Ein Film von Kilian Armando Friedrich.
Und am 15.6.: Vorführung zum „Tag der Gebäudereinigung“. Im Anschluss an den Film gibt es einen Ausblick auf die anstehenden Lohntarifverhandlungen in der Branche sowie Möglichkeiten der Beteiligung und Solidarität mit den Beschäftigten, moderiert von der Gewerkschaft IG BAU
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Objektleiterin – hört sich gut an, bedeutet aber in einer Branche, in der die Beschäftigten für harte Arbeit zu schlechten Zeiten mit wenig Anerkennung einen Lohn im unteren Lohnsektor bekommen, nur mehr Verantwortung für ein kaum mehr Geld. Heike ist zertifizierte Objektleiterin in der Reinigungsbranche, derzeit zuständig für eine Einkaufsmall, einen Kindergarten, ein Seniorenheim und eine Baustelle. Sie sitzt als solche zwischen allen Stühlen, die da heißen: Klientel, Unternehmensleitung und Reinigungspersonal. Diplomatie, Organisationstalent und Durchsetzungsvermögen sind hier gefragt. Bei erstem ist der titelgebende Satz unbedingt vonnöten, bei zweitem sind Skrupel nur hinderlich, und bei letzterem muss es auch mal laut werden. Für Heike ist das seit Jahren Routine. Eigentlich wäre sie schon gerne solidarisch und freundlich im Umgang mit „ihren“ Reinigungskräften. Jeglicher Fehler, jeder Ausfall, jede Verspätung würde jedoch auf sie zurückfallen, da bleibt man lieber robust. Wie als kleine Revanche beschafft sie sich mit einer Kollegin regelmäßig einen kleinen illegalen Extra-Verdienst. Diese Aktionen stellen sich allerdings letztendlich als Kipppunkt für eine utopische Änderung ihres Lebens heraus.
„Ich verstehe Ihren Unmut fängt schmerzhaft die Zermürbung ein, unter der Heike zunehmend leidet. Noch fünf Jahre müsste sie durchhalten, um einen Anspruch auf Grundrente zu haben. Sabine Thalau ist absolut großartig in der Hauptrolle. Ähnlich wie den Held:innen in den Filmen von Ken Loach … ist Heike anzumerken, dass sie es eigentlich richtig machen und fair sein möchte. Als sie zu fragwürdigen Mitteln greift und eine klare moralische Grenze überschreitet, um den Anforderungen der Unternehmensleitung nachzukommen, stellt sie sich und ihr Vorgehen infrage. Der Film verwandelt sich daraufhin nicht in ein Feel-Good-Movie, gibt sich jedoch leise hoffnungsvoll – und lässt uns wissen, dass auch ein erschöpfter Mensch noch kämpferisch sein kann.“
Andreas Köhnemann | kino-zeit.de


Credits:
DE 2026, 93 Min., Deutsch, Kroatisch, Bosnisch, Türkisch OmU
Regie: Kilian Armando Friedrich
Kamera: Louis Dickhaut, Frederik Seeberger
Schnitt: Leila Fatima Keita, Kilian Armando Friedrich
mit: Sabine Thalau, Nada Kosturin, Werner Posselt, Sadibou Diabang, Nigyar Velagic
Trailer:
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