Barbara Morgenstern, Pionierin des lyrischen Elektro-Pop, arbeitet an einem neuen Album. In ihrer Wohnung entstehen erste Texte und Harmonien. Bei den Proben mit ihrer Band feilt sie an Arrangements. Es folgen die Aufnahmen in den legendären Berliner Hansa-Studios, Pressefotos, die Gestaltung des Plattencovers, ein erstes Musikvideo, die Tourplanung. Im Hintergrund gibt es Fragen: Wie experimentell darf das Album werden, wie politisch soll es sein, in welchem Format kann es live präsentiert werden? Am Ende steht Morgenstern auf der Bühne, um das erste Mal für ihre Fans die neuen Lieder zu spielen, die Lieder von „In anderem Licht“.
Mit zugewandtem, ruhigem Blick begleitet die Regisseurin Sabine Herpich (Kunst kommt aus dem Schnabel wie er gewachsen ist) in ihrem Film Morgensterns künstlerischen Arbeitsprozess von den ersten intuitiven Ideen bis zur Live-Performance. Die Entstehung des Albums gelingt, weil die einzelnen Stimmen aufeinander hören. Wie nebenbei entwickelt sich so das intime Porträt einer Künstlerin, für die Musik Rückzugsort, Trost und Freundschaft ist – und das Mittel der Wahl, um über die eigene Position in der Welt nachzudenken. Ein Film über die Liebe zur Sache.
„Barbara Morgenstern und die Liebe zur Sache ist kein Fly-on-the-Wall-Film, der aus Immersionsdrang heraus die Anwesenheit der Kamera und des Tonaufnahmegeräts zu verschleiern versucht, auch keine bloße „teilnehmende Beobachtung“, die semidistanziert Bilder und Töne registriert, um sie später in neuer Ordnung zu montieren. Vielmehr sehen wir einen anteilnehmenden, die Protagonistin an der Erzählweise teilhaben lassenden Dokumentarfilm. Der Weg hin zum „Endprodukt“ hat bei Morgenstern – von deren Musik man übrigens kein Fan sein muss, um ihr gerne zu folgen – etwas Spielerisches. Ein mit der Kamera spielender Spaß, der zwischen den Zeilen zum Ernst, zum rettenden Anker in Zeiten von Einsamkeit und Unruhe wird.“ Tilman Schumacher | critic.de
For the first time in six years, Barbara Morgenstern, pioneer of German-style electronic intimate pop, works on a new album. Her laptop sits on a shoebox, in the privacy of her home she finds first lines and harmonies: “I like to be alone,” one song begins. One by one, musicians join her. Intuitive ideas take shape. A window has opened. Arrangements, rehearsals, recordings follow. Step by step, the music enters public space, images are produced, videos, narratives. Questions arise: New beginning or back to the roots? New Biedermeier or tough political comment? The bigger the band, the riskier the booking. The more crisis-ridden the environment, the more comforting the music-making. Sabine Herpich shows the creation of a pop album as a working process. Her view is as unpretentious as her protagonist, her quiet observation not interested in story and glamour, but in closeness and comprehension. We understand why someone works as an artist, even if it is never explained. Barbara Morgenstern shares what moves her: “Labour of love / for the rest of the earth / I’m more than certain / that this still has worth.”
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