Archiv des Autors: Christian Suhren

Gagarin – Einmal schwerelos und zurück

Gagarin – Einmal schwerelos und zurück

ein Film von Fanny Liatard und Jérémy Trouilh. Ab 15.8. im fsk.

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Gagarin erzählt die Geschichte von Youri (Alseni Bathily), der guten Seele einer Nachbarschaft, der an der Idee und an den Erinnerungen eines soli­da­ri­schen Zusammenlebens fest­hält, bis es nicht mehr geht.
Youri ist der selbst­er­nann­te Hausmeister einer 60er Jahre Siedlung in einer Vorstadt von Paris namens Gagarin. Obwohl er und sei­ne Freunde sich größ­te Mühe geben, kön­nen sie nicht ver­hin­dern, dass die Stadt beschließt, dass die Siedlung abge­ris­sen wer­den soll.
Nach und nach zie­hen alle weg, nur Youri hat für sich beschlos­sen zu blei­ben. Erst mal fin­det Youri neue Freunde. Das Roma Mädchen Diana (Lyna Khoudri, The French Dispatch) ist fas­zi­niert von sei­nem Einsiedlertum und der Dealer Dali (Finnegan Oldfield, Corsage) lebt auch noch irgend­wo im Gebäudekomplex. Dann aber wird die ille­ga­le Siedlung von Dianas Familie von der Stadt auf­ge­löst. Und auch Dali ver­schwin­det nach eine gewalt­tä­ti­gen Auseinandersetzung mit den Bauarbeitern, die Gagarin ver­sie­geln und für die Sprengung vor­be­rei­ten. Als letz­ter Bewohner lebt Youri in der Siedlung wie in einem Raumschiff. Youri weiß, dass er sich in eine Sackgasse manö­vriert hat, und dass sei­ne Umgebung immer lebens­feind­li­cher wird. Aber Youri ist stur, er will sei­ne Mission, wie einen Parabelflug been­den und so arbei­tet er an einem Countdown, an des­sen Ende die Hochhaussiedlung Gagarin für ihn um Hilfe rufen soll. Leider zählt wäh­rend­des­sen noch ein ande­rer Countdown von 10 bis 0.

Credits:

FR 2020, 95 Min., franz. OmU
Regie: Fanny Liatard, Jérémy Trouilh

Kamera: Victor Seguin
Schnitt: Daniel Darmon
mit Alseni Bathily, Lyna Khoudri, Jamil McCraven, Finnegan Oldfield, Farida Rahouadj, Denis Lavant

Trailer:
Gagarin – Einmal schwe­re­los und zurück TLR 24p OmU Trailer
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IM SCHATTEN

Im Schatten

Ein Film von Thomas Arslan.

[Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

Trojan ist ein pro­fes­sio­nel­ler Verbrecher, der auf Raubüberfälle spe­zia­li­siert ist. Aus dem Gefängnis ent­las­sen, macht er dort wei­ter, wo er vor sei­ner Verhaftung auf­ge­hört hat­te. Doch muss er jetzt wie­der fast von Null anfan­gen. Seinem aus­ge­präg­ten Bedürfnis nach Unabhängigkeit stel­len sich zahl­rei­che Hindernisse in den Weg. Er steht fast ohne Geld da und der Großteil sei­ner alten Kontakte erweist sich als wenig zuver­läs­sig. Richard Bauer, der Trojan sei­nen Anteil aus einem frü­he­ren Coup schul­det, hat nicht vor ihn aus­zu­zah­len. Stattdessen setzt er sei­ne Leute auf Trojan an, um ihn los­zu­wer­den. Durch die Vermittlung von Dora Hillmann, mit der er nach lan­ger Zeit wie­der zusam­men­trifft, eröff­net sich ihm die Möglichkeit auf einen Geldtransporterüberfall. Als Trojan gemein­sam mit sei­nem alten Freund Nico die Vorbereitungen für den Job trifft, hängt sich auch der kor­rup­te Polizist Meyer an ihn dran. In einem Geflecht aus Misstrauen, Verrat, Beschattung und Gewalt muss Trojan den Überblick behalten.

Erster Teil der Trojan Trilogie von Thomas Arslan. Der 2. Teil ist Verbrannte Erde

Der Tagesspiegel: Solche Geschichten wer­den im Kriminalgenre immer wie­der erzählt – doch sel­ten so, wie Thomas Arslan es in sei­nem Film „Im Schatten“ macht. Arslan ist ein eisern kon­se­quen­ter Regisseur, der sei­nen kar­gen, exak­ten Stil (Berliner Schule!) nicht preis­gibt, bloß weil er mal ins Genrekino wech­selt. Seine Gangster sind kei­ne coo­len Sprücheklopfer wie Tarantinos „Reservoir Dogs“. Sie umgibt nicht die exis­ten­zia­lis­ti­sche Aura der Helden von Jean-Pierre Melville. Auch die Melancholie und obses­si­ve Getriebenheit, die man aus den Filmen Michael Manns kennt, geht ihnen ab.

Credits:

DE 2010, 85 Min., DF
Regie: Thomas Arslan
Kamera: Reinhold Vorschneider
Schnitt: Bettina Blickwede
mit Mišel Matičević, Karoline Eichhorn, Uwe Bohm, Rainer Bock, David Scheller, Peter Kurth

Trailer:
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