PL/FRA/CH 2022 R/B: Anna Jadowska 97 min, OmeU K: Ita Zbroniec-Zajt S: Piotr Kmiecik & Julia Gregory M: Katharina Nuttall D: Dorota Pomykała, Bogdan Koca, Adam Bobik u. a.
Zwei Jahre Arbeit in der Geburtsstation hat die Ärztin Mira noch vor sich, dann ist die ersehnte Rente erreicht. Ihr Gehalt ist zwar nicht üppig, reicht aber für die kleine Block-Wohnung in der Provinzstadt und die dreiköpfige Familie – theoretisch, denn heimlich hat sie ihrer Schwester viel Geld geborgt, Kredite aufgenommen und kommt nun mit der Tilgung nicht mehr hinterher. Als die Lage aussichtslos wird, reagiert sie so verzweifelt wie ungeschickt: Sie versucht eine Bank zu überfallen, was gründlich schief geht. Aber anstatt sich ihren Verwandten anzuvertrauen, frisst sie den Kummer in sich hinein, bis sie auf dem titelgebenden Dach steht und vor sich nur noch den Abgrund sieht.
Wie schon in ihrem Drama „Dzikie róże / Wild Roses“ (2017) gelingt es Jadowska virtuos, weit ab von marktschreierischen Effekten mit kleinen Schritten ein Psycho-Porträt zu entwerfen, in dem das Verschwiegene schwerer wiegt als das Gesagte. Ihr größter Trumpf ist dabei Dorota Pomykała, die als verzweifelte Anti-Heldin sowohl das Kinopublikum als auch Festival-Jurys überzeugen konnte. In einem sehr breiten Bildformat mit hell und kühl ausgeleuchteten Szenen beherrscht sie ohne musikalische Unterstützung souverän die Leinwand. [Rainer Mende]
Anna Jadowska (geb. 1973 in Oleśnica) studierte Polonistik in Wrocław und Regie in Łódź. Als Regisseurin arbeitete sie für populäre TV-Serien wie „M jak miłość“ oder „Na dobre i na złe“. Als Autorenfilmerin drehte sie Dokumentar- und Spielfilme, wobei sie das mit zahlreichen Preisen (u. a. beim FilmFestival Cottbus) ausgezeichnete Drama „Dzikie róże / Wild Roses“ (2017) international bekannt machte.
PL 2021 R/B: Tomasz Habowski 90 min, OmdU K: Weronika Bilska S: Patrycja Piróg M: Kamil Kryszak D: Tomasz Włosok, Justyna Święs, Andrzej Grabowski, Patrycja Volny u. a.
GAST: Tomasz Habowski
Der junge Komponist Robert leidet etwas unter seinem dominanten Vater, der als Theater-Star erwartet, dass auch sein Sohn irgendwann mit seiner Kunst groß rauskommt. Aber im Grunde führt Robert ein behütetes Leben ohne den Druck, etwas veröffentlichen zu müssen, damit die Miete bezahlt werden kann. Ganz anders geht es Alicja, die als Kellnerin schuften muss, um über die Runden zu kommen. Dabei kann sie – das hört Robert sofort – fantastisch singen, und zwar ihre eigenen Lieder.
Alicja lässt sich nach einigem Zögern davon überzeugen, Probe-Aufnahmen zu machen und ihre Kompositionen arrangieren zu lassen. Aber auf keinen Fall will sie sich von Robert oder irgendeinem Produzenten zu einem Pop-Sternchen zurechtstutzen lassen – sie weigert sich stur, ihre Lieder zu veröffentlichen oder live zu spielen. Robert findet heimlich eine Plattenfirma, die an dem Material interessiert ist und es groß herausbringen will – aber ohne Alicja.
In reduzierten Schwarz-Weiß-Bildern mit bunten Einsprengseln aus dem Smartphone-Display, perfekt in Szene gesetzt von Kamerafrau Weronika Bilska, entwickelt sich ein Kammerspiel um Ambitionen, Ängste, Loyalität, Prinzipientreue und die Kraft der Musik. Getragen wird es vor allem von der Darstellerin der Alicja – Justyna Święs ist nicht nur Schauspielerin, sondern vor allem Sängerin des erfolgreichen Pop-Duos The Dumplings und als zurückhaltender musikalischer Rohdiamant eine Traumbesetzung. [Rainer Mende]
Tomasz Habowski (geb. 1988) ist seit 2019 Drehbuchautor für die Daily Soap „Na Wspólnej“ – dem polnischen Pendant von „Unter uns“ – und war an der zweiten Staffel der Netflix-Serie „Sexify“ beteiligt. „Piosenki o miłości“ ist sein Regie-Debüt.
PL 2022 R/B: Łukasz Kowalski 81 min, OmdU K: Stanisław Cuske S: Adriana Fernández Castellanos, Filip Kowalski, Jakub Darewski & Kosma Kowalczyk M: Krzysztof Aleksander Janczak
Das Zweckgebäude, das etwas abseits in der polnischen Industriestadt Bytom steht, könnte man leicht übersehen. Beide hatten schon bessere Zeiten. Doch aus diesem eckigen Kasten mit ergrautem Putz scheint ein Licht, denn hinter den Mauern befindet sich nicht nur ein Gebrauchtwarenladen, sondern eine Art soziokulturelles Zentrum.
Die Betreiber bekommen deutlich zu spüren, dass um sie herum vieles den Bach runtergeht. Obwohl ihre Waren nicht teuer sind, drehen viele Kund*innen vor dem Kauf jeden Złoty um, wollen lieber etwas verkaufen oder kommen eigentlich nur, um einen Schwatz zu halten und sich etwas aufzuwärmen. Selbst für die Beschäftigten ist die Arbeit im A & V mehr als nur ein Job. Aber die schillernden Betreiber Jola und Wiesiek sind nicht nur Seelsorger, sondern auch Geschäftsleute und müssen dafür sorgen, dass ihr Laden rentabel bleibt. Doch wie soll das funktionieren, wenn die Pläne groß, die Portemonnaies aber leer sind?
Kowalski ist mit seinem Debüt eine feinfühlige Sozialstudie gelungen, die abwechselnd zu Tränen des Mitleids und der Freude rührt und dabei ihre schillernden Hauptfiguren zu keiner Sekunde der Lächerlichkeit preisgibt. [Rainer Mende]
Łukasz Kowalski debütierte mit „Lombard“ als Regisseur, Drehbuchautor und Produzent. Der Film gewann zahlreiche Preise auf Festivals, bevor er regulär in die polnischen Kinos kam.
PL/USA/GB 2022 R: Agnieszka Smoczyńska 113 min, engl. OV B: Andrea Seigel K: Jakub Kijowski S: Agnieszka Glińska M: Marcin Macuk & Zuzanna Wrońska D: Letitia Wright, Tamara Lawrance, Leah Mondesir-Simmonds, Eva-Arianna Baxter, Nadine Marshall, Treva Etienne u. a.
Die unzertrennlichen Zwillinge June und Jennifer Gibbons leben in den Siebzigerjahren mit ihren Eltern und Geschwistern in der walisischen Provinz. Die Familie kommt aus Barbados und die dunkelhäutigen Schülerinnen erleben den üblichen Alltagsrassismus, wachsen aber im Grunde behütet auf. Trotzdem passiert eines Tages das Unvorstellbare: Sie verstummen. Lehrer*innen, Ärzt*innen und Psycholog*innen mühen sich an ihnen ab, aber kein Wort kommt mehr über ihre Lippen. Einzelgespräche, Schulverweis, Hausunterricht – keine Maßnahme vermag es, sie wieder zum Sprechen zu bringen.
Doch hinter der Mauer des Schweigens verbirgt sich eine überbordende Fantasie. In den schützenden vier Wänden ihres kunterbunten Kinderzimmers entwerfen die Schwestern ihre eigene Welt aus Puppentheater, Radiosendungen, Liedern und Geschichten. Dort ist Sprache auch kein Hindernis, sie plaudern ununterbrochen miteinander – mehr noch, sie entwickeln literarische Ambitionen und beginnen, ihre Geschichten niederzuschreiben. Aus den Kindern werden Teenies, die sich von Abenteuern für ihre Texte inspirieren lassen – nicht immer in den Grenzen des Legalen und nach wie vor schweigend. Aus der Sicht der Gesellschaft sind solche Regelbrecherinnen nicht länger tragbar.
Agnieszka Smoczyńska versucht sich nicht an einer realistischen, historisch exakten Rekonstruktion der authentischen Geschichte, sondern lädt ein zu einer Achterbahnfahrt durch die Fantasie der Mädchen, die aus dem gesellschaftlichen Normkorsett ausbrechen. Mit übersprudelnden visuellen Einfällen, im Sound der Epoche und versetzt mit virtuosen Animationen von Barbara Rupik lernen wir das Paar vielleicht nicht zu verstehen, aber zumindest teilweise zu erfühlen. [Rainer Mende]
Agnieszka Smoczyńska (geb. 1978 in Wrocław) studierte Regie in Katowice und Warschau sowie Kulturwissenschaften in Wrocław. Neben Kurzfilmen, Arbeiten fürs Fernsehen und ihrem umjubelten Debüt „Córki dancingu“ (2015) drehte sie das Amnesie-Drama „Fuga / Fugue“ (2018). „The Silent Twins“ (2022) ist ihre erste fremdsprachige Produktion.
PL 2022 R/B: Damian Kocur 99 min, OmdU K: Tomasz Woźniczka S: Alan Zejer D: Tymoteusz Bies, Jacek Bies u. a.
Der Student Tymoteusz hat mit seinem Klavierspiel schon Preise gewonnen und es ins Fernsehen geschafft. Über den Sommer kehrt er in seine trostlose Heimatstadt zurück, wo seit seinem Weggang die Welt stehen geblieben zu sein scheint. Die alten Kumpels aus dem Block hängen immer noch in der Gegend herum, kiffen, trinken Dosenbier, labern viel, träumen von Abenteuern in der großen weiten Welt und kommen aus ihrem Viereck aus Badesee, Skatepark, Spielplatz und Dönerimbiss doch nicht heraus.
Auch Tymoteusz‘ Bruder Jacek gehört zur Clique – ebenfalls ein begabter Pianist, der aber seit einer missglückten Bewerbung das Klavier verstimmt einstauben lässt. Statt sich Hoffnungen und Träumen hinzugeben, versinkt er resigniert im provinziellen Sumpf aus Langeweile, Perspektivlosigkeit, Homophobie und plumpem Rassismus. Denn die Wut über das so früh gescheiterte Leben der Jugendlichen muss sich irgendwo entladen – warum nicht bei diesen fremden Typen, die so verdächtig verschlossenen einen Döner nach dem anderen zubereiten?
Wie eine Granate schlug der formal eigenständige, lose an zeithistorische Ereignisse anknüpfende Debüt-Langfilm in der polnischen Szene ein. Mit Fingerspitzengefühl, Präzision und stilistischem Selbstbewusstsein, die für einen Newcomer ungewöhnlich ausgereift sind, erzählt er scheinbar beiläufig eine semidokumentarische Geschichte in der Ästhetik eines frühen Andreas Dresden, die – ganz ohne Musik und virtuos im beengenden Seitenverhältnis 4:3 geschnitten – durch schmerzhafte Authentizität besticht. Denn die Laien-Darsteller*innen spielen sich selbst und ihre eigenen Geschichten. [Rainer Mende]
Damian Kocur (geb. 1983 in Katowice) studierte an der Schlesischen Universität Katowice. Als Regisseur veröffentlichte er acht teilweise preisgekrönte kurze Spiel- und Dokumentarfilme, bevor er mit „Chleb i sól“ einen Jurypreis beim Filmfestival von Venedig und zahlreiche weitere Preise gewann.
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Chleb i sól / Brot und Salz
PL 2022 R/B: Damian Kocur 99 min, OmdU K: Tomasz Woźniczka S: Alan Zejer D: Tymoteusz Bies, Jacek Bies u. a.
Der Student Tymoteusz hat mit seinem Klavierspiel schon Preise gewonnen und es ins Fernsehen geschafft. Über den Sommer kehrt er in seine trostlose Heimatstadt zurück, wo seit seinem Weggang die Welt stehen geblieben zu sein scheint. Die alten Kumpels aus dem Block hängen immer noch in der Gegend herum, kiffen, trinken Dosenbier, labern viel, träumen von Abenteuern in der großen weiten Welt und kommen aus ihrem Viereck aus Badesee, Skatepark, Spielplatz und Dönerimbiss doch nicht heraus.
Auch Tymoteusz‘ Bruder Jacek gehört zur Clique – ebenfalls ein begabter Pianist, der aber seit einer missglückten Bewerbung das Klavier verstimmt einstauben lässt. Statt sich Hoffnungen und Träumen hinzugeben, versinkt er resigniert im provinziellen Sumpf aus Langeweile, Perspektivlosigkeit, Homophobie und plumpem Rassismus. Denn die Wut über das so früh gescheiterte Leben der Jugendlichen muss sich irgendwo entladen – warum nicht bei diesen fremden Typen, die so verdächtig verschlossenen einen Döner nach dem anderen zubereiten?
Wie eine Granate schlug der formal eigenständige, lose an zeithistorische Ereignisse anknüpfende Debüt-Langfilm in der polnischen Szene ein. Mit Fingerspitzengefühl, Präzision und stilistischem Selbstbewusstsein, die für einen Newcomer ungewöhnlich ausgereift sind, erzählt er scheinbar beiläufig eine semidokumentarische Geschichte in der Ästhetik eines frühen Andreas Dresden, die – ganz ohne Musik und virtuos im beengenden Seitenverhältnis 4:3 geschnitten – durch schmerzhafte Authentizität besticht. Denn die Laien-Darsteller*innen spielen sich selbst und ihre eigenen Geschichten. [Rainer Mende]
Damian Kocur (geb. 1983 in Katowice) studierte an der Schlesischen Universität Katowice. Als Regisseur veröffentlichte er acht teilweise preisgekrönte kurze Spiel- und Dokumentarfilme, bevor er mit „Chleb i sól“ einen Jurypreis beim Filmfestival von Venedig und zahlreiche weitere Preise gewann.
PL/ITA/CZ 2021 R: Aga Woszczyńska 113 min, OmdU B: Aga Woszczyńska & Piotr Litwin K: Bartosz Świniarski S: Jarosław Kamiński M: Piotr Kurek D: Dobromir Dymecki, Agnieszka Żulewska, Jean-Marc Barr, Alma Jodorowsky, Marcello Romolo u. a.
Hell scheint die mediterrane Sonne vor wolkenlosem Himmel auf das gepflegte Ferienhaus, gleich nebenan glitzert azurblau das Meer – das perfekte Setting für einen entspannten Urlaub. Gut, der ausgetrocknete Pool müsste noch repariert werden. Aber das werde sofort gemacht, beteuert der Vermieter dem eigenartig unterkühlt wirkenden polnischen Paar, das sich an der Küste Sardiniens eingemietet hat.
Aber Kino wäre nicht Kino, wenn sich hinter dieser Traumkulisse nicht dunkle Geheimnisse verbergen würden. Denn die sardische Küste ist nicht nur Sehnsuchtsort vieler Urlauber*innen, sondern auch von Geflüchteten, die versuchen, über das Mittelmeer nach Europa zu gelangen und dort Fuß zu fassen. Die polnischen Urlauber*innen Anna und Adam – und nicht nur sie – verschließen davor die Augen, aber durch die Hintertür dringen die globalen Probleme in ihren Alltag und in ihr Unterbewusstsein ein.
In langen statischen Einstelllungen mit sehr dezentem Musikeinsatz, in denen viel geschwiegen bzw. verschwiegen wird, arbeitet sich die Regisseurin sehr behutsam in die Psyche der Hauptfiguren (Dobromir Dymecki und Agnieszka Żulewska mit gekonntem Underacting) vor. Woszczyńska verknüpft geschickt ein Psycho-Kammerspiel mit zeitpolitischen Fragen, ohne dass eines der Themen in die zweite Reihe gedrängt wird. [Rainer Mende]
Aga Woszczyńska (geb. 1984 in Lódź) studierte Regie an der Filmhochschule ihrer Geburtsstadt. Während ihres Studium drehte sie sieben kurze Spielfilme, u. a. das preisgekrönte Drama „Fragmenty“ (2014), bevor sie mit „Cicha ziemia“ ihren ersten Langfilm in die Kinos brachte und auf Festivals mehrere Preise errang.
PL 2021 R/B: Dorota Lamparska 102 min, OmeU K: Jolanta Dylewska S: Maciej Pawliński & Piotr Krygiel M: Ireneusz Wojtczak D: Wiktoria Gorodeckaja, Agnieszka Mandat, Jacek Braciak, Jowita Budnik, Monika Kwiatkowska, Jan Peszek u. a.
Es dauert eine Weile, bis Maria verstanden hat, was los ist. Warum muss auch unbedingt in dem Moment, in dem sie stirbt, die Brücke ins Jenseits bei einem Gewitter kaputtgehen und jetzt repariert werden?
Nun irrt sie erst einmal untot durch ihre einstige Welt und betrachtet eher trotzig-irritiert als neugierig, welche Lücken sie hinterlassen hat – und ob überhaupt. Denn Maria scheint – wie auch jetzt – eine eher kühle Person gewesen zu sein, die wenigen Menschen richtig nahestand. Jetzt muss sie feststellen, dass das Leben einfach ohne sie weitergeht, ohne große Aufregung.
Die Hauptdarstellerin Wiktoria Gorodeckaja erträgt mit bewundernswerter Souveränität und dezentem Underacting den permanenten Kamerablick (meisterhaft inszeniert von Jolanta Dylewska) auf ihr Gesicht, während um sie herum in überraschenden, gelegentlich ins Absurde kippenden Szenen eine Reihe schräger Figuren die Verstorbene zu dem Punkt geleitet, an dem sie sich ihrer Vergänglichkeit fügt. [Rainer Mende]
Dorota Lamparska studierte an der Wajda Film School in Warschau, der Schlesischen Universität Katowice der Filmhochschule Łódź und der Universität Gdańsk. Nach drei Kurzfilmen und mehreren Folgen der TV-Serie „Złotopolscy“ erschien ihr erster Langspielfilm „Przejście“.
Die Familie Kobayashi kann endlich aus ihrer winzigen, beengten Wohnung in Tokio in das Haus ihrer Träume am Stadtrand umziehen. Doch die Dinge sind nicht so perfekt, wie sie scheinen: Das Haus ist von Termiten befallen und die Familie beginnt, verrückt zu werden. „Ishiis Film zu sehen ist ein bisschen so, als würde man den Nervenkitzel seiner ersten Begegnung mit Monty Python vor all den Jahren wiederentdecken: schwarzer Humor in seiner bösartigsten (d.h. lustigsten) Form, temporeich wie ein Pendlerexpress und gewürzt mit einer Prise Science-Fiction, die selbst den am meisten gechippten Zuschauer im Unklaren darüber lässt, wohin er, sie oder es geht.“ TIMEOUT „Die schiere Hemmungslosigkeit des Films reicht aus, um das Interesse aufrechtzuerhalten, da man nicht weiß, wie weit er gehen kann (…) unverkennbar ein Film, in dem keine Grenzen gesetzt sind.“ NYTIMES
The Kobayashi family finally are able to move out of their tiny, cramped Tokyo apartment to the suburban house of their dreams. But things are not as perfect as they seem: the house is infested by termites and the family starts going crazy: Son Masaki is studying so obsessively for his exams that he’s losing his mind; daughter Erika is oblivious of all but her forthcoming record company audition, grandfather Yasukuni starts getting World War II flashbacks and father Katsuhiko is so worried about his family’s “sickness” that he thinks can only be cured by group suicide. As the Kobayashis’ house begins to crumble, so does the sanity of its inhabitants. Katsuhiko takes it upon himself to keep them from the asylum…at any cost.
Gagarin erzählt die Geschichte von Youri (Alseni Bathily), der guten Seele einer Nachbarschaft, der an der Idee und an den Erinnerungen eines solidarischen Zusammenlebens festhält, bis es nicht mehr geht. Youri ist der selbsternannte Hausmeister einer 60er Jahre Siedlung in einer Vorstadt von Paris namens Gagarin. Obwohl er und seine Freunde sich größte Mühe geben, können sie nicht verhindern, dass die Stadt beschließt, dass die Siedlung abgerissen werden soll. Nach und nach ziehen alle weg, nur Youri hat für sich beschlossen zu bleiben. Erst mal findet Youri neue Freunde. Das Roma Mädchen Diana (Lyna Khoudri, The French Dispatch) ist fasziniert von seinem Einsiedlertum und der Dealer Dali (Finnegan Oldfield, Corsage) lebt auch noch irgendwo im Gebäudekomplex. Dann aber wird die illegale Siedlung von Dianas Familie von der Stadt aufgelöst. Und auch Dali verschwindet nach eine gewalttätigen Auseinandersetzung mit den Bauarbeitern, die Gagarin versiegeln und für die Sprengung vorbereiten. Als letzter Bewohner lebt Youri in der Siedlung wie in einem Raumschiff. Youri weiß, dass er sich in eine Sackgasse manövriert hat, und dass seine Umgebung immer lebensfeindlicher wird. Aber Youri ist stur, er will seine Mission, wie einen Parabelflug beenden und so arbeitet er an einem Countdown, an dessen Ende die Hochhaussiedlung Gagarin für ihn um Hilfe rufen soll. Leider zählt währenddessen noch ein anderer Countdown von 10 bis 0.
Credits:
FR 2020, 95 Min., franz. OmU Regie: Fanny Liatard, Jérémy Trouilh Kamera: Victor Seguin Schnitt: Daniel Darmon mit Alseni Bathily, Lyna Khoudri, Jamil McCraven, Finnegan Oldfield, Farida Rahouadj, Denis Lavant
Trailer:
Gagarin – Einmal schwerelos und zurück TLR 24p OmU Trailer
Gagarin erzählt die Geschichte von Youri (Alseni Bathily), der guten Seele einer Nachbarschaft, der an der Idee und an den Erinnerungen eines solidarischen Zusammenlebens festhält, bis es nicht mehr geht. Youri ist der selbsternannte Hausmeister einer 60er Jahre Siedlung in einer Vorstadt von Paris namens Gagarin. Obwohl er und seine Freunde sich größte Mühe geben, können sie nicht verhindern, dass die Stadt beschließt, dass die Siedlung abgerissen werden soll. Nach und nach ziehen alle weg, nur Youri hat für sich beschlossen zu bleiben. Erst mal findet Youri neue Freunde. Das Roma Mädchen Diana (Lyna Khoudri, The French Dispatch) ist fasziniert von seinem Einsiedlertum und der Dealer Dali (Finnegan Oldfield, Corsage) lebt auch noch irgendwo im Gebäudekomplex. Dann aber wird die illegale Siedlung von Dianas Familie von der Stadt aufgelöst. Und auch Dali verschwindet nach eine gewalttätigen Auseinandersetzung mit den Bauarbeitern, die Gagarin versiegeln und für die Sprengung vorbereiten. Als letzter Bewohner lebt Youri in der Siedlung wie in einem Raumschiff. Youri weiß, dass er sich in eine Sackgasse manövriert hat, und dass seine Umgebung immer lebensfeindlicher wird. Aber Youri ist stur, er will seine Mission, wie einen Parabelflug beenden und so arbeitet er an einem Countdown, an dessen Ende die Hochhaussiedlung Gagarin für ihn um Hilfe rufen soll. Leider zählt währenddessen noch ein anderer Countdown von 10 bis 0.
Credits:
FR 2020, 95 Min., franz. OmU Regie: Fanny Liatard, Jérémy Trouilh Kamera: Victor Seguin Schnitt: Daniel Darmon mit Alseni Bathily, Lyna Khoudri, Jamil McCraven, Finnegan Oldfield, Farida Rahouadj, Denis Lavant
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Gagarin – Einmal schwerelos und zurück TLR 24p OmU Trailer
Trojan ist ein professioneller Verbrecher, der auf Raubüberfälle spezialisiert ist. Aus dem Gefängnis entlassen, macht er dort weiter, wo er vor seiner Verhaftung aufgehört hatte. Doch muss er jetzt wieder fast von Null anfangen. Seinem ausgeprägten Bedürfnis nach Unabhängigkeit stellen sich zahlreiche Hindernisse in den Weg. Er steht fast ohne Geld da und der Großteil seiner alten Kontakte erweist sich als wenig zuverlässig. Richard Bauer, der Trojan seinen Anteil aus einem früheren Coup schuldet, hat nicht vor ihn auszuzahlen. Stattdessen setzt er seine Leute auf Trojan an, um ihn loszuwerden. Durch die Vermittlung von Dora Hillmann, mit der er nach langer Zeit wieder zusammentrifft, eröffnet sich ihm die Möglichkeit auf einen Geldtransporterüberfall. Als Trojan gemeinsam mit seinem alten Freund Nico die Vorbereitungen für den Job trifft, hängt sich auch der korrupte Polizist Meyer an ihn dran. In einem Geflecht aus Misstrauen, Verrat, Beschattung und Gewalt muss Trojan den Überblick behalten.
Erster Teil der Trojan Trilogie von Thomas Arslan. Der 2. Teil ist Verbrannte Erde
Der Tagesspiegel:Solche Geschichten werden im Kriminalgenre immer wieder erzählt – doch selten so, wie Thomas Arslan es in seinem Film „Im Schatten“ macht. Arslan ist ein eisern konsequenter Regisseur, der seinen kargen, exakten Stil (Berliner Schule!) nicht preisgibt, bloß weil er mal ins Genrekino wechselt. Seine Gangster sind keine coolen Sprücheklopfer wie Tarantinos „Reservoir Dogs“. Sie umgibt nicht die existenzialistische Aura der Helden von Jean-Pierre Melville. Auch die Melancholie und obsessive Getriebenheit, die man aus den Filmen Michael Manns kennt, geht ihnen ab.
Credits:
DE 2010, 85 Min., DF Regie: Thomas Arslan Kamera: Reinhold Vorschneider Schnitt: Bettina Blickwede mit Mišel Matičević, Karoline Eichhorn, Uwe Bohm, Rainer Bock, David Scheller, Peter Kurth
Trojan is released from jail and goes straight back to his profession as a criminal. He gets hold of a weapon and looks out for new jobs. In just a few takes, Thomas Arslan sets up the anonymous world of his gangster protagonist by falling back on motifs and characters from the genre. The backroom of a car workshop, parking lots, furnished apartments. One meets men and women who distrust each other because they are all out to line their own pockets. The setting changes constantly, with surveillance and chase scenes providing a dynamic narrative rhythm. Since crime makes up Trojan’s daily existence, the film concentrates entirely on the technical nature of a life outside the law. The reduced and clear-cut images – shot with a Red camera – highlight the exact sequence of events. Im Schatten is a genre film that focuses consistently on the mechanics and external process of a crime. It develops a sense of great suspense, without burdening its figures with personal stories. Each hand movement has to be right. All of a sudden, the question of whether Trojan will manage to start the getaway car on time becomes a great movie moment.
Credits:
DE 2010, 85 Min., DF Regie: Thomas Arslan Kamera: Reinhold Vorschneider Schnitt: Bettina Blickwede mit Mišel Matičević, Karoline Eichhorn, Uwe Bohm, Rainer Bock, David Scheller, Peter Kurth
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