWer sich noch an Filme wie „Kinder des Himmels „Die Farben des Paradieses“ oder „Baran“ erin­nert, weiß, dass die Filme von Majid Majidi stets die Schicksale von Kindern in den Fokus stel­len. Auch sein neu­es Werk hat der ira­ni­sche Regisseur den „152 Millionen Kindern, die welt­weit zur Arbeit gezwun­gen wer­den, in Minen, auf Müllhalden oder in Sweatshops“ gewid­met. Es beginnt rasant, und sofort führt uns der Film die Klassenunterschiede in der Islamischen Republik vor die Augen, wenig sub­til, dafür umso ein­drück­li­cher. Vier Jungen müs­sen in der Tiefgarage einer Luxusmall Autoreifen aus­ge­wähl­ter teu­rer Modelle zwecks Weiterverwendung steh­len. Sie leben auf der Straße oder kom­men aus zer­rüt­te­ten Familien; die ille­ga­le Arbeit für die Autowerkstatt sichert ihr Überleben.
    Für den neus­ten Auftrag, den der 12-jäh­ri­ge Ali, der schlaus­te Kopf der Truppe, vom Boss bekommt, muss sich das Quartett in einer Schule ein­schrei­ben. Die heißt „Sun School“ und ist ein schlecht aus­ge­stat­te­tes, spen­den basier­tes Projekt für Straßenkinder, das haupt­säch­lich durch das Engagement ein­zel­ner Lehrer auf­recht gehal­ten wer­den kann. Es könn­te die ein­zi­ge Chance auf ein bes­se­res Leben sein, aber die Jungs haben ande­re Pläne. Sie sol­len einen „Schatz“ heben, der unter dem Gelände ver­bor­gen liegt.
    „Nach der Hälfte des Films hat­te ich das Gefühl, eine ziem­lich gute Vorstellung von der Richtung zu haben, in die es geht, aber das stimm­te nicht ganz; Majidi gräbt tie­fer. Dabei legt er eine unter­ir­di­sche Welt frei, in der es kei­ne ein­fa­chen Antworten und nur weni­ge Happy Ends gibt. Mit Energie und Herz, mit einer Tendenz zur Tragödie, arbei­tet sich „Sun Children“ durch den Schlamm und geht umso gestärk­ter dar­aus her­vor. Die Suche ist nur ein Ablenkungsmanöver, der wah­re Schatz ist der Film.“
    Xan Brooks | The Guardian

    Credits:

    Khōrshīd
    Iran 2020, 99 Min., far­si OmU
    Regie: Majid Majidi
    Drehbuch: Majid Majidi, Nima Javidi
    Darsteller: Rouhollah Zamani, Ali Nasirian, Javad Ezzati, Tannaz Tabatabaie
    Kamera: Hooman Behmanesh

    Trailer:
    Sun Children – Official US Trailer
    Im Kino mit deut­schen Untertiteln
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    a film by Majid Majidi. In Farsi with German subtitles. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    SUN CHILDREN is the sto­ry of 12-year-old ALI and his three fri­ends. Together they work hard to sur­vi­ve and sup­port their fami­lies, doing small jobs in a gara­ge and com­mit­ting pet­ty cri­mes to make fast money. In a turn of events that seems mira­cu­lous, Ali is ent­rus­ted to find a hid­den tre­asu­re under­ground. He recruits his gang, but first, to gain access to the tun­nel, the child­ren must enroll at the Sun School, a cha­ri­ta­ble insti­tu­ti­on that tri­es to edu­ca­te street kids and child labo­rers, clo­se to whe­re the tre­asu­re is located.

    Credits:

    Khōrshīd
    Iran 2020, 99 Min., far­si OmU
    Regie: Majid Majidi
    Drehbuch: Majid Majidi, Nima Javidi
    Darsteller: Rouhollah Zamani, Ali Nasirian, Javad Ezzati, Tannaz Tabatabaie
    Kamera: Hooman Behmanesh

    Trailer:
    Sun Children – Official US Trailer
    Im Kino mit deut­schen Untertiteln
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  • Achtung Berlin 2022

    Achtung Berlin 2022

    Das Filmfestival Achtung Berlin!, bei dem wir mitt­ler­wei­le zum vier­ten Mal Spielort sind, prä­sen­tiert zwar Produktionen aus Berlin, ist aber nicht an den Ort gebun­den.
    Wir begin­nen unse­re Auswahl z.B. auf Usedom, und sehen in ZWISCHENSAISON [Tickets] mit Regisseurin Tina Tripp vier Auszubildenden im Gastgewerbe, zwei Köchen, zwei Servicekräften, bis zur Prüfung über die Schultern. DE 2022, 105 Min., So. 24.4. 18:30
    Dann kom­men wir nach Berlin, wo in Florian Hoffmanns Debut-Spielfilm STILLE POST [Tickets] ein Paar ver­zwei­felt ver­sucht, media­le Aufmerksamkeit für die Situation der Kurden in der Türkei und den Krieg gegen sie zu erlan­gen. DE 2021, 94 Min., So. 24.4. 21:00
    Ein paar Schritte zurück, und wir sind in einem Bulgarischen Bergdorf. Hier por­trä­tiert Eliza Petkova in MAYOR, SHEPHERD, WIDOW, DRAGON [Tickets] eini­ge der noch ver­blie­be­nen Bewohner, außer­dem gibt es hier auch noch einen Drachen. DE BG 2020, 97 Min., Mo. 25.4. 18:30
    Weiter west­lich in Wien bekommt die jun­ge und talen­tier­te fast-Architektin Eva einen begehr­ten Job bei einem Star-Architekten. In RISSE IM FUNDAMENT (Foto oben) [Tickets] erzäh­len Genia Leis und Gerald Sommerauer von ganz all­täg­li­chen Machtspielen und Zuschreibungen, zu denen Eva Position bezie­hen muss. DE 2022, 84 Min., Mo. 25.4. 21:00
    In VOR ZEIT [Tickets] macht sich ein alter-Ego von Regisseurin Juliane Henrich in Polen auf die Suche nach Spuren der Vergangenheit und fin­det Hinweise auf Migrations- und Fluchtbewegungen, die auf die Gegenwart zie­len. DE 2021, 80 Min., Di. 26.4. 18:30
    Rebeca Ofeks Spielfilm JESSY [Tickets] beruht auf einer eige­nen Erfahrung. Die 13-jäh­ri­ge Jessica lebt allein mit ihrer Mutter in Berlin, als ihr Vater nach 7 Jahren aus dem Knast zurück nach Hause kommt und nichts mehr ist, wie es war. DE 2021 79 Min., Di. 26.4. 21:00
    Am Modell sei­ner ehe­ma­li­gen Schule in Brandenburg und der eige­nen Biografie zeigt Christian Bäucker in HEIMATKUNDE [Tickets] ein dif­fe­ren­zier­tes Bild des DDR-Schulsystems und spürt dem Einfluss ost­deut­scher Schulerziehung auf Schülerinnen und Schüler nach.
    DE 2021, 89 Min., Mi. 27.4. 18:30
    Das Anwerbeabkommen mit der Türkei 1961 brach­te mit den Menschen auch ihre Kultur nach Deutschland. Die Musik war die Verbindung zur „alten“ Heimat, die sich hier im Exil zu neu­en Formen und Verbindungen fand. Cem Kayas Dokumentarfilmessay LIEBE, D‑MARK UND TOD [Tickets], den wir zum Abschluss zei­gen, ist eine Nachhilfestunde in tür­kisch-deut­scher Zeitgeschichte. DE 2022, 96 Min., Mi. 27.4. 21:00
    (Bitte beach­ten Sie die Epilepsiewarnung für die­sen Film!)

  • Sechs Tage unter Strom – Unterwegs in Barcelona

    Sechs Tage unter Strom – Unterwegs in Barcelona

    ein Film von Neus Ballús.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Valero (Valero Escolar), Moha (Mohamed Mellali) und Pep (Pep Sarrà) arbei­ten als Installateure in einem Handwerksbetrieb in Barcelona. Immer wenn die Kundschaft ein Problem hat, wer­den sie geru­fen und repa­rie­ren so ziem­lich alles was im Haushalt kaputt­ge­hen kann. Der Marokkaner Moha hat erst vor Kurzem mit dem Job begon­nen und ist noch in der Probezeit, Pep hin­ge­gen steht kurz vor der Rente. Das Miteinander der Drei, die eine Woche lang zusam­men­ar­bei­ten müs­sen, ist nicht immer ein­fach. Denn gera­de Moha muss so man­che Stichelei über sich erge­hen las­sen: von Seiten der Kunden aber vor allem von Valero, der ein Problem mit dem „Neuen“ und aller­lei Vorurteile gegen­über Ausländer zu haben scheint. Können sich die Installateure zusam­men­rau­fen und die Woche überstehen?

    Die kata­la­ni­sche Drehbuchautorin und Regisseurin Neus Ballús wirft in ihrem drit­ten abend­fül­len­den Spielfilm einen hei­te­ren, iro­ni­schen Blick auf das von skur­ri­len Ereignissen gepräg­te (Arbeits-)Leben der drei Protagonisten. Authentizität und Glaubwürdigkeit sind ihr ein Anliegen und das erkennt man etwa an der Wahl ihrer Hauptdarsteller. Sie alle sind Laien-Schauspieler und zum Teil auch im ech­ten Leben Installateure bzw. Handwerker. Sie neh­men den Zuschauer mit in ihren Arbeitsalltag, der sie zu den Kunden nach Hause führt. Dort rei­ni­gen sie ver­stopf­te Rohre, mon­tie­ren Schaltungen, instal­lie­ren Überwachungskameras und brin­gen Klimaanlagen wie­der zum Laufen.

    Hinter ver­schlos­se­ner Tür erhal­ten sie dar­über hin­aus Einblicke in die Lebensrealität und ‑wirk­lich­keit der unter­schied­lichs­ten Personen. Darunter eine Fotografin, ein Psychiater oder ein Rentner. Mit die­ser Mannigfaltigkeit spie­gelt der Film nicht zuletzt die Vielfalt jener Menschen wie­der, die in den engen Gassen und bun­ten Stadtteilen der kata­la­ni­schen Metropole Barcelona leben. Von (Überlebens-)Künstlern und mit­tel­lo­sen Studenten über Akademiker und Arbeitslose bis hin zum ein­fa­chen Arbeiter. Valero, Moha und Pep tau­chen in den Mikrokosmos ihrer Kunden ein – und mit ihnen der Kinobesucher.

    Bei den Kunden kom­men es immer wie­der zu teils höchst bizar­ren, über­aus komi­schen Situationen, etwa wenn die Fotografin den schüch­ter­nen Moha als Model „zweck­ent­frem­det“. Oder bei einem argen­ti­ni­schen Paartherapeuten, der spon­tan eine Analyse der schwie­ri­gen Beziehung zwi­schen Moha und Valero vor­nimmt – wäh­rend gleich­zei­tig sei­ne smar­ten Haushaltsgeräte und moder­nen tech­ni­schen Anlagen außer Kontrolle gera­ten. In all die­sen Momenten ist „Sechs Tage unter Strom“ eher geprägt von einem maka­bren, der­ben Humor, der auf­grund der uner­war­te­ten Ereignisse und dank des Überraschungsmoments jedoch herr­lich funktioniert.

    Eher sub­til und poin­tiert geht Ballús bei der Betrachtung des kom­pli­zier­ten Verhältnisses zwi­schen Moha und Valero vor. Man kann dem grob­schläch­ti­gen, wohl­be­lieb­ten Valero trotz sei­ner noto­risch schlech­ten Laune, der Anzüglichkeiten und der teils unan­ge­brach­ten Andeutungen sei­nem neu­en Kollegen gegen­über, nie wirk­lich böse sein. Insgeheim trägt er das Herz am rech­ten Fleck. Außerdem ver­deut­licht Ballús anhand die­ser Figur, dass die Furcht vor dem „Fremden“ (Migranten) und exis­ten­zi­el­len Sorgen auch im wah­ren Leben lei­der oft in Wut, Aggression sowie in von Vorurteilen gepräg­ten Alltagsrassismus münden.

    Bei genaue­rer Betrachtung behan­delt „Sechs Tage unter Strom“ zudem sehr geschickt eine gan­ze Fülle an Themen, die die Sorgen und Nöte vor allem der ein­fa­chen, hart arbei­ten­den Menschen wider­spie­geln. Es geht um die spa­ni­sche Wirtschaftskrise, Konkurrenzkämpfe, die hohe regio­na­le Arbeitslosigkeit und die Frage, was eigent­lich nach der Pensionierung kommt.

    Björn Schneider | programmkino.de

    Credits:

    Sis dies cor­rents
    ES, FR 2021, 85 Min., span, kata­lan., ber­ber OmU
    Regie: Neus Ballús
    Kamera: Anna Molins
    Schnitt: Neus Ballús, Ariadna Ribas
    mit: Mohamed Mellali, Valero Escolar, Pep
    Sarrà, Paqui Becerra, Pere Codorniu


    Trailer:
    SECHS TAGE UNTER STROM – UNTERWEGS IN BARCELONA – Trailer OmU German | Deutsch
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    a film by Neus Ballús. In Spanish and Katalan with German subtitles.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    To get through his one-week pro­ba­tio­na­ry con­tract, a young Moroccan plum­ber must deal with equal­ly eccen­tric col­le­agues and cus­to­mers. Valero, his supe­ri­or, doubts Moha has what it takes, or that cus­to­mers will accept a Moroccan worker. Maybe six days is not enough time for someone to over­co­me their pre­ju­di­ces. But it might be enough to dis­co­ver that we must live together.

    My father is a plum­ber. I have heard all kinds of weird sto­ries about his job. Over the years, I have been struck by the pre­ju­di­ces and com­ple­xi­ties the­se dai­ly-life situa­tions revealed.

    Credits:

    Sis dies cor­rents
    ES, FR 2021, 85 Min., span, kata­lan., ber­ber OmU
    Regie: Neus Ballús
    Kamera: Anna Molins
    Schnitt: Neus Ballús, Ariadna Ribas
    mit: Mohamed Mellali, Valero Escolar, Pep
    Sarrà, Paqui Becerra, Pere Codorniu


    Trailer:
    SECHS TAGE UNTER STROM – UNTERWEGS IN BARCELONA – Trailer OmU German | Deutsch
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  • Bettina

    Bettina

    ein Film von Lutz Pehnert.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Bettina Wegner, gebo­ren 1947 in Westberlin, auf­ge­wach­sen in Ostberlin, mit 36 Jahren aus­ge­bür­gert, seit­her „ent­wur­zelt“. Der Werdegang der Liedermacherin gehört zu den span­nends­ten Lebensläufen des 20. Jahrhunderts.
    Es ist der Weg von einem Kind, das Stalin glü­hend ver­ehr­te, über eine hoff­nungs­fro­he Teenagerin, die mit ihren eige­nen Liedern eine Gesellschaft mit bau­en möch­te, hin zu einer beseel­ten Künstlerin mit einer uner­schüt­ter­li­chen huma­nis­ti­schen Haltung. So hero­isch das klingt, so irre und aber­wit­zig, mühe­voll und trau­rig, hin­ge­bungs­voll und ver­geb­lich ist es in den vie­len Dingen des Lebens, die zwi­schen den Liedern eine Biografie aus­ma­chen. Davon erzählt Bettina Wegner, davon erzählt der Film.
    „Ich habe Bettina Wegner kurz nach dem Mauerfall ken­nen­ge­lernt. Ich kam von Ostberlin zu ihr in den Westen, nach Frohnau. Es war eine fast sur­rea­le Begegnung. Wir bei­de kamen aus einem Land – und leb­ten in zwei ver­schie­de­nen Welten. Sie kann­te mei­ne Welt, aber ich noch nicht die Ihre. In den letz­ten drei­ßig Jahren bin ich Bettina Wegner immer wie­der begeg­net, bei Konzertauftritten oder zu Interviews. Zuletzt befrag­te ich sie für die rbb-Reihe „Berlin – Schicksalsjahre einer Stadt“ zu ihren Erlebnissen in den Jahren 1967,1968 und 1978. Ich glau­be, dass Bettina Wegner bis heu­te in zwei Welten lebt – hüben und drü­ben, auch wenn sie gera­de selbst nicht genau weiß, wo gera­de hüben und wo drü­ben ist. Bis heu­te also steckt ihr die Geschichte eines Jahrhunderts, die auch ihre eige­ne ist, in den Knochen, in der Seele, in ihren Gedanken. Bei mei­ner Begegnung mit ihr, habe ich sie immer in einer wun­der­ba­ren Mischung aus Nachdenklichkeit und Heiterkeit erlebt, als eine Frau mit Humor. Traurig war sie nie. Sie erzählt von ihrer Vergangenheit mit einem natür­li­chen Gespür für den Aberwitz, den alles Erlebte ent­hält.“ Lutz Pehnert

    Credits:

    DE 2022, 107 Min., deut­sche Fassung mit eng­li­schen Untertiteln
    Regie, Buch: Lutz Pehnert
    Kamera: Anne Misselwitz
    Montage: Thomas Kleinwächter

    Trailer:
    Bettina Trailer Deutsch | German [HD]
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    a film by Lutz Pehnert. In German with English subtitles

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    A bio­gra­phy set in East and West Berlin about the life of a defi­ant woman who unites the poli­ti­cal and the pri­va­te in the poet­ry of her song lyrics. Bettina Wegner is often redu­ced to just one of her many songs, “Sind so klei­ne Hände” (“Children”) and her col­la­bo­ra­ti­on with Joan Baez. But here in Lutz Pehnert’s por­trait she is given the space she deser­ves. Taken to court at the age of 21 for pro­test­ing against the vio­lent end of the Prague Spring, she soon beca­me part of the lively music and lite­ra­tu­re sce­ne around Thomas Brasch and her hus­band Klaus Schlesinger, all the while pur­suing her cri­ti­cal stance as an indi­vi­du­al and as an artist. In her hus­ky voice, she descri­bes – even humo­rous­ly – her inner turm­oil and her deter­mi­na­ti­on not to give up her home in the GDR, even when she was no lon­ger wan­ted the­re. Written in 1980, her song “Über Gebote” (“About Rules”) ser­ves Pehnert as a nar­ra­ti­ve thread while he uses archi­ve mate­ri­al from East and West Germany, audio recor­dings from her tri­al as well as Wegner’s own words and music to gui­de us through her life. In this way, the film gives a new audi­ence the chan­ce to dis­co­ver sin­ger-song­wri­ter Bettina Wegner – who real­ly only ever wan­ted to sing love songs.

    Credits:

    DE 2022, 107 Min., deut­sche Fassung mit eng­li­schen Untertiteln
    Regie, Buch: Lutz Pehnert
    Kamera: Anne Misselwitz
    Montage: Thomas Kleinwächter

    Trailer:
    Bettina Trailer Deutsch | German [HD]
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