Kategorie: archiv

  • Black Tea

    Black Tea

    Ein Film von Abderrahmane Sissako. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Aya, eine jun­ge ivo­ri­sche Frau, sagt an ihrem Hochzeitstag zum Erstaunen und Entsetzen aller „Nein“. Sie lässt die Elfenbeinküste hin­ter sich und beginnt ein neu­es Leben in Guangzhou, China. In die­sem pul­sie­ren­den Viertel, „Chocolate City“ genannt, zählt die afri­ka­ni­sche Diaspora offi­zi­ell 20000 Menschen, geschätzt wird aber ein viel­fa­ches. Hier trifft die afri­ka­ni­sche auf die chi­ne­si­sche Kultur, hier fin­det Aya Arbeit in einem tra­di­tio­nel­len Tee-Laden. Der chi­ne­si­sche Besitzer Cai weist sie in die Kunst der Teezeremonie ein und lang­sam ent­wi­ckelt sich eine zärt­li­che Liebe zwi­schen den bei­den, eine behut­sa­me und sinn­li­che Annäherung, gelei­tet von Interesse, Neugier und Offenheit.
    Abderrahmane Sissako (Regisseur u.a. von Bamako und TimbuktuBlack Tea ist sein sechs­ter Film im fsk-Kino) wirft einen höchst fas­zi­nie­ren­den Blick auf die Verflechtung der Kulturen in unse­rer heu­ti­gen glo­ba­li­sier­ten Welt. Recherchiert haben Sissako und sei­ne Drehbuchautorin Kessen Tall in Guangzhou, gedreht aber wur­de in Taiwan.
    „China und Afrika unter­hal­ten viel­fa­che Beziehungen, da liegt es doch nahe, dass Menschen sich auch pri­vat näher­kom­men. Allerdings sind die Beziehungen nicht immer kon­flikt­frei: Rassismus ist in China stark ver­brei­tet, bei den Wirtschaftsbeziehungen geht es um Weltmachtpolitik und nicht um Völkerfreundschaft.
    Abderrahmane Sissako weiß das alles, aber ihm geht es um eine posi­ti­ve Utopie: Black Tea hat etwas von der Traumatmosphäre des gro­ßen Studiokinos. Die Kultur des Tees, die auf jahr­hun­der­te­al­tem Wissen und auf Plantagen in wun­der­schö­nen Landschaften beruht, ist so etwas wie eine moder­ne Religion, auf die sich ein Mann aus China und eine Frau aus der Elfenbeinküste eini­gen kön­nen. Je mehr Aya und Cai ein­an­der näher­kom­men, des­to deut­li­cher wird auch eine lan­ge Geschichte der Beziehungen zwi­schen China und Afrika erkenn­bar. Politik ist all­ge­gen­wär­tig in Black Tea, aber sie bleibt im Hintergrund. Im Vordergrund sehen wir eine fast schon zere­mo­ni­el­le, äußerst sub­til insze­nier­te Romanze mit Hindernissen, die zum Schönsten gehört, das man zuletzt im Kino sehen konn­te.“
    Bert Rebhandl | Tip-Magazin

    Credits:

    FR/MR/LU/TW/CI 2024, 111 Min., Mandarin, Französisch, Englisch, Portugiesisch OmU
    Regie: Abderrahmane Sissako
    Kamera: Aymerick Pilarski
    Schnitt: Nadia Ben Rachid
    mit Nina Mélo, Chang Han, Wu Ke-Xi, Michael Chang

    Trailer:
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    A film by Abderrahmane Sissako. In Mandarin, French, English, Portugese with German subtitles

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Aya is a woman in her ear­ly thir­ties. After asto­nis­hing ever­yo­ne by say­ing “No” on her wed­ding day, she lea­ves the Ivory Coast for a new life in China. Living in an area whe­re the African dia­spo­ra meets the Chinese cul­tu­re, she finds a job in a tea bou­tique owned by Cai, a 45-year-old Chinese man. In the pri­va­cy of the shop’s back­room, Cai initia­tes Aya into the Chinese tea cerem­o­ny. As he tea­ches her this anci­ent art, their rela­ti­onship slow­ly grows into one of ten­der love. But for their bur­geo­ning pas­si­on to be sup­port­ed by trust, both of them must let go of their bur­dens and face up to their pasts.

    Credits:

    FR/MR/LU/TW/CI 2024, 111 Min., Mandarin, Französisch, Englisch, Portugiesisch OmU
    Regie: Abderrahmane Sissako
    Kamera: Aymerick Pilarski
    Schnitt: Nadia Ben Rachid
    mit Nina Mélo, Chang Han, Wu Ke-Xi, Michael Chang

    Trailer:
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  • Moria Six

    Moria Six

    Ein Film von Jennifer Mallmann. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Nachdem ein Feuer das Camp Moria im September 2020 kom­plett ver­nich­tet hat­te, wur­de es gespens­tisch still. Nicht nur vor Ort, son­dern auch im öffent­li­chen Diskurs. Weder die men­schen­rechts­wid­ri­gen Bedingungen in den wei­te­ren Lagern an den Außengrenzen Europas noch die zahl­lo­sen Pushbacks im Mittelmeer schie­nen die Allgemeinheit näher zu beschäf­ti­gen. Auch die Verhaftung der sechs Jugendlichen, die man der Brandstiftung bezich­tig­te, blieb ohne weit­hin hör­ba­res Echo – obwohl schon ein zwei­ter Blick auf die Umstände der Ermittlungen und den fol­gen­den Strafprozess das Vorgehen der grie­chi­schen Justiz als frag­wür­dig offen­bar­te. Ganz zu schwei­gen von der zugrun­de lie­gen­den Flüchtlingspolitik der Europäischen Union.
    Jennifer Mallmann wagt mit ihrem Film die­sen zwei­ten Blick. Im Zentrum steht ihr Briefwechsel mit Hassan, einem der ver­ur­teil­ten Jugendlichen, der ihr aus dem Gefängnis von sei­nem Alltag, sei­nen Wünschen und Ängsten berich­tet. Ruhige, exakt kadrier­te Bilder doku­men­tie­ren „Normalität“ an den Rändern der Festung Europa. Sie zei­gen, wie stra­te­gi­sche Abschottung und die damit ein­her­ge­hen­de struk­tu­rel­le Ausgrenzung funk­tio­nie­ren. Wer wis­sen will, wie sich unse­re Staatengemeinschaft ihre Zukunft vor­stellt, muss nur die neu errich­te­ten, futu­ris­ti­schen Hochsicherheitslager betrach­ten. Dort wer­den die Ankommenden behan­delt wie Menschen, die schwe­re Verbrechen began­gen haben. 

    Credits:

    DE 2024, 82 Min., OmU,
    Regie: Jennifer Mallmann
    Kamera: Sina Diehl
    Schnitt: Maxie Borchert

    Trailer:
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    A film by enni­fer Mallmann. In Greek, Farsi, German, English with German subtitles.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    There was an eery silence after a fire had des­troy­ed the Moria camp com­ple­te­ly in September 2020. Not just local­ly, but in public dis­cour­se. The world did not seem par­ti­cu­lar­ly con­cer­ned with the inhu­ma­ne con­di­ti­ons in other camps on Europe’s exter­nal bor­ders or the count­less push­backs in the Mediterranean. Nor did the arrest of six ado­le­s­cents who were accu­sed of arson reso­na­te in any audi­ble way – though even a second glan­ce at the cir­cum­s­tances of the inves­ti­ga­ti­on and the cri­mi­nal pro­cee­dings reve­a­led the actions of the Greek judi­cia­ry to be ques­tionable. Not to men­ti­on the under­ly­ing refu­gee poli­cy of the European Union.
    Jennifer Mallmann dares to take this second glan­ce with her film. At its cent­re is her cor­re­spon­dence with Hassan, one of the con­vic­ted youths, who tells her of his ever­y­day life, his desi­res and fears from pri­son. Calm, pre­cis­e­ly framed images docu­ment “nor­ma­li­ty” on the frin­ges of Fortress Europe. They show how stra­te­gi­cal iso­la­ti­on and the ensuing struc­tu­ral exclu­si­on work. If you want to know how our com­mu­ni­ty of nati­ons ima­gi­nes its future you only need to look at the new­ly-built futu­ristic high-secu­ri­ty camps, whe­re new arri­vals are trea­ted like peo­p­le who have com­mit­ted serious cri­mes. Luc-Carolin Ziemann

    Credits:

    DE 2024, 82 Min., OmU,
    Regie: Jennifer Mallmann
    Kamera: Sina Diehl
    Schnitt: Maxie Borchert

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  • Spielerinnen

    Spielerinnen

    Ein Film von Aysun Bademsoy.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Vor 30 Jahren begann die Filmemacherin Aysun Bademsoy eine Langzeitbeob­achtung der ers­ten tür­ki­schen Frauen-Fußballmannschaft außer­halb der Türkei. Mit Mäd­chen am Ball (1995) zeig­te sich, dass der BSC Agrispor in Berlin-Kreuzberg mehr als nur ein Sportverein für die Heranwachsenden war: inmit­ten von Tur­nieren und Freundschaften gewan­nen die Spielerinnen ein neu­es Selbstbild in einem Land und zu einer Zeit, in der Rassismen wie­der offen in die Straßen ge­tragen wur­den. Zwei Jahre danach folg­te Nach dem Spiel, und erst elf Jahre spä­ter Ich gehe jetzt rein.
    Viel hat sich ver­än­dert in der Zeit, nicht nur im Leben von Türkan, Nalan, Na­zan und Arzu. Im vier­ten Teil Spielerinnen hat sich der Kreis der Protagonistinnen auf die nächs­te Generation erwei­tert. Durch die­sen Fo­kus – Jugendliche, die in Berlin gebo­ren und aufge­wachsen sind, sich aber den­noch ent­frem­det von einer Mehrheitsgesellschaft füh­len und in kon­ser­va­ti­ve Rollenbilder flüch­ten – wirft die Filmemacherin sub­til die drän­gen­den Fragen unse­rer Gegenwart auf. Welche Perspektiven bie­tet Deutschland jun­gen Menschen und wie ver­bun­den ist die zwei­te Einwanderer­generation noch mit den Erfahrungen ihrer Eltern?

    Credits:

    DE 2024, 86 Min., deutsch, tür­ki­sche OmU
    Regie: Aysun Bademsoy

    Kamera: Isabelle Casez, Ines Thomsen
    Schnitt: Maja Tennstedt

    Trailer:
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    A film by Aysun Bademsoy. In German & Turkish with Turkish and German subtitles

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Aysun Bademsoy’s long-term obser­va­ti­on of Turkish fema­le soc­cer play­ers in Berlin-Kreuzberg focu­ses on the next gene­ra­ti­on 30 years after their first encoun­ter. Born and rai­sed in Germany, they still ask them­sel­ves the ques­ti­on: Do we real­ly feel accept­ed here? It seems as if a cul­tu­ral rift still defi­nes their lives. Referring back to the 1990s, their mothers today remi­nis­ce about a youth in which the game of soc­cer pro­vi­ded the space for emancipation.

    Credits:

    DE 2024, 86 Min., deutsch, tür­ki­sche OmU
    Regie: Aysun Bademsoy

    Kamera: Isabelle Casez, Ines Thomsen
    Schnitt: Maja Tennstedt

    Trailer:
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  • Zikaden

    Zikaden

    Ein Film von  Ina Weisse. Am 23.6. mit anschlie­ßen­dem Filmgespräch.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Isabell erkennt erschro­cken, dass ihre Eltern nicht mehr allei­ne zurecht­kom­men, und muss sich küm­mern. Während sie pen­delt, zwi­schen Berlin und dem bran­den­bur­gi­schen Land, wo ihr einst berühm­ter Architekten-Vater ein Haus im moder­nis­ti­schen Stil hat bau­en las­sen, sucht sie ver­zwei­felt Pflegepersonal. Die Eltern müs­sen auch noch davon über­zeugt wer­den, sich hel­fen zu las­sen. In die­ser ange­spann­ten Situation trifft Isabell im Ort immer wie­der auf die eigen­wil­li­ge Anja, eine allein­er­zie­hen­de Mutter, die mit ihren eige­nen Herausforderungen zu kämp­fen hat. Als Anja und ihre klei­ne Tochter Greta zuneh­mend in Isabells Leben tre­ten, ent­steht eine uner­war­te­te Bindung zwi­schen den bei­den Frauen. Gleichzeitig beginnt Isabell, an dem Leben zu zwei­feln, das sie bis­lang für sicher und ver­traut hielt, zumal ihre Ehe mit Philippe ers­te Risse zeigt.
    Ina Weisse: „Ist zwi­schen den bei­den sehr unter­schied­li­chen Frauen, die aus ganz unter­schied­li­chen Milieus kom­men, eine Freundschaft mög­lich? Sie tref­fen in einer schwie­ri­gen Phase ihres Lebens auf­ein­an­der. Sie rin­gen um Selbstbestimmung. Sie  sind so damit beschäf­tigt, sich um  ande­re zu küm­mern, dass sie sich selbst ver­ges­sen haben. Die Annäherung, wie sie sich gegen­sei­tig beob­ach­ten, vor­ein­an­der zurück­wei­chen, ver­un­si­chert sind und dann wie­der auf­ein­an­der zuge­hen, die­se Zwischentöne sind inter­es­sant für mich.“ 
    „… ein Film, der immer in Bewegung ist, obwohl Stasis herrscht, Eiszeit in den som­mer­li­chen Bildern von Kamerafrau Judith Kaufmann, der kei­nen fes­ten Boden unter die Füße bekommt im ste­ten Rhythmus, den Hansjörg Weißbrich ein­mal mehr traum­wand­le­risch sicher gefun­den hat: eine Frau, naja, am Rande des Nervenzusammenbruchs, der das Leben zu ent­glei­ten droht, die har­mo­ni­sche Fassade vor ihren Augen zer­brö­selt. Entsprechend kreist alles um das Haus der Eltern in der Provinz, das der Vater ent­wor­fen und gebaut hat, ein Haus vol­ler Geister und Erinnerungen.“ Thomas Schultze |SPOT media & film

    Credits:

    DE/FR 2024, 100 Min.,
    Regie:  Ina Weisse 

    Kamera: Judith Kaufmann
    Schnitt: Hansjörg Weißbrich
    mit Nina Hoss, Saskia Rosendahl, Vincent Macaigne, Thorsten Merten

    Trailer:
    ZIKADEN | Trailer deutsch
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    A film by Ina Weisse. In German.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Isabell’s life takes a turn when she rea­li­ses that her elder­ly par­ents can no lon­ger live inde­pendent­ly. The search for carers is dif­fi­cult and the­re are also com­pli­ca­ti­ons in her mar­ria­ge to Philippe. She shut­tles bet­ween Berlin and her par­ents’ weekend house, a striking moder­nist buil­ding desi­gned by her pro­mi­nent father hims­elf in bet­ter days. There, Isabell repea­ted­ly encoun­ters the enig­ma­tic Anja, a sin­gle mother who is strugg­ling to make ends meet. An unex­pec­ted bond beg­ins to form. The more Anja and her daugh­ter Greta beco­me part of Isabell’s life, the more uncer­tain she feels about the exis­tence she has so careful­ly built for hers­elf. Isabell sen­ses the ground shif­ting beneath her feet as she incre­asing­ly loses control.

    Credits:

    DE/FR 2024, 100 Min.,
    Regie:  Ina Weisse 

    Kamera: Judith Kaufmann
    Schnitt: Hansjörg Weißbrich
    mit Nina Hoss, Saskia Rosendahl, Vincent Macaigne, Thorsten Merten

    Trailer:
    ZIKADEN | Trailer deutsch
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  • Im Prinzip Familie

    Im Prinzip Familie

    Ein Film von Daniel Abma. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Der neue Film von Daniel Abma (Autobahn 2019, Nach Wriezen 2012) ist zeit­wei­se Mal ein rich­ti­ger „Tearjerker“, aber auch alle, die weit weg vom Wasser gebaut haben, dürf­ten sich gerührt füh­len.
    In einem Haus am Ufer eines idyl­li­schen Sees arbei­ten drei Erzieher:innen im Schichtdienst in einer Wohngruppe mit fünf vor­pu­ber­tä­ren Jungen. Die Kinder nen­nen sie Herr Wagner, Frau Wagner und Herr Gerecke. Kochen, waschen, ein­kau­fen, die Kinder zum Schulbus und zu und Freizeitaktivitäten zu brin­gen, gehört eben­so zu ihrem Alltag, wie zuhö­ren, trös­ten, auf dem Sofa kuscheln, Filmabende und Gute-Nacht-Geschichten vor­le­sen. Die Betreuer:innen wol­len kei­ne Ersatzeltern sein, und den­noch zei­gen, wie sich ein fami­liä­res Miteinander anfüh­len kann.
    Alle Kinder, die hier leben, ver­eint vor allem eines: der Wunsch eines Tages nach Hause zurück­zu­keh­ren. Dafür set­zen sich die Erzieher:innen uner­müd­lich ein: sie spre­chen mit Vormund, Eltern und Jugendamt, doku­men­tie­ren, orga­ni­sie­ren, set­zen gemein­sam Ziele und tref­fen Verabredungen – und wer­den häu­fig ent­täuscht, weil die­se nicht ein­ge­hal­ten wer­den. Das erin­nert an einen Kampf gegen Windmühlen, an den Grenzen eines über­for­der­ten Systems.
    „Im Prinzip Familie gelingt damit, was nur den bes­ten Dokumentarfilmen gelingt: allein durch inten­si­ves Hinschauen Vorurteile abzu­bau­en und neue Perspektiven zu eröff­nen. Er zeigt (zwischen)menschliche Höhen und Tiefen, die schö­nen und die schwie­ri­gen Momenten zwi­schen Sozialarbeiter*innen und Kindern, Konflikte und Versöhnung, schickt sein Publikum auf eine emo­tio­na­le Achterbahnfahrt aus Freude, Wut, Verständnis und Mitgefühl. Und ver­mit­telt dabei ein­drück­lich und auf­dring­lich, wie kom­plex Menschen und ihre Probleme sind.“ Christian Neffe | kino-zeit

    Credits:

    DE 2024, 91 Min., dt. OmeU
    Regie: Daniel Abma

    Kamera: Johannes Praus
    Schnitt: Jana Dugnus 

    Trailer:
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    A film by Daniel Abma. Starts June 5th at the fsk. In German with English subtitles.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    When par­ents can no lon­ger ful­fil their duty of care, the children’s world often falls apart. Nothing stays as it was. Suddenly it is no lon­ger mum or dad who are in char­ge but the youth wel­fa­re sys­tem. Daniel Abma fol­lo­wed a youth housing group in a rural area over seve­ral years, show­ing pro­fes­sio­nal edu­ca­tors who want to give five boys bet­ween the ages of seven and four­teen what they need most urgen­tly, day by day: secu­ri­ty, ori­en­ta­ti­on, a home.
    The docu­men­ta­ry focus is not on the child­ren but on tho­se who take the par­ents’ place. They some­ti­mes remind us of Don Quixote til­ting at the wind­mills, for the­re is a dif­fu­si­on of respon­si­bi­li­ty bet­ween school, youth wel­fa­re ser­vices, and absent mothers and fathers. Words fail when adults do not keep appoint­ments, when tho­se in char­ge capi­tu­la­te in the face of racist bul­ly­ing and pro­po­se some “time out” – for the bul­lied boy – in a psych­ia­tric faci­li­ty. It would be easy to denoun­ce the­se mecha­nisms, but that is not the point Daniel Abma wants to make. His obser­va­ti­on, both empha­tic and reser­ved, looks ques­tio­nin­gly into the gaps in the sys­tem – with tho­se who are in dan­ger of fal­ling through and tho­se who try to fill them with affec­tion. He makes us suspect that the ans­wer is not to clo­se all the system’s gaps. It is peo­p­le who are the­re for other peo­p­le and take respon­si­bi­li­ty. Luc-Carolin Ziemann

    Credits:

    DE 2024, 91 Min., dt. OmeU
    Regie: Daniel Abma

    Kamera: Johannes Praus
    Schnitt: Jana Dugnus 

    Trailer:
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  • Das Fest geht weiter!

    Das Fest geht weiter!

    Ein Film von Robert Guédiguian. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]


    Nach einem Ausflug ins afri­ka­ni­sche Mali kehrt der fran­zö­si­sche Regisseur Robert Guédiguian für Das Fest geht wei­ter in sei­ne Heimat Marseille zurück, der Stadt in der er einen Großteil sei­ner Filme insze­niert hat, deren Menschen und Macken er kennt und por­trä­tiert wie kein Zweiter. Fast doku­men­ta­risch mutet sein Blick daher an, sozia­lis­tisch und huma­nis­tisch, wenn­gleich auch zuneh­mend skeptisch.Am 5. November 2018 stürz­ten in Marseille zwei Gebäude ein, acht Menschen kamen unter den Trümmern ums Leben. Schauplatz war das Viertel Noailles, unweit des Hafens gele­gen, dort wo das tra­di­tio­nel­le Marseille noch deut­li­cher zu spü­ren ist, als in den schi­cke­ren, moder­ne­ren Vierteln. …
    Mit Bildern der ein­ge­stürz­ten Häuser beginnt Das Fest geht wei­ter und ver­or­tet sich dadurch kon­kret in Raum und Zeit, auch wenn sich im Folgenden die Geschichte um fik­ti­ve Figuren ent­wi­ckelt. Die wer­den aller­dings von Schauspielern ver­kör­pert, die schon oft in den Filmen von Robert Guédiguian zu sehen waren, die dadurch fast eben­so wie Einwohner von Marseille wir­ken, wie der Autor und Regisseur selbst zu einer Art Chronist sei­ner Heimatstadt gewor­den ist.
    Hauptfigur ist Rosa, Witwe, Mutter von zwei schon erwach­se­nen Söhnen. Als Krankenschwester arbei­tet sie, bald will sie in den Ruhestand gehen, was für eine umtrie­bi­ge, sozi­al enga­gier­te Person wie sie es ist, kaum denk­bar erscheint. Nicht nur im Krankenhaus, auch im Privaten küm­mert sich Rosa eher um ande­re Menschen als um sich selbst … . Aus die­sem Grund kan­di­diert die umtrie­bi­ge Rosa auch bei den bald anste­hen­den Kommunalwahlen, ange­sichts ihrer Beliebtheit im Viertel steht ihrem Einzug in den Stadtrad nichts ent­ge­gen. Doch dann lernt Rosa Alice Vater Henri ken­nen, der gera­de sein klei­nes Buchgeschäft auf­ge­ge­ben hat und sich nun end­gül­tig aus­schließ­lich den schö­nen Dingen des Lebens wid­men möch­te. Zum ers­ten Mal seit sehr lan­ger Zeit spürt Rosa das Bedürfnis, sich mehr um sich selbst zu küm­mern.
    Auf dem Papier könn­te man Das Fest geht wei­ter für eine leich­te, harm­lo­se roman­ti­sche Komödie hal­ten, in der ein älte­res Paar ein spä­tes Glück erlebt. Doch auch wenn Robert Guédiguian nicht mit Bildern glei­ßen­der Sonnenuntergänge spart, in denen Marseille traum­haft schön wirkt, hat sein Film auch eine ande­re Ebene. Als aus­ge­wie­se­ner Sozialist hat der inzwi­schen 71jährige Regisseur immer wie­der die Notwendigkeit und Bedeutung von per­sön­li­chem Engagement the­ma­ti­siert, vom gesell­schaft­li­chen Miteinander, von Bürgerinitiativen und leb­haf­ten, laut­star­ken Protesten.“ Michael Meyns

    Credits:

    Et la fête con­ti­nue ! 
    FR/IT 2023, 106 Min., frz. OmU
    Regie: Robert Guédiguian
    Kamera: Pierre Milon
    Schnitt: Bernard Sasia
    mit: Ariane Ascaride, Jean-Pierre Darroussin, Gérard Meylan, Lola Naymark, Grégoire Leprince-Ringuet, Robinson Stévenin.

    Trailer:
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    A film by Robert Guédiguian. In French with German subtitles.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    In the working-class dis­trict of old Marseilles, Rosa is the heart and soul of her com­mu­ni­ty, a nur­se and the matri­arch of a lar­ge and clo­se-knit fami­ly. But approa­ching reti­re­ment and sur­roun­ded by poli­ti­cal iner­tia, she is fee­ling dis­il­lu­sio­ned. Until she meets Henri and rea­li­ses it is never too late to ful­fil her own poli­ti­cal and per­so­nal dreams.

    Credits:

    Et la fête con­ti­nue ! 
    FR/IT 2023, 106 Min., frz. OmU
    Regie: Robert Guédiguian
    Kamera: Pierre Milon
    Schnitt: Bernard Sasia
    mit: Ariane Ascaride, Jean-Pierre Darroussin, Gérard Meylan, Lola Naymark, Grégoire Leprince-Ringuet, Robinson Stévenin.

    Trailer:
    And the Party Goes on / Et la fête con­ti­nue ! (2023) – Trailer (English Subs)

    Im Kino mit deut­schen Untertiteln.

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  • filmPOLSKA reloaded – Girls‘ StoriesfilmPOLSKA

    filmPOLSKA reloaded – Girls‘ StoriesfilmPOLSKA

    Dziewczyńskie his­to­rie / Girls‘ Stories

    [Tickets]

    7.5.18:00, Einführung: Bartek Tesarz (Polnisches Institut Berlin)
    PL 2023
    R/B/S: Aga Borzym
    60 min, OmeU
    K: Kachna Baraniewicz
    M: Barbara WrońskaJagoda
    Jagoda und Zuzia gehö­ren zur TikTok-Generation, sind bes­te Freundinnen und ste­hen gera­de an der Schwelle zur Pubertät. Und sie sind Prototypen des­sen, was man gemein­hin als „früh­reif“ bezeich­net – sie sind umfas­send auf­ge­klärt und machen sich tief­grei­fen­de Gedanken über Partnerschaft und Lebensgestaltung, seh­nen aber immer noch ihre ers­te Periode her­bei, die sie end­lich zu Erwachsenen machen soll. Zwischen Spielplatz, Schule und sozia­len Medien beob­ach­ten wir über vie­le Monate hin­weg, wie der Übergang von der Kindheit ins Erwachsenenleben tat­säch­lich Fahrt auf­nimmt und über­ra­schend unter­schied­li­che Entwicklungen in Gang bringt. Denn der Blick auf sich selbst und die Umgebung ver­än­dert sich bei den bei­den Mädchen nicht so gleich­ar­tig, wie es die anfäng­li­che Harmonie ver­mu­ten lässt. Wie zwei Prototypen spie­geln die Charaktere mög­li­che Wege, die man in die­sem Alter ein­schla­gen kann – von frü­her Karriereplanung und bewuss­ter Arbeit am eige­nen Erscheinungsbild über resi­gnier­te Gleichgültigkeit bis zu Essstörungen und psy­chi­schen Problemen. In vie­len klei­nen, auf den ers­ten Blick unspek­ta­ku­lä­ren Szenen mit viel Wortanteil, unter­bro­chen von kur­zen Animationen, zeigt die Regisseurin, wie die Sehnsucht nach dem Erwachsensein lang­sam der puber­tä­ren Desillusionierung und Ratlosigkeit weicht. Dabei bleibt sie stets nah an ihren Protagonistinnen und gibt ihnen den Raum, sich so dar­zu­stel­len, wie sie es wol­len. [Rainer Mende]

    Veranstalter: Polnisches Institut Berlin in Kooperation mit dem fsk Kino

    GIRLSSTORIES (Dziewczyńskie his­to­rie) trai­ler – Cambridge Film Festival 2024

  • Einfach Machen! She-Punks von 1977 bis heute

    Einfach Machen! She-Punks von 1977 bis heute

    Ein Film von Reto Caduff.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Östro 430, Mania D, Malaria!, Kleenex, LiLiput – wer die­se Namen kennt, weiß, wovon ich schrei­be: Rein weib­li­che Punk – oder Experimental/Wave-Bands. kra­chi­ge Musik, schril­les, schlam­pig-bun­tes oder extrem sti­li­sier­tes Outfit, über 40 Jahre zurück. „Jeder durf­te, kaum einer konn­te“ galt auf ein­mal nicht nur für die Jungs, son­dern auch für die Mädels.
    Einfach machen! She-Punks von 1977 bis heu­te por­trä­tiert Künstlerinnen, die 40 Jahre spä­ter immer noch oder wie­der zusam­men auf der Bühne ste­hen. Als Pionierinnen des deutsch­spra­chi­gen She-Punk tei­len Gudrun Gut, Beate Bartel, Bettina Köster, Sara Schär, Klaudia Schifferle, Martina Weith und Bettina Flörchinger ihre Erfahrungen und Geschichten. Trotz des unter­schied­li­chen Sounds der Bands und ohne es damals zu wis­sen, waren sie Teil einer weib­li­chen Revolution in der Musikindustrie, die nach­fol­gen­de Künstlerinnen nach­hal­tig geprägt hat. Ein Film über Punk als Lebensgefühl aus weib­li­cher Perspektive, Feminismus mit Gitarrenriff und das unver­gleich­li­che Lebensgefühl der spä­ten 70er und frü­hen 80er Jahre.

    Die Erfahrungen, die die Protagonistinnen hier schil­dern, sind auf visu­el­ler Ebene unter ande­rem mit Fotos und mit his­to­ri­schen Aufnahmen illus­triert. Hinzu kom­men Ausschnitte aus alten TV-Sendungen wie Formel Eins. Diese unter­strei­chen zum einen die bemer­kens­wer­te Originalität der Bands. (…) Zum ande­ren wird zum Beispiel bei einem Auftritt der Östro-430-Sängerin und Saxofonistin Martina Weith in der Michael Braun Talkshow im WDR der Sexismus der Zeit spür­bar, wenn der Moderator non­cha­lant mit Begriffen wie „Weiberband“ um sich wirft.“
    Andreas Köhnemann | Kino-Zeit

    Credits:

    DE/CH 2024, 89 Min., deut­sche OmeU
    Regie: Reto Caduff

    Kamera: Roman Schauerte, Stephan Huwyler
    Schnitt: Beatrice Babin, Ginés Olivares 

    Trailer:
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    A film by Reto Caduff. In German with English subtitles.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Don’t talk, do!” At the end of the 70s, punk pro­mi­sed rebel­li­on and self-empower­ment. Also for the women in the sce­ne. They fought for their place on stage bet­ween the domi­nant punk top dogs, play­ing against social norms and long-out­da­ted fema­le role models. This is their story.

    Credits:

    DE/CH 2024, 89 Min., deut­sche OmeU
    Regie: Reto Caduff
    Kamera: Roman Schauerte, Stephan Huwyler
    Schnitt: Beatrice Babin, Ginés Olivares 

    Trailer:
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  • Barbara Morgenstern und die Liebe zur Sache

    Barbara Morgenstern und die Liebe zur Sache

    Ein Film von Sabine Herpich.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Barbara Morgenstern, Pionierin des lyri­schen Elektro-Pop, arbei­tet an einem neu­en Album. In ihrer Wohnung ent­ste­hen ers­te Texte und Harmonien. Bei den Proben mit ihrer Band feilt sie an Arrangements. Es fol­gen die Aufnahmen in den legen­dä­ren Berliner Hansa-Studios, Pressefotos, die Gestaltung des Plattencovers, ein ers­tes Musikvideo, die Tourplanung. Im Hintergrund gibt es Fragen: Wie expe­ri­men­tell darf das Album wer­den, wie poli­tisch soll es sein, in wel­chem Format kann es live prä­sen­tiert wer­den? Am Ende steht Morgenstern auf der Bühne, um das ers­te Mal für ihre Fans die neu­en Lieder zu spie­len, die Lieder von „In ande­rem Licht“.

    Mit zuge­wand­tem, ruhi­gem Blick beglei­tet die Regisseurin Sabine Herpich (Kunst kommt aus dem Schnabel wie er gewach­sen ist) in ihrem Film Morgensterns künst­le­ri­schen Arbeitsprozess von den ers­ten intui­ti­ven Ideen bis zur Live-Performance. Die Entstehung des Albums gelingt, weil die ein­zel­nen Stimmen auf­ein­an­der hören. Wie neben­bei ent­wi­ckelt sich so das inti­me Porträt einer Künstlerin, für die Musik Rückzugsort, Trost und Freundschaft ist – und das Mittel der Wahl, um über die eige­ne Position in der Welt nach­zu­den­ken. Ein Film über die Liebe zur Sache.

    Barbara Morgenstern und die Liebe zur Sache ist kein Fly-on-the-Wall-Film, der aus Immersionsdrang her­aus die Anwesenheit der Kamera und des Tonaufnahmegeräts zu ver­schlei­ern ver­sucht, auch kei­ne blo­ße „teil­neh­men­de Beobachtung“, die semi­di­stan­ziert Bilder und Töne regis­triert, um sie spä­ter in neu­er Ordnung zu mon­tie­ren. Vielmehr sehen wir einen anteil­neh­men­den, die Protagonistin an der Erzählweise teil­ha­ben las­sen­den Dokumentarfilm. Der Weg hin zum „Endprodukt“ hat bei Morgenstern – von deren Musik man übri­gens kein Fan sein muss, um ihr ger­ne zu fol­gen – etwas Spielerisches. Ein mit der Kamera spie­len­der Spaß, der zwi­schen den Zeilen zum Ernst, zum ret­ten­den Anker in Zeiten von Einsamkeit und Unruhe wird.“ Tilman Schumacher | critic.de

    Credits:

    DE 2024, 109 Min., dt. OmeU
    Regie, Kamera & Schnitt: Sabine Herpich
    Ton: Sabine Herpich, Tobias Büchner
    Produktion: Tobias Büchner

    Trailer:
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    A film by Sabine Herpich. In German with English subtitles.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    For the first time in six years, Barbara Morgenstern, pio­neer of German-style elec­tro­nic inti­ma­te pop, works on a new album. Her lap­top sits on a shoe­box, in the pri­va­cy of her home she finds first lines and har­mo­nies: “I like to be alo­ne,” one song beg­ins. One by one, musi­ci­ans join her. Intuitive ide­as take shape. A win­dow has ope­ned. Arrangements, rehear­sals, recor­dings fol­low. Step by step, the music enters public space, images are pro­du­ced, vide­os, nar­ra­ti­ves. Questions ari­se: New begin­ning or back to the roots? New Biedermeier or tough poli­ti­cal com­ment? The big­ger the band, the ris­kier the boo­king. The more cri­sis-rid­den the envi­ron­ment, the more com­fort­ing the music-making.
    Sabine Herpich shows the crea­ti­on of a pop album as a working pro­cess. Her view is as unpre­ten­tious as her prot­ago­nist, her quiet obser­va­ti­on not inte­res­ted in sto­ry and gla­mour, but in clo­sen­ess and com­pre­hen­si­on. We under­stand why someone works as an artist, even if it is never explai­ned. Barbara Morgenstern shares what moves her: “Labour of love / for the rest of the earth / I’m more than cer­tain / that this still has worth.”

    Jan Künemund

    Credits:

    DE 2024, 109 Min., dt. OmeU
    Regie, Kamera & Schnitt: Sabine Herpich
    Ton: Sabine Herpich, Tobias Büchner
    Produktion: Tobias Büchner

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  • Caught by the Tides

    Caught by the Tides

    Ein Film von Jia Zhang-Ke.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Caught by the tides ist Jia Zhangkes expe­ri­men­tells­ter Film und einer sei­ner bes­ten. Einerseits ist der Film eine Art Coda, eine Wiederholung oder eine Variation von Asche ist rei­nes Weiss (2019). Caught by the tides beginnt, wie der älte­re Film, 2001 in Datong. In bei­den Filmen sind die Hauptfiguren die Tänzerin Qiaoqiao (Tao Zhao) und der Gangster Guo Bin, der aller­dings in Asche von Fan Liao, in Caught by the tides von Zhubin Li gespielt wird. In bei­den Filmen sind sie ein Paar, dann wer­den sie getrennt, und sie sucht ihn eini­ge Jahre spä­ter. Die Parallelen gehen noch wei­ter, aber Asche ist rei­nes Weiss war noch eine Art Neo-Noir, in Caught by the tides ist die Liebesbeziehung aufs extrems­te redu­ziert. Qiao und Bin reden nicht ein ein­zi­ges Mal mit­ein­an­der. Erst in der aller­letz­ten Szene spricht Qiao ein Wort: „Ha!“. Ihre Beziehung im Film besteht nur aus Gesten.
    Dafür ist die rei­ne fil­mi­sche Wucht von Caught by the tides noch grö­ßer. Es gibt drei Episoden: 2001 in der Bergarbeiterstadt Datong in Nordchina, 2006 in Fengjie, einer Stadt im Einzugsgebiet des monu­men­ta­len „Drei Schluchten“-Staudamms, die kom­plett umge­sie­delt wur­de, und 2022 in Zhuhai, Südchina und wie­der zurück in Datong, das sich gewal­tig ver­än­dert hat.
    Die „drif­ting gene­ra­ti­on“ nennt Jia die Generation sei­ner Hauptfiguren. In den ers­ten zwan­zig Jahren des Jahrhunderts fand in China ein gewal­ti­ger Wandel statt. In Jias Film spie­gelt sich die­ser Wandel. Caught by the tides ist ein Film, der Treibgut sam­melt, Überreste unter­ge­gan­ge­ner Welten und über Bord gewor­fe­ner Traditionen der Gemeinschaft. Der Film ist aber auch eine Feier des wider­stän­di­gen Unkrauts, der Menschen, die ziel­los durch die­se Welt trei­ben. Einige gehen ver­lo­ren, vie­le Abschiede wer­den genom­men, eini­gen gelingt es, eine neue Art von Gemeinschaft zu fin­den, und sei es, wie Qiaoqiao, in einer Laufgruppe, die sich die Stadt und die Straßen auf ihre Art zu eigen macht.“
    Tom Dorow | indiekino

    Credits:

    Feng liu yi dai
    CN 2024, 110 Min., chin. OmU
    Regie: Jia Zhang-Ke
    Kamera:
    Yu Lik-Wai, Eric Gautier
    Schnitt: Yang Chao, Lin Xudong, Matthieu Laclau
    mit: Zhao Tao, Li Zhubin, Pan Jianlin, Lan Zhou

    Trailer:
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    A film by Jia Zhang-Ke. In Mandarin with German subtitles.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    An endu­ring but fra­gi­le love sto­ry shared by Qiaoqiao and Bin, set in China, from the ear­ly 2000s to the pre­sent day.
    Caught up in each other, Qiaoqiao and Bin enjoy­ed all that the city had to offer, sin­ging and dancing. Until one day, Bin finds hims­elf wan­ting to try his luck in a big­ger place than Datong. He left wit­hout any noti­ce. Some time later, Qiaoqiao deci­des to go on a jour­ney to look for him.
    Traversing all of his past films, Jia Zhangke deli­vers an epic look at the roman­tic desti­ny of his peren­ni­al heroi­ne, Qiaoqiao. Spanning 21 years of a coun­try going through pro­found trans­for­ma­ti­on, the film gives a new per­spec­ti­ve to look into the con­tem­po­ra­ry China as well as the indi­vi­du­al expe­ri­en­ces under the tur­bu­lent emo­tio­nal and social changes.

    Credits:

    Feng liu yi dai
    CN 2024, 110 Min., chin. OmU
    Regie: Jia Zhang-Ke
    Kamera:
    Yu Lik-Wai, Eric Gautier
    Schnitt: Yang Chao, Lin Xudong, Matthieu Laclau
    mit: Zhao Tao, Li Zhubin, Pan Jianlin, Lan Zhou

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