The North

Ein Film von Bart Schrijver. Ab 21.5. im fsk.

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Ein Muss für Schottland-(insbesondere-Highlands)-Sehnsüchtige, Wanderbegeisterte, alle, die ruhi­ge Filme oder groß­ar­ti­ge Landschaften auf gro­ßer Leinwand sehen möch­ten oder das Drama zwei­er Freunde, die sich wie­der­fin­den wol­len. Chris und Lluis befin­den sich nach zehn Jahren der Trennung mit Rucksäcken bepackt auf einem 600km lan­gen Wandertrail durch den Norden Schottlands zum Cape Wrath, dem nord­west­lichs­ten Punkt des Festlandes. Chris, offen­sicht­lich ein hek­ti­scher moder­ner Berufstätiger, plant sei­ne Vaterschaft. Lluis hin­ge­gen ist sich eigent­lich gar nicht sicher, was er will. Beide jedoch möch­ten, bei aller unter­schied­li­cher Herangehensweise an ihr Abenteuer, wie­der mehr von­ein­an­der wis­sen. Trotzdem lebt The North nicht von Dialogen, wie es bei­spiels­wei­se bei den bei­den Camper in Old Joy von Kelly Reichardt waren. In jenem Film zeigt sich in den Gesprächen, dass ihre Reise wohl den Anfang vom Ende ihrer Freundschaft mar­kiert. Hier, wo die Dialoge auf ein Minimum beschränkt sind, gibt es kei­ne gro­ßen Konflikte. Die Wendungen sind eher beschei­den; die zuneh­men­de Spannung zwi­schen Chris und Lluis ent­steht durch eine uner­war­te­te Bemerkung und ein zufäl­lig mit­ge­hör­tes Gespräch.
Der Film wur­de chro­no­lo­gisch und qua­si in Echtzeit gedreht. Echt sind auch der Regen, die Midges, die fal­schen Fährten, die Mühen des Zeltens im Sturm, aber auch die raue Landschaft, atem­be­rau­ben­de Aussichten, die Meeresbuchten, die Ruhe, die Tiere und Menschen. Oft sind die Freunde als win­zi­ge Gestalten zu sehen, die Täler und Felsen durch­que­ren, aber die Natur wird hier nicht zur Erklärung oder Unterstützung mensch­li­chen Verhaltens benutzt. Diese Landschaft steht den Gefühlen der Figuren gleich­gül­tig gegen­über.
Die Reise ist lang, und der Film nimmt sich Zeit. Keine Filmmusik stört die Stille, das Sounddesign sind die Geräusche der Natur. Man kann die Hügel und Berge fast atmen hören.
Die wort­lo­se Erleichterung am Ende der Reise ist die von Menschen, die auch in Wirklichkeit drei­ßig Tage lang unun­ter­bro­chen unter­wegs waren. Die gelern­ten Lektionen des Lebens wer­den nicht aus­ge­spro­chen oder erklärt. Aufmerksame Zuschauer*innen dür­fen selbst Schlussfolgerungen ziehen. 

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Credits:

NL 2025, 130 Min., engl./niederländische OmU
Regie: Bart Schrijver
Kamera: Twan Peeters
Schnitt: Gijs Walstra
mit: Bart Harder, Carles Pulido, Sharon Verdegem, Matthijs van Sande Bakhuizen, Olly Bassi

Trailer:
THE NORTH – OmU-Trailer – ab 21. Mai im Kino
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