Kategorie: archiv

  • September & July

    September & July

    Ein Film von Ariane Labed. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Die Schwestern September (Pascale Kann) und July (Mia Tharia) erschei­nen in Kleidern, die an die Zwillinge aus Stanley Kubricks „The Shining“ erin­nern. Ihre Mutter Sheela (Rakhee Thakrar), eine etwas distan­zier­te Fotografin, hält die­se Szene fest. Bereits hier spürt man die beson­de­re Dynamik, die Regisseurin Ariane Labed in ihrem Debüt-Langfilm September Says erforscht. Die Schwestern sind eng ver­bun­den, obwohl sie unter­schied­li­cher kaum sein könn­ten: September ist beschüt­zend und vor­sich­tig, wäh­rend July mit Neugier und Offenheit auf die Welt blickt. Diese unter­schied­li­chen Persönlichkeiten for­dern ihre Mutter, die das Temperament der bei­den oft nur schwer bän­di­gen kann. Als September von der Schule sus­pen­diert wird, beginnt July ihre Unabhängigkeit zu fes­ti­gen – was Spannungen zwi­schen den bei­den Schwestern aus­löst. Die drei Frauen zie­hen sich schließ­lich in ein altes Ferienhaus in Irland zurück, wo sie sich mit einer Reihe sur­rea­ler Erlebnisse kon­fron­tiert sehen.

    September Says“ ent­fal­tet sich durch Labeds kraft­vol­le Bildsprache, die mit einer psy­cho­lo­gisch dich­ten Atmosphäre und einer Prise schwar­zen Humors spielt. Themen wie weib­li­che Selbstbestimmung und die Weitergabe fami­liä­rer Prägungen zie­hen sich durch die Handlung, ohne in eine klas­si­sche Befreiungsgeschichte zu mün­den. Ariane Labed, die als Schauspielerin durch die Greek New Wave bekannt wur­de, beweist hier ihr Talent als Regisseurin, die das Groteske und das Ungewohnte im Alltäglichen auf­spürt. September Says ist eine kraft­vol­le Erkundung weib­li­cher Welten und fei­er­te sei­ne Weltpremiere in Cannes in der Reihe Un Certain Regard.

    Credits:

    September Says
    FR/GR/IE/DE/UK 2023, 96 Min., engl. OmU
    Regie: Ariane Labed

    Kamera: Balthazar Lab
    Schnitt: Bettina Böhler
    mit: Mia Tharia, Pascale Kann, Rakhee Thakrar

    Trailer:
    September Says – Official Clip
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    A film by Ariane Labed. In English with German subtitles.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Sisters July and September are very clo­se, but very dif­fe­rent: September is pro­tec­ti­ve and dis­trustful; July, open and curious. An inci­dent in school forces them to flee to an old holi­day home with their mum, whe­re a series of sur­re­al events cau­se their bond to shift in ways July can­not comprehend.

    Credits:

    September Says
    FR/GR/IE/DE/UK 2023, 96 Min., engl. OmU
    Regie: Ariane Labed

    Kamera: Balthazar Lab
    Schnitt: Bettina Böhler
    mit: Mia Tharia, Pascale Kann, Rakhee Thakrar

    Trailer:
    September Says – Official Clip
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  • Mond

    Mond

    Ein Film von Kurdwin Ayub.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Sarahs Karriere als Mixed-Martial-Arts-Kämpferin geht zu Ende, statt in den Ring zu stei­gen, wird sie zukünf­tig Kinder trai­nie­ren. Ein plötz­li­ches Angebot aus Jordanien, die Töchter einer rei­chen Familie zu unter­rich­ten – MMA sei dort gera­de der letz­te Schrei – hört sich da sehr exo­tisch und ver­füh­re­risch an. Sarah sagt ja und packt ihre Sachen. Dort ange­kom­men, muss sie bald erken­nen, dass die Familie viel rei­cher ist als gedacht, und soviel Einfluss besitzt, dass man ihr im Hotel, wo sie unter­ge­bracht ist, nichts dar­über erzäh­len mag. Außerdem ist unschwer zu erken­nen, dass die drei jun­gen Frauen kein wirk­li­ches Interesse am Sport haben. Viel lie­ber sit­zen sie im Wohnzimmer, lackie­ren sich die Nägel und schau­en Soaps. Dabei ste­hen sie immer unter Aufsicht, auch bei gele­gent­li­chen Shopping-Ausflügen beglei­tet sie ein Bodyguard. Als auf­ge­klär­te Frau aus dem Westen denkt sich Sarah ihren Teil, und als sie gefragt wird, glaubt sie, Nour, Shaima und Fatima hel­fen zu kön­nen und zu müssen.

    Mir war wich­tig, dass das Publikum Sarah folgt und sich die­sel­ben Fragen stellt wie sie. Auch Sarah sieht nie das gan­ze Bild. Trotzdem bleibt die Frage, ob sie soli­da­risch agie­ren soll. Dieser Zweifel soll­te bis zum Ende bestehen. Mich hat dabei die Geschichte von Prinzessin Latifah, der Tochter des Königs von Dubai, inspi­riert. Sie ist mit ihrer fin­ni­schen Capoeira-Lehrerin geflüch­tet. Tatsächlich kam aber nicht die Prinzessin heil davon, son­dern die Europäerin. Das fand ich inter­es­sant und woll­te die­ses Gefühl in Mond wie­der­ge­ben: Wem glaubt man? Was ist wirk­lich pas­siert? Sind mei­ne eige­nen Vorurteile im Weg?” Kurdwin Ayub im ray-Magazin

    Nach Sonne ist dies der zwei­te Teil einer geplan­ten Trilogie der kur­disch-öster­rei­chi­schen Regisseurin Kurdwin Ayub, die dafür beim Filmfestival von Locarno mit dem Spezialpreis der Jury aus­ge­zeich­net wurde.

    Credits:

    AT 2024, 93 Min, deutsch/arabisch/englische OmU
    Regie: Kurdwin Ayub
    Kamera: Klemens Hufnagl,
    Schnitt: Roland Stöttinger,

    mit: Florentina Holzinger, Andria Tayeh, Celina Antwan, Nagham Abu Baker, u.a.

    Trailer:
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    A film by Kurdwin Ayub. In German, Arabic and English with German subtitles.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Kurdwin Ayub elec­trified with her wide­ly-lau­ded fea­ture debut SONNE (2022), depic­ting a Muslim girl’s expe­ri­en­ces gro­wing up in Vienna. She flips the per­spec­ti­ve in MOND, fol­lo­wing an Austrian woman on a work trip to Jordan. In an inspi­red cas­ting choice, cho­reo­grapher and per­for­mance artist Florentina Holzinger plays Sarah, a reti­red mixed mar­ti­al arts figh­ter hired as a per­so­nal trai­ner by a wealt­hy fami­ly in Amman. What initi­al­ly appears like a dream job—swanky hotel, pri­va­te driver—quickly turns troubling. The teenage sis­ters she is sup­po­sed to train show no inte­rest in the sport. Their pala­ti­al home is always deser­ted, apart from the clea­ning staff and seve­ral body­guards, who pat­rol the house as if it were a pri­son. The girls aren’t allo­wed to access the WiFi net­work and seem shut off from the out­side world. When Sarah enqui­res about the iden­ti­ty of her employ­ers at the hotel bar and men­ti­ons their fami­ly name, the pre­vious­ly fri­end­ly bar­man abrupt­ly ends the con­ver­sa­ti­on. While kee­ping the sto­ry in a rea­list regis­ter, Ayub bor­rows tro­pes from the thril­ler and hor­ror gen­res to gene­ra­te moun­ting sus­pen­se and upend the arche­ty­pe of the white saviour, thus for­cing view­ers to con­front their own pre­con­cep­ti­ons. (Giovanni Marchini Camia)

    Credits:

    AU 2024, 93 Min, deutsch/arabisch/englische OmU
    Regie: Kurdwin Ayub
    Kamera: Klemens Hufnagl,
    Schnitt:
    Roland Stöttinger,
    mit: Florentina Holzinger, Andria Tayeh, Celina Antwan, Nagham Abu Baker, u.a.

    Trailer:
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  • Mutiny in Heaven

    Mutiny in Heaven

    Ein Film von Ian White. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Nick Cave ist eine fes­te Größe in der Musik, aber die Band, mit der alles ange­fan­gen hat, ken­nen nur weni­ge. Schade eigent­lich, viel­leicht ändert die­ser Film das ein biss­chen, der sich nicht als Vehikel für bekann­te Musiker ver­steht, die dar­über spre­chen, wie am tolls­ten die­ser oder jener völ­lig unbe­kannt geblie­be­ne Musiker mal war, son­dern als span­nen­der Reisebericht. Fünf Knilche rei­ßen aus Australien aus, um es in London zu etwas zu brin­gen. Ihre Band The boys next door wird dort zur Birthday Party. Das Überleben in der Stadt, wo sie auf engs­tem Raum zusam­men­ho­cken, wäh­rend das weni­ge Geld für Drogen ver­pufft, for­men den bra­chia­len, nack­ten Kreissägensound der Musiker mit, der kaum von den noto­risch mono­to­nen Beats gebän­digt wer­den kann. Dazu erlebt Cave als Sänger die wider­sprüch­li­chen Gefühle einer Achterbahnfahrt durch frem­der Leute Hinterhöfe und bey­ond (Deep in the woods a fun­e­ral is swin­ging). Schließlich schafft es die Band nach West-Berlin und ist zur rich­ti­gen Zeit am rich­ti­gen Ort mit den rich­ti­gen Leuten, freun­det sich hier mit Mitgliedern von Die Haut und den Einstürzenden Neubauten an. Am Sound ändert der Heimathafen in der Fremde nichts, er bleibt schroff, psy­cho­tisch und flext sich krei­schend durchs Gehirn. Deshalb kein Durchbruch oder kom­mer­zi­el­ler Erfolg, die Birthday Party zehrt von der Substanz. Schließlich ist sie aus und der Saal leer­ge­fegt. Aber vor der Tür ste­hen schon die Bad Seeds, Crime and the City Solution und These immor­tal Souls und es geht wei­ter durch Nächte, die mal schö­ner waren als ande­rer Leute Tage.

    Mutiny In Heaven, aus­schließ­lich von Originalmitgliedern der Post-Punk-Band The Birthday Party erzählt, beschreibt, wie Nick Cave und sei­ne Schulfreunde ihr Publikum mit kon­fron­ta­ti­ven Auftritten, gesetz­lo­sem Gothic-Horror und einem anar­chi­schen Lebensstil auf­schreck­ten. Mit nie zuvor gezeig­ten per­sön­li­chen Archivaufnahmen, unver­öf­fent­lich­ten Tracks und Konzertmitschnitten sowie Graphic Novel-Sequenzen des deut­schen Comiczeichners Reinhard Kleist bie­tet Mutiny in Heaven einen mit­rei­ßen­den Sitzplatz in der nicht ganz unge­fähr­li­chen ers­ten Reihe eines der viel­leicht legen­därs­ten Live-Acts der Musikgeschichte.

    Credits:

    AU 2023, 99 Min, engl. OmU
    Regie: Ian White
    Kamera: Craig Johnston
    Schnitt: Aaron J. March
    mit: Phil Calvert, Nick Cave, Mick Harvey, Rowland S. Howard, Tracy Pew

    Trailer:
    MUTINY IN HEAVENNICK CAVES FRÜHE JAHRE | OmU Trailer
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    A film by Ian White. In English with German subtitles.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Formed in Melbourne, Australia in the late 1970s The Birthday Party were one of the most influ­en­ti­al acts of their time. From hum­ble begin­nings in sub­ur­ban Melbourne they grew to com­mand a level of respect around the world which remains undi­mi­nis­hed to this day. Fuelled by the incen­dia­ry rela­ti­onship bet­ween voca­list Nick Cave and gui­ta­rist Rowland S. Howard, The Birthday Party were fre­quent­ly descri­bed as the most dan­ge­rous band in the world.

    Nick Cave – Vocals

    Phill Calvert – Drums

    Mick Harvey – Guitar, Drums

    Rowland S. Howard – Guitar

    Tracy Pew – Bass

    Having emer­ged from the ashes of Cave and Harvey’s first punk-pop band, The Boys Next Door and mor­phed into The Birthday Party, they quick­ly rose to beco­me one of the most lau­ded post-punk bands in the coun­try. Motivated, ambi­tious and riding high on their suc­cess, the group deci­ded to relo­ca­te to London – whe­re a total­ly dif­fe­rent rea­li­ty awai­ted them. Scorned by the British music press and unable to obtain more than a handful of gigs, the band’s for­tu­nes col­lap­sed as they fro­ze and star­ved in a series of ever more squ­al­id bed­sits and squats.

    Credits:

    AU 2023, 99 Min, engl. OmU
    Regie: Ian White
    Kamera: Craig Johnston
    Schnitt: Aaron J. March
    mit: Phil Calvert, Nick Cave, Mick Harvey, Rowland S. Howard, Tracy Pew

    Trailer:
    MUTINY IN HEAVENNICK CAVES FRÜHE JAHRE | OmU Trailer
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  • Die Unerwünschten

    Die Unerwünschten

    Ein Film von Ladj Ly.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Der Film beginnt mit einem rich­ti­gen Knall: genau dann, als er auf den Knopf zur Sprengung eines Wohnblocks drückt, und die­ser mit einer Wolke aus Steinstaub in die Knie geht, erlei­det der Bürgermeister des Quartiers einen Herzinfarkt. Interims-Nachfolger wird Pierre, ein büro­kra­ti­scher Kinderarzt, dem zu der Gegend und den Problemen der Bewohner des poli­tisch unge­lieb­ten Viertels nur wenig mehr ein­fällt, als hart durch­zu­grei­fen. Zunächst mehr aus Überforderung und auf Druck, nimmt er den erst­bes­ten Vorfall zum Anlass, einen Komplex sofort kom­plett eva­ku­ie­ren zu las­sen, und die Bewohner:innen auf die Straße zu set­zen, und das im Dezember. Als Pierre offi­zi­ell zur Wahl auf­ge­stellt wird, beschließt die jun­ge Haby, die als Praktikantin im Archiv des Rathauses arbei­tet und im Viertel wohnt, gegen ihn zu kan­di­die­ren. In ihrer Umgebung gibt es aber auch eini­ge, die nicht mehr an eine Verbesserung ihrer Situation mit lega­len und demo­kra­ti­schen Mitteln glau­ben.
    In sei­nem auf­se­hen­er­re­gen­dem Spielfilm Die Wütenden – Les Misérables war Ladj Ly auch schon in einer Banlieue unter­wegs. Dort auf­ge­wach­sen, kennt er, was er zeigt, und klagt an, was er dort sieht und erlebt. In Die Unerwünschten – Les Indesirables ist weni­ger radi­kal als sein Debüt, aber eben­so enga­giert und wütend. Seine fil­misch umge­setz­ten Beobachtungen sind prä­zi­se, und trotz der klar ver­teil­ten Sympathien ver­fällt er nicht in ein rei­nes Gut-Böse-Schema.
    „Ly insze­niert das Chaos mit Präzision; er sorgt dafür, dass man die Wut spürt, die sich durch die Gemeinschaft zieht, unter­malt sie aber oft mit ruhi­ger Musik und ver­bringt Zeit in den Sitzungssälen, wo die Gewalt im Stillen aus­ge­übt wird, mit Papier und Stiften. Der Film kocht vor Wut dar­über, wie die Hebel der Macht zur Unterdrückung ein­ge­setzt wer­den, aber er ist auch ein Prozessfilm, der die Situation nicht aus­reizt und rela­tiv ruhig bleibt, bis die die Wut schließ­lich über­kocht.“ The Wrap

    Credits:

    Bâtiment 5 / Les Indésirables
    FR 2023, 106 Min., frz. OmU
    Regie:
    Ladj Ly
    Kamera: Julien Poupard
    Schnitt: Flora Volpelière
    mit: Anta Diaw, Alexis Manenti, Aristote Luyindula, Steve Tientcheu, Aurélia Petit

    Trailer:
    BÂTIMENT 5 (Official Trailer, OV/d)
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    A film by Ladj Ly. In French with German subtitles.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    When the mayor of a Paris sub­urb dies, Pierre, a doc­tor, agrees to fill the posi­ti­on. He intends to con­ti­nue the xeno­pho­bic poli­ci­es of his pre­de­ces­sor, who aimed to rede­ve­lop the­se pover­ty-stri­cken immi­grant neigh­bor­hoods. But Haby, an acti­vist resi­dent of immi­grant heri­ta­ge, refu­ses to be dri­ven out and mounts an escala­ting batt­le for the office.

    Credits:

    Bâtiment 5 / Les Indésirables
    FR 2023, 106 Min., frz. OmU
    Regie:
    Ladj Ly
    Kamera: Julien Poupard
    Schnitt: Flora Volpelière
    mit: Anta Diaw, Alexis Manenti, Aristote Luyindula, Steve Tientcheu, Aurélia Petit

    Trailer:
    BÂTIMENT 5 (Official Trailer, OV/d)
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  • Flow

    Flow

    Ein Film von Gints Zilbalodis. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Gerade noch im üppi­gen Grün des Waldes her­um­ge­streift, hat sich die Katze im Haus gemüt­lich zum Schlafen ein­ge­rollt, als sie ein sich nähern­des Rumoren wahr­nimmt – eine rie­si­ge Wasserwelle flu­tet das Land. Unsere Heldin kann sich knapp auf ein vor­bei­schwim­men­des Segelboot ret­ten. Nun glei­tet sie dahin über das Meer, durch Urwälder, an spit­zen Bergkegeln vor­bei, die aus dem Wasser ragen, an Städten, die wie unwirk­li­che rie­si­ge Paläste aus­se­hen, stets ange­spannt auf­merk­sam, mit einer Mischung aus Neugierde und Furcht.
    Genau wie Gints Zilbalodis, der hier erst­mals mit einem grö­ße­ren Team arbei­tet, muss sich die klei­ne schwar­ze Katze, die bis­her allei­ne leb­te, auf Kooperation ein­stel­len. Mit an Bord kom­men näm­lich eben­falls unfrei­wil­lig ein ver­spiel­ter und gei­zi­ger Lemur, ein schläf­ri­ges Wasserschwein, der immer freund­li­che Golden Retriever, und der ver­letz­te, hilfs­be­rei­te Sekretär. Zum Überleben der Katastrophe müs­sen die fünf sich zusam­men­rau­fen, denn stets und über­all lau­ert Gefahr.
    Das groß­ar­ti­ge an Flow ist, dass die­se Crew nicht ver­mensch­licht wird. Alle behal­ten ihre tie­ri­schen Eigenarten, die sie aller­dings auf der Fahrt modi­fi­zie­ren müs­sen. Die Katze wird muti­ger, der Hund vor­sich­ti­ger, der Lemur lernt zu tei­len, der ver­sto­ße­ne Sekretär über­nimmt die Führung. Nur das Wasserschwein bleibt phleg­ma­tisch wie eh und je.
    Flow ist ver­träumt, episch, bedroh­lich und wun­der­schön. Das Beste von allem ist, dass die Tiere Tiere sind, wort­los und haupt­säch­lich mit ihrer eige­nen Sicherheit und ihrer nächs­ten Mahlzeit beschäf­tigt. Dennoch sind sie gezwun­gen, mit­ein­an­der aus­zu­kom­men, und sie wer­den zu mehr als der Summe ihrer pel­zi­gen und gefie­der­ten Teile. … Der Regisseur die­ser magi­schen Fabel ist Gints Zilbalodis, ein 30-jäh­ri­ger let­ti­scher Animator. Möge Hollywood ihn nie­mals mit Angeboten für Reichtum und Fortsetzungen umwer­ben …“ Ty Burr | Washington Post

    Oscar für den bes­ten Animationsfilm 2025

    Credits:

    LV/FR/BE 2023, 84 Min., ohne Dialog
    Regie: Gints Zilbalodis

    Kamera: Léo Silly Pélissier
    Schnitt: Gints Zilbalodis

    Trailer:
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    A film by Gints Zilbalodis. Starts March 6th at the fsk. Without dialogues.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    The world seems to be coming to an end, tee­ming with the ves­ti­ges of a human pre­sence. Cat is a soli­ta­ry ani­mal, but as its home is devas­ta­ted by a gre­at flood, he finds refu­ge on a boat popu­la­ted by various spe­ci­es, and will have to team up with them despi­te their dif­fe­ren­ces. In the lone­so­me boat sai­ling through mys­ti­cal over­flowed land­scapes, they navi­ga­te the chal­lenges and dan­gers of adap­ting to this new world.

    Credits:

    LV/FR/BE 2023, 84 Min., ohne Dialog
    Regie: Gints Zilbalodis

    Kamera: Léo Silly Pélissier
    Schnitt: Gints Zilbalodis

    Trailer:
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  • Die Schattenjäger

    Die Schattenjäger

    Ein Film von Jonathan Millet.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Der ers­te Spielfilm des Dokumentarfilmers Jonathan Millet kommt als fik­ti­ver Thriller daher, vir­tu­os erzählt, genau recher­chiert grün­det er auf rea­len Begebenheiten. Er ist aber viel mehr: das Soziogramm eines höchst trau­ma­ti­sier­ten Mannes, in dem die Fragen Obsession und Wahrheit, Selbstjustiz oder Rechtsstaatlichkeit und die Verschränkung von Vergangenheit und Gegenwart ver­han­delt werden.

    Hamid ist ein Überlebender des syri­schen Militärgefängnisses Saidnaya, es gelang ihm zu ent­kom­men und Europa zu errei­chen. Während sein Asylverfahren läuft, schließt er sich der gehei­men Yaqaza-Zelle an, einem Untergrundnetzwerk aus Zivilisten, das flüch­ti­ge Kriegsverbrecher des syri­schen Regimes auf­spürt und ver­folgt. In einem Kommilitonen an der Uni in Straßbourg glaubt er sei­nen frü­he­ren Folterer zu erken­nen. Von sei­nem Peiniger kennt er nur die Stimme und den Geruch, und muss sich daher allein auf sei­ne Intuition ver­las­sen. Die Mitglieder sei­ner gehei­men Gruppe mah­nen ihn zur Vorsicht, sie wäh­nen den Gesuchten an ande­ren Orten, und er folg­te schon ein­mal einer fal­schen Fährte.

    Es ist ein Schattendasein, das Hamid führt, ein fra­gi­les Dasein in der Fremde. Er kann nie­man­dem ver­trau­en, lebt unter fal­schem Namen, ohne Freunde, und folgt nur einem ein­zi­gen Ziel.

    Jonathan Millet schafft in sei­nem … ers­ten Spielfilm eine Atmosphäre der tie­fen Trauer, erzählt das Allgemeine im Persönlichen, deu­tet den gro­ßen his­to­ri­schen und auch per­sön­li­chen Überbau nur an. Ihm gelingt ein emo­tio­na­ler Blickwinkel, weil er stets ganz dicht an sei­nem Protagonisten dran ist. Adam Bessa spielt ihn mit berüh­ren­der Intensität und ste­ti­ger inne­rer Anspannung.“Britta Schmeis | epd-Film

    Credits:

    Les Fantômes FR 2024, 106 Min., Arab., Frz. OmU
    Regie: Jonathan Millet
    Kamera: Olivier Boonjing
    Schnitt: Laurent Sénéchal
    mit: Adam Bessa, Tawfeek Barhom, Julia Franz Richter, Hala Rajab, Safiqa El Till

    Trailer:
    Die Schattenjäger (Ghost Trail) Trailer Original mit dt. UT
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    A film by Jonathan Millet. In Arabic and French with German subtitles.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Hamid, is part of a secret group pur­suing the Syrian regime’s fugi­ti­ve lea­ders. His mis­si­on takes him to France, on the trail of his for­mer tor­tu­rer whom he must con­front. Based on true events.

    Credits:

    Les Fantômes FR 2024, 106 Min., Arab., Frz. OmU
    Regie: Jonathan Millet
    Kamera: Olivier Boonjing
    Schnitt: Laurent Sénéchal
    mit: Adam Bessa, Tawfeek Barhom, Julia Franz Richter, Hala Rajab, Safiqa El Till 

    Trailer:
    Die Schattenjäger (Ghost Trail) Trailer Original mit dt. UT
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  • Bird

    Bird

    Ein Film von Andrea Arnold.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Wer die Filme von Andrea Arnold kennt, weiß, dass sie ihre Figuren liebt.
    Die trau­ern­de CCTV-Sicherheitsbeamtin in Red Road eben­so wie die Jugendlichen der Drückerkolonne in American Honey, die Hip-Hop-Tänzerin Mia in Fish Tank, Catherine und Heathcliff in Wuthering Heights – gleich wie rau, unge­ho­belt oder pro­ble­ma­tisch sie sich ver­hal­ten, immer lässt sie ihnen ihr Leben, nie wür­de sie jeman­den davon vor­füh­ren. Auch Luma, der rea­len Kuh aus Cow, bringt sie vol­len Respekt ent­ge­gen. In Bird beglei­ten wir die 12-jäh­ri­ge Bailey, die zusam­men mit dem Halbbruder bei ihrem durch­ge­knall­ten, viel zu jun­gen Vater Bug in einem her­un­ter­ge­kom­me­nen Wohnblock lebt, und schwer genervt von ihrer Umgebung ist. Dem plötz­lich auf­tau­chen­den Bird, einer merk­wür­di­gen Erscheinung auf der Suche nach sei­ner Familienvergangenheit, begeg­net sie zuerst auch miss­trau­isch und abwei­send. Bald aber wird der melan­cho­li­sche Fremde eine Art Vertrauter für sie, und manch­mal scheint Bailey dann eine ande­re Welt zu betre­ten.
    „Schon in frü­he­ren Filmen hat die Regisseurin Andrea Arnold jun­ge Protagonist:innen in den Fokus genom­men und dabei mit kla­rem, durch­aus auch oft har­tem Blick für bit­te­re sozia­le Realitäten. Zum auf Authentizität set­zen­den Realismus der Britin gesellt sich die­ses Mal durch den von Franz Rogowski irgend­wo zwi­schen naiv und ver­lo­ren ange­leg­ten Titelhelden ein erfreu­li­cher­wei­se nicht zu dick auf­ge­tra­ge­ner magi­scher Realismus. Das kennt man von Arnold sonst so gar nicht, geht hier aber bes­tens auf.
    Mit der Hauptdarstellerin Nykiya Adams gelingt der Regisseurin aber­mals eine ech­te Entdeckung, und nicht zuletzt eine Vielzahl von Tieren – von einer Halluzinogene abson­dern­den Kröte über Pferde und einen Fuchs bis hin zu einem beson­ders bedeu­tungs­vol­len Raben – ver­leiht Bird einen ganz eige­nen Touch. Vor allem aber ist der Film eine erfreu­lich sen­si­ble, ein­falls­rei­che und wie immer bei Arnold auch musi­ka­lisch prä­gnan­te Variante des sonst hin­läng­lich abge­gras­ten Coming of Age-Genres.“ Patrick Heidmann | Cineman

    Credits:

    GB 2023, 119 Min., engl. OmU,
    Regie: Andrea Arnold
    Kamera: Robbie Ryan
    Schnitt: Joe Bini
    mit: Barry Keoghan, Franz Rogowski, Nykiya Adams, Jason Edward Buda, Jasmine Jobson, James Nelson-Joyce
    Kayleigh Frankie Box

    Trailer:
    BIRD l Deutscher OmU Trailer
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    A film by Andrea Arnold. In English with German subtitles.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    12 year old Bailey lives with her sin­gle dad Bug and brot­her Hunter in a squat in North Kent. Bug doesn’t have much time for his kids and Bailey who is approa­ching puber­ty seeks atten­ti­on and adven­ture elsewhere.

    Credits:

    GB 2023, 119 Min., engl. OmU,
    Regie: Andrea Arnold
    Kamera: Robbie Ryan
    Schnitt: Joe Bini
    mit: Barry Keoghan, Franz Rogowski, Nykiya Adams, Jason Edward Buda, Jasmine Jobson, James Nelson-Joyce
    Kayleigh Frankie Box

    Trailer:
    BIRD l Deutscher OmU Trailer
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  • filmPOLSKA reloaded – Polish Prayers – Das rechte Leben

    filmPOLSKA reloaded – Polish Prayers – Das rechte Leben

    [Tickets]

    OT: Prawy chlopak
    Dok, PL/CH 2023, R: Hanna Nobis, 85 min, OmdU, am 27.1. um 18 Uhr
    Einführung: Christoph Thun (Polnisches Institut Berlin)

    Antek wirkt noch recht unsi­cher, aber im Kreis sei­ner erz­kon­ser­va­ti­ven Bruderschaft fühlt er sich stark. Ihre Werte wie Männlichkeit, Katholizismus und ein tra­di­tio­nel­les Familienbild geben ihm Sicherheit und wenn er mit sei­nen Kumpels gemein­sam gegen LGBTQ+-Demos pro­tes­tiert, ist er als Vorsänger ganz in sei­nem Element. Erst durch eine fes­te Freundin lernt er ande­re Sichtweisen ken­nen – dass man nicht zwin­gend einen Gott braucht, um ein recht­schaf­fe­ner Mensch zu sein, dass man tole­rant gegen­über ande­ren Lebensstilen sein kann und dass Sex vor der Ehe viel­leicht doch nicht unwei­ger­lich in die ewi­ge Verdammnis führt.

    Über einen lan­gen Zeitraum beglei­tet die Regisseurin ihren Protagonisten und doku­men­tiert dabei eine erstaun­li­che Entwicklung. Nicht nur, dass der hage­re, from­me jun­ge Mann auf ein­mal Meditation, Drogen und Bodybuilding für sich ent­deckt. Auch sei­ne Sicht auf die Welt und nicht zuletzt auf sich selbst durch­läuft eine grund­le­gen­de Metamorphose. Aber wie kom­pa­ti­bel ist die­ser neue Antek noch mit sei­nem sozia­len Umfeld, das nach wie vor flei­ßig betet und ein Kind nach dem ande­ren in die Welt setzt?

    Hanna Nobis erzählt eine Geschichte mit über­ra­schen­den Wendungen, die man unmög­lich in einem Drehbuch vor­aus­pla­nen kann. Die Kamera bleibt dabei stets nah an ihrem Beobachtungsgegenstand und wird für ihre Geduld belohnt: Der Film hält immer wie­der inti­me Momente von berü­cken­der Authentizität fest, wie sie im Dokumentarfilm sel­ten sind.

    B: Hanna Nobis & Esther van Messel
    K: Miłosz Kasiura
    S: Bigna Tomschin
    M: Marcel Vaid

    Zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus.

    Veranstalter: Polnisches Institut Berlin in Kooperation mit dem fsk Kino

    Polish Prayers | OFFICIAL TRAILER | A film by Hanka Nobis

    [Tickets]

    OT: Prawy chlopak
    Dok, PL/CH 2023, R: Hanna Nobis, 85 min, OmdU

    Antek wirkt noch recht unsi­cher, aber im Kreis sei­ner erz­kon­ser­va­ti­ven Bruderschaft fühlt er sich stark. Ihre Werte wie Männlichkeit, Katholizismus und ein tra­di­tio­nel­les Familienbild geben ihm Sicherheit und wenn er mit sei­nen Kumpels gemein­sam gegen LGBTQ+-Demos pro­tes­tiert, ist er als Vorsänger ganz in sei­nem Element. Erst durch eine fes­te Freundin lernt er ande­re Sichtweisen ken­nen – dass man nicht zwin­gend einen Gott braucht, um ein recht­schaf­fe­ner Mensch zu sein, dass man tole­rant gegen­über ande­ren Lebensstilen sein kann und dass Sex vor der Ehe viel­leicht doch nicht unwei­ger­lich in die ewi­ge Verdammnis führt.

    Über einen lan­gen Zeitraum beglei­tet die Regisseurin ihren Protagonisten und doku­men­tiert dabei eine erstaun­li­che Entwicklung. Nicht nur, dass der hage­re, from­me jun­ge Mann auf ein­mal Meditation, Drogen und Bodybuilding für sich ent­deckt. Auch sei­ne Sicht auf die Welt und nicht zuletzt auf sich selbst durch­läuft eine grund­le­gen­de Metamorphose. Aber wie kom­pa­ti­bel ist die­ser neue Antek noch mit sei­nem sozia­len Umfeld, das nach wie vor flei­ßig betet und ein Kind nach dem ande­ren in die Welt setzt?

    Hanna Nobis erzählt eine Geschichte mit über­ra­schen­den Wendungen, die man unmög­lich in einem Drehbuch vor­aus­pla­nen kann. Die Kamera bleibt dabei stets nah an ihrem Beobachtungsgegenstand und wird für ihre Geduld belohnt: Der Film hält immer wie­der inti­me Momente von berü­cken­der Authentizität fest, wie sie im Dokumentarfilm sel­ten sind.

    B: Hanna Nobis & Esther van Messel
    K: Miłosz Kasiura
    S: Bigna Tomschin
    M: Marcel Vaid

    Veranstalter: Polnisches Institut Berlin in Kooperation mit dem fsk Kino

    Polish Prayers | OFFICIAL TRAILER | A film by Hanka Nobis
  • The Village next to Paradise

    The Village next to Paradise

    Ein Film von Mo Harawe.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Der Eröffnungsfilm des letz­ten Afrikamera-Filmfestivals hat vie­le über­ra­schen­de Aspekte, ohne Wundertüte zu sein. Trotz Bürgerkrieg und pre­kä­rem Leben im Postkolonialismus geht es ruhig zu, die Sprache ist ein­fach und der Ton lako­nisch. Die drei Mitglieder einer unfrei­wil­li­gen Patchworkfamilie im Dorf Paradise in Somalia haben ihre eige­nen Sorgen. Mamargades Job als tra­di­tio­nel­ler Leichenbestatter wird bald von Maschinen über­nom­men, sei­ne Schwester Araweelo lebt in Scheidung und muss sich neu ori­en­tie­ren, und Ziehsohn Cigaal wird wegen Lehrermangels aufs Internat geschickt, was er nicht will, und wofür auch eigent­lich kein Geld da ist.
    Der soma­lisch-öster­rei­chi­sche Drehbuchautor und Regisseur Mo Harawe lie­fert mit sei­nem Debütfilm einen sel­te­nen Einblick in ein Land, das kaum je auf der gro­ßen Leinwand zu sehen ist.
    „Doch trotz der zahl­rei­chen per­sön­li­chen Rückschläge, die Harawe fast neben­bei in einen grö­ße­ren, poli­ti­schen Kontext ein­bet­tet, ist The Village Next to Paradise kei­ne Leidenspassion. Bild und Ton stre­ben dem ent­ge­gen: Die Primärfarben leuch­ten vor dem san­di­gen Hintergrund, Musik wird in Form von Liedern aus der Region sehr gezielt ein­ge­setzt. … Weltkino im bes­ten Sinn. Harawe gibt Einblicke in das Leben in einer Gegend, das so bis­lang kaum zu sehen war. Das gelingt ihm ohne Ausstellen von Fremdheit, Elend oder Sentimentalität. Fast sind sei­ne Charaktere zu resi­li­ent für das Leben in einer Wirklichkeit, in der eine Frau Worte sagen kann wie: ‚Es hat kei­nen Sinn, Kinder zu bekom­men. Sie haben kei­ne Zukunft und ster­ben jung.‘“
    Valerie Dirk, Der Standard

    ​THE VILLAGE NEXT TO PARADISE ist der ers­te soma­li­sche Film, der jemals in der pres­ti­ge­träch­ti­gen Sektion „Un Certain Regard“ in Cannes gezeigt wurde.

    Credits:

    DE/FR/AU/SO 2024, 133 Min., Somali OmU
    Regie: Mo Harawe
    Kamera: Mostafa El Kashef
    Schnitt: Joana Scrinzi, aea
    mit
    Ahmed Ali Farah, Anab Ahmed Ibrahim, Ahmed Mohamud Saleban

    Trailer
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  • Noch bin ich nicht, wer ich sein möchte

    Noch bin ich nicht, wer ich sein möchte

    Ein Film von Klára Tasovská. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Ein Fotofilm, mon­tiert aus tau­sen­den Aufnahmen der Fotografin Libuše Jarcovjáková, unter­legt mit Texten aus ihren Tagebüchern. Das Kaleidoskop eines erfüll­ten Lebens, hart und uner­bitt­lich abge­run­gen und erkämpft, was mög­lich schien. Ohne sich zu scho­nen, um aus dem Vollen schöp­fen zu kön­nen. All das ist in den schwarz/weißen Momentaufnahmen greif­bar und spür­bar.
    Dem Grau des real exis­tie­ren­den Sozialismus und der Depression nach der Niederschlagung des Prager Frühlings ent­flieht die Fotografin in die Ritzen, die es damals zumin­dest in Prag gab. Weil ihre Eltern als unzu­ver­läs­sig gal­ten, wur­de Libuše Jarcovjáková lan­ge das Studium an der Kunstschule ver­sperrt, sie muss­te sich erst als Arbeiterin bewäh­ren. Schichten in einer Druckerei, dort arbeiten/saufen/schlafen. In Kneipen leben, lan­ge in der ein­zi­gen Schwulenbar am Ort. Sprachkurse für viet­na­me­si­sche Vertragsarbeiter, nackig daheim mit Freunden und noch ein paar Gläser mehr. Die Kamera erlebt alles mit, sach­lich, neu­tral und grob­kör­nig. Durch einen Zufall kommt sie nach Japan und wird Modefotografin, denn das Leben schreibt die schlech­tes­ten Drehbücher. Dabei wird sicht­bar, über welch viel­sei­ti­ges Repertoire sie ver­fügt. Aber geleck­te Modeaufnahmen lie­gen ihr eben nicht und sie fährt zurück. Zu Prag und Tokio gesellt sich schließ­lich West-Berlin, der sur­rea­le Ort, der von Oktober bis April aus­schließ­lich in Grautönen exis­tier­te. Libuše Jarcovjáková arbei­tet hier u.a. als Zimmermädchen, denn als Künstlerin ent­deckt und aner­kannt wird sie erst sehr spät. Noch bin ich nicht… ist ein wil­der Bilderrausch aus der Untersicht, vol­ler Empathie für die, die im Spiegelreflex strah­len.
    In wel­cher Welt lebe ich? Wer bin ich? Wie möch­te ich leben? Aus Libuše Jarcovjákovás Werk von zehn­tau­sen­den Negativen und dut­zen­den Tagebüchern hat die tsche­chi­sche Regisseurin Klára Tasovská einen poe­ti­schen Filmessay mon­tiert. Noch bin ich nicht, wer ich sein möch­te erzählt von einem beson­de­ren Künstlerinnenleben und einer bewe­gen­den Reise in die Freiheit, die sich über sechs Jahrzehnte spannt und von der sowje­tisch „nor­ma­li­sier­ten“ ČSSR der spä­ten 1960er und frü­hen 70er über das Ost-Berlin der 80er bis ins Prag nach dem Fall des Eisernen Vorhangs und von heu­te führt.

    Credits:

    Ještě nej­sem, kým chci být
    CZ/SK/AU 2024, 90 Min., tsche­chi­sche Originalfassung mit deut­schen Untertiteln
    Regie:
    Klára Tasovská
    Schnitt: Alexander Kashcheev

    Trailer:
    NOCH BIN ICH NICHT, WER ICH SEIN MÖCHTE Trailer Deutsch | German [HD]

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    A film by Klára Tasovská. In Czech with German subtitles.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Libuše Jarcovjáková docu­ments her life with ana­lo­gue pho­tos and dia­ry ent­ries. Her Czechoslovakian home­land is in the repres­si­ve pha­se of “nor­ma­li­sa­ti­on” after the sup­pres­si­on of the Prague Spring in 1968. The young pho­to­grapher sear­ches for islands of free­dom in Prague as well as her sexu­al iden­ti­ty; her came­ra is her con­stant com­pa­n­ion. One of the­se islands is the T‑Club, a mee­ting place for the que­er sce­ne. When a mur­der is com­mit­ted and the poli­ce beco­me inte­res­ted in Libuše’s pho­tos from the club, her per­so­nal jour­ney of eman­ci­pa­ti­on is abrupt­ly cut short. She enters into a mar­ria­ge of con­ve­ni­ence and moves to West Berlin. But this new world is also fil­led with obs­ta­cles. Using the last of her money, she flies to Tokyo and, for a short time, beco­mes a sought-after fashion pho­to­grapher the­re. Continuing to search for the life she wants to live, Libuše’s path leads her back to Prague via Berlin after the fall of the Iron Curtain. Using only pho­to­graphs and the dia­ry ent­ries she reads out hers­elf, the artist – tog­e­ther with the film­ma­ker – inti­m­ate­ly rela­tes her search for iden­ti­ty, ever­y­day strug­gles, phy­si­cal­i­ty, rela­ti­onships and emotions

    Credits:

    Ještě nej­sem, kým chci být
    CZ/SK/AU 2024, 90 Min., tsche­chi­sche Originalfassung mit deut­schen Untertiteln
    Regie:
    Klára Tasovská
    Schnitt: Alexander Kashcheev

    Trailer:
    NOCH BIN ICH NICHT, WER ICH SEIN MÖCHTE Trailer Deutsch | German [HD]

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