Kategorie: archiv

  • Was will der Lama mit dem Gewehr?

    Was will der Lama mit dem Gewehr?

    Ein Film von Pawo Choyning Dorji.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Im Jahr 2006 hält die Modernisierung Einzug im Königreich Bhutan: Als letz­tes Land der Erde erhält Bhutan Zugang zu Fernsehen und Internet. Doch die größ­te Veränderung steht noch bevor: Die Einführung der Demokratie. Nach sei­nem Oscar-nomi­nier­ten Spielfilmdebüt Lunana lie­fert Pawo Choyning Dorji mit The Monk and the Gun eine wit­zi­ge und warm­her­zi­ge Politsatire mit über­ra­schen­den Wendungen.

    Es war eine klei­ne Sensation: Im Jahr 2022 wur­de ein bhu­ta­ni­scher Filmemacher mit sei­nem ers­ten Spielfilm für die Oscars nomi­niert. Sein Film Lunana, den er aus­schließ­lich mit Solarenergie gedreht hat­te, fei­er­te gros­se Erfolge und lock­te allein in der Schweiz 15’000 Menschen in die Kinos. Mit The Monk and the Gun mel­det sich Pawo Choyning Dorji mit einem eben­so ver­gnüg­li­chen wie auch wohl­tu­en­den Film zurück: Während die Bevölkerung gera­de James Bond, das Fernsehen und das Internet ent­deckt hat, beschließt der König, sein Land wei­ter zu moder­ni­sie­ren, indem er Wahlen anbe­raumt, um ein par­la­men­ta­ri­sches System ein­zu­füh­ren. Doch kaum steht der poli­ti­sche Wandel bevor, beginnt die Machtgier die Gemüter der sonst so sanft­mü­ti­gen Bevölkerung zu erhit­zen. Dorji schickt drei Figuren auf die Reise, deren Wege sich vor atem­be­rau­ben­der Kulisse kreu­zen wer­den: Wahlleiterin Tshering Yangden soll in den Bergdörfern Testwahlen durch­füh­ren und ein jun­ger Mönch für die geheim­nis­vol­le Zeremonie sei­nes Meisters zwei Schusswaffen fin­den, wäh­rend ein US-ame­ri­ka­ni­scher Waffensammler ein altes Gewehr sucht.

    Was will ein Mönch mit einer Waffe? Dorjis pazi­fis­ti­sche Antwort ist in Zeiten wie die­sen schlicht eine Wohltat und die Seitenhiebe auf den Kapitalismus sind urko­misch. In sei­nem zwei­ten Spielfilm ent­puppt sich der jun­ge Regisseur als begna­de­ter Geschichtenerzähler, der das Publikum über die Motive sei­ner Figuren bis zum Schluss rät­seln lässt und die Spannung bra­vou­rös auf­recht­erhält. Ohne zu urtei­len und mit viel Respekt rich­tet Dorji sei­nen Blick auf das Geschehen und auf einen Moment in sei­ner Heimat, in dem poli­ti­sche Veränderungen mit den tra­di­tio­nel­len bud­dhis­ti­schen Werten kollidieren.

    Credits:

    The Monk and the Gun
    BT 2023, 107 Min., Dzongkha, Englisch OmU
    Regie: Pawo Choyning Dorji

    Kamera: Jigme Tenzing
    Schnitt: Hsiao-Yun Ku

    mit: Tandin Wangchuk, Deki Lhamo, Pema Zangmo Sherpa, Tandin Sonam, Harry Einhorn, Choeying Jatsho, Tandin Phubz, Yuphel Lhendup Selden, Kelsang Choejay

    Trailer:
    WAS WILL DER LAMA MIT DEM GEWEHR? l OmU Trailer
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    A film by Pawo Choyning Dorji. In Dzongkha and English with German subtitles.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Kingdom of Bhutan, 2006. Modernization has final­ly arri­ved. Bhutan beco­mes the last coun­try in the world to con­nect to the inter­net and tele­vi­si­on, and now the big­gest chan­ge of all: demo­cra­cy. To teach the peo­p­le how to vote, the aut­ho­ri­ties orga­ni­ze a mock elec­tion, but the locals seem uncon­vin­ced. Traveling to rural Bhutan whe­re reli­gi­on is more popu­lar than poli­tics, the elec­tion super­vi­sor dis­co­vers that a monk is plan­ning a mys­te­rious cerem­o­ny for the elec­tion day.

    Credits:

    The Monk and the Gun
    BT 2023, 107 Min., Dzongkha, Englisch OmU
    Regie: Pawo Choyning Dorji

    Kamera: Jigme Tenzing
    Schnitt: Hsiao-Yun Ku

    mit: Tandin Wangchuk, Deki Lhamo, Pema Zangmo Sherpa, Tandin Sonam, Harry Einhorn, Choeying Jatsho, Tandin Phubz, Yuphel Lhendup Selden, Kelsang Choejay

    Trailer:
    WAS WILL DER LAMA MIT DEM GEWEHR? l OmU Trailer
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  • Am I OK?

    Am I OK?

    Ein Film von Stephanie Allynne & Tig Notaro. In Englisch.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Lucy und Jane sind seit ihrer Jugend bes­te Freundinnen. Sie leben in Los Angeles, wo Jane in einer Werbeagentur tätig ist und sich Lucy in einem Spa ver­dingt, wäh­rend sie eigent­lich Malerin sein will. Lucy hadert aber vor allem mit ihrer Sexualität. Erst jetzt, im Alter von 32 Jahren, will sie sich ein­ge­ste­hen, dass sie les­bisch ist. Just in dem Moment erhält Jane ein Angebot ihrer Firma, eine Dependance in London auf­zu­bau­en – dort leb­te sie, bis ihre Eltern mit ihr im Teenageralter in die USA kamen. Bevor sie geht, möch­te sie Lucy aber noch hel­fen, zu sich zu fin­den, doch dann kommt es zum schwe­ren Streit zwi­schen bei­den Frauen.

    Dass Am I OK? weni­ger eine Coming-out-Geschichte ist als eine über die tie­fe und dadurch nicht unkom­pli­zier­te Freundschaft zwei­er Frauen, ist die eigent­li­che Überraschung die­ses von Lauren Pomerantz geschrie­be­nen Films – und sei­ne gro­ße Stärke. Die Erkenntnis, dass für nicht weni­ge Menschen – ob que­er oder nicht – oft die engen, pla­to­ni­schen Beziehungen im Leben die ein­deu­tig wich­ti­ge­ren (und auch erzäh­le­risch ergie­bi­ge­ren) sind, kommt ja in Film und Fernsehen sonst eher zu kurz.
    All das wäre nur halb so sehens­wert, wür­den Johnson und Mizuno (die durch Alex Garlands Ex-Machina bekannt wur­de und seit­her in jedem sei­ner Filme zu sehen war) nicht so ein groß­ar­ti­ges, glaub­wür­di­ges Freundinnenduo abge­ben. Gerade gegen­sätz­lich genug, aber nie bloß plum­pes Klischee. Den rasan­ten, unge­mein poin­tier­ten, jedoch nie unna­tür­lich wir­ken­den Dialogwitz, der längst nicht nur an Notaros Stand-up-Progamme erin­nert, erwe­cken die bei­den mit so viel Authentizität und Frische zum Leben, dass es die reins­te Freude ist. Und die Gefahr, dass die Queerness der Geschichte zum blo­ßen Running Gag ohne Hand und Fuß ver­kommt, besteht bei lau­ter les­bi­schen Frauen, die die krea­ti­ve Verantwortung hin­ter der Kamera tra­gen, zum Glück eben­falls nicht. Langer Rede kur­zer Sinn: Witziger und char­man­ter hat man sich in die­sem Jahr im Kino noch kaum amü­siert.”
    Patrick Heidmann | epd Film

    Credits:

    US 2022, 86 Min., engl., OV
    Regie & Schnitt: Stephanie Allynne & Tig Notaro
    Kamera: Cristina Dunlap
    Schnitt: Kayla Emter · Glen Scantlebury
    mit: Dakota Johnson, Sonoya Mizuno, Jermaine Fowler, Kiersey Clemons, Molly Gordon

    Trailer:
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    A film by Stephanie Allynne & Tig Notaro. In English.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Lucy is a 32-year-old woman living in Los Angeles with her best fri­end Jane and working as a recep­tio­nist at a spa. She finds litt­le satis­fac­tion in her roman­tic life, inclu­ding with her fri­end Ben, who beco­mes frus­tra­ted at her con­tin­ued avo­id­ance of his advan­ces. Jane recei­ves a work pro­mo­ti­on that will requi­re her to relo­ca­te to London, and goes out for drinks with Lucy and Jane’s boy­fri­end Danny to cele­bra­te. After Jane con­fes­ses to kis­sing a fema­le fri­end as a teen­ager, Lucy drun­ken­ly tells her that she thinks she might be a les­bi­an. Jane encou­ra­ges her to explo­re her fee­lings, sug­gest­ing that Lucy should pur­sue her flir­ta­tious mas­sa­ge the­ra­pist co-worker Brittany.

    Lucy invi­tes Brittany to her house for din­ner, but recei­ves mixed signals as Brittany shares about her ex-boy­fri­end, but also decla­res her sexua­li­ty to be „on the spec­trum” and kis­ses her befo­re lea­ving. Jane brings Lucy to a les­bi­an bar, but Lucy is shy and soon lea­ves after see­ing Jane kis­sing other women on the dance flo­or; the two fight and stop spea­king. Lucy meets up with Brittany again. The two have sex, but Brittany quick­ly lea­ves the fol­lo­wing mor­ning and beco­mes distant, later recon­ci­ling with her ex-boy­fri­end. Meanwhile, Jane deals with the pres­su­res of her upco­ming move, inclu­ding her self-absor­bed co-worker Kat and Danny’s con­fes­si­on that he does not want to join Jane in London as she assu­med he would.

    Lucy quits her job to return to her pas­si­on of pain­ting, and beg­ins mee­ting other women on dating apps. She comes out to Ben, and the two recon­ci­le as fri­ends. After going on a „ham­mock retre­at” with Kat, Jane makes up with Lucy, exci­ted­ly offe­ring sup­port for the chan­ges in her life. Lucy offers to dri­ve Jane to the air­port as she heads to London, only to reve­al that she will be joi­ning her on the trip to help ease her transition.

    Credits:

    US 2022, 86 Min., engl., OV
    Regie & Schnitt: Stephanie Allynne & Tig Notaro
    Kamera: Cristina Dunlap
    Schnitt: Kayla Emter · Glen Scantlebury
    mit: Dakota Johnson, Sonoya Mizuno, Jermaine Fowler, Kiersey Clemons, Molly Gordon

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  • Verbrannte Erde

    Verbrannte Erde

    Ein Film von Thomas Arslan. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Nach Im Schatten (2010) kommt end­lich der zwei­te Teil der Trilogie um den Berufskriminellen Trojan, gespielt von Mišel Matičević, ins Kino. Trojan, der aus einer ande­ren Zeit zu stam­men scheint, geht pro­fes­sio­nell und nüch­tern sei­ner Tätigkeit als Spezialist für Einbruchsdiebstahl nach. Wortkarg und ziel­ori­en­tiert ver­sucht er, wie­der auf die Beine zu kom­men, geht zurück nach Berlin, um dort anzu­knüp­fen, wo er vor vier­zehn Jahren abbre­chen muss­te, um sich in Sicherheit zu brin­gen. Schließlich wird ihm ein Job anver­traut, er sucht sich ein Team von eben­bür­ti­gen Spezialisten zusam­men, es geht end­lich wie­der los…Der Kameramann Reinhold Vorschneider kre­iert eine Nachtwelt vol­ler Lichter und Schatten, die die Protagonisten nie preis­gibt. Aber wir glau­ben Trojan zu ken­nen und erkun­den mit ihm das Labyrinth, ahnen den Verrat und wis­sen: dies ist erst der zwei­te Teil der Trilogie und Trojan wird über­le­ben. Oder?

    Was Christoph Hochhäusler schon im Vorjahr auf dem Festival bewie­sen hat­te, mit sei­nem wun­der­bar sinn­li­chen Bis ans Ende der Nacht, setzt sein Berliner-Schule-Kollege Arslan nun fort. Er ent­wirft ein Kino, das sich nicht zwi­schen Genre- und Autorenfilm ent­schei­den muss, zwi­schen Erdung und Veredelung, das sich nicht um sich selbst betrü­gen muss und des­halb so frei­mü­tig von Betrügereien erzählt — weil sie mit­un­ter viel schö­ner sein kön­nen als die soge­nann­te ehr­li­che Arbeit. Thomas Arslan hat sei­nem Meisterverbrecher Trojan 14 Jahre nach Im Schatten einen eben­bür­ti­gen zwei­ten Film geschenkt. Das ist vor allem wegen sei­nes Hauptdarstellers Mišel Matičević ein abso­lu­ter Glücksfall für das deut­sche Kino. Matičević ver­steht es, Intellekt und Physis zu ver­bin­den, Gefahr und Moralität, die Überschätzung der eige­nen Unverwundbarkeit und die sub­ti­le Vorahnung des Verhängnisses…“
    Daniel Moersener, Zeit Online, Artikel zur Berlinale 2024

    Credits:

    DE 2024, 101 Min., dt. OmeU
    Regie: Thomas Arslan
    Kamera: Reinhold Vorschneider
    Schnitt: Reinaldo Pinto Almeida
    mit Mišel Matičević, Marie Leuenberger, Alexander Fehling, Tim Seyfi, Bilge Bingül, Marie-Lou Sellem, Katrin Röver, Anja Schneider, Tamer Yiğit

    Trailer:
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    A film by Thomas Arslan. In German with English subtitles.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Following In the Shadows, the film Scorched Earth is the second part of Thomas Arslan’s Trojan tri­lo­gy. Twelve years after care­er cri­mi­nal Trojan was forced to flee Berlin, the search for con­tracts leads him back to the city. Trojan is bro­ke and urgen­tly needs a new job. But Berlin has chan­ged and his old cont­acts are no lon­ger of much use. Plus, Trojan’s maxim of only ever working for cash is hard to fol­low in an incre­asing­ly digi­ta­li­sed world. So it takes some time befo­re the midd­le­wo­man Rebecca final­ly offers him the pro­s­pect of a lucra­ti­ve con­tract: a pain­ting by Caspar David Friedrich is to be sto­len from a muse­um. The heist unites Trojan with geta­way dri­ver Diana, his for­mer mate Luca and the young Chris. Everything looks pro­mi­sing, but the shadowy cli­ent and his hench­man Victor have their own plans for the pain­ting. Soon it beco­mes less about the money and more about get­ting out alive.

    Credits:

    DE 2024, 101 Min., dt. OmeU
    Regie: Thomas Arslan
    Kamera: Reinhold Vorschneider
    Schnitt: Reinaldo Pinto Almeida
    mit Mišel Matičević, Marie Leuenberger, Alexander Fehling, Tim Seyfi, Bilge Bingül, Marie-Lou Sellem, Katrin Röver, Anja Schneider, Tamer Yiğit

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  • Einhundertvier

    Einhundertvier

    Ein Film von Jonathan Schörnig. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Seenotrettung taucht in der Öffenlichkeit und der Agenda der EU-Staaten der­zeit fast nur noch als Schleusungskriminalität auf, wäh­rend viel Fantasie, Geld und Unmoral auf­ge­bracht wird, um Geflüchtete mög­lichst weit außen vor zu hal­ten – wie uns die IMK am, man könn­te es zynisch nen­nen, Weltflüchtlingstag in Potsdam gera­de vor Augen führ­te.
    Wie wenig Lebensrettung im Meer mit dem zu tun hat, wie sie poli­tisch behan­delt wird, zeigt Jürgen Schörnigs Echtzeitdokumentation Einhundertvier. Sie zeugt davon, wie lan­ge es dau­ert und wie schwie­rig es ist, 104 Menschen schon allein bei ruhi­ger See aus einem defek­ten, sin­ken­den Gummischlauchboot zu ber­gen. Nicht nur das: die plötz­lich auf­tau­chen­de Libysche Küstenwache bringt zusätz­lich erheb­li­che Unruhe ins Spiel – eini­ge Männer vom Boot wür­den lie­ber ster­ben, als zurück nach Libyen zu müs­sen. Auch wenn der nur halb­wegs glück­li­che Ausgang, alle Männer wur­den geret­tet, aber ein wei­te­res Schlauchboot in der Nähe, mit Frauen und Kindern, konn­te in der Weite des Meeres nicht mehr gesich­tet oder geor­tet wer­den, bekannt ist, bleibt doch eine dem Sujet inne­woh­nen­de Spannung. Die Hochachtung für die unei­gen­nüt­zi­ge risi­kan­te Arbeit der Retter*innen wech­selt ab mit dem Unglauben über den unfass­ba­ren Mut der Ausweglosigkeit, mit dem sich Menschen dicht gedrängt auf ein see­un­taug­li­ches Gefährt set­zen, und eine sol­che Überfahrt wagen.
    Den Kaptän des agie­ren­den Rettungsbootes „Eleonore”, Claus-Peter Reisch, ken­nen wir bereits aus dem Dokumentarfilm Nichts Neues von Lennart Hüper. Dort geht es um die mona­te­lan­ge Festsetzung „sei­nes“ vor­he­ri­gen Rettungsbootes auf Malta, und die – in letz­ter Instanz dann doch gewon­ne­nen – unver­schäm­ten Gerichtsverfahren gegen ihn.

    Credits:

    DE 2023, 93 Min., engl., dt. OmU
    Regie & Schnitt
    : Jonathan Schörnig
    Kamera
    : Jonathan Schörnig, Johannes Filous

    Trailer:
    Einhundertvier | Kinotrailer ᴴᴰ | NONFY Documentaries
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    A Film by Jonathan Schörnig. On July 20th an 21st at the fsk. In German and English with German subtitles.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    How a sea res­cue can take place is bey­ond ima­gi­na­ti­on. The real-time docu­men­ta­ry “One Hundred Four” (German ori­gi­nal title: “Einhundertvier“) brings this dra­ma­tic situa­ti­on clo­ser. The film shows how ago­ni­s­in­gly long it takes to res­cue 104 peo­p­le from a sin­king rub­ber ding­hy. Person by per­son, step by step, the action is accom­pa­nied by seve­ral par­al­lel came­ras. The situa­ti­on comes to a head when the Libyan coast­guard appears. The res­cued peo­p­le and the crew wait for days on the high seas, as no Mediterranean coun­try allows them to dock. Only after a ter­ri­ble storm does the ship reach a European harbour.

    Every year, the world’s most dan­ge­rous escape rou­te claims thou­sands of lives. In the first half of 2023 alo­ne, almost 2,000 peo­p­le died in the Mediterranean becau­se the European Union‘s bor­der poli­cy sys­te­ma­ti­cal­ly vio­la­tes exis­ting rights. Instead of hel­ping the ship­w­re­cked, Frontex car­ri­es out ille­gal push­backs, sup­ports the vio­lent actions of the Libyan coast­guard and mas­si­ve­ly com­bats pri­va­te sea res­cue mis­si­ons that inter­ve­ne whe­re the EU fails. Despite media evi­dence, it remains incom­pre­hen­si­ble to tho­se who have not expe­ri­en­ced this situa­ti­on them­sel­ves: why are hundreds of peo­p­le in mor­tal dan­ger being denied help and the civi­li­an hel­pers even threa­ten­ed and criminalised?

    Jonathan Schörnig was affec­ted by the dilem­ma of lack of awa­re­ness and deci­ded to bring a sea res­cue to the screen as a real-time docu­men­ta­ry to show how ago­ni­s­in­gly long it takes to res­cue 104 peo­p­le from a sin­king rub­ber boat. The film accom­pa­nies the action per­son by per­son, step by step, with seve­ral par­al­lel cameras.

    The situa­ti­on comes to a head when the Libyan coast­guard turns up. The res­cued peo­p­le and the crew wait for days on the high seas, as no Mediterranean coun­try allows them to dock. Only after a ter­ri­ble storm does a har­bour grant them ent­ry. What sounds like a bad film script is actual­ly the dai­ly reality.

    Credits:

    DE 2023, 93 Min., engl., dt. OmU
    Regie & Schnitt
    : Jonathan Schörnig
    Kamera
    : Jonathan Schörnig, Johannes Filous

    Trailer:
    Einhundertvier | Kinotrailer ᴴᴰ | NONFY Documentaries
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  • Averroès & Rosa Parks

    Averroès & Rosa Parks

    Ein Film von Nicolas Philibert. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Averroes und und Rosa Parks sind zwei Abteilungen des Krankenhauses von Saint-Maurice bei Paris. Benannt wur­den sie nach dem im 12.Jh täti­gen mus­li­mi­schen Philosophen und Arzt Ibn Ruschd (lati­ni­siert Averroes), und der US-ame­ri­ka­ni­schen Bürgerrechtsikone Rosa Parks. Die Namen sind auch Auftrag, es gilt, in der Einrichtung, wo einst auch der Dichter Paul Verlaine und der Marquis de Sade unter­ge­bracht waren, den Patient:innen mit not­wen­di­gem Respekt zu begeg­nen.
    Die ers­ten Einstellungen schau­en von oben: Eine Drohnenkamera kreist über den rie­si­gen Gebäudekomplex, es ist schwer zu ent­schei­den, was zu sehen ist – Parkanlage oder Gefängnis. Hier sind sta­tio­nä­ren psych­ia­tri­schen Abteilungen unter­ge­bracht, aus denen man­che der Tagesbesucher zum Klinikboot Adamant kom­men. Der Dokumentarfilm Auf der Adamant gewann 2021 den Goldenen Bären der Berlinale. Mit Averroès & Rosa Parks legt Nicolas Phillibert jetzt eine zwei­te, kon­zen­trier­te­re Arbeit zum Thema nach. Der Film besteht zum gro­ßen Teil aus Gesprächen zwi­schen dem Personal und den dort unter­ge­brach­ten Patient:innen (von denen eini­ge sich selbst ein­ge­lie­fert haben, und man­che bald ent­las­sen wer­den sol­len), unauf­dring­lich gefilmt aus gebüh­ren­der Distanz. Die hier behan­del­ten Menschen lei­den unter schwer­wiegenden Krankheitsbildern wie Schizophrenie, Bipolare Störung, Angst- und Panikattacken oder Psychosen, die ihnen ein Leben ohne medizi­nische Behandlung und Aufsicht häu­fig unmög­lich machen.
    Der Film lässt sich Zeit, und bei jedem „Interview“ genann­tem Gespräch gibt es die Möglichkeit, die Einzelnen zu sehen und das Gesagte mit den eige­nen Erfahrungen und wei­te­ren, grö­ße­ren Zusammenhängen abzu­glei­chen. Der Mitleid- oder Abwertungsfalle kann dadurch ent­gan­gen wer­den, ohne erleb­tes, erfah­re­nes und prak­ti­sches Leid zu baga­tel­li­sie­ren. Das ist so fas­zi­nie­rend wie erhel­lend, auch eine Gruppensitzung mit auch poli­ti­schen Themen ist span­nen­der und ergie­bi­ger als 99% der Talkrunden, in gleich wel­chem Medium.
    Keine gro­ße Rolle spielt, aber jeder­zeit erkenn­bar ist zudem die pre­kä­re Situation des Krankenhausbetriebs und die Belastung des Personals.
    „Ein äußerst gelun­ge­nes und fes­seln­des Werk“ Screen International

    Credits:

    FR 2024, 143 Min., franz. OmU
    Regie & Kamera: Nicolas Philibert
    Schnitt: Nicolas Philibert, Janusz Baranek

    mit: den Patient:innen und den Betreuer:innen der Averroès und Rosa Parks Krankenhauseinheiten im Esquirol Krankenhaus, Charenton-le-Pont, Paris.

    Trailer:
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    A film by Nicolas Philibert. In French with German subtitles.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Averroès” and “Rosa Parks” are two psych­ia­tric units at the Esquirol Hospital in Paris. They belong to the same net­work as the “Adamant”, the floa­ting day cli­nic on the river Seine at the heart of Nicolas Philibert’s film Sur l’Adamant, win­ner of the Golden Bear at the 2023 Berlinale. In Averroès & Rosa Parks, Philibert con­ti­nues his explo­ra­ti­on of this topic. From indi­vi­du­al inter­views to mee­tings bet­ween pati­ents and carers, the film­ma­ker focu­ses on show­ing a form of psych­ia­try that con­ti­nu­al­ly stri­ves to make room for and reha­bi­li­ta­te the pati­ents’ words. Little by litt­le, each one eases open the door to their world. But within an incre­asing­ly worn-out health sys­tem, how can the for­sa­ken be given a place in socie­ty among the rest?

    Credits:

    FR 2024, 143 Min., franz. OmU
    Regie & Kamera: Nicolas Philibert
    Schnitt: Nicolas Philibert, Janusz Baranek

    mit: den Patient:innen und den Betreuer:innen der Averroès und Rosa Parks Krankenhauseinheiten im Esquirol Krankenhaus, Charenton-le-Pont, Paris.

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  • Ein kleines Stück vom Kuchen

    Ein kleines Stück vom Kuchen

    Ein Film von Maryam Moghaddam & Behtash Sanaeeha.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Unter den Fachbesucher*innen galt er schnell als Geheimtip, beim rest­li­chen Berlinale-Publikum wur­de er bald zum Liebling – der ira­ni­sche Wettbewerbsbeitrag My Favourite Cake / Ein klei­nes Stück vom Kuchen. Die berüh­ren­de Geschichte von Annäherung und Zuneigung zwei­er ein­sa­mer Menschen ist zugleich eine des Widerstandes gegen die Vorschriften einer Gesellschaft, die Verletzungen ihrer Sitten- und Moralvorstellungen sehr schnell und sehr hart ahn­det.
    Seit ihr Mann vor 30 Jahren starb, lebt Mihan allein in ihrem klei­nen Haus mit Garten in Teheran. Bei den regel­mä­ßi­gen Kaffeekränzchen mit Freundinnen wird ger­ne alles bespro­chen, so wird neben den Berichten von (natür­lich ver­bo­te­nen) amou­rö­sen Abenteuern ger­ne auch mal die DVD der letz­ten Darmspiegelung her­um­ge­reicht. Dabei bekommt sie immer wie­der zu hören, sie sol­le sich doch auch einen neu­en Begleiter suchen – schließ­lich sei sie ja mit ihren 70 Jahren noch fit und attrak­tiv. Schließlich fasst sich Mahin in Herz und geht auf die Suche. Als ihr der eben­falls ver­wit­we­te Taxifahrer Faramarz begeg­net und gefällt, ergreift sie selbst­be­wusst die Initiative und lädt ihn zu sich ein. Die bei­den kom­men ver­ste­hen sich, ver­ab­re­den sich, es gibt Wein, Tanz und natür­lich selbst­ge­ba­cke­nen Kuchen. Aber vor­sich­tig müs­sen sie sein, denn schon erkun­digt sich die Nachbarin nach den unbe­kann­ten Stimmen im Haus.
    Weil sie die Menschen rea­li­täts­nah so zei­gen, wie sie sind und was sie tun, und damit Grenzen des Erlaubten ver­let­zen, durf­ten Maryam Moghaddam und Behtash Sanaeeha (Ballade von der wei­ßen Kuh, 2021 eben­falls im Berlinale Wettbewerb) nicht nach Berlin rei­sen. So trägt Mihan im Haus kei­nen Hijab und trinkt Wein. Es sei aber an der Zeit, die­se stan­dar­di­sier­ten Vorgaben im ira­ni­schen Kino zu durch­bre­chen, so erklär­te Darstellerin Lily Farhadpour, die als Menschenrechts-Aktivistin bereits Gefängniserfahrung hat, bei der Pressekonferenz. Diese zärt­li­che und (gele­gent­lich schwarz-) humo­ri­ge Liebesgeschichte zeigt schon­mal, wie es geht.

    Credits:

    Keyke mah­boo­be man / My favou­ri­te cake
    IR/FR/SE/DE 2024, 97 Min., far­si OmU
    Regie: Maryam Moghaddam, Behtash Sanaeeha
    Kamera: Mohammad Haddadi
    Schnitt: Ata Mehrad, Behtash Sanaeeha, Ricardo Saraiva
    mit: Lily Farhadpour, Esmail Mehrabi, 

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    A film by Maryam Moghaddam & Behtash Sanaeeha. In Farsi with German subtitles.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    The 70-year-old Mahin has been living alo­ne in Tehran sin­ce her hus­band died and her daugh­ter left for Europe. One after­noon, tea with fri­ends leads her to break her soli­ta­ry rou­ti­ne and revi­ta­li­se her love life. But as Mahin opens hers­elf up to a new romance, what beg­ins as an unex­pec­ted encoun­ter quick­ly evol­ves into an unpre­dic­ta­ble, unfor­gettable evening.

    Credits:

    Keyke mah­boo­be man / My favou­ri­te cake
    IR/FR/SE/DE 2024, 97 Min., far­si OmU
    Regie: Maryam Moghaddam, Behtash Sanaeeha
    Kamera: Mohammad Haddadi
    Schnitt: Ata Mehrad, Behtash Sanaeeha, Ricardo Saraiva
    mit: Lily Farhadpour, Esmail Mehrabi, 

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  • Exile never ends

    Exile never ends

    Ein Film von Bahar Bektaş. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Bahars Bruder Taner sitzt in Deutschland im Gefängnis und steht kurz vor der Abschiebung in die Türkei. Bahar nutzt die Zeit des Wartens, um die Kamera auf ihre Familienangehörigen zu rich­ten. In ruhi­gen und ein­fühl­sa­men Bildern erkun­det sie die emo­tio­na­len und geo­gra­fi­schen Welten der Familie von Entwurzelung und Neubeginn zwi­schen Deutschland und der Türkei.
    In Gesprächen mit ihren Eltern sowie ihren bei­den ande­ren Brüdern begibt sie sich auf eine schmerz­haf­te Reise in die Vergangenheit. Politische Verfolgung der ale­vi­tisch-kur­di­schen Familie in der Türkei, die Flucht nach Europa 1989, ras­sis­ti­sche Übergriffe, Depressionen und Überforderung der Eltern – all das traf die Kinder, die damit unter­schied­lich umge­hen. Die Ungewissheit über Taners Schicksal in der Türkei ist nur ein Spiegel ihrer Lebenserfahrung als Familie im Exil. Die Verzerrung von Vergangenheit und Gegenwart sowie unter­schied­li­cher Geografien kon­fron­tiert die Zuschauenden mit einer der Eigenschaften des Exils, näm­lich dem Verlust der Orientierung in Zeit und Raum.
    Ausgezeichnet mit dem FFF-Förderpreis Dokumentarfilm bei Dokfilm München: „Es ist sel­ten, dass ein Dokumentarfilm die gan­ze Kom­plexität abbil­det, die das Exil mit sich bringt. Exile never ends ist eine bemer­kenswerte Ausnahme, denn der Film erforscht zwei Arten von Exil: das einer kur­di­schen Familie, die vor Verfolgung aus der Türkei nach Deutschland floh, und das der bei­den Söhne, die ihre Beziehung zu dem Land, in dem sie aufge­wachsen sind, in Frage stel­len. Der Film themati­siert Generationenkonflikte und die Herausforderungen von Integration – ohne dabei eine eige­ne Agenda zu ver­fol­gen. Bahar Bektaş erzählt die­se viel­schich­ti­ge, inti­me Geschichte, zeich­net ein­fühl­sam die kom­ple­xen Ge­fühlslagen ihrer Familienmitglieder nach und taucht auf ganz eige­ne Wei­se in die emo­tio­na­len und geo­gra­phi­schen Räume von Vertreibung und Neuanfang ein. Die Jury ent­schied sich ein­stim­mig für den Film und wür­digt die Sensibilität und Beobachtungsgabe einer sehr talen­tier­ten Regisseurin.“

    Credits:

    DE 2024, 100 Min., Deutsch, Türkisch mit deut­schen Untertiteln
    Regie: Bahar Bektaş
    Kamera: Antonia Kilian und Meret Madörin
    Schnitt: Arash Asadi

    Trailer:
    Exile never ends | offi­zi­el­ler deut­scher Trailer
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    A film by Bahar Bektaş. In German and Turkish with German subtitles.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    The lon­ging for your home­land never goes away,” says the film­ma­ker Bahar Bektaş. Her brot­her is in pri­son in Germany. He is sup­po­sed to be depor­ted and is wai­ting for the ear­ly trans­fer to Turkey he has reques­ted. Because the­re seems to be no end to the wai­ting, Bahar turns her came­ra on her Alevi Kurdish fami­ly and exami­nes the con­se­quen­ces of being uproo­ted. Ina Borrmann

    Credits:

    DE 2024, 100 Min., Deutsch, Türkisch mit deut­schen Untertiteln
    Regie: Bahar Bektaş.
    Kamera: Antonia Kilian und Meret Madörin
    Schnitt: Arash Asadi

    Trailer:
    Exile never ends | offi­zi­el­ler deut­scher Trailer
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  • Crossing – Auf der Suche nach Tekla

    Crossing – Auf der Suche nach Tekla

    Ein Film von Levan Akin. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    In jedem Road-Movie steckt immer auch ein Weg der Hauptfigur zu sich selbst, und Crossing schickt die Georgierin Lia los. Nach dem Tod ihrer gelieb­ten Schwester, die sie lan­ge pfleg­te, hat die streng wir­ken­de, pen­sio­nier­te Lehrerin das Gefühl, kei­ne Perspektive im Leben und nichts mehr zu ver­lie­ren zu haben. Allerdings hat sie einen Auftrag mit­be­kom­men: sie soll ihre ver­schol­le­ne trans Nichte Tekla, der sie einst sehr nahe stand, fin­den. Als ihr jun­ger Nachbar Achi behaup­tet, Teklas Adresse in Istanbul – eine Stadt, in der man gut ver­schwin­den kann, wenn man will – zu ken­nen, und zudem Englisch zu spre­chen, nimmt sie ihn wider­stre­bend mit auf die Suche. Die Reise ver­än­dert Lia zuse­hends. Durch ihre Beziehung zu Achi und ihre Begegnungen mit der trans Community in Istanbul, ins­be­son­de­re mit der lebens­lus­ti­gen, enga­gier­ten Anwältin Evrim, öff­net sich Lia all­mäh­lich und sieht die Welt und ihren Platz dar­in mit ande­ren Augen. Alle drei Protagonist:innen eint, in ihrem Leben gro­ße Opfer gebracht und Einschränkungen in Kauf genom­men zu haben, um die herr­schen­de Hegemonie, im per­sön­li­chen wie poli­ti­schem Umfeld, nicht zu stö­ren. Crossing ist ein leben­di­ger, unge­schön­ter Film über Solidarität, über die klei­nen Gesten der Güte, und des Verständnisses zwi­schen Fremden und inner­halb der Familie.
    In vie­ler­lei Hinsicht ist er auch ein Liebesbrief an Istanbul und sei­ne Geschichte, trotz der offen­sicht­li­chen, durch die Straßenkinder Izzet und Gulpembe ins Bild auf­ge­nom­me­nen Armut:
    „Istanbul ist ein Ort, an dem man auf engs­tem Raum gegen­sätz­li­che Welten antref­fen kann. Die eine Straße ist sehr reli­gi­ös, und wenn man zwei Straßen wei­ter­geht, ist man plötz­lich in einer quee­ren Oase, wo Männer händ­chen­hal­tend her­um­lau­fen. Diese Ambivalenz woll­te ich im Film dar­stel­len. Wenn Lia und Achi im Film ins que­e­re Viertel gehen, ist der kur­ze Weg, den sie gehen, der tat­säch­li­che Weg in der Realität. In Istanbul leben die unter­schied­lichs­ten Religionen, Menschen und, nicht zu ver­ges­sen, Katzen und Hunde.“ Levan Akin
    Teddy – Preis der Jury 2024 Berlinale – Panorama

    Credits:

    SE/DK/FR/TR/GE 2023, 105 Min., geor­gisch, tür­kisch, engl. OmU
    Regie: Levan Akin
    Kamera: Lisabi Fridell
    Schnitt: Emma Lagrelius, Levan Akin
    mit: Mzia Arabuli, Lucas Kankava, Deniz Dumanlı

    Trailer:
    CROSSING – Trailer OmU German | Deutsch
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    A film by Levan Akin. In Georgian, Turkish and English with German subtitles.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Lia, a reti­red tea­cher, has made a pro­mi­se to find out what hap­pen­ed to her long-lost nie­ce, Tekla. When Lia lear­ns from a neigh­bour, Achi, that Tekla might have left their Georgian home­land and be living in Turkey, Lia and Achi set off tog­e­ther to find her. Arriving in Istanbul, they dis­co­ver a beau­tiful city full of con­nec­tions and pos­si­bi­li­ties. But sear­ching for someone who never inten­ded to be found is har­der than they expec­ted – until they meet Evrim, a lawy­er fight­ing for trans rights. As Lia and Achi wea­ve their way through the city’s back­streets, Tekla starts to feel clo­ser than ever.
    Levan Akin’s fourth fea­ture film is fil­led with an impres­si­ve emo­tio­nal imme­dia­cy. Two initi­al­ly hesi­tant stran­gers over­co­me not only ideo­lo­gi­cal but also inter­nal boun­da­ries on their mis­si­on and join forces. The topo­gra­phy of the city plays just as important a role in this ode to huma­ni­ty as the array of cha­rac­ters that live within it.

    Credits:

    SE/DK/FR/TR/GE 2023, 105 Min., geor­gisch, tür­kisch, engl. OmU
    Regie: Levan Akin
    Kamera: Lisabi Fridell
    Schnitt: Emma Lagrelius, Levan Akin
    mit: Mzia Arabuli, Lucas Kankava, Deniz Dumanlı 

    Trailer:
    CROSSING – Trailer OmU German | Deutsch
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  • Was uns hältWas uns hält

    Was uns hältWas uns hält

    Ein Film von Daniele Luchetti. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Neapel Anfang der 1980er Jahre. Aldo (Luigi Lo Cascio) hat gera­de sei­ne Kinder Anna und Sandro ins Bett gebracht und ihnen eine Gutenachtgeschichte erzählt. Nun steht er in der Küche neben sei­ner Frau Vanda (Alba Rohrwacher) und gesteht ihr, dass er sie betro­gen hat. Vanda ver­liert den Boden unter den Füßen und weiß nicht, wie sie reagie­ren soll.
    Was bedeu­tet das für sie und die Kinder?
    Dreißig Jahre spä­ter leben Vanda (Laura Morante) und Aldo (Silvio Orlando) immer noch zusam­men, aber viel­leicht haben sie und ihre Kinder, Anna (Giovanna Mezzogiorno) und Sandro (Adriano Giannini) dafür einen hohen Preis gezahlt.

    (…) Denn nicht um kon­kre­te Ereignisse geht es, nicht ums Verlieben oder Verlassen, son­dern um das Zusammenbleiben, trotz allem. Viel psy­cho­lo­gi­scher, viel unter­schwel­li­ger ist die­ser Ansatz eines Beziehungsfilms, viel weni­ger kon­kret, dadurch flüch­ti­ger und schwie­ri­ger in einer nur 100 Minuten kur­zen Erzählung zu fas­sen. Um den Umgang mit Untreue geht es in Was uns hält, um den Versuch, eine Beziehung trotz allem am Leben zu erhal­ten, auch um der Kinder wegen, um Kompromisse, um unvor­her­ge­se­he­ne Folgen, gera­de auch für die nächs­te Generation.“ M. Meyns

    Basierend auf dem Roman «Auf immer ver­bun­den» von Domenico Starnone zeigt Regisseur Daniele Luchetti (Mein Bruder ist ein Einzelkind), wie stark die Bindung der Familie im Guten wie im Schlechten ist – auch wenn die Liebe in neue Richtungen zieht.

    Eine leben­di­ge Ehegeschichte im Ferrante-Stil, das emo­tio­nal har­te, aber raf­fi­niert kon­stru­ier­te Porträt einer Beziehung, die in Zeitlupe zer­bricht. Es ist wie die ita­lie­ni­sche Version von Marriage Story, nur über 40 Jahre gestreckt. Alba Rohrwacher und Luigi Lo Cascio sind als Vanda und Aldo außer­ge­wöhn­lich stark.” (The Times)

    Credits:

    Lacci
    IT 2020, 100 Min., ital. OmU
    Regie: Daniele Luchetti
    Kamera: Ivan Casalgrandi
    Schnitt: Aël Dallier Vega · Daniele Luchetti
    mit Alba Rohrwacher, Luigi Lo Cascio, Laura Morante, Silvio Orlando, Giovanna Mezzogiorno

    Trailer:
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    A film by Daniele Luchetti. In Italian with German subtitles.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Naples, ear­ly 1980s: Aldo and Vanda’s mar­ria­ge finds its­elf on the rocks when Aldo falls in love with the young Lidia. Thirty years later, Aldo and Vanda are still mar­ried. A thril­ler about emo­ti­ons, a sto­ry of loyal­ty and infi­de­li­ty, of ran­cor and shame. A betra­y­al, suf­fe­ring, a secret box, a devas­ta­ted home, a cat, the voice of the lovers and that of the estranged.

    Credits:

    Lacci
    IT 2020, 100 Min., ital. OmU
    Regie: Daniele Luchetti
    Kamera: Ivan Casalgrandi
    Schnitt: Aël Dallier Vega · Daniele Luchetti
    mit Alba Rohrwacher, Luigi Lo Cascio, Laura Morante, Silvio Orlando, Giovanna Mezzogiorno

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  • Ivo

    Ivo

    Ein Film von Eva Trobisch. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Ivo arbei­tet als ambu­lan­te Palliativpflegerin. Täglich fährt sie zu Familien, Eheleuten und Alleinstehenden. In klei­ne Wohnungen und in gro­ße Häuser. In immer ver­schie­de­nes Leben und Sterben. In immer ver­schie­de­nen Umgang mit der Zeit, die bleibt. Zu Hause hat sich ihre puber­tie­ren­de Tochter längst selbst­stän­dig gemacht. Von früh bis spät ist Ivo in ihrem alten Skoda unter­wegs, den sie zu ihrem per­sön­li­chen Lebensraum gemacht hat. Hier nimmt sie ihre Mahlzeiten zu sich, arbei­tet, singt, flucht und träumt sie. Eine ihrer Patientinnen, Solveigh, ist zu einer engen Freundin gewor­den. Auch zu Solveighs Mann Franz hat Ivo eine Beziehung geknüpft. Tag für Tag arbei­ten sie bei der Pflege von Solveigh zusam­men. Und sie schla­fen mit­ein­an­der. Solveighs Kräfte schwin­den, bald ist sie bei den ein­fachs­ten Verrichtungen auf Unterstützung ange­wie­sen. Die letz­te Entscheidung will sie allei­ne tref­fen. Ivo soll ihr beim Sterben hel­fen.
    „Trobisch spinnt die fik­ti­ve, nah am Halbdokumentarischen erzähl­te Geschichte, in der Schauspieler:innen und ech­tes Fachpersonal auf orga­ni­sche Weise inter­agie­ren, mit eher locke­rem Faden. Vieles bleibt ange­deu­tet, nichts drängt nach dra­ma­tur­gi­scher Zuspitzung. Auch die Affäre mit Franz muss nicht ver­kom­pli­ziert wer­den. Sie wird viel­mehr als eine selbst­ver­ständ­li­che und für bei­de stär­ken­de Verbindung gezeigt, die in einem ganz bestimm­ten Zeitfenster exis­tiert, in dem das Sterben der Freundin und Ehefrau immer auch mit anwe­send ist.
    Ivo ist ein groß­zü­gi­ger und offe­ner Film. Er besteht nicht auf Antworten und Thesen, son­dern stellt viel­mehr unter­schied­li­che Beobachtungen, Fragen und Empfindungen, die mit dem Sterben zu tun haben, neben­ein­an­der: Pragmatismus und inne­rer Aufruhr, das Banale und das Erschütternde, Bewegung und Stillstand. Anders als Jessica Krummacher in Zum Tod mei­ner Mutter (2022) sucht Eva Trobisch nicht nach Abstraktion und Reduktion, son­dern nach Fülle und Gleichzeitigkeit. Gleichwohl ist ihr Realismus nicht auf das blo­ße Abbilden äuße­rer Handlungen beschränkt, son­dern impres­sio­nis­tisch auf­ge­bro­chen und von Ivos Empfindungen und Blicken durch­drun­gen. Die mit einem 16mm-Objektiv auf­ge­nom­me­nen Bilder sind licht­durch­flu­tet und hap­tisch; von den kör­per­li­chen Verfallsprozessen wir­ken sie gänz­lich unbe­rührt. Das Wissen um die Endlichkeit von Leben wirkt wie ein Wahrnehmungsverstärker.“ Esther Buss | Filmdienst

    Credits:

    DE 2024, 104 Min., deut­sche OmeU
    Regie: Eva Trobisch
    Kamera: Adrian Campean
    Schnitt: Laura Lauzemis
    mit Minna Wündrich, Pia Hierzegger, Lukas Turtur

    Trailer:
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    A film by Eva Trobisch. In German with English subtitles.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Ivo works as a pal­lia­ti­ve home-care nur­se. Every day, she visits fami­lies, cou­ples and sin­gle peo­p­le. They live in small flats and lar­ge hou­ses. They all have dif­fe­rent lives and deaths. They all have dif­fe­rent ways of deal­ing with the time that remains. At home, Ivo’s teenage daugh­ter has long sin­ce beco­me inde­pen­dent. From mor­ning to night, Ivo dri­ves around in her old Skoda which she has made into her per­so­nal living space. Here, she eats her meals, works, sings, swears and dreams. One of her pati­ents, Solveigh, has beco­me a clo­se fri­end. Ivo has also for­med a rela­ti­onship with Solveigh’s hus­band, Franz. Day after day, the two work tog­e­ther to care for Solveigh. And they sleep with each other. Solveigh’s strength is dimi­nis­hing and she soon has to rely on sup­port for the simp­lest tasks. She wants the final decis­i­on to be her own: she wants Ivo to help her die.

    Credits:

    DE 2024, 104 Min., deut­sche OmeU
    Regie: Eva Trobisch
    Kamera: Adrian Campean
    Schnitt: Laura Lauzemis
    mit Minna Wündrich, Pia Hierzegger, Lukas Turtur

    Trailer:
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