The Whispering Star

Ein Film von Sion Sono. Ab 26.5. im fsk.

In einer fer­nen Zukunft lebt Androide ID 722 Yoko Suzuki als Botin und reist von Stern zu Stern auf ihrem Retro-Raumschiff (total süß, sieht aus wie ein altes japa­ni­sches Haus mit Düsenantrieb)  und ver­bringt Tag für Tag im sel­ben Trott und braucht oft Jahre um auch nur ein ein­zel­nes ihrer Pakete zu überbringen.

Dieser Film ist ein klei­nes Gedicht, das ich über das Verblassen von Erinnerungen geschrie­ben habe. Ein Gebet für die Menschen auf der Erde, deren Leben täg­lich unter Bedrohung ste­hen. Ich ließ den Film in einer weit ent­fern­ten Zukunft spie­len, in der nach Kriegen, Naturkatastrophen und Unglücken aus Menschenhand, nur noch weni­ge Menschen übrig geblie­ben sind. Roboter mit künst­li­cher Intelligenz domi­nie­ren das Universum, da ihre Zahl mit dem Niedergang der mensch­li­chen Rasse gestie­gen ist. Menschen füh­ren ein insel­ar­ti­ges Leben in klei­nen Siedlungen, die über das gan­ze Universum ver­streut lie­gen. Einige von ihnen lan­de­ten in ihren gegen­wär­ti­gen Siedlungen, nach­dem sie aus ihrem Heimatland eva­ku­iert wur­den oder sie ihr Heim ver­lo­ren hat­ten. Alles was ihnen geblie­ben ist sind ihre Erinnerungen. Ein Paketdienst von Robotern ver­pflegt die Melancholie der Menschen, indem er sie mit Erinnerungsstücken belie­fert. Die Hauptfigur Yoko ist eine die­ser alters­lo­sen Kuriere, die von Stern zu Stern rei­sen, um Pakete an Menschen zu lie­fert. In einem Paket befin­det sich eine Fotografie, in einem ande­ren Paket sind Milchzähne, wäh­rend ein wie­der ande­res ein selt­sa­mes, hand­ge­zeich­ne­tes Porträt beinhal­tet… Die Bedeutung und der Zweck die­ser Objekte blei­ben dem Roboter ver­bor­gen, den­noch erfüllt Yoko ihre Aufgabe, ohne sie zu hin­ter­fra­gen, selbst wenn es Jahre dau­ert eine Fotografie zuzu­stel­len und Jahre, die ande­ren Pakete aus­zu­lie­fern.” Sion Sono

Nach vie­len eher tur­bu­len­ten Filmen wie Tokyo Tribe oder Love Exposure erin­nert The Whispering Star nun wie­der an sei­nen frü­hen megar­u­hi­gen Film Heya – The Room.

The Whispering Star ist eine ver­spiel­te und lus­ti­ge exis­ten­tia­lis­ti­sche Science-Fiction Fabel, gela­den mit unmög­li­chen Begegnungen. Eine inter­ga­lak­ti­sche Reise auf der Suche nach Menschlichkeit, die Poesie weit, weit weg fin­det, inmit­ten der Sterne.”
Festival du Nouveau Cinéma

OT: Hiso hiso boshi
Japan 2015, 101 Min., japan. OmU
Regie & Buch: Sion Sono 
Kamera: Hideo Yamamoto 
Schnitt: Junichi Ito 
mit: Megumi Kagurazaka, Kenji Endo, Yuto Ikeda, Kouko Mori

The Whispering Star (Trailer, deutsch unter­ti­telt) from Rapid Eye Movies on Vimeo.

Autor: fsk

  • The Whispering Star

    The Whispering Star

    Ein Film von Sion Sono. Ab 26.5. im fsk.

    In einer fer­nen Zukunft lebt Androide ID 722 Yoko Suzuki als Botin und reist von Stern zu Stern auf ihrem Retro-Raumschiff (total süß, sieht aus wie ein altes japa­ni­sches Haus mit Düsenantrieb)  und ver­bringt Tag für Tag im sel­ben Trott und braucht oft Jahre um auch nur ein ein­zel­nes ihrer Pakete zu überbringen.

    Dieser Film ist ein klei­nes Gedicht, das ich über das Verblassen von Erinnerungen geschrie­ben habe. Ein Gebet für die Menschen auf der Erde, deren Leben täg­lich unter Bedrohung ste­hen. Ich ließ den Film in einer weit ent­fern­ten Zukunft spie­len, in der nach Kriegen, Naturkatastrophen und Unglücken aus Menschenhand, nur noch weni­ge Menschen übrig geblie­ben sind. Roboter mit künst­li­cher Intelligenz domi­nie­ren das Universum, da ihre Zahl mit dem Niedergang der mensch­li­chen Rasse gestie­gen ist. Menschen füh­ren ein insel­ar­ti­ges Leben in klei­nen Siedlungen, die über das gan­ze Universum ver­streut lie­gen. Einige von ihnen lan­de­ten in ihren gegen­wär­ti­gen Siedlungen, nach­dem sie aus ihrem Heimatland eva­ku­iert wur­den oder sie ihr Heim ver­lo­ren hat­ten. Alles was ihnen geblie­ben ist sind ihre Erinnerungen. Ein Paketdienst von Robotern ver­pflegt die Melancholie der Menschen, indem er sie mit Erinnerungsstücken belie­fert. Die Hauptfigur Yoko ist eine die­ser alters­lo­sen Kuriere, die von Stern zu Stern rei­sen, um Pakete an Menschen zu lie­fert. In einem Paket befin­det sich eine Fotografie, in einem ande­ren Paket sind Milchzähne, wäh­rend ein wie­der ande­res ein selt­sa­mes, hand­ge­zeich­ne­tes Porträt beinhal­tet… Die Bedeutung und der Zweck die­ser Objekte blei­ben dem Roboter ver­bor­gen, den­noch erfüllt Yoko ihre Aufgabe, ohne sie zu hin­ter­fra­gen, selbst wenn es Jahre dau­ert eine Fotografie zuzu­stel­len und Jahre, die ande­ren Pakete aus­zu­lie­fern.” Sion Sono

    Nach vie­len eher tur­bu­len­ten Filmen wie Tokyo Tribe oder Love Exposure erin­nert The Whispering Star nun wie­der an sei­nen frü­hen megar­u­hi­gen Film Heya – The Room.

    The Whispering Star ist eine ver­spiel­te und lus­ti­ge exis­ten­tia­lis­ti­sche Science-Fiction Fabel, gela­den mit unmög­li­chen Begegnungen. Eine inter­ga­lak­ti­sche Reise auf der Suche nach Menschlichkeit, die Poesie weit, weit weg fin­det, inmit­ten der Sterne.”
    Festival du Nouveau Cinéma

    OT: Hiso hiso boshi
    Japan 2015, 101 Min., japan. OmU
    Regie & Buch: Sion Sono 
    Kamera: Hideo Yamamoto 
    Schnitt: Junichi Ito 
    mit: Megumi Kagurazaka, Kenji Endo, Yuto Ikeda, Kouko Mori

    The Whispering Star (Trailer, deutsch unter­ti­telt) from Rapid Eye Movies on Vimeo.

  • Happy Hour

    Happy Hour

    Ein Film von Franz Müller. ab 12.5. im fsk. Am 15.5. mit anschlie­ßen­dem Filmgespräch.

    HC ist am Boden zer­stört, sei­ne Frau hat ihn ver­las­sen, das Familienglück ist vor­bei. Was bleibt, sind die bei­den Jugendfreunde Wolfgang und Nic. Die den­ken, es täte HC ganz gut, wenn er Abstand bekä­me, und fah­ren mit ihm kur­zer­hand in den Urlaub, nach Irland, ins Ferienhäuschen von Wolfgang.

    Dort zeigt sich schnell, dass sich die Küchenpsychologie der bei­den Freunde nicht auf HC anwen­den lässt. Die Vorstellungen davon, was rich­tig und was falsch ist, gehen viel zu weit aus­ein­an­der – ob es sich um die Liebe oder die Hausregeln in Wolfgangs Cottage dreht. Genervt geht jeder bald sei­ne eige­nen Wege, ist ja schließ­lich auch jeder­manns Urlaub, der genos­sen wer­den will.

    Franz Müller macht das ger­ne: Seine Figuren wie sei­ne Schauspieler in eine her­aus­for­dern­de Situation ste­cken, wo dann aus der Improvisation, aus der Dynamik des Zusammenseins, aus dem Mit- und Gegeneinander der Film wird. (…) Eine Komödie, die sozu­sa­gen den Gegenpol der Matthias-Schweighöfer-Späße ist, die sich ja eben­falls mit den Fragen des Mannes im Zusammenhang mit dem Prinzip Frau aus­ein­an­der­set­zen: Müller setzt nicht auf den Gag, son­dern auf die Charaktere, er setzt nicht auf die Konzeption von Situationen, son­dern lässt das Geschehen sich erge­ben …” (Harald Mühlbeyer, kino-zeit.de)

    Filmfest München: Gewinner Förderpreis Neues Deutsches Kino, Beste Produktion


    D 2015, 95 Min.

    Regie: Franz Müller
    Kamera: Bernhard Keller
    Schnitt: Gesa Jäger
    Mit: Simon Licht, Mehdi Nebbou, Alexander Hörbe

    HAPPY HOUR – Offizieller Trailer
  • Queen of Earth

    Queen of Earth

    Ein Film von Alex Ross-Perry. Ab 5.5. im fsk.

    Kurz bevor wir mit dem Debut Petting Zoo unse­ren ver­lei­h­ei­ge­nen US-ame­ri­ka­ni­schen Independentfilm ins Rennen schi­cken, berei­ten wir ihm mit einem im Vergleich „Alten Hasen“ schon mal den Weg:
    „Ross Perry gilt als neu­er Shooting-Star des unab­hän­gin­gen US-Kinos. Im Gegensatz zu sei­nen eher dia­log­las­ti­gen Komödien The color wheel und Listen up Phillip, die auf schwar­zen Humor setz­ten, beweist Perry mit Queen of earth, dass er auch ein visu­el­ler Erzähler ist. Der Film han­delt von zwei unglei­chen Freundinnen in unter­schied­li­chen Lebenssituationen, die nach Jahren ohne enge­ren Kontakt ein gemein­sa­mes Wochenende in einem Landhaus ver­brin­gen. Der ein­sa­me See, ver­dräng­te Konflikte zwi­schen den Frauen und das unschar­fe Sommerlicht im Wald erzeu­gen eine laten­te Atmosphäre der Verstörung, der kei­ne auf­dring­li­chen psy­cho­lo­gi­schen Erklärungsmuster ent­ge­gen­wir­ken. Queen of earth bleibt bis zum Schluss opak und rät­sel­haft. Kameramann Sean Price Williams fängt die Hauptdarstellerinnen Elisabeth Moss und Katherine Waterston in traum­haft som­nam­bu­len, fast unwirk­li­chen Bildern ein, die gele­gent­lich an Robert Altmans Meisterwerk Drei Frauen erin­nern. …” Andreas Busche, epd Film
    „Es geht in die­sem Film um Privatsphäre. Ich habe fest­ge­stellt, dass man­che Menschen in einem gera­de­zu hoff­nungs­lo­sen Ausmaß unfä­hig dazu sind, ande­ren ihren Raum zu las­sen. Queen of earth han­delt von der Reaktion einer Frau auf die Weigerung der Welt, sie in Ruhe zu las­sen. Unehrlichkeit, Grausamkeit und Neugierde sind ein und das­sel­be. Die stän­di­ge Freude, die Menschen dar­an fin­den, Dinge über jeden außer sich selbst zu erfah­ren, wirkt auf mich wie eine Krankheit der Gesellschaft. Der Film zeigt eine Figur, die all­mäh­lich immun gegen die­se Krankheit wird, weil sie immer wei­ter in ihre per­sön­li­che Tragödie abgleitet.”
    Alex Ross Perry

    USA 2015 90 Min. engl. OmU

    Regie & Buch: Alex Ross Perry

    Kamera: Sean Price Williams

    Schnitt: Robert Greene

    Musik: Keegan DeWitt

    mit Elisabeth Moss, Katherine Waterston, Patrick Fugit, Kentucker Audley u.A.

    Queen of Earth Official Trailer 1 (2015) – Elisabeth Moss, Katherine Waterston Movie HD

    im Kino mit deut­schen Untertiteln.
  • New Romanian Cinema: Self-Portrait Of A Dutiful Daughter

    New Romanian Cinema: Self-Portrait Of A Dutiful Daughter

    New Romanian Films ist eine Reihe von Filmvorführungen, die ein Treffen zwi­schen rumä­ni­schen Regisseuren und dem deut­schen Publikum ermöglichen.

    Self-Portrait Of A Dutiful Daughter erzählt die Geschichte von Cristiana, eine drei­ßig­jäh­ri­ge Frau von „guter Familie”. Sie ver­bringt ihre Zeit zwi­schen ihrer Doktorarbeit in Erdbebentechnik, den Gesprächen mit zwei engen Freunden, Alex und Michelle, und den sel­te­nen, aber viel erwar­te­ten Treffen mit einem ver­hei­ra­te­ten Mann. Nachdem die Eltern umzie­hen, bleibt Cristiana allein in einer Bukarester Wohnung und ent­schei­det sich, ihren Kindheitswunsch zu erfül­len und einen Hund zu halten.

    OT:  Autoportretul unei fete cuminţi, Rumänien 2015, 81 Min., rum. OmU,
    Regie: Ana Lungu,
    mit: Emilian Oprea, Elena Popa, Andrei Enache,

    am 28..4. um 18:00 in Anwesenheit von Ana Lungu

  • La belle saison

    La belle saison

    Ein Film von Catherine Corsini. Ab 5.5. im fsk.

    Die 23jährige Delphine lebt Anfang der 70er bei ihren Eltern auf dem Bauernhof und hilft ihrem Vater beim Betrieb. Als ihre Geliebte erklärt, daß sie nun mal lang­sam einen Mann hei­ra­ten müß­te, flieht Delphine zum stu­die­ren nach Paris, wo sie in eine Feministinnengruppe gerät und sich gleich in Carole, eine der auf­fäl­ligs­ten Frauen der Gruppe, ver­liebt. Die ist zwar noch mit einem Mann zusam­men, aber als Delphine wegen ihrem nun kran­ken Vater zurück aufs Land muß, folgt Carole ihr und muß nun mit den länd­li­chen, kon­ser­va­ti­ven Strukturen klar kommen.

    Worin bestand für Sie der Reiz, die Handlung von La Belle Saison in die 70er Jahre zu verlegen?
    Ich ver­spür­te das Bedürfnis, den dama­li­gen Feministinnen, die oft ver­un­glimpft oder als sexu­ell frus­trier­te Emanzen beschimpft wur­den, mei­nen Respekt zu zol­len. Ich selbst war zwar über vie­le Jahre hin­weg kei­ne son­der­lich enga­gier­te Feministin, ja ich ten­dier­te sogar dazu, mir die Vorurteile, die man ihnen gegen­über heg­te, selbst zu eigen zu machen. Dann aber begriff ich, dass ein Großteil der Errungenschaften, die für mein heu­ti­ges Leben ganz selbst­ver­ständ­lich sind, eben die­sen Frauen zu ver­dan­ken sind, die sich damals enga­giert und wirk­lich gekämpft haben. Viele von ihnen waren Lesbierinnen, denen sich dank der Frauenbewegung end­lich die Chance bot, ihre Stimme zu erheben.
    Es ist eine Tatsache, dass gera­de die Lesben viel für die Emanzipation der Frau im Allgemeinen geleis­tet haben. Die Vitalität und die Lust zu pro­vo­zie­ren, von der die Frauenbewegung geprägt war, fand ich sehr fas­zi­nie­rend. Ich sehe heu­te nir­gend­wo etwas Vergleichbares. Ich hat­te begrif­fen, dass beim Feminismus das Menschliche im Mittelpunkt stand – und dies war denn auch der Kerngedanke, von dem ich mich bei der Arbeit am Skript habe lei­ten lassen.

    Wie erklärt sich die Lust, so viel nack­te Haut zu zeigen?
    Die Nacktheit zu insze­nie­ren, folg­te gewis­ser­ma­ßen der Logik der dama­li­gen Zeit. Plötzlich fand man es nor­mal, sich nackt zu zei­gen und Haare unter den Achseln zu haben. Seltsamerweise hat uns die Lust, so viel nack­te Haut zu zei­gen, aber erst ganz all­mäh­lich wäh­rend der Dreharbeiten über­kom­men. Anfänglich war ich viel mehr dar­auf aus, die Schönheit der Landschaft und die Arbeit auf den Feldern zu zei­gen.  (Catherine Corsini)

    F 2015, 105 Min.,  frz. OmU 
    Regie: Catherine Corsini
    Buch: Catherine Corsini, Laurette Polmanss 
    Kamera: Jeanne Lapoirie 
    Schnitt: Frédéric Baillehaiche 
    mit: : Cécile de France, Izïa Higelin, Noémie Lvovsky, Kévin Azaïs

  • filmPOLSKA 2016

    filmPOLSKA 2016

    Vom 20. bis 29. April

    Das größ­te pol­ni­sche Filmfestival außer­halb sei­nes Heimatlandes bringt zum elf­ten Mal eine Auswahl von Werken bekann­ter und unbe­kann­ter pol­ni­scher Künstlerinnen und Künstler ins fsk (u.a.).

    In die­sem Jahr läßt Agnieszka Smonczyńska Meerjungfrauen zu Vampiren mutie­ren (CÓRKI DANCINGU/THE LURE), spinnt ein Teenager sein Netz um einen ver­meint­li­chen Serienmörder (CZERWONY PAJĄK/THE RED SPIDER, R: Marcin Koszałka) und zeich­net Tomasz Wasilewski in ZJEDNOCZONE STANY MIŁOŚCI/UNITED STATES OF LOVE , der auf der dies­jäh­ri­gen Berlinale den Drehbuchbären gewann, ein Bild der pol­ni­schen Gesellschaft in den 90er Jahren. Wie sich die Adoleszenz anfühlt und wie schwer sie sich lebend über­ste­hen lässt. zeigt Jakub Czekaj mit BABY BUMP. Ein alters­mü­der ehe­ma­li­ger Profikiller, der sich aus dem Business zurück­ge­zo­gen hat, wird in ANATOMIA zła (R: Jacek Bromski) reak­ti­viert. NUDE AREA (R: Urzula Antoniak) erzählt ohne Worte von der Liebe zwi­schen zwei Frauen.  Der Dokumentarfilm SOMETHING BETTER TO COME von Hanna Polak: Ein ganz nor­ma­les Leben – was für vie­le selbst­ver­ständ­lich scheint, liegt für Yula in wei­ter Ferne. Sie lebt auf Europas größ­ter Müllhalde, eini­ge Kilometer vor Moskau. Adam Jacek Winkler, pol­ni­scher Fotograf, anti­kom­mu­nis­ti­scher Dissident, Bergsteiger und Künstler ist der Held in dem ani­mier­ten Dokumentarfilm Magic Mountain von Anca Damian.  Raging Rose ist eine Dreiecksgeschichte zwi­schen 15 und 50 in Frankreich (R: Julia Kowalski). Die Singende Tischdecke (Spiewający obrusik, R: Mariusz Grzegorzek) besteht aus 3 Episoden zu der Frage: Wie ebnet man sich als Nachwuchsschauspieler den Weg auf die gro­ße Leinwand?  ZUD, so nen­nen die Einheimischen in der mon­go­li­sche Steppe die erbar­mungs­lo­sen Kräfte der Natur (R:  Marta Minorowicz). Ein jüdi­scher Geist aus alten Zeiten erweckt die Vergangenheit aus­ge­rech­net in Piotrs Hochzeitsnacht zum Leben DEMON (R: Marcin Wrona). Die 40-jäh­ri­ge Marianna ver­liebt sich kurz vor ihrer Geschlechtsumwandlung in Call me Marianna (R:  Karolina Bielawska) und COSMOS von Andrzej Zulawski führt uns für ein paar Tage in eine Familienpension mit merk­wür­di­gen Ereignissen.

    Mit vie­len Gästen.

    Ausführlichen Infos unter www.filmpolska.de

  • Overgames

    Overgames

    Ein Film von Lutz Dammbeck. Ab 28.4. im fsk.

    2005 sah der Regisseur eine Quizmaster-Talkshowrunde, in der Joachim Fuchsberger erzählt, dass die Vorbilder der Spiele sei­ner 1960 erst­mals im west­deut­schen Fernsehen aus­ge­strahl­ten Show „Nur nicht ner­vös wer­den“ in der ame­ri­ka­ni­schen Psychiatrie ent­wi­ckelt wur­den. Auf die belus­tig­te Frage von Rudi Carell, „und wie­vie­le Patienten haben Dir da zuge­schaut?“ ant­wor­tet er: „Eine ver­rück­te, eine psy­chisch gestör­te Nation“. Waren die Deutschen, hier genau­er: die Westdeutschen, eine psy­chisch gestör­te Nation? Lutz Dammbeck macht sich auf die Suche.
    Zwischen 1939 und 1944 ana­ly­sier­te eine Gruppe Wissenschaftler um die Anthropologin Magarete Mead und dem Psychiater Richard M. Brickner die Deutschen und ihrer Kultur. Der Befund lau­tet „Paranoia“. Die Frage: Kann der Patient „Deutschland“ nach der Niederlage geheilt wer­den, um zukünf­ti­ges Unheil zu ver­hin­dern? Können Spiele dabei hel­fen? Und: stimmt die These über den Ursprung der frü­hen Gameshows? Overgames wagt eine asso­zia­ti­ve Collage über hei­te­re und erns­te Spiele, Therapien und Experimente zur Um- und Selbstumerziehung, sowie zur Ideengeschichte einer per­ma­nen­ten media­len Revolution. Es tre­ten auf: Regisseure und Produzenten von Gameshows, Psychiater, Anthropologen und Paranoiker ver­schie­dens­ter Couleur.
    „Der Zuschauer muss sich kon­zen­trie­ren. Ja: Man muss sich anstren­gen – wird aber auch mit vie­len Ein- und Ansichten belohnt.
    Ernsthafte Darlegungen – die Dammbeck aber immer im Modus des Spielens belässt.“ Harald Mühlbeyer | kino-zeit.de

    D 2015, 163 Min.
    Regie & Buch: Lutz Dammbeck
    Kamera: Eberhard Geick, Volker Tittel, Börres Weiffenbach, Istvan Imreh
    Musik: J. U. Lensing
    Filme von Lutz Dammbeck: Das Netz, Zeit der Götter u.a.

    Filmfest München 2015 | OVERGAMES Trailer
  • Akt – 4 Leben ein Akt

    Akt – 4 Leben ein Akt

    Ein Dokumentarfilm von Mario Schneider.

    Mario Schneider por­trä­tiert in Akt vier ver­schie­de­ne Personen, die zumin­dest eines ver­bin­det: Sie sind Aktmodelle und stel­len ihre Körper in den Dienst der Kunst. Von die­ser gemein­sa­men Tätigkeit aus­ge­hend, taucht der sehr viel­schich­ti­ge Film in die Leben der Protagonisten ein. Der Zuschauer lernt sie immer bes­ser ken­nen, bis auch hier und da Gemeinsamkeiten erkenn­bar werden.
    Mario Schneider ist ein groß­ar­ti­ger Gesprächspartner für sei­ne Protagonisten. Schon in sei­nen vor­her­ge­hen­den Filmen ist die gro­ße Nähe zu den Personen vor der Kamera, ihre Offenheit und Ehrlichkeit immer ein wert­vol­ler Teil sei­ner doku­men­ta­ri­schen Arbeit gewe­sen. In Akt wird das „Sich-Zeigen und Sich-Öffnen“ nun auf dop­pel­te Weise zum Thema: In der Arbeit als Modell und in ihrer Bereitschaft von ihren Gedanken, Gefühlen und ihren Biographien zu erzählen.
    Es ist ein inten­si­ver Film über den fra­gi­len mensch­li­chen Körper und die fra­gi­le Seele in ihm. Oder anders ausgedrückt:
    „Schneiders Film han­delt auf eine gro­ße und zugleich kon­kre­te Weise von Geborgenheit und dem Kampf dar­um. Ein sehr berüh­ren­der Blick in unse­re schein­bar so klar geschich­te­te Gesellschaft.“ (Matthias Dell)

    D 2015, 105 Min.
    Buch & Regie: Mario Schneider
    Kamera: Friede Clausz
    Schnitt: Gudrun Steinbrück / Mario Schneider 

    AKT – Offizieller Trailer
  • Wild

    Wild

    Ein Film von Nicolette Krebitz.

    Ania ist IT-Spezialistin. Sie wohnt zusam­men mit ihrer Schwester in einer Hochhaussiedlung. Auf dem Weg zur Arbeit nimmt sie stets eine Abkürzung durch einen Vorstadtparkwald.

    Anias Leben erscheint trost­los, eine Art leb­lo­se Vorhölle der aus­weg­lo­sen Angepasstheit.

    Dann hat sie eines mor­gens eine selt­sa­me Begegnung: sie steht einem Wolf gegen­über. Sie sehen sich direkt in die Augen – und es kommt ihr so vor, als wäre ihr bis­he­ri­ges Leben ein Witz. Das Mäuschen wird zur Jägerin, legt Fährten und schafft es das wil­de Tier zu fan­gen. Sie sperrt es in ihrer Hochhauswohnung ein – und sprengt sämt­li­che Fesseln ihres bis­he­ri­gen Lebens.

    Nicolette Krebitz‘ drit­te Regiearbeit hat­te Premiere in SUNDANCE, und die Kritiker waren sich einig, ein beson­de­res Werk vor sich zu haben:

    »Es gab noch kei­nen Film wie die­sen, dies kann man mit Sicherheit behaup­ten.« (The Hollywood Reporter)

    »Anias Emanzipation und der bizar­re Weg dort­hin, machen WILD zu einem ver­stö­ren­den und kom­pro­miss­lo­sen Werk.« (Screen International),

    aber auch hier­zu­lan­de ist man entzückt:

    »In sei­ner Eigenwilligkeit und Konsequenz ist Wild beglü­ckend. Eine traum­wand­le­risch sicher insze­nier­te Emanzipations- und Initiationsgeschichte, ein trös­ten­des Leinwandgeschenk.« (critic.de)

    »WILD ist eines der wohl­ge­merkt vie­len Meisterwerke, die wir in den letz­ten 20 Jahren im Programmkino unse­rer Wahl erle­ben durf­ten.« (intro)

    D 2016, 97 Min.
    Regie & Buch: Nicolette Krebitz

    Kamera: Reinhold Vorschneider
    Schnitt: Bettina Böhler
    mit : Lilith Stangenberg, Georg Friedrich,
    Silke Bodenbender

    wei­te­re Filme von Nicolette Krebitz:
    Jeans, Das Herz ist ein dunk­ler Wald

    WILD – Offizieller Trailer – Ab 14. April im Kino
  • Gestrandet

    Gestrandet

    Fünf eri­tre­ische Flüchtlinge wer­den in einem alten Backsteingebäude außer­halb des Dorfes Strackholt in Ostfriesland unter­ge­bracht, wo sie auf den Ausgang ihres Asylverfahrens war­ten.  Abseits einer Stadt – selbst die Metropole Aurich ist weit ent­fernt – schei­nen durch das Nichtstun, Langeweile und Depression, Konflikte vor­pro­gram­miert zu sein. Ein pen­sio­nier­ter Schuldirektor und eine Journalistin küm­mern sich um die Männer und ver­su­chen, ihnen über Sprache und Kontakte zur loka­len Bevölkerung einen Weg in ein selbst­be­stimm­tes Leben zu ermög­li­chen. Auch die Flüchtlinge selbst wol­len nicht nur in der Warteschleife fest­hän­gen, son­dern seh­nen sich nach Arbeit und Beschäftigung. Die Gemeinde stellt sie dar­auf­hin beim Bauhof als Ein-Euro-Jobber ein. Doch die gut­ge­mein­te Starthilfe hat auch ihre Tücken – und über allem schwebt die Frage: Dürfen die Neuankömmlinge über­haupt blei­ben oder müs­sen sie zurück in ihre Heimat? „Gestrandet ist daher ein sehr puris­ti­scher und beob­ach­ten­der Film. Und ich woll­te auch das Aufeinandertreffen der Neuankömmlinge und der Ehrenamtlichen beleuch­ten. Ich woll­te ihr Engagement zei­gen, aber auch die vie­len Probleme und Missverständnisse, die sich in so einem Prozess auf­tun und dass die Gruppe trotz aller Schwierigkeiten nicht aus­ein­an­der­ge­bro­chen ist.“  (Lisei Caspers)

    D 2016, 80 Min.
    Regie & Buch: Lisei Caspers
    Kamera: Fabian Klein
    Schnitt: Jamin Benazzouz