Aus dem sorgenfreien Lifestyle-Urlaub, den Désirée mit ihrem Lover Elias und ihrem besten Freund Sal geplant hatte, wird ein Selbstfindungstrip in der Wüste. Désirées Mutter dreht ihr den Geldhahn zu und lässt sie aus dem Ferienhaus mit Pool werfen. In der kargen Landschaft Fuerteventuras bewegen sich die drei Freunde wie auf einem leeren Feld der Sinnsuche. Sie begehren einander, fordern sich heraus, schlüpfen in neue Rollen. Es entspinnt sich ein Spiel, über dem das alles bestimmende Dreieck aus Class, Race und Gender schwebt.
Deutschland | 2024 | 80 Min. Sprache [deutsch] UT [englisch] Berlin-Premiere
Regie Frédéric Jaeger Buch Frédéric Jaeger, Naomi Bechert Schauspiel Charity Collin, Mehmet Sözer, Michael Ifeandu, Tommaso Marinaro Kamera Maximilian Andereya Schnitt Maja Tennstedt
Aus dem sorgenfreien Lifestyle-Urlaub, den Désirée mit ihrem Lover Elias und ihrem besten Freund Sal geplant hatte, wird ein Selbstfindungstrip in der Wüste. Désirées Mutter dreht ihr den Geldhahn zu und lässt sie aus dem Ferienhaus mit Pool werfen. In der kargen Landschaft Fuerteventuras bewegen sich die drei Freunde wie auf einem leeren Feld der Sinnsuche. Sie begehren einander, fordern sich heraus, schlüpfen in neue Rollen. Es entspinnt sich ein Spiel, über dem das alles bestimmende Dreieck aus Class, Race und Gender schwebt.
Deutschland | 2024 | 80 Min. Sprache [deutsch] UT [englisch] Berlin-Premiere
Regie Frédéric Jaeger Buch Frédéric Jaeger, Naomi Bechert Schauspiel Charity Collin, Mehmet Sözer, Michael Ifeandu, Tommaso Marinaro Kamera Maximilian Andereya Schnitt Maja Tennstedt
Maren und Robert lernen sich durchs Internet kennen, verlieben sich, obwohl sie sehr unterschiedlich sind. Sie sind schon etwas älter und haben beide Kinder. Eine Affäre beginnt und irgendwann ziehen sie zusammen. Es entwickelt sich schon bald eine Beziehung zwischen ihren Kindern, was nicht ohne Probleme und Auswirkungen auf ihre eigene Beziehung bleibt. „Die Liebe der Kinder“ erzählt die einfachste und am häufigsten überlieferte Geschichte des Kinos: Boy meets Girl. Und tut das auf eine Weise, die ihr eigenes Recht zurückhaltend behauptet: Franz Müller, der das Drehbuch geschrieben und Regie geführt hat, schildert das Suchen, Finden und Verlieren aus einer angenehmen Distanz. Der unsentimentale Schnitt und die agile Kamera geben vor allem dem Verdrucksten und Verlegenen viel Raum und vermeiden damit, alle Gefühle dem Zuschauer als bedeutungsvolle Definition zu erklären. Eine schöne Etüde über die Liebe.“ (Matthias Dell) „DIELIEBEDERKINDER ist ein Film über die schreckliche Gewissheit darüber, dass jede Liebe relativ ist. Dass auch ein erwachsener Mensch aus einem romantischen Impuls heraus gegen diese Gewissheit ankämpft, dagegen rebelliert, macht ihn meiner Meinung nach menschlich, sympathisch und nicht zuletzt auch komisch.“ Franz Müller
Credits:
DE 2009, 84 Min., deutsche OmeU
Regie & Buch.: Franz Müller, Kamera: Christine A. Maier Schnitt: Stefan Stabenow
mit.: Marie-Lou Sellem, Alex Brendemühl, Katharina Derr, Tim Hoffmann
Das Filmfestival Achtung Berlin!, bei dem wir mittlerweile zum achten Mal Spielort sind, präsentiert zwar Produktionen aus Berlin und Brandenburg, ist aber nicht an den Ort gebunden.
Nach allen Filmvorstellungen folgt ein Q&A mit dem Filmteam. Das Programm im fsk:
Samstag, 18.4.
18:00 Gropiusstadt Supernova (Wettbewerb Spielfilm) DE 2025, 82 Min. Sprache [deutsch], [turkisch], [arabisch] UT [englisch] Regie, Buch: Ben Voit
Berlin-Gropiusstadt, eine Plattenbausiedlung am Stadtrand. Es ist der letzte Tag des Jahres, aufgeladen mit großen Erwartungen und den Raketen der Ungeduldigen. Drei Menschen stehen vor einem Wendepunkt: Tarik erhält einen Brief zu seiner bevorstehenden Abschiebung, Stella die Zusage für eine Schauspielschule im Ausland und Luan erwacht aus einem Albtraum, in dem er von beiden zurückgelassen wird. Nachdem sein Bruder verschwunden ist und ein missglückter Überfall das Viertel in Aufruhr versetzt, befürchtet er das Schlimmste. Es beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, um Tariks Schicksal abzuwenden. Doch je mehr er versucht, den Lauf der Dinge aufzuhalten, desto weiter driftet er selbst ins Abseits.
Sonntag, 19.4.
16:00 A jewish problem (Wettbewerb Dokumentarfilm) DE 2025, 79 Min., Sprache [englisch], [hebräisch] UT [englisch] Regie, Buch: Ron Rothschild
Von 2007 bis 2010 diente Ron als Kameramann für die israelische Armee. Heute lebt er in Berlin, und der Krieg scheint weit entfernt – doch die Spuren seiner Heimat, Erinnerungen an Palästina und das Echo der Gewalt sind allgegenwärtig. Begleitet von seiner Stimme werden wir Zeug:innen eines schmerzhaften, persönlichen Schicksals von Vertreibung – zwischen Berlin, Palästina und Israel. Aufnahmen der Gespräche mit seiner Großmutter, Familienarchive und Filmmaterial aus seiner Zeit in den besetzten Gebieten, ergänzen sich zu einem Film, der sich zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen persönlichem Erinnern und kollektiver Geschichte situiert. Die Sehnsucht nach Zugehörigkeit im Exil provoziert widersprüchliche Gefühle und offene Fragen, denen sich Ron stellt, ohne sie aufzulösen.
Sonntag, 19.4.
18:30 Weisser Rauch über Schwarze Pumpe (Wettbewerb Dokumentarfilm) DE 2025, 89 Min., Sprache [deutsch] UT [englisch] Regie, Buch: Martin Gressmann
Die alten Bilder riechen nach Phenol und Braunkohlestaub: Das Frühjahr 1991 im Energiedreieck der DDR um die Orte Spremberg, Hoyerswerder und Schwarze Pumpe – Verzweiflung von kurz vor der Entlassung stehenden Arbeiter*innen. Heute hat sich das Erscheinungsbild der Kohlekraftwerke geändert. Es sind nur noch zwei Kühltürme da, das eigentliche Braunkohlenwerk ist verkleidet. Die von weitem sichtbare Dampfschleppe der Türme, die ewigen Braunkohlezüge – ein sich in die Landschaft fressende Tagebau ist geblieben. Die Bergleute – jetzt kurz vor oder schon in Rente – äußern sich zu wechselhaft verlaufenden Arbeitsjahren. Mit Rente und Familienschicksal überwiegend zufrieden, sehen sie die Entwicklungen zu nicht-fossiler Energie und den Strukturwandel meist kritisch.
Sonntag, 19.4.
20:45 Das Glück der Tüchtigen (Wettbewerb Spielfilm) DE 2025, 104 Min., Sprache [deutsch] UT [englisch] Regie: Franz Müller, Buch: Franz Müller, Marcus Seibert
Mira hat das, was man ein gutes Leben nennt: Vor kurzem hat sie die Position der Managerin in einem Supermarkt übernommen, die liebevolle Beziehung zu ihrem Mann und den beiden Töchtern geben ihr Unterstützung und Kraft. Dann wird ein einziger Moment der Schwäche, in dem Mira sich nicht dazu durchringen kann, ehrlich zu sein, zum Auslöser für eine Kaskade von Halbwahrheiten und Lügen. Ihr Leben wird zu einem Kampf, der verhindern soll, dass alles zerbricht. Als wäre das nicht genug, hört sie in ihrem Kopf immer wieder die Stimme ihrer bourgeoisen Mutter, die sie davon überzeugen möchte, dass sie sich zu niedrige Ziele gesetzt hat.
Montag, 20.4
18:30 Active Vocabulary (Wettbewerb Dokumentarfilm) DE 2025, 82 Min. Sprache [englisch], [deutsch], [russisch], [kirgisisch] UT [englisch] Regie, Buch: Yulia Lokshina
Eine Frau mit Plastiktüten an den Füßen steht im Wald, am Rand von Moskau. Sie ist ehemalige Lehrerin. Es ist Winter und alles voller Schnee. Um sie herum sind junge Tagelöhner aus Zentralasien, die diesen Wald abholzen sollen. Die Frau verteidigt mit aller Kraft den Wald. Der Wald soll dem Bau einer neuen Schule weichen. Die Schule wiederum wird zur Trägerin der Staatsideologie werden, die die äußere militärische Expansion legitimieren soll. Es ist Mitte Februar 2022. Es ist kurz vor dem Krieg, Die Gesetzeslage verschärft sich, Lehrkräfte und Schüler*innen treten in gegenseitige Beobachtung: Kurz nach der Invasion spricht sich eine junge russische Lehrerin gegen den Krieg aus. Sie wird heimlich aufgezeichnet und von einer Schülerin denunziert. Sie flieht nach Berlin, wo eine deutsche Schulklasse ihren Fall nachstellt und zu verstehen versucht, wie es zu dem Verrat kam. Der Film folgt diesen Ereignissen, um über Prozesse der politischen Überwältigung und die Bedingungen des Widerstands nachzudenken.
Montag, 20.4
20:45 WBML 5, Dear Ellis (KF) 13 Min. Sprache [mandarin] UT [englisch] Regie: Yinuo Wang
und
The Plant from the Canaries 66 Min. Sprache [koreanisch], [englisch], [deutsch] UT [englisch] Regie: Lan-Xi Ruan,
May, eine dreißigjährige Drehbuchautorin in Berlin, gerät aus dem Gleichgewicht, nachdem ihr Partner ausgezogen ist. Sie beginnt eine Therapie und verlässt kaum noch die Wohnung. Schlaflose Nächte bringen sie in Erinnerungen zurück zu ihrer Jugend in Seoul, wo sie einmal einen streunenden Hund aufgenommen hat. Sie vertraut sich einer Freundin an und erkennt, dass ihr Abschiede schwerfallen.
Dienstag, 21.4.
18:30 Sechswochenamt (Wettbewerb Spielfilm) DE 2025, 98 Min., Sprache [deutsch] UT [englisch, deutsch – dual] Regie, Buch: Jacqueline Jansen
Nach dem Tod ihrer Mutter verbringt Lore sechs Wochen in der rheinischen Heimat, um der Verstorbenen ihren letzten Wunsch zu erfüllen. Dabei muss sie sich gegen festgefahrene Familienstrukturen und eine Bürokratie, die von der ersten Covid-Welle gelähmt ist, behaupten. Sechs Wochen Ausnahmezustand. Sie fangen an zu verstreichen, und es scheint, dass Lore in einer absurden Symbiose mit der pandemischen Ausnahmesituation zu leben beginnt. Sechs Wochen, in denen sie lernt, ihre Trauer zuzulassen, um nicht von ihr aufgefressen zu werden. In denen sie erfährt, dass die Endlichkeit des Lebens geplant werden muss und dass es keine Antwort auf die Frage gibt: Wie trauert man richtig.
Dienstag, 21.4.
20:45 Nichts bleibt und nichts verschwindet (Wettbewerb Dokumentarfilm) DE 2026, 79 Min. Sprache [deutsch], [englisch], [rumänisch] UT [englisch, deutsch – dual] Regie, Buch: Paul Sonntag
Eine Straßenecke in Berlin-Moabit verändert sich: Aus einem alternden Supermarkt wird eine Baustelle, wird ein Neubau. Regale werden eingeräumt, Wände abgerissen, Pause gemacht und Geld gezählt. Die Menschen, die hier arbeiten, lassen den Ort entstehen und vergehen. In welcher Beziehung stehen sie zu ihm? Wie bestimmt er die Umstände ihrer Arbeit? Über einen Zeitraum von fünf Jahren untersucht der Film mit Geduld, Humor und liebevollem Blick das Verhältnis zwischen Konstanten und Veränderung am Ort. Verschiedene Versionen des Ortes überlagern sich und finden zwischen Kühlregal, Baugerüst und Sichtbeton gleichzeitig statt. Mal spielerisch, mal gespenstisch, kommen dabei Wiederholungen zum Vorschein, wie Echos zwischen den Welten.
Mittwoch, 22.4.
18:30 Im Licht der Sandbank (Wettbewerb Dokumentarfilm) DE 2025, 75 Min. Sprache [deutsch], [englisch], [französisch] UT [englisch] Regie, Buch: Kilian Helmbrecht
Als Vogelwart verbringt Kilian sieben Monate alleine auf Scharhörn, einer Düneninsel in der Helgoländer Bucht. Seine Aufgaben bestehen aus Vogelzählung, Observierung und dem Sammeln von Treibgut. Das Gespür für die sich stets verändernde Landschaft mit ihren Vogelschwärmen am Himmel und dem extrem wechselnden Wetter liegt ebenso in den Bildern wie im ungekünstelten Soundtrack aus Wind, Regen und Vogelrufen. Kontakte nach außen sind rar, aber umso deutlicher wirkt das Eindringen der Außenwelt. Vorboten des Klimawandels und Nachrichten aus dem Krieg erreichen die Insel. In der melancholischen Grundstimmung liegt sowohl ein Echo der Einsamkeit als auch die Ahnung, dass die Existenz dieses Ortes ohne eigenes Zutun zutiefst bedroht ist. In der genauen Beobachtung entsteht ein Sinnbild für das Verschwinden von Vielfalt und wie es beginnt
Mittwoch, 22.4.
20:45 Luisa (Wettbewerb Spielfilm) DE 2025, 94 Min., Sprache [deutsch] UT [englisch] Regie: Julia Roesler, Buch: Julia Roesler, Silke Merzhäuser
Luisa lebt in einer Wohngruppe für Menschen mit Behinderung am Rande einer deutschen Kleinstadt. Sie liebt Partys, ist für jeden Spaß zu haben, lässt sich auf Flirts und Abenteuer ein. Zunächst unbemerkt wird Luisa stiller – überraschend kommt heraus, dass sie schwanger ist. Sie selbst schweigt dazu, wie es passiert ist. Alle wissen, dass ihr Freund Anton nicht zeugungsfähig ist. Ein Verdacht auf sexuellen Missbrauch liegt nahe. Luisa entschließt sich, die Schwangerschaft abbrechen zu lassen. Es wird polizeilich ermittelt, ob eine Straftat vorliegt – die Ermittlungen werden zur Belastungsprobe für Luisa, ihre Beziehung zu Anton und die gesamte Wohngruppe.
Als direkte Aktion werden Aktionsformen des Protests bezeichnet, bei denen die Beteiligten selbst tätig werden, um ihre Interessen unmittelbar durchzusetzen. DIRECTACTIONzeichnet ein Porträt von einer der bekanntesten militanten Aktivist*innengruppen, die derzeit in Frankreich für Veränderungen kämpft: ein 150 Personen umfassendes, ländliches Kollektiv, das sich 2018 erfolgreich gegen ein internationales Großflughafenprojekt auf französischem Boden wehrte und dazu von 2012 bis 2018 eine autonome Zone besetzt hielt, die es gegen mehrere gewaltsame Räumungsversuche durch den Staat verteidigte und das 2021 eine neue ökologische Bewegung ins Leben rief. Mit einem kollaborativen und immersiven Beobachtungsansatz dokumentiert der Film den Alltag eines vielfältigen Ökosystems aus Aktivist*innen, Hausbesetzer*innen, Anarchist*innen, Landwirt*innen und von der Regierung als Öko-Terrorist*innen diskreditierten Personen. Kann der Erfolg einer radikalen Protestbewegung einen Weg aus der Klimakrise weisen?
Credits:
DE/FR 2024, 216 Min., Französisch, Marokkanisch-Arabisch, Englisch OmU Regie & Schnitt: Guillaume Cailleau & Ben Russell. Kamera: Ben Russell
Barbara Loden erzählt in ihrem einzigen Spielfilm WANDA von einer Frau, die scheinbar ziellos durch das ländliche Pennsylvania zieht. Nachdem sie ihren Mann und ihre Kinder verlassen hat, treibt Wanda von Ort zu Ort, von Begegnung zu Beziehung, durch soziale und emotionale Randzonen. Als sie sich einem Kleinkriminellen anschließt, scheint sie ihre bisherige Existenz vollkommen hinter sich zu lassen, bis ein missglückter Banküberfall ihr Leben abermals in eine andere Richtung lenkt…
Barbara Loden, die Regie führte, das Drehbuch schrieb und selbst die Hauptrolle verkörperte, entwirft mit einer fast dokumentarischen Bildsprache ein radikal offenes Porträt weiblicher Existenz. Wanda ist eine Antiheldin jenseits von Opfermythen, Emanzipationsfantasien oder moralischen Bewertungen. Als leise, unbequeme Gegenstimme zum männlich dominierten New-Hollywood-Kino wirkt WANDA noch heute erstaunlich aktuell und beeinflusste zahlreiche Regisseur*innen und Schauspieler*innen wie Isabelle Huppert, Nan Goldin, Marguerite Duras oder Christian Petzold. Ein Stück zeitloses Kino über weibliche Existenz, Sichtbarkeit und radikale kreative Autonomie, aus einer Zeit, in der Regisseurinnen noch die Ausnahme waren.
Credits:
US 1970, 103 Min., engl. OmU Regie: Barbara Loden Kamera, Schnitt: Nicholas T. Proferes mit: Barbara Loden, Michael Higgins, Dorothy Shupenes, Peter Shupenes, Jerome Thier, Marian Thier u. a.
Trailer:
Wanda (offizieller Trailer) | Ein Film von Barbara Loden | Ab 09. April zum ersten Mal im Kino
LUISA ist vor kurzem von zu Hause ausgezogen und neugierig, was das Leben für sie bereithält. Sie liebt Partys, ist für jeden Spaß zu haben, lässt sich auf Flirts und kleine Abenteuer ein. Sie lebt in der Wohngruppe einer Einrichtung für Menschen mit Behinderung am Rande einer deutschen Kleinstadt. Dort erhält sie Unterstützung in ihrem oft turbulenten Alltag. Unbemerkt wird Luisa zunehmend stiller, in der Wohngruppe geht das alltägliche Leben weiter, bis unerwartet festgestellt wird, dass Luisa schwanger ist. Luisa selbst sagt nicht, wie das passiert ist, sie schweigt. Jede und jeder weiß, dass ihr Freund Anton nicht zeugungsfähig ist. Der Verdacht auf sexuellen Missbrauch liegt nahe. Luisa entschließt sich, die Schwangerschaft abbrechen zu lassen.
„Ziel war es, die Erzählung um Luisa und ihre Auseinandersetzung mit den Grenzverletzungen, die ihr zustoßen, möglichst einfühlsam und respektvoll zu umkreisen. Parallel sollte die häufig verborgene Lebenswelt von Menschen mit Behinderung in jener machtvollen Institution gezeigt werden, die sie eigentlich beschützen soll, aber zugleich bedrohlich für ihre körperliche Integrität und ein selbstbestimmtes Leben ist. Denn wie können wir szenisch und visuell abbilden, dass die Strukturen der Heimunterbringung Missbrauch in solchem Maße ermöglichen, also Institutionen, die Schutz für ausgerechnet die vulnerabelsten Menschen in der Gesellschaft versprechen und nicht halten können? Und wie können wir als Gesellschaft das verändern? Für den Dreh war es wichtig, einen inklusiven Cast an unserer Seite zu haben, mit dem all diese Fragen diskutiert werden konnten, um möglichst wenige Stereotype über Menschen mit Behinderung zu reproduzieren und natürlich auch die Perspektive von Menschen mit Behinderung sichtbar zu machen.“ Julia Roesler
Credits:
DE 2025, 94 Min., Deutsch Regie: Julia Roesler Kamera: Frank Amann Schnitt: Anne Jünemann mit: Celina Scharff, Trixi Strobel, Dennis Seidel, Eva Löbau, Bernd Hölscher, Katharina Bromka, Hadi Khanjanpour, Martin Schnippa, Peter Lohmeyer
Audiodeskriptionen, Untertitel und Hörverstärkung mit der Greta App
Am Strand des Senegals schippert ein Boot vor sich hin, in ihm Kinder mit Rettungswesten. Man könnte an den Beginn einer riskanten Reise über den Atlantik, hin zu den verklärten Gestaden Europas denken, doch die Wirklichkeit ist banaler: Ein Film wird hier gedreht, die deutsche Schauspielerin Maja (Maren Eggert) spielt Medea, jene klassische Frauenfigur aus der antiken Tragödie, die in einem fremden Land belogen und betrogen wird und schließlich Mann und Kinder tötet.
Aus irgendeinem Grund hielt es ihre Regisseurin Caroline (Nathalie Richard) für eine gute Idee, diese Geschichte nun im Senegal anzusiedeln, fast alle Rollen außer Medea mit Schwarzen zu besetzen – so auch Medeas gegenüber Jason, der vom französisch-senegalesischen Schauspieler Nourou (Jean-Christophe Folly) gespielt wird.
Wie eine Kolonialherrin führt sich Caroline am Set auf, schreit und wütet, wenn etwas nicht so läuft, wie sie sich das vorgestellt hat. Dass gleichzeitig die Komparsen schlecht behandelt werden und nicht zum Catering zugelassen sind, stört sie dagegen kaum.
Wie sich das für Dreharbeiten gehört, haben die beiden Hauptdarsteller eine Affäre, während Maja per Zoom-Call mit ihrem offensichtlich zunehmend entfremdeten Mann (Hans Löw) über die Erziehung des Kindes spricht.
Monate später, der sonnige Senegal wurde mit dem tristen Berlin ausgetauscht, es ist Februar, auf der Berlinale wird der Film Premiere haben. Bei der Ankunft in seinem Hotel fühlt sich Nourou vom Portier rassistisch beleidigt, doch es ist Maja, die auf einer Entschuldigung besteht und schließlich für die Entlassung des – polnischen – Mitarbeiters sorgt. Auch die Affäre der Beiden ist vorbei, war vielleicht nur am Set möglich, vielleicht auch nur in der Fremde, in der exotischen Umgebung.
Vor gut 15 Jahren war Ulrich Köhler mit seinem Film „Schlafkrankheit“ selbst bei der Berlinale zu Gast, ein semi-autobiographischer Film, in dem der Autor und Regisseur Erfahrungen aus seiner Kindheit thematisierte, als er zusammen mit seinen Eltern in Afrika lebte. Auch damals spielte Jean-Christophe Folly eine Hauptrolle und erlebte in einem Berliner Hotel eine ähnliche Szene, wie sie nun die von ihm gespielte Figur Nourou erlebt.
Dieser Moment war für Köhler einer der Ausgangspunkte seines neuen Films, noch viel mehr aber manche Diskussion, die über die Berechtigung eines Films wie „Schlafkrankheit’“ entstand, ein von einem weißen Regisseur, mit einem hauptsächlich weißen Team in Afrika gedrehter Film. Seitdem hat sich die Diskussion über das, was Allgemein als Kulturelle Aneignung bezeichnet wird, keineswegs entspannt, selbst ein Film wie Köhlers wird von manchen als problematisch betrachtet. Und das obwohl dieser gar nicht dezidiert von Schwarzen erzählt, sondern gerade von oft ignoranten Weißen, die mit den Begebenheiten Afrikas kaum vertraut sind. Aber solche Feinheiten gehen in einer oft populistisch geführten Diskussion bekanntermaßen oft unter.
Regisseurin Lea Hartlaub unternimmt in ihrem filmischen Essay anhand eines Objekts – der Giraffe – eine Welterzählung über Kontinente und Jahrhunderte hinweg. Ein Filmexperiment, das international viel Beachtung gefunden hat und in Form und Inhalt seinesgleichen sucht.
In einer puristischen Filmsprache und bühnenhaften Tableaus erzähltSRvom Menschen und von durch ihn geschaffene Wirklichkeiten. 16 fragmentarische Episoden führen in 91 Einstellungen an 30 Handlungsorte – unter anderem auf eine Insel im Westpazifik, in einen Lesesaal in New York, zu einer Keramikfabrik bei Peking, auf eine Landebahn im Niger. Dabei trifft der Film auf Vermutungen, Behauptungen und die Relativität von Wissen, auf koloniale Relikte, hegemoniale Strukturen, auf Aneignungen und den Umgang mit Exotik. Ein wiederkehrendes Motiv, die Giraffe, erscheint mal direkt, mal am Rande. Eine Vielschichtigkeit entsteht, in der sich weit mehr andeutet, als das, was auf den ersten Blick sichtbar wird.
Für Mira (29) läuft es gut. Vor kurzem hat sie die Leitung eines Supermarkts übernommen. Rückhalt gibt ihr die liebevolle Beziehung zu ihrem Mann Tarik und ihren beiden Töchtern. Doch ein einziger schwacher Moment, in dem es Mira nicht gelingt, die Wahrheit zu sagen, zieht andere Halbwahrheiten und Lügen nach sich. Und auf einmal geht es nur noch darum, das Scheitern nicht zuzulassen. Bis ihr am Ende alles krachend um die Ohren fliegt.
Credits:
DE 2025, 104 Min., deutsche OmeU Regie: Franz Müller Kamera: Julia Daschner Schnitt: Stefan Stabenow mit: Katharina Derr, Alex Brendemühl, Leonidas Emre Pakkan, Lana Cooper
Ein legendärer, aber in die Jahre gekommener Gangster namens Mahr (Louis-Do de Lencquesaing, der mir als Alter-Ego von Humbert Balsan in Mia Hansen-Loves großartigem Der Vater meiner Kinder heute noch in Erinnerung ist), beauftragt die Auftragskillerin Tez den Mord an einem seiner Geldkuriere zu rächen. In ihrem klassisch nach Film-Noir-Genre-Regeln erzählten, erstmals auf Französisch realisiertem Werk weben Regisseur Christoph Hochhäusler und Co-Autor Ulrich Peltzer zwischen den Schnittpunkten Gier, Macht und Manipulation ein raffiniertes Geflecht aus Intrigen und Verrat. „Grundsätzlich nimmt Hochhäusler das Genre beim Wort, entledigt sich jeglichen Überbaus und sucht auch nicht im engeren Sinn den Anschluss ans Gesellschaftsdiagnostische, etwa der Finanzwelt, der Mediengesellschaft oder irgendwelcher Identitätspolitiken. La mort viendra ist ein fatalistischer Gangsterfilm nach dem Vorbild von Jean-Pierre Melville, finster, kalt und auf das Notwendigste reduziert. Alles basiert auf Knappheit, Enge und Begrenzung: Plot, Räume, Bildausschnitte. … Engmaschig geknüpft sind auch die Erzählfäden; fast stehen sich die Figuren gegenseitig auf den Füßen herum. Es gibt wir und sie. Und dann gibt es auch noch die – nicht in Erscheinung tretenden – Italiener“. Filmdienst, Esther Buss
Credits:
DE/BE/LU 2024, 101 Min., französiche OmU Regie: Christoph Hochhäusler Kamera: Reinhold Vorschneider Schnitt: Stefan Stabenow mit: Sophie Verbeeck, Louis-Do De Lencquesaing, Marc Limpach, Mourade Zeguendi, Nassim Rachi
Trailer:
Der Tod wird kommen / La mort viendra [Offizieller Trailer FRANZÖSISCHHD] – Ab 12. März im Kino
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