Autor: fsk

  • Wanda

    Wanda

    Ein Film von Barbara Loden. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Barbara Loden erzählt in ihrem ein­zi­gen Spielfilm WANDA von einer Frau, die schein­bar ziel­los durch das länd­li­che Pennsylvania zieht. Nachdem sie ihren Mann und ihre Kinder ver­las­sen hat, treibt Wanda von Ort zu Ort, von Begegnung zu Beziehung, durch sozia­le und emo­tio­na­le Randzonen. Als sie sich einem Kleinkriminellen anschließt, scheint sie ihre bis­he­ri­ge Existenz voll­kom­men hin­ter sich zu las­sen, bis ein miss­glück­ter Banküberfall ihr Leben aber­mals in eine ande­re Richtung lenkt…

    Barbara Loden, die Regie führ­te, das Drehbuch schrieb und selbst die Hauptrolle ver­kör­per­te, ent­wirft mit einer fast doku­men­ta­ri­schen Bildsprache ein radi­kal offe­nes Porträt weib­li­cher Existenz. Wanda ist eine Antiheldin jen­seits von Opfermythen, Emanzipationsfantasien oder mora­li­schen Bewertungen. Als lei­se, unbe­que­me Gegenstimme zum männ­lich domi­nier­ten New-Hollywood-Kino wirkt WANDA noch heu­te erstaun­lich aktu­ell und beein­fluss­te zahl­rei­che Regisseur*innen und Schauspieler*innen wie Isabelle Huppert, Nan Goldin, Marguerite Duras oder Christian Petzold. Ein Stück zeit­lo­ses Kino über weib­li­che Existenz, Sichtbarkeit und radi­ka­le krea­ti­ve Autonomie, aus einer Zeit, in der Regisseurinnen noch die Ausnahme waren.

    Credits:

    US 1970, 103 Min., engl. OmU
    Regie: Barbara Loden
    Kamera, Schnitt: Nicholas T. Proferes
    mit:  Barbara Loden, Michael Higgins, Dorothy Shupenes, Peter Shupenes, Jerome Thier, Marian Thier u. a.

    Trailer:
    Wanda (offi­zi­el­ler Trailer) | Ein Film von Barbara Loden | Ab 09. April zum ers­ten Mal im Kino
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    A film by Barbara Loden. In English with German sub­tit­les. Starts April 9th at the fsk. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Wanda Goronski, an unhap­py house­wi­fe from rural eas­tern Pennsylvania, stays on her sister’s couch after lea­ving her hus­band. After wal­king across a coal field and hit­ching a ride, she arri­ves late to a divorce court hea­ring, relin­quis­hes her rights to her child­ren, and grants her hus­band a divorce.

    After losing her job at a sewing fac­to­ry, Wanda runs away with a man she had a one-night stand with, only for him to aban­don her at an ice cream shop. Nearly pen­ni­less, she takes a nap in a movie thea­ter, whe­re she is rob­bed while asleep. Desperate, she goes to a bar to use the rest­room and clings to an older man she mista­kes for the bar­ten­der. The man, Norman Dennis, is a cri­mi­nal in the pro­cess of rob­bing the bar. Unable to shake Wanda off, he takes her on the run with him. Even after lear­ning about his cri­mi­nal life­style, Wanda deci­des to stay with Norman, whom she calls „Mr. Dennis.”

    Wanda spends some time on the road with Norman, during which he beco­mes phy­si­cal­ly and emo­tio­nal­ly abu­si­ve. He sends her to a mall to shop for new clo­thes while he robs cars in the par­king lot. Later, they visit the Holy Land USA the­me park, whe­re Norman meets his Evangelical Christian father, to whom he shows unu­su­al cour­te­sy and respect. Afterward, Norman con­vin­ces Wanda to act as his loo­kout for a kid­nap­ping and bank rob­be­ry. The rob­be­ry goes wrong, and Norman is shot and kil­led in the lob­by. Wanda arri­ves late and wat­ches from the street as poli­ce swarm the sce­ne and onloo­kers gather.

    Once again alo­ne, Wanda hitch­hi­kes with a man who attempts to sexu­al­ly assault her. She escapes and flees through the woods. At night­fall, she stumbles upon a back­woods road­house, whe­re stran­gers offer her food, alco­hol, and cigarettes.

    Credits:

    US 1970, 103 Min., engl. OmU
    Regie: Barbara Loden
    Kamera, Schnitt: Nicholas T. Proferes
    mit:  Barbara Loden, Michael Higgins, Dorothy Shupenes, Peter Shupenes, Jerome Thier, Marian Thier u. a.

    Trailer:
    Wanda (offi­zi­el­ler Trailer) | Ein Film von Barbara Loden | Ab 09. April zum ers­ten Mal im Kino
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  • Luisa

    Luisa

    Ein Film von Julia Roesler. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    LUISA ist vor kur­zem von zu Hause aus­ge­zo­gen und neu­gie­rig, was das Leben für sie bereit­hält. Sie liebt Partys, ist für jeden Spaß zu haben, lässt sich auf Flirts und klei­ne Abenteuer ein. Sie lebt in der Wohngruppe einer Einrichtung für Menschen mit Behinderung am Rande einer deut­schen Kleinstadt. Dort erhält sie Unterstützung in ihrem oft tur­bu­len­ten Alltag. Unbemerkt wird Luisa zuneh­mend stil­ler, in der Wohngruppe geht das all­täg­li­che Leben wei­ter, bis uner­war­tet fest­ge­stellt wird, dass Luisa schwan­ger ist. Luisa selbst sagt nicht, wie das pas­siert ist, sie schweigt. Jede und jeder weiß, dass ihr Freund Anton nicht zeu­gungs­fä­hig ist. Der Verdacht auf sexu­el­len Missbrauch liegt nahe. Luisa ent­schließt sich, die Schwangerschaft abbre­chen zu lassen.

    Ziel war es, die Erzählung um Luisa und ihre Auseinandersetzung mit den Grenzverletzungen, die ihr zusto­ßen, mög­lichst ein­fühl­sam und respekt­voll zu umkrei­sen. Parallel soll­te die häu­fig ver­bor­ge­ne Lebenswelt von Menschen mit Behinderung in jener macht­vol­len Institution gezeigt wer­den, die sie eigent­lich beschüt­zen soll, aber zugleich bedroh­lich für ihre kör­per­li­che Integrität und ein selbst­be­stimm­tes Leben ist. Denn wie kön­nen wir sze­nisch und visu­ell abbil­den, dass die Strukturen der Heimunterbringung Missbrauch in sol­chem Maße ermög­li­chen, also Institutionen, die Schutz für aus­ge­rech­net die vul­nerabels­ten Menschen in der Gesellschaft ver­spre­chen und nicht hal­ten kön­nen? Und wie kön­nen wir als Gesellschaft das ver­än­dern? Für den Dreh war es wich­tig, einen inklu­si­ven Cast an unse­rer Seite zu haben, mit dem all die­se Fragen dis­ku­tiert wer­den konn­ten, um mög­lichst weni­ge Stereotype über Menschen mit Behinderung zu repro­du­zie­ren und natür­lich auch die Perspektive von Menschen mit Behinderung sicht­bar zu machen.“ Julia Roesler

    Credits:

    DE 2025, 94 Min., Deutsche OmeU
    Regie: Julia Roesler
    Kamera: Frank Amann
    Schnitt: Anne Jünemann
    mit: Celina Scharff, Trixi Strobel, Dennis Seidel, Eva Löbau, Bernd Hölscher, Katharina Bromka, Hadi Khanjanpour, Martin Schnippa, Peter Lohmeyer

    Audiodeskriptionen, Untertitel und Hörverstärkung mit der Greta App

    Trailer:
    LUISA – Offizieller Trailer
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    A film byJulia Roesler. In German with English subtitles.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Luisa lives in a resi­den­ti­al group at a faci­li­ty for peo­p­le with disa­bi­li­ties on the out­skirts of a small German town. It is unex­pec­ted­ly dis­co­ver­ed that she is pregnant. Everyone knows that her boy­fri­end, Anton, is infer­ti­le. The sus­pi­ci­on of sexu­al abu­se is evi­dent.
    Luisa deci­des to ter­mi­na­te the pregnan­cy. The poli­ce are cal­led in to deter­mi­ne whe­ther a crime has been com­mit­ted. The inves­ti­ga­ti­on beco­mes a test of endu­rance for Luisa, her rela­ti­onship with Anton, and for the enti­re staff at the resi­den­ti­al facility.

    Credits:

    DE 2025, 94 Min., Deutsche OmeU
    Regie: Julia Roesler
    Kamera: Frank Amann
    Schnitt: Anne Jünemann
    mit: Celina Scharff, Trixi Strobel, Dennis Seidel, Eva Löbau, Bernd Hölscher, Katharina Bromka, Hadi Khanjanpour, Martin Schnippa, Peter Lohmeyer

    Trailer:
    LUISA – Offizieller Trailer
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  • Gavagai

    Gavagai

    Ein Film von Ulrich Köhler. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Am Strand des Senegals schip­pert ein Boot vor sich hin, in ihm Kinder mit Rettungswesten. Man könn­te an den Beginn einer ris­kan­ten Reise über den Atlantik, hin zu den ver­klär­ten Gestaden Europas den­ken, doch die Wirklichkeit ist bana­ler: Ein Film wird hier gedreht, die deut­sche Schauspielerin Maja (Maren Eggert) spielt Medea, jene klas­si­sche Frauenfigur aus der anti­ken Tragödie, die in einem frem­den Land belo­gen und betro­gen wird und schließ­lich Mann und Kinder tötet.

    Aus irgend­ei­nem Grund hielt es ihre Regisseurin Caroline (Nathalie Richard) für eine gute Idee, die­se Geschichte nun im Senegal anzu­sie­deln, fast alle Rollen außer Medea mit Schwarzen zu beset­zen – so auch Medeas gegen­über Jason, der vom fran­zö­sisch-sene­ga­le­si­schen Schauspieler Nourou (Jean-Christophe Folly) gespielt wird.

    Wie eine Kolonialherrin führt sich Caroline am Set auf, schreit und wütet, wenn etwas nicht so läuft, wie sie sich das vor­ge­stellt hat. Dass gleich­zei­tig die Komparsen schlecht behan­delt wer­den und nicht zum Catering zuge­las­sen sind, stört sie dage­gen kaum.

    Wie sich das für Dreharbeiten gehört, haben die bei­den Hauptdarsteller eine Affäre, wäh­rend Maja per Zoom-Call mit ihrem offen­sicht­lich zuneh­mend ent­frem­de­ten Mann (Hans Löw) über die Erziehung des Kindes spricht.

    Monate spä­ter, der son­ni­ge Senegal wur­de mit dem tris­ten Berlin aus­ge­tauscht, es ist Februar, auf der Berlinale wird der Film Premiere haben. Bei der Ankunft in sei­nem Hotel fühlt sich Nourou vom Portier ras­sis­tisch belei­digt, doch es ist Maja, die auf einer Entschuldigung besteht und schließ­lich für die Entlassung des – pol­ni­schen – Mitarbeiters sorgt. Auch die Affäre der Beiden ist vor­bei, war viel­leicht nur am Set mög­lich, viel­leicht auch nur in der Fremde, in der exo­ti­schen Umgebung.

    Vor gut 15 Jahren war Ulrich Köhler mit sei­nem Film „Schlafkrankheit“ selbst bei der Berlinale zu Gast, ein semi-auto­bio­gra­phi­scher Film, in dem der Autor und Regisseur Erfahrungen aus sei­ner Kindheit the­ma­ti­sier­te, als er zusam­men mit sei­nen Eltern in Afrika leb­te. Auch damals spiel­te Jean-Christophe Folly eine Hauptrolle und erleb­te in einem Berliner Hotel eine ähn­li­che Szene, wie sie nun die von ihm gespiel­te Figur Nourou erlebt.

    Dieser Moment war für Köhler einer der Ausgangspunkte sei­nes neu­en Films, noch viel mehr aber man­che Diskussion, die über die Berechtigung eines Films wie „Schlafkrankheit’“ ent­stand, ein von einem wei­ßen Regisseur, mit einem haupt­säch­lich wei­ßen Team in Afrika gedreh­ter Film. Seitdem hat sich die Diskussion über das, was Allgemein als Kulturelle Aneignung bezeich­net wird, kei­nes­wegs ent­spannt, selbst ein Film wie Köhlers wird von man­chen als pro­ble­ma­tisch betrach­tet. Und das obwohl die­ser gar nicht dezi­diert von Schwarzen erzählt, son­dern gera­de von oft igno­ran­ten Weißen, die mit den Begebenheiten Afrikas kaum ver­traut sind. Aber sol­che Feinheiten gehen in einer oft popu­lis­tisch geführ­ten Diskussion bekann­ter­ma­ßen oft unter.

    M. Meyns | programmkino.de

    Credits:

    DE/FR 2025, 89 Min., Französisch, Englisch, Deutsch. Wolof OmU
    Regie: Ulrich Köhler
    Kamera: Patrick Orth
    Schnitt: Lorna Hoefler Steffen
    mit: Jean-Christophe Folly, Maren Eggert, Nathalie Richard, Anna Diakhere Thiandoum

    Audiodeskriptionen, Untertitel und Hörverstärkung mit der Greta App

    Trailer:
    GAVAGAI – Offizieller Trailer
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    A film by Ulrich Köhler. In French, English, German and Wolof with German subtitles.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Actors Maja and Nourou have an affair while shoo­ting a modern adapt­a­ti­on of Medea in Senegal, but things take a dark turn after the film’s pre­mie­re. An unflin­chin­gly com­plex look at racial ten­si­ons, film­ma­king and power dynamics.

    In Dakar, during the making of a moder­nist take on the Medea myth, fel­low actors Maja and Nourou start an affair to ease the pres­su­res on set and the pier­cing fee­lings of loneli­ne­ss. Once the shoot is over, they meet again only for the pre­mie­re in Berlin – which turns into a dis­as­ter when the press ques­ti­ons the film pro­jec­ting a European nar­ra­ti­ve onto a for­mer colony.

    The word ‘gava­gai’ ori­gi­na­tes from a thought expe­ri­ment by phi­lo­so­pher and logi­ci­an W.V. Quine, who sug­gested that trans­la­ti­on is inex­tri­ca­bly tied to con­text – wit­hout it, ever­y­thing can theo­re­ti­cal­ly mean ever­y­thing. Berlin School out­lier Ulrich Köhler (In My Room, IFFR 2019) turns this idea into an essay on our modern socie­ty in which appearance is ever­y­thing and all is ruled by the laws of click­bait. Köhler refu­ses to give into the lazi­ness, frus­tra­ti­on and anger that is so pre­va­lent in today’s media and art dis­cour­se. One of the most poli­ti­cal­ly per­ti­nent films of the year.

    IFFR

    Credits:

    DE/FR 2025, 89 Min., Französisch, Englisch, Deutsch. Wolof OmU
    Regie: Ulrich Köhler
    Kamera: Patrick Orth
    Schnitt: Lorna Hoefler Steffen
    mit: Jean-Christophe Folly, Maren Eggert, Nathalie Richard, Anna Diakhere Thiandoum

    Trailer:
    GAVAGAI by Ulrich Köhler – Trailer

    Im Kino mit deut­schen Untertiteln

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  • sr

    sr

    Ein Film von Lea Hartlaub. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Regisseurin Lea Hartlaub unter­nimmt in ihrem fil­mi­schen Essay anhand eines Objekts – der Giraffe – eine Welterzählung über Kontinente und Jahrhunderte hin­weg.
    Ein Filmexperiment, das inter­na­tio­nal viel Beachtung gefun­den hat und in Form und Inhalt sei­nes­glei­chen sucht.

    In einer puris­ti­schen Filmsprache und büh­nen­haf­ten Tableaus erzählt SR vom Menschen und von durch ihn geschaf­fe­ne Wirklichkeiten. 16 frag­men­ta­ri­sche Episoden füh­ren in 91 Einstellungen an 30 Handlungsorte – unter ande­rem auf eine Insel im Westpazifik, in einen Lesesaal in New York, zu einer Keramikfabrik bei Peking, auf eine Landebahn im Niger.
    Dabei trifft der Film auf Vermutungen, Behauptungen und die Relativität von Wissen, auf kolo­nia­le Relikte, hege­mo­nia­le Strukturen, auf Aneignungen und den Umgang mit Exotik. Ein wie­der­keh­ren­des Motiv, die Giraffe, erscheint mal direkt, mal am Rande. Eine Vielschichtigkeit ent­steht, in der sich weit mehr andeu­tet, als das, was auf den ers­ten Blick sicht­bar wird.

    Credits:

    DE 2024, 103 Min., Deutsch, Swahili, Englisch, Hebräisch, Chinesisch, Persisch, Tamaschek OmU
    Regie, Kamera, Schnitt: Lea Hartlaub

    Trailer:
    sr – Offizieller Trailer
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    A film by Lea Hartlaub. On March 23rd with QnA. in German.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Regisseurin Lea Hartlaub unter­nimmt in ihrem fil­mi­schen Essay anhand eines Objekts – der Giraffe – eine Welterzählung über Kontinente und Jahrhunderte hin­weg.
    Ein Filmexperiment, das inter­na­tio­nal viel Beachtung gefun­den hat und in Form und Inhalt sei­nes­glei­chen sucht.

    In einer puris­ti­schen Filmsprache und büh­nen­haf­ten Tableaus erzählt SR vom Menschen und von durch ihn geschaf­fe­ne Wirklichkeiten. 16 frag­men­ta­ri­sche Episoden füh­ren in 91 Einstellungen an 30 Handlungsorte – unter ande­rem auf eine Insel im Westpazifik, in einen Lesesaal in New York, zu einer Keramikfabrik bei Peking, auf eine Landebahn im Niger.
    Dabei trifft der Film auf Vermutungen, Behauptungen und die Relativität von Wissen, auf kolo­nia­le Relikte, hege­mo­nia­le Strukturen, auf Aneignungen und den Umgang mit Exotik. Ein wie­der­keh­ren­des Motiv, die Giraffe, erscheint mal direkt, mal am Rande. Eine Vielschichtigkeit ent­steht, in der sich weit mehr andeu­tet, als das, was auf den ers­ten Blick sicht­bar wird.

    Credits:

    DE 2024, 103 Min., Deutsch, Swahili, Englisch, Hebräisch, Chinesisch, Persisch, Tamaschek OmU
    Regie, Kamera, Schnitt: Lea Hartlaub

    Trailer:
    sr – Offizieller Trailer
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  • Das Glück der Tüchtigen

    Das Glück der Tüchtigen

    Ein Film von  Franz Müller. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    13 Jahre nach Die Liebe der Kinder nimmt Franz Müller den Faden wie­der auf und insze­niert mit dem Gros des dama­li­gen Personals eine Fortsetzung, die aber für sich steht. Der Einblick in das Leben einer Frau, die was errei­chen will, die sich bemüht und es kurz auch schafft, ist zugleich ein Blick in eine Falle, die man getrost Neoliberalismus nen­nen kann.
    Für die 30-jäh­ri­ge Mira läuft es gut: ein lie­be­vol­ler Mann, zwei Kinder und jetzt auch noch eine eige­ne Supermarktfiliale. Den nöti­gen Startkredit gewährt ihr Robert, der Ex-Partner ihrer Mutter – zins­los. Aber noch in der­sel­ben Nacht „inves­tiert“ Miras Mann Tarek das Geld in einen Kryptofonds und fällt einem Betrug zum Opfer. Mira bringt es nicht über sich, Robert davon zu erzäh­len. Eine Halbwahrheit zieht die nächs­te Lüge nach sich, und dann stellt sich auch noch her­aus, dass der für sei­nen ver­meint­lich groß­zü­gi­gen Kredit Gegenleistungen erwar­tet: Miras Kinder sol­len sei­ner tief­re­li­giö­ser Frau zulie­be getauft wer­den. Davon wie­der­um darf Tarek nichts erfah­ren. Ihrer bil­dungs­bür­ger­li­chen Mutter kann Mira sich auch nicht anver­trau­en. Die ist der Meinung, dass ihre Tochter sich mit ihrer Berufswahl und der Ehe mit dem ehe­ma­li­gen Rapper „nach unten ori­en­tiert“. Präzise, mit Empathie und viel lako­ni­schem Humor führt der Film sei­ne Protagonistin dem unver­meid­li­chen Knall zu – und viel­leicht der Erlösung? 

    Credits:

    DE 2025, 104 Min., deut­sche OmeU
    Regie: Franz Müller
    Kamera: Julia Daschner
    Schnitt: Stefan Stabenow
    mit: Katharina Derr, Alex Brendemühl, Leonidas Emre Pakkan, Lana Cooper

    Trailer:
    DAS GLÜCK DER TÜCHTIGEN – Offizieller Trailer
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    A film by Franz Müller. In German with English subtitles.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Mira is hap­py. She has just star­ted a job as mana­ger of a super­mar­ket on the out­skirts of town. She has a loving rela­ti­onship with her hus­band Tarik and their two daugh­ters. But a serious breach of trust sud­den­ly calls her who­le life into ques­ti­on. Franz Müller takes an empa­the­tic look at a world lar­ge­ly unex­plo­red by German cine­ma: the sub­urbs with their all-too-human pro­blems. But on the hori­zon a uto­pia appears, a soli­da­ri­ty-based coexis­tence out­side the pres­su­re coo­ker of late capi­ta­list logic.

    Credits:

    DE 2025, 104 Min., deut­sche OmeU
    Regie: Franz Müller
    Kamera: Julia Daschner
    Schnitt: Stefan Stabenow
    mit: Katharina Derr, Alex Brendemühl, Leonidas Emre Pakkan, Lana Cooper

    Trailer:
    DAS GLÜCK DER TÜCHTIGEN – Offizieller Trailer
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  • Der Tod wird kommen

    Der Tod wird kommen

    Ein Film von Christoph Hochhäusler. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Ein legen­dä­rer, aber in die Jahre gekom­me­ner Gangster namens Mahr (Louis-Do de Lencquesaing, der mir als Alter-Ego von Humbert Balsan in Mia Hansen-Loves groß­ar­ti­gem Der Vater mei­ner Kinder heu­te noch in Erinnerung ist), beauf­tragt die Auftragskillerin Tez den Mord an einem sei­ner Geldkuriere zu rächen. In ihrem klas­sisch nach Film-Noir-Genre-Regeln erzähl­ten, erst­mals auf Französisch rea­li­sier­tem Werk weben Regisseur Christoph Hochhäusler und Co-Autor Ulrich Peltzer zwi­schen den Schnittpunkten Gier, Macht und Manipulation ein raf­fi­nier­tes Geflecht aus Intrigen und Verrat.
    „Grundsätzlich nimmt Hochhäusler das Genre beim Wort, ent­le­digt sich jeg­li­chen Überbaus und sucht auch nicht im enge­ren Sinn den Anschluss ans Gesellschaftsdiagnostische, etwa der Finanzwelt, der Mediengesellschaft oder irgend­wel­cher Identitätspolitiken. La mort vien­dra ist ein fata­lis­ti­scher Gangsterfilm nach dem Vorbild von Jean-Pierre Melville, fins­ter, kalt und auf das Notwendigste redu­ziert. Alles basiert auf Knappheit, Enge und Begrenzung: Plot, Räume, Bildausschnitte. … Engmaschig geknüpft sind auch die Erzählfäden; fast ste­hen sich die Figuren gegen­sei­tig auf den Füßen her­um. Es gibt wir und sie. Und dann gibt es auch noch die – nicht in Erscheinung tre­ten­den – Italiener“. Filmdienst, Esther Buss

    Credits:

    DE/BE/LU 2024, 101 Min., fran­zö­si­che OmU
    Regie: Christoph Hochhäusler
    Kamera: Reinhold Vorschneider
    Schnitt: Stefan Stabenow
    mit: Sophie Verbeeck, Louis-Do De Lencquesaing, Marc Limpach, Mourade Zeguendi, Nassim Rachi

    Trailer:
    Der Tod wird kom­men / La mort vien­dra [Offizieller Trailer FRANZÖSISCH HD] – Ab 12. März im Kino
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    A film by Christoph Hochhäusler. In French with German subtitles.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Tez kills for money. Charles Mahr, a legen­da­ry gangs­ter, hires her to aven­ge the mur­der of one of his cou­riers. Once in Brussels, she gets caught up in the thi­c­ket of an intri­gue in which she hers­elf beco­mes the prey. Tez has to deci­de who­se instru­ment she wants to be.

    Credits:

    DE/BE/LU 2024, 101 Min., fran­zö­si­che OmU
    Regie: Christoph Hochhäusler
    Kamera: Reinhold Vorschneider
    Schnitt: Stefan Stabenow
    mit: Sophie Verbeeck, Louis-Do De Lencquesaing, Marc Limpach, Mourade Zeguendi, Nassim Rachi

    Trailer:
    Der Tod wird kom­men / La mort vien­dra [Offizieller Trailer FRANZÖSISCH HD] – Ab 12. März im Kino
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  • filmPOLSKA reloaded – This Is Not My Film

    filmPOLSKA reloaded – This Is Not My Film

    To nie mój film / It’s Not My Film

    [Tickets]

    PL 2024
    R/B/K: Maria Zbąska
    99 min, OmdU
    S: Andrzej Kowalski
    M: Anja Garbarek
    D: Zofia Chabiera, Marcin Sztabiński u. a.

    Die impul­si­ve Wanda ist nur noch genervt. Sie und ihr Freund Janek haben sich aus­ein­an­der­ge­lebt, ihre Beziehung steckt fest. Das Geld ist chro­nisch knapp, stän­dig gibt es Streit, der freud­lo­se Alltag ist nur noch die Wiederholung des ewig Gleichen und Janeks rou­ti­nier­ter Pragmatismus bringt sie zur Weißglut. Haben sie über­haupt noch eine gemein­sa­me Zukunft?

    Für Wanda steht fest: Sie müs­sen durch gemein­sa­me Grenzerfahrungen wie­der zuein­an­der fin­den – oder für immer aus­ein­an­der­ge­hen. Also bre­chen sie auf, mit­ten im Winter, ein­mal 400 km den pol­ni­schen Ostseestrand ent­lang von West nach Ost. Es gilt die eiser­ne Regel: Sie dür­fen den Strand nicht ver­las­sen. Wird sie gebro­chen, ist das Projekt been­det – das gilt für die Wanderung, aber auch für ihre Beziehung. Wind, Kälte und Erschöpfung set­zen ihnen eben­so zu wie die Notwendigkeit, trotz unter­schied­li­cher Charaktere immer wie­der einen kleins­ten gemein­sa­men Nenner zu finden.

    Maria Zbąska insze­niert in ihrem Debüt eine Reise, die kei­nen Anfang und kein Ende zu haben scheint – ein bit­ter­süß-poe­ti­sches Psycho-Kammerspiel und ein Road-Movie ohne Straßen. [Rainer Mende]

    Maria Zbąska (geb. 1975) absol­vier­te ein Kamera-Studium an der Filmhochschule Łódź und ver­öf­fent­lich­te ab 2001 sie­ben Kurzfilme, bevor sie 2024 mit „Das ist nicht mein Film“ ihren ers­ten Langfilm dreh­te. Für alle ihre Filme stand sie auch hin­ter der Kamera.

  • Wohin der Wind uns trägt

    Wohin der Wind uns trägt

    Ein Film von Amel Guellaty. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Die quir­li­ge Alyssa und der zurück­hal­ten­de Mehdi, bei­de um die zwan­zig, sind bes­te Freunde mit gros­sen Träumen: Sie will im Ausland durch­star­ten, er als Zeichner in Tunesien Fuss fas­sen. Als sie von einem Kunstwettbewerb auf Djerba erfah­ren, beginnt ein Roadtrip, der ihr Leben ver­än­dern könnte.

    Im Mittelpunkt der Geschichte steht eine inni­ge Freundschaft. Die 19-jäh­ri­ge Alyssa muss sich neben ihren schu­li­schen Verpflichtungen um ihre klei­ne Schwester und die kran­ke Mutter küm­mern. Sie ist eine Rebellin und möch­te der Enge in Tunis ent­flie­hen. Mehdi ist zurück­hal­tend und bewirbt sich mehr schlecht als recht auf IT-Jobs, hofft aber ins­ge­heim, eines Tages von sei­ner Zeichenkunst leben zu kön­nen. Als die bei­den von einem Kunstwettbewerb erfah­ren, bei dem ein Atelieraufenthalt in Deutschland als Hauptpreis winkt, bekom­men ihre Träume Flügel. Doch schon das Beschaffen eines Fahrzeugs bedarf Alyssas Kühnheit, und ehe Mehdi sich ver­sieht, sind sie unter­wegs durch ein unbe­kann­tes Tunesien, das eben­so fas­zi­nie­rend wie gesell­schaft­lich erdrü­ckend ist.

    Mit spie­le­ri­scher Leichtigkeit erzählt Amel Guellaty in ihrem Langfilmdebüt vom Elan einer Generation, die das ent­täu­schen­de Erbe des Arabischen Frühlings mit Fantasie, Humor und Improvisationstalent antritt. Mehdis Zeichnungen erwa­chen dezent zum Leben, Alyssas Vorstellungskraft sorgt für fei­ne, sur­rea­le Tupfer und ara­bi­sche Indie-Musik trägt das Filmpaar durch die Landschaft. Es ent­steht das Porträt einer auf­ge­schlos­se­nen Jugend, die wie über­all auf der Welt ihr eige­nes Potenzial ent­de­cken muss, das manch­mal greif­bar nah liegt.

    Credits:

    TN/FR 2025, 99 Min., Arabisch-fran­zö­si­sche OmU
    Regie: Amel Guellaty
    Kamera: Frida Marzouk
    Schnitt: Amel Guellaty, Ghalya Lacroix, Malek Kammoun
    mit:  Eya Bellagha, Slim Baccar, Maya Blouza, Firas Khoury

    Trailer:
    Trailer „Wohin der Wind uns trägt”
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    A film by Amel Guellaty. In Arabic and French with German subtitles.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Alyssa, a rebel­lious 19-year-old girl, and her fri­end Mehdi, an intro­ver­ted 23-year-old man, use their ima­gi­na­ti­on to escape their unpro­mi­sing rea­li­ty. When they dis­co­ver a con­test in the south of Tunisia that may allow them to flee, they under­ta­ke a road trip regard­less of the obs­ta­cles in their way.

    Director Amel Guellaty offers us a win­dow into a side of Tunisia we have rare­ly seen, imbuing the world of her char­ming debut fea­ture with sur­re­al visu­al flou­ris­hes that trans­form and brigh­ten ever­y­day moments. Eya Bellagha and Slim Baccar have unde­niable che­mis­try as Alyssa and Mehdi, orga­ni­cal­ly cap­tu­ring the cross­fi­re ban­ter of their fri­end­ship as well as their shared strugg­le to break free from the respon­si­bi­li­ties and rest­ric­tions that hold them back from pur­suing their dreams. Their unex­pec­ted­ly chao­tic jour­ney to Djerba is unders­cored by a thoughtful come­dic touch and a hyp­no­tic indie sound­track from the region.

    With crea­ti­vi­ty, warmth, and spi­rit, Where the Wind Comes From honors Tunisian youth while reco­gni­zing the uncer­tain road that lies ahead of them.

    Credits:

    TN/FR 2025, 99 Min., Arabisch-fran­zö­si­sche OmU
    Regie: Amel Guellaty
    Kamera: Frida Marzouk
    Schnitt: Amel Guellaty, Ghalya Lacroix, Malek Kammoun
    mit:  Eya Bellagha, Slim Baccar, Maya Blouza, Firas Khoury

    Trailer:
    Trailer „Wohin der Wind uns trägt”
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  • A Missing Part

    A Missing Part

    Ein Film von Guillaume Senez. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Der Franzose Jay (Romain Duris) hat sich ent­schie­den aus Japan nach Frankreich zurück­zu­keh­ren. Neun Jahre hat er als Taxifahrer in Tokyo ver­geb­lich nach sei­ner Tochter Lily gesucht. Nach ihrer Trennung ist Jays Frau mit der gemein­sa­men Tochter in Tokyo unter­ge­taucht. Jay hat sei­ner Frau die Scheidung ver­wei­gert, weil er sonst nach japa­ni­schem Recht jedes Anrecht ver­lie­ren wür­de sei­ne Tochter vor ihrer Volljährigkeit wie­der­zu­se­hen. Für Jay heißt es nun, sein Haus ver­kau­fen und Abschiednehmen von sei­ner Sorgerechtsanwältin Michiko (Tsuyu), und der Selbsthilfegruppe aus Männern und Frauen, Japanern und Ausländern, denen allen der regel­mä­ßi­ge Zugang zu ihren Kindern ver­wei­gert wird. Gerade neu hin­zu­ge­kom­men ist Jessica (Judith Chemla) deren Sohn Lucas nach der Trennung sei­ner Eltern von sei­nem Vater von Paris nach Tokyo ent­führt wor­den ist.
    Als Jay eine Schicht für einen erkrank­ten Kollegen in einem ande­ren Stadtteil über­nimmt steigt ein Mädchen (Mei Cirne-Masuki) in sei­nen Wagen das sei­ne Tochter sein könn­te.
    Jays Vater, der in Paris auf ihn war­tet, warnt ihn, dass es das 10te Mal sei, dass er glaubt sei­ne Tochter gefun­den zu haben.

    Credits:

    Une part man­quan­te
    FR/BE 2024, 98 Min., franz. OmU
    Regie: Guillaume Senez
    Kamera: Elin Kirschfink
    Schnitt: Julie Brenta
    mit:  Romain Duris, Judith Chemla, Mei Cirne-Masuki, Tsuyu

    Trailer:
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    A film by Guillaume Senez. In French with German subtitles.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    A father’s despe­ra­te quest to reu­ni­te with his daugh­ter beco­mes the source of rising ten­si­on and heart-ren­ding poignan­cy in this sen­si­tively ren­de­red third fea­ture by Belgian film­ma­ker Guillaume Senez.
    Reuniting with direc­tor Guillaume Senez after their very suc­cessful col­la­bo­ra­ti­on on 2018’s Our Struggles, Romain Duris gives a won­derful­ly lived-in per­for­mance as Jay, a French man now living in Tokyo and making a living as a dri­ver for a pri­va­te car ser­vice. Through Jay’s encoun­ters with Jessica (Judith Chemla), ano­ther French expat, and his con­ver­sa­ti­ons with others sym­pa­the­tic to his plight, Senez’s film gra­du­al­ly reve­als the cir­cum­s­tances that have kept him in the coun­try. Like others who share his plight, Jay is sub­ject to a legal sys­tem that pro­vi­des few rights to for­eign par­ents in cus­t­ody con­flicts. As a result of Japan’s “clean break” approach to fami­ly law, a parent may be unable to even cont­act their child after a divorce. After nine pain­ful years, Jay is on the ver­ge of giving up on the pos­si­bi­li­ty he might ever see his daugh­ter Lily again. But then one mor­ning, a new pas­sen­ger in his car takes his sto­ry in ano­ther direction.By groun­ding the nar­ra­ti­ve in small details and never resort­ing to easy sen­ti­men­ta­li­ty, even in its most char­ged moments, Senez imbues his film with gre­at authen­ti­ci­ty and huma­ni­ty. Likewise, the director’s empha­sis on the quo­ti­di­an helps it avo­id exo­ti­ci­zing Jay’s expe­ri­ence or per­spec­ti­ve as an out­si­der in Japan. Through the­se quiet, careful methods, Senez has craf­ted an unu­sual­ly thoughtful fami­ly sto­ry that con­ta­ins a rare wealth of fee­ling. JASON ANDERSONTIFF

    Credits:

    Une part man­quan­te
    FR/BE 2024, 98 Min., franz. OmU
    Regie: Guillaume Senez
    Kamera: Elin Kirschfink
    Schnitt: Julie Brenta
    mit:  Romain Duris, Judith Chemla, Mei Cirne-Masuki, Tsuyu

    Trailer:
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  • Alpha

    Alpha

    Ein Film von Julia Ducournau. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Auf einer Party lässt sich die 13jährige Alpha (Mélissa Boros) ein Tattoo ste­chen: Wie ein Blitz wirkt das A, das nun ihren Oberarm ziert. Dass ein so jun­ges Mädchen auf Parties anzu­fin­den ist, könn­te für eine gewis­se Verwahrlosung spre­chen, doch das Gegenteil ist der Fall. Ihre Mutter (Golshifteh Farahani) liebt sie über alles, zieht sie seit Jahren allein auf – vom Vater ist nie die Rede – und hat es bis zur Position einer Ärztin geschafft.

    Anderen zu hel­fen scheint der Mutter, die namen­los bleibt, ange­bo­ren zu sein, denn auch ihren Bruder Amin (Tahar Rahim) pflegt sie immer wie­der, nimmt ihn auf, wenn die Sucht ihn wie­der ein­mal obdach­los gemacht hat, ret­tet ihm das Leben, wenn er einer Überdosis nahe ist.

    Und als Ärztin weiß die Mutter, wel­che Gefahr das unbe­dach­te Tattoo für ihre Tochter bedeu­tet: Ob die Nadel sau­ber war, will sie von Alpha wis­sen, ob sie vor­her in einem ande­ren Arm steck­te, mit frem­dem Blut ver­schmutzt war. Denn mit­tels Blut wird das Virus über­tra­gen, dass auch von Amin längst besitzt ergrif­fen hat, dass auch die Patienten in dem Krankenhaus quält, in dem die Mutter arbei­tet: Mehr Palliativstation als Krankenhaus, denn das Virus mar­mori­siert die Körper der Infizierten, ergreift lang­sam aber unaus­weich­lich vom gan­zen Körper Besitz und ver­wan­delt ihn in eine Statue von unwirk­li­cher Schönheit.

    Das A auf Alphas Arm bezieht sich einer­seits auf ihren Namen, zitiert das A, dass die Ehebrecherin Hester Prynne in Nathanial Hawthrones Roman „Der schar­lach­ro­te Buchstabe“ zum Zeichen ihrer Transgression tra­gen muss­te, und ver­weist schließ­lich auf AIDS. Zwar fal­len die Begriffe AIDS oder HIV nicht, aber die Bezüge sind mehr als deut­lich. Nicht ganz in unse­rer Welt spielt „Alpha“ dabei, son­dern in einer Art Parallelwelt, die so aus­sieht wie die Welt Anfang der 90er Jahre, in der AIDS sei­nen größ­ten Schrecken hat­te, die aber uni­ver­sel­ler und am Ende auch phan­tas­ti­scher wirkt.

    Wirkt „Alpha“ anfangs noch wie eine jener Geschichten, in denen eine Außenseiterin, von ihren Mitschülern aus­ge­schlos­sen und gehän­selt wird, ent­wi­ckelt sich Julia Ducournaus Film bald zu etwas ande­rem, inter­es­san­te­ren. Zunehmend wird die Welt außer­halb der Wohnung der Mutter aus­ge­blen­det, kon­zen­triert sich die Geschichte auf Alpha, die Mutter und Amin. Gegenwärtiges ver­schwimmt mit Erinnerungen, in man­chen Szenen scheint Alphas 13jähriges mit ihrem 5jährigen Ich zu ver­schmel­zen, wie ein Fiebertraum oder den Wahnvorstellungen eines Heroinrausches.

    Ihren Darstellern ver­langt Julia Ducournau dabei eini­ges ab, beson­ders Mélissa Boros, die hier in ihrer ers­ten Rolle zu sehen ist und neben Golshifteh Farahani und beson­ders Tahar Rahim besteht. Abgemagert, mit her­aus­ste­hen­den Rippen, ver­kör­pert Rahim sei­ne Figur, zeigt auf berüh­ren­de Weise sein Leid, sei­ne Sucht, bald auch sei­nen Wunsch auf Erlösung von sei­nen Qualen.

    In vie­ler­lei Hinsicht mutet „Alpha“ kon­ven­tio­nel­ler an als Ducournaus ers­te bei­den Filme „Raw“ und „Titane“, die auf den ers­ten Blick radi­ka­ler wirk­ten, bis­wei­len ihre Lust an der Provokation aus­stell­ten. „Alpha“ dage­gen wirkt rei­fer, bewuss­ter, ver­liert sich nicht mehr in betont trans­gres­si­ven Momenten, son­dern beschreibt auf emo­tio­na­le und beson­ders in der zwei­ten Hälfte mit­rei­ßen­de Weise, wie drei Menschen her­aus­zu­fin­den wol­len, wann und ob es sich zu Leben lohnt. Ein über­ra­schen­des, har­tes, berüh­ren­des Drama über die Folgen einer Epidemie auf eine Familie.
    Michael Meyns | programmkino.de

    Credits:

    FR/BE 2025, 128 Min., fran­zö­si­che OmU
    Regie: Julia Ducournau
    Kamera: Ruben Impens
    Schnitt: Jean-Christophe Bouzy
    mit: Tahar Rahim, Golshifteh Faharani, Mélissa Boros, Finnegan Oldfield, Emma Mackey

    Trailer:
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    A film by Julia Ducournau. In French with German subtitles.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Alpha, a trou­bled 13-year-old lives with her sin­gle mom. Their world col­lap­ses the day she returns from school with a tat­too on her arm.

    Credits:

    FR/BE 2025, 128 Min., fran­zö­si­che OmU
    Regie: Julia Ducournau
    Kamera: Ruben Impens
    Schnitt: Jean-Christophe Bouzy
    mit: Tahar Rahim, Golshifteh Faharani, Mélissa Boros, Finnegan Oldfield, Emma Mackey

    Trailer:
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