Fabian oder Der Gang vor die Hunde

ein Film von Dominik Graf.

[Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

Berlin, 1931: Ein Ort zwi­schen Untermiete und Unterwelt, wo Bordelle Ateliers sind, Nazis auf den Straßen pöbeln und man in Babelsberg vom „psy­cho­lo­gi­schen Film“ träumt. Das Leben bro­delt, die Gesellschaft gärt, kor­ro­diert. Solange er noch Arbeit hat, ver­fasst der pro­mo­vier­te Germanist Jakob Fabian tags­über Werbetexte, nachts zieht er mit Stephan Labude durch die schrä­gen Etablissements der Stadt. Während sein Freund – er wird spä­ter beken­nen, „in den Fächern Leben und Beruf“ ver­sagt zu haben – ein Draufgänger in Sachen Kommunismus und Sex ist, bleibt Fabian nüch­tern und distan­ziert. Er war­tet auf den „Sieg der Anständigkeit“, ohne recht dar­an zu glau­ben. Nur die Liebe zu Cornelia lässt ihn an sei­nem iro­ni­schen Fatalismus zwei­feln. Sie wird zum Lichtblick in sei­nem zer­rin­nen­den Leben.
Erich Kästners tief­trau­ri­gen auto­bio­gra­fi­schen „Fabian“ – einen der bedeu­tends­ten Romane der Weimarer Republik – aus sei­nem Schattendasein zu holen, ist bei allen Parallelen zum ver­ma­le­dei­ten Heute eine Herausforderung. Dominik Graf meis­tert sie kon­ge­ni­al: spitz­fin­dig poin­tiert sein Stil, kalt­schnäu­zig flott, und doch von schweig­sa­mer Melancholie. Ein Film wie eine Diskokugel, die sich lang­sam dreht. Über den Zusammenhang von Geschlechtsverkehr und lee­rem Kühlschrank – und den Zerfall des Traums vom Glück.

Credits:

DE 2021, 176 Min.,
Regie: Dominik Graf
Kamera: Hanno Lentz
Schnitt: Claudia Wolscht
mit Tom Schilling, Saskia Rosendahl, Albrecht Schuch, Meret Becker, Michael Wittenborn


Trailer:
FABIAN | TRAILER | jetzt fürs Heimkino
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Autor: fsk

  • Fabian oder Der Gang vor die Hunde

    Fabian oder Der Gang vor die Hunde

    ein Film von Dominik Graf.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Berlin, 1931: Ein Ort zwi­schen Untermiete und Unterwelt, wo Bordelle Ateliers sind, Nazis auf den Straßen pöbeln und man in Babelsberg vom „psy­cho­lo­gi­schen Film“ träumt. Das Leben bro­delt, die Gesellschaft gärt, kor­ro­diert. Solange er noch Arbeit hat, ver­fasst der pro­mo­vier­te Germanist Jakob Fabian tags­über Werbetexte, nachts zieht er mit Stephan Labude durch die schrä­gen Etablissements der Stadt. Während sein Freund – er wird spä­ter beken­nen, „in den Fächern Leben und Beruf“ ver­sagt zu haben – ein Draufgänger in Sachen Kommunismus und Sex ist, bleibt Fabian nüch­tern und distan­ziert. Er war­tet auf den „Sieg der Anständigkeit“, ohne recht dar­an zu glau­ben. Nur die Liebe zu Cornelia lässt ihn an sei­nem iro­ni­schen Fatalismus zwei­feln. Sie wird zum Lichtblick in sei­nem zer­rin­nen­den Leben.
    Erich Kästners tief­trau­ri­gen auto­bio­gra­fi­schen „Fabian“ – einen der bedeu­tends­ten Romane der Weimarer Republik – aus sei­nem Schattendasein zu holen, ist bei allen Parallelen zum ver­ma­le­dei­ten Heute eine Herausforderung. Dominik Graf meis­tert sie kon­ge­ni­al: spitz­fin­dig poin­tiert sein Stil, kalt­schnäu­zig flott, und doch von schweig­sa­mer Melancholie. Ein Film wie eine Diskokugel, die sich lang­sam dreht. Über den Zusammenhang von Geschlechtsverkehr und lee­rem Kühlschrank – und den Zerfall des Traums vom Glück.

    Credits:

    DE 2021, 176 Min.,
    Regie: Dominik Graf
    Kamera: Hanno Lentz
    Schnitt: Claudia Wolscht
    mit Tom Schilling, Saskia Rosendahl, Albrecht Schuch, Meret Becker, Michael Wittenborn


    Trailer:
    FABIAN | TRAILER | jetzt fürs Heimkino
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  • The Trouble With Being Born

    The Trouble With Being Born

    ein Film von Sandra Wollner. Ab 1.7. geplant.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Ein Haus mit Pool, inmit­ten eines akku­rat geschnit­te­nen grü­nen Rasens, Wald drum­her­um, ein Mann, ein Mädchen: trotz des etwas unwirk­li­chen Eindrucks des Settings, der Tonspur und der Beziehung zwi­schen den bei­den dau­ert es eine klei­ne Weile, bis sich die­se Künstlichkeit mit einem aha-Effekt erklärt. Die Kleine, Ellie, – sie nennt den Mann Papa – ist weni­ger leben­dig, als sie schei­nen soll. Erinnerung soll sie ler­nen, und vie­les ande­re, dazu ist sie da. Schwer erklär­bar, aber sie ent­zieht sich dem und wird als „er“ den nächs­ten Ersatz-und Trost-Job anneh­men. Sich mit Verlusten abzu­fin­den, ist die Sache der rea­len Menschen nicht mehr. Man kann ja jetzt anders. So ist es die Geschichte einer Maschine und der Geister, die wir alle in uns tra­gen.
    “ … maxi­mal pro­duk­ti­ve Verstörung, ein audio­vi­su­el­les Ereignis, streng, flir­rend, in alle Richtungen offen. Nicht die Technik, ver­kör­pert durch Ellie, ist per­vers, son­dern der Mensch, der sich nach Reinactments, nach einem Leben in der Fiktion, sehnt. Auf Ellies Pullover steht: Nature is the future.“ Jens Balkenborg | epd-Film
    Im ENCOUNTERS Wettbewerb der Berlinale 2020 wur­de THE TROUBLE WITH BEING BORN mit dem SPEZIALPREIS DER JURY ausgezeichnet.

    Credits:

    AU/DE 2020, 94 Min.,
    Regie: Sandra Wollner
    Kamera: Timm Kröger
    Schnitt: Hannes Bruun
    mit Lena Watson, Dominik Warta, Ingrid Burkhard, Jana McKinnon


    Trailer:
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  • Bad Luck Banging or Loony Porn

    Bad Luck Banging or Loony Porn

    ein Film von Radu Jude.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    In wel­cher Stadt war ich im Kino am häu­figs­ten? Paris natür­lich, es fol­gen ähn­li­che Ikonen der städ­ti­schen Topographie. Und Bukarest, dem Gegenteil des urba­nen Sehnsuchtsortes. Was sich hier seit den 00ern vor mei­nen eige­nen Augen auf der Leinwand abspiel­te, war eine der auf­re­gends­ten neu­en Wellen vol­ler Verve, Wut und Wahnsinn. Kommst du mit in den Alltag VII oder VIII. Aber nein, hier lie­ber nicht! Keine Romantik, kein Feel Good Lost Faktor, nur wegelo­ses Gewirr der Unorte.

    Radu Jude war mit sei­nem ers­ten Spielfilm THE HAPPIEST GIRL IN THE WORLD auf der Berlinale (Forum 2009), mit EVERYBODY IN THE FAMILY eben­da (Forum 2012), mit AFERIM! gewann er 2015 den sil­ber­nen Bären. Dann 2020 mit UPPERCASE PRINT und als Co-Regisseur von THE EXIT OF THE TRAINS dop­pelt im Forum ver­tre­ten. 2021 wähl­te die Jury aus RegisseurInnen, die in den ver­gan­ge­nen Jahren den Goldbären gewan­nen, BAD LUCK BANGING OR LOONY PORN zum Gewinner des gol­de­nen Bären 2021.

    Das Thema der faschis­ti­schen Vergangenheit Rumäniens hat Radu Jude mit MIR IST ES EGAL, OB WIR ALS BARBAREN IN DIE GESCHICHTE EINGEHEN auf den Punkt gebracht, BAD LUCK… taucht eben­so schnell und stil­si­cher in den Alltag einer Lehrerin ab, die durch den Upload eines pri­va­ten Sexfilms unter Verdacht der Teilnahme an und Verbreitung von PORNOGRAPHIE steht. Gedreht letz­ten Sommer kommt durch die Maskologie, die heu­er kaum noch jemand mis­sen möch­te, ganz natür­lich sur­re­al daher. Die wun­der­vol­len Möglichkeiten der Manipulation der Realität durch die digi­ta­le Parallelwelt und die ent­spre­chend gna­den­lo­sen Bauchlandungen dank der immer noch exis­ten­ten alten Welt mit ihren phy­si­schen Grenzen wer­den in Drehbüchern immer noch zu sel­ten aus­ge­lo­tet. Hier ein ver­gnüg­li­ches Beispiel für eine gelun­ge­ne Abwärtsspirale im Wirrwarr der Realitäten, egal ob die Mall, der Wohnblock, das Internet. Ein Sommerfilm.

    Credits:

    Babardeală cu bucluc sau por­no balamuc
    Rumänien / Luxemburg / Kroatien / Tschechische Republik 2021, 108 Min., rumä­ni­sche OmU
    Regie, Buch: Radu Jude
    Kamera: Marius Panduru
    Schnitt: Cătălin Cristuțiu
    mit Katia Pascariu, Claudia Ieremia, Olimpia Mălai, Nicodim Ungureanu, Alexandru Potocean


    Trailer:

    Im Kino mit deut­schen Untertiteln.

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  • Night Moves

    Night Moves

    Ein Film von Kelly Reichardt

    [Credits] [Indiekino Club] [Trailer]

    Josh, Dena und Harmon pla­nen ein Fanal gegen die Gleichgültigkeit einer über­tech­ni­sier­ten Welt. Ruhig und kon­zen­triert zeich­net Kelly Reichardt die Bewegungen der drei auf, ihre kon­spi­ra­ti­ven Treffen, die Organisation des Materials, die Fahrt zum spä­te­ren Tatort. Night Moves ent­fal­tet sich als küh­ler, prä­zi­ser Zeitlupenthriller. Später müs­sen sich die drei mit der Frage des gegen­sei­ti­gen Vertrauens aus­ein­an­der­set­zen. Sind sie tat­säch­lich eine Gruppe und ver­fol­gen ein gemein­sa­mes Ziel? 
     Reichardts Figuren sind auch hier auf der Reise und ste­hen dabei sich selbst über­las­sen am Rand. Wie schon Bill Oldham in Old Joy, der vom Verschwinden einer Freundschaft erzähl­te, oder Michelle Williams in Wendy & Lucy, der vom Aufenthalt in der Fremde han­del­te, und von Armut. In Meek’s Cutoff  beweg­te sich eine Siedlergruppe durchs Niemandsland des Westens, das zum Grab wird. Night Moves bie­tet sei­nen Protagonisten zwar das Umfeld von Gleichgesinnten, mit denen sie leben, aber sie bege­hen eine radi­ka­le Tat, die sie von den ande­ren unter­schei­det und in die Isolation treibt. Kelly Reichardt ver­mag es dabei ganz selbst­ver­ständ­lich Genrekino mit Gesellschaftsanalyse auf­zu­la­den. 

    „In gewis­ser Weise berührt die­se Struktur, die auch Night Moves beschreibt, auch die Geschichte des Radikalismus. Ich bin in den 1970er Jahren auf­ge­wach­sen, habe die Geschehnisse um Patty Hearst und Angela Davis mit­er­lebt, die Nachwirkungen der Weather-Underground-Bewegung, oder auch in jün­ge­rer Zeit die Aktionen der Earth Liberation Front. Es stellt sich ja zumeist erst mal ein gewis­ser Enthusiasmus ein, wenn die wie­der eine gan­ze Flotte von Hummer-Geländewagen in die Luft spren­gen, danach aber denkt man sich, ver­dammt, jetzt sit­zen die­se jun­gen Menschen im Gefängnis, bis sie vier­zig sind, und über­all ste­hen Millionen von Hummer-Autos rum, war es das wirk­lich wert? Ich glau­be, dass alle die­se radi­ka­len Bewegungen irgend­wann immer selbst­be­züg­li­cher wer­den, sich immer mehr ihre eige­ne Wirklichkeit schaf­fen, dann kommt irgend­wann Egoismus auf, Paranoia, Isolation, das scheint fast eine zwangs­läu­fi­ge Entwicklung zu sein.“ (Kelly Reichardt)

    Credits:

    USA 2013 ,  112 Min.
    engl. OmU 

    Regie:  Kelly Reichardt

    Buch: Kelly Reichardt,  Jon Raymond
    Kamera: Christopher Blauvelt
    Schnitt: Kelly Reichardt 

    mit: Jesse Eisenberg, Dakota Fanning,  Peter Sarsgaard

    Trailer:

     

    Night Moves – Trailer (OmU)
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  • Like Father, Like Son

    Like Father, Like Son

    [Credits] [Indiekino Club]

     

    Inhalt

    Like Father, Like Son

    Ein Anruf, und ihre Welt ist nicht mehr wie sie war: Keita, der 6‑jährige Sohn, wur­de als Neugeborener im Krankenhaus ver­tauscht, erfah­ren die wohl­si­tu­ier­ten Nonomiyas eines Tages. Ihr Sohn ist nicht ihr leib­li­ches Kind. „Das erklärt also alles“ ent­fährt es spon­tan Ryota, dem Vater,  der sich doch schon oft über den man­geln­den Ehrgeiz sei­nes ein­zi­gen Kindes geär­gert hat. Seine Frau Midori dage­gen macht sich Vorwürfe, als Mutter nicht gespürt zu haben, dass ihr gelieb­ter Keita nicht ihr leib­li­ches Kind war. Was ist jetzt der nächs­te Schritt? Erstmal müs­sen sie die Saikis, Eltern des „rich­ti­gen“ Sohnes tref­fen. Eher ein­fach als wohl­ha­bend, leben die in einem leben­di­gen Haushalt mit 3 Kindern; nicht gera­de das, was sich Ryota für sei­nen Sprößling erhofft. Und was nun? Die Psychologen raten zu einem mög­lichst schnel­len Kindertausch – aber das geht natür­lich nicht so ein­fach. Zunächst ent­schlie­ßen sich die Familien für eine Wochenendlösung.

    Man ist […] ganz hin­ge­ris­sen von sei­nem [Kore-Edas] Zartgefühl für’s Menschenmögliche. Für eine Frau zum Beispiel, die schon aus ihrer Haut könn­te, wenn ihr Mann, der es nicht kann, sie lie­ße.  Für die wehr­lo­se Fröhlichkeit von Kindern – Hirokazu Kore-eda ist ein genia­ler Kinder-Regisseur,  … und für alle Varianten von Elternliebe, die sym­pa­thi­schen und die unsym­pa­thi­schen. Denn dar­um geht es am Ende doch immer in die­ser Inszenierung, die sich nie mora­lisch auf­bläst. In ihrer fas­zi­nie­ren­den, vor­sich­tig möch­te man sagen: japa­nisch dis­zi­pli­nier­ten Contenance steckt eine gro­ße Melancholie des Verstehens.“ Christoph Schneider | Tagesanzeiger ch

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    Credits:
    Like Father, Like Son

    [Soshite chi­chi ni naru]
    Japan 2013  120 Min.  jap. OmU

    Regie & Buch: KORE-EDA Hirokazu
    Kamera: Takimoto Mikiya
    Schnitt: Kore-Eda Hirokazu

    mit  Masaharu Fukuyama,  Yôko Maki,  Machiko Ono,  Lily Franky,  Hiroshi Ohkochi, Keita Ninomiya

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  • Was sehen wir, wenn wir zum Himmel schauen?

    Was sehen wir, wenn wir zum Himmel schauen?

    Ein Film von Alexandre Koberidze.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Eine zufäl­li­ge Begegnung vor den Toren einer Schule im geor­gi­schen Kutaissi. Lisa und Giorgi stol­pern inein­an­der, ein Buch fällt zu Boden. Sichtlich ver­wirrt ver­ab­re­den sie ein Date, ohne ein­an­der ihre Namen genannt zu haben. Es ist Liebe auf den ers­ten Blick, und wie ver­zau­bert fan­gen die Dinge an zu leben: Die Überwachungskamera wird zum bösen Auge, das Abflussrohr zum Orakel, Augen zu – und Gong! Über den Liebenden liegt ein Fluch, der sie dazu ver­dammt, am nächs­ten Tag mit einem ande­ren Aussehen zu erwa­chen. Doch gera­de die­se wun­der­sa­me Erschwernis ihrer Wiederbegegnung wird zur Eintrittskarte in eine Welt, in der nur noch der Zauber des Alltags herrscht – in schlich­ter Schönheit, mit zärt­li­cher Komik und einer Fußballbegeisterung, die Junge wie Alte und sogar den phleg­ma­ti­schen Straßenköter Vardy befällt.
    Es ist die Poesie der Ziellosigkeit, die es Alexandre Koberidze, wie schon in Lass den Sommer nie wie­der kom­men, ermög­licht, im Kino all das sicht­bar und erzähl­bar zu machen, was wir in der Wirklichkeit unse­res Alltags nur sel­ten wahrnehmen.

    Neben der Liebe ist die Fußball-WM das gro­ße Thema: Bolzende Kinder, über die hin­weg Gianna Nannini ihren legen­dä­ren WM-Hit schmet­tert, fuß­ball­schau­en­de Straßenhunde und his­to­ri­sche Public-Viewing-Lokalitäten Kutaissis erge­ben einen Strauß absurd komi­scher Ausflüge. Aber die WM steht auch als Brücke zur Realität. Während der Erzähler die Geschichte in eine wage Zeit unheim­li­cher Brutalität ver­setzt, die sich aber im ruhi­gen Treiben der Stadt nicht zeigt, wird mit der Verlautbarung der Gegnerteams im Endspiel klar, es ist das Jahr 2014. Das Jahr des Politischen Novembers in Georgien und des Ukraine-Konflikts in der geo­gra­fi­schen Nachbarschaft. Koberidze lässt es hin­ter Georgiens Bergen don­nern. Die Aktualität dar­in ist bedrü­ckend. Aber die mär­chen­haf­te Erzählung des Films hat dem etwas Tröstliches ent­ge­gen­zu­set­zen: So grau­sam und will­kür­lich unse­re Welt ist, es gibt auch das Gute dar­in und die Resilienz der Menschen ist uner­mess­lich.” Clarissa Lempp | indiekino

    Credits:

    Ras vkhe­davt, rode­sac cas vuku­rebt?
    DE/GE 2021, 150 Minuten, geor­gisch mit dt. Untertiteln,
    Regie: Alexandre Koberidze
    Kamera: Faraz Fesharaki
    Schnitt: Alexandre Koberidze
    mit: Ani Karseladze, Giorgi Bochorishvili, Oliko Barbakadze, Giorgi Ambroladze, Vakhtang Panchulidze, Sofio Tchanishvili, Irina Chelidze, David Koberidze, Sofio Sharashidze

    Trailer:
    Was sehen wir, wenn wir zum Himmel schau­en? (offi­zi­el­ler Trailer)
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  • Das Mädchen und die Spinne

    Das Mädchen und die Spinne

    ein Film von Ramon und Silvan Zürcher

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Lisa zieht aus, Mara bleibt zurück. Während Kisten geschleppt, Wände gestri­chen und Schränke auf­ge­baut wer­den, tun sich Abgründe auf, las­sen Sehnsüchte den Raum anschwel­len und ein Begehrenskarussel nimmt immer mehr Fahrt auf.
    In ihrem zwei­ten Film kom­po­nie­ren die Schweizer Zwillingsbrüder Ramon und Silvan Zürcher ein poe­ti­sches Panoptikum mensch­li­cher Beziehungsformen, das sich zwi­schen Alltagsstudie, Märchen und Psychogramm einer brü­chig gewor­de­nen Welt bewegt. Nach ihrem Berlinale-Hit „Das merk­wür­di­ge Kätzchen“ (2013) ist „Das Mädchen und die Spinne“ der zwei­te Teil einer Trilogie über mensch­li­ches Zusammensein. Ein tra­gi­ko­mi­scher Katastrophenfilm. Eine Ballade über das Verlangen nach Nähe und den Schmerz von Trennung, über Veränderung und Vergänglichkeit.
    „Das Mädchen und die Spinne“ fei­er­te sei­ne Weltpremiere auf der Berlinale 2021 und wur­de dort mit dem Encounters-Regiepreis und dem FIPRESCI-Award der Sektion aus­ge­zeich­net.
    „Wie bei unse­rem Erstling „Das merk­wür­di­ge Kätzchen“, in dem es um eine in Zwängen erstarr­te Familie ging, neh­men wir auch bei „Das Mädchen und die Spinne“ eine ver­trau­te, all­täg­li­che Szenerie zum Ausgangspunkt des Films. Diesmal ist es ein Umzug. Er bil­det das Gerüst, um von der Ablösung zwi­schen den Freundinnen Mara und Lisa zu erzäh­len. Lisas Auszug bricht die über Jahre ver­wach­se­ne Einheit mit Mara auf – so als ob sich zwei inein­an­der ver­keil­te Erdplatten von­ein­an­der lösen wür­den. Eine weg­drän­gen­de Kraft prallt auf eine Nähe suchen­de und lässt die Welt um bei­de her­um erschüt­tern.“ Ramon und Silvan Zürcher

    Filmgespräch mit Ramon und Silvan Zürcher
    über ihren Film Das Mädchen und die Spinne

    Credits:

    CH 2021, 98 Min., deut­sche Fassung,
    Regie:
    Ramon Zürcher, Silvan Zürcher
    Kamera: Alex Haßkerl
    Schnitt: Ramon Zürcher, Katharina Bhend
    mit: Henriette Confurius, Liliane Amuat, Ursina Lardi, Flurin Giger, André M. Hennicke, Ivan Georgiev, Dagna Litzenberger Vinet, Lea Draeger, Sabine Timoteo, Birte Schnöink

    Trailer:

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  • Herr Bachmann und seine Klasse

    Herr Bachmann und seine Klasse

    Ein Film von Maria Speth.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    HERR BACHMANN UND SEINE KLASSE por­trä­tiert die Beziehung zwi­schen einem Lehrer und den Schüler*innen der 6. Jahrgangsstufe. In ein­neh­men­der Offenheit begeg­net Herr Bachmann den Kindern mit ihren unter­schied­li­chen sozia­len und kul­tu­rel­len Erfahrungen und schafft damit einen Raum des Vertrauens. Musik ist hier eine all­ge­gen­wär­ti­ge Sprache, die sich wie selbst­ver­ständ­lich um den zu absol­vie­ren­den Unterrichtsstoff legt. Anhand der sozia­len Beziehungen in der Klasse erzählt der Film ganz bei­läu­fig von den Strukturen einer klei­nen, west­deut­schen Industriestadt, deren Geschichte bis zurück in die NS-Zeit von Migration geprägt ist.

    Der neue Dokumentarfilm der Berliner Regisseurin Maria Speth (MADONNEN, 9 LEBEN) fei­ert sei­ne Weltpremiere im Internationalen Wettbewerb der 71. Berlinale 2021.

    Credits:

    DE 2021, 217 Minuten, dt. OmeU
    Regie: Maria Speth
    Buch: Maria Speth, Reinhold Vorschneider
    Kamera: Reinhold Vorschneider
    Schnitt: Maria Spethm
    mit: Dieter Bachmann, Aynur Bal, Önder Cavdar und den Schüler*innen der Klassen 6 b und 6 f

    Trailer:

    Ausschnitt
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  • Eine Geschichte von drei Schwestern

    Eine Geschichte von drei Schwestern

    Ein Film von Emin Alper.

    Hier als „Video on demand”:

    [Credits] [Termine] [Trailer]

    Die drei Schwestern Reyhan (20), Nurhan (16) und Havva (13) leben mit ihrem Vater in einem abge­le­ge­nen Dorf in Zentralanatolien. Alle drei wur­den als Dienstmagd in die Stadt geschickt, doch inzwi­schen leben alle drei wie­der zu Hause. Als letz­te von ihnen kehr­te Nurhan zurück: Sie hat­te den Sohn des Arztes der Region geschla­gen, weil die­ser jede Nacht sein Bett näss­te. Reyhan war bei ihrer Rückkehr schwan­ger und wur­de vom Vater eilig mit dem Schafhirten Veysel ver­hei­ra­tet. Der Traum von einer bes­se­ren Zukunft scheint sich für die drei jun­gen Frauen nicht zu erfül­len, doch die Bande, die sie ver­bin­den, sind stark. Während sie dar­auf war­ten, dass die ver­schnei­ten Straßen wie­der pas­sier­bar wer­den, ver­trei­ben sich Vater und Töchter die Zeit mit Geschichten.

    In ein­dring­li­chen Bildern erzählt Emin Alper, der selbst in den ana­to­li­schen Bergen auf­ge­wach­sen ist, ein Märchen. Er the­ma­ti­siert eine Gesellschaft, in der weder Frauen noch Männer eine Chance haben, den vor­be­stimm­ten Kreislauf zu durch­bre­chen, und lässt den­noch Raum für Hoffnung.

    [nbsp]
    Credits:

    Kız Kardeşler
    Türkei/Deutschland/Niederlande/Griechenland 2019, 108 Min., tür­ki­sche OmU-Fassung
    Buch und Regie: Emin Alper
    Kamera: Emre Erkmen
    Schnitt: Çiçek Kahraman
    mit Cemre Ebüzziya, Ece Yüksel, Helin Kandemir, Kayhan Açıkgöz, Müfit Kayacan, Kubilay Tunçer

    Termine:

    • keine 

    [nbsp]
    Trailer:

     

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  • Supernova

    Supernova

    PL 2019, R/B: Bartosz Kruhlik, 78 min, OmU
    K: Michał Dymek, S: Magdalena Chowańska, M: Endy Iden,
    D: Marek Braun, Marcin Hycnar, Marcin Zarzeczny, Agnieszka Skibicka u.a.

    Eine son­nen­über­flu­te­te som­mer­li­che Dorfstraße. Nichts pas­siert, die Luft flirrt, eine Kuh schiebt sich behä­big durch das Bild. Kein guter Ort für gro­ßes Kino? Oh doch, denn in nur weni­gen Minuten ent­wi­ckelt sich hier aus einem Familienkrach und einem Verkehrsunfall eine Tragödie anti­ker Dimensionen, die in rasen­der Unumkehrbarkeit immer mehr Beteiligte in ihren Strudel zieht. In der Zeitung wären die­se Ereignisse maxi­mal eine Randnotiz wert, aber aus der schmerz­haf­ten Nähe der uner­müd­li­chen Kamera sind sie unend­lich tra­gisch, weil schmerz­haft menschlich.

    Dem Überraschungs-Debütanten Kruhlik gelingt es, auf kleins­tem Raum, mit spar­sa­mer Ausstattung (Handkamera, Verzicht auf Musik und künst­li­ches Licht) und einem klei­nen, aus unver­brauch­ten Gesichtern bestehen­den Ensemble nahe­zu in Echtzeit ein Drama zu ent­wi­ckeln, das den Zuschauer förm­lich ein­saugt. Darüber hin­aus ver­mit­telt die Handlung in ihrer Alltäglichkeit eine Metaebene: Eine Supernova ist ein hell explo­die­ren­der Stern kurz vor sei­nem Untergang, eine ster­ben­de Welt – und gleich­zei­tig der Beginn von etwas Neuem.

    Bartosz Kruhlik (geb. 1985) stu­dier­te Regie in Łódź und dreh­te ein Dutzend Kurz- und Dokumentarfilme, mit denen er diver­se Preise gewann. „Supernova“ ist sein Langspiel-Debüt.