Autor: fsk

  • Saving Spoonie

    Saving Spoonie

    Ein Film von  Till Harms. Ab 25.6. im fsk. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Der klei­ne Löffelstrandläufer (Spoon-bil­led Sandpiper) leis­tet eini­ges. Sein Zugweg, der East-Asian-Australian Flyway, führt von den Brutgebieten in Nordost-Sibirien nach Kamtschatka, dann ent­lang der Küstenlinien Koreas, Japans und Chinas bis nach Vietnam, Myanmar und Bangladesch, wo der Winter ver­bracht wird. Im Frühjahr geht es wie­der zurück. Es ist eine gefähr­li­che Reise, Vogelfänger jagen mit Netzen und Gewehren, die Umweltbedingungen ändern sich, wert­vol­le Rastplätze wer­den im gro­ßen Stil zuge­baut, und bei der Brut lau­ern Prädatoren. Kein Wunder also, dass sein Überleben bedroht ist, gan­ze 300–400 Exemplare soll es noch geben. Die nied­li­che Limikole mit dem merk­wür­di­gen Schnabel erregt aber auch Aufmerksamkeit. Eine inter­na­tio­na­le Task Force hat sich zusam­men­ge­fun­den, damit es dem Vogel nicht ergeht wie dem seit einem Jahr als aus­ge­stor­ben gel­ten­de Dünnschnabel-Brachvogel, oder vie­ler ande­rer Arten, die nur noch in Naturkundemuseen vor­kom­men. Immerhin hat der Spoonie als Posterboy der auf­kom­men­den Umweltbewegung des Landes auch das Herz von Chinas Staatschef Xi Jinping erobert. Die Zusammenarbeit der Wissenschaftlerinnen hat aber auf­grund der poli­ti­schen Lage Grenzen, in der Arbeit wie im per­sön­li­chen, die mit Hartnäckigkeit, Ideen und Fingerspitzengefühl gemein­sam umschifft wer­den müs­sen. Es gibt aber auch ers­te Erfolge, die letzt­end­lich auch vie­len ande­ren Spezies zugu­te kom­men wer­den. Im Fokus des Films ste­hen jedoch die Vogelschützerinnen. Er beglei­tet die Task Force um Christoph Zöckler, Lili Sun, Jodie Clements und ande­ren auf ihren Reisen, Konferenzen und Treffen, sowie den ver­schie­de­nen Überlegungen und Versuchen zum Rettungsplan und schafft so eine auf­schluss­rei­che und anre­gen­de Grundlage zu Überlegungen über den immer dring­li­cher wer­den­den Artenschutz.
    „In China lie­ben sie nicht nur Pandas, son­dern auch „Spoonies“. Das erfährt man in Till Harms‚ klei­nem, aber fei­nem Dokumentarfilm über eine vom Aussterben bedroh­te Vogelart. Der Kampf um „Spoonie“ wird dabei auch zu einem Symbol der Hoffnung. Nicht nur für die Tiere, son­dern für uns.“ kino-zeit

    Credits:

    DE 2025, 87 Min., dt. engl. rus­sisch, chin­se­si­sche OmU
    Regie:  Till Harms
    Kamera: Börres Weiffenbach
    Schnitt: Natali Barrey

    Trailer:
    SAVING SPOONIE – Offizieller Trailer
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  • Etwas ganz Besonderes

    Etwas ganz Besonderes

    Ein Film von Eva Trobisch. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    In den Vorbereitungen für ihren Auftritt in einer Talenteshow fürs Fernsehen wird Lea (Frida Hornemann) gefragt, war­um sie glaubt, etwas ganz Besonderes zu sein. Eine Antwort dar­auf hat sie nicht. Ihre Eltern sind getrennt. Während ihr Vater Matze (Max Riemelt) sie bei ihrem Traum einer Bühnenkarriere unter­stützt, kommt es mit Mutter Rieke (Gina Henkel) regel­mä­ßig zu Konflikten. Lea lebt bei ihren Großeltern Christel (Rahel Ohm) und Friedrich (Peter René Lüdicke), die auf ihrem Hof inmit­ten der thü­rin­gi­schen Idylle eine Pension betrei­ben. Die Gäste blei­ben aus. Stattdessen will sich die rechts­po­pu­lis­ti­sche Partei für eine Tagung ein­mie­ten, was ins­be­son­de­re Leas auf­müp­fi­gem Bruder miss­fällt. Die ein­zi­ge wirk­lich Vertraute der 16-Jährigen ist ihre Tante Kati (Eva Löbau), die aus dem Westen zurück in die Heimat gezo­gen ist, um das frisch sanier­te Stadtschloss als DDR-Museum zu betrei­ben. Wenn Kati mit ihrer Mutter im Schlepptau des Fördergremiums durch die Ausstellung wan­delt und Christel ihr Leben aus­ge­stellt sieht, ist das eine der stärks­ten Szenen des Films. Wie kann es sein, dass für die­se Vergangenheit, die sie am liebs­ten ver­ges­sen wür­de, Millionen aus­ge­ge­ben wer­den, wäh­rend sie kurz vor dem Bankrott steht? Die Autorin und Regisseurin Eva Trobisch, gebo­ren und auf­ge­wach­sen im Osten Berlins, ord­net ihre Figurenkonstellation sorg­sam an, um die Konflikte zwi­schen den Generationen aus­zu­spie­len. Genau beob­ach­tet und mit spit­zen Dialogen schil­dert sie deutsch-deut­sche Befindlichkeiten.“ Indiekino

    Es sind nie die ganz gro­ßen Dramen, die wirk­lich schlim­men Tragödien, von denen Eva Trobisch erzählt, son­dern eher die Geschichten, die einem oder einer eben so wider­fah­ren, wäh­rend alles eigent­lich ganz ande­res geplant war. Diese Beliäufigkeit, die vie­le klei­ne Beobachtungen ent­hält, viel Sinn für Details, mag auf den ers­ten Blick ein wenig unfo­kus­siert erschei­nen und doch ver­birgt sich unter den hin­ge­tupf­ten Episoden und Storylines, dem umher­schwei­fen­den Schauen des Films mehr, als man zunächst glaubt.“ Joachim Kurz | Kinozeit

    Credits:

    DE 2026, 116 Min., deut­sche Originalfassung mit eng­li­schen Untertiteln
    Regie: Eva Trobisch
    Kamera: Adrian Campean
    Schnitt: Laura Lauzemis
    mit  Frida Hornemann, Max Riemelt, Eva Löbau, Gina Henkel, Rahel Ohm, Peter René Lüdecke, Florian Geißelmann, Yvon Sable Moltzen, Ida Fischer, Florian Lukas, Thomas Schubert, Kara Schröder, Anne Kulbatzki, Nairi Hadodo

    Audiodeskriptionen, Untertitel und Hörverstärkung mit der Greta App

    Trailer:
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  • Ich verstehe ihren Unmut

    Ich verstehe ihren Unmut

    Ein Film von Kilian Armando Friedrich. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Objektleiterin – hört sich gut an, bedeu­tet aber in einer Branche, in der die Beschäftigten für har­te Arbeit zu schlech­ten Zeiten mit wenig Anerkennung einen Lohn im unte­ren Lohnsektor bekom­men, nur mehr Verantwortung für ein kaum mehr Geld. Heike ist zer­ti­fi­zier­te Objektleiterin in der Reinigungsbranche, der­zeit zustän­dig für eine Einkaufsmall, einen Kindergarten, ein Seniorenheim und eine Baustelle. Sie sitzt als sol­che zwi­schen allen Stühlen, die da hei­ßen: Klientel, Unternehmensleitung und Reinigungspersonal. Diplomatie, Organisationstalent und Durchsetzungsvermögen sind hier gefragt. Bei ers­tem ist der titel­ge­ben­de Satz unbe­dingt von­nö­ten, bei zwei­tem sind Skrupel nur hin­der­lich, und bei letz­te­rem muss es auch mal laut wer­den. Für Heike ist das seit Jahren Routine. Eigentlich wäre sie schon ger­ne soli­da­risch und freund­lich im Umgang mit „ihren“ Reinigungskräften. Jeglicher Fehler, jeder Ausfall, jede Verspätung wür­de jedoch auf sie zurück­fal­len, da bleibt man lie­ber robust. Wie als klei­ne Revanche beschafft sie sich mit einer Kollegin regel­mä­ßig einen klei­nen ille­ga­len Extra-Verdienst. Diese Aktionen stel­len sich aller­dings letzt­end­lich als Kipppunkt für eine uto­pi­sche Änderung ihres Lebens her­aus.
    Ich ver­ste­he Ihren Unmut fängt schmerz­haft die Zermürbung ein, unter der Heike zuneh­mend lei­det. Noch fünf Jahre müss­te sie durch­hal­ten, um einen Anspruch auf Grundrente zu haben. Sabine Thalau ist abso­lut groß­ar­tig in der Hauptrolle. Ähnlich wie den Held:innen in den Filmen von Ken Loach … ist Heike anzu­mer­ken, dass sie es eigent­lich rich­tig machen und fair sein möch­te. Als sie zu frag­wür­di­gen Mitteln greift und eine kla­re mora­li­sche Grenze über­schrei­tet, um den Anforderungen der Unternehmensleitung nach­zu­kom­men, stellt sie sich und ihr Vorgehen infra­ge. Der Film ver­wan­delt sich dar­auf­hin nicht in ein Feel-Good-Movie, gibt sich jedoch lei­se hoff­nungs­voll – und lässt uns wis­sen, dass auch ein er­schöpfter Mensch noch kämp­fe­risch sein kann.“
    Andreas Köhnemann | kino-zeit.de

    Credits:

    DE 2026, 93 Min., Deutsch, Kroatisch, Bosnisch, Türkisch OmU
    Regie:  Kilian Armando Friedrich
    Kamera: Louis Dickhaut, Frederik Seeberger
    Schnitt: Leila Fatima Keita, Kilian Armando Friedrich
    mit: Sabine Thalau, Nada Kosturin, Werner Posselt, Sadibou Diabang, Nigyar Velagic

    Trailer:
    ICH VERSTEHE IHREN UNMUT – Offizieller Trailer
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  • Persepolis

    Persepolis

    Ein Film von Marjane Satrapi. Ab 20.6. im fsk.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]


    PERSEPOLIS war einer der erfolg­reichs­ten Filme in unse­rem Kino. Letzte Woche starb die Autorin und Regissseurin, Marjane Satrapi, mit nur 56 Jahren. Aus die­sem Grund neh­men wir den Film nach 19 Jahren noch­mals ins Programm.

    Die Verfilmung des gleich­na­mi­gen Comics.
    „Der Film erzählt in fast immer schwarz­wei­ßen ein­fa­chen Bildern von dem klei­nen Mädchen Marjane, das in Teheran auf­wächst, in Österreich zur Schule geht, zwi­schen­durch wie­der zurück­kommt nach Iran und dann end­gül­tig ins Exil nach Paris geht. Die Geschichte beginnt mit der Vertreibung des Schahs, führt sich fort über die ver­ra­te­nen Hoffnungen der Revolution zum Krieg zwi­schen Iran und dem Irak und endet in der tyran­ni­schen Herrschaft der Mullahs – alles gese­hen durch die Augen der Heranwachsenden.
    Es ist der Blick der Autorin, die in den immens erfolg­rei­chen Comics ihre eige­ne Geschichte erzählt: cle­ver, wit­zig, selbst­iro­nisch, sehr trau­rig manch­mal. Statt digi­ta­le Animationstechniken zu ver­wen­den, wur­de der Film voll­stän­dig gezeich­net. Deshalb sieht er tat­säch­lich aus wie die Bücher Marjane Satrapis in Bewegung.“ Verena Lueken

    In den acht­zi­ger Jahren, als der Iran gegen den Irak kämpf­te, schick­ten vie­le Eltern der geho­be­nen Mittelklasse ihre Kinder aus Teheran in den Westen zur Ausbildung, auch mei­ne Familie. In Österreich, mei­ner ers­ten Etappe, muss­te ich oft erklä­ren, dass mein Vater nicht drei Frauen hat und war­um ich zu Hause nicht auf dem Kamelrücken rei­te. Sie wun­der­ten sich, dass ich schon Ski gefah­ren war und Alkohol getrun­ken hat­te. Stellen Sie sich vor: Sie kom­men aus dem damals schon sehr moder­nen Teheran in ein klei­nes öster­rei­chi­sches Nest – und man erklärt Ihnen hier die Moderne. Die hat­ten nicht ein­mal ein Kino im Dorf!“
    Marjane Satrapi

    Credits:

    Fr 2007, 96 Min., frz. OmU
    Regie: Marjane Satrapi / Vincent
    Paronnaud
    Nach den gleich­na­mi­gen Comics von Marjane Satrapi
    Originalstimmen: Gabrielle Lopes, Chiara Mastroianni, Catherine Deneuve, Danielle Darrieux, Simon Abkarian, François Jerosme

    Preis der Jury“ – Cannes 2007

    Trailer:
    PERSEPOLIS 4K Restaurierung | Trailer Deutsch | Neu auf 4K UHD, Blu-ray, DVD und Digital!
    Im Kino in fran­zö­sisch mit deut­schen Untertitlen.
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  • To my sisters

    To my sisters

    Ein Film von Faek Falak. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Das Leben der Frauen, die in To My Sisters zu Wort kom­men, wur­de durch Krieg, Gewalt und extre­mis­ti­sches Gedankengut geprägt. Zwischen Kriegserfahrung, Erinnerung und Verantwortung ent­fal­tet der Film drei weib­li­che Perspektiven.
    Die syri­sche Kurdin Haval Berxwedan hat sich im Alter von 18 Jahren gegen die Gründung einer eige­nen Familie und für den bewaff­ne­ten Widerstand gegen Unterdrückung und Verfolgung ent­schie­den. Als Kommandeurin einer Einheit der kur­di­schen Frauentruppe YPJ kämpft sie gegen IS-Terroristen, um ihre und die Freiheit ihres Volkes zu ver­tei­di­gen.
    Die kur­disch­spra­chi­ge Jesidin Sepan Ajo wur­de im Sommer 2014, als die nord­ira­ki­sche Region Sindschar von IS-Milizen besetzt wur­de, von dort ver­schleppt. Sie war sie­ben Jahre lang sys­te­ma­ti­scher sexua­li­sier­ter Gewalt aus­ge­setzt. Bei einem zwangs­wei­sen Transfer in den Libanon konn­te sie flie­hen und fand in Deutschland Zuflucht.
    Die Deutsche Zakia leb­te als Frau zwei­er IS-Kämpfer mit ihren Kindern jah­re­lang in Syrien, bis sie gefan­gen genom­men wur­de. Da Deutschland sie als „Gefährderin“ nicht wie­der auf­neh­men will, bleibt sie mit ihren Kindern dort im Lager.
    Der Film des 2014 aus Syrien nach Deutschland gekom­me­nen Regisseurs ver­bin­det per­sön­li­che Geschichten mit gesell­schaft­li­chen Entwicklungen und macht deut­lich, dass die­se Konflikte längst nicht abge­schlos­sen sind. So steht die Frage nach den lang­fris­ti­gen Folgen von Gewalt und Radikalisierung im Zentrum und zeigt, dass die Ideologien hin­ter die­sen Verbrechen bis heu­te fort­be­stehen. Sie ver­än­dern ihre Form, gewin­nen unter neu­en Akteuren erneut Einfluss und wer­fen auch in Europa Fragen nach Freiheit, Frauenrechten und gesell­schaft­li­cher Stabilität auf.
    Mit sel­te­nem Zugang vor Ort und unter außer­ge­wöhn­li­chen Bedingungen gedreht, eröff­net der Film einen unmit­tel­ba­ren Einblick in eine Realität, die oft ver­drängt wird. Dadurch ent­wi­ckelt er sich weni­ger zu einer klas­si­schen Kriegsdokumentation als viel­mehr zu einer per­sön­li­chen und poli­ti­schen Auseinandersetzung über Selbstbestimmung und Widerstand.

    Credits:

    DE 2026, 96 Min., kur­disch, ara­bisch und deut­sche OmU
    Regie:  Faek Falak
    Kamera: Noah Schuller
    Schnitt: Kristina Bogen

    Audiodeskriptionen, Untertitel und Hörverstärkung mit der Greta App

    Trailer:
    TO MY SISTERS // Ab 23.07 im Kino // Offizieller Trailer
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  • Sechswochenamt

    Sechswochenamt

    Ein Film von Jacqueline Jansen. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Am Anfang ist das Sterben, völ­lig ruhig und unsen­ti­men­tal insze­niert. Dann beginnt der Trauerprozess, ein­fühl­sam dar­ge­stellt nicht ohne geäu­ßer­te, schein­ba­re Hartherzigkeiten, die aber nicht übel genom­men, son­dern gera­de­zu ‑wie übri­gens alles- unend­lich zärt­lich erzählt wer­den? Die Überforderung, das Alleinsein, die Zumutungen: „Dieses exis­ten­zi­el­le Gefühl der Weltverlassen- und Weltverlorenheit, des Abgeschnittenseins“ (Joachim Kurz) Auch davon han­delt die­ser ein­zig­ar­ti­ge Film – sozu­sa­gen auf sei­ner Metaebene.
    Lore beglei­tet ihre Mutter beim Sterben. Sie kommt in das Städtchen ihrer Kindheit, nach Erkelenz, wo vie­le Bekannte und Verwandte leben, die die rhei­ni­sche Mundart noch spre­chen. Der Umgang mit dem Tod und die Trauerarbeit sind das eigent­li­che Thema des Films. Die Darstellungsweise ist aber das wirk­lich Herausragende an die­sem Film. Natürlich schlägt die Melancholie den Grundton an, aber der mög­li­che Kitsch wird durch die neo­rea­lis­ti­sche Erzählweise kom­plett unter­lau­fen, wozu auch die lie­bens­wer­te Spielweise der vie­len Laiendarsteller bei­trägt.
    Nebenher und völ­lig unauf­dring­lich spielt die Geschichte in der Pandemiezeit. In der Erzählung ein­ge­bet­tet, bil­det sie sowas wie ein Grundrauschen, ver­stärkt noch ein­mal das Gefühl des Einsam- und Verlassenseins und ver­weist damit auf den all­ge­mei­nen Zustand der Gesellschaft.
    P.S. „Sechswochenamt“ ist nach der katho­li­schen Kirche eine Messe, die sechs Wochen nach dem Tod zele­briert wird und das Ende der ers­ten Trauerphase für die Hinterbliebenen markiert.

    Credits:

    DE 2025, 98 Min., Originalfassung in Deutsch mit eng­li­schen Untertiteln
    Regie:  Jacqueline Jansen
    Kamera:Markus Ott
    Schnitt: Simon Dopslaf, Jacqueline Jansen
    mit Magdalena Laubisch, Gerta Gormanns, Lola Klamroth, Olga Prokot, Suzanne Ziellenbach, Marc Fischer,

    Trailer:
    Trailer SECHSWOCHENAMT – ab 18. Juni im Kino
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  • Donkey Days

    Donkey Days

    Ein Film von Rosanne Pel.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Ein zer­ris­se­nes Dreieck von Frauen mit­ten im Zusammenbruch“ – So fasst Regisseurin Rosanne Pel ihre erfri­schen­de schwar­ze Komödie über kom­pli­zier­te Beziehungen zwi­schen Müttern, Schwestern und Töchtern zwi­schen Sticheleien, Geheimnissen und Rollenbildern, „Donkey Days”, zusam­men.
    Anna und Charlotte, zwei erwach­se­ne Schwestern, tra­gen den alten Kampf um die Gunst der Mutter nach wie vor aus, wäh­rend die­se sie noch sub­til dazu ansta­chelt. Dabei kreist der Film trotz teils selt­sa­men Settings, Auslassungen und künst­li­chen Dialogen stets um einen wahr­haf­ti­gen Kern. Das Elternhaus, ein lang­sam ver­fal­len­des Anwesen, spie­gelt dabei die Verhältnisse vie­ler Familien wie die­ser: „Aus der Ferne ist der schö­ne Schein noch intakt, aber von Nahem betrach­tet ist es unmög­lich, ihn auf­recht zu erhal­ten. Hier gel­ten ande­re Regeln. Es ist ein Ort des Chaos.“ (RP)
    „Ein eben­so skur­ri­ler wie emo­tio­na­ler Film über fami­liä­re Bindungen, unge­lös­te Verletzungen und die schwie­ri­ge Suche nach per­sön­li­cher Freiheit – Pechschwarz und unglaub­lich komisch: Selten ist eine Familienkrise psy­cho­lo­gisch so prä­zi­se und unter­halt­sam erzählt wor­den.“ FF Hamburg

    Credits:

    NL/DE 2025, 108 Min., Originalfassung in Deutsch, Englisch und Niederländisch, teil­wei­se mit deut­schen Untertiteln
    Regie:  Rosanne Pel
    Kamera: Aafke Beernink
    Schnitt: Xander Nijsten
    mit Jil Krammer, Susanne Wolff, Hildegard Schmahl, Amke Wegner, Carla Juri

    Audiodeskriptionen, Untertitel und Hörverstärkung mit der Greta App

    Trailer:
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  • Ingeborg Bachmann – Jemand, der einmal ich war

    Ingeborg Bachmann – Jemand, der einmal ich war

    Ein Film von Regina Schilling. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Zwei Filme, die sich mit Ingeborg Bachmann beschäf­ti­gen, waren in den letz­ten 10 Jahren bei uns zu sehen: Margarethe von Trottas bio­gra­fi­scher Ingeborg Bachmann – Reise in die Wüste (2023) beleuch­tet eine Phase ihrer Beziehung mit Max Frisch. Ruth Beckermanns Die Geträumten (2016) setzt sich aus ihren Texten, genau­er dem Briefaustausch mit Paul Celan, zusam­men. Ingeborg Bachmann – Jemand, der ein­mal ich war belässt die­se und ande­re, eher unglück­lich ver­lau­fen­den Liaisons im Hintergrund. Durch vie­le Originalaufnahmen und Dokumente erzählt der Film aus­schnitt­ar­tig vom Schaffen, Werdegang und media­lem Aufstieg der Autorin in einer Zeit, in der Frauen im Literaturbetrieb eine sel­te­ne Spezies waren, beson­ders, wenn sie das Geschlechterverhältnis the­ma­ti­sier­ten.
    Sandra Hüllers respekt­vol­ler Auftritt drin ist kaum als Re-Enactment, denn als Interpretation zu ver­ste­hen und als sol­che gekenn­zeich­net. Dies erlaubt, Verletzlichkeit und nicht-auto­ri­sier­te Stimmungen, wie die Verzweiflung vor der Schreibmaschine oder den befrei­en­den Tanz auf einem römi­schen Platz, mit auf­zu­neh­men ins fil­mi­sche Kaleidoskop.
    „… die­se küh­ne Exposition und die sich dar­an anschlie­ßen­den Spielszenen [ver­lei­hen] dem Film eine Leichtigkeit und ein Funkeln, die ihn über eine rein doku­men­ta­ri­sche  Abhandlung über eine Dichterin, deren Leben und ihr Schaffen hin­aus­he­ben. …Zum 100. Geburtstag von Ingeborg Bachmann gelingt Regina Schilling eine so sinn­li­che wie intel­lek­tu­el­le Annäherung an eine der bedeu­tends­ten Schriftstellerinnen des 20. Jahrhunderts, ein fil­mi­sches Porträt, das die Zerbrechlichkeit und Kraft einer Künstlerin fei­ert, die sich jeder Vereinnahmung ent­zog und deren Werk bis heu­te eine visio­nä­re Wucht besitzt.“
    Joachim Kurz | kino-zeit.de
    „So fliegt einem das gan­ze miso­gy­ne Katastrophen-Jahrhundert noch ein­mal rich­tig um die Ohren.“ filmdienst.de

    Credits:

    DE/AT 2026, 95 Min., deut­sche OmeU
    Regie:  Regina Schilling
    Kamera: Johann Feindt
    Schnitt: Carina Mergens
    mit: Sandra Hüller

    Audiodeskriptionen, Untertitel und Hörverstärkung mit der Greta App

    Trailer:
    Ingeborg Bachmann – Jemand, der ein­mal ich war | Offizieller Trailer | Ab 25. Juni im Kino
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  • DAO

    DAO

    Ein Film von Alain Gomis. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Der Film beginnt mit einer Definition sei­nes Titels: „Das Dao ist die unauf­hör­li­che, krei­sen­de Bewegung, die durch alles fließt und die Vielfalt der Welt ver­bin­det.“ Anschließend führt er uns zum Casting von Gloria, einer Frau, deren Tochter kurz vor ihrer Hochzeit steht. Eine Stimme aus dem Off, die das Casting lei­tet, erklärt: „Der ers­te Schritt ist, die­se Familie zu bil­den.“ Schauspieler*innen und Laien wer­den gecas­tet und zusam­men­ge­bracht, um als Verwandte gemein­sam eine Hochzeit in Paris zu fei­ern und in Guinea-Bissau gemein­sam den Tod ihres Familienoberhaupts zu betrau­ern. Während sie zwi­schen die­sen bei­den Welten hin- und her­rei­sen, wer­den indi­vi­du­el­le Geschichten und gemein­sa­me kul­tu­rel­le Wurzeln durch Fakten und Fiktion ver­wo­ben. Liebe, Lachen, Rituale, Schmerz und Geschichte sind mit­ein­an­der ver­floch­ten: eine unauf­hör­li­che, krei­sen­de Bewegung, die die Realität umrahmt.

    Credits:

    FR/SN/GW 2026 , 185 Min., Französisch, Wolof, Manjak, Guineabissauisches Kreol OmU
    Regie: Alain Gomis
    Kamera: Céline Bozon, Amath Niane, Mabeye Deme
    Montage: Alain Gomis, Fabrice Rouaud, Assetou Koné, Dimitri Ouedraogo, Elizabeth Ndiaye, Moustapha Mbalo Dieng
    mit Katy Correa, D’Johé Kouadio, Samir Guesmi, Mike Etienne, Nicolas Gomis, Fara Baco Gomis, Poundo Gomis

    Trailer:
    DAO (Berlinale Wettbewerb) | Deutscher Trailer
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  • The Love that Remains

    The Love that Remains

    Ein Film von Hlynur Pálmason.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Gemeinsam mit ihren drei Kindern und Familienhund „Panda“ füh­ren Anna und Magnús ein unauf­ge­reg­tes Leben an der wei­ten Küste Islands. Magnús, der von allen nur Maggi genannt wird, ist als Hochseefischer oft tage­lang auf dem Meer, wäh­rend Anna auf ihren Durchbruch als Künstlerin hofft. Dazwischen wan­dern sie mit den Kindern in den Bergen, ste­chen Fische auf den Seen, lau­fen Schlittschuh, schie­ßen Bogen, sam­meln Heidelbeeren oder beob­ach­ten Wildpferde und Wale. Dabei haben sich Anna und Maggi schon vor einer gan­zen Weile getrennt. Doch irgend­wie schaf­fen es die bei­den nicht, auch ihre Leben von­ein­an­der zu trennen.

    The Love that Remains erzählt von der Natur, dar­über, was wir erschaf­fen, erneu­ern und zer­stö­ren, was uns eint und trennt sowie von feh­len­der Kommunikation und wider­sprüch­li­chen Gefühlen. Aber in ers­ter Linie geht es um Familie. Das ist der Kern des Films und damit steht er dann doch in einer Linie mit mei­nen frü­he­ren Kurz- und Spielfilmen.
    Wir nei­gen dazu, die Welt als gro­ßes Ganzes zu sehen, wie etwa in der Politik. Für mich aber sind die klei­nen und inti­men Momente das Wichtigste im Leben. Die Dinge, die uns nahe gehen, wie Familie, Geschwister, Kinder, die Natur und der Ort, den wir bewoh­nen. Nach Godland (Ende Juni im fsk) woll­te ich eine Geschichte erzäh­len, die im Heute spielt und unse­re jet­zi­ge Welt erkun­det. Ich woll­te die Orte fil­men, die mich umge­ben, mei­ne Heimat, mei­nen Garten ohne etwas künst­lich erbau­en zu müs­sen. Ich woll­te die Welt zei­gen, wie sie wirk­lich ist.
    Ich muss­te und woll­te einen Film über das Intime, das Alltägliche und sogar das Hässliche machen und nicht über das Epische, Perfekte oder Besondere. The Love that Remains ist ein sehr per­sön­li­cher, fami­liä­rer und eigen­ar­ti­ger Film – er hat etwas Träumerisches und Fluides.“
    Hlynur Pálmason

    Credits:

    IS/FR/DK/SE 2025, 109 Min., islän­di­sche OmU
    Regie & Kamera:  Hlynur Pálmason
    Schnitt: Julius Krebs Damsbo
    mit: Saga Garðarsdóttir, Ída Mekkín Hlynsdóttir, Grímur Hlynsson, Anders Mossling, Sverrir Gudnason

    Trailer:
    The Love that Remains (Trailer OmU) – Saga Garðarsdóttir, Sverrir Guðnason
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