Achtung Berlin 2021

Auch die­ses Jahr sind wir wie­der bei Achtung Berlin dabei, mitt­ler­wei­le zum 3. Mal. Bei unse­rer Auswahl schei­nen sich die Themen manch­mal zu ähneln, Hintergründe und Erzählstil sind es nicht. 

Die Filme:

(WAS SEHEN WIR, WENN WIR ZUM HIMMEL SCHAUEN? gibt es bei uns dann zum Filmstart, das nur zur Info.)

Melanie Lischker schafft in BILDER (M)EINER MUTTER neben einem sehr per­sön­li­chen Zugang zu ihrer Mutter ein anschau­li­ches Zeitkolorit der 1970-er Jahre mit sei­nen man­nig­fal­ti­gen Widersprüchen.
R: Melanie Lischker, Dokumentarfilm | 78 min.
9.9., 18:30  [Tickets & Termine]

Jide Tom Akinleminu schaut in WHEN A FARM GOES AFLAME auf sei­ne Eltern, eine dänisch-nige­ria­ni­sche Beziehung, die plötz­lich eine völ­lig uner­war­te­te Wendung nahm.
R: Jide Tom Akinleminu, Dokumentarfilm | 111 min.
12.9., 17Uhr [Tickets & Termine]

Rocco Di Mento möch­te einen Film über die gro­ße Liebe sei­ner Großeltern dre­hen, muss aber fest­stel­len, dass die Familienerzählung sehr ver­schie­den ist von der Wirklichkeit (und auch noch anders, als wir das jetzt ver­mu­ten): THE BLUNDER OF LOVE.
R: Rocco Di Mento, Dokumentarfilm | 84 min.
11.9., 18:30 [Tickets & Termine]

In der Polizeiakademie der auto­nom ver­wal­te­ten kur­di­schen Provinz Rojava absol­viert die 19-jäh­ri­ge Hala eine mili­tä­ri­sche Ausbildung mit femi­nis­ti­scher Schulung. Dann kehrt sie in ihr Heimatdorf zurück, um auch ihre Schwestern vor Zwangsheirat und Unterdrückung zu schüt­zen, erlebt aber eine Enttäuschung: THE OTHER SIDE OF THE RIVER von Antonia Kilian
R: Antonia Kilian, Dokumentarfilm | 92 min.
11.9., 21:00 [Tickets & Termine]

Einmal mehr unter­sucht Daniel Kötter Bewegungen und Entwicklungen in Afrika. Entlang der Schlucht des Akaki-Flusses seziert RIFT FINFINNEE den mehr als nur sym­bo­li­schen Riss zwi­schen der Stadt Addis Ababa und dem Land.
R: Daniel Kötter, Dokumentarfilm | 79 min.
12.9., 19:30 [Tickets & Termine]

Tobias Lenels Spielfilm CAPRICCIODAS FALSCHE KIND ist ein Sommerfilm über Empathie, Lügen und eine ver­leug­ne­te Tochter.
R: Tobias Lenel, Spielfilm| 90 min
10.9., 21.00 [Tickets & Termine]

Nach dem Tod sei­ner Großmutter reist der neun­jäh­ri­ge Roman sei­ner Mutter Oksana aus der Ukraine nach Deutschland hin­ter­her, nur um fest­zu­stel­len, dass er sich einem Rivalen stel­len muss, dem neu­en Mann der Mutter. RIVALE, Spielfilm von Marcus Lenz
R: Marcus Lenz, Spielfilm | 96 min.
10.9., 18:30 [Tickets & Termine]

Irgendwo im graus­ten Ruhrgebiet fin­det das „Böse“ statt, und Komissar Konka und sein Assistent Walter müs­sen in der völ­lig sinn­lo­sen Tat ermit­teln. Hanna Dörrs DAS MASSAKER VON ANRÖCHTE ist ziem­lich abge­fah­ren und will kein „Crowdpleaser“ sein, ist aber ein Film für alle, die kei­nen deut­schen Fernsehkrimi mehr ertra­gen kön­nen.
R: Hannah Dörr, Spielfilm | 63 min.
9.9., 21:00 [Tickets & Termine]

Kategorie: archiv

  • Achtung Berlin 2021

    Achtung Berlin 2021

    Auch die­ses Jahr sind wir wie­der bei Achtung Berlin dabei, mitt­ler­wei­le zum 3. Mal. Bei unse­rer Auswahl schei­nen sich die Themen manch­mal zu ähneln, Hintergründe und Erzählstil sind es nicht. 

    Die Filme:

    (WAS SEHEN WIR, WENN WIR ZUM HIMMEL SCHAUEN? gibt es bei uns dann zum Filmstart, das nur zur Info.)

    Melanie Lischker schafft in BILDER (M)EINER MUTTER neben einem sehr per­sön­li­chen Zugang zu ihrer Mutter ein anschau­li­ches Zeitkolorit der 1970-er Jahre mit sei­nen man­nig­fal­ti­gen Widersprüchen.
    R: Melanie Lischker, Dokumentarfilm | 78 min.
    9.9., 18:30  [Tickets & Termine]

    Jide Tom Akinleminu schaut in WHEN A FARM GOES AFLAME auf sei­ne Eltern, eine dänisch-nige­ria­ni­sche Beziehung, die plötz­lich eine völ­lig uner­war­te­te Wendung nahm.
    R: Jide Tom Akinleminu, Dokumentarfilm | 111 min.
    12.9., 17Uhr [Tickets & Termine]

    Rocco Di Mento möch­te einen Film über die gro­ße Liebe sei­ner Großeltern dre­hen, muss aber fest­stel­len, dass die Familienerzählung sehr ver­schie­den ist von der Wirklichkeit (und auch noch anders, als wir das jetzt ver­mu­ten): THE BLUNDER OF LOVE.
    R: Rocco Di Mento, Dokumentarfilm | 84 min.
    11.9., 18:30 [Tickets & Termine]

    In der Polizeiakademie der auto­nom ver­wal­te­ten kur­di­schen Provinz Rojava absol­viert die 19-jäh­ri­ge Hala eine mili­tä­ri­sche Ausbildung mit femi­nis­ti­scher Schulung. Dann kehrt sie in ihr Heimatdorf zurück, um auch ihre Schwestern vor Zwangsheirat und Unterdrückung zu schüt­zen, erlebt aber eine Enttäuschung: THE OTHER SIDE OF THE RIVER von Antonia Kilian
    R: Antonia Kilian, Dokumentarfilm | 92 min.
    11.9., 21:00 [Tickets & Termine]

    Einmal mehr unter­sucht Daniel Kötter Bewegungen und Entwicklungen in Afrika. Entlang der Schlucht des Akaki-Flusses seziert RIFT FINFINNEE den mehr als nur sym­bo­li­schen Riss zwi­schen der Stadt Addis Ababa und dem Land.
    R: Daniel Kötter, Dokumentarfilm | 79 min.
    12.9., 19:30 [Tickets & Termine]

    Tobias Lenels Spielfilm CAPRICCIODAS FALSCHE KIND ist ein Sommerfilm über Empathie, Lügen und eine ver­leug­ne­te Tochter.
    R: Tobias Lenel, Spielfilm| 90 min
    10.9., 21.00 [Tickets & Termine]

    Nach dem Tod sei­ner Großmutter reist der neun­jäh­ri­ge Roman sei­ner Mutter Oksana aus der Ukraine nach Deutschland hin­ter­her, nur um fest­zu­stel­len, dass er sich einem Rivalen stel­len muss, dem neu­en Mann der Mutter. RIVALE, Spielfilm von Marcus Lenz
    R: Marcus Lenz, Spielfilm | 96 min.
    10.9., 18:30 [Tickets & Termine]

    Irgendwo im graus­ten Ruhrgebiet fin­det das „Böse“ statt, und Komissar Konka und sein Assistent Walter müs­sen in der völ­lig sinn­lo­sen Tat ermit­teln. Hanna Dörrs DAS MASSAKER VON ANRÖCHTE ist ziem­lich abge­fah­ren und will kein „Crowdpleaser“ sein, ist aber ein Film für alle, die kei­nen deut­schen Fernsehkrimi mehr ertra­gen kön­nen.
    R: Hannah Dörr, Spielfilm | 63 min.
    9.9., 21:00 [Tickets & Termine]

  • Nachspiel

    Nachspiel

    ein Film von Christoph Hübner & Gabriele Voss.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Sie haben alles erlebt im Fußball. Sie waren oben und unten, dann wie­der oben oder auch nicht. Sie haben sich ver­letzt, sie haben sich wie­der her­an gekämpft, sie haben den har­ten und ernüch­tern­den Alltag des bezahl­ten Fußballs in den Profi-Ligen und dar­un­ter erlebt. Sie sind ganz aus dem Fußball aus­ge­stie­gen, haben ihre eige­nen Grenzen erkannt, sie haben erle­ben müs­sen, dass Talent allein nicht reicht. Sie haben sich mit den Medien her­um­ge­schla­gen und sich an sie gewöh­nen müs­sen. Sie haben sehr viel Geld ver­dient oder auch gera­de das nötigs­te. Sie haben viel über sich selbst gelernt und in weni­gen Jahren so viel erlebt, wie ande­re kaum in einem gan­zen Leben.

    Seit über zwan­zig Jahren beglei­ten Christoph Hübner und Gabriele Voss eini­ge jun­ge Fußballtalente von Borussia Dortmund mit der Kamera. Sie alle waren mehr­fa­che deut­sche Jugendmeister und Hoffnungsträger im Nachwuchsfußball. Einer von ihnen brach­te es schließ­lich zu einer Profikarriere bis an die Spitze der Bundesliga, ein ande­rer schlug sich in den unte­ren Ligen des Fußballgeschäfts durch. Einer stieg schließ­lich ganz aus und mach­te eine erstaun­li­che Karriere anderswo.

    Doch jetzt ist Schluss mit Fußball. Die Protagonisten von damals sind inzwi­schen Mitte drei­ßig und haben ihre Karriere been­det. Wie bau­en sie sich einen neu­en Alltag auf? Wie geben sie ihrem Leben einen neu­en Inhalt? Sind sie mit sich zufrie­den? Haben sie für die Verwirklichung ihres Traums alles gege­ben? Was bleibt über den Fußball hinaus?

    NACHSPIEL erlaubt einen unge­wöhn­lich nahen Blick auf den Fußball, auf sei­ne Faszination und sei­ne Gnadenlosigkeit, auf sei­ne schö­nen und schwie­ri­gen Seiten. Das ist aber nicht alles. Was die jun­gen Spieler erlebt haben, ist nicht nur Fußball. Die Fragen, die blei­ben, gehen weit dar­über hin­aus: Was muss man tun, um den eige­nen Lebenstraum zu ver­wirk­li­chen? Was heißt Erfolg  und was heißt Scheitern? Und was heißt Gelingen auf dem per­sön­li­chen Lebensweg? 

    NACHSPIEL ist der drit­te und letz­te Teil der „Trilogie des Fußballer-Lebens“ von Christoph Hübner und Gabriele Voss, die 1998 mit DIE CHAMPIONS begann und 2009 mit HALBZEIT fort­ge­setzt wurde.

    Credits:

    DE 2019, 94 Min.
    Regie: Christoph Hübner & Gabriele Voss
    Kamera: Christoph Hübner
    Schnitt: Gabriele Voss

    Trailer:
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  • Über Deutschland

    Über Deutschland

    ein Film von Bernhard Sallmann.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Den Sommer 1910 ver­bringt die 17-jäh­ri­ge Russin Marina Zwetajewa im Kurort Loschwitz bei Dresden. Die Begegnung mit der deut­schen Kultur fließt in ihren nach der Oktoberrevolution ver­fass­ten tage­buch­ar­ti­gen Text ein. Entstanden ist ein schil­lern­der, irri­tie­ren­der Exkurs der noch jun­gen Beobachterin, in dem schon die spä­te­re Lyrikerin auf­blitzt. Sie reflek­tiert über Kunst und das Verhältnis Deutschland-Russland-Frankreich.

    Credits:

    DE 2021, 90 Min.
    Buch & Regie: Bernhard Sallmann
    Schnitt: Christoph Krüger

    Trailer:
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  • Victoria

    Victoria

    ein Film von Sofie Benoot, Liesbeth De Ceulaer und Isabelle Tollenaere.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Zwei Jahre in California City, einer rie­si­gen, geis­ter­haf­ten Planstadt in der Wüste, durch eine Bergkette von Los Angeles abge­schnit­ten. Im Vergehen der Zeit, beim Pflegen des ver­san­de­ten Straßennetzes, auf dem Weg zur Schule, beim Abhängen, ent­fal­tet Victoria en pas­sant eine Stadtkarte, die nie Orientierung erlaubt. Aus doku­men­ta­ri­schen Bildern und Handyvideos des Protagonisten, aus vir­tu­el­len Ansichten und einem Voiceover aus Warrens Tagebucheinträgen ent­steht ein Bild der Stadt und eine Stadt aus Bildern. Darin wird die Konstruktion der Realität sicht­bar, aber auch ihr Potenzial zur Poesie: ein Wettrennen mit der Schildkröte im Wüstensand, die Fontänen geplatz­ter Wasserleitungen, die Erinnerungen an Los Angeles beim vir­tu­el­len Flanieren mit Google Maps, schwar­ze Löcher als Tore zu einer ande­ren Galaxie.

    Credits:

    BE 2019, 71 Min., engl. OmU
    Regie: Sofie Benoot, Liesbeth De Ceulaer, Isabelle Tollenaere

    Kamera: Isabelle Tollenaere
    Schnitt: Sofie Benoot, Liesbeth De Ceulaer, Isabelle Tollenaere
    mit Lashay T. Warren, Sharleece Bourne, Mark Martinez, Ernest Dove, Markiece Glover, Elliot Lacey

    Trailer:
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  • Hinter den Schlagzeilen

    Hinter den Schlagzeilen

    ein Film von Daniel Sager.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Für den Dokumentarfilm HINTER DEN SCHLAGZEILEN öff­net Deutschlands größ­te Tageszeitung erst­mals die Tür zu ihrem welt­weit renom­mier­ten Investigativ-Ressort und erlaubt einen inti­men Einblick in Arbeitsprozesse, die sonst nur unter strik­ter Geheimhaltung stattfinden.

    Zwei Jahre nach der Enthüllung der Panama Papers ste­hen die Journalisten der Investigativ-Redaktion der Süddeutschen Zeitung vor neu­en Herausforderungen: der poli­ti­sche Mord der mal­te­si­schen Journalistin Daphne Caruana Galicia und ein mys­te­riö­ser Waffenhändler, der mit dem ira­ni­schen Atomraketen-Programm in Verbindung gebracht wird. Doch als ihnen im Frühling 2019 ein gehei­mes Video zuge­spielt wird, das den öster­rei­chi­schen Vizekanzler HC Strache schwer belas­tet, über­schla­gen sich die Ereignisse.

    Daniel Sager gelingt es in sei­nem Film, die kom­ple­xe Vorgehensweise der Journalisten und der Redaktion für die Veröffentlichung des Ibiza-Videos zu beglei­ten. Prüfungen des Materials auf Echtheit, recht­li­che Konsequenzen und Absicherungen, Recherchen zur Entstehung und den Quellen des Videos als Arbeitsschritte bis zur Veröffentlichung wer­den für den Zuschauer hier transparent.

    Ein wich­ti­ger Beitrag in der Diskussion um die Glaubwürdigkeit und die Rolle der Medien in demo­kra­ti­schen Gesellschaften.

    Credits:

    DE 2021, 90 Min.
    Regie: Daniel Sager
    Kamera: Börres Weiffenbach, Daniel Sager, Anne Misselwitz, Frank Marten Pfeiffer
    Schnitt: Hannes Bruun

    Trailer:
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  • filmPOLSKA reloaded – Simple Things

    filmPOLSKA reloaded – Simple Things

    Proste rzec­zy / Simple Things

    [Tickets]

    PL 2020, 84 min, OmU
    R/B: Grzegorz Zariczny
    K: Weronika Bilska
    S: Bartosz Pietras
    M: Marcin Dymiter
    D: Błażej Kitowski, Magdalena Sztorc, Tomasz Schimscheiner u. a.

    Für die jun­ge Aussteiger-Familie geht ein Traum in Erfüllung – ein eige­nes Haus auf dem Land. Hier kann das jun­ge Paar mit sei­ner Tochter in Ruhe pla­nen, wer­keln und gestal­ten. Aber ein altes Haus zu reno­vie­ren ist kei­ne leich­te Bastelarbeit. Deshalb kommt ein Onkel, um zu hel­fen – doch mit ihm kommt auch die Vergangenheit in das Haus, die zuneh­mend die hei­te­re Aufbruchsstimmung überschattet.

    Der Film besticht durch nar­ra­ti­ve Einfachheit und eine gro­ße Nähe zu sei­nen Figuren. Weronika Bilskas Kamera rückt eng an Personen und Gegenstände her­an und hilft damit dem Zuschauer, tief in das Leben der Familie ein­zu­tau­chen. Regisseur Grzegorz Zariczny wie­der­um bedient sich meis­ter­haft der Sprache des Dokumentarfilms und nimmt damit die Perspektive eines unprä­ten­tiö­sen Beobachters ein, der auf kon­stru­ier­te Spannungsbögen und den mora­li­schen Zeigefinger verzichtet.

    Grzegorz Zariczny (geb. 1983) stu­dier­te Regie in Katowice Dokumentarfilm in Warschau. Sein Kurzfilm „Gwizdek“ (2013) gewann einen Grand Prix beim Sundance-Filmfestival. Darüber hin­aus dreh­te Zariczny u. a. die Dokumentarfilme „Love, love“ (2015), „Ridan“ (2017) und „Ostatnia lek­c­ja“ (2018), sowie den Spielfilm „Fale“ (2016).

     

     

    wei­te­re filmPOLSKA Termine:

     

  • filmPOLSKA – I Never Cry

    filmPOLSKA – I Never Cry

    Jak naj­da­lej stąd / I Never Cry

    PL/IRL 2020, 100 min, OmU

    R/B: Piotr Domalewski

    K: Piotr Sobociński jr.

    S: Agnieszka Glińska

    M: Hania Rani

    D: Zofia Stafiej, Kinga Preis, Arkadiusz Jakubik, Dawid Tulej u. a.

    Ola ist sieb­zehn, ziem­lich dick­köp­fig und träumt vor allem von einem eige­nen Auto – denn damit kann man dem Alltag einer tris­ten Kleinstadt ent­flie­hen, die immer ein Stück zu eng ist. Ihren Vater hat sie ewig nicht mehr gese­hen, denn der schuf­tet in Irland für die Familie.

    Dann kommt aus hei­te­rem Himmel die Nachricht: Ihr Vater hat­te einen töd­li­chen Arbeitsunfall. Jemand muss nach Irland fah­ren, um die nöti­gen Formalitäten zu erle­di­gen und ihn nach Hause zu über­füh­ren. Da ihre Mutter kein Wort Englisch spricht, macht sich Ola allein auf den Weg, um mit der Aussicht auf die Erbschaft viel­leicht doch den Traum vom Auto zu fül­len. Dort taucht sie tief ein in den Alltag der zahl­lo­sen Migranten, wel­che die iri­sche Wirtschaft am Laufen halten.

    Wenn Ken Loach Pole wäre, hät­te er die­sen Film gemacht. Piotr Domalewski bedient sich in Bildsprache und Erzähltechnik beim Meister des Sozialdramas und haucht damit dem Genre neu­es Leben ein. Das gelingt vor allem dank der Hauptdarstellerin Zofia Stafiej, die über­zeu­gend einen unge­stü­men Teenie ver­kör­pert, der lang­sam zur Erwachsenen reift.

    Piotr Domalewski (geb. 1983) stu­dier­te Schauspiel in Kraków und Regie in Katowice, bevor er mit sei­nem Langspiel-Debüt „Cicha noc / Stille Nacht“ auf Anhieb beim Filmfestival in Gdynia den Hauptpreis gewann.

    Vorführungen in Kooperation mit dem FilmFestival Cottbus

    14.10. 18:00 / fsk Kino  [Tickets]

     

  • filmPOLSKA 2021

    filmPOLSKA 2021

    filmPOLSKA ist das größ­te pol­ni­sche Filmfestival in Deutschland und wird vom Polnischen Institut Berlin ver­an­stal­tet. In den Jahren 2006–2020 zeig­te das Festival in ver­schie­de­nen Kinos Berlins und Brandenburgs ins­ge­samt 1.574 Filme. 324 Filmemacher/innen waren beim Festival zu Gast.

    Insgesamt sie­ben Filme kon­kur­rie­ren die­ses Jahr im Wettbewerb (der kom­plett im fsk zu sehen ist), dar­un­ter gleich zwei Coming-Of-Age-Geschichten: Piotr Domalewski wid­met sich mit sei­nem in Cottbus mit dem Hauptpreis aus­ge­zeich­ne­ten “Jak naj­da­lej stąd / I Never Cry” [Tickets] den pre­kä­ren Lebensbedingungen der pol­ni­schen Arbeitsmigrant*innen in England mit Ken Loach-Anklängen, wäh­rend Tomasz Jurkiewicz in sei­nem Debüt “Każdy ma swo­je lato / Everyone Has A Summer” [Tickets] als Generationenfilm von der ers­ten gro­ßen Liebessehnsucht erzählt. “Sweat” [Tickets] zeigt den Alltag der Fitness-Trainerin und Influencerin Sylwia (​gespielt von Magdalena Koleśnik) und wirft einen ung­la­mou­rö­sen Blick hin­ter die Kulissen per­fekt insze­nier­ter Online-Persönlichkeiten.Um die Verquickung von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft geht es in Mariusz Wilczyńskis hoch­am­bi­tio­nier­tem, düs­te­rem Animationsfilm “Zabij to i wyje­dź z tego mias­ta / Kill It And Leave This Town“ [Tickets], an dem der Regisseur 14 Jahre lang arbei­te­te. Der ers­te Langfilm des Regisseurs fei­er­te 2020 in der Sektion Encounters der Berlinale sei­ne Premiere. Grzegorz Zaricznys auf wah­ren Begebenheiten und mit “rea­len” Charakteren insze­nier­tes Drama “Proste rzec­zy / Simple Things” [Tickets] berich­tet von der Schwierigkeit, einen Neustart auf dem Land zu wagen, wenn die fami­liä­re Vergangenheit einen nicht los­lässt. Dokumentarisch wird es dann mit Eliza Kubarskas atem­be­rau­bend foto­gra­fier­tem “Ściana cie­ni / Die Wand der Schatten“ [Tickets], der das Abhängigkeitsverhältnis von Sherpas und Alpinist*innen zum Anlass nimmt, über die Grenzen des Tourismus und Macht(un)gleichgewichte nach­zu­den­ken. Und Agnieszka Polska lie­fert mit “Hura. Wciąż żyje­my! / Hurrah, We Are Still Alive!” [Tickets] einen Polit-Thriller und Genrefilm um eine Schauspieltruppe, der ihr Regisseur abhan­den gekom­men ist.

    Hinzu kom­men außer­habl des Wettbewerbs Małgorzata Szumowskas mes­ser­schar­fe Gesellschaftssatire “Śniegu już nig­dy nie będ­zie / Der Masseur” [Tickets] und Agnieszka Hollands “Šarlatán / Charlatan“ [Tickets], sowie fol­gen­des Kurzfilmprogramm:

    Im Trickfilm-Programm “Polish Animation” [Tickets] erle­ben wir in aktu­el­len Filmen jun­ger Regisseur*innen in diver­sen Animationstechniken die Erforschung des eige­nen Körpers, eine vir­tu­os insze­nier­te Seelenwanderung, einen comic­haft über­zeich­ne­ten Kampf mit dem Körpergewicht, eine im Sterben lie­gen­de Frau bei ihren letz­ten Atemzügen und dar­über hin­aus, eine zwie­lich­ti­ge Vogelretterin mit dunk­len Geheimnissen, eine moder­ne Hexenjagd mit tra­gi­schem Ausgang, einen nächt­li­chen Wandel im Rausch und das in Metaphern ver­pack­te Ringen mit einer trau­ma­ti­schen Kindheit.

    Installation:
    Das für iPads und iPhones opti­mier­te Augmented-Reality-Projekt “Przyszłość będ­zie świet­la­na / Die Zukunft wird leuch­tend sein” von Wiola Sowa erwei­tert die bestehen­de Realität nicht um eine neue Dimension, son­dern  degra­diert sie, indem sie Informationen aus dem Bild schnei­det und ihm so „Narben“ zufügt. Damit bezieht sich die Arbeit auf Pandemie-Erfahrungen und ruft Verlustgefühle her­vor. In filmPOLSKA-Kinos hän­gen Plakate mit dem QR-Code zum Projekt. Die Arbeit ist für die Anzeige auf iPads und iPhones opti­miert, läuft aber auch auf eini­gen Android-Geräten.

    Przyszłość będ­zie świet­la­na / The Future Will Be Bright © Wiola Sowa

    Termine:

  • JFBB – Jüdisches Filmfestival Berlin Brandenburg 2021

    JFBB – Jüdisches Filmfestival Berlin Brandenburg 2021

    Wir freu­en uns, auch die­ses Jahr das jüdi­sche Filmfestival bei uns zu Gast zu haben, dies­mal mit mehr Filmen und mehr Gästen. Fünf aktu­el­le Dokumentarfilme, von denen sich vier direkt oder indi­rekt auf die Shoah bezie­hen und vier Spielfilme aus der DDR und Polen. Die Spielfilme sind Teil der Reihe deutsch-pol­ni­sche Zeitreise,

    in Die Passagierin kommt es bei einer Schiffspassage zur Begegnung zwi­schen der Überlebenden Marta und einer ehe­ma­li­gen KZ-Aufseherin, ein Kammerspiel inmit­ten der end­lo­sen, atlan­ti­schen Weite. Andrzej Wajdas Das gelob­te Land por­trai­tiert ein jüdisch, pol­nisch, deut­sches Trio mit Aufstiegsambitionen zur Zeit der Industrialisierung Ende des 19ten Jahrhunderts. Epische 180 Minuten, und das mein­te 1974 eine Filmreise/eine Reise im Film. Chronik eines Mordes kon­fron­tiert die Jüdin Ruth, die ver­schleppt wur­de und deren Eltern im KZ umka­men, mit den Mördern, die wei­ter­hin unge­stört in Amt und Würden unter uns waren. Die Schauspielerin wagt einen melo­dra­ma­ti­schen Ansatz: die gro­ße Liebe (am Theater, unter Schauspielern). Mark bekommt als Jude Berufsverbot, Maria ver­folgt ihren Weg erfolg­reich wei­ter, bis sie sich radi­kal umentscheidet.
    Unter den Dokumentarfilmen ist Displaced eine erneu­te Auseinandersetzung der drit­ten Generation der Holocaust Überlebenden mit der eige­nen Familiengeschichte. Ein wei­te­rer Versuch, das Schweigen auf­zu­bre­chen. Love, it was not the­ma­ti­siert die Abhängigkeitsverhältnisse zwi­schen Opfer und Täter. Die Jüdin Helena, in Auschwitz inhaf­tiert, gefällt einem SS Offizier, er wähnt sich in Liebe, jeder­zeit sei­ner Macht bewußt und extrem bru­tal, wie es sei­ne Totenkopfblechmarke ver­spricht. Sie ver­sucht ihr Leben zu ret­ten und für ihre Mitgefangenen zu spre­chen. Muranow war lan­ge ein Ort bun­ten Gewimmels, mehr­heit­lich jüdisch bewohnt. Nach dem Überfall auf Polen wur­de es zum Warschauer Ghetto und beim Aufstand 1943 fast voll­stän­dig zer­stört. Eine Spurensuche heu­te, wo Ort und Bewohner nichts mit der Vergangenheit zu ver­bin­den scheint. Walter Kaufmann- welch ein Leben por­trai­tiert natür­lich den Schriftsteller, der als jüdi­sches Kind wäh­rend des 12 jäh­ri­gen Reichs nach Großbritannien ent­kam, dort als Deutscher inhaf­tiert auf einem Seelenfänger nach Australien ver­schifft wur­de und schließ­lich der Seefahrt und dem Schreiben frön­te. Zum Abschluß des Festivals bei uns führt Ziyara in ein ganz ande­res Land: Marokko. Lange leb­ten Muslime und Juden hier rela­tiv pro­blem­los zusam­men, auch die Familie der Regisseurin. Eine wei­te­re Spurensuche.

    Termine:

    • noch kei­ne oder kei­ne mehr 
  • Curveball

    Curveball

    ein Film von Johannes Naber.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Eine wah­re Geschichte. Leider!“ heißt es im Vorspann unheil­schwan­ger. Die Wahrheit will auch
    BND-Biowaffenexperte Wolf (Sebastian Blomberg) wis­sen, der sich 1997 im Irak auf die Suche nach Massenvernichtungswaffen macht. Die UN-Mission wird ergeb­nis­los abge­bro­chen, womit auch des Agenten Affäre mit der CIA-Kollegin endet. Zwei Jahre spä­ter wird der Wissenschaftler in die Chefetage der BND-Zentrale zitiert. In einem Asylbewerberheim, so berich­tet Abteilungsleiter Schatz, behaup­te der Iraker Rafid Alwan, er wäre in sei­ner Heimat an der Produktion von Anthrax-Erregern betei­ligt gewe­sen. Mehr noch: Er wüss­te zudem von einem töd­li­chen Unfall mit Biowaffen. Gemeinsam mit Verbindungsoffizier Retzlaff reist Wolf sofort nach Zirndorf, um den ver­meint­li­chen Informanten zu treffen.

    Beim Verhör im schä­bi­gen Zimmer der BND-Außenstelle gibt sich der Iraker in Plauderlaune. Für sein Wissen frei­lich for­dert er aus Sicherheitsgründen eine eige­ne Wohnung sowie einen deut­schen Pass. Die Erzählungen des Informanten klin­gen indes eher blu­mig als veri­fi­zier­bar. Eine Blutprobe von Rafid mit Anti-Körpern könn­te den Beweis für Milzbrand-Erreger brin­gen. Doch allein die Amerikaner ver­fü­gen über eine zuver­läs­si­ge Analyse-Technologie. Für Abteilungsleiter Schatz ist das kei­ne Option, schließ­lich will sei­ne Behörde der CIA-Konkurrenz einen „Knaller“ prä­sen­tie­ren.
    Mit einer schlich­ten Zeichnung kann Informant „Curveball“ die Agenten doch noch über­zeu­gen: Sie zeigt, wie LKWs als mobi­le Labore ein­ge­setzt wer­den, wes­halb Beweise von den UN-Kontrolleuren nie gefun­den wer­den konn­ten. Beim BND knal­len die Korken, Kanzler Schröder dankt per­sön­lich. Der Katzenjammer ist groß, als ein Satellitenfoto die gan­ze Geschichte als Fälschung entlarvt.

    Nach den Terroranschlägen vom 11.September ändert sich die Lage dra­ma­tisch. Den USA kommt der angeb­li­che Beweis sehr gele­gen. Außenminister Colin Powell prä­sen­tiert vor der UN die Fälschung als Grund für einen Angriff auf den Irak – und Joschka Fischer schweigt dazu. Der mitt­ler­wei­le beur­laub­te Wolf ist ent­setzt. „Was gibt dir das Recht, die Fakten zu ver­dre­hen?“ will er von sei­ner CIA-Freundin wis­sen. „Wir machen die Fakten!“ bekommt er als küh­le Antwort.

    Wie in der süf­fi­san­ten Kapitalismus-Satire „Die Zeit der Kandidaten“ zeigt Regisseur Naber in die­ser Polit-Posse ein gutes Gespür für gelun­ge­ne Situationskomik und exzel­len­te Dialoge. Sein aber­ma­li­ger Hauptdarsteller Sebastian Blomberg gibt den besorg­ten Biowaffenexperten mit spür­ba­rem Vergnügen. Als nai­ver Tor gerät er unauf­halt­sam unter die Räder von Machtinteressen und Intrigen. Ständig im Zugzwang, kämpft Agent Wolf wie ein Löwe gegen die Lügen. Selbst im Schlafanzug trotzt er wacker Schnee und Eis, um mit einem spek­ta­ku­lä­ren Slaptsick-Einsatz per Schlitten den ent­führ­ten Informanten aus sei­nem gehei­men Versteck zu befreien.

    Die Wahrheit löst sich auf und alle fin­den es nor­mal!“, zieht der geknick­te Held frus­triert Bilanz. Für eine smar­te Satire ist die­se Erkenntnis ein gefun­de­nes Fressen. Bei allem Spaß geht der Ernst des Themas nie ver­lo­ren. „Der dama­li­ge Kanzleramtschef ist heu­te Bundespräsident“, mel­det der Nachspann nüch­tern. Für Schauspiel-Star Fahri Yardim ein gelun­ge­ner Einstand als Produzent. Auf den nächs­ten Streich von Johannes Naber kann man nach die­sem Komödien-Coup alle­mal gespannt sein.

    Dieter Oßwald | programmkino.de

    Credits:

    DE 2019, 108 Min.
    Regie: Johannes Naber
    Kamera: Sten Mende
    Schnitt: Anne Jünemann
    Darsteller: Sebastian Blomberg, Dar Salim, Virginia Kull, Michael Wittenborn, Thorsten Merten

    Trailer:
    CURVEBALL | Offizieller Trailer | Ab 9. September im Kino
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