Kategorie: archiv

  • Helke Sander: Aufräumen

    Helke Sander: Aufräumen

    Ein Film von Claudia Richarz.
    Am 11.3. mit anschlie­ßen­dem Filmgespräch mit Claudia Richarz und Helke Sander. Moderation: Tobias Büchner.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Es beginnt beim Bestatter: Helke Sander sucht sich einen Sarg aus, kein Zeichen von Fatalismus oder Morbidität, son­dern von Selbstbestimmung bis zum Ende. Eigentlich wür­de sie ger­ne ein­fach in einem Tuch begra­ben wer­den, so wie es bei Muslimen Tradition ist, doch für eine Deutsche auf einem deut­schen Friedhof gel­ten stren­ge Regeln.

    Dass sie auch hier die Regeln hin­ter­fragt passt zu einer Frau, die in einem Moment sagt: „Wer nach­denkt, radi­ka­li­siert sich auch.“ Nachgedacht hat Helke Sander viel, beson­ders in den 60er Jahren, als die Studentenrevolten ihren Anfang nah­men, Revolten, die aber bei aller Radikalität oft von einem imma­nen­ten Sexismus geprägt waren. Das Patriarchat ließ sich bei den Eltern ger­ne ankla­gen, bei sich selbst waren die Muster nicht so schnell weg­zu­be­kom­men. Und so kam es 1968 zu Helke Sanders legen­dä­rer Rede vor dem SDS, dem Sozialistischen Deutschen Studentenbund. Sie for­der­te die Männer im Saal auf, sich nicht nur für die Befreiung der unter­drück­ten Völker in Vietnam oder anders­wo ein­zu­set­zen, nicht nur auf das gro­ße Ganze zu schau­en, son­dern auch das klei­ne, das wenig Spektakuläre im Auge zu behal­ten: Die Realität der Frauen in Deutschland, in Frankfurt und Berlin.

    Dort stu­dier­te Sander im legen­dä­ren ers­ten Jahrgang der Filmhochschule DFFB, in dem unter ande­rem Wolfgang Petersen, Harun Farocki, Hartmut Bitomsky und auch der spä­te­re RAF-Terrorist Holger Meins stu­dier­ten. Erste Filme dreh­te Sander noch in den 70er Jahre, ihren bekann­tes­ten 1978. In „Die all­sei­tig redu­zier­te Persönlichkeit – Redupers“ spielt sie sel­ber die Hauptrolle einer allein­er­zie­hen­den Frau, die in West-Berlin als Fotografin arbei­tet und ver­sucht, Kind, Beruf, Privatleben und poli­ti­sches Bewusstsein unter einen Hut zu bringen.

    Nicht nur durch ihr eige­nes Mitwirken vor der Kamera wird deut­lich, wie auto­bio­gra­phisch die­ser Film war: Anfang der 60er Jahre zog Sander nach Finnland, bekam ein Kind und kehr­te spä­ter als allein­er­zie­hen­de Mutter nach Berlin zurück. In der Rückschau bli­cken sie und Zeitgenossinnen durch­aus selbst­kri­tisch auf die­se Zeit zurück, geben zu, dass die Kinder nicht immer die Aufmerksamkeit beka­men, die sie viel­leicht hät­ten bekom­men sollen.

    Das Private und das Politische unter einen Hut zu brin­gen, das war damals schon schwie­rig, das ist es auch heu­te noch, doch die Fortschritte, die seit den 60er Jahre in der Gesellschaft, aber auch in der Filmbranche zu beob­ach­ten sind, zei­gen, dass der Einsatz von Helke Sander und ande­ren nicht umsonst war. Heute gibt es die Initiative ProQuote, heu­te gibt es Kinderbetruung am Filmset und manch ande­re Errungenschaft. Wie Claudia Richarz in ihrem Dokumentarfilm „Helke Sander: Aufräumen“ über­zeu­gend zeigt: Nicht zuletzt dank Helke Sander.

    Michael Meyns | programmkino.de

    Credits:

    GB 2023, 101 Min.
    Regie: Claudia Richarz
    Kamera: Claudia Richarz, Martin Gressmann, Volker Sattel
    Schnitt: Martin Kayser-Landwehr, Magdolna Rokob

    Trailer:
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    A film by Claudia Richarz. In German.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    The film sees Helke Sander, poli­ti­cal acti­vist and film-maker, having a clear-out, straigh­tening things out, remem­be­ring, and pre­sen­ting hers­elf and her artis­tic work in front of the came­ra. She remains a com­ba­ti­ve spi­rit who provokes—a thread that has run through her life and does so in this film too. When Willy Brandt spo­ke at the ope­ning of the German Film and Television Academy in 1966, Helke Sander was one of the first-year stu­dents to use films as a means of action and agi­ta­ti­on. Sander has been a pro­mi­nent figu­re in the public eye, at least sin­ce her »Tomato Speech« in 1968 in front of the Socialist German Student League (SDS) and has amas­sed a vast oeu­vre over the deca­des. Claudia Richarz is thus able to draw on a wealth of archi­ve mate­ri­al in her mon­ta­ge of the lega­cy of the second women’s movement.

    Credits:

    GB 2023, 101 Min.,
    Regie: Claudia Richarz
    Kamera: Claudia Richarz, Martin Gressmann, Volker Sattel
    Schnitt: Martin Kayser-Landwehr, Magdolna Rokob

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  • Squaring the Circle: The Story of Hipgnosis

    Squaring the Circle: The Story of Hipgnosis

    Ein Film von Anton Corbijn.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Es begann mit einem Knall: Als die bri­ti­sche Polizei 1964 eine ille­ga­le Party in der Underground-Szene von Cambridge gewalt­sam been­det, sind die bei­den Kunststudenten Aubrey „Po“ Powell und Storm Thorgerson die Einzigen, die nicht die Flucht ergrei­fen und den Beamten die Stirn bie­ten. Fortan ist das Duo unzer­trenn­lich. Gemeinsam grün­den sie das Grafik-Label „Hipgnosis“ und desi­gnen die ers­ten Cover für die noch unbe­kann­ten Rocker von Pink Floyd. Mit avant­gar­dis­ti­schem Stil und dem kom­pro­miss­lo­sen Primat der Kunst vor dem Kommerz wer­den Po und Storm zu Lieblingen der Bands – und zum Schrecken der Musikstudios und ‑pro­du­zen­ten. Der Erfolg aber gibt ihnen Recht. Pink Floyd wer­den Weltstars, ihre Cover erlan­gen Kultstatus.

    Credits:

    GB 2022, 101 Min., engl. OmU,
    Regie: Anton Corbijn
    Kamera: Stuart Luck, Martijn van Broekhuizen
    Schnitt: Andrew Hulme
    mit: Paul McCartney, Aubrey Powell, Jimmy Page, Noel Gallagher, Robert Plant, Roger Waters, u.a.

    Trailer:
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    A film by Anton Corbijn. In English with German subtitles.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Scourge of manage­ment, record com­pa­nies and album slee­ve prin­ters; Champion of bands, music, gre­at ide­as and high, infu­ria­tingly high stan­dards; Defender of the art over com­mer­ce at all times.” – Nick Mason, Pink Floyd on Hipgnosis

    Celebrated pho­to­grapher, crea­ti­ve direc­tor and film­ma­ker Anton Corbijn’s first fea­ture docu­men­ta­ry SQUARING THE CIRCLE (THE STORY OF HIPGNOSIS) tells the sto­ry of Storm Thorgerson and Aubrey “Po” Powell, the crea­ti­ve geni­u­ses behind the ico­nic album art design stu­dio, Hipgnosis, respon­si­ble for some of the most reco­gnizable album covers of all time. They for­med Hipgnosis in Cambridge during the fer­ment of the six­ties and beca­me rock royal­ty during the boom time of the seven­ties. They con­ju­red into exis­tence sights that no one had pre­vious­ly thought pos­si­ble, pro­du­ced visu­als which popu­la­ri­zed music that had pre­vious­ly been con­side­red frin­ge, and were at the white-hot cen­ter of the mad­dest, fun­niest and most crea­ti­ve era in the histo­ry of popu­lar music.

    During this peri­od, record com­pa­nies didn’t dic­ta­te to acts like Peter Gabriel, Pink Floyd, Led Zeppelin and Paul McCartney what their LP covers should look like – Storm and Po did. They made money; they lost money. They did gre­at things; they did sil­ly things. They fell out bit­ter­ly; they made up. They never play­ed a note, but they chan­ged music. The film fea­tures brand new inter­views with Roger Waters, David Gilmour & Nick Mason of Pink Floyd, Jimmy Page & Robert Plant of Led Zeppelin, Paul McCartney, Peter Gabriel, Graham Gouldman of 10cc, Noel Gallagher, and many more.

    Credits:

    GB 2022, 101 Min., engl. OmU,
    Regie: Anton Corbijn
    Kamera: Stuart Luck, Martijn van Broekhuizen
    Schnitt: Andrew Hulme
    mit: Paul McCartney, Aubrey Powell, Jimmy Page, Noel Gallagher, Robert Plant, Roger Waters, u.a.

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  • Goodbye Julia

    Goodbye Julia

    Ein Film von Mohamed Kordofani.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Zwei Frauen, die sich nor­ma­ler­wei­se nie begeg­net wären: Die Geschichte einer unge­wöhn­li­chen und her­aus­for­dern­den Freundschaft spielt vor dem Hintergrund der sich anbah­nen­den Abstimmung über die Ablösung des Südsudan vom Norden im Jahr 2011, ist aber auch heu­te noch höchst aktu­ell und scheint lei­der zeit­los zu sein.
    Mona, bis zu ihrer Heirat mit dem Tischler Akram gefei­er­te nord-suda­ne­si­sche Sängerin und gut situ­iert, macht sich mit­schul­dig am Tod von Julias Mann. Julia lebt mit ihrem Sohn Daniel, wie die meis­ten Südsudanes:innen im Norden des Landes, in äußerst pre­kä­ren Verhältnissen. Um ihr Gewissen zu beru­hi­gen, nimmt die gläu­bi­ge Muslimin Mona die Katholikin Julia spon­tan als Hausangestellte bei sich auf. Nun weiß weder Julia, dass ihr Mann nicht mehr lebt, noch weiß Akram, der eigent­li­che Täter, wer Julia wirk­lich ist. Die bei­den Frauen freun­den sich an und unter­stüt­zen sich gegen­sei­tig, aber wie lan­ge kann Mona die­se Gebäude aus Lügen und Geheimnissen auf­recht erhal­ten?
    Schön ein­ge­fan­gen, in lan­gen Einstellungen und vie­len Nahaufnahmen, ist die stim­mi­ge Chemie zwi­schen den Darstellerinnen, und bei­de ver­lei­hen ihren Charakteren die nöti­ge Tiefe. Dabei sind sie zwar Öffentlichkeit gewohnt, aber Laien beim Film: Eiman Yousif (Mona) ist real auch suda­ne­si­sche Sängerin, und Siran Riak (Julia) stand als Miss Südsudan bereits im Rampenlicht.
    „Ehe-Zwist als Prolog zur Teilung der Nation: Bewunderungswürdig ele­gant zeigt Re­gisseur Mohamed Kordofani, wie Rassismus die Zwei-Klassen-Gesellschaft des Su­dans prägt – das führ­te 2011 zur Spaltung. Der wohl ers­te suda­ne­si­sche Spielfilm in deut­schen Kinos ist ein klei­nes Meisterwerk.“ Anne-Katrin Müller | kunst+film

    Credits:

    SD/SE/DE/SA/FR/EG 2023, 120 Min., arab. OmU,
    Regie: Mohamed Kordofani
    Kamera: Pierre de Villiers
    mit: Eiman Yousif, Siran Riak, Nazar Gomaa, Ger Duany 

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    A film by Mohamed Kordofani.
    In Arabic with German subtitles.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Wracked by guilt after cove­ring up a mur­der, Mona a nor­t­hern Sudanese reti­red sin­ger in a ten­se mar­ria­ge tri­es to make amends by taking in the deceased’s sou­thern Sudanese widow, Julia, and her son, Daniel, into her home. Unable to con­fess her trans­gres­si­ons to Julia, Mona deci­des to lea­ve the past behind and adjust to a new sta­tus quo, una­wa­re that the country’s turm­oil may find its way into her home and put her face to face with her sins.

    Credits:

    SD/SE/DE/SA/FR/EG 2023, 120 Min., arab. OmU,
    Regie: Mohamed Kordofani
    Kamera: Pierre de Villiers
    mit: Eiman Yousif, Siran Riak, Nazar Gomaa, Ger Duany 

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  • Wir waren Kumpel

    Wir waren Kumpel

    Ein Film von Christian Johannes Koch & Jonas Matauschek.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Hast du eine am Sträußchen?“ hät­ten die Eltern gesagt, wäre Martina mit dem Wunsch, Friseuse zu wer­den, „um die Ecke gekom­men“. Martina ist eine von fünf Bergleuten, die der Film vor und nach der Schließung der ost­west­fä­li­schen Steinkohle-Zeche beglei­tet. Bis 2015 hieß sie Mark, seit ihrer Transition ist sie die ers­te und ein­zi­ge Frau, die unter Tage ein­fährt.
    Er ver­brin­ge mehr Zeit mit sei­nem Kumpel Wolfgang („Locke“) als mit sei­ner Frau, rech­net Marco („Langer“) vor. Damit und mit der Arbeit ist bald Schluss, und vor­aus­schau­end macht er neben­her den Busführerschein. Locke wie­der­um ver­misst nach der Stilllegung die gemein­sa­me Zeit schmerz­lich, trotz der oft hef­ti­gen Anblafferei zwi­schen ihnen, oder viel­leicht gera­de des­halb.
    Auch Thomas fällt die Umstellung nicht leicht, zumal er die Wohnung mit der alles kon­trol­lie­ren­den Mutter jetzt den gan­zen Tag teilt. Der Tamile Kirishanthan („Kiri“) floh vor über 20 Jahren aus Sri Lanka. Die Hütte und die Kumpel sind seit­dem neben sei­ner Familie ein zwei­tes Zuhause. Auch er muss sich nun umori­en­tie­ren.
    Das Ende des Steinkohlebergbaus in Deutschland bedeu­te­te auch das Ende eines der unge­sün­des­ten und här­tes­ten Berufe, wie man sehen kann. Ein Arbeitsplatz in bis zu 1600m Tiefe, enge Stollen, Hitze, Kohlenstaub, Schichtbetrieb – trotz­dem rol­len die Tränen beim Abschied nicht aus Freude. Der Strukturwandel trägt neben Perspektivlosigkeit auch Einsamkeit in sich, denn die har­te Arbeit und das Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun, schwei­ßen zusam­men. Der Film zeigt das in tra­gisch-humor­voll-berüh­ren­der Weise, und fin­det für den„Rückbau“ und was „danach“ pas­siert. beein­dru­cken­de Bilder.
    Während Locke sich, ange­regt durch sei­ne Kinder und der FFF-Bewegung, Gedanken zum Klimaschutz macht („ein Bergmann, der Kohle geför­dert hat für Kohlekraftwerke will die Welt ret­ten – das wär doch mal was“), fährt Lange einen Schulbus, Kiri unter­rich­tet Tamilisch und Thomas kämpft mit sei­ner Mutter um die Hoheit am Herd. Nur Martina blieb dem Bergbau treu: sie arbei­tet jetzt im Salzbergwerk.

    Credits:

    DE 2023, 104 Min.,
    Regie: Christian Johannes Koch & Jonas Matauschek
    Kamera: Sebastian Klatt
    Schnitt: Natali Barrey, Annette Brütsch, Jonas Matauschek

    Trailer:
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    A film by Christian Johannes Koch & Jonas Matauschek.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Black dust, shrill metal­lic noi­ses, dark tun­nels, mus­cu­lar bodies – all that is the past. At the end of 2018, extra­c­tion of coal throug­hout Germany came to an end. That same year, the voices of the emer­ging cli­ma­te pro­test move­ment Fridays for Future grew lou­der. Against the back­drop of the­se media and socio-poli­ti­cal events, the film fol­lows five miners on their tra­gic, humo­rous and heart­warm­ing search for a new role in life.

    Credits:

    DE 2023, 104 Min.,
    Regie: Christian Johannes Koch & Jonas Matauschek
    Kamera: Sebastian Klatt
    Schnitt: Natali Barrey, Annette Brütsch, Jonas Matauschek

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  • Club Zero

    Club Zero

    Ein Film von Jessica Hausner.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Miss Novak beginnt an einer inter­na­tio­na­len Privatschule zu unter­rich­ten, wo sie mit ihrem Unterricht über bewuss­te Ernährung die Essgewohnheiten der Schüler grund­le­gend verändert. Ohne den Verdacht der ande­ren Lehrer und der Eltern zu wecken, gera­ten eini­ge der Schüler in ihren Bann, bis sie schließ­lich selbst Teil des geheim­nis­vol­len Club Zero wer­den.
    „Die jun­gen Menschen von heu­te fürch­ten um ihre Zukunft. Sie kämp­fen um sie. Sie wol­len han­deln, Verantwortung über­neh­men, Macht über ihr Leben haben, etwas bewir­ken. Sie wol­len einen Sinn fin­den. Sie wol­len den Planeten ret­ten
    und damit auch ihre Zukunft. Sie wer­den poli­tisch, man­che schlie­ßen sich radi­ka­len Gruppen an. Sie wol­len nicht war­ten, bis es zu spät ist. Ich ver­ste­he das, und ich habe gro­ßes Mitgefühl für die­se Generation. (…)
    Es gibt bei mir kei­ne mora­li­sche Verurteilung, kei­ne Erlösung. Und ich den­ke, das Thema Ernährung berührt einen Nerv. Essen ist extrem intim, wie Nacktsein oder Sex. Es ist auch tabui­siert. (…)
    Essen ist etwas sehr Persönliches, aber gleich­zei­tig auch etwas sehr Soziales. Stellen Sie sich vor, Sie tref­fen sich mit Freunden zum Abendessen und sind die ein­zi­ge Person an die­sem Abend, die nicht isst. Das kann dazu füh­ren, dass die ande­ren sich ange­grif­fen füh­len. Und war­um? Weil Sie einen gehei­men Code bre­chen, eine gesell­schaft­li­che Regel igno­rie­ren und damit die ande­ren in Frage stel­len. Wir alle glau­ben an etwas, nie­mand ist frei von Aberglauben. Jeder von uns gehört zu einer Gruppe, die bestimm­te Grundsätze oder Codes hat. Wir müs­sen die Subjektivität unse­rer Überzeugungen ver­ste­hen, um zu begrei­fen, wie sehr Miss Novak und die Kinder von ihren Glaubenssätzen über­zeugt sind. Ihre »Lebensmittelreligion« ist ein Beispiel für einen radi­ka­len Glauben. (…)
    Es gibt eine gewis­se Art von Absurdität, die unse­rer Existenz inne­wohnt. Aus einem distan­zier­te­ren Blickwinkel betrach­tet, erschei­nen vie­le Dinge, an die wir glau­ben und die wir tun, lächer­lich, absurd oder ver­geb­lich. In mei­nen Filmen ver­su­che ich immer, eine distan­zier­te Perspektive zu fin­den, um dies zu reflek­tie­ren. Ganz im Sinne von Bertold Brechts Verfremdungseffekt. Club Zero wird aus einer Perspektive erzählt, die das Alltägliche ver­frem­det: bis hin zur Absurdität. Daraus ergibt sich auch der schwar­ze Humor des Films.” Jessica Hausner

    Credits:

    AT, UK, DE, FR, DK 2023, 110 Min., eng­li­sche OmU
    Regie: Jessica Hausner
    Kamera: Martin Gschlacht
    Schnitt: Karina Ressler
    mit: Mia Wasikowska, Sidse Babette Knudsen, Elsa Zylberstein, Lukas Turtur, Mathieu Demy, Amir El-Masry, Ksenia Devriendt, Luke Barker

    Trailer:
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    A film by Jessica Hausner. In English with German subtitles.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Miss Novak joins the staff of an inter­na­tio­nal boar­ding school to teach a con­scious eating class. She ins­tructs that eating less is healt­hy. The other tea­chers are slow to noti­ce what is hap­pe­ning and by the time the dis­trac­ted par­ents begin to rea­li­se, Club Zero has beco­me a reality.

    Credits:

    AT, UK, DE, FR, DK 2023, 110 Min., eng­li­sche OmU
    Regie: Jessica Hausner
    Kamera: Martin Gschlacht
    Schnitt: Karina Ressler
    mit: Mia Wasikowska, Sidse Babette Knudsen, Elsa Zylberstein, Lukas Turtur, Mathieu Demy, Amir El-Masry, Ksenia Devriendt, Luke Barker

    Trailer:
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  • Slow

    Slow

    Ein Film von Marija Kavtaradze.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Elena ist (wie ihre Interpretin Greta Grineviciute) mit Leib und Seele Tänzerin und Choreografin. Bei einem Tanzworkshop für gehör­lo­se Jugendliche lernt sie den Gebärdendolmetscher Dovydas ken­nen. Die bei­den mögen sich sofort, ver­brin­gen eini­ge Zeit mit­ein­an­der und kom­men sich näher, bis er sei­ne Grenzen auf­zeigt. Dovydas ist ase­xu­ell. Er hat zwar ein Bedürfnis nach kör­per­li­cher Nähe, aber kei­nes nach Sex – eine Herausforderung für Elena, wie für die fri­sche roman­ti­sche Beziehung über­haupt. Unspektakulär und warm­her­zig erzählt Regisseurin Marija Kavtaradze von einer unge­wöhn­li­chen sinn­li­chen Liebe, die ihre Sprache und ihren Weg ent­lang bei­der Wünsche fin­den will, und den ganz nor­ma­len Fallstricken unter­wegs.
    „Doch dass, bloß weil zwei, die sich lie­ben, sich etwas vor­neh­men, es noch lan­ge nicht nach Plan ver­lau­fen muss, weiß Marija Kavtaradze in ihrer gra­zil geschrie­be­nen Geschichte eben­so zu illus­trie­ren. Die litaui­sche Filmemacherin benö­tigt in ihrem zwei­ten lan­gen Spielfilm als Regisseurin … kei­ne Einfälle rie­si­ger Tragödien, um alles durch­drin­gen­de Emotionen auf die Leinwand zu zau­bern, insze­na­to­ri­sche Ruhe und Vertrauen in die Dialoge sowie die, die sie spre­chen, genü­gen ihr dazu.“
    Jakob Dibold | Ray Filmmagazin
    „… es ist erfri­schend, einen Film zu sehen, der „ein­fach nur“ erfolg­reich eine rea­li­täts­ge­treue Beziehung dar­stellt, ohne in die­se gezwun­gen wir­ken­de erzäh­le­ri­sche Wendungen ein­zu­bau­en.“ Maximilian Schröter | film-rezensionen.de

    Credits:

    LT/ES/SE 2023, 108 Min., litaui­sche OmU
    Regie: Marija Kavtaradze
    Kamera: Laurynas Bareiša
    Schnitt: Silvija Vilkaitė
    mit: Greta Grinevičiūtė, Kęstutis Cicėnas

    Trailer:
    SLOW Trailer Deutsch | German [HD]
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    A film by Marija Kavtaradze. In Lithuanian with German subtitles.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    It would never have occur­red to the pas­sio­na­te dancer Elena to have a love affair wit­hout sex. But when she falls head over heels in love with sign lan­guage inter­pre­ter Dovydas, the­re is no way around it for the two of them. Because Dovydas is ase­xu­al. Is the emo­tio­nal con­nec­tion bet­ween them strong enough for a hap­py rela­ti­onship in which Dovydas is not sexu­al­ly attrac­ted to Elena? SLOW is a love sto­ry like you’­ve never seen befo­re. Marija Kavtaradze sen­si­tively and authen­ti­cal­ly tells the sto­ry of two peo­p­le who beco­me clo­se wit­hout slee­ping tog­e­ther. This roman­tic dra­ma is car­ri­ed by two cha­ris­ma­tic prot­ago­nists who cap­ti­va­te you from the very beginning.

    Credits:

    LT/ES/SE 2023, 108 Min., litaui­sche OmU
    Regie: Marija Kavtaradze
    Kamera: Laurynas Bareiša
    Schnitt: Silvija Vilkaitė
    mit: Greta Grinevičiūtė, Kęstutis Cicėnas

    Trailer:
    SLOW Trailer Deutsch | German [HD]
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  • Die Unschuld

    Die Unschuld

    Ein Film von Hirokazu Kore-eda.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Empathie ist der Begriff, der mir zu den Filmen des Regisseurs Hirokazu Kore-eda sofort ein­fällt, natür­lich auch dies­mal wie­der. Seit sei­nem vier­ten Spielfilm „Nobody Knows“ (nach den frü­hen, nicht weni­ger gran­dio­sen „Maboroshi“, „After Life“ und „Distance“), nimmt er häu­fig die Belange von Kindern ernst, aber auch die Erwachsenen, deren Umgang mit ihnen oder auch der nicht-Umgang, das Ignorieren, sind Thema, und immer ganz grund­sätz­lich jede Kommunikation und das Zusammenleben.
    So stellt sich im ers­ten der drei Kapitel von „Die Unschuld“ sehr schnell die Frage, ob Herr Hori, der net­te jun­ge Lehrer von Minato und Yori, nicht doch ein eher win­di­ger Typ ist, zumal er auch noch hand­greif­lich wird. Oder mobbt Minato den klei­nen Yori, und Lehrer Hori greift nur ein, und ist Minatos allein erzie­hen­de Mutter ihrer Aufgabe über­haupt gewach­sen? Welche Rolle spielt die Schulleitung? Aus drei auf­ein­an­der fol­gen­den Blickwinkeln eröff­net der Film, der nach dem Kinderreim „Wer ist das Monster?“ im Original „Kaibutsu – Monster“ heißt, immer wei­ter­füh­ren­de Erklärungen für und Einblicke in Geschehnisse, die zunächst allen Beteiligten, auch uns Zusehenden, als sehr ein­fach zu deu­ten galten.

    Zwischen den Geheimnissen und Vorurteilen, die sich nach und nach offen­ba­ren, zeigt Kore-eda aber auch für eini­ge der Erwachsenen – oft sel­ber Opfer der Umstände – Verständnis. Der Schrecken, der zwi­schen all dem steckt – Kore-eda ist bei aller Zartheit kein Märchenonkel, son­dern Realist – wird fil­misch sub­li­miert und von Ryūchi Sakamotos Pianotupfern abge­mil­dert. Es war die letz­te Arbeit des im ver­gan­ge­nen Jahr ver­stor­be­nen Musikers.“
    Christian Meyer-Pröpstl | choices

    Credits:

    Kaibutsu (Monster)
    Japan 2023, 127 Min., japan. OmU
    Regie & Schnitt: Hirokazu Kore-eda
    Kamera: Kondo Ryuto
    mit: Eita Nagayama, Sakura Ando, Soya Kurokawa, Yuko Tanaka, Hinata Hiragi, Mugino Saori

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    A film by Hirokazu Kore-eda. In Japanese with German subtitles.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    A search for the truth on seve­ral levels, in which many things are not what they appear to be, recent­ly hono­red at Cannes.

    Hirokazu Kore-eda’s cen­tral the­me, the fami­ly, is once again his start­ing point in this magni­fi­cent­ly orchestra­ted nar­ra­ti­ve. And once again the Japanese mas­ter direc­tor demons­tra­tes his keen power of obser­va­ti­on. In a nuan­ced way, he addres­ses such the­mes as arson, bul­ly­ing, ali­en­ati­on, and pre­ju­di­ce, approa­ching them from mul­ti­ple per­spec­ti­ves and get­ting the audi­ence to think about them. What makes a per­son a mons­ter? And who gets to deter­mi­ne that?

    Credits:

    Kaibutsu (Monster)
    Japan 2023, 127 Min., japan. OmU
    Regie & Schnitt: Hirokazu Kore-eda
    Kamera: Kondo Ryuto
    mit: Eita Nagayama, Sakura Ando, Soya Kurokawa, Yuko Tanaka, Hinata Hiragi, Mugino Saori

    Trailer:
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  • Julie – eine Frau gibt nicht auf

    Julie – eine Frau gibt nicht auf

    Ein Film von Eric Gravel. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Julie gibt alles, um die Erziehung ihrer zwei Kinder in einer länd­li­chen Vorstadt mit dem Job in einem Pariser Luxushotel gut unter einen Hut zu brin­gen, und der Exmann ist ihr kei­ne gro­ße Hilfe. Aber sie ist eine Kämpferin, und sie hat ein Ziel. Nur, dass aus­ge­rech­net an dem Tag, an dem sie ein Jobinterview für die erträum­te Stelle in ihrem erlern­ten Beruf bekommt, ein Streik der öffent­li­chen Verkehrsmittel beginnt und alles lahm­legt. Julies sorg­fäl­tig orga­ni­sier­ter, fra­gi­ler Zeitplan droht zusam­men­zu­bre­chen.
    Unter gewal­ti­gem Druck orga­ni­siert, rennt, impro­vi­siert sie, stets auf Kante und auch rück­sichts­los, denn sie hat viel zu ver­lie­ren. Dabei darf sie sich von all der Hektik und dem Stress nichts anmer­ken las­sen, nicht bei den Kindern, nicht im Hotel, und schon gar nicht beim Vorstellungsgespräch.
    Für die­se Tour-de-Force wur­de Laure Calamy in Venedig aus­ge­zeich­net, eben­so wie Eric Gravel für die Regie. Der hyp­no­ti­sche Score von Irène Drésel bekam den fran­zö­si­schen Filmpreis César, so auch die her­aus­for­dern­de Schnittarbeit (Mathilde van de Moortel).

    Kommen Sie wegen des sozia­len Realismus, blei­ben Sie wegen der thril­ler­ar­ti­gen Spannung, denn Julies Tage wer­den zu einer auf­re­gen­den Analyse der ver­hee­ren­den Auswirkungen des Kapitalismus. Lauf, Julie, lauf!“
    Edinburgh Filmfestival

    Arbeit, Kinder, rück­stän­di­ge Hypotheken, ein beschis­se­ner Ex. Der Film ist so authen­tisch und nach­voll­zieh­bar – so genau beob­ach­tet, dass ich, um ehr­lich zu sein, annahm, er sei von einer Frau gemacht wor­den.“
    Cath Clarke | The Guardian

    Credits:

    À plein temps
    FR 2022, 88 Min., franz. OmU
    Regie: Eric Gravel
    Kamera: Victor Seguin
    Schnitt: Mathilde Van de Moortel
    mit: Laure Calamy, Anne Suarez, Geneviève Mnich, Nolan Arizmendi, Sasha Lemaitre Cremaschi, Cyril Gueï

    Trailer:
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    A film by Eric Gravel. In French with German subtitles.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    After sepa­ra­ting from her hus­band, Julie has moved to a Paris sub­urb to rai­se their two child­ren on her own. Every day she takes them to an elder­ly nan­ny befo­re com­mu­ting to her stressful job in down­town Paris as a maid in a luxu­ry hotel. When a strike para­ly­zes the public trans­por­ta­ti­on sys­tem, com­mu­ting bet­ween home and work beco­mes much more dif­fi­cult. And when Julie final­ly gets an inter­view for a job she’d long been hoping for, she has no choice but to set off on a fran­tic race against time that will push her to her very limits as both her pro­fes­sio­nal and per­so­nal life hang in the balance.

    Credits:

    À plein temps
    FR 2022, 88 Min., franz. OmU
    Regie: Eric Gravel
    Kamera: Victor Seguin
    Schnitt: Mathilde Van de Moortel
    mit: Laure Calamy, Anne Suarez, Geneviève Mnich, Nolan Arizmendi, Sasha Lemaitre Cremaschi, Cyril Gueï

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  • Kraft der Utopie – Leben mit Le Corbusier in Chandigarh

    Kraft der Utopie – Leben mit Le Corbusier in Chandigarh

    Ein Film von Karin Bucher und Thomas Karrer.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Kurz nach der Teilung Indiens und der Befreiung aus der Kolonialherrschaft Englands soll am Fusse des Himalayas aus dem Nichts eine neue Hauptstadt für den Punjab gebaut wer­den. Die alte Hauptstadt Lahore war Pakistan zuge­teilt wor­den. Die Planstadt Chandigarh steht für die neue Demokratie, den Fortschritt und den Glauben an die Zukunft. Engagiert wur­den Architekten aus dem Westen. Zuerst Albert Mayer, dann der schwei­ze­risch-fran­zö­si­sche Architekt Le Corbusier. Absichten, Visionen und Utopien kamen zusam­men. Für Le Corbusier bot Chandigarh die ein­ma­li­ge Gelegenheit, sein Lebenswerk zu voll­enden und sei­ne städ­te­bau­li­chen Ideen umzu­set­zen. Seine Vision war die einer moder­nen, huma­nen und gerech­ten Stadt, nach dem «Mass des Menschen» erbaut, die ein kul­tu­rel­les Leben und ein har­mo­ni­sches Zusammenspiel von Mensch und Natur ermöglichte. 

    Zum 70-jäh­ri­gen Bestehen der Planstadt von Le Corbusier fra­gen wir nach, ob in Chandigarh die­se Vision Realität gewor­den ist. Der Film beglei­tet Menschen auf ihren Wegen durch die Stadt und sucht Orte und Schauplätze auf, an denen sich das schil­lern­de Zusammenspiel von altem Traum und neu­em Leben, von Utopie und Alltag, von Zerfall und lei­ser Poesie zei­gen. Ein Zeitzeuge erin­nert sich an die Gründerzeit. Die Direktorin des Le Corbusier Centers, ein Künstler, ein Schauspieler und ein Architekt erzäh­len vom Wagnis, sich hier nie­der­zu­las­sen und reflek­tie­ren ihr Leben in und mit Chandigarh. Auf Streifzügen tref­fen wir Bewohner:innen, die unse­ren Blick auf die Stadt erwei­tern und tau­chen in das all­täg­li­che Leben ein, wel­ches sich die bau­li­chen Strukturen zu eigen gemacht hat. 

    Credits:

    CH 2023, 84 Min., engl., deut­sche OmU
    Regie & Kamera: Karin Bucher, Thomas Karrer
    Schnitt: Fabian Kaiser, Thomas Karrer, Mirjam Krakenberger

    Trailer:
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    A film by Karin Bucher and Thomas Karrer. In English and German with German subtitles.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    With the con­s­truc­tion of the Indian plan­ned city of Chandigarh, the Swiss and French archi­tect Le Corbusier com­ple­ted his life’s work 70 years ago. Chandigarh is a con­tro­ver­si­al syn­the­sis of the arts, a bold uto­pia of moder­ni­ty. The film accom­pa­nies four cul­tu­ral workers who live in the plan­ned city and reflects on Le Corbusier’s lega­cy, uto­pian urban ide­as and the cul­tu­ral dif­fe­ren­ces bet­ween East and West in an atmo­sphe­ri­cal­ly den­se narrative.

    Credits:

    CH 2023, 84 Min., engl., deut­sche OmU
    Regie & Kamera: Karin Bucher, Thomas Karrer
    Schnitt: Fabian Kaiser, Thomas Karrer, Mirjam Krakenberger

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  • Die Unsichtbaren

    Die Unsichtbaren

    Ein Film von Matthias Freier. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Matthias Freier hat bis­her vor allem Werbespots und Musikvideos gedreht, unter ande­rem für Jochen Distelmeyer, Die Fantastischen Vier und Samy Deluxe. Sein True-Crime-Dokumentarfilm DIE UNSICHTBAREN han­delt von einem der spek­ta­ku­lärs­ten Kriminalfälle der neun­zi­ger Jahre, ist aber vor allem eine Hommage an Freiers Stiefmutter, die Kriminalkommissarin Marianne Atzeroth-Freier, die gegen den Widerstand ihres Dienststellenleiters und die Ignoranz der älte­ren männ­li­chen Kollegen in der Hamburger Mordkommission den Fall um eine Entführung und zwei ver­schwun­de­ne Frauen auf­klär­te. „Janne“, wie die Kommissarin genannt wur­de, hat­te als Streifenpolizistin ange­fan­gen, dann bei der „Sitte“ die Opfer von sexua­li­sier­ter Gewalt betreut. Während die männ­li­chen Kollegen den Aussagen eines Entführungsopfers nicht ver­trau­ten („Ich sag dir gleich, wir glau­ben der kein Wort.“),
    nahm Atzeroth-Freier die Aussagen des Opfers als Erste ernst und kam schnell dem Täter, einem Hamburger Pelzhändler, auf die Spur. Bald stell­te sich her­aus, dass zwei wei­te­re Frauen ver­schwun­den und mit dem Entführer bekannt waren.
    Die grau­sa­men Details des Falls füll­ten bis Mitte der 90er Jahre die Spalten nicht nur der Boulevardpresse. Freiers Film ver­mei­det jede spe­ku­la­ti­ve Ausbeutung der Geschichte, und kon­zen­triert sich auf die Ermittlungen, auf die Nachlässigkeiten, den – hier töd­li­chen – män­ner­bünd­le­ri­schen Sexismus auf dem Polizeirevier und Jannes per­sön­li­ches Verhältnis zu den Angehörigen der Opfer. Dokumente und Interviews sind sorg­fäl­tig aus­ge­wählt und sen­si­bel geführt, die Spielszenen mit ruhi­gem Understatement insze­niert. Im True-Crime-Genre ist das alles ande­re als selbst­ver-
    ständ­lich. DIE UNSICHTBAREN ist ein exzel­len­ter, sehr span­nen­der und immer noch rele­van­ter Film über die Durchsetzungskraft einer inte­gren Polizistin.
    Tom Dorow | indiekino

    Credits:

    DE 2023, 97 Min.
    Regie: Matthias Freier
    Kamera: Kay Madsen
    Schnitt: Marielle Pohlmann

    Trailer:
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    A film by Matthias Freier. In German

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    DOCU-FICTION Marianne Atzeroth-Freier once brought the »acid-bar­rel mur­de­rer« to jus­ti­ce. In a mix of archi­ve mate­ri­al and re-enac­ted sce­nes, the film recon­s­tructs the dif­fi­cult inves­ti­ga­ti­on Atzeroth-Freier had to pur­sue in a male-domi­na­ted envi­ron­ment. In the 1990s, as one of the first women in the Hamburg Police’s homic­i­de divi­si­on, Atzeroth-Freier sol­ved one of the most grue­so­me mur­ders in German histo­ry. If any­thing, by chan­ce. When approa­ched by a mother who­se daugh­ter has dis­ap­peared, she deci­des to get invol­ved. On the search for the miss­ing per­son, she repea­ted­ly comes across incon­sis­ten­ci­es within the police’s inves­ti­ga­ti­on. But she keeps going – until she achie­ves the breakthrough

    Credits:

    DE 2023, 97 Min.
    Regie: Matthias Freier
    Kamera: Kay Madsen
    Schnitt: Marielle Pohlmann

    Trailer:
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