Kategorie: archiv

  • Im Haus meiner Eltern

    Im Haus meiner Eltern

    Ein Film von Tim Ellrich. Am 12.4. mit anschlie­ßen­dem Filmgespräch.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Vor ein paar Jahren hat­ten wir die Freude, den viel­fach aus­ge­zeich­ne­ten Dokumentarfilm Mein Vietnam von Thi Hien Mai und Tim Ellrich inner­halb unse­rer Reihe „Dok-Termin“ vor­stel­len zu dür­fen, einen sehr per­sön­li­cher Einblick in das Leben der Eltern der Regisseurin. In sei­nem Spielfilm-Debüt schil­dert Ko- Regisseur Tim Ellrich jetzt eben­falls eine Geschichte aus sei­ner nächs­ten Familie. Holle, eso­te­ri­sche Therapeutin, Tochter und Schwester, muss sich als ein­zi­ge um ihren Bruder Sven küm­mern, bei dem vor vie­len Jahren Schizophrenie dia­gnos­ti­ziert wur­de. Er ver­wei­ger­te jede Behandlung und lebt seit­her zurück­ge­zo­gen auf dem Dachboden im Haus der Eltern, die sich all­mäh­lich, mit zuneh­men­dem Alter, von ihm über­for­dert füh­len. Als ihre Mutter ins Krankenhaus kommt, ver­bringt Holle immer mehr Zeit mit Sven und beim Vater, und ver­nach­läs­sigt ihre eige­ne Beziehung dabei sträf­lich.
    »Die mar­kan­te for­ma­le Gestaltung von Im Haus mei­ner Eltern schiebt der all­zu direk­ten Deutung als auto­bio­gra­fi­sche Nabelschau einen Riegel vor. Mit Schwarz-weiß-Bildern und einem schma­len Bildformat ver­leiht Ellrich der Geschichte einen uni­ver­sel­len Charakter. … Das ein­drucks­volls­te Element des stil­len Dramas ist die Darstellung des psy­chisch erkrank­ten Sven. Fernab kli­schee­haf­ter Darstellungen von Schizophrenie zeigt Ellrich die Erkrankung als Rückzug ins Innere, womit eine Auflösung für die ande­ren ver­bun­den ist.“ Christian Horn | FilmDienst
    Das gran­di­os gespiel­te und stren­gem schwarz-weiß gehal­te­ne Familiendrama wur­de in IFF Rotterdam mit dem Preis der Jury ausgezeichnet.

    Credits:

    DE 2025, 95 Min,
    Regie: Tim Ellrich
    Kamera: Konstantin Pape
    Schnitt: Tobias Wilhelmer
    mit: Jenny Schily, Ursula Werner, Manfred Zapatka und Jens Brock 

    Trailer:
    Im Haus mei­ner Eltern – trai­ler | IFFR 2025
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    A film by Tim Ellrich. In German.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    A the­ra­pist who­se inte­rests lie in alter­na­ti­ve ways to help the sick and infirm is forced to balan­ce the demands of her pro­fes­sio­nal life with tho­se of her age­ing par­ents and older brot­her, in Tim Ellrich’s sen­si­ti­ve but uncom­pro­mi­sing drama.

    Holle works as a spi­ri­tu­al hea­ler, ten­ding to cli­ents with serious ill­nesses and chro­nic con­di­ti­ons. One of four siblings, she devo­tes much of her time to caring for her age­ing par­ents, a com­mit­ment that strains her rela­ti­onship with her part­ner. When her mother suf­fers a fall and is hos­pi­ta­li­sed, Holle faces moun­ting chal­lenges, par­ti­cu­lar­ly in rela­ti­on to her brot­her Sven, who has schi­zo­phre­nia and has lived a secluded life in their par­ents’ attic for years.

    Inspired by film­ma­ker Tim Ellrich’s own fami­ly expe­ri­en­ces and shot on loca­ti­on at his child­hood home, Im Haus mei­ner Eltern is an incisi­ve explo­ra­ti­on of the toll care­gi­ving takes on fami­lies. Filmed in stark black and white, its visu­als cap­tu­re both the exhaus­ti­on of care­gi­ving and the claus­tro­pho­bia of lives bound by duty. Ellrich avo­ids easy judgments, ins­tead offe­ring a thoughtful reflec­tion on how socie­ty tre­ats the elder­ly and infirm and the fric­tion the­se respon­si­bi­li­ties crea­te within fami­lies – from tho­se who should­er the bur­den to tho­se who keep their distance. With empa­thy and an under­sta­ted approach, Im Haus mei­ner Eltern, exami­nes the uns­po­ken ten­si­ons and quiet sacri­fices that defi­ne fami­ly life under pressure.

    Vanja Kaludjercic

    Credits:

    DE 2025, 95 Min,
    Regie: Tim Ellrich
    Kamera: Konstantin Pape
    Schnitt: Tobias Wilhelmer
    mit: Jenny Schily, Ursula Werner, Manfred Zapatka und Jens Brock 

    Trailer:
    Im Haus mei­ner Eltern – trai­ler | IFFR 2025
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  • filmPOLSKA reloaded: Travel Essentials

    filmPOLSKA reloaded: Travel Essentials

    Am 27.5. um 18:00 im fsk. Einführung: Bartek Tesarz (Polnisches Institut Berlin)

    [Tickets]

    Rzeczy niez­będ­ne / Unverzichtbare Dinge
    PL/D 2024
    R: Kamila Tarabura
    101 min, OmdU
    B: Kamila Tarabura & Katarzyna Warnke
    K: Tomasz Naumiuk
    S: Alan Zejer
    M: CEL
    D: Dagmara Domińczyk, Katarzyna Warnke, Małgorzata Hajewska-Krzysztofik, Andrzej Konopka u. a.

    Eigentlich will sich die hoch­schwan­ge­re Kriegsjournalistin Ada eine Auszeit bei ihrem Partner in Hamburg gön­nen. Doch dann bekommt sie aus Polen ein Buch zuge­schickt, in dem eine Frau ihre Missbrauchserfahrungen als Kind schil­dert – ver­se­hen mit einer per­sön­li­chen Widmung und einer Telefonnummer.

    Gegen jede Vernunft macht sich Ada auf den Weg in ihre alte Heimat. Dort trifft sie sich mit Roksana, der Autorin des Buchs. Diese bit­tet Ada, mit ihr in die pol­ni­sche Provinz zu fah­ren, wo bei­de auf­ge­wach­sen sind. Vielleicht kön­nen sie nach dem Tod von Roksanas Vater ihre Mutter dazu brin­gen, das Schweigen über die Ereignisse von damals zu bre­chen. Das odd cou­ple macht sich auf den Weg, um zu rekon­stru­ie­ren, was gesche­hen ist – oder ob sich Roksana die Geschichte viel­leicht nur aus­ge­dacht hat.

    Kamila Taraburas Langfilm-Debüt ist eine fein­füh­li­ge Mischung aus Roadmovie, Thriller, Krimi und Psychoporträt, das vie­le über­ra­schen­de Wendungen nimmt, um par­al­lel meh­re­re Geschichten zu erzäh­len. Dabei kann sich die Regisseurin vor allem auf ihre traum­haft inter­agie­ren­den Hauptdarstellerinnen Dagmara Domińczyk (Ada) und Katarzyna Warnke (Roksana) ver­las­sen, deren Schweigen oft bered­ter ist als ihre Worte. [Rainer Mende]

    Veranstalter: Polnisches Institut Berlin in Kooperation mit dem fsk Kino

  • Simón de la montaña

    Simón de la montaña

    Ein Film von Federico Luis.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Simóns Verhältnis zu sei­ner Mutter ist schon län­ger schwie­rig. Wirklich zu Hause fühlt er sich nur bei Pehuén und den ande­ren an der Schule für Menschen mit kör­per­li­chen und geis­ti­gen Behinderungen. Dort hat er das Gefühl, er selbst sein zu dür­fen, auch wenn er anders ist als alle anderen.

    In lose ver­bun­de­nen Vignetten tau­chen wir in das Leben einer Gruppe ver­hal­ten­so­ri­gi­nel­ler Jugendlicher ein. Unser Titelheld fühlt sich vor allem an der Seite von Pehuén und Colo wohl (wie die ande­ren kogni­tiv Eingeschränkten von Laien gespielt) – ein­mal, als die bei­den Sex haben, steht er sogar für sie Schmiere. Doch irgend­wann fragt sich, was Simón an die­ser Schule eigent­lich ver­lo­ren hat und war­um er sich hier zuge­hö­rig fühlt. Luis’ unge­wöhn­li­ches Drama stellt unse­re Wahrnehmung von Menschen, die wir als „anders“ qua­li­fi­zie­ren, auf die Probe. Sein Plädoyer lässt vie­les offen, aber kei­nen Zweifel: Verbundenheit kann nur durch Offenheit ent­ste­hen. (Roman Scheiber)

    Credits:

    Argentinien, Uruguay, Chile 2024, 97 Min., span. OmU
    Regie: Federico Luis
    Kamera: Marcos Hastrup
    Schnitt: Tomás Murphy, Andrés Medina
    mit: Lorenzo Ferro, Pehuén Pedre, Kiara Supini, Laura Nevole, Agustín Toscano, Camila Hirane

    Trailer:
    Simón de la Montana ab 27.03.25 im Kino
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    A film by Federico Luis. Im Spanish with German subtitles.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    The film is far from a straight­for­ward por­tra­y­al of its sub­ject. It doesn’t just focus on good and noble fee­lings, nor does it fall into the sort of sim­pli­stic bina­ries that set the “puri­ty” of peo­p­le with disa­bi­li­ties against the cyni­cism of socie­ty. Simón is deceitful, more than hap­py to lie and una­fraid to get his fri­ends into trou­ble, yet they never judge or punish him nor label him as pro­ble­ma­tic. At home, whe­re his mother’s good­will has been exhaus­ted, a sen­se of apa­thy has set in that threa­tens to usurp the obvious love she feels for him. Luis’ film smart­ly refrains from jud­ging her, as she seems unable to find a solu­ti­on to her son’s unex­plai­ned anti­cs; she only wat­ches in sur­pri­se as Simón speaks less and less, imi­ta­tes phy­si­cal tics and retre­ats into his own per­so­nal ver­si­on of disa­bi­li­ty. Engrossing, and nar­ra­ted with gre­at intel­li­gence and subt­le­ty, the film lay­ers nuan­ce upon nuan­ce in its sui­ta­b­ly ambi­va­lent por­trait of the titu­lar cha­rac­ter. With ano­ther enig­ma­tic, yet empa­the­tic per­for­mance by up-and-coming actor Lorenzo Ferro, SIMÓN DE LA MONTAÑA is a remar­kab­le debut fea­ture that dares to explo­re the mur­ky waters of human beha­viour. (Diego Lerer)

    Credits:

    Argentinien, Uruguay, Chile 2024, 97 Min., span. OmU
    Regie: Federico Luis

    Kamera: Marcos Hastrup
    Schnitt: Tomás Murphy, Andrés Medina
    mit: Lorenzo Ferro, Pehuén Pedre, Kiara Supini, Laura Nevole, Agustín Toscano, Camila Hirane

    Trailer:
    Simón de la Montana ab 27.03.25 im Kino
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  • Oslo Stories: Sehnsucht

    Oslo Stories: Sehnsucht

    Ein Film von Dag Johan Haugerud.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Am stärks­ten im Fokus steht das freund­li­che Verwischen von Grenzen zwi­schen den Identitäten und Orientierungen im Film Sehnsucht / Sex. Es ist zugleich der lus­tigs­te Teil der Trilogie. Der Film star­tet mit Aufnahmen vom Osloer Umland: Auffahrtstraßen, Industriegebiet, im Gemeindeschwimmbad zie­hen Menschen ihre Bahnen. Dann beginnt ein namen­lo­ser Mann , Schornsteinfeger, Familienvater, Mitte vier­zig, von sei­nem ver­wir­ren­den Traum zu erzäh­len – ein­fach so, beim Mittagessen im Pausenraum.
    David Bowie und er, erzählt der Mann, sei­en sich in sei­nem Traum in einer Toilette begeg­net, und Bowie hät­te ihn gemus­tert, als wäre er, der Schornsteinfeger, eine Frau. Die Blicke sei­en nicht abwer­tend gewe­sen, ein­fach nur anders. Nein, eigent­lich sogar ange­nehm.
    Sein bes­ter Freund, eben­falls Schornsteinfeger, Familienvater, Mitte vier­zig, hört ihm auf­merk­sam und ver­ständ­nis­voll zu. Dann erzählt er, wie ihm jüngst ein Klient nach geta­ner Arbeit Zeichen gege­ben habe, an ihm inter­es­siert zu sein. Erst habe er gezö­gert, dann hät­ten sie Sex gehabt. »Wie er mich ange­se­hen hat, das habe ich noch nie erlebt«, sagt der Freund. »Als hät­te er Lust auf mich. Regelrecht scham­los.«
    Später erzählt der Freund auch sei­ner Ehefrau von dem Sex. Sein Argument: Gerade weil es mit einem Mann gewe­sen sei und er ganz offen dar­über spre­che, habe er sie nicht betro­gen. Doch das sieht die Ehefrau ganz anders….“
    Hannah Pilarczyk | Der Spiegel
    Und natür­lich besteht auch hier viel Gesprächsbedarf.

    Credits:

    OT: Sex
    DE 2023, 90 Min., norw. OmU
    Regie: Dag Johan Haugerud
    Kamera: Cecilie Semec
    Schnitt: Jens Christian Fodstad
    mit: Jan Gunnar Røise, Thorbjørn Harr, Siri Forberg, Birgitte Larsen

    Trailer:
    Sex Trailer | OIFF 2024
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    A film by Dag Johan Haugerud. In Norwegian with German subtitles.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Two chim­ney sweeps living in mono­ga­mous, hete­ro­se­xu­al mar­ria­ges both end up in situa­tions that chall­enge their views on sexua­li­ty and gen­der roles. One has a sexu­al encoun­ter with ano­ther man, wit­hout hims­elf expe­ri­en­cing it eit­her as an expres­si­on of homo­se­xu­al lon­gings or infi­de­li­ty. The other sud­den­ly expe­ri­en­ces noc­turnal dreams in which he is seen as a woman. This con­fu­ses and dis­turbs him. He beg­ins to won­der to what ext­ent the gaze of others shapes his per­so­na­li­ty and whe­ther the­re are aspects of hims­elf that he has sup­pres­sed, ther­eby limi­ting hims­elf.
    In Dag Johan Haugerud’s Sex, the chim­ney is swept befo­re we get down to busi­ness. Whether hete­ro or homo, wit­ty word­play chal­lenges nor­ma­ti­ve images of men and socie­ty in modern urban Norway.

    Credits:

    OT: Sex
    DE 2023, 90 Min., norw. OmU
    Regie: Dag Johan Haugerud

    Kamera: Cecilie Semec
    Schnitt: Jens Christian Fodstad
    mit: Jan Gunnar Røise, Thorbjørn Harr, Siri Forberg, Birgitte Larsen

    Trailer:
    Sex Trailer | OIFF 2024
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  • Oslo Stories: Träume

    Oslo Stories: Träume

    Ein Film von Dag Johan Haugerud.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Nach Oslo-Stories: Liebe, die­sem Filmjuwel, dass sich bis­her viel zu vie­le haben ent­ge­hen las­sen, kommt hier schon der nächs­te Teil von Dag Johan Haugeruds Oslo-Trilogie ins Kino, und er bringt wert­vol­les Gepäck mit – den Goldenen Bären der letz­ten Berlinale. Die Tradition des Festivals, expli­zit poli­tisch zu lesen­de Filme aus­zu­zeich­nen, wur­de dies­mal unter­bro­chen. Träume ist des­we­gen nicht min­der auf­re­gend.
    Die 17-jäh­ri­ge Johanne ver­liebt sich Hals über Kopf in ihre neue Lehrerin. Im spä­te­ren Verlangen, die­se wich­ti­ge Zeit für sich fest­zu­hal­ten, ver­packt sie die Erlebnisse in eine Erzählung. Als erst ihre Mutter, und spä­ter auch ihre Großmutter, eine bekann­te Dichterin, den Text lesen, ist die Aufregung groß. Bewunderung und Stolz, Sorge und sogar Konkurrenzangst wech­seln sich ab, und zwi­schen den Frauen drei­er Generationen gibt es viel Gesprächsbedarf.
    Träume ist einer­seits ein sehr ein­fa­cher Film, der eine klei­ne Geschichte ohne dra­ma­ti­sche Wendungen erzählt. Andererseits ist Träume ein sehr kom­ple­xer Film, der auf meh­re­ren klug ver­schach­tel­ten Ebenen dar­über nach­denkt, wie Texte, die Realität, die sie beschrei­ben, und die Menschen, die sie ver­fas­sen oder rezi­pie­ren, mit­ein­an­der ver­bun­den sind, und wie ihre Bedeutungen einer per­ma­nen­ten Veränderung unter­wor­fen sind – je nach­dem wer was wann war­um wo sagt oder hört, oder auch ver­schweigt. Und schließ­lich ist Träume ein sehr freund­li­cher, tröst­li­cher Film, der von Wandelbarkeit erzählt. Wo die meis­ten Filme ver­su­chen, eine mehr­deu­ti­ge und unor­dent­li­che Realität in eine sinn­haf­te Geschichte zu ver­wan­deln, unter­nimmt Träume das Gegenteil. Jede Szene, jede Person, jede Form des Diskurses fügt der Welt, die Träume abbil­det, eine neue Facette hin­zu, macht sie grö­ßer, offe­ner, viel­fäl­ti­ger. Für mich hät­te Träume ein­fach immer wei­ter gehen kön­nen.“ Hendrike Bake | indiekino

    Die drei „Oslo-Stories“ bil­den eine ein­zig­ar­ti­ge Filmtrilogie. Liebe (Venedig Wettbewerb 2024), Träume (Berlinale Goldener Bär 2025) und Sehnsucht / Sex (Berlinale Panorama 2024) sind drei jeweils eigen­stän­di­ge Filme mit neu­en Figuren und einer unab­hän­gi­gen Geschichte, und jeder ist ein Ereignis. Getrennt von­ein­an­der wer­fen sie jeweils einen neu­en Blick auf die Dinge, die unser Leben bestim­men. Erzählen von Liebe, Sehnsucht und Träumen, hin­ter­fra­gen Identität, Gender und Sexualität, ent­wer­fen mit fas­zi­nie­ren­den Charakteren und klu­gen Dialogen gewitzt und nah­bar Utopien, wie wir auch zusam­men­le­ben könn­ten. Und Oslo sehen wir aus der Perspektive der Protagonisten: inner­städ­tisch bei Träume, hoch auf den Dächern bei Sehnsucht / Sex und in Liebe wird stän­dig der Oslofjord mit der Fähre überquert.

    Goldener Bär – Berlinale 2025

    Credits:

    NO 2024, 110 Min., nor­we­gi­sche OmU
    Regie: Dag Johan Haugerud

    Kamera: Cecilie Semec
    Schnitt: Jens Christian Fodstad
    mit: Ella Øverbye, Selome Emnetu, Ane Dahl Torp, Anne Marit Jacobsen

    Trailer:
    DREAMS (SEX LOVE) International Trailer

    Im Kino mit deut­schen Untertiteln.

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    A film by Dag Johan Haugerud. In Norwegian with German subtitles.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    At 17, Johanne falls head over heels in love with her fema­le tea­cher. In an attempt to cap­tu­re this first crush, she pours her expe­ri­en­ces onto paper with raw hones­ty. When her mother and grand­mo­ther dis­co­ver her wri­tin­gs, their initi­al shock at the inti­ma­te descrip­ti­ons gives way to admi­ra­ti­on for their lite­ra­ry merit. The two older women begin to reflect on their own love lives, their plea­su­res and missed oppor­tu­ni­ties, and are remin­ded of the over­whel­ming sen­sa­ti­on of first love; and of the lon­ging for some­thing more. Johanne’s grand­mo­ther, an estab­lished poet hers­elf, feels both pri­de and unea­se at her granddaughter’s natu­ral talent. But ques­ti­ons lin­ger: What tru­ly hap­pen­ed bet­ween Johanne and her tea­cher? Where does rea­li­ty end and fic­tion begin? And should the­se deep­ly per­so­nal wri­tin­gs ever find their way to publication?

    Golden Bear – Berlinale 2025

    Credits:

    NO 2024, 110 Min., nor­we­gi­sche OmU
    Regie: Dag Johan Haugerud

    Kamera: Cecilie Semec
    Schnitt: Jens Christian Fodstad
    mit: Ella Øverbye, Selome Emnetu, Ane Dahl Torp, Anne Marit Jacobsen

    Trailer:
    DREAMS (SEX LOVE) International Trailer

    Im Kino mit deut­schen Untertiteln.

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  • Oslo-Stories: Liebe

    Oslo-Stories: Liebe

    Ein Film von Dag Johan Haugerud.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Dag Johan Haugeruds Trilogie Oslo Stories besteht aus drei jeweils eigen­stän­di­gen Filmen mit einer unab­hän­gi­gen Geschichte. Der Teil Träume („Der mit der Lehrerin“, ab 8.5.) hat gera­de den Goldenen Bären gewon­nen, Sehnsucht heist im Original Sex („Der mit den Dachdeckern“, Panorama 2024, ab 22.5.) und zuerst nun der Teil Liebe („Der mit der Fähre“ Venedig 2024)

    Oslo Stories: LIEBE ist ein roman­ti­scher Film, der Sexualität, Beziehungen und Liebe erforscht und sich um einen schwu­len Krankenpfleger und eine hete­ro­se­xu­el­le Ärztin dreht. In vie­ler­lei Hinsicht ist die­ser Film uto­pisch: Er han­delt vom Streben nach sexu­el­ler und emo­tio­na­ler Nähe zu ande­ren, ohne sich dabei unbe­dingt an die gesell­schaft­li­chen Normen und Konventionen zu hal­ten, die Beziehungen regeln. Die weib­li­che Sexualität, die in vie­len Teilen der Gesellschaft sowohl von Männern als auch von Frauen stän­dig unter die Lupe genom­men und in Frage gestellt wird, ist ein zen­tra­ler Schwerpunkt des Films. Wir haben noch nicht den Punkt erreicht, an dem Frauen Entscheidungen in Bezug auf ihre Sexualität und ihr Liebesleben tref­fen kön­nen, ohne sich ver­tei­di­gen oder erklä­ren zu müs­sen. Der Film deu­tet auch an, dass bestimm­te Erfahrungen und Praktiken inner­halb der homo­se­xu­el­len Gemeinschaft wert­vol­le Erkenntnisse für die Gesellschaft im Allgemeinen bie­ten könn­ten.
    Aber im Kern geht es in dem Film um die Frage, wie man Gutes tun kann. Ich glau­be, dass Fiktion eine ent­schei­den­de Rolle dabei spielt, sich alter­na­ti­ve Welten und Prspektiven vor­zu­stel­len. Sie ermög­licht es den Menschen, sich aus­zu­drü­cken und auf unge­wöhn­li­che Weise zu han­deln. Für mich besteht eine wich­ti­ge Funktion der Fiktion dar­in, neue Denkweisen im wirk­li­chen Leben zu inspi­rie­ren. Mit Oslo Stories: LIEBE – und der gesam­ten Trilogie – war es mein vor­ran­gi­ges Ziel, zu ver­mit­teln, dass neue Denk- und Verhaltensweisen mög­lich sind.

    Dag Johan Haugerud

    Credits:

    Love
    NO 2024, 119 Min, Norwegische OmU
    Regie: Dag Johan Haugerud
    Kamera: Cecilie Semec
    Schnitt: Jens Christian Fodstad,
    mit: Andrea Bræin Hovig, Tayo Cittadella Jacobsen, Marte Engebrigtsen, Lars Jacob Holm, Thomas Gullestad

    Trailer:
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    A film by Dag Johan Haugerud. In Norwegian with German subtitles.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    A Utopian design for sexua­li­ty, rela­ti­onships and love in the 21st cen­tu­ry. Marianne is a doc­tor based in Oslo. She longs for clo­sen­ess with other peo­p­le, but she’s fed up with her sex life being con­stant­ly ana­ly­sed and ques­tio­ned by the expec­ta­ti­ons of others. One evening, she meets Tor, a nur­se and col­le­ague, on a fer­ry. He tells her of the fer­ry trips he takes when he can’t sleep and his chan­ce mee­tings with other men. Curious, Marianne starts explo­ring other designs for rela­ti­onships, off the bea­ten track.

    Credits:

    Love
    NO 2024, 119 Min, Norwegische OmU
    Regie: Dag Johan Haugerud
    Kamera: Cecilie Semec
    Schnitt: Jens Christian Fodstad,
    mit: Andrea Bræin Hovig, Tayo Cittadella Jacobsen, Marte Engebrigtsen, Lars Jacob Holm, Thomas Gullestad

    Trailer:
    LOVE International Trailer

    Im Kino mit deut­schen Untertiteln.

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  • Der Code

    Der Code

    Ein Film von Assaf Lapid.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Der ande­re Planet, mit nichts in die­ser Welt ver­gleich­bar – das war für ihn Auschwitz. Hier erleb­te Yehiel De-Nur die Schrecken der Shoah, die er nach dem Krieg unter dem Pseudonym Ka.tzetnik lite­ra­risch radi­kal ver­ar­bei­te­te. Über Gewalt, Folter und Kannibalismus schrei­bend wur­de er immer wie­der zum Häftling, wäh­rend er gleich­zei­tig ein bür­ger­li­ches Leben führte.

    Die radi­ka­le Aufspaltung in zwei Persönlichkeiten war Yehiel De-Nurs (geb. Feiner) Strategie, um mit sei­nem Trauma umzu­ge­hen. Wenn er als Ka.tzetnik abge­kap­selt und in Häftlingskleidung sei­ne inter­na­tio­na­len Bestseller ver­fass­te, war er wie­der auf dem „ande­ren Planeten“, den die Kunstfigur mit dem KZ im Namen nie ver­las­sen hat­te. Die Bücher von Ka.tzetnik haben Israel bewegt. Er reflek­tier­te dar­in Gewaltexzesse, deren Nähe zu sexu­ell kon­no­tier­ter Gewalt, die Abgründe des Menschlichen, und pro­vo­ziert dabei – als Holocaust-Überlebender – mit Titeln wie „Ich bin der SS-Mann. Eine Vision“ (Ein ande­rer bekann­ter Titel des Buches ist: „Shvitti. Eine Vision“). Auch der Name der Indie-Band „Joy Division“ geht auf ein Buch von Ka.tzetnik zurück.
    De-Nur hin­ge­gen fass­te als beschei­de­ner Ehemann und lieb­vol­ler Vater in Israel wie­der Fuß. Erst der Eichmann-Prozess, wo De-Nur und Ka-Tzetnik im Zeugenstand erst­mals auf­ein­an­der­tra­fen, brach­te die­ses Konstrukt zum Einsturz. Der auch 30 Jahre nach dem Krieg noch von sei­nem Trauma Verfolgte hoff­te, in den Niederlanden durch eine LSD-Therapie end­lich Frieden zu fin­den.
    Die Dokumentar-Biografie über­setzt die­se Persönlichkeitsspaltung in Bilder. Während wir in Berichten von Zeitzeuginnen und Forscherinnen der Person De-Nur begeg­nen, füh­ren uns ani­mier­te Sequenzen in die Gedankenwelt des Autors und sei­ner lite­ra­ri­schen Figur Ka.tzetnik. Dabei wird nicht nur die Frage nach Möglichkeiten der Traumabewältigung gestellt, son­dern auch nach dem Wert sub­jek­ti­ver Wahrheit.
    Rainer Mende

    Credits:

    The Return from the Other Plaent
    DE/IL 2023, 81 Min., eng­lisch, hebrä­isch, jid­disch, nie­der­län­disch OmU
    Regie: Assaf Lapid

    Kamera: Talia Tulik Galon, Jörg Adams
    Schnitt: Nohar Avigail Haseen, Assaf Lapid 

    Trailer:
    The Return from the Other Planet_English Trailer
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    A film by Assaf Lapid. In English, Hebrew, Yiddish and Dutch with German subtitles.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    A few months after his release from Auschwitz and still in his stri­ped jacket, Yechiel De-Nur sat down and star­ted wri­ting. After two weeks, he was reborn as Ka-Tzetnik, or “the man from the camps.” While the books that he wro­te were trans­la­ted into 32 lan­guages and sold mil­li­ons, the aut­hor hims­elf hid behind the pseud­onym. It wasn’t until the tri­al of Adolf Eichmann in 1961 that his true iden­ti­ty was reve­a­led during his reve­la­to­ry tes­tim­o­ny whe­re he descri­bed Auschwitz as “the other pla­net:” a place out­side of human judgment. Years later, under­go­ing an expe­ri­men­tal LSD tre­at­ment for trau­ma, he revi­sits his expe­ri­ence, ima­gi­ning hims­elf as an SS offi­cer, and that chan­ges ever­y­thing. In this affec­ting docu­men­ta­ry, the life of the mys­te­rious and elu­si­ve aut­hor and his views on human beha­vi­or are exami­ned in depth.

    Credits:

    The Return from the Other Plaent
    DE/IL 2023, 81 Min., eng­lisch, hebrä­isch, jid­disch, nie­der­län­disch OmU
    Regie: Assaf Lapid

    Kamera: Talia Tulik Galon, Jörg Adams
    Schnitt: Nohar Avigail Haseen, Assaf Lapid 

    Trailer:
    The Return from the Other Planet_English Trailer
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  • Primadonna – Das Mädchen von morgen

    Primadonna – Das Mädchen von morgen

    Ein Film von Marta Savina. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Sizilien in den 1960-er Jahren. Den gesell­schaft­li­chen, auch vom Gesetz gestütz­ten Vorstellungen nach ver­liert eine unver­hei­ra­te­te Frau mit dem ers­tem Sex auch ihre Ehre, die nur durch eine Heirat wie­der her­ge­stellt wer­den kann, Vergewaltigungsopfer nicht aus­ge­nom­men (Matrimonio ripa­ra­to­re – repa­rie­ren­de Heirat). Das erleb­te sei­ner­zeit die 17-jäh­ri­ge Franca Viola, an deren Fall sich PRIMADONNA anlehnt.
    Im Film heißt sie Lia, ist zurück­hal­tend, aber eigen­wil­lig und weiß, was sie will, Felder bestel­len liegt ihr bei­spiels­wei­se mehr als Hausarbeit. Nach einem kur­zen Flirt mit Lorenzo, dem char­man­ten Sohn des mafiö­sen Großunternehmers im Dorf, erkennt sie schnell, das es gar nicht passt. Der jun­ge Mann aber gibt nicht auf: er ent­führt und ver­ge­wal­tigt sie.
    Um her­nach ihre „Ehre wie­der­her­zu­stel­len“ soll sie ihn hei­ra­ten. Unterstützt von ihren Eltern wei­gert sich Lia, und da lässt sei­ne Familie sie ihre Macht spü­ren. Es kommt es zu Drohungen, Beleidigungen, Ausgrenzung und Schlimmeren. Schließlich macht Lia den uner­wart­ba­ren Schritt: sie zeigt Lorenzo an.
    In ihrem Spielfilmdebüt, dem Cinema!Italia! 2024 Publikumspreisgewinner, folgt Marta Savina Lia in ihrem bäu­er­li­chen Alltag, beob­ach­tet ihr Schweigen über die Vergewaltigung und umge­kehrt den media­len Rummel um den Prozess. Gegen alle Wahrscheinlichkeit bekommt Lia Recht, und ist damit ein Vorbild für ande­re. In der Realität dau­er­te es noch lan­ge, bis der Artikel 544* aus dem ita­lie­ni­schen Strafgesetzbuch gestri­chen wur­de.
    Für jedes Delikt des ers­ten Abschnitts (…) löscht die Ehe, die der Urheber einer Verletzung mit der ver­letz­ten Person ein­geht, das Verbrechen aus, auch in Bezug auf die­je­ni­gen, die an der glei­chen Straftat teil­ge­nom­men haben.

    Credits:

    IT 2023, 102 Min., Italienische OmU
    Regie: Marta Savina
    Kamera: Francesca Amitrano
    Schnitt: Paola Freddi

    mit: Claudia Gusmano, Fabrizio Ferracane, Manuela Ventura, Dario Aita

    Trailer:
    Trailer „Primadonna”
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    A film by Marta Savina. In Italian with German subtitles.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Ahead of her time: an Italian sto­ry, which reso­na­tes today, about a bra­ve woman’s strugg­le against patri­ar­chal values.

    Defying the social norm in 1960s Sicily, Lia wants to take char­ge of her life. When she rejects Lorenzo, the son of a local busi­ness­man, he uses bru­tal means to kid­nap her. To save her honor, Lia must con­sent to mar­ry­ing the man who raped her. Instead, though, she embarks on an unpre­ce­den­ted legal batt­le for self-determination.

    Credits:

    IT 2023 – 102 Min.
    Italienische OmU
    Regie: Marta Savina
    Kamera: Francesca Amitrano
    Schnitt: Paola Freddi

    Trailer:
    Trailer „Primadonna”
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  • Köln 75

    Köln 75

    Ein Film von Ido Fluk. Am Freitag, 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Gerade ein­mal 16 Jahre jung ist Vera Brandes 1973, als sie in Köln beginnt, als Veranstalterin von Jazz-Konzerten zu arbei­ten. Eher zufäl­lig hat sie ihre Leidenschaft ent­deckt, ihre gro­ße Klappe und Unverblümtheit sorgt dafür, dass auch Musiker, die ihre Väter sein könn­ten, sich von dem Teenager mit­rei­ßen las­sen.
    Sie ist fas­zi­niert von der Welt der Musik, beson­ders dem Jazz. Und so plant sie, am 24. Januar 1975 ein Konzert in der Kölner Oper zu orga­ni­sie­ren, bei dem Keith Jarrett ein­mal mehr bewei­sen soll, war­um er als eben­so revo­lu­tio­nä­rer Musiker wie John Coltrane oder Miles Davis gilt.
    Manchmal sind Entstehungsgeschichten fast noch bes­ser als das eigent­li­che Ereignis, im Fall von Keith Jarretts legen­dä­rem „Köln Concert“ ist es eher so, dass die Umstände spek­ta­ku­lär, das Ergebnis dage­gen eine Sensation waren. Die meist­ver­kauf­te Jazz-Platte eines Solo-Künstlers sind die Aufnahme der gut 60 Minuten, die Jarrett Ende Januar in Köln auf der Bühne ver­brach­te, allein impro­vi­sie­rend und das auf einem grenz­wer­ti­gen Flügel.
    Ganz so her­un­ter­ge­kom­men, wie das im Film gezeig­te Modell war der Flügel zwar wohl nicht, ansons­ten hat Autor und Regisseur Ido Fluk in sei­nem bio­gra­phi­schen Musikfilm Köln 75 die Realität aber kaum mytho­lo­gi­sie­ren müs­sen, um einen oft fes­seln­den Film zu dre­hen. Einen Wermutstropfen gibt es aller­dings: Die Rechte an der Musik von Keith Jarrett und vor allem dem Köln Concert, stan­den nicht zur Verfügung, die beson­de­re Qualität des musi­ka­li­schen Ansatzes Jarrett wird dadurch nur aus zwei­ter Hand deut­lich. Was aller­dings zur bes­ten Szenen des Films führt: In einer lan­gen Einstellungen führt der zwi­schen­zeit­lich als Erzähler fun­gie­ren­de ame­ri­ka­ni­sche Musik-Journalist Michael Watts (Michael Chernus) ein­mal quer durch die Geschichte des Jazz, vom Big Band-Sound über kon­trol­lier­te Improvisationen im Korsett von Standards, zum expe­ri­men­tel­len Free Jazz eines Miles Davis, bis hin zum völ­lig los gelös­ten Ansatz Keith Jarretts, der ver­sucht, völ­lig neue, noch nie gehör­te Musik zu spie­len und das jeden Abend.
    Auch John Magaro als Jarrett und Alexander Scheer als des­sen Manager Manfred Eicher (der bald danach das Label ECM mit­be­grün­den soll­te, bei dem das „Köln Concert“ zum Millionen-Erfolg wer­den soll­te) gelingt es mit­rei­ßend, die beson­de­re Qualität Jarretts in Worte zu fas­sen.“
    M. Meyns | programmkino.de

    Credits:

    DE/BE/PL 2024, 115 Min.,
    Regie: Ido Fluk
    Kamera: Jens Harant
    Schnitt: Anja Siemens
    mit Mala Emde, John Magaro, Michael Chernus, Alexander Scheer, Ulrich Tukur

    Trailer:
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    A film by Ido Fluk. In German and English with German subtitles.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Köln 75 tells the true sto­ry behind one of the best-sel­ling jazz records of all time, Keith Jarrett’s “Köln Concert” from 1975. The event almost fai­led to hap­pen – befo­re a for­mi­da­ble German teen­ager, the 18-year-old Vera Brandes, pulls out all the stops and arran­ges the con­di­ti­ons for the crea­ti­on of a mas­ter­pie­ce. Vera, who is still at school when she starts pro­du­cing and pro­mo­ting con­certs in Cologne, puts ever­y­thing on the line to stage this show. It looks like all the odds are against her, but Vera belie­ves in the power of music and has never seen anyo­ne play in the way that Keith Jarrett plays.

    Köln 75
    Credits:

    DE/BE/PL 2024, 115 Min.,
    Regie: Ido Fluk
    Kamera: Jens Harant
    Schnitt: Anja Siemens
    mit Mala Emde, John Magaro, Michael Chernus, Alexander Scheer, Ulrich Tukur

    Trailer:
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  • filmPOLSKA reloaded: Imago

    filmPOLSKA reloaded: Imago

    Am 26.2. um 18:00 im fsk.

    [Tickets]

    Gdańsk in den Achtzigerjahren – graue Industriemetropole und Fenster zur Welt, Hort katho­li­scher Familientraditionen und Hotspot einer alter­na­ti­ven Jugendkultur, die der New Wave aus Manchester viel näher steht als dem sozia­lis­ti­schen Mainstream aus Warschau. In die­ser explo­si­ven Mischung schlägt sich Ela durch ihr jun­ges Erwachsenenleben. Doch irgend­wie scheint ihr frei­er Geist nicht kom­pa­ti­bel mit dem tra­di­tio­nel­len Erwartungen ihrer Familie zu sein.
    Elas Fluchtwege sind die Musik, die Kunst, die Drogen, der Sex. Wie im Rausch treibt sie aktiv und pas­siv durch die Subkultur der Dreistadt, schein­bar los­ge­löst von Raum und Zeit – die doch ihre Grenzen haben, denn der kom­mu­nis­ti­sche Staat hat Erwartungen in sei­ne Staatsbürgerinnen, vor allem in ihre Rolle als berufs­tä­ti­ge Mütter und Ehefrauen. Die passt nicht zu einer Frau, die Kette raucht, als Sängerin einer Indie-Band näch­te­lang durch die Clubs tin­gelt, an Performances mit­wirkt und deren Leben selbst eine Performance ist.
    In ihrem Zweitwerk taucht Olga Chajdas mit dezi­diert weib­li­chem Fokus tief in das Lebensgefühl der Achtzigerjahre ein, das sie kon­ge­ni­al zitiert – u. a. durch den Retro-Soundtrack von Andrzej Smolik und die kör­nig-ana­lo­gen Bildern von Tomasz Naumiok. Hauptdarstellerin und Co-Autorin Lena Góra schlüpft mit Bravour in ihre bis­her ver­mut­lich schwie­rigs­te Rolle – die ihrer Mutter, die als Sängerin die nord­pol­ni­sche Kulturszene der Achtzigerjahre präg­te und mit der sie sich durch die­sen Rollentausch aus­söhnt.
    „Imago“ lief im September 2024 im Wettbewerb des 19. pol­ni­schen Filmfestivals filmPOLSKA in Berlin und Potsdam.

    Drama, R: Olga Chajdas, PL/NL/CZ 2023, 113 min, OmeU
    Einführung: Bartek Tesarz (Polnisches Institut Berlin) & Rainer Mende (Polnisches Institut Berlin – Filiale Leipzig)

    B: Lena Góra & Olga Chajdas
    K: Tomasz Naumiuk
    S: Pavel Hrdlička
    M: Andrzej Smolik
    D: Lena Góra, Bogusława Schubert, Mateusz Więcławek, Wacław Warchoł, Michał Balicki, Wojciech Brzeziński u. a.
    Veranstalter: Polnisches Institut Berlin in Kooperation mit dem fsk Kino

    Gdańsk in den Achtzigerjahren – graue Industriemetropole und Fenster zur Welt, Hort katho­li­scher Familientraditionen und Hotspot einer alter­na­ti­ven Jugendkultur, die der New Wave aus Manchester viel näher steht als dem sozia­lis­ti­schen Mainstream aus Warschau. In die­ser explo­si­ven Mischung schlägt sich Ela durch ihr jun­ges Erwachsenenleben. Doch irgend­wie scheint ihr frei­er Geist nicht kom­pa­ti­bel mit dem tra­di­tio­nel­len Erwartungen ihrer Familie zu sein.
    Elas Fluchtwege sind die Musik, die Kunst, die Drogen, der Sex. Wie im Rausch treibt sie aktiv und pas­siv durch die Subkultur der Dreistadt, schein­bar los­ge­löst von Raum und Zeit – die doch ihre Grenzen haben, denn der kom­mu­nis­ti­sche Staat hat Erwartungen in sei­ne Staatsbürgerinnen, vor allem in ihre Rolle als berufs­tä­ti­ge Mütter und Ehefrauen. Die passt nicht zu einer Frau, die Kette raucht, als Sängerin einer Indie-Band näch­te­lang durch die Clubs tin­gelt, an Performances mit­wirkt und deren Leben selbst eine Performance ist.
    In ihrem Zweitwerk taucht Olga Chajdas mit dezi­diert weib­li­chem Fokus tief in das Lebensgefühl der Achtzigerjahre ein, das sie kon­ge­ni­al zitiert – u. a. durch den Retro-Soundtrack von Andrzej Smolik und die kör­nig-ana­lo­gen Bildern von Tomasz Naumiok. Hauptdarstellerin und Co-Autorin Lena Góra schlüpft mit Bravour in ihre bis­her ver­mut­lich schwie­rigs­te Rolle – die ihrer Mutter, die als Sängerin die nord­pol­ni­sche Kulturszene der Achtzigerjahre präg­te und mit der sie sich durch die­sen Rollentausch aus­söhnt.
    „Imago“ lief im September 2024 im Wettbewerb des 19. pol­ni­schen Filmfestivals filmPOLSKA in Berlin und Potsdam.

    B: Lena Góra & Olga Chajdas
    K: Tomasz Naumiuk
    S: Pavel Hrdlička
    M: Andrzej Smolik
    D: Lena Góra, Bogusława Schubert, Mateusz Więcławek, Wacław Warchoł, Michał Balicki, Wojciech Brzeziński u. a.
    Veranstalter: Polnisches Institut Berlin in Kooperation mit dem fsk Kino