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  • filmPOLSKA reloaded – Brot und SalzfilmPOLSKA – Brot und Salz

    filmPOLSKA reloaded – Brot und SalzfilmPOLSKA – Brot und Salz

    Chleb i sól / Brot und Salz am 14.2.18:00 im fsk

    [Tickets]

    PL 2022
    R/B: Damian Kocur
    99 min, OmdU
    K: Tomasz Woźniczka
    S: Alan Zejer
    D: Tymoteusz Bies, Jacek Bies u. a.

    Der Student Tymoteusz hat mit sei­nem Klavierspiel schon Preise gewon­nen und es ins Fernsehen geschafft. Über den Sommer kehrt er in sei­ne trost­lo­se Heimatstadt zurück, wo seit sei­nem Weggang die Welt ste­hen geblie­ben zu sein scheint. Die alten Kumpels aus dem Block hän­gen immer noch in der Gegend her­um, kif­fen, trin­ken Dosenbier, labern viel, träu­men von Abenteuern in der gro­ßen wei­ten Welt und kom­men aus ihrem Viereck aus Badesee, Skatepark, Spielplatz und Dönerimbiss doch nicht heraus.

    Auch Tymoteusz‘ Bruder Jacek gehört zur Clique – eben­falls ein begab­ter Pianist, der aber seit einer miss­glück­ten Bewerbung das Klavier ver­stimmt ein­stau­ben lässt. Statt sich Hoffnungen und Träumen hin­zu­ge­ben, ver­sinkt er resi­gniert im pro­vin­zi­el­len Sumpf aus Langeweile, Perspektivlosigkeit, Homophobie und plum­pem Rassismus. Denn die Wut über das so früh geschei­ter­te Leben der Jugendlichen muss sich irgend­wo ent­la­den – war­um nicht bei die­sen frem­den Typen, die so ver­däch­tig ver­schlos­se­nen einen Döner nach dem ande­ren zubereiten?

    Wie eine Granate schlug der for­mal eigen­stän­di­ge, lose an zeit­his­to­ri­sche Ereignisse anknüp­fen­de Debüt-Langfilm in der pol­ni­schen Szene ein. Mit Fingerspitzengefühl, Präzision und sti­lis­ti­schem Selbstbewusstsein, die für einen Newcomer unge­wöhn­lich aus­ge­reift sind, erzählt er schein­bar bei­läu­fig eine semi­do­ku­men­ta­ri­sche Geschichte in der Ästhetik eines frü­hen Andreas Dresden, die – ganz ohne Musik und vir­tu­os im been­gen­den Seitenverhältnis 4:3 geschnit­ten – durch schmerz­haf­te Authentizität besticht. Denn die Laien-Darsteller*innen spie­len sich selbst und ihre eige­nen Geschichten. [Rainer Mende]

    Damian Kocur (geb. 1983 in Katowice) stu­dier­te an der Schlesischen Universität Katowice. Als Regisseur ver­öf­fent­lich­te er acht teil­wei­se preis­ge­krön­te kur­ze Spiel- und Dokumentarfilme, bevor er mit „Chleb i sól“ einen Jurypreis beim Filmfestival von Venedig und zahl­rei­che wei­te­re Preise gewann.

    wei­te­re Filmpolska rel­oa­ded Termine:

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    Chleb i sól / Brot und Salz

    PL 2022
    R/B: Damian Kocur
    99 min, OmdU
    K: Tomasz Woźniczka
    S: Alan Zejer
    D: Tymoteusz Bies, Jacek Bies u. a.

    Der Student Tymoteusz hat mit sei­nem Klavierspiel schon Preise gewon­nen und es ins Fernsehen geschafft. Über den Sommer kehrt er in sei­ne trost­lo­se Heimatstadt zurück, wo seit sei­nem Weggang die Welt ste­hen geblie­ben zu sein scheint. Die alten Kumpels aus dem Block hän­gen immer noch in der Gegend her­um, kif­fen, trin­ken Dosenbier, labern viel, träu­men von Abenteuern in der gro­ßen wei­ten Welt und kom­men aus ihrem Viereck aus Badesee, Skatepark, Spielplatz und Dönerimbiss doch nicht heraus.

    Auch Tymoteusz‘ Bruder Jacek gehört zur Clique – eben­falls ein begab­ter Pianist, der aber seit einer miss­glück­ten Bewerbung das Klavier ver­stimmt ein­stau­ben lässt. Statt sich Hoffnungen und Träumen hin­zu­ge­ben, ver­sinkt er resi­gniert im pro­vin­zi­el­len Sumpf aus Langeweile, Perspektivlosigkeit, Homophobie und plum­pem Rassismus. Denn die Wut über das so früh geschei­ter­te Leben der Jugendlichen muss sich irgend­wo ent­la­den – war­um nicht bei die­sen frem­den Typen, die so ver­däch­tig ver­schlos­se­nen einen Döner nach dem ande­ren zubereiten?

    Wie eine Granate schlug der for­mal eigen­stän­di­ge, lose an zeit­his­to­ri­sche Ereignisse anknüp­fen­de Debüt-Langfilm in der pol­ni­schen Szene ein. Mit Fingerspitzengefühl, Präzision und sti­lis­ti­schem Selbstbewusstsein, die für einen Newcomer unge­wöhn­lich aus­ge­reift sind, erzählt er schein­bar bei­läu­fig eine semi­do­ku­men­ta­ri­sche Geschichte in der Ästhetik eines frü­hen Andreas Dresden, die – ganz ohne Musik und vir­tu­os im been­gen­den Seitenverhältnis 4:3 geschnit­ten – durch schmerz­haf­te Authentizität besticht. Denn die Laien-Darsteller*innen spie­len sich selbst und ihre eige­nen Geschichten. [Rainer Mende]

    Damian Kocur (geb. 1983 in Katowice) stu­dier­te an der Schlesischen Universität Katowice. Als Regisseur ver­öf­fent­lich­te er acht teil­wei­se preis­ge­krön­te kur­ze Spiel- und Dokumentarfilme, bevor er mit „Chleb i sól“ einen Jurypreis beim Filmfestival von Venedig und zahl­rei­che wei­te­re Preise gewann.

    wei­te­re Filmpolska Termine:

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  • filmPOLSKA reloaded – Stilles Land

    filmPOLSKA reloaded – Stilles Land

    Cicha zie­mia / Stilles Land am 13.3. um 18:00 im fsk.

    [Tickets]

    PL/ITA/CZ 2021
    R: Aga Woszczyńska
    113 min, OmdU
    B: Aga Woszczyńska & Piotr Litwin
    K: Bartosz Świniarski
    S: Jarosław Kamiński
    M: Piotr Kurek
    D: Dobromir Dymecki, Agnieszka Żulewska, Jean-Marc Barr, Alma Jodorowsky, Marcello Romolo u. a.

    Hell scheint die medi­ter­ra­ne Sonne vor wol­ken­lo­sem Himmel auf das gepfleg­te Ferienhaus, gleich neben­an glit­zert azur­blau das Meer – das per­fek­te Setting für einen ent­spann­ten Urlaub. Gut, der aus­ge­trock­ne­te Pool müss­te noch repa­riert wer­den. Aber das wer­de sofort gemacht, beteu­ert der Vermieter dem eigen­ar­tig unter­kühlt wir­ken­den pol­ni­schen Paar, das sich an der Küste Sardiniens ein­ge­mie­tet hat.

    Aber Kino wäre nicht Kino, wenn sich hin­ter die­ser Traumkulisse nicht dunk­le Geheimnisse ver­ber­gen wür­den. Denn die sar­di­sche Küste ist nicht nur Sehnsuchtsort vie­ler Urlauber*innen, son­dern auch von Geflüchteten, die ver­su­chen, über das Mittelmeer nach Europa zu gelan­gen und dort Fuß zu fas­sen. Die pol­ni­schen Urlauber*innen Anna und Adam – und nicht nur sie – ver­schlie­ßen davor die Augen, aber durch die Hintertür drin­gen die glo­ba­len Probleme in ihren Alltag und in ihr Unterbewusstsein ein.

    In lan­gen sta­ti­schen Einstelllungen mit sehr dezen­tem Musikeinsatz, in denen viel geschwie­gen bzw. ver­schwie­gen wird, arbei­tet sich die Regisseurin sehr behut­sam in die Psyche der Hauptfiguren (Dobromir Dymecki und Agnieszka Żulewska mit gekonn­tem Underacting) vor. Woszczyńska ver­knüpft geschickt ein Psycho-Kammerspiel mit zeit­po­li­ti­schen Fragen, ohne dass eines der Themen in die zwei­te Reihe gedrängt wird. [Rainer Mende]

    Aga Woszczyńska (geb. 1984 in Lódź) stu­dier­te Regie an der Filmhochschule ihrer Geburtsstadt. Während ihres Studium dreh­te sie sie­ben kur­ze Spielfilme, u. a. das preis­ge­krön­te Drama „Fragmenty“ (2014), bevor sie mit „Cicha zie­mia“ ihren ers­ten Langfilm in die Kinos brach­te und auf Festivals meh­re­re Preise errang.

    wei­te­re Filmpolska Termine:

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  • filmPOLSKA reloaded – The Passage

    filmPOLSKA reloaded – The Passage

    Przejście / The Passage am 10.4. um 18:00 im fsk.

    [Tickets]

    PL 2021
    R/B: Dorota Lamparska
    102 min, OmeU
    K: Jolanta Dylewska
    S: Maciej Pawliński & Piotr Krygiel
    M: Ireneusz Wojtczak
    D: Wiktoria Gorodeckaja, Agnieszka Mandat, Jacek Braciak, Jowita Budnik, Monika Kwiatkowska, Jan Peszek u. a.

    Es dau­ert eine Weile, bis Maria ver­stan­den hat, was los ist. Warum muss auch unbe­dingt in dem Moment, in dem sie stirbt, die Brücke ins Jenseits bei einem Gewitter kaputt­ge­hen und jetzt repa­riert werden?

    Nun irrt sie erst ein­mal untot durch ihre eins­ti­ge Welt und betrach­tet eher trot­zig-irri­tiert als neu­gie­rig, wel­che Lücken sie hin­ter­las­sen hat – und ob über­haupt. Denn Maria scheint – wie auch jetzt – eine eher küh­le Person gewe­sen zu sein, die weni­gen Menschen rich­tig nahe­stand. Jetzt muss sie fest­stel­len, dass das Leben ein­fach ohne sie wei­ter­geht, ohne gro­ße Aufregung.

    Die Hauptdarstellerin Wiktoria Gorodeckaja erträgt mit bewun­derns­wer­ter Souveränität und dezen­tem Underacting den per­ma­nen­ten Kamerablick (meis­ter­haft insze­niert von Jolanta Dylewska) auf ihr Gesicht, wäh­rend um sie her­um in über­ra­schen­den, gele­gent­lich ins Absurde kip­pen­den Szenen eine Reihe schrä­ger Figuren die Verstorbene zu dem Punkt gelei­tet, an dem sie sich ihrer Vergänglichkeit fügt. [Rainer Mende]

    Dorota Lamparska stu­dier­te an der Wajda Film School in Warschau, der Schlesischen Universität Katowice der Filmhochschule Łódź und der Universität Gdańsk. Nach drei Kurzfilmen und meh­re­ren Folgen der TV-Serie „Złotopolscy“ erschien ihr ers­ter Langspielfilm „Przejście“.

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  • Die Familie mit dem umgekehrten Düsenantrieb

    Die Familie mit dem umgekehrten Düsenantrieb

    Ein Film von Sogo Ishi. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Die Familie Kobayashi kann end­lich aus ihrer win­zi­gen, beeng­ten Wohnung in Tokio in das Haus ihrer Träume am Stadtrand umzie­hen. Doch die Dinge sind nicht so per­fekt, wie sie schei­nen: Das Haus ist von Termiten befal­len und die Familie beginnt, ver­rückt zu wer­den.
    „Ishiis Film zu sehen ist ein biss­chen so, als wür­de man den Nervenkitzel sei­ner ers­ten Begegnung mit Monty Python vor all den Jahren wie­der­ent­de­cken: schwar­zer Humor in sei­ner bös­ar­tigs­ten (d.h. lus­tigs­ten) Form, tem­po­reich wie ein Pendlerexpress und gewürzt mit einer Prise Science-Fiction, die selbst den am meis­ten gechipp­ten Zuschauer im Unklaren dar­über lässt, wohin er, sie oder es geht.“ TIME OUT
    „Die schie­re Hemmungslosigkeit des Films reicht aus, um das Interesse auf­recht­zu­er­hal­ten, da man nicht weiß, wie weit er gehen kann (…) unver­kenn­bar ein Film, in dem kei­ne Grenzen gesetzt sind.“ NY TIMES

    Credits:

    Crazy Family
    JP 1984, 106 Min., jap. OmU
    Regie: Sogo Ishii
    Kamera: Masaki Tamura
    Schnitt: Junichi Kikuchi
    mit: Katsuya Kobayashi, Mitsuko Baisho, Yoshiki Arizono, Youki Kudoh, Hitoshi Ueki u.a.

    Trailer:
    The Crazy Family (1984) Trailer
    Im Kino mit deut­schen Untertiteln
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    A film by Sogo Ishi. In Japanese with German subtitles.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    The Kobayashi fami­ly final­ly are able to move out of their tiny, cram­ped Tokyo apart­ment to the sub­ur­ban house of their dreams. But things are not as per­fect as they seem: the house is infes­ted by ter­mi­tes and the fami­ly starts going cra­zy: Son Masaki is stu­dy­ing so obses­si­ve­ly for his exams that he’s losing his mind; daugh­ter Erika is obli­vious of all but her forth­co­ming record com­pa­ny audi­tion, grand­fa­ther Yasukuni starts get­ting World War II flash­backs and father Katsuhiko is so worried about his family’s “sick­ness” that he thinks can only be cured by group sui­ci­de. As the Kobayashis’ house beg­ins to crum­ble, so does the sani­ty of its inha­bi­tants. Katsuhiko takes it upon hims­elf to keep them from the asylum…at any cost.

    Credits:

    Crazy Family
    JP 1984, 106 Min., jap. OmU
    Regie: Sogo Ishii
    Kamera: Masaki Tamura
    Schnitt: Junichi Kikuchi
    mit: Katsuya Kobayashi, Mitsuko Baisho, Yoshiki Arizono, Youki Kudoh, Hitoshi Ueki u.a.

    Trailer:
    The Crazy Family (1984) Trailer
    Im Kino mit deut­schen Untertiteln
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  • Gagarin – Einmal schwerelos und zurück

    Gagarin – Einmal schwerelos und zurück

    ein Film von Fanny Liatard und Jérémy Trouilh.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Gagarin erzählt die Geschichte von Youri (Alseni Bathily), der guten Seele einer Nachbarschaft, der an der Idee und an den Erinnerungen eines soli­da­ri­schen Zusammenlebens fest­hält, bis es nicht mehr geht.
    Youri ist der selbst­er­nann­te Hausmeister einer 60er Jahre Siedlung in einer Vorstadt von Paris namens Gagarin. Obwohl er und sei­ne Freunde sich größ­te Mühe geben, kön­nen sie nicht ver­hin­dern, dass die Stadt beschließt, dass die Siedlung abge­ris­sen wer­den soll.
    Nach und nach zie­hen alle weg, nur Youri hat für sich beschlos­sen zu blei­ben. Erst mal fin­det Youri neue Freunde. Das Roma Mädchen Diana (Lyna Khoudri, The French Dispatch) ist fas­zi­niert von sei­nem Einsiedlertum und der Dealer Dali (Finnegan Oldfield, Corsage) lebt auch noch irgend­wo im Gebäudekomplex. Dann aber wird die ille­ga­le Siedlung von Dianas Familie von der Stadt auf­ge­löst. Und auch Dali ver­schwin­det nach eine gewalt­tä­ti­gen Auseinandersetzung mit den Bauarbeitern, die Gagarin ver­sie­geln und für die Sprengung vor­be­rei­ten. Als letz­ter Bewohner lebt Youri in der Siedlung wie in einem Raumschiff. Youri weiß, dass er sich in eine Sackgasse manö­vriert hat, und dass sei­ne Umgebung immer lebens­feind­li­cher wird. Aber Youri ist stur, er will sei­ne Mission, wie einen Parabelflug been­den und so arbei­tet er an einem Countdown, an des­sen Ende die Hochhaussiedlung Gagarin für ihn um Hilfe rufen soll. Leider zählt wäh­rend­des­sen noch ein ande­rer Countdown von 10 bis 0.

    Credits:

    FR 2020, 95 Min., franz. OmU
    Regie: Fanny Liatard, Jérémy Trouilh

    Kamera: Victor Seguin
    Schnitt: Daniel Darmon
    mit Alseni Bathily, Lyna Khoudri, Jamil McCraven, Finnegan Oldfield, Farida Rahouadj, Denis Lavant

    Trailer:
    Gagarin – Einmal schwe­re­los und zurück TLR 24p OmU Trailer
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    A film by Fanny Liatard and Jérémy Trouilh. In French with German subtitles.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Gagarin erzählt die Geschichte von Youri (Alseni Bathily), der guten Seele einer Nachbarschaft, der an der Idee und an den Erinnerungen eines soli­da­ri­schen Zusammenlebens fest­hält, bis es nicht mehr geht.
    Youri ist der selbst­er­nann­te Hausmeister einer 60er Jahre Siedlung in einer Vorstadt von Paris namens Gagarin. Obwohl er und sei­ne Freunde sich größ­te Mühe geben, kön­nen sie nicht ver­hin­dern, dass die Stadt beschließt, dass die Siedlung abge­ris­sen wer­den soll.
    Nach und nach zie­hen alle weg, nur Youri hat für sich beschlos­sen zu blei­ben. Erst mal fin­det Youri neue Freunde. Das Roma Mädchen Diana (Lyna Khoudri, The French Dispatch) ist fas­zi­niert von sei­nem Einsiedlertum und der Dealer Dali (Finnegan Oldfield, Corsage) lebt auch noch irgend­wo im Gebäudekomplex. Dann aber wird die ille­ga­le Siedlung von Dianas Familie von der Stadt auf­ge­löst. Und auch Dali ver­schwin­det nach eine gewalt­tä­ti­gen Auseinandersetzung mit den Bauarbeitern, die Gagarin ver­sie­geln und für die Sprengung vor­be­rei­ten. Als letz­ter Bewohner lebt Youri in der Siedlung wie in einem Raumschiff. Youri weiß, dass er sich in eine Sackgasse manö­vriert hat, und dass sei­ne Umgebung immer lebens­feind­li­cher wird. Aber Youri ist stur, er will sei­ne Mission, wie einen Parabelflug been­den und so arbei­tet er an einem Countdown, an des­sen Ende die Hochhaussiedlung Gagarin für ihn um Hilfe rufen soll. Leider zählt wäh­rend­des­sen noch ein ande­rer Countdown von 10 bis 0.

    Credits:

    FR 2020, 95 Min., franz. OmU
    Regie: Fanny Liatard, Jérémy Trouilh

    Kamera: Victor Seguin
    Schnitt: Daniel Darmon
    mit Alseni Bathily, Lyna Khoudri, Jamil McCraven, Finnegan Oldfield, Farida Rahouadj, Denis Lavant

    Trailer:
    Gagarin – Einmal schwe­re­los und zurück TLR 24p OmU Trailer
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  • Im Schatten

    Im Schatten

    Ein Film von Thomas Arslan.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Trojan ist ein pro­fes­sio­nel­ler Verbrecher, der auf Raubüberfälle spe­zia­li­siert ist. Aus dem Gefängnis ent­las­sen, macht er dort wei­ter, wo er vor sei­ner Verhaftung auf­ge­hört hat­te. Doch muss er jetzt wie­der fast von Null anfan­gen. Seinem aus­ge­präg­ten Bedürfnis nach Unabhängigkeit stel­len sich zahl­rei­che Hindernisse in den Weg. Er steht fast ohne Geld da und der Großteil sei­ner alten Kontakte erweist sich als wenig zuver­läs­sig. Richard Bauer, der Trojan sei­nen Anteil aus einem frü­he­ren Coup schul­det, hat nicht vor ihn aus­zu­zah­len. Stattdessen setzt er sei­ne Leute auf Trojan an, um ihn los­zu­wer­den. Durch die Vermittlung von Dora Hillmann, mit der er nach lan­ger Zeit wie­der zusam­men­trifft, eröff­net sich ihm die Möglichkeit auf einen Geldtransporterüberfall. Als Trojan gemein­sam mit sei­nem alten Freund Nico die Vorbereitungen für den Job trifft, hängt sich auch der kor­rup­te Polizist Meyer an ihn dran. In einem Geflecht aus Misstrauen, Verrat, Beschattung und Gewalt muss Trojan den Überblick behalten.

    Erster Teil der Trojan Trilogie von Thomas Arslan. Der 2. Teil ist Verbrannte Erde

    Der Tagesspiegel: Solche Geschichten wer­den im Kriminalgenre immer wie­der erzählt – doch sel­ten so, wie Thomas Arslan es in sei­nem Film „Im Schatten“ macht. Arslan ist ein eisern kon­se­quen­ter Regisseur, der sei­nen kar­gen, exak­ten Stil (Berliner Schule!) nicht preis­gibt, bloß weil er mal ins Genrekino wech­selt. Seine Gangster sind kei­ne coo­len Sprücheklopfer wie Tarantinos „Reservoir Dogs“. Sie umgibt nicht die exis­ten­zia­lis­ti­sche Aura der Helden von Jean-Pierre Melville. Auch die Melancholie und obses­si­ve Getriebenheit, die man aus den Filmen Michael Manns kennt, geht ihnen ab.

    Credits:

    DE 2010, 85 Min., DF
    Regie: Thomas Arslan
    Kamera: Reinhold Vorschneider
    Schnitt: Bettina Blickwede
    mit Mišel Matičević, Karoline Eichhorn, Uwe Bohm, Rainer Bock, David Scheller, Peter Kurth

    Trailer:
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    A film by Thomas Arslan. On July 27th and 28th at the fsk. In German.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Trojan is released from jail and goes straight back to his pro­fes­si­on as a cri­mi­nal. He gets hold of a wea­pon and looks out for new jobs. In just a few takes, Thomas Arslan sets up the anony­mous world of his gangs­ter prot­ago­nist by fal­ling back on motifs and cha­rac­ters from the gen­re. The back­room of a car work­shop, par­king lots, fur­nis­hed apart­ments. One meets men and women who dis­trust each other becau­se they are all out to line their own pockets. The set­ting chan­ges con­stant­ly, with sur­veil­lan­ce and cha­se sce­nes pro­vi­ding a dyna­mic nar­ra­ti­ve rhythm. Since crime makes up Trojan’s dai­ly exis­tence, the film con­cen­tra­tes enti­re­ly on the tech­ni­cal natu­re of a life out­side the law. The redu­ced and clear-cut images – shot with a Red came­ra – high­light the exact sequence of events. Im Schatten is a gen­re film that focu­ses con­sis­t­ent­ly on the mecha­nics and exter­nal pro­cess of a crime. It deve­lo­ps a sen­se of gre­at sus­pen­se, wit­hout bur­de­ning its figu­res with per­so­nal sto­ries. Each hand move­ment has to be right. All of a sud­den, the ques­ti­on of whe­ther Trojan will mana­ge to start the geta­way car on time beco­mes a gre­at movie moment.

    Credits:

    DE 2010, 85 Min., DF
    Regie: Thomas Arslan
    Kamera: Reinhold Vorschneider
    Schnitt: Bettina Blickwede
    mit Mišel Matičević, Karoline Eichhorn, Uwe Bohm, Rainer Bock, David Scheller, Peter Kurth

    Trailer:
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  • Was will der Lama mit dem Gewehr?

    Was will der Lama mit dem Gewehr?

    Ein Film von Pawo Choyning Dorji.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Im Jahr 2006 hält die Modernisierung Einzug im Königreich Bhutan: Als letz­tes Land der Erde erhält Bhutan Zugang zu Fernsehen und Internet. Doch die größ­te Veränderung steht noch bevor: Die Einführung der Demokratie. Nach sei­nem Oscar-nomi­nier­ten Spielfilmdebüt Lunana lie­fert Pawo Choyning Dorji mit The Monk and the Gun eine wit­zi­ge und warm­her­zi­ge Politsatire mit über­ra­schen­den Wendungen.

    Es war eine klei­ne Sensation: Im Jahr 2022 wur­de ein bhu­ta­ni­scher Filmemacher mit sei­nem ers­ten Spielfilm für die Oscars nomi­niert. Sein Film Lunana, den er aus­schließ­lich mit Solarenergie gedreht hat­te, fei­er­te gros­se Erfolge und lock­te allein in der Schweiz 15’000 Menschen in die Kinos. Mit The Monk and the Gun mel­det sich Pawo Choyning Dorji mit einem eben­so ver­gnüg­li­chen wie auch wohl­tu­en­den Film zurück: Während die Bevölkerung gera­de James Bond, das Fernsehen und das Internet ent­deckt hat, beschließt der König, sein Land wei­ter zu moder­ni­sie­ren, indem er Wahlen anbe­raumt, um ein par­la­men­ta­ri­sches System ein­zu­füh­ren. Doch kaum steht der poli­ti­sche Wandel bevor, beginnt die Machtgier die Gemüter der sonst so sanft­mü­ti­gen Bevölkerung zu erhit­zen. Dorji schickt drei Figuren auf die Reise, deren Wege sich vor atem­be­rau­ben­der Kulisse kreu­zen wer­den: Wahlleiterin Tshering Yangden soll in den Bergdörfern Testwahlen durch­füh­ren und ein jun­ger Mönch für die geheim­nis­vol­le Zeremonie sei­nes Meisters zwei Schusswaffen fin­den, wäh­rend ein US-ame­ri­ka­ni­scher Waffensammler ein altes Gewehr sucht.

    Was will ein Mönch mit einer Waffe? Dorjis pazi­fis­ti­sche Antwort ist in Zeiten wie die­sen schlicht eine Wohltat und die Seitenhiebe auf den Kapitalismus sind urko­misch. In sei­nem zwei­ten Spielfilm ent­puppt sich der jun­ge Regisseur als begna­de­ter Geschichtenerzähler, der das Publikum über die Motive sei­ner Figuren bis zum Schluss rät­seln lässt und die Spannung bra­vou­rös auf­recht­erhält. Ohne zu urtei­len und mit viel Respekt rich­tet Dorji sei­nen Blick auf das Geschehen und auf einen Moment in sei­ner Heimat, in dem poli­ti­sche Veränderungen mit den tra­di­tio­nel­len bud­dhis­ti­schen Werten kollidieren.

    Credits:

    The Monk and the Gun
    BT 2023, 107 Min., Dzongkha, Englisch OmU
    Regie: Pawo Choyning Dorji

    Kamera: Jigme Tenzing
    Schnitt: Hsiao-Yun Ku

    mit: Tandin Wangchuk, Deki Lhamo, Pema Zangmo Sherpa, Tandin Sonam, Harry Einhorn, Choeying Jatsho, Tandin Phubz, Yuphel Lhendup Selden, Kelsang Choejay

    Trailer:
    WAS WILL DER LAMA MIT DEM GEWEHR? l OmU Trailer
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    A film by Pawo Choyning Dorji. In Dzongkha and English with German subtitles.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Kingdom of Bhutan, 2006. Modernization has final­ly arri­ved. Bhutan beco­mes the last coun­try in the world to con­nect to the inter­net and tele­vi­si­on, and now the big­gest chan­ge of all: demo­cra­cy. To teach the peo­p­le how to vote, the aut­ho­ri­ties orga­ni­ze a mock elec­tion, but the locals seem uncon­vin­ced. Traveling to rural Bhutan whe­re reli­gi­on is more popu­lar than poli­tics, the elec­tion super­vi­sor dis­co­vers that a monk is plan­ning a mys­te­rious cerem­o­ny for the elec­tion day.

    Credits:

    The Monk and the Gun
    BT 2023, 107 Min., Dzongkha, Englisch OmU
    Regie: Pawo Choyning Dorji

    Kamera: Jigme Tenzing
    Schnitt: Hsiao-Yun Ku

    mit: Tandin Wangchuk, Deki Lhamo, Pema Zangmo Sherpa, Tandin Sonam, Harry Einhorn, Choeying Jatsho, Tandin Phubz, Yuphel Lhendup Selden, Kelsang Choejay

    Trailer:
    WAS WILL DER LAMA MIT DEM GEWEHR? l OmU Trailer
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  • Am I OK?

    Am I OK?

    Ein Film von Stephanie Allynne & Tig Notaro. In Englisch.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Lucy und Jane sind seit ihrer Jugend bes­te Freundinnen. Sie leben in Los Angeles, wo Jane in einer Werbeagentur tätig ist und sich Lucy in einem Spa ver­dingt, wäh­rend sie eigent­lich Malerin sein will. Lucy hadert aber vor allem mit ihrer Sexualität. Erst jetzt, im Alter von 32 Jahren, will sie sich ein­ge­ste­hen, dass sie les­bisch ist. Just in dem Moment erhält Jane ein Angebot ihrer Firma, eine Dependance in London auf­zu­bau­en – dort leb­te sie, bis ihre Eltern mit ihr im Teenageralter in die USA kamen. Bevor sie geht, möch­te sie Lucy aber noch hel­fen, zu sich zu fin­den, doch dann kommt es zum schwe­ren Streit zwi­schen bei­den Frauen.

    „Dass Am I OK? weni­ger eine Coming-out-Geschichte ist als eine über die tie­fe und dadurch nicht unkom­pli­zier­te Freundschaft zwei­er Frauen, ist die eigent­li­che Überraschung die­ses von Lauren Pomerantz geschrie­be­nen Films – und sei­ne gro­ße Stärke. Die Erkenntnis, dass für nicht weni­ge Menschen – ob que­er oder nicht – oft die engen, pla­to­ni­schen Beziehungen im Leben die ein­deu­tig wich­ti­ge­ren (und auch erzäh­le­risch ergie­bi­ge­ren) sind, kommt ja in Film und Fernsehen sonst eher zu kurz.
    All das wäre nur halb so sehens­wert, wür­den Johnson und Mizuno (die durch Alex Garlands Ex-Machina bekannt wur­de und seit­her in jedem sei­ner Filme zu sehen war) nicht so ein groß­ar­ti­ges, glaub­wür­di­ges Freundinnenduo abge­ben. Gerade gegen­sätz­lich genug, aber nie bloß plum­pes Klischee. Den rasan­ten, unge­mein poin­tier­ten, jedoch nie unna­tür­lich wir­ken­den Dialogwitz, der längst nicht nur an Notaros Stand-up-Progamme erin­nert, erwe­cken die bei­den mit so viel Authentizität und Frische zum Leben, dass es die reins­te Freude ist. Und die Gefahr, dass die Queerness der Geschichte zum blo­ßen Running Gag ohne Hand und Fuß ver­kommt, besteht bei lau­ter les­bi­schen Frauen, die die krea­ti­ve Verantwortung hin­ter der Kamera tra­gen, zum Glück eben­falls nicht. Langer Rede kur­zer Sinn: Witziger und char­man­ter hat man sich in die­sem Jahr im Kino noch kaum amü­siert.”
    Patrick Heidmann | epd Film

    Credits:

    US 2022, 86 Min., engl., OV
    Regie & Schnitt: Stephanie Allynne & Tig Notaro
    Kamera: Cristina Dunlap
    Schnitt: Kayla Emter · Glen Scantlebury
    mit: Dakota Johnson, Sonoya Mizuno, Jermaine Fowler, Kiersey Clemons, Molly Gordon

    Trailer:
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    A film by Stephanie Allynne & Tig Notaro. In English.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Lucy is a 32-year-old woman living in Los Angeles with her best fri­end Jane and working as a recep­tio­nist at a spa. She finds litt­le satis­fac­tion in her roman­tic life, inclu­ding with her fri­end Ben, who beco­mes frus­tra­ted at her con­tin­ued avo­id­ance of his advan­ces. Jane recei­ves a work pro­mo­ti­on that will requi­re her to relo­ca­te to London, and goes out for drinks with Lucy and Jane’s boy­fri­end Danny to cele­bra­te. After Jane con­fes­ses to kis­sing a fema­le fri­end as a teen­ager, Lucy drun­ken­ly tells her that she thinks she might be a les­bi­an. Jane encou­ra­ges her to explo­re her fee­lings, sug­gest­ing that Lucy should pur­sue her flir­ta­tious mas­sa­ge the­ra­pist co-worker Brittany.

    Lucy invi­tes Brittany to her house for din­ner, but recei­ves mixed signals as Brittany shares about her ex-boy­fri­end, but also decla­res her sexua­li­ty to be „on the spec­trum” and kis­ses her befo­re lea­ving. Jane brings Lucy to a les­bi­an bar, but Lucy is shy and soon lea­ves after see­ing Jane kis­sing other women on the dance flo­or; the two fight and stop spea­king. Lucy meets up with Brittany again. The two have sex, but Brittany quick­ly lea­ves the fol­lo­wing mor­ning and beco­mes distant, later recon­ci­ling with her ex-boy­fri­end. Meanwhile, Jane deals with the pres­su­res of her upco­ming move, inclu­ding her self-absor­bed co-worker Kat and Danny’s con­fes­si­on that he does not want to join Jane in London as she assu­med he would.

    Lucy quits her job to return to her pas­si­on of pain­ting, and beg­ins mee­ting other women on dating apps. She comes out to Ben, and the two recon­ci­le as fri­ends. After going on a „ham­mock retre­at” with Kat, Jane makes up with Lucy, exci­ted­ly offe­ring sup­port for the chan­ges in her life. Lucy offers to dri­ve Jane to the air­port as she heads to London, only to reve­al that she will be joi­ning her on the trip to help ease her transition.

    Credits:

    US 2022, 86 Min., engl., OV
    Regie & Schnitt: Stephanie Allynne & Tig Notaro
    Kamera: Cristina Dunlap
    Schnitt: Kayla Emter · Glen Scantlebury
    mit: Dakota Johnson, Sonoya Mizuno, Jermaine Fowler, Kiersey Clemons, Molly Gordon

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  • Verbrannte Erde

    Verbrannte Erde

    Ein Film von Thomas Arslan. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Nach Im Schatten (2010) kommt end­lich der zwei­te Teil der Trilogie um den Berufskriminellen Trojan, gespielt von Mišel Matičević, ins Kino. Trojan, der aus einer ande­ren Zeit zu stam­men scheint, geht pro­fes­sio­nell und nüch­tern sei­ner Tätigkeit als Spezialist für Einbruchsdiebstahl nach. Wortkarg und ziel­ori­en­tiert ver­sucht er, wie­der auf die Beine zu kom­men, geht zurück nach Berlin, um dort anzu­knüp­fen, wo er vor vier­zehn Jahren abbre­chen muss­te, um sich in Sicherheit zu brin­gen. Schließlich wird ihm ein Job anver­traut, er sucht sich ein Team von eben­bür­ti­gen Spezialisten zusam­men, es geht end­lich wie­der los…Der Kameramann Reinhold Vorschneider kre­iert eine Nachtwelt vol­ler Lichter und Schatten, die die Protagonisten nie preis­gibt. Aber wir glau­ben Trojan zu ken­nen und erkun­den mit ihm das Labyrinth, ahnen den Verrat und wis­sen: dies ist erst der zwei­te Teil der Trilogie und Trojan wird über­le­ben. Oder?

    „Was Christoph Hochhäusler schon im Vorjahr auf dem Festival bewie­sen hat­te, mit sei­nem wun­der­bar sinn­li­chen Bis ans Ende der Nacht, setzt sein Berliner-Schule-Kollege Arslan nun fort. Er ent­wirft ein Kino, das sich nicht zwi­schen Genre- und Autorenfilm ent­schei­den muss, zwi­schen Erdung und Veredelung, das sich nicht um sich selbst betrü­gen muss und des­halb so frei­mü­tig von Betrügereien erzählt — weil sie mit­un­ter viel schö­ner sein kön­nen als die soge­nann­te ehr­li­che Arbeit. Thomas Arslan hat sei­nem Meisterverbrecher Trojan 14 Jahre nach Im Schatten einen eben­bür­ti­gen zwei­ten Film geschenkt. Das ist vor allem wegen sei­nes Hauptdarstellers Mišel Matičević ein abso­lu­ter Glücksfall für das deut­sche Kino. Matičević ver­steht es, Intellekt und Physis zu ver­bin­den, Gefahr und Moralität, die Überschätzung der eige­nen Unverwundbarkeit und die sub­ti­le Vorahnung des Verhängnisses…“
    Daniel Moersener, Zeit Online, Artikel zur Berlinale 2024

    Credits:

    DE 2024, 101 Min., dt. OmeU
    Regie: Thomas Arslan
    Kamera: Reinhold Vorschneider
    Schnitt: Reinaldo Pinto Almeida
    mit Mišel Matičević, Marie Leuenberger, Alexander Fehling, Tim Seyfi, Bilge Bingül, Marie-Lou Sellem, Katrin Röver, Anja Schneider, Tamer Yiğit

    Trailer:
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    A film by Thomas Arslan. In German with English subtitles.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Following In the Shadows, the film Scorched Earth is the second part of Thomas Arslan’s Trojan tri­lo­gy. Twelve years after care­er cri­mi­nal Trojan was forced to flee Berlin, the search for con­tracts leads him back to the city. Trojan is bro­ke and urgen­tly needs a new job. But Berlin has chan­ged and his old cont­acts are no lon­ger of much use. Plus, Trojan’s maxim of only ever working for cash is hard to fol­low in an incre­asing­ly digi­ta­li­sed world. So it takes some time befo­re the midd­le­wo­man Rebecca final­ly offers him the pro­s­pect of a lucra­ti­ve con­tract: a pain­ting by Caspar David Friedrich is to be sto­len from a muse­um. The heist unites Trojan with geta­way dri­ver Diana, his for­mer mate Luca and the young Chris. Everything looks pro­mi­sing, but the shadowy cli­ent and his hench­man Victor have their own plans for the pain­ting. Soon it beco­mes less about the money and more about get­ting out alive.

    Credits:

    DE 2024, 101 Min., dt. OmeU
    Regie: Thomas Arslan
    Kamera: Reinhold Vorschneider
    Schnitt: Reinaldo Pinto Almeida
    mit Mišel Matičević, Marie Leuenberger, Alexander Fehling, Tim Seyfi, Bilge Bingül, Marie-Lou Sellem, Katrin Röver, Anja Schneider, Tamer Yiğit

    Trailer:
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  • Einhundertvier

    Einhundertvier

    Ein Film von Jonathan Schörnig. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Seenotrettung taucht in der Öffenlichkeit und der Agenda der EU-Staaten der­zeit fast nur noch als Schleusungskriminalität auf, wäh­rend viel Fantasie, Geld und Unmoral auf­ge­bracht wird, um Geflüchtete mög­lichst weit außen vor zu hal­ten – wie uns die IMK am, man könn­te es zynisch nen­nen, Weltflüchtlingstag in Potsdam gera­de vor Augen führ­te.
    Wie wenig Lebensrettung im Meer mit dem zu tun hat, wie sie poli­tisch behan­delt wird, zeigt Jürgen Schörnigs Echtzeitdokumentation Einhundertvier. Sie zeugt davon, wie lan­ge es dau­ert und wie schwie­rig es ist, 104 Menschen schon allein bei ruhi­ger See aus einem defek­ten, sin­ken­den Gummischlauchboot zu ber­gen. Nicht nur das: die plötz­lich auf­tau­chen­de Libysche Küstenwache bringt zusätz­lich erheb­li­che Unruhe ins Spiel – eini­ge Männer vom Boot wür­den lie­ber ster­ben, als zurück nach Libyen zu müs­sen. Auch wenn der nur halb­wegs glück­li­che Ausgang, alle Männer wur­den geret­tet, aber ein wei­te­res Schlauchboot in der Nähe, mit Frauen und Kindern, konn­te in der Weite des Meeres nicht mehr gesich­tet oder geor­tet wer­den, bekannt ist, bleibt doch eine dem Sujet inne­woh­nen­de Spannung. Die Hochachtung für die unei­gen­nüt­zi­ge risi­kan­te Arbeit der Retter*innen wech­selt ab mit dem Unglauben über den unfass­ba­ren Mut der Ausweglosigkeit, mit dem sich Menschen dicht gedrängt auf ein see­un­taug­li­ches Gefährt set­zen, und eine sol­che Überfahrt wagen.
    Den Kaptän des agie­ren­den Rettungsbootes „Eleonore”, Claus-Peter Reisch, ken­nen wir bereits aus dem Dokumentarfilm Nichts Neues von Lennart Hüper. Dort geht es um die mona­te­lan­ge Festsetzung „sei­nes“ vor­he­ri­gen Rettungsbootes auf Malta, und die – in letz­ter Instanz dann doch gewon­ne­nen – unver­schäm­ten Gerichtsverfahren gegen ihn.

    Credits:

    DE 2023, 93 Min., engl., dt. OmU
    Regie & Schnitt
    : Jonathan Schörnig
    Kamera
    : Jonathan Schörnig, Johannes Filous

    Trailer:
    Einhundertvier | Kinotrailer ᴴᴰ | NONFY Documentaries
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    A Film by Jonathan Schörnig. On July 20th an 21st at the fsk. In German and English with German subtitles.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    How a sea res­cue can take place is bey­ond ima­gi­na­ti­on. The real-time docu­men­ta­ry “One Hundred Four” (German ori­gi­nal title: “Einhundertvier“) brings this dra­ma­tic situa­ti­on clo­ser. The film shows how ago­ni­s­in­gly long it takes to res­cue 104 peo­p­le from a sin­king rub­ber ding­hy. Person by per­son, step by step, the action is accom­pa­nied by seve­ral par­al­lel came­ras. The situa­ti­on comes to a head when the Libyan coast­guard appears. The res­cued peo­p­le and the crew wait for days on the high seas, as no Mediterranean coun­try allows them to dock. Only after a ter­ri­ble storm does the ship reach a European harbour.

    Every year, the world’s most dan­ge­rous escape rou­te claims thou­sands of lives. In the first half of 2023 alo­ne, almost 2,000 peo­p­le died in the Mediterranean becau­se the European Union‘s bor­der poli­cy sys­te­ma­ti­cal­ly vio­la­tes exis­ting rights. Instead of hel­ping the ship­w­re­cked, Frontex car­ri­es out ille­gal push­backs, sup­ports the vio­lent actions of the Libyan coast­guard and mas­si­ve­ly com­bats pri­va­te sea res­cue mis­si­ons that inter­ve­ne whe­re the EU fails. Despite media evi­dence, it remains incom­pre­hen­si­ble to tho­se who have not expe­ri­en­ced this situa­ti­on them­sel­ves: why are hundreds of peo­p­le in mor­tal dan­ger being denied help and the civi­li­an hel­pers even threa­ten­ed and criminalised?

    Jonathan Schörnig was affec­ted by the dilem­ma of lack of awa­re­ness and deci­ded to bring a sea res­cue to the screen as a real-time docu­men­ta­ry to show how ago­ni­s­in­gly long it takes to res­cue 104 peo­p­le from a sin­king rub­ber boat. The film accom­pa­nies the action per­son by per­son, step by step, with seve­ral par­al­lel cameras.

    The situa­ti­on comes to a head when the Libyan coast­guard turns up. The res­cued peo­p­le and the crew wait for days on the high seas, as no Mediterranean coun­try allows them to dock. Only after a ter­ri­ble storm does a har­bour grant them ent­ry. What sounds like a bad film script is actual­ly the dai­ly reality.

    Credits:

    DE 2023, 93 Min., engl., dt. OmU
    Regie & Schnitt
    : Jonathan Schörnig
    Kamera
    : Jonathan Schörnig, Johannes Filous

    Trailer:
    Einhundertvier | Kinotrailer ᴴᴰ | NONFY Documentaries
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