Autor: fsk

  • Rose

    Rose

    Ein Film von Markus Schleinzer. Am 10.5. mit anschlie­ßen­dem Gespräch mit Godehard Giese.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Rose war der Film aus dem Wettbewerb der dies­jäh­ri­gen Berlinale, über den wohl im posi­ti­ven Sinn am meis­ten gespro­chen wur­de, und das nicht nur wegen der ver­dient mit dem Silbernen Bären aus­zeich­ne­ten Hauptdarstellerin Sandra Hüller. Die drit­te Regiearbeit des öster­rei­chi­schen Schauspielers und Casting-Direktors Markus Schleinzer ist zugäng­li­cher als die bei­den vor­he­ri­gen Filme Michael und Angelo, aber immer noch fas­zi­nie­rend eigen. Dafür sor­gen neben den grob­kör­ni­gen schwarz-weiß Bildern und der mori­ta­ten­haf­ten Führung auch sei­ne öko­no­mi­sche Erzählweise.
    „In der Hose war mehr Freiheit und es ist ja nur ein Stück Stoff. Da bin ich in die Hose“ erklärt Rose am Ende vor Gericht, aber ganz so ein­fach war es doch nicht. Nach 10 Jahren als Soldat im Feld des 30-jäh­ri­gen Krieges erhebt sie, mit gül­ti­gen Papieren, in einem pro­tes­tan­ti­schen Dorf Anspruch auf einen ver­las­se­nen Gutshof. Misstrauisch beäugt wird die­ser merk­wür­di­ge Fremde von Beginn an, beweist jedoch Mut und Zähigkeit und schafft erstaun­li­ches: der Hof wird ren­ta­bel, die Menschen arbei­ten ger­ne dort. Doch erst die Ehe mit Suzanna, der Tochter des Großgrundbesitzers, ver­schafft die gewünsch­te Anerkennung. Ein gro­ßes Risiko, das sich für kur­ze Zeit wun­der­sam in eine Art Glück ver­wan­delt.
    „Basierend auf his­to­ri­schen Berichten über Frauen (oder tran­si­den­ti­tä­ren Personen), die sich unter ande­rem für den Zugang zu Arbeit, Militärdienst, Verdienstquellen und dem Ausleben les­bi­schen Begehrens als Mann aus­ga­ben, ent­wirft Markus Schleinzer die Geschichte einer „Weibs-Person“, die die Grenzen ihres Geschlechts über­win­det und sich eine eige­ne Biografie erfin­det. Der Name der Protagonistin erin­nert an eine rea­le Figur der Vergangenheit: Catharina Margaretha Linck oder Anastasius Lagrantinus Rosenstengel, wie sie sich selbst nann­te. Rosenstengel kämpf­te als Soldat bei den Truppen des Kurfürstentums Hannover und im Spanischen Erbfolgekrieg. 1720 wur­de sie, nicht etwa wegen Betrugs, son­dern wegen Unzucht mit einer ande­ren Frau, zum Tode ver­ur­teilt.
    Schleinzer erzählt Roses Geschichte nicht als Historienfilm, son­dern als hoch­kon­zen­trier­tes Frauenporträt, das zwi­schen Fiktion und his­to­ri­scher Genauigkeit chan­giert. Hier sind kein Wort und kei­ne Geste zu viel.“
    Esther Buss | Filmdienst

    Berlinale: Silberner Bär für Sandra Hüller als bes­te Darstellerin

    Credits:

    DE/AT 2026, 93 Min., Deutsch OmeU
    Regie: Markus Schleinzer
    Kamera: Gerald Kerkletz
    Schnitt: Hansjörg Weißbrich

    mit: Sandra Hüller, Caro Braun, Marisa Growaldt, Godehard Giese, Augustino Renken

    Audiodeskriptionen, Untertitel und Hörverstärkung mit der Greta App

    Trailer:
    ROSE – offi­zi­el­ler Kinotrailer – ab 30. April im Kino
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  • Direct Action

    Direct Action

    Ein Film von Guillaume Cailleau & Ben Russell. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Als direk­te Aktion wer­den Aktionsformen des Protests bezeich­net, bei denen die Beteiligten selbst tätig wer­den, um ihre Interessen unmit­tel­bar durch­zu­set­zen. DIRECT ACTION zeich­net ein Porträt von einer der bekann­tes­ten mili­tan­ten Aktivist*innengruppen, die der­zeit in Frankreich für Veränderungen kämpft: ein 150 Personen umfas­sen­des, länd­li­ches Kollektiv, das sich 2018 erfolg­reich gegen ein inter­na­tio­na­les Großflughafenprojekt auf fran­zö­si­schem Boden wehr­te und dazu von 2012 bis 2018 eine auto­no­me Zone besetzt hielt, die es gegen meh­re­re gewalt­sa­me Räumungsversuche durch den Staat ver­tei­dig­te und das 2021 eine neue öko­lo­gi­sche Bewegung ins Leben rief.
    Mit einem kol­la­bo­ra­ti­ven und immersi­ven Beobachtungsansatz doku­men­tiert der Film den Alltag eines viel­fäl­ti­gen Ökosystems aus Aktivist*innen, Hausbesetzer*innen, Anarchist*innen, Landwirt*innen und von der Regierung als Öko-Terrorist*innen dis­kre­di­tier­ten Personen. Kann der Erfolg einer radi­ka­len Protestbewegung einen Weg aus der Klimakrise weisen?

    Credits:

    DE/FR 2024, 216 Min., Französisch, Marokkanisch-Arabisch, Englisch OmU
    Regie & Schnitt: Guillaume Cailleau & Ben Russell.
    Kamera: Ben Russell

    Trailer:
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  • Wanda

    Wanda

    Ein Film von Barbara Loden. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Barbara Loden erzählt in ihrem ein­zi­gen Spielfilm WANDA von einer Frau, die schein­bar ziel­los durch das länd­li­che Pennsylvania zieht. Nachdem sie ihren Mann und ihre Kinder ver­las­sen hat, treibt Wanda von Ort zu Ort, von Begegnung zu Beziehung, durch sozia­le und emo­tio­na­le Randzonen. Als sie sich einem Kleinkriminellen anschließt, scheint sie ihre bis­he­ri­ge Existenz voll­kom­men hin­ter sich zu las­sen, bis ein miss­glück­ter Banküberfall ihr Leben aber­mals in eine ande­re Richtung lenkt…

    Barbara Loden, die Regie führ­te, das Drehbuch schrieb und selbst die Hauptrolle ver­kör­per­te, ent­wirft mit einer fast doku­men­ta­ri­schen Bildsprache ein radi­kal offe­nes Porträt weib­li­cher Existenz. Wanda ist eine Antiheldin jen­seits von Opfermythen, Emanzipationsfantasien oder mora­li­schen Bewertungen. Als lei­se, unbe­que­me Gegenstimme zum männ­lich domi­nier­ten New-Hollywood-Kino wirkt WANDA noch heu­te erstaun­lich aktu­ell und beein­fluss­te zahl­rei­che Regisseur*innen und Schauspieler*innen wie Isabelle Huppert, Nan Goldin, Marguerite Duras oder Christian Petzold. Ein Stück zeit­lo­ses Kino über weib­li­che Existenz, Sichtbarkeit und radi­ka­le krea­ti­ve Autonomie, aus einer Zeit, in der Regisseurinnen noch die Ausnahme waren.

    Credits:

    US 1970, 103 Min., engl. OmU
    Regie: Barbara Loden
    Kamera, Schnitt: Nicholas T. Proferes
    mit:  Barbara Loden, Michael Higgins, Dorothy Shupenes, Peter Shupenes, Jerome Thier, Marian Thier u. a.

    Trailer:
    Wanda (offi­zi­el­ler Trailer) | Ein Film von Barbara Loden | Ab 09. April zum ers­ten Mal im Kino
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  • Luisa

    Luisa

    Ein Film von Julia Roesler. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    LUISA ist vor kur­zem von zu Hause aus­ge­zo­gen und neu­gie­rig, was das Leben für sie bereit­hält. Sie liebt Partys, ist für jeden Spaß zu haben, lässt sich auf Flirts und klei­ne Abenteuer ein. Sie lebt in der Wohngruppe einer Einrichtung für Menschen mit Behinderung am Rande einer deut­schen Kleinstadt. Dort erhält sie Unterstützung in ihrem oft tur­bu­len­ten Alltag. Unbemerkt wird Luisa zuneh­mend stil­ler, in der Wohngruppe geht das all­täg­li­che Leben wei­ter, bis uner­war­tet fest­ge­stellt wird, dass Luisa schwan­ger ist. Luisa selbst sagt nicht, wie das pas­siert ist, sie schweigt. Jede und jeder weiß, dass ihr Freund Anton nicht zeu­gungs­fä­hig ist. Der Verdacht auf sexu­el­len Missbrauch liegt nahe. Luisa ent­schließt sich, die Schwangerschaft abbre­chen zu lassen.

    Ziel war es, die Erzählung um Luisa und ihre Auseinandersetzung mit den Grenzverletzungen, die ihr zusto­ßen, mög­lichst ein­fühl­sam und respekt­voll zu umkrei­sen. Parallel soll­te die häu­fig ver­bor­ge­ne Lebenswelt von Menschen mit Behinderung in jener macht­vol­len Institution gezeigt wer­den, die sie eigent­lich beschüt­zen soll, aber zugleich bedroh­lich für ihre kör­per­li­che Integrität und ein selbst­be­stimm­tes Leben ist. Denn wie kön­nen wir sze­nisch und visu­ell abbil­den, dass die Strukturen der Heimunterbringung Missbrauch in sol­chem Maße ermög­li­chen, also Institutionen, die Schutz für aus­ge­rech­net die vul­nerabels­ten Menschen in der Gesellschaft ver­spre­chen und nicht hal­ten kön­nen? Und wie kön­nen wir als Gesellschaft das ver­än­dern? Für den Dreh war es wich­tig, einen inklu­si­ven Cast an unse­rer Seite zu haben, mit dem all die­se Fragen dis­ku­tiert wer­den konn­ten, um mög­lichst weni­ge Stereotype über Menschen mit Behinderung zu repro­du­zie­ren und natür­lich auch die Perspektive von Menschen mit Behinderung sicht­bar zu machen.“ Julia Roesler

    Credits:

    DE 2025, 94 Min., Deutsche OmeU
    Regie: Julia Roesler
    Kamera: Frank Amann
    Schnitt: Anne Jünemann
    mit: Celina Scharff, Trixi Strobel, Dennis Seidel, Eva Löbau, Bernd Hölscher, Katharina Bromka, Hadi Khanjanpour, Martin Schnippa, Peter Lohmeyer

    Audiodeskriptionen, Untertitel und Hörverstärkung mit der Greta App

    Trailer:
    LUISA – Offizieller Trailer
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  • Gavagai

    Gavagai

    Ein Film von Ulrich Köhler. Am 5.5. mit anschlie­ßen­dem Filmgespräch mit Ulrich Köhler und Maren Eggert.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Am Strand des Senegals schip­pert ein Boot vor sich hin, in ihm Kinder mit Rettungswesten. Man könn­te an den Beginn einer ris­kan­ten Reise über den Atlantik, hin zu den ver­klär­ten Gestaden Europas den­ken, doch die Wirklichkeit ist bana­ler: Ein Film wird hier gedreht, die deut­sche Schauspielerin Maja (Maren Eggert) spielt Medea, jene klas­si­sche Frauenfigur aus der anti­ken Tragödie, die in einem frem­den Land belo­gen und betro­gen wird und schließ­lich Mann und Kinder tötet.

    Aus irgend­ei­nem Grund hielt es ihre Regisseurin Caroline (Nathalie Richard) für eine gute Idee, die­se Geschichte nun im Senegal anzu­sie­deln, fast alle Rollen außer Medea mit Schwarzen zu beset­zen – so auch Medeas gegen­über Jason, der vom fran­zö­sisch-sene­ga­le­si­schen Schauspieler Nourou (Jean-Christophe Folly) gespielt wird.

    Wie eine Kolonialherrin führt sich Caroline am Set auf, schreit und wütet, wenn etwas nicht so läuft, wie sie sich das vor­ge­stellt hat. Dass gleich­zei­tig die Komparsen schlecht behan­delt wer­den und nicht zum Catering zuge­las­sen sind, stört sie dage­gen kaum.

    Wie sich das für Dreharbeiten gehört, haben die bei­den Hauptdarsteller eine Affäre, wäh­rend Maja per Zoom-Call mit ihrem offen­sicht­lich zuneh­mend ent­frem­de­ten Mann (Hans Löw) über die Erziehung des Kindes spricht.

    Monate spä­ter, der son­ni­ge Senegal wur­de mit dem tris­ten Berlin aus­ge­tauscht, es ist Februar, auf der Berlinale wird der Film Premiere haben. Bei der Ankunft in sei­nem Hotel fühlt sich Nourou vom Portier ras­sis­tisch belei­digt, doch es ist Maja, die auf einer Entschuldigung besteht und schließ­lich für die Entlassung des – pol­ni­schen – Mitarbeiters sorgt. Auch die Affäre der Beiden ist vor­bei, war viel­leicht nur am Set mög­lich, viel­leicht auch nur in der Fremde, in der exo­ti­schen Umgebung.

    Vor gut 15 Jahren war Ulrich Köhler mit sei­nem Film „Schlafkrankheit“ selbst bei der Berlinale zu Gast, ein semi-auto­bio­gra­phi­scher Film, in dem der Autor und Regisseur Erfahrungen aus sei­ner Kindheit the­ma­ti­sier­te, als er zusam­men mit sei­nen Eltern in Afrika leb­te. Auch damals spiel­te Jean-Christophe Folly eine Hauptrolle und erleb­te in einem Berliner Hotel eine ähn­li­che Szene, wie sie nun die von ihm gespiel­te Figur Nourou erlebt.

    Dieser Moment war für Köhler einer der Ausgangspunkte sei­nes neu­en Films, noch viel mehr aber man­che Diskussion, die über die Berechtigung eines Films wie „Schlafkrankheit’“ ent­stand, ein von einem wei­ßen Regisseur, mit einem haupt­säch­lich wei­ßen Team in Afrika gedreh­ter Film. Seitdem hat sich die Diskussion über das, was Allgemein als Kulturelle Aneignung bezeich­net wird, kei­nes­wegs ent­spannt, selbst ein Film wie Köhlers wird von man­chen als pro­ble­ma­tisch betrach­tet. Und das obwohl die­ser gar nicht dezi­diert von Schwarzen erzählt, son­dern gera­de von oft igno­ran­ten Weißen, die mit den Begebenheiten Afrikas kaum ver­traut sind. Aber sol­che Feinheiten gehen in einer oft popu­lis­tisch geführ­ten Diskussion bekann­ter­ma­ßen oft unter.

    M. Meyns | programmkino.de

    Credits:

    DE/FR 2025, 89 Min., Französisch, Englisch, Deutsch. Wolof OmU
    Regie: Ulrich Köhler
    Kamera: Patrick Orth
    Schnitt: Lorna Hoefler Steffen
    mit: Jean-Christophe Folly, Maren Eggert, Nathalie Richard, Anna Diakhere Thiandoum

    Audiodeskriptionen, Untertitel und Hörverstärkung mit der Greta App

    Trailer:
    GAVAGAI – Offizieller Trailer
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  • sr

    sr

    Ein Film von Lea Hartlaub. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Regisseurin Lea Hartlaub unter­nimmt in ihrem fil­mi­schen Essay anhand eines Objekts – der Giraffe – eine Welterzählung über Kontinente und Jahrhunderte hin­weg.
    Ein Filmexperiment, das inter­na­tio­nal viel Beachtung gefun­den hat und in Form und Inhalt sei­nes­glei­chen sucht.

    In einer puris­ti­schen Filmsprache und büh­nen­haf­ten Tableaus erzählt SR vom Menschen und von durch ihn geschaf­fe­ne Wirklichkeiten. 16 frag­men­ta­ri­sche Episoden füh­ren in 91 Einstellungen an 30 Handlungsorte – unter ande­rem auf eine Insel im Westpazifik, in einen Lesesaal in New York, zu einer Keramikfabrik bei Peking, auf eine Landebahn im Niger.
    Dabei trifft der Film auf Vermutungen, Behauptungen und die Relativität von Wissen, auf kolo­nia­le Relikte, hege­mo­nia­le Strukturen, auf Aneignungen und den Umgang mit Exotik. Ein wie­der­keh­ren­des Motiv, die Giraffe, erscheint mal direkt, mal am Rande. Eine Vielschichtigkeit ent­steht, in der sich weit mehr andeu­tet, als das, was auf den ers­ten Blick sicht­bar wird.

    Credits:

    DE 2024, 103 Min., Deutsch, Swahili, Englisch, Hebräisch, Chinesisch, Persisch, Tamaschek OmU
    Regie, Kamera, Schnitt: Lea Hartlaub

    Trailer:
    sr – Offizieller Trailer
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  • Das Glück der Tüchtigen

    Das Glück der Tüchtigen

    Ein Film von  Franz Müller. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    13 Jahre nach Die Liebe der Kinder nimmt Franz Müller den Faden wie­der auf und insze­niert mit dem Gros des dama­li­gen Personals eine Fortsetzung, die aber für sich steht. Der Einblick in das Leben einer Frau, die was errei­chen will, die sich bemüht und es kurz auch schafft, ist zugleich ein Blick in eine Falle, die man getrost Neoliberalismus nen­nen kann.
    Für die 30-jäh­ri­ge Mira läuft es gut: ein lie­be­vol­ler Mann, zwei Kinder und jetzt auch noch eine eige­ne Supermarktfiliale. Den nöti­gen Startkredit gewährt ihr Robert, der Ex-Partner ihrer Mutter – zins­los. Aber noch in der­sel­ben Nacht „inves­tiert“ Miras Mann Tarek das Geld in einen Kryptofonds und fällt einem Betrug zum Opfer. Mira bringt es nicht über sich, Robert davon zu erzäh­len. Eine Halbwahrheit zieht die nächs­te Lüge nach sich, und dann stellt sich auch noch her­aus, dass der für sei­nen ver­meint­lich groß­zü­gi­gen Kredit Gegenleistungen erwar­tet: Miras Kinder sol­len sei­ner tief­re­li­giö­ser Frau zulie­be getauft wer­den. Davon wie­der­um darf Tarek nichts erfah­ren. Ihrer bil­dungs­bür­ger­li­chen Mutter kann Mira sich auch nicht anver­trau­en. Die ist der Meinung, dass ihre Tochter sich mit ihrer Berufswahl und der Ehe mit dem ehe­ma­li­gen Rapper „nach unten ori­en­tiert“. Präzise, mit Empathie und viel lako­ni­schem Humor führt der Film sei­ne Protagonistin dem unver­meid­li­chen Knall zu – und viel­leicht der Erlösung? 

    Credits:

    DE 2025, 104 Min., deut­sche OmeU
    Regie: Franz Müller
    Kamera: Julia Daschner
    Schnitt: Stefan Stabenow
    mit: Katharina Derr, Alex Brendemühl, Leonidas Emre Pakkan, Lana Cooper

    Trailer:
    DAS GLÜCK DER TÜCHTIGEN – Offizieller Trailer
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  • Der Tod wird kommen

    Der Tod wird kommen

    Ein Film von Christoph Hochhäusler. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Ein legen­dä­rer, aber in die Jahre gekom­me­ner Gangster namens Mahr (Louis-Do de Lencquesaing, der mir als Alter-Ego von Humbert Balsan in Mia Hansen-Loves groß­ar­ti­gem Der Vater mei­ner Kinder heu­te noch in Erinnerung ist), beauf­tragt die Auftragskillerin Tez den Mord an einem sei­ner Geldkuriere zu rächen. In ihrem klas­sisch nach Film-Noir-Genre-Regeln erzähl­ten, erst­mals auf Französisch rea­li­sier­tem Werk weben Regisseur Christoph Hochhäusler und Co-Autor Ulrich Peltzer zwi­schen den Schnittpunkten Gier, Macht und Manipulation ein raf­fi­nier­tes Geflecht aus Intrigen und Verrat.
    „Grundsätzlich nimmt Hochhäusler das Genre beim Wort, ent­le­digt sich jeg­li­chen Überbaus und sucht auch nicht im enge­ren Sinn den Anschluss ans Gesellschaftsdiagnostische, etwa der Finanzwelt, der Mediengesellschaft oder irgend­wel­cher Identitätspolitiken. La mort vien­dra ist ein fata­lis­ti­scher Gangsterfilm nach dem Vorbild von Jean-Pierre Melville, fins­ter, kalt und auf das Notwendigste redu­ziert. Alles basiert auf Knappheit, Enge und Begrenzung: Plot, Räume, Bildausschnitte. … Engmaschig geknüpft sind auch die Erzählfäden; fast ste­hen sich die Figuren gegen­sei­tig auf den Füßen her­um. Es gibt wir und sie. Und dann gibt es auch noch die – nicht in Erscheinung tre­ten­den – Italiener“. Filmdienst, Esther Buss

    Credits:

    DE/BE/LU 2024, 101 Min., fran­zö­si­che OmU
    Regie: Christoph Hochhäusler
    Kamera: Reinhold Vorschneider
    Schnitt: Stefan Stabenow
    mit: Sophie Verbeeck, Louis-Do De Lencquesaing, Marc Limpach, Mourade Zeguendi, Nassim Rachi

    Trailer:
    Der Tod wird kom­men / La mort vien­dra [Offizieller Trailer FRANZÖSISCH HD] – Ab 12. März im Kino
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  • filmPOLSKA reloaded – This Is Not My Film

    filmPOLSKA reloaded – This Is Not My Film

    To nie mój film / It’s Not My Film

    [Tickets]

    PL 2024
    R/B/K: Maria Zbąska
    99 min, OmdU
    S: Andrzej Kowalski
    M: Anja Garbarek
    D: Zofia Chabiera, Marcin Sztabiński u. a.

    Die impul­si­ve Wanda ist nur noch genervt. Sie und ihr Freund Janek haben sich aus­ein­an­der­ge­lebt, ihre Beziehung steckt fest. Das Geld ist chro­nisch knapp, stän­dig gibt es Streit, der freud­lo­se Alltag ist nur noch die Wiederholung des ewig Gleichen und Janeks rou­ti­nier­ter Pragmatismus bringt sie zur Weißglut. Haben sie über­haupt noch eine gemein­sa­me Zukunft?

    Für Wanda steht fest: Sie müs­sen durch gemein­sa­me Grenzerfahrungen wie­der zuein­an­der fin­den – oder für immer aus­ein­an­der­ge­hen. Also bre­chen sie auf, mit­ten im Winter, ein­mal 400 km den pol­ni­schen Ostseestrand ent­lang von West nach Ost. Es gilt die eiser­ne Regel: Sie dür­fen den Strand nicht ver­las­sen. Wird sie gebro­chen, ist das Projekt been­det – das gilt für die Wanderung, aber auch für ihre Beziehung. Wind, Kälte und Erschöpfung set­zen ihnen eben­so zu wie die Notwendigkeit, trotz unter­schied­li­cher Charaktere immer wie­der einen kleins­ten gemein­sa­men Nenner zu finden.

    Maria Zbąska insze­niert in ihrem Debüt eine Reise, die kei­nen Anfang und kein Ende zu haben scheint – ein bit­ter­süß-poe­ti­sches Psycho-Kammerspiel und ein Road-Movie ohne Straßen. [Rainer Mende]

    Maria Zbąska (geb. 1975) absol­vier­te ein Kamera-Studium an der Filmhochschule Łódź und ver­öf­fent­lich­te ab 2001 sie­ben Kurzfilme, bevor sie 2024 mit „Das ist nicht mein Film“ ihren ers­ten Langfilm dreh­te. Für alle ihre Filme stand sie auch hin­ter der Kamera.

  • Wohin der Wind uns trägt

    Wohin der Wind uns trägt

    Ein Film von Amel Guellaty. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Die quir­li­ge Alyssa und der zurück­hal­ten­de Mehdi, bei­de um die zwan­zig, sind bes­te Freunde mit gros­sen Träumen: Sie will im Ausland durch­star­ten, er als Zeichner in Tunesien Fuss fas­sen. Als sie von einem Kunstwettbewerb auf Djerba erfah­ren, beginnt ein Roadtrip, der ihr Leben ver­än­dern könnte.

    Im Mittelpunkt der Geschichte steht eine inni­ge Freundschaft. Die 19-jäh­ri­ge Alyssa muss sich neben ihren schu­li­schen Verpflichtungen um ihre klei­ne Schwester und die kran­ke Mutter küm­mern. Sie ist eine Rebellin und möch­te der Enge in Tunis ent­flie­hen. Mehdi ist zurück­hal­tend und bewirbt sich mehr schlecht als recht auf IT-Jobs, hofft aber ins­ge­heim, eines Tages von sei­ner Zeichenkunst leben zu kön­nen. Als die bei­den von einem Kunstwettbewerb erfah­ren, bei dem ein Atelieraufenthalt in Deutschland als Hauptpreis winkt, bekom­men ihre Träume Flügel. Doch schon das Beschaffen eines Fahrzeugs bedarf Alyssas Kühnheit, und ehe Mehdi sich ver­sieht, sind sie unter­wegs durch ein unbe­kann­tes Tunesien, das eben­so fas­zi­nie­rend wie gesell­schaft­lich erdrü­ckend ist.

    Mit spie­le­ri­scher Leichtigkeit erzählt Amel Guellaty in ihrem Langfilmdebüt vom Elan einer Generation, die das ent­täu­schen­de Erbe des Arabischen Frühlings mit Fantasie, Humor und Improvisationstalent antritt. Mehdis Zeichnungen erwa­chen dezent zum Leben, Alyssas Vorstellungskraft sorgt für fei­ne, sur­rea­le Tupfer und ara­bi­sche Indie-Musik trägt das Filmpaar durch die Landschaft. Es ent­steht das Porträt einer auf­ge­schlos­se­nen Jugend, die wie über­all auf der Welt ihr eige­nes Potenzial ent­de­cken muss, das manch­mal greif­bar nah liegt.

    Credits:

    TN/FR 2025, 99 Min., Arabisch-fran­zö­si­sche OmU
    Regie: Amel Guellaty
    Kamera: Frida Marzouk
    Schnitt: Amel Guellaty, Ghalya Lacroix, Malek Kammoun
    mit:  Eya Bellagha, Slim Baccar, Maya Blouza, Firas Khoury

    Trailer:
    Trailer „Wohin der Wind uns trägt”
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