Pierre und Manon sind mittellos. Sie drehen Dokumentarfilme ohne Geld und kommen mit verschiedenen Brotjobs gerade so über die Runden. Eines Tages begegnet Pierre der jungen Praktikantin Elisabeth, die zu seiner Geliebten wird. Manon zu verlassen, kommt für ihn aber nicht infrage, er möchte beide. Doch als Elisabeth entdeckt, dass Manon einen Geliebten hat, teilt sie das Pierre mit, was diesen zum rasen bringt.
„Lebenslügen und Selbstbetrug werden in „Im Schatten der Frauen” verhandelt, gespiegelt durch das Sujet von Pierres aktuellem Projekt, einem Film über einen Widerstandskämpfer aus dem Zweiten Weltkrieg, von dem sich herausstellt, dass er im Krieg keineswegs so mutig war wie er vorgibt. In einer prägnanten Szene hängen Pierre und Manon da an den Lippen des Widerstandskämpfers, lauschen seinen (erfundenen) Heldengeschichten und ignorieren geflissentlich die Frau des Ehemanns, die ihnen liebevoll selbst gebackene Plätzchen anbietet. Wie so oft stehen die Frauen im Schatten der Männer, so wie auch Manon ganz für ihren Mann lebt, nicht selbst Erfüllung in einem Beruf sucht, sondern ihn bei seiner Arbeit unterstützt. Natürlich sind auch die Frauen bei Garrel schön, aber mehr als in vielen anderen Filmen sind sie hier nicht nur Objekte. Die Bilder, die besonders schön sind, zumal Garrel in wunderbarem, grobkörnigen schwarz-weiß und in Scope drehte, objektivieren zwar wie eh und je, doch dem setzt Garrel eine ausgiebige Kommentarspur entgegen, die den emotionalen Reigen mit ironischen Bemerkungen kommentiert. Sie ermöglicht es, das Treiben praktisch von Außen zu betrachtet, erzeugt eine Distanz zu der stereotypen Dreiecks-Beziehung und dekonstruiert sie. So ist „Im Schatten der Frauen” am Ende beides: Ein ganz typischer französischer Liebesfilm, der gleichzeitig seine eigenen Strukturen hinterfragt.” Michael Meyns
OT: L’ombre des femmes
F 2015 73 Min., frz. OmU
Regie: Philippe Garrel
Kamera Renato Berta
Schnitt: Jean-Louis Aubert
Darsteller: Clotilde Courau, Stanislas Merhar, Lena Paugam, Vimala Pons, Antoinette Moya, Jean Pommier, Therese Quentin, Mounir Margoum
Trailer: Der Schatten von Frauen (L’ombre des femmes, Philippe Garrel F‑2015) HD OmdU
Ein Film von Charlie Kaufman & Duke Johnson. Ab 21.1. im fsk Kino.
Die Geschichte eines Motivationstrainers, der an der Kälte und Einsamkeit des Lebens beinahe zugrunde geht und der, trotz Begegnungen mit zahlreichen Frauen, immer tiefer in seiner privaten Hölle versinkt, hat nichts mit Disney-Nettigkeiten zu tun, sondern setzt Stop-Motion wie ein distanzierendes Element ein, das der Entfremdung eine zwingende und gleichzeitig beklemmende Form verleiht. «Was macht das Wesen des Menschlichen aus?», heißt es einmal. «Ist es der Schmerz?»
„Von Charlie Kaufman, dem Drehbuchautor von BEINGJOHNMALKOVICH, ETERNALSUNSHINEOFTHESPOTLESSMIND und Regisseur von SYNECDOCHE, NEWYORK kann man mindestens einen Film erwarten, der anders ist. ANOMALISA ist sehr anders: Ein Stop-Motion-Animationsfilm für Erwachsene, den Kaufman über die Crowdfunding-Plattform Kickstarter finanziert hat.
Hauptdarsteller des Films sind extrem realistische, etwa dreißig Zentimeter große Puppen, die irrwitzig detailreichen Sets sind handgebaut. Die Gesichter der Puppen bestehen aus zwei Teilen, wodurch ein schwarzer Strich über den Augen sichtbar bleibt, als wäre der Blick der Figuren durchgestrichen. In diesem Film, in dem es um die entzauberte Wahrnehmung einer Welt geht, die nur aus Fassaden besteht, wirkt das ebenso plausibel wie faszinierend. (…) Die Puppen, deren Gesichter durch austauschbare Gesichtsteile animiert werden, sind so ausdrucksstark, dass die US-Ratingagentur den Film ab 17 freigegeben hat, schließlich wird in Kaufmans Film auf die Toilette gegangen, masturbiert und Michael und Lisa haben außerdem ebenso leidenschaftlichen wie unbeholfenen, sehr privaten Sex, bei dem man ihre Puppennatur beinahe vergisst und sich ein wenig schämt, einem so intimen Moment beizuwohnen.“ (Tom Dorow)
ANOMALISA gewann den Großen Preis der Jury auf dem Filmfestival in Venedig.
USA 2015, 90 Min., engl. OmU Regie: Charlie Kaufman, Duke Johnson Drehbuch: Charlie Kaufman Kamera: Joe Passarelli Schnitt: Garret Elkins Musik: Carter Burwell
Stimme Lisa: Jennifer Jason Leigh Stimme Michael: David Thewlis Stimme alle anderen: Tom Noonan
Nach jahrzehntelangem Schweigen trifft der Regisseur, Jonas Rothlaender, seinen Großvater Günther, der im Laufe seines Lebens mehrere Millionen in riskanten Börsenspekulationen veruntreut hat. Günther lebt 90-jährig, schwer krank und völlig verarmt in einem Altersheim. Als Bettina, Jonas Mutter und Günthers Tochter, ihn nach sehr langer Zeit besucht, in der Hoffnung, sich endlich mit ihrem Vater zu versöhnen, scheint keine Annäherung mehr möglich zu sein.
Der Filmemacher verfolgt die Spuren von scheinbar nicht zu lösenden Konflikten innerhalb seiner Familie und stellt sich immer wieder die Frage nach der Möglichkeit von Tradierung dieser Zerwürfnisse und ihrer schmerzhaften Folgen. Ein persönlicher Film, der in der furchtbaren mikrokosmischen Familienkonstruktion das Universelle sucht.
Deutschland 2015, 130 Min., deutsch Regie, Kamera: Jonas Rothlaender, Schnitt: Dietmar Kraus
Isabell Reed, renommierte Kriegsfotografin, ist, obwohl schon 3 Jahre tot, Dreh- und Angelpunkt des Films. Die Fotos, die sie unter Einsatz ihres Lebens machte (ihre Narben trägt sie wir Trophäen), waren ihr Leben. Zu Hause fühlte sie sich oft überflüssig, hatten sich doch Mann Gene und ihre Söhne Jonah und Conrad zwangsläufig ohne sie eingerichtet. Jetzt, wo sie ganz weg ist, leiden alle an immensen Schwierigkeiten in der Kommunikation und dem unerfüllten Verlangen nach Ehrlichkeit und Nähe. Auch die Zersplitterung der linearen Erzählung durch ineinander verlaufende Rückblicke und Traumsequenzenen auf der formalen Ebene unterstreichen die Dysfunktion dieser Restfamilie.
Die Handlung wiederzugeben wäre müßig, zuviel passiert für jeden Einzelnen, tragische, komische, intime, verzweifelte Momente, die den Film zusammenhalten, so wie das Leben sie zusammenbringt. Zur Geschichte nur soviel: Jonah ist gerade selbst Vater geworden, als er ins Elternhaus zurückkommt, um zusammen mit Gene für eine große Ausstellung den Nachlass der Mutter zu ordnen. Vor allem aber soll er den Zugang zu seinem jüngeren Bruder Conrad finden, den der Vater längst verloren hat. Joachim Trier hat ein Netz von Wünschen, Zweifeln und inneren Sperren gesponnen, aus dem sich sowohl Gene als auch seine Jonah und Conrad befreien müssen. Wunderbar gespielt, super-elegant umgesetzt und bei aller Ruhe sehr sehr spannend.
»In den 35 Jahren seit „Ordinary People“ [Robert Redfords Regiedebut] wurden im amerikanischen Kino wieder und wieder Geschichten davon erzählt, wie der Tod eine Familie zerstören kann, ohne dass es jemand zugeben will. „Louder than Bombs“ ist eine solche Geschichte, … ‚aber der Film schafft es, genau das Gegenteil von allen anderen Filmen des Genres zu sein. Gedreht von Regisseur Joachim Trier, der klar zu talentiert ist, um daraus eine konsumierbare Schnulze zu machen, ist in „Bombs“ das Hirn der Zuschauer gefragt, und er meidet die große Katharsis zu Gunsten feiner psychologischer Nuancen … « Variety
Dän./Norw./USA 2015 109 Min. engl. OmU Regie: Joachim Trier B.: Joachim Trier, Eskil Vogt Kamera: Jakob Ihre Schnitt: Oliver Bugge Coutté Musik: Ola Fløttum
mit Isabelle Huppert, Gabriel Byrne, Jesse Eisenberg, Devin Druid, David Strathairn, Amy Ryan
Louder Than Bombs – Trailer 1 – Englisch – UT Deutsch
Als kleines Weihnachts-Experiment und zeigen wir im Abendprogramm einen Animationsfilm, der aber nicht nur Kinder ansprechen sollte, in der englischen Originalfassung mit deutschen UT.
Die 6‑jährige Saoirse findet die magische Muschel ihrer verstorbenen Mutter und lauscht ihrer Musik. Ein Märchen beginnt, denn Saoirse ist in Wirklichkeit ein Selkie, ein Seehundmädchen, das an Land lebt. Eine alte irische Sage erzählt von zwei Welten – dem Meer und dem Land –, zwischen denen sich Saoirse entscheiden muss.
Die Familie, von der Tomm Moore in seinem (nach The Secret of Kells) zweiten Animationsfilm erzählt, ist nach dem Tod der Mutter in eine schwere Krise geraten. Der Vater, ein Leuchtturmwärter, tut alles für seine Kinder – doch Sohn Ben verachtet die kleine Schwester, die er für den Tod seiner Mutter verantwortlich macht. Zudem hat Saoirse in ihrem Leben noch kein einziges Wort gesprochen. Für die Großmutter ist klar, dass die beiden weg müssen von der kleinen Insel, und nimmt sie mit in die Stadt. Für Ben ist das ein schwerer Schlag. Noch schlimmer trifft es allerdings Saoirse, denn sie braucht das Meer.
»Moores Film ist ein tief berührendes, durch und durch irisches Gegenstück zu Miyazakis „Ponyo – Das große Abenteuer am Meer“ – also ein Kinderfilm, der nicht nur junge Kinogänger begeistert, sondern auch ältere Semester sofort verzaubert. In „Die Melodie des Meeres“, der 2015 eine hochverdiente Oscarnominierung als Bester Animationsfilm erhielt, zelebriert Moore den Reichtum der keltischen Mythen und trägt auf bestmögliche Weise dazu bei, dass diese nicht in Vergessenheit geraten.« Ulf Lepelmeier | filmstarts.de
Song of the Sea Irland, Frankreich 2014, 93 Min., engl. OmU Regie: Tomm Moore Musik : Nolwenn Leroy, Bruno Coulais und Kíla mit den Stimmen von David Rawle, Brendan Gleeson, Fionnula Flanagan, Pat Shortt
Die Schwestern Sachi, Yoshino und Chika leben gemeinsam in einem großen Haus in Kamakura, einer Küstenstadt unweit von Tokio. Zur Beerdigung ihres Vaters, der die Familie vor 15 Jahren verlassen hat, reisen die drei jungen Frauen aufs Land. Dort treffen sie ihre Halbschwester Suzu, die nun auf sich allein gestellt ist. Obwohl sie die schüchterne 13-Jährige kaum kennen, bieten sie ihr kurzerhand an, zu ihnen nach Kamakura zu ziehen. Suzu nimmt die Einladung an, und so beginnt für die vier Schwestern ein neues Leben, in dem zwar die Vergangenheit ihren Platz hat, aber einzig die Gegenwart zählt. Schimmernde Sonnenreflexe auf dem Meer, das leuchtende Laub des Herbstwaldes, ein Feuerwerk, das den Sommer ankündigt – inmitten des Farbenspiels, das die Stadt Kamakura im Zyklus der Jahreszeiten durchläuft, spielt die Geschichte dieser vier Schwestern. Es liegt nahe bei dieser Geschichte um eine Familie, die zerfallen ist und versucht sich neu zu finden, an Filme von Yasujiro Ozu zu denken. Und in der Tat besticht der Film von Kore Eda, der gewöhnlich auch dieses Thema immer wieder behandelt, genauso durch seine entschiedene Zurückhaltung bezüglich der Dramaturgie und Inszenierung. Auch die Konflikte werden nie vollkommen ausgespielt, sondern schwingen höchstens im Hintergrund (und in den Gesichtern) mit. Dabei wagt der Film sich ganz wunderbar auf einen schmalen und fragilen Grad zwischen Kitsch und Subtilität.
OT: Umimachi Diary
Japan 2015, japan. OmU, 128 Min. Buch & Regie: Hirokazu Kore-Eda Kamera: Mikiya Takimoto Schnitt: Hirokazu Kore-Eda Comicvorlage: Akimi Yoshida Darsteller: Haruka Ayase, Masami Nagasawa, Kaho, Suzu Hirose, Ryô Kase, Takafumi Igeka
Kuba 2014, ein Film von Ernesto Daranas. Ab 7.1. im fsk.
Der elfjährige Chala wächst bei seiner drogensüchtigen Mutter auf und muss mit mehr oder minder legalen Jobs zum Lebensunterhalt beitragen, zum Beispiel indem er einem Nachbarn, der vielleicht sogar sein Vater ist, Hunde aufziehen und für blutige Wettkämpfe abrichten hilft. Kein Wunder, fällt er den Behörden und anderen Aufsichtspersonen immer wieder negativ auf. Durch seine Lebensumstände zwar gewieft, doch nicht abgestumpft, bewegt er sich zusammen mit seinen Freunden in den lärmig bunten Strassen Havannas wie ein Fisch im Wasser. In der Schule ist er nie um einen Spruch verlegen, in Auseinandersetzungen bleibt er hart, doch butterweich, wenn es um seine Mutter, seine heimliche Liebe zu Yeni oder seine verehrte Lehrerin Carmela geht.
Carmela, seine eigentlich schon pensionierte Lehrerin, steht dem Jungen mit ihrer Lebensklugheit beiseite, deckt ihn bei brenzligen Situationen, spricht mit ihm, nicht ohne gleichzeitig den Eltern ins Gewissen zu reden, sich besser um ihn zu kümmern. Als sie nach einem Zusammenbruch länger ausfällt, beschließt das Schulteam, dass Chala in ein Erziehungsheim muss. Gegen diesen Entscheid und andere Veränderungen an der Schule wehrt sich Carmela bei ihrer Rückkehr vehement, auch wenn damit ihr eigenes Verbleiben an der Schule auf dem Spiel steht.
„Die Erziehung ist für jedes Land von grundsätzlicher Bedeutung. Wie die Bildung in einem Land strukturiert ist, auf welche Kriterien sie sich stellt, bestimmt zu einem großen Ausmaß die Gesellschaft, die wir in der Zukunft haben werden. In Bezug auf Kuba interessierte uns besonders die Aufgabe der Lehrkraft im ursprünglichen Sinn. Der Lehrer oder die Lehrerin ist jemand, der das Wissen einer bestimmten Materie vermitteln kann, der umfassende Pädagoge gibt darüber hinaus Werte und Gefühle weiter, was im Film über die Figur von Carmela aufgegriffen wird. Dieser Typ von Schullehrer ist weltweit in Krise, wie wir feststellen konnten. Bildungssysteme gründen heute
Mechanismen, die zwar in jedem Land eine eigene Ausprägung haben, diese Funktion aber tendenziell zunehmend beschneiden. Im Interesse der einzelnen Gesellschaft werden eine Reihe von Kriterien aufgestellt, die den Handlungsspielraum des klassischen Lehrers immer mehr einschränken.
Natürlich erhält dieses System in Kuba einen ganz eigenen Zuschnitt, und natürlich spielen soziale Bedingungen eine Rolle. Unser Land lebt seit quasi 25 Jahren in einer permanenten Wirtschaftskrise, das hinterlässt Spuren und hat Auswirkungen vor allem auf die junge Generation, und da zuallererst auf Kinder aus einfachen Verhältnissen, darauf, wie sie das Leben anpacken. Oft gibt es zuhause Probleme und drängen wirtschaftliche Nöte. Gerade sie sollten in der Schule nicht nochmals auf solch negative Mechanismen stoßen, sondern – das wäre wünschenswert und wichtig – auf jemanden wie Carmela.” Ernesto Daranas
Kuba 2014, 108 Min., spanische OmU
Buch und Regie: Ernesto Daranas
Kamera: Alejandro Pérez
Schnitt: Pedro Suárez
Am 31.1.
Seit 2002 findet in Frankfurt am Main der Georg Solti Dirigentenwettbewerb statt, für den sich junge Dirigenten bewerben können. Aus hunderten Bewerbungen werden 24 eingeladen, die mit lokalen Orchestern arbeiten und vor den Augen einer Jury ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen müssen.
Fünf der Teilnehmer am Wettbewerb von 2008 beobachtete Götz Schauder für seine Dokumentation: Den erst 20 Jahre alten Usbeken Aziz Shokhakimov, einer der jüngsten Teilnehmer aller Zeiten, der dennoch schon ein enormes Selbstvertrauen an den Tag legt. Die aus Mexiko stammende, in New York arbeitende Alondra de la Parra, den erfahrenen Engländer James Lowe, den kopflastigen Deutschen Andreas Hotz und den späteren Gewinner des Wettbewerbs, den Japaner Shizuo Kuwahara.
„Letztlich bleibt es ein Geheimnis, warum der eine dirigieren kann und der
andere nicht”, sagte Sir Georg Solti.
Deutschland 2015, 84 Min., OmU Buch, Regie, Schnitt: Götz Schauder Produktion: Hubertus Siegert Kamera: Mark Liedtke, Cornelia Schendel, Nina Werth, Bahman Kormi, Rainer Krausz, Anna Berger Mitwirkende: Aziz Shokhakimov, Alondra de la Parra, James Lowe, Andreas Hotz, Shizuo Z Kuwahara
Man könnte ihn auch „Von Menschen und Schafen“ nennen, oder „Männer, die auf Schafe starren“, spielen doch die liebenswert-einfachen Einschlafhilfen eine wichtige Rolle in diesem Film. Die eigentlichen „Sturen Böcke“ jedoch sind hier Kiddi und Gummi, 2 Brüder, die zwar Hof an Hof wohnen, aber seit 40 Jahren kein Wort mehr miteinander geredet haben. Sie leben im rauen Norden Islands, wo nicht viel wächst und die Schafzucht überlebenswichtig ist. Nach einem durchaus lustigen anzuschauenden, aber für die Beteiligten sehr ernsten Zuchtwettbewerb, den Kiddi mit seinem Bock gewinnt, schaut sich sein Bruder misstrauisch und eifersüchtig heimlich dessen Schafe an. Er meint, eine Krankheit zu entdecken und schaltet das Veterinäramt ein, und traurigerweise geht die Sache aber nach hinten los.
ausgezeichnet mit dem Prix „Un Certain Regards“, Cannes 2015 und nominiert für den Europäischen Filmpreis
»Die Bilder des norwegischen Kameramanns Sturla Brandth Grovlen … setzen die spektakulären Landschaften Islands in brillantes Licht, aber ohne diese zu überhöhen, ihnen ein Pathos zuzuschreiben, dass sich auf die Figurenkonstellation übertragen soll.
Es ist bemerkenswert, wie unprätentiös Hakonarson erzählt, mit bewusstem Einsatz der filmischen Mittel, aber ohne diese auch nur in einem Moment auszustellen. Mit ganz wenigen Worten entwickelt sich die Geschichte, mehr als Sprache erzählen die Gesichter der Schauspieler vom Leben, von Konflikten, deren Ursachen längst vergessen sind und von einer Art Versöhnung, die redselig und rührselig hätte sein können. So präzise Grímur Hakonarson seinen Film begonnen hat, so bringt er ihn auch zu Ende und findet ein wunderbares Schlussbild in einem an bemerkenswerten Momenten ohnehin reichen Film.« Michael Meyns | programmkino.de
Zur Preview am Sonntag, den 13.12.2015 um 13:00 Uhr. erwarten wir den Regisseur Grimur Hákonarson sowie die beiden Hauptdarsteller Sigurður Sigurjónsson und Theodór Júlíusson, dazu den Kameramann Sturla Brandth Grøvlen (Deutscher Filmpreis – Beste Kamera für VICTORIA), den Produzenten Grímar Jónsson und den Komponisten Atli Örvarsson.
Moderieren wird der Filmjournalist Jörg Taszman.
Hrútar
Hrútar
Hrútar
Hrútar
Hrútar
OT:Hrútar Island 2015 93 Min. isl. OmU
Regie, Buch: Grímur Hakonarson
Kamera: Sturla Brandt Grovlen
Schnitt: Kristján Loðmfjörð
mit Sigurdur Sigurjónsson, Theodór Júlíusson, Charlotte Böving, Gunnar Jónsson, Sveinn Ólafur Gunnarsson
Man könnte ihn auch „Von Menschen und Schafen“ nennen, oder „Männer, die auf Schafe starren“, spielen doch die liebenswert-einfachen Einschlafhilfen eine wichtige Rolle in diesem Film. Die eigentlichen „Sturen Böcke“ jedoch sind hier Kiddi und Gummi, 2 Brüder, die zwar Hof an Hof wohnen, aber seit 40 Jahren kein Wort mehr miteinander geredet haben. Sie leben im rauen Norden Islands, wo nicht viel wächst und die Schafzucht überlebenswichtig ist. Nach einem durchaus lustigen anzuschauenden, aber für die Beteiligten sehr ernsten Zuchtwettbewerb, den Kiddi mit seinem Bock gewinnt, schaut sich sein Bruder misstrauisch und eifersüchtig heimlich dessen Schafe an. Er meint, eine Krankheit zu entdecken und schaltet das Veterinäramt ein, und traurigerweise geht die Sache aber nach hinten los.
ausgezeichnet mit dem Prix „Un Certain Regards“, Cannes 2015 und nominiert für den Europäischen Filmpreis
»Die Bilder des norwegischen Kameramanns Sturla Brandth Grovlen … setzen die spektakulären Landschaften Islands in brillantes Licht, aber ohne diese zu überhöhen, ihnen ein Pathos zuzuschreiben, dass sich auf die Figurenkonstellation übertragen soll.
Es ist bemerkenswert, wie unprätentiös Hakonarson erzählt, mit bewusstem Einsatz der filmischen Mittel, aber ohne diese auch nur in einem Moment auszustellen. Mit ganz wenigen Worten entwickelt sich die Geschichte, mehr als Sprache erzählen die Gesichter der Schauspieler vom Leben, von Konflikten, deren Ursachen längst vergessen sind und von einer Art Versöhnung, die redselig und rührselig hätte sein können. So präzise Grímur Hakonarson seinen Film begonnen hat, so bringt er ihn auch zu Ende und findet ein wunderbares Schlussbild in einem an bemerkenswerten Momenten ohnehin reichen Film.« Michael Meyns | programmkino.de
Zur Preview am Sonntag, den 13.12.2015 um 13:00 Uhr. erwarten wir den Regisseur Grimur Hákonarson sowie die beiden Hauptdarsteller Sigurður Sigurjónsson und Theodór Júlíusson, dazu den Kameramann Sturla Brandth Grøvlen (Deutscher Filmpreis – Beste Kamera für VICTORIA), den Produzenten Grímar Jónsson und den Komponisten Atli Örvarsson.
Moderieren wird der Filmjournalist Jörg Taszman.
Hrútar
Hrútar
Hrútar
Hrútar
Hrútar
OT:Hrútar Island 2015 93 Min. isl. OmU
Regie, Buch: Grímur Hakonarson
Kamera: Sturla Brandt Grovlen
Schnitt: Kristján Loðmfjörð
mit Sigurdur Sigurjónsson, Theodór Júlíusson, Charlotte Böving, Gunnar Jónsson, Sveinn Ólafur Gunnarsson
Danny will Veränderung, auch der Körper soll anders werden und dafür bezahlt er das Fitnessstudio gleich mal Jahre im Voraus. Das Geld dafür hat er, weil die Mutter gestorben ist und ihm unverhofft eine größere Summe vererbt hat. Davon kauft er sich noch ein riesiges Haus, eine E‑Gitarre und ein paar vereinzelte Möbelstücke. Kate, seine Fitnesstrainerin, hat zwar einen perfekten Körper, aber noch keinen passenden Mann gefunden. Und Trevor, dem das Fitnessstudio gehört, will vergrößern und dafür braucht er Geld.
Dass der Erzählfluss ungewöhnliche Wege einschlägt, macht den Reiz dieses entspannten Films aus. Andrew Bujalski, bekannt geworden mit kleinen, kostengünstigen Mumblecore-Filmen, arbeitete diesmal mit prominenteren Schauspielern und größerem Budget – und bleibt doch ganz eigensinnig dabei.
USA 2015, 105 Min., engl. OmU
Buch und Regie: Andrew Bujalski Kamera: Matthias Grunsky Schnitt: Robin Schwartz Mit: Guy Pearce, Cobie Smulders, Kevin Corrigan u.a.
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