Ein Film von Valentine Cadic.
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Zu den Olympischen Sommerspielen 2024 reist eine etwas unbeholfen wirkende junge Französin aus der Normandie nach Paris. Durch widrige Umstände kann sie allerdings nicht wie geplant die Schwimmwettbewerbe sehen; zudem überfordert sie die Großstadt. Und auch die Wiederbegegnung mit ihrer Halbschwester verläuft nur bedingt harmonisch. Dennoch lässt sich die Besucherin gern durch Paris treiben.
„Wie sich die Hauptfigur Blandine in Ein Sommer in Paris durch die französische Hauptstadt bewegt, erinnert in manchem an die Touristen in Playtime von Jacques Tati. Wie diese will sich auch die junge Frau bezaubern lassen, erlebt dann aber alle touristischen Highlights lediglich am Rande: den Eiffelturm über Ausschnitte der Lichtspiele bei Nacht, Notre-Dame von der Seine aus und den olympischen Rummel am ehesten als Zuschauerin vor Großleinwänden, mit extrovertierteren Sportfans, die ihr die Sicht versperren.
Blandine lässt sich allerdings ebenso wenig zu dramatischen Gesten hinreißen wie der Film um sie herum. Die existenziellen Fragen oder auch Ängste, die Blandine durchaus beschäftigen, scheinen zwar auf, werden durch die sympathische Gelassenheit der Figur aber stets abgefedert. Diese tendiert zudem nicht dazu, ihre Gefühle zu verbergen. Zu den amüsantesten Momenten des Films zählen ebenso unverblümte wie umständliche Erklärungen, die Blandine anstelle von direkten Antworten gibt. Dabei ist en passant von einer Beziehung mit einer Frau zu erfahren, die just vor den Olympischen Spielen zerbrach, von der besonderen Verehrung für die Sportlerin Béryl Gastaldello, von einem bescheidenen Dasein als Klavierlehrerin und von verstreuten Erinnerungen an ihre Kindheit. Was bei Blandine aber offenbar keine so tiefen Spuren hinterlassen hat, dass sie sich nicht weiter durch Paris treiben ließe. Auch wenn ihre Augen mitunter orientierungslos umherschweifen – für neue Erfahrungen bleibt sie immer offen.“
Valentine Cadic | Filmdienst




Credits:
Le rendez-vous de l’été
FR 2025, 77 Min., französische OmU
Regie: Valentine Cadic
Kamera: Naomi Amarger
Montage: Lisa Raymond
mit Blandine Madec, India Hair, Arcadi Radeff, Matthias Jacquin, Lou Deleuze, Béryl Gastaldello
Trailer:
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