Kategorie: archiv

  • Tommaso und der Tanz der Geister

    Tommaso und der Tanz der Geister

    Ein Film von Abel Ferrara.

    [Credits] [Termine] [Trailer]

    Tommaso (Willem Dafoe) ist ame­ri­ka­ni­scher Regisseur, der seit län­ge­rem in Rom lebt. Zusammen mit sei­ner deut­lich jün­ge­ren Frau Nikki (Cristina Chiriac) und der gemein­sa­men klei­nen Tochter Deedee (Anna Ferrara) lebt er in einem geräu­mi­gen Apartment in der ewi­gen Stadt und ver­sucht, Projekte voranzubringen.

    Ein auf­wän­di­ger Film, der in den Eiswüsten Sibiriens gedreht wer­den soll, macht ihm zu schaf­fen, die Geldgeber stel­len sich quer, doch dies ist nicht Tomasso ein­zi­ges Problem. Das geord­ne­te Leben mit Frau und Kind, die täg­li­chen, sich stets wie­der­ho­len­den Besorgungen lang­wei­len ihn zuneh­mend, die Routine des Familienlebens, das er nie anstreb­te, das ihm jedoch dabei gehol­fen hat, sei­ne Heroinsucht zu überwinden.

    Fast täg­lich nimmt Tommaso den­noch an Sitzungen teil, spricht über sei­ne Dämonen und hört die Geschichten ande­rer Suchtkranker. Eigentlich hat­te er geglaubt, sei­ne Sucht unter Kontrolle zu haben, doch immer häu­fi­ger scheint er sich und sei­ne Wahrnehmung der Realität nicht mehr unter Kontrolle zu haben.

    Man muss nicht unbe­dingt wis­sen, dass Abel Ferrara seit Jahren selbst in Rom lebt, dass er mit sei­ner Hauptdarstellerin Cristina Chriac ver­hei­ra­tet ist oder dass die Wohnung, in der Tomasso mit sei­ner Familie lebt, tat­säch­lich Ferraras Wohnung ist. Unzweifelhaft ist Abel Ferraras ers­ter Spielfilm seit 2014 also auto­bio­gra­phisch, spielt Ferraras guter Freund Willem Dafoe hier also eine Variante des Regisseurs, doch wenn das alles wäre, wäre „Tomasso“ nur halb so interessant.

    Manche Szenen muten zwar wie eine all­zu selbst­ver­lieb­te Nabelschau an; dass Tommaso im Zuge der Geschichte immer wie­der schö­nen, nack­ten, meist sehr wil­li­gen Frauen begeg­net, lässt den Film des inzwi­schen 68jährigen Ferraras arg alt­mo­disch wir­ken. Fast immer gelingt es Ferrara und Dafoe jedoch, ein ein­dring­li­ches Porträt eines Künstlers zu ent­wi­ckeln, der glaub­te, sei­nen Dämonen ent­kom­men zu sein und doch immer wie­der aufs Neue von ihnen ein­ge­holt wird.

    Gefilmt von Werner Herzogs Stammkameramann Peter Zeitlinger, der viel Erfahrung mit schnel­lem Arbeiten hat, mit dem Einfangen von glei­cher­ma­ßen authen­ti­schen, wie sti­li­sier­ten Bildern, bewegt sich „Tommaso“ auf einem frucht­ba­ren Grat zwi­schen Fakt und Fiktion. Wenn Tomassos Dafoe etwa bei den Sitzungen der Suchtkranken die Geschichten ande­rer Menschen hört, dann sind das nicht etwa fik­ti­ve Geschichten, son­dern tat­säch­li­che Erlebnisse. Wenn Tomasso jun­gen Schauspieler bei einem Workshop Ratschläge gibt, dann hört man das, was auch Dafoe stets über sei­nen schau­spie­le­ri­schen Ansatz sagt. Und wenn Ferrara sei­nen Tomasso am Ende des Films mit­ten in Rom ans Kreuz hängt, muss man ange­sichts der Präsenz von Dafoe unwei­ger­lich an des­sen berühm­tes­ten Film „Die letz­te Versuchung Christi“ denken.

    Aus all die­sen Versatzstücken, Zitaten und Referenzen, dem per­sön­li­chen Wissen um den krea­ti­ven Prozess, die Extreme, die er braucht, die Routine, die ihn lähmt, den all­täg­li­chen Beobachtungen und zufäl­li­gen Begegnungen, die in die fil­mi­sche Geschichte ein­ge­fügt wur­den, for­men Ferrara und Dafoe das ein­dring­li­che Porträt eines Künstlers, der mit vie­lem kämpft, vor allem jedoch sich selbst.

    Michael Meyns | programmkino.de

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    Credits:

    US/IT/GB 2019, 119 Min., engl. OmU
    Regie & Buch: Abel Ferrara
    Kamera: Peter Zeitlinger
    Schnitt: Fabio Nunziata 
    mit: Willem Dafoe, Cristina Chiriac, Anna Ferrara, Kim Rossi Stewart

    Termine:

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    Trailer:

     

     A film by Abel Ferrara.

    [Credits] [Termine] [Trailer]

    Their rela­ti­onship is in turm­oil and Tommaso must come to terms with his wife’s desi­re to chan­ge the rules of their mar­ria­ge. This chan­ge bet­ween Tommaso and his wife is set against his simp­le day to day life in Rome; as a stu­dent taking Italian clas­ses, as a tea­cher working with young acting stu­dents, his dealings with the local mar­kets and bars, and most important­ly his rela­ti­onship and the pure love he feels for his young daugh­ter and she for him.

    His artis­tic tem­per howe­ver brings ano­ther dyna­mic to the lm. There is the world and the world that exists in Tomasso’s ima­gi­na­ti­on, which espe­ci­al­ly con­cerns and impacts Nikki and the other women in his sphe­re of in uence. He is a bud­dhist with acti­ve visi­ons of the pas­si­on of the Christ as well as an ex-addict and alco­ho­lic in acti­ve reco­very, all in a city he calls home but is still for­eign with the lan­guage and his abili­ty to com­mu­ni­ca­te a strugg­le. The dra­ma builds from this idea of rea­li­ty and ima­gi­na­ti­on, and resol­ves in the dis­co­very of what he and Nikki real­ly want, need from and are capa­ble of giving each other and their family.

     

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    Credits:

    US/IT/GB 2019, 119 Min., engl. OmU
    Regie & Buch: Abel Ferrara
    Kamera: Peter Zeitlinger
    Schnitt: Fabio Nunziata 
    mit: Willem Dafoe, Cristina Chiriac, Anna Ferrara, Kim Rossi Stewart

    Termine:

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    Trailer:

     

     

  • Varda par Agnès

    Varda par Agnès

    Ein Film von Agnès Varda.

    [Credits] [Termine] [Trailer]

    Es ist ein Glück, den letz­ten Film von Agnès Varda im Kino sehen zu dür­fen! Sie sitzt dar­in im Theater, vor ihrem Publikum und hält Rückschau auf ein wahr­haft beweg­tes Leben und erzählt dar­über anhand ihrer Filme. Daraus ent­steht ein Fluß aus Geschichten und Bildern, der Lust macht, ihre Filme wie­der zu sehen oder zum ers­ten Mal zu sehen, es ist eine Begegnung mit einem Menschen, der neu­gie­rig war, ent­de­ckungs­freu­dig und ande­ren gegen­über auf­ge­schlos­sen. Die Kunst, die dabei ent­stand, vibriert und schwingt vor Lebendigkeit und Lebensfreude, es sind Essayfilme, Dokumentarfilme, Spielfilme, Installationen, Fotografien… Und vom ers­ten Spielfilm La poin­te cour (1954) bis zum vor­letz­ten, Augenblicke, Gesichter einer Reise (2017) wur­den die Menschen an den Drehorten ein­be­zo­gen, spiel­ten mit. Agnès Varda war Mitbegründerin der Nouvelle Vague, hat­te also gro­ßen Anteil dar­an, das all­täg­li­che Leben in den Mittelpunkt von Filmen zu stel­len, Fiktion und Wirklichkeit zu ver­schmel­zen und damit den Hauptgrund zu schaf­fen, ins Kino zu gehen, Filme sehen zu wol­len. Sie starb mit 91 Jahren am 29. März letz­ten Jahres.

    Mit sieb­zehn Jahren inter­es­sier­te ich mich mehr für Kunst und Malen als für alles ande­re. Ich habe Fotos gemacht, ging ins Kino, habe aber nie eine Filmhochschule besucht. Mein ers­tes Drehbuch habe ich als Gedicht geschrie­ben, in eine Schublade gelegt und nie dar­über nach­ge­dacht, bis ein Freund sag­te: „Versuchen wir’s mit wenig Geld.” Ich wur­de Filmemacherin, ohne den Beruf gewählt zu haben. Das Leben tob­te um mich her­um, und ich habe Filme dar­über gemacht. … Ich muss­te ums Geld kämp­fen. Junge Filmemacher haben die glei­chen Schwierigkeiten, das ist kei­ne Frage des Geschlechts. Mir ging es nie dar­um, mich als Frau aus­zu­drü­cken, son­dern als Filmemacherin. Ich woll­te ein radi­kal neu­es Kino machen, das ist mir gelun­gen. Mein aller­ers­ter Film hat kein Geld ein­ge­spielt, er wur­de nur durch Kinos bekannt, durch Kritiken und Filmliebhaber. Er wur­de wich­tig, obwohl er kaum Zuschauer hat­te. Filmemachen ist immer ein Kampf ums Geld.

    (Agnes Varda im Interview mit Herlinde Koelbl im Zeit Magazin)

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    Credits:

    FR 2018, 119 Min., frz. OmU
    Regie : Agnès Varda
    Kamera: François Décréau, Claire Duguet, Julia Fabry
    Schnitt: Agnès Varda, Nicolas Longinotti
    Darsteller : Agnès Varda, Sandrine Bonnaire, Nurith Aviv
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    Termine:

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    Trailer:

     

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     A film by Agnès Varda. In French with German subtitles.

    [Credits] [Termine] [Trailer]

    Agnès Varda takes a seat on a theat­re stage. This pro­fes­sio­nal pho­to­grapher, instal­la­ti­on artist and pio­neer of the Nouvelle Vague is an insti­tu­ti­on of French cine­ma but a fier­ce oppo­nent of any kind of insti­tu­tio­nal thin­king. In this film, she offers insights into her oeu­vre, using excerp­ts from her work to illus­tra­te – more asso­cia­tively than chro­no­lo­gi­cal­ly – her artis­tic visi­ons and ide­as. Her lively, anec­do­te-rich and cle­ver talk is divi­ded into two sec­tions. Firstly, she elu­ci­da­tes her ‘ana­lo­gue peri­od’ from 1954 to 2000, in which the direc­tor is in the fore­ground. This was the young woman who set out to reinvent cine­ma, someone who was always open to chan­ce and to moments of docu­men­ta­ry, even in fic­tion; who, with every new film, chan­ged her nar­ra­ti­ve style. In the second part, Agnès Varda focu­ses on the years from 2000 to 2018, and shows how she uses digi­tal tech­no­lo­gy to look at the world in her own, uni­que way.
    Whether in front of the came­ra or behind it, Agnès Varda is a visu­al sto­rytel­ler who eschews con­ven­ti­on and pre­scri­bed approa­ches to dra­ma. Together with some of her fel­low tra­vel­lers, she takes the audi­ence on a jour­ney through her world of unor­tho­dox images.

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    Credits:

    FR 2018, 119 Min., frz. OmU
    Regie : Agnès Varda
    Kamera: François Décréau, Claire Duguet, Julia Fabry
    Schnitt: Agnès Varda, Nicolas Longinotti
    Darsteller : Agnès Varda, Sandrine Bonnaire, Nurith Aviv
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    Termine:

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    Trailer:

     

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  • Spuren

    Spuren

    Ein Film von Aysun Bademsoy.
    Zum 10. jäh­ri­gen Jahrestag der Selbstenttarnung des NSU zei­gen »Ihr seid kei­ne Sicherheit« und das Aktionsbündnis Antirassismus den Dokumentarfilm »Spuren« und laden zum anschlie­ßen­den Gespräch mit der Regisseurin Aysun Bademsoy. 

    [Credits] [Tickets] [Trailer]

    Zwischen September 2000 und April 2007 wur­den acht Männer mit tür­ki­schen Wurzeln, ein grie­chisch­stäm­mi­ger Mann sowie eine deut­sche Polizistin ermor­det. Die Ermittlungen wur­den zunächst aus­schließ­lich im Umfeld der nicht-deut­schen Opfer mit Verdacht auf Drogenhandel und orga­ni­sier­te Kriminalität geführt. Die Familien der Ermordeten wur­den so ein wei­te­res Mal zu Opfern, dies­mal von vor­ur­teils­vol­ler Stigmatisierung. Nach einem geschei­ter­ten Bankraub führ­te die Spur schließ­lich zu der rechts­extre­men Terrorgruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU). Nach dem Suizid der bei­den Haupttäter begann 2013 der Prozess gegen die ein­zi­ge Überle-ben­de des NSU-Trios, Beate Zschäpe, sowie vier mut­maß­li­che Helfer und Unterstützer und ende­te 2018. Die zu mil­den Strafen für die Mitangeklagten und die zahl­rei­chen unge­klär­ten Fragen lie­ßen die Angehörigen der Opfer ent­täuscht und des­il­lu­sio­niert zurück. Ihr Glaube an den Rechtsstaat ist grund­le­gend erschüttert.

    Spuren – das sind nicht nur die Hinweise, die Verbrecher am Tatort hin­ter­las­sen, son­dern auch die Verletzungen und Narben, die ihre Taten bei den Angehörigen der Opfer, in den migran­ti­schen Gemeinschaften und in der gesam­ten deut­schen Gesellschaft ver­ur­sa­chen. In ihrem Dokumentarfilm begibt sich die tür­kisch­stäm­mi­ge Regisseurin Aysun Bademsoy auf die Suche nach die­sen Spuren und stellt sich dabei die Frage, wel­cher Prozess die­se Verletzungen über­haupt hei­len könn­te. SPUREN ist ein viel­schich­ti­ger Dokumentarfilm, der das Scheitern von Ermittlern und Justiz beleuch­tet – und den Angehörigen der Opfer end­lich eine Stimme gibt.

     

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    Credits:

    DE 2019, 81 Min., in deutsch und tür­kisch mit deut­schen Untertiteln 
    Regie & Buch: Aysun Bademsoy
    Kamera: Ute Freund, Isabelle Casez
    Schnitt: Maja Tennstedt

    Termine:

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    Trailer:

    Spuren – Die Opfer des NSU Trailer Deutsch | German [HD]
    film by Aysun Bademsoy. In German and tur­ki­sh with German subtitles.

    [Credits] [Tickets] [Trailer]

    Between September 2000 and April 2007, nine immi­grant busi­ness­men and a German poli­ce­wo­man were mur­de­red. (…) I read the news about the mur­ders and thought: That could have been my father or my brot­her.” We’re tal­king about the mur­ders of the self-pro­clai­med National Socialist Underground (NSU) which came to light through the main per­pe­tra­tors’ sui­ci­de. After the end of the five-year NSU tri­al against their co-per­pe­tra­tors and sup­port­ers, film­ma­ker Aysun Bademsoy goes in search of the traces left by this crime series: in the vic­tims’ fami­lies and migrant com­mu­ni­ties, whe­re the inves­ti­ga­tors had first inves­ti­ga­ted exclu­si­ve­ly and sowed deep mis­trust with spe­cu­la­ti­ons of drug traf­fi­cking and the Mafia, not least with assi­gna­ti­ons like “Kebap Murders”. “The NSU mur­de­red my father. The inves­ti­ga­tors stained his honour. In doing so, they kil­led him a second time,” a sur­vi­ving daugh­ter says after the – to her dis­ap­poin­ting – jud­ge­ment was pro­no­un­ced. Confidence in the German sta­te was deep­ly shaken and the tri­al, a sobering expe­ri­ence for all fami­lies which left many things in the dark, des­troy­ed rather than res­to­red it. A film about sur­vi­ving – despi­te everything.

    Frederik Lang

     

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    Credits:

    DE 2019, 81 Min., in deutsch und tür­kisch mit deut­schen und eng­li­schen Untertiteln 
    Regie & Buch: Aysun Bademsoy
    Kamera: Ute Freund, Isabelle Casez
    Schnitt: Maja Tennstedt

    Termine:

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    Trailer:

    Spuren – Die Opfer des NSU Trailer Deutsch | German [HD]

     

  • Cronofobia

    Cronofobia

    Ein Film von Francesco Rizzi.

    [Credits] [Termine] [Trailer]

    Suter ist ein geheim­nis­vol­ler und ein­sa­mer Mann, der uner­müd­lich in Bewegung ist und vor sich selbst flieht. Tagsüber fährt er in einem anony­men wei­ßen Van durch die Schweiz. Nachts beob­ach­tet er heim­lich das Leben von Anna, einer Frau mit rebel­li­schem Charakter, die mit der schwie­ri­gen Verarbeitung eines Traumas zu kämp­fen hat. Nachdem Anna Suters Besessenheit erkannt hat, ent­wi­ckelt sie mit ihm eine eigen­tüm­li­che Form von Intimität, die bald zu einer zärt­li­chen und zugleich ver­stö­ren­den Beziehung führt.

    Geschickt spielt Rizzi mit den Erwartungen, lässt bewusst Lücken in Erzählung und Charakterzeichnung, lässt den Zuschauer lan­ge (und in man­chen Aspekten auch über das Ende des Films hin­aus) im unkla­ren über Motivationen und Absichten. Zumal sich auch die anfangs noch eher pas­si­ve Anna zuneh­mend zu einer stär­ke­ren, gleich­be­rech­tig­ten Figur ent­wi­ckelt. (…) Wie prä­zi­se Franceso Rizzi die­ses Spiel insze­niert, wie bewusst er nach und nach Informationen preis­gibt, den Blick auf sei­ne Figuren vari­iert, zeugt von gro­ßem erzäh­le­ri­schen und fil­mi­schem Talent. Gerade in der Zusammenarbeit mit den gera­de­zu eis­kal­ten Bildern sei­nes Kameramanns Simon Guy Fässler und sei­nen bei­den her­vor­ra­gen­den Schauspieler ent­steht so ein dich­tes, viel­schich­ti­ges Psychogramm, das sei­ne Karten nur lang­sam aus­spielt und auch nach dem Ende noch vie­le Geheimnisse bewahrt. “ M. Meyns | programmkino.de

    Suter bewegt sich in der anony­men Welt von Autobahnraststätten und ste­ri­len Hotels, Anna brü­tet in der Dämmerung ihrer zum Mausoleum gewor­de­nen Tessiner Luxus-Wohnung – bis sich bei­de gegen­sei­tig zum Ausbruch pro­vo­zie­ren. Dabei ver­führt uns der Film sub­til und zwin­gend dazu, die Perspektive sei­ner Figuren zu über­neh­men, mit allen Widersprüchen und Widerständen – um dann gleich wie­der die Seite zu wech­seln. Cronofobia ist ein über­ra­schend rei­fes, ele­gan­tes Stück Kino.“ Sennhausers Filmblog

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    Credits:

    CH 2019, 93 Min., ital. OmU
    Regie: Francesco Rizzi 
    Kamera: Simon Guy Fässler 
    Schnitt: Giuseppe Trepiccione 
    mit: Vinicio Marchioni , Sabine Timoteo , Leonardo Nigro , Giorgia Salari , Jasmin Mattei , Adele Raes , Joachim Aeschlimann

    Termine:

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    Trailer:

    A film by Francesco Rizzi. In Italian with German subtitles.

    [Credits] [Termine] [Trailer]

    Suter is a mys­te­rious, soli­ta­ry man, con­stant­ly on the move, esca­ping from hims­elf. By day he tra­vels across Switzerland in an unmark­ed white van. By night, he secret­ly obser­ves the life of Anna, a rebel­lious woman strugg­ling with the after­math of trau­ma. After dis­co­ve­ring Suter’s obses­si­on, Anna deve­lo­ps a stran­ge form of inti­ma­cy with him, which quick­ly ver­ges on a ten­der, yet dis­quie­ting rela­ti­onship. But even that fra­gi­le balan­ce is threa­ten­ed by a dark secret…

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    Credits:

    CH 2019, 93 Min., ital. OmU
    Regie: Francesco Rizzi 
    Kamera: Simon Guy Fässler 
    Schnitt: Giuseppe Trepiccione 
    mit: Vinicio Marchioni , Sabine Timoteo , Leonardo Nigro , Giorgia Salari , Jasmin Mattei , Adele Raes , Joachim Aeschlimann

    Termine:

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    Trailer:

     

  • Das freiwillige Jahr

    Das freiwillige Jahr

    Ein Film von Ulrich Köhler und Henner Winckler.

    [Credits] [Termine] [Trailer]

    In Ulrich Köhlers letz­tem Film In my room war die west­fä­li­sche Provinz Schauplatz für die Endzeit, ein Mann und eine Frau waren womög­lich die letz­ten über­le­ben­den Menschen und sie ver­stan­den sich nicht beson­ders gut. Im gemein­sa­men Werk Das frei­wil­li­ge Jahr mit Henner Winkler (Klassenfahrt, Lucy) taucht der ähn­li­che Drehort wie­der auf. Diese nüch­ter­ne Kulisse ver­un­mög­licht, sich zu ver­ste­cken, kein Geflimmer der Stadt über­tüncht Leerlauf oder Konfliktkonstellationen ohne Lösungspotential. Natürlich ermög­licht das Unterwegssein auf den schma­len Straßen eine kur­ze Auszeit, aber die end­li­che Weite lässt kei­ne Sekunde an Road Movies den­ken. Bleiben oder gehen und wenn, für wie lan­ge. Für sei­ne Tochter Jette hat der Landarzt Urs fürs frei­wil­li­ge Jahr einen Platz in Costa Rica orga­ni­siert oder ihr über­ge­stülpt, sie wirkt jeden­falls etwas über­for­dert. Urs hat viel um die Ohren, allein­er­zie­hend, im Clinch mit sei­ner Affäre und Mitarbeiterin Nicole und öfters damit beschäf­tigt, sei­nem intro­ver­tier­tem Bruder Falk unter die Arme zu grei­fen, der sich nur durch kör­per­li­che Flucht ent­zie­hen kann. Urs meint es gut, aber sei­ne fehl­ge­lei­te­te Energie macht ihn zur Nervensäge. Das hilft Jette aber ande­rer­seits dabei, den Boden unter den Füßen bes­ser zu spü­ren und zu ver­ste­hen, was sie sich für ihr Leben erst mal vor­stel­len kann. Das Wechselspiel der Beiden ist nuan­cen­reich und span­nend, treibt den Film an, ohne das gan­ze aus den Augen zu ver­lie­ren. Gleichzeitig hat Das frei­wil­li­ge Jahr einen groß­ar­ti­gen Humor, mal fein und hin­ter­sin­nig, mal phy­sisch mit einer guten Portion Slapstick. 1–2 mal möch­te man auch unter den Sitz krie­chen und Augen und Ohren schlie­ßen. Wie schön.

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    Credits:

    DE 2019, 86 Min., 
    Regie und Drehbuch: Ulrich Köhler und Henner Winckler
    Kamera: Patrick Orth
    Schnitt: Laura Lauzemis
    mit: Maj-Britt Klenke, Sebastian Rudolph, Thomas Schubert, Katrin Röver, Daniel Nocke, Stefan Stern, Margarita Breitkreiz,

    Termine:

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    Trailer:

     

     A film by Ulrich Köhler and Henner Winckler. In German with English subtitles.

    [Credits] [Termine] [Trailer]

    Jette hat das Abitur in der Tasche und steht nun kurz davor, zu einem frei­wil­li­gen sozia­len Jahr nach Costa Rica auf­zu­bre­chen. Die Reise ist ein Wunsch ihres allein­er­zie­hen­den Vaters Urs. Er möch­te nicht, dass sei­ne Tochter – so wie er – in der west­deut­schen Provinz hän­gen bleibt. Urs selbst hat gera­de genug am Hals, er muss sich um sei­nen lebens­un­fä­hi­gen Bruder Falk küm­mern und die Affäre mit sei­ner Sprechstundenhilfe Nicole mana­gen. Jette jedoch ist zer­ris­sen zwi­schen ihrer Jugendliebe Mario und dem Wunsch, den Erwartungen ihres Vaters gerecht zu wer­den. Am Flughafen ent­schei­det Jette sich gegen die Reise, zusam­men mit Mario ver­steckt sie sich tage­lang vor ihrem Vater. Als Urs sie schließ­lich wie­der­fin­det, muss er erken­nen, dass er das Glück sei­ner Tochter nicht erzwin­gen kann…

    Gehen oder blei­ben? Diese sen­si­ble fil­mi­sche Nahaufnahme von Ulrich Köhler (MONTAG KOMMEN DIE FENSTER, SCHLAFKRANKHEIT) und Henner Winckler (LUCY, KLASSENFAHRT) begeis­ter­te bereits das Festivalpublikum, sowohl inter­na­tio­nal wie auch im deut­schen Sprachraum. Ein genau beob­ach­te­ter, hin­ter­grün­dig humor­vol­ler Film über die Träume der Eltern und die Herausforderung, erwach­sen zu werden.

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    Credits:

    DE 2019, 86 Min., 
    Regie und Drehbuch: Ulrich Köhler und Henner Winckler
    Kamera: Patrick Orth
    Schnitt: Laura Lauzemis
    mit: Maj-Britt Klenke, Sebastian Rudolph, Thomas Schubert, Katrin Röver, Daniel Nocke, Stefan Stern, Margarita Breitkreiz,

    Termine:

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    Trailer (Ausschnitt):

     

     

  • Sorry we missed you

    Sorry we missed you

    Ein Film von Ken Loach.

    [Credits] [Termine] [Trailer]

    Sorry we missed you“ – Wir haben Sie lei­der nicht ange­trof­fen. Wenn sich dann nie­mand aus der Nachbarschaft erbarmt, dann muss das Paket wie­der mit­ge­nom­men und die Tour noch­mal gefah­ren wer­den. Was dann auch heißt, dass die Ablieferliste für den nächs­ten Tag län­ger wird. Für jede ver­spä­te­te Lieferung muss Ricky eine Strafe an das Unternehmen zah­len, das ihn als „Selbständigen“ beschäf­tigt. Deshalb ver­sucht er so kur­ze Pausen wie mög­lich zu machen oder ver­zich­tet ganz dar­auf. Die Arbeit von Rickys Frau Abbie ist ähn­li­chen Bedingungen unter­wor­fen: jede Minute, die sie über die vor­ge­ge­be­ne Zeit für die Pflege der älte­ren Damen und Herren braucht, bekommt sie nicht bezahlt. Das neo­li­be­ra­le System gibt einen Takt vor, den bei­de immer weni­ger ein­hal­ten kön­nen. Und Zeit für die Kinder zu Hause bleibt auch kaum – erst recht nicht für not­wen­di­ge Auseinandersetzungen mit dem puper­tie­ren­den Sohn.

    Lange wur­de uns erzählt, wenn du hart arbei­test und dar­um kämpfst, dann hast du ein gutes Leben, kannst dei­ne Familie ver­sor­gen und bist sicher. Aber das hat sich geän­dert – und das ist kein Scheitern des Kapitalismus, das ist ein­fach purer Kapitalismus, wie er funk­tio­niert“, sag­te Ken Loach auf der Pressekonferenz zu sei­nem neu­en Film. So wie die Lebensbedingungen für vie­le Arbeiterinnen und Arbeiter immer schwie­ri­ger wer­den, so wer­den auch die Filme von Ken Loach immer här­ter – und ein hoff­nungs­vol­les Ende, wie bei den frü­he­ren Filmen, bleibt jetzt aus. „Sorry we missed you“ ist kaum zu ertra­gen – und das ist gut so. Er zeigt uns die unbe­que­me Rückseite eines Services, den man so gern vom Sofa aus nutzt.

     

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    Credits:

    GB 2019, 100 Min., engl. OmU
    Regie: Ken Loach
    Kamera: Robbie Ryan
    Schnitt: Jonathan Morris
    Buch: Paul Laverty
    mit: Kris Hitchen, Debbie Honeywood, Rhys Stone, Katie Proctor, Ross Brewster, Mark Birch

    Termine:

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    Trailer:

    SORRY WE MISSED YOU (Official Trailer English/deutsch, français)

     

    A film by Ken Loach. In English with German subtitles.

    [Credits] [Termine] [Trailer]

    Zero hours con­tracts and neo-libe­ral serf­dom: Ken Loach’s new film tells of the social abyss crea­ted by a digi­tal ser­vice eco­no­my. Ricky, Abby and their two kids live in Newcastle. They’re a strong, loving fami­ly in which ever­yo­ne sticks up for ever­yo­ne else. While Ricky gets by with odd jobs, Abby is a care worker for the elder­ly. No mat­ter how hard they try, they know that they will never real­ly be inde­pen­dent or own their own home. But then it’s sud­den­ly now or never! Thanks to the digi­tal revo­lu­ti­on, a temp­ting oppor­tu­ni­ty comes Ricky’s way and he and Abby go all in: she sells her car so that Ricky can buy a deli­very truck and start afresh as a self-employ­ed cou­rier. The future seems rosy. But the pri­ce for Ricky’s inde­pen­dence pro­ves far hig­her than they ima­gi­ned. The fami­ly has to pull tog­e­ther and fight for survival.

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    Credits:

    GB 2019, 100 Min., engl. OmU
    Regie: Ken Loach
    Kamera: Robbie Ryan
    Schnitt: Jonathan Morris
    Buch: Paul Laverty
    mit: Kris Hitchen, Debbie Honeywood, Rhys Stone, Katie Proctor, Ross Brewster, Mark Birch

    Termine:

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    Trailer:

    SORRY WE MISSED YOU (Official Trailer English/deutsch, français)

     

  • Kamera: Robby Müller

    Kamera: Robby Müller

    Anläßlich des Films Living the light – Die Bilderwelten des Robby Müller aber auch so, zei­gen wir 3 Filme, bei denen ROBBY MÜLLER Kameramann war.

    LIVING THE LIGHT ist nicht nur eine inter­es­san­te Biographie und span­nen­der Lehrfilm in Sachen Kameraarbeit, Lichtsetzung etc., son­dern auch sehr anre­gend. Beim Schauen bekommt man gro­ße Lust auf „sei­ne” Filme.

    ALICE IN DEN STÄDTEN von Wim Wenders
    BRD 1973/1974, 112 Min. Format: 16mm blow up 35mm schwarz-weiß, 4K Scan und 2K Restaurierung 2014, 2K DCP R.: Wim Wenders D.: Rüdiger Vogler, Yella Rottländer, Lisa Kreuzer

    Der Journalist Phillip Winter will eine Story über Amerika schrei­ben, bekommt aber außer einer Serie von Polaroids nichts auf die Reihe und tritt ent­täuscht die Heimreise nach Deutschland an. Dabei läßt er sich wider­wil­lig dar­auf ein, die klei­ne Alice (Yella Rottländer) für eine kur­ze Zeit in sei­ne Obhut zu neh­men. Die dann fol­gen­de unfrei­wil­li­ge gemein­sa­me Odyssee von New York über Amsterdam nach Wuppertal und durch das Ruhrgebiet gestal­tet sich zunächst schwie­rig, sind doch bei­de Reisende gleich lau­nisch und eigensinnig.

    DOWN BY LAW von Jim Jarmusch
    USA 1986 106 Min. engl. OmU
    R., B.: Jim Jarmusch
    D.: John Lurie, Tom Waits, Roberto Benigni
    Drei sehr unter­schied­li­che Männer, Roberto Benigni auf der einen, Tom Waits (der übri­gens gera­de 70 wur­de) und John Lurie auf der ande­ren Seite, pral­len im rus­ti­ka­len Landgefängnis im Süden auf­ein­an­der. Obwohl sie sich nicht aus­ste­hen kön­nen, was Benigni wegen sei­ner stän­di­gen Quassellei nicht merkt, bre­chen sie gemein­sam aus und pad­deln durch die male­ri­sche Sumpflandschaft Louisianas in die Freiheit.

    DANCER IN THE DARK von Lars von Trier
    DK SE FIN 2000 139 Min. OmU (eng­li­sche OV mit dt. Untertiteln)
    R., B.: Lars von Trier
    D.: Björk (auch Musik), Catherine Deneuve, David Morse, Peter Stormare

    Der letz­te Teil sei­ner Trologie über „tra­gi­sche Frauengestalten, die sich für ande­re auf­op­fern und deren Liebe nicht davon abhängt wie sie – vom Schicksal oder von den Menschen – behan­delt wer­den“ (von Trier) wur­de in Cannes mit der Goldenen Palme aus­ge­zeich­net, wor­an neben der Kamera die unge­wöhn­li­che Musical-Form und die eben­falls dort aus­ge­zeich­ne­te Hauptdarstellerin Björk sicher­lich einen gro­ßen Anteil hatten.

    Termine:

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  • Das Vorspiel

    Das Vorspiel

    Ein Film von Ina Weisse.

    [Credits] [Termine] [Trailer]

    Anna Bronsky ist Geigenlehrerin an einem Musikgymnasium. Sie setzt gegen den Willen ihrer Kollegen die Aufnahme eines Schülers durch, den sie für sehr talen­tiert hält. Engagiert berei­tet sie Alexander auf die Zwischenprüfung vor und ver­nach­läs­sigt dabei ihre Familie. Ihren Sohn Jonas, den sie in Konkurrenz zu ihrem neu­en Schüler bringt und ihren Mann Philippe. Ihr Kollege Christian, mit dem sie eine Affäre hat, über­re­det sie in einem Quintett mitzuspielen.
    Als Anna in einem Konzert als Geigerin einen Fehler macht, ver­zwei­felt sie und treibt in der Folge ihren Schüler zu Höchstleistungen an. Es geht ihr um den Jungen, aber letzt­lich geht es ihr um sich selbst.

    Der Ursprung (der Geschichte) ist ihre Suche nach dem Absoluten und die Unerbittlichkeit, die Anna sich selbst gegen­über hat. Dazu kom­men ihre Minderwertigkeitsgefühle. Schon als Kind sah sie in einem Lob nichts ande­res als ver­steck­te Kritik. Wir haben ver­sucht, die Zerrissenheit und Unsicherheit die­ser Frau zu beschrei­ben. Wenn man alles in Frage stellt, der Anspruch an sich selbst groß ist und gleich­zei­tig auch die Angst zu schei­tern, wird man ver­letz­lich, weil man weiß, dass einem die Zweifel nie­mand neh­men kann. Annas Überzeugung, dass sich alles der Musik unter­zu­ord­nen hat, dass man kämp­fen muss, dass nie etwas gut genug ist, nie fer­tig, setzt sie unter gro­ßen Druck. Dieser Druck stei­gert sich nach ihrem Versagen im Quintett, wenn sie ihren Schüler zu Höchstleistungen treibt. (…) Im Beruf des Musikers ste­cken vie­le Widersprüche. Man spielt und muß zugleich vor­aus­den­ken, man muß sich kon­trol­lie­ren und zugleich ver­ges­sen. Man hat einen Plan und muß trotz­dem offen blei­ben. (…) Ich weiß nicht, ob ich Anna als hart bezeich­nen wür­de. Sie zwei­felt, ist zer­ris­sen, sie will die Kontrolle behal­ten, sie ist wider­sprüch­lich, mutig, sie setzt sich ihrer Unzulänglichkeit aus und kämpft damit.“ Ina Weisse

     

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    Credits:

    DE 2019, 90 Min.
    Regie: Ina Weisse
    Kamera: Judith Kaufmann
    Schnitt: Hansjörg Weißbrich
    mit: Nina Hoss, Simon Abkarian, Jens Albinus, Ilja Monti, Serafin Mishiev, Sophie Rois

    Termine:

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    Trailer:

    DAS VORSPIEL – Trailer

     A film by Ina Weisse. In German and french with ger­man subtitles.

    [Credits] [Termine] [Trailer]

    Anna Bronsky works as a vio­lin tea­cher at a con­ser­va­to­ry. Against her colleague’s will, she agrees to teach a new stu­dent in whom she sees gre­at talent. With full dedi­ca­ti­on, she pre­pa­res Alexander for his mid­term exam –and, by doing so, not only negle­cts her own son Jonas but also drifts apart from her hus­band, the French vio­lin maker Philippe Bronsky. Her col­le­ague Christian, with whom she has an affair, talks her into play­ing the vio­lin hers­elf in a quin­tet. But when Anna loses it at a con­cert, her tea­ching of Alexander gets more and more aggres­si­ve. Then, on the day of the mid­terms, a fatal inci­dent occurs…

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    Credits:

    DE 2019, 90 Min.
    Regie: Ina Weisse
    Kamera: Judith Kaufmann
    Schnitt: Hansjörg Weißbrich
    mit: Nina Hoss, Simon Abkarian, Jens Albinus, Ilja Monti, Serafin Mishiev, Sophie Rois

    Termine:

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    Trailer:

    DAS VORSPIEL – Trailer

     

  • Die Wütenden – Les Misérables

    Die Wütenden – Les Misérables

    Ein Film von Ladj Ly.

    [Credits] [Termine] [Trailer]

    Zu Beginn: der kol­lek­ti­ve Ausnahmezustand. Der Gewinn der Fussball-WM 2018 brach­te alle, auch den Teenager Issa aus der Banlieue und Freunde, gemein­sam auf die Champs-Elysées – auf dem Plakat zum Film sehen wir also kei­ne Gelbwestendemonstration, son­dern eine Siegesfeier. Danach geht es zurück nach Montfermeil, und damit in einen per­ma­nen­ten Ausnahmenzustand. Zumindest für die­je­ni­gen, denen das Leben dort fremd ist. So wie wir, oder Polizist Stéphane, der sich aus per­sön­li­chen Gründen dort­hin hat ver­set­zen las­sen. Er wird den Kollegen Chris und Gwada zuge­teilt, die in der Gegend schon län­ger unter­wegs sind und sich ihre eige­nen robus­ten Gesetze gezim­mert haben. So beschwe­ren sich ein­mal jun­ge Frauen auf der Straße, dass Chris ihnen die Smartphones abge­nom­men und zer­tre­ten hat. Er darf das, fin­det der – ist er doch das „Gesetz“. Viele Regeln gibt es im Viertel, jede Gruppe hat, wie die Polizisten, die eige­nen: die Jugendcliquen, Dealer, Clans, die Nachbarschaftshilfe und Gläubigen … und alle zusam­men sind wie ein öko­no­misch arbei­ten­des, undurch­sich­ti­gen Netz mit­ein­an­der verstrickt.
    Stéphane ist das frag­wür­di­ge, halb­kri­mi­nel­le Verhalten sei­ner neu­en Kollegen äußerst suspekt. In einer schön gemei­nen Szene will er nach der in der Provinz gelern­ten Art arbei­ten, aber sei­ne kor­rek­te Höflichkeit löst bei den befrag­ten Muslimbrüdern nur gro­ße Irritation aus. Als ein Kid das Löwenbaby aus einem gas­tie­ren­den Zirkus ent­führt, wird die Lage explo­siv. Der Clan will das Tier sofort zurück­ha­ben und ist nicht zim­per­lich mit Drohungen. Um den abzu­se­hen­den Krieg mit Toten zu ver­hin­dern, müs­sen die drei Cops alle lega­len und ille­ga­len Wege nut­zen, um an Informationen zu kom­men. Dabei wird Issa aus­ge­rech­net vom beson­ne­ne­ren Gwada fol­gen­schwer ver­letzt. Regisseur Ladj Ly wuchs selbst in Montfermeil auf. Er sie­delt sein span­nen­des Spielfilmdebüt, das für Frankreich an den Oscar-Start geht, am Schauplatz von Victor Hugos berühm­tem Roman “Les Misérables” an, und gibt damit ein kla­res Statement: Wenig hat sich geän­dert in den letz­ten 150 Jahren in den von Armut und sozia­len Spannungen gepräg­ten Vororten, wo Jugendliche mit Migrationshintergrund im Krieg mit der Polizei lie­gen – und umgekehrt.

    …der Mensch im Kinosessel [velässt] den Saal nicht als Ohnmächtiger, son­dern als Wissender. Und das ist schon eine gan­ze Menge.“ Katrin Hildebrand | konkret

    Internationale Filmfestspiele von Cannes: Preis der Jury

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    Credits:

    FR 2019, 103 Min., frz. OmU
    Regie: Ladj Ly
    Kamera: Julien Poupard
    Schnitt: Flora Volpière
    mit: Damien Bonnard, Alexis Manenti, Djibril Zonga, Jeanne Balibar

    Termine:

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    Trailer:

    LES MISERABLES (Official Trailer, Französich/Deutsch)
    film by Ladj Ly. In French with German subtitles.

    [Credits] [Termine] [Trailer]

    Stéphane (Damien Bonnard) has recent­ly joi­n­ed the Anti-Crime Squad in Montfermeil, in the sub­urbs of Paris, France, whe­re, Victor Hugo set his famed novel “Les Miserables”. Alongside his new col­le­agues Chris (Alexis Manenti) and Gwada (Djebril Zonga) – both expe­ri­en­ced mem­bers of the team – he quick­ly dis­co­vers ten­si­ons run­ning high bet­ween local gangs. When the trio finds them­sel­ves over­run during the cour­se of an arrest, a dro­ne cap­tures the encoun­ter, threa­tening to expo­se the rea­li­ty of ever­y­day life. Inspired by the 2005 Paris riots, and Ladj Ly’s short film of the same name, Les Misérables is a pro­vo­ca­ti­ve insight into the ten­si­ons bet­ween neigh­bor­hood resi­dents and police.

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    Credits:

    FR 2019, 103 Min., frz. OmU
    Regie: Ladj Ly
    Kamera: Julien Poupard
    Schnitt: Flora Volpière
    mit: Damien Bonnard, Alexis Manenti, Djibril Zonga, Jeanne Balibar

    Termine:

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    Trailer:

    LES MISERABLES (Official Trailer, Französich/Deutsch)
  • Milchkrieg in Dalsmynni

    Milchkrieg in Dalsmynni

    Ein Film von Grímur Hákonarson.

    [Credits] [Termine] [Trailer]

    In der klei­nen bäu­er­li­chen Gemeinde Dalsmynni im Nordwesten Islands war die Gründung einer Kooperative ein­mal eine Frage des Schutzes und des Überlebens. Inzwischen aber kau­fen vie­le Mitglieder ver­bo­te­ner­wei­se bil­li­ges Futter fremd ein, um nur ansatz­wei­se wirt­schaft­lich arbei­ten zu kön­nen. Als Gegenmaßnahme setzt die Verwaltung Spitzel auf die Abweichler an. Milchbauer Reynir, der immer ein gro­ßer Verteidiger des Kooperativen-Gedankens und des gemein­sa­men Handelns war, hat auch gro­ße Rückstände und kann dadurch genö­tigt wer­den, sei­ne Genossen zu beob­ach­ten und zu ver­ra­ten. Dies sickert durch, kurz dar­auf ver­un­glückt Reynir töd­lich. War es ein Unfall, oder lenk­te er den Laster aus Verzweiflung absicht­lich in die Tiefe? Für sei­ne Frau Inga steht bald fest: die mafiö­sen Methoden der Funktionäre sind schuld.
    Inga kam einst der Liebe wegen nach Dalsmynni. Jetzt steht sie allein da, mit einem Haufen Schulden bei der Kooperative und einem 24-Stunden-Job. In ihre Trauer mischen sich Hilflosigkeit und Wut. Gespräche zur Lösung des Einkauf-Konfliktes sind müßig, also geht Inga lang­sam in Angriffsstellung: sie setzt sich per­sön­lich und durch Netzwerke medi­en­wirk­sam für die Gründung einer Unterkooperartive der Milchbauern mit eige­nen Befugnissen ein. Die Funktionäre aber wol­len nichts ändern. Für sie steht das gro­ße Ganze auf dem Spiel, und so sie set­zen die reni­ten­te Bäuerin mas­siv unter Druck. Regisseur Grímur Hákonarson (Sture Böcke) liebt es, auf dem Land zu fil­men und auch die Bevölkerung dort mit ein­zu­be­zie­hen. Zusammen mit der kar­gen Umgebung und beson­ne­nen Kameraarbeit ent­wi­ckelt sich so eine ange­neh­me Natürlichkeit, trotz bri­san­ter Themen weit ent­fernt von Spektakel oder Pathos. Hochaktuell ist das Thema schon: wo ver­läuft die Grenze zwi­schen Machtmissbrauch und Schutz, und bedeu­tet eine Kooperative schon Protektionismus, und ist eine Aufweichung gleich das Ende des Solidarsystems? Der Film stellt sich ein­deu­tig auf die Seite der rebel­li­schen Inga, lie­fert aber genü­gend Stoff für Diskussionen.

    … ein sozi­al­rea­lis­ti­scher Film über das Leben im Nordwesten Islands, über die Frage, wie viel Gemeinschaft und Abschottung nach außen gut ist. Dabei setzt er nicht auf schrä­ge oder skur­ri­le Charaktere, son­dern auf die Stärke sei­nes Drehbuchs und sei­ner Inszenierung.“ kino-zeit.de

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    Credits:

    The County
    IS/DK/DE/FR 2019, 90 Min., isl. OmU

    Regie: Grímur Hákonarson
    Kamera: Mart Taniel
    Schnitt: Kristján Loðmfjörð
    mit: Arndís Hrönn Egilsdóttir, Hinrik Ólafsson, Sigurður Sigurjónsson, Hannes Óli Ágústsson, Ragnhildur Gísladóttir

    Termine:

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    Trailer:

     

     A film by Grímur Hákonarson.  In Iselandic with German subtitles

    [Credits] [Termine] [Trailer]

    In this visual­ly impres­si­ve, emo­tio­nal­ly powerful dra­ma from Iceland, a woman sees red and rebels against a cor­rupt agri­cul­tu­ral coope­ra­ti­ve in her dis­trict. Inga has a hea­vi­ly indeb­ted milk farm. After the death of her hus­band, she sta­kes ever­y­thing on a con­fron­ta­ti­on with the source of her mise­ry: the coope­ra­ti­ve, which ruthl­ess­ly exploits its mono­po­li­stic posi­ti­on to the full and puts far­mers under mas­si­ve, Mafia-like pres­su­re. A strugg­le bet­ween David and Goliath beg­ins. Inga attempts to found her own coope­ra­ti­ve against the mas­si­ve resis­tance of the powerful bos­ses, well awa­re that in doing so she is jeo­par­di­sing her own existence.

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    Credits:

    The County
    IS/DK/DE/FR 2019, 90 Min., isl. OmU

    Regie: Grímur Hákonarson
    Kamera: Mart Taniel
    Schnitt: Kristján Loðmfjörð
    mit: Arndís Hrönn Egilsdóttir, Hinrik Ólafsson, Sigurður Sigurjónsson, Hannes Óli Ágústsson, Ragnhildur Gísladóttir

    Termine:

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    Trailer: