Autor: fsk

  • 6 Jahre, 7 Monate und 16 Tage Die Morde des NSU

    6 Jahre, 7 Monate und 16 Tage Die Morde des NSU

    Ein Film von Sobo Swobodnik. Am 20.,  21. + 28. Mai im fsk. Am 21.5. mit anschlie­ßen­dem Filmgespräch.

    In 6 Jahre, 7 Monate und 16 Tage, dem Zeitraum in dem der „Nationalsozialistische Untergrund“ zehn Morde gegen­über Migranten und einer deut­schen Polizistin ver­übt haben, nähert sich der Regisseur essay­is­tisch in lyri­schem Schwarz-weiß die­ser unver­gleich­li­chen rechts­extre­mis­ti­schen Mordserie aus­schließ­lich mit Bildern der zehn Tatorte in einer visu­el­len kar­dio­gra­phi­schen Vermessung. Die Orte als stum­me Zeugen der Anklage, der Reflexion und Erinnerung. Diese Bilder wer­den ergänzt von einer Textcollage, bestehend aus Zeitungsmeldungen, Ermittlungsprotokollen, Prozessaussagen, den Statements von Hinterbliebenen und Fachleuten – gele­sen von Schauspielern des Berliner Ensembles – die wie­der­um ein­ge­bet­tet wer­den in eine Musik-Ton-Komposition des Berliner Musikers Elias Gottstein („Guaia Guaia“). Die Orte tre­ten in den Dialog mit den Stimmen der Hinterbliebenen, der Ermittlungsbehörden, der Presse und fin­den ihren Widerhall in einem tona­len und musi­ka­li­schen Reflexionsraum.

    Dieses Thema wird Deutschland noch lan­ge beschäf­ti­gen, die fil­mi­sche Auseinandersetzung hat erst begon­nen: „Der Kuaför aus der Keupstraße” beschäf­tig­te sich letz­tes Jahr mit ähn­li­chen Fragen, Fatih Akins nächs­ter Film „Aus dem Nichts” spielt eben­falls auf Terroranschläge an, nun also Swobodniks Film, der – ange­sichts sei­ner kur­zen Länge von kaum 75 Minuten – als idea­ler Einstiegspunkt etwa in Diskussionsveranstaltungen zum Thema NSU-Komplex die­nen könnte.”
    Michael Meyns

    Deutschland 2016, 73 Min.
    Regie, Kamera & Buch: Sobo Swobodnik
    Schnitt: Manuel Stettner.

    A film by Sobo Swobodnik. 20.,21. +  28. May at the fsk. In ger­man language.

    In the space of 6 years, 7 months and 16 days, the National Socialist Underground (NSU) mur­de­red nine migrants and a German poli­ce offi­cer wit­hout being stop­ped. Sobo Swobodnik’s black and white film essay acts as an audio­vi­su­al memo­ri­al to the victims.

     

    Deutschland 2016, 73 Min.
    Regie, Kamera & Buch: Sobo Swobodnik
    Schnitt: Manuel Stettner.

  • Loving

    Loving

    Ein Film von Jeff Nichols.

    Virginia vs Loving – so hieß das Gerichtsverfahren, das 1967 dazu führ­te, dass das Verbot soge­nann­ter „gemischt­ras­si­ger Ehen“ in 15 US-Bundesländern auf­ge­ho­ben wur­de (bzw. zumin­dest aus­ge­setzt, in Alabama wur­de der Passus offi­zi­ell erst 2000 gestrichen).

    Viginia vs Loving – das ist auch die Liebesgeschichte von Mildred und Richard Loving, eine Geschichte zwei­er Menschen, die zusam­men­sein wol­len, Familie haben, ein Haus bau­en, aber es in Virginia nicht dür­fen. Sie sind nicht kämp­fe­risch, miss­trau­isch gegen­über der Öffentlichkeit und der Presse. Man meint sie schon mehr­mals (nicht nur in der Vergangenheit und in den USA) gese­hen zu haben, die Szenen, in denen Polizisten mit­ten in der Nacht in Wohnungen ein­drin­gen und die Bewohner her­aus­zer­ren und weg­sper­ren, wie auch hier. Sie müs­sen, um frei­zu­kom­men, den Staat ver­las­sen. Das bedeu­tet, ihre Familien und Freunde, ihr Land und alles, was ihnen etwas bedeu­tet, zurück­zu­las­sen. Nachdem der Fall bekannt und publik wur­de, über­re­det Mildred schließ­lich ihren Mann, gegen ihre inne­ren Widerstände die ange­bo­te­ne Hilfe von aus­sen, von Menschenrechts-Organisationen und ‑Anwälten, anzu­neh­men. Es ist ein lan­ger Weg, den Jeff Nichols hier ohne über­flüs­si­ge Dramatik ins Bild setzt.

    Virginia vs Loving – die­se Geschichte, und es ist wirk­lich Geschichte, hat Dank bewun­ders­wer­tem Einsatz vie­ler einen guten Ausgang, aber Ignoranz, Rassismus und Klassenunterschiede (etc.) sind damit und sowie­so noch nicht erle­digt. Nehmen wir die­sen, soweit es mög­lich war unsen­ti­men­tal insze­nier­ten Film vor­läu­fig doch ein­fach als Trostpflaster.

    Jeff Nichols Debut SHOTGUN STORIES begeis­ter­te uns 2007 bei der Berlinale (Forum), erstaunt nah­men wir 2011 den viel­fach aus­ge­zeich­ne­ten TAKE SHELTER als sug­ges­ti­ven Katastrophenfilm wahr. Sein drit­tes Werk MUD lief zwar in Cannes im Wettbewerb, jedoch nicht in deut­schen Kinos. Überraschend war dann die Teilnahme sei­nes Science-Fiction MIDNIGHT SPECIAL im Berlinale Wettbewerb, mit anschlie­ßen­der lieb­lo­sen Auswertung. Mit LOVING ist ihm zuletzt mit Hilfe zwei­er groß­ar­ti­ger Hauptdarsteller eine unspek­ta­ku­lä­re Verfilmung eines spek­ta­ku­lä­ren Falls gelungen.

    USA 2016, 123 Min., engl. OmU

    Regie & Buch: Jeff Nichols
    Kamera: Adam Stone 
    Schnitt: Julie Monroe

    mit: Joel Edgerton, Ruth Negga, Michael Shannon, Marton Csokas

     

    A Jeff Nichols film. In eng­lish with ger­man subtitles

    Mildred and Richard Loving were arres­ted in 1958 for the crime of get­ting mar­ried. According to the sta­te of Virginia, she was „colo­red,” he was „white,” and their mar­ria­ge was ille­gal. Both were sen­ten­ced to a year in pri­son — a sen­tence that was only sus­pen­ded on the con­di­ti­on that they lea­ve Virginia. The cou­ple fought that judgment befo­re the US Supreme Court, which ulti­m­ate­ly ruled in their favour, brin­ging an end to Virginia’s anti-mis­ce­genati­on laws. This inspi­ring film from Jeff Nichols (Mud, Take Shelter) tells Mildred and Richard’s sto­ry of romance and inju­s­ti­ce with ten­der­ness and wisdom.

    The Civil Rights move­ment is still in its infan­cy when Richard (Joel Edgerton), a con­s­truc­tion worker, pro­po­ses to Mildred (Ruth Negga) on the same Virginia acreage whe­re he plans to build their home. It should be the begin­ning of a blissful peri­od, but trou­ble is alre­a­dy bre­wing. Someone informs the aut­ho­ri­ties of Richard and Mildred’s uni­on. It is not long befo­re poli­ce break down the couple’s door and drag them off to the coun­ty jail. They face this indi­gni­ty with stoi­cism, but the worst is yet to come.

    Edgerton is taci­turn but vul­nerable, using body lan­guage to trans­mit both fero­cious love and righ­teous outra­ge. Negga is not­hing less than a reve­la­ti­on, con­vey­ing tur­bu­lent emo­ti­ons with a glan­ce. The subt­le power of the­se per­for­man­ces is heigh­ten­ed by Nichols‘ refu­sal to redu­ce his sto­ry to spee­ches and high dra­ma. In kee­ping with David Wingo’s sombre score, Nichols does­n’t push sen­ti­ment. He allows his cha­rac­ters‘ sto­ry to steep for grea­ter resonance.

    Loving does not revi­sit histo­ry mere­ly to flat­ter the pre­sent. Rather, it reco­gni­zes how far we’­ve come while impli­cit­ly remin­ding us how far we still have to go.

    USA 2016, 123 Min., engl. OmU

    Regie & Buch: Jeff Nichols
    Kamera: Adam Stone 
    Schnitt: Julie Monroe

    mit: Joel Edgerton, Ruth Negga, Michael Shannon, Marton Csokas

  • Zwischen den Stühlen

    Zwischen den Stühlen

    ein Film von Jakob Schmidt.

    Um in Deutschland Lehrer zu wer­den, muss nach dem theo­rie­be­la­de­nen Studium ord­nungs­ge­mäß das Referendariat absol­viert wer­den. Eine Feuerprobe, wel­che die ange­hen­den Lehrer in eine wider­sprüch­li­che Position bringt: Sie leh­ren, wäh­rend sie selbst noch ler­nen. Sie ver­ge­ben Noten, wäh­rend sie ihrer­seits beno­tet wer­den. Zwischen Problemschülern, Elternabenden, Intrigen im Lehrerzimmer und Prüfungsängsten wer­den die Ideale der Anwärter auf eine har­te Probe gestellt.  „Jakob Schmidt hat sei­ne drei Referendare ganz genau unter die Lupe genom­men. Er zeigt nicht nur die täg­li­che Routine im Schuldienst, son­dern auch Pleiten, Pech und Pannen, die schö­nen und die weni­ger schö­nen Aspekte, wie öde Elterngespräche, ner­vi­ge Schüler oder ver­ständ­nis­lo­se Mentoren. Aber da gibt es eben auch die tol­len Momente, die super gelun­ge­nen Stunden mit wohl­erzo­ge­nen Schülern, die ihren Lehrern an den Lippen hän­gen, mit gol­di­gen Kollegen und lie­be­vol­len, hilfs­be­rei­ten Familien … Mit wohl­wol­len­der Behutsamkeit, viel Mitgefühl und Humor prä­sen­tiert Jakob Schmidt sei­ne Protagonisten. Die omni­prä­sen­te, sehr beweg­li­che Kamera bleibt stets bei ihnen, so dass ihre Probleme indi­vi­dua­li­siert wer­den. Dennoch wer­den Gemeinsamkeiten deut­lich, ohne dass sie aus­ge­spro­chen wer­den müs­sen; ledig­lich neben­bei geht es all­ge­mein um die Schule und das Schulsystem. “ programmkino.de

    D 2016, 102 Min. 
    Regie und Buch: Jakob Schmidt 
    Kamera: David Schittek, Evgeny Revvo, Jakob Schmidt 
    Schnitt: Julia Wiedwald

    https://1f5ad49-trailerloop-production.s3.amazonaws.com/uploads/asset_preview/video/file/35053/mp4_owTOsulG4zqK2g.mp4A film by Jakob Schmidt.. In ger­man language.

    The main­ly theo­re­tic uni­ver­si­ty tea­cher trai­ning has for deca­des been fol­lo­wed with bureau­cra­tic regu­la­ri­ty by two years of stu­dent tea­ching, the prac­ti­cal part of the trai­ning. It’s com­pa­ra­ble to a leap into icy water when pro­s­pec­ti­ve tea­chers work for two years in the field of ten­si­on bet­ween gra­ding and being gra­ded. They must edu­ca­te and are edu­ca­ted them­sel­ves. From day one they are forced to play con­flic­ting roles. It’s a per­ma­nent test, always caught bet­ween two stools.

    Student tea­chers must disci­pli­ne clas­ses and be disci­pli­ned by their tutors. They must dis­tri­bu­te gra­des while they panic befo­re their own test les­sons. And they are always both stu­dent and tea­cher. Some start out with idea­lism and pas­si­on, others for lack of alter­na­ti­ves, others see them­sel­ves as future pro­fes­sio­nals in solid employ­ment. Step by step they beco­me – wil­ly-nil­ly – the repre­sen­ta­ti­ves of a sys­tem that has shaped each of us. “To Be a Teacher” fol­lows three very dif­fe­rent cha­rac­ters on this ten­si­on-fil­led path.
    Ralph Eue

    D 2016, 102 Min. 
    Regie und Buch: Jakob Schmidt 
    Kamera: David Schittek, Evgeny Revvo, Jakob Schmidt 
    Schnitt: Julia Wiedwald

  • filmPOLSKA 2017

    filmPOLSKA 2017

    Vom 4. – 10. Mai fin­det die­ses Jahr die 12. Ausgabe des pol­ni­schen Filmfestivals in Berlin statt.  www.filmpolska.de

    Hier das Programm im fsk:

    The twewth edi­ti­on of the polish Film Festival in Berlin takes place  from Mai 4th – Mai10th. Some films are shown with ger­man subtitles.

    Films at the fsk:

     

     

     

  • Das Ende ist erst der Anfang

    Das Ende ist erst der Anfang

    Ein Film von Bouli Lanners.

    Esther und Willy sind gehan­di­capt. Und ver­liebt. Und auf der Flucht. Vielleicht vor Gilou und Cochise, zwei vier­schrö­ti­gen, bär­ti­gen Schnüfflern im Van, die Willys Handy zu orten ver­su­chen? Oder vor dem Mann, der sich Jesus nennt und ent­spre­chen­de Wundmale an den Händen vor­weist? Vor den Männern aus einer nahen Lagerhalle, die den Täter suchen, der der Frau ihres Chefs Gewalt ange­tan hat? Und wer ist die Mumie im Schlafsack? In einer kar­gen, von Strommasten und Straßen zer­schnit­te­nen euro­päi­schen Landschaft ange­sie­delt, ist der Film des bel­gi­schen Regisseurs Bouli Lanners ein schräg-schö­ner Spätwestern, in dem Raubeine ihre zar­te Seite zei­gen und die Zusammengehörigkeit zwei­er Menschen durch das Tragen von Signaljacken sym­bo­li­siert wird. Lakonie trifft auf Liebe, Gewalt auf Glauben. Michael Lonsdale züch­tet Orchideen und der unver­gleich­li­che Max von Sydow singt als Priester ein Abschiedslied für eine Leiche. Lanners, der selbst eine Hauptrolle spielt, insze­niert die Geschichte über­ra­schend und span­nungs­voll. Der Film ver­steckt Hinweise auf den Plot in Gebäuden, Autos und Dialogen. Wer denkt, er habe die Story nach fünf Minuten durch­schaut, der irrt.

    Von Bouli Lanners haben wir einst sei­nen ers­ten Langfilm ULTRANOVA, eine sehr schö­ne und sehr brü­chi­ge, unglück­li­che Liebesgeschichte, ver­lie­hen. Seine Filme danach fan­den wir dann nicht ganz so toll, aber Das Ende ist erst der Anfang schon.

    OT: Les pre­miers, les derniers
    Frankreich/Belgien 2016, 98 Min., frz. OmU

    Regie, Buch: Bouli Lanners
    Kamera: Jean-Paul de Zaeytijd
    Schnitt: Ewin Ryckaert
    Darsteller
    Albert Dupontel, Bouli Lanners, Suzanne Clément, Michael Lonsdale, David Murgia, Aurore Broutin, Philippe Rebbot

    The First the Last / Les Premiers les Derniers (2016) – Trailer (English Subs)

    in Kino mit deut­schen Untertiteln.A Bouli Lanners film. in french with ger­man subtitles.

    Esther and Willy are han­di­cap­ped. And in love. And on the run. Perhaps from Gilou and Colise, two bur­ly, beard­ed snoo­pers in the van who are try­ing to get a fix on Willy’s mobi­le pho­ne? Or from the man who calls hims­elf Jesus and has the stig­ma­ta on his hands to pro­ve it? Or from the men from a near­by warehouse who are sear­ching for the per­pe­tra­tor who has vio­la­ted the wife of their boss? And who is the mum­my in the slee­ping bag? Set in a spar­se European land­scape dis­sec­ted by elec­tri­ci­ty pylons and roads, Belgian direc­tor Bouli Lanners’ film is a weird­ly beau­tiful­ly late wes­tern in which roughnecks show their soft side and the fact that two peo­p­le belong tog­e­ther is sym­bo­li­sed by their wea­ring of high-vis jackets. Terseness meets love, vio­lence meets faith. Michael Lonsdale cul­ti­va­tes orchi­ds and the incom­pa­ra­ble Max von Sydow as a priest sings a fare­well song to a corp­se. Lanners, who also plays a lea­ding role, directs with a talent for sur­pri­se and exci­te­ment. The film hides clues about the plot in buil­dings, cars and in the dia­lo­gue. And anyo­ne who thinks they have figu­red out the sto­ry after five minu­tes is wrong.

    OT: Les pre­miers, les derniers
    Frankreich/Belgien 2016, 98 Min., 

    Regie, Buch: Bouli Lanners
    Kamera: Jean-Paul de Zaeytijd
    Schnitt: Ewin Ryckaert
    Darsteller
    Albert Dupontel, Bouli Lanners, Suzanne Clément, Michael Lonsdale, David Murgia, Aurore Broutin, Philippe Rebbot

    The First the Last / Les Premiers les Derniers (2016) – Trailer (English Subs)

    on screen with ger­man subtitles
  • Ein Tag wie kein anderer

    Ein Tag wie kein anderer

    Ein Film von Asaph Polonsky.

    Vor sie­ben Tagen haben Eyal und Vicky ihren 25-jäh­ri­gen Sohn beer­digt. Das jüdi­sche Trauerritual ist nun been­det, die Besuche und Beileidsbekundungen ebben ab und die Eltern ver­su­chen auf ihre je eige­ne Weise, den frü­hen Tod ihres Kindes zu ver­ar­bei­ten. Während Vicky ver­zwei­felt ver­sucht, schnellst­mög­lich wie­der in die Normalität eines gere­gel­ten Lebens zurück­zu­keh­ren, bleibt Eyal in die­sem Ausnahmezustand hän­gen und ver­wei­gert jede Spur von nor­ma­lem Leben und lässt sei­nen Marotten frei­en Lauf.

    Shavua ve Yom, Israel 2016, 98 Min., hebr. OmU
    Regie & Buch: Asaph Polonsky
    Kamera: Moshe Mishali
    Schnitt: Tali Helter-Shenkar
    Darsteller:
    Uri Gavriel, Tomer Kapon, Shai Avivi, Jenya Dodina, Sharon Alexander, Carmit Mesilati Kaplan

    https://youtu.be/dqHtmzxKvREA film by Asaph Polonsky. In hebrew with ger­man subtitles.

    When Eyal com­ple­tes the tra­di­tio­nal Jewish week of mour­ning for his late son, his wife urges him to return to their dai­ly rou­ti­ne. Instead, he gets high with a young neigh­bour and sets out to dis­co­ver that the­re are still things in his life worth living for.

    Shavua ve Yom, Israel 2016, 98 Min., hebr. OmU
    Regie & Buch: Asaph Polonsky
    Kamera: Moshe Mishali
    Schnitt: Tali Helter-Shenkar
    Darsteller:
    Uri Gavriel, Tomer Kapon, Shai Avivi, Jenya Dodina, Sharon Alexander, Carmit Mesilati Kaplan

    EIN TAG WIE KEIN ANDERER – Teaser
  • Denk ich an Deutschland in der Nacht

    Denk ich an Deutschland in der Nacht

    Ein Film von Romuald Karmakar.

    Denk ich an Deutschland in der Nacht, / Dann bin ich um den Schlaf gebracht“ lau­ten die ers­ten bei­den Zeilen des Gedichts „Nachtgedanken“ von Heinrich Heine, ver­fasst im fran­zö­si­schen Exil, in einer Zeit, die rück­bli­ckend als vor­re­vo­lu­tio­nä­re Situation beschrie­ben wird, die Jahre vor den Revolutionen 18481849.

    Um den Schlaf gebracht sind auch die ProtagonistInnen des neu­en Films von Romuald Karmakar: vier DJs und eine DJane, die nachts auf­le­gen. Der Film zeigt sie bei der Arbeit in den Clubs (wobei oft­mals nicht das, was die Tanzenden hören, son­dern nur die Kopfhörer der DJs zu hören sind) oder an den elek­tro­ni­schen Geräten im Studio. Dazwischen mon­tiert sind Bilder von lee­ren Tanzflächen bei Tageslicht. Und immer wie­der lässt der Film den Porträtierten viel Zeit für’s Nachdenken: über die eige­ne Biografie, über die Entwicklungen in der elek­tro­ni­schen Musik und auch dar­über, wel­che Folgen der Anschlag im Bataclan für die Klubkultur hat.

    Was die Kraft die­ser Musik aus­macht, wird so in Bildern und Tönen deut­lich, wodurch Karmakar erst recht nicht in Versuchung gerät, etwas in Worte zu fas­sen, was kaum zu beschrei­ben ist. Die Gespräche mit den Musikern begin­nen dann auch eher unbe­stimmt, als lose Unterhaltung, die Karmakar jedoch sub­til auf kon­kre­te­re Punkte bringt: Der Club als Ort der kurz­fris­ti­gen Weltflucht etwa, aber auch die Frage, wie in einem Land, in einer Welt, in der man sich aus viel­fäl­ti­gen Gründen um den Schlaf gebracht sehen könn­te, die Musik eine der weni­gen Konstanten ist, eine fried­li­che Massenbewegung, bei der Körper und Seelen im Rhythmus der Beats ver­schmel­zen.“ (Michael Meyns, programmkino.de)

     

    Deutschland 2017, 100 Min.
    Regie: Romuald Karmakar
    Kamera: Frank Griebe
    Schnitt: Robert Thomann, Anne Fabini
    mit: Ricardo Villalobos, Sonja Moonear, Ata, Roman Flügel, David Moufang/Move D

    A film by Romuald Karmakar.
    In ger­man and french with ger­man sub­tit­les. Some scree­ning with eng­lish subtitles.

    For DJ Roman Flügel his work is ever­y­thing and some­thing that he would never com­pro­mi­se. Romuald Karmakar’s new docu­men­ta­ry takes a look at five pio­neers of elec­tro­nic music for whom work is their rai­son d’etre. The film com­men­ces with a still life of elec­tro­nic equip­ment in which we find our­sel­ves loo­king for seve­ral minu­tes at a wide shot of cables, con­so­les, ampli­fiers, key­boards and ‘con­trol­lers’ as Ricardo Villalobos – who was the sub­ject of Karmakar’s 2009 film – will later call the flas­hing switch­boards in the back­ground. In bet­ween elo­quent thoughts from the musi­ci­ans in inter­views, quiet obser­va­tions of them at work at their DJ home, and images of swea­ting mas­ses at raves, a sel­ec­ti­ve image gra­du­al­ly and very quiet­ly emer­ges of a music sce­ne in tran­si­ti­on. Ata descri­bes the cur­rent music sce­ne as a vast, den­se­ly woven car­pet, the end of which is out of sight. It is a sce­ne which, sin­ce the 1990s has dif­fe­ren­tia­ted and evol­ved into some­thing far more com­plex and hard to grasp. Karmakar does not attempt to pro­vi­de a seam­less his­to­ri­cal sur­vey, rather he allows his images and his prot­ago­nists to speak for themselves.

     

    Deutschland 2017, 100 Min.
    Regie: Romuald Karmakar
    Kamera: Frank Griebe
    Schnitt: Robert Thomann, Anne Fabini
    mit: Ricardo Villalobos, Sonja Moonear, Ata, Roman Flügel, David Moufang/Move D

  • Der traumhafte Weg

    Der traumhafte Weg

    Ein Film von Angela Schanelec.

    Eigentlich lässt sich kaum eine Inhaltsangabe eines Films von Angela Schanelec machen, ins­be­son­de­re von ihrem neu­en Film. Scheinbar zu frag­ma­tisch, lücken­haft sind sie: Mit Abbrüchen, Auslassungen und Sprüngen in der Erzählung, mit mini­ma­len Zeichnungen der Figuren. Wer die­ser spe­zi­el­len ellip­ti­schen Struktur nicht auf­ge­schlos­sen gegen­über­steht, hat nichts davon. Alle ande­ren jedoch kön­nen sich nur schwer entziehen.
    Trotzdem hier eine Beschreibung  aus dem Presseheft:
    „Griechenland 1984. Kenneth, ein eng­li­scher Musiker, und Theres, eine jun­ge Deutsche, sin­gen auf der Straße, um sich ihren Urlaub zu finan­zie­ren. Sie lie­ben sich. Als Kenneth die Nachricht erhält, dass sei­ne Mutter ver­un­glückt ist, reist er über­stürzt nach Hause und lässt Theres zurück. Ihm wird bewusst, wie sehr er sie braucht, aber sein Versuch, sie erneut zu gewin­nen, scheitert.
    30 Jahre spä­ter, in Berlin. Ariane, eine 40jährige Fernsehschauspielerin, löst sich von ihrem Mann, einem erfolg­rei­chen Anthropologen. Er zieht in ein Appartement am Hauptbahnhof. Von sei­nem Fenster sieht er einen Obdachlosen. Es ist Kenneth, der nicht weiß, dass auch Theres inzwi­schen in Berlin lebt.“
    Und ein paar Pressestimmen:
    »Der traum­haf­te Weg ist mehr als nur der Titel die­ses Films. Er ist sein Programm.«
    SRF KULTUR
    »Entscheidend ist das Abwesende und Ungesagte, zwi­schen­mensch­lich wie fil­misch. Mit ihrem kla­ren Blick und dem Sträuben gegen die Konventionen des Erzählkinos gelin­gen der Regisseurin gera­de in der Unerklärtheit kom­ple­xe, bestechen­de Momente.«
    BERLINER ZEITUNG
    „ Der traum­haf­te Weg“ lässt deut­li­cher denn je in ihrem Werk erken­nen, dass es die lose Verknüpfung von Momenten ist, die erst die Zwischenräume schafft, in denen unse­re Imagination leben­dig wer­den kann.“
    CARGO

    D 2016, 87 Min.
    Buch und Regie: Angela Schanelec
    Bildgestaltung: Reinhold Vorschneider
    Schnitt: Angela Schanelec, Maja Tennstedt
    Mit Miriam Jakob Theres, Thorbjörn Björnsson, Maren Eggert, 
    Phil Hayes, Anaya Zapp.

    Watch video!A film by Angela Schanelec.

    Greece, 1984. Kenneth, an Englishman, and Theres, a German girl, sing in the street to finan­ce their holi­days. They are in love, but when Kenneth lear­ns that his mother had an acci­dent, he hasti­ly returns home, lea­ving Theres behind. Later, start­ing to rea­li­ze how much he needs her, he fails in his attempt to win her back.

    30 years later in Berlin. Ariane, a 40-year-old TV actress, lea­ves her hus­band, a suc­cessful anthro­po­lo­gist, after a marital cri­sis. After moving into an apart­ment near the main sta­ti­onn, the hus­band start seing a home­l­ess man out­side his win­dow. It is Kenneth, who does not know that Theres now also lives in Berlin.

    D 2016, 87 Min.
    Buch und Regie: Angela Schanelec
    Bildgestaltung: Reinhold Vorschneider
    Schnitt: Angela Schanelec, Maja Tennstedt
    Mit Miriam Jakob Theres, Thorbjörn Björnsson, Maren Eggert, 
    Phil Hayes, Anaya Zapp.

    Watch video!

  • Siebzehn

    Siebzehn

    Ein Film von Monja Art.  (Nicht mit MIT SIEBZEHN verwechseln)

    Paula ist sehr gut in der Schule und ver­liebt in eine Mitschülerin. Gleichzeitig wird sie von einem ande­ren Mädchen in ihrer Klasse stän­dig genervt. Ihre Person zeich­net aus, dass sie meist sehr gelas­sen mit den post-puber­tä­ren Ausschweifungen der ande­ren umgeht. Sie scheint ein wenig dar­über zu ste­hen. Fortwährende Intrigen, Aufregungen und Gemeinheiten schei­nen ihr eine Zeit lang nichts anha­ben zu kön­nen, bis sie doch immer mehr in die rück­sichts­lo­sen Machenschaften hin­ein­ge­zo­gen wird. Egoistisches, har­tes Teenagerleben sind mit ihren mil­den, roman­ti­schen Ambitionen unvereinbar.

    Der Film ver­zich­tet sehr ange­nehm auf ein­sei­ti­ge Zuweisungen und deu­tet manch­mal die Möglichkeit an, die Erzählung in eine ande­re Richtung lau­fen zu las­sen und so dem Zuschauer punk­tu­ell ande­re Optionen eröff­net. Dabei umschifft er auch glüch­li­cher­wei­se die übli­chen ste­reo­ty­pen und kli­schee­haf­ten Beschreibungen von Personen und deren Umgebung.

    Wer sich dabei an den Film „Raus aus Amal“ erin­nert fühlt, liegt über­haut nicht so daneben.

    Für ihren ers­ten lan­gen Spielfilm Siebzehn, bei dem sie für Regie und Drehbuch ver­ant­wort­lich zeich­ne­te, wur­de Monja Art 2017 mit dem Filmfestival Max Ophüls Preis ausgezeichnet.

    Begründung der Jury:
    „Sensibel und ent­schlos­sen insze­niert erzählt die­ser wun­der­ba­re Film von der ers­ten oder auch der zwei­ten Liebe, tie­fen Sehnsüchten, der inne­ren Unsicherheit und der Suche nach der eige­nen Identität. Es ist über­aus erstaun­lich, dass man die­se wie­der­keh­ren­den Geschichten vom Erwachsenwerden so erfri­schend und emo­tio­nal mit­rei­ßend neu erfin­den kann.“

    Hauptdarstellerin Elisabeth Wabitsch erhielt den Max Ophüls Preis als bes­te Nachwuchsschauspielerin.

    Ö 2017, 104 Min.
    Regie, Buch: Monja Art
    Kamera: Caroline Bobek
    Schnitt: Monja Art, Claudia Linzer
    Darsteller: Elisabeth Wabitsch, Anaelle Dézsy, Alexandra Schmidt, Alexander Wychodil,
    Christopher Schärf u. a.

    https://1f5ad49-trailerloop-production.s3.amazonaws.com/uploads/asset_preview/video/file/32925/mp4_XO_4ZgbSrws8uw.mp4A Monja Art Film.

    Somewhere in Lower Austria; the school term is dra­wing to a clo­se and the sum­mer holi­days are not far off. Boarding school pupil Paula, seven­teen, is secret­ly in love with her girl­fri­end Charlotte. But Charlotte’s going out with Michael. Lovelorn, Paula deci­des to try and take her mind of things by get­ting invol­ved with school­ma­te Tim, who­se fee­lings for her are at least genui­ne. Paula has no idea how often Charlotte thinks of her. And then there’s Lilli, who is just dying for someone to fan­cy her and tri­es to play the wild seduc­tress. Paula must deci­de if she wants to fol­low her own fee­lings or yield to other people’s.
    Lanzenkirchen, mon amour: in her debut as a direc­tor Monja Art por­trays teenage life and love in the sticks as a rol­ler coas­ter ride of the emo­ti­ons in a coll­ec­tion of amo­rous mini-dra­mas. Caught bet­ween dull days at school and dis­so­lu­te nights at the vil­la­ge dis­co, Paula and her fri­ends are like any nor­mal teen­agers: won­derful­ly know-it-all time bombs ticking away on the brink of adult­hood, by which time they may just about have their heads on straight. But for now their grea­test fear is having to stick around in this dump of a back­wa­ter. Outside, the strains of a brass band can be heard, a com­bi­ne har­ves­ter does its rounds and, if you’re lucky, a bus might come.

    Ö 2017, 104 Min.
    Regie, Buch: Monja Art
    Kamera: Caroline Bobek
    Schnitt: Monja Art, Claudia Linzer
    Darsteller: Elisabeth Wabitsch, Anaelle Dézsy, Alexandra Schmidt, Alexander Wychodil,
    Christopher Schärf u. a.

  • Nordlichter 2017

    Nordlichter 2017

    NORDLICHTER, das mobi­le skan­di­na­vi­sche Filmfestival hat (in Zusammenarbeit mit den Nordischen Filmtagen Lübeck) in sei­ner 3. Ausgabe wie­der eine abwechs­lungs­rei­che Mischung von neu­en Filmen aus Island, Dänemark, Schweden, Finnland und Norwegen zusam­men­ge­stellt (alle Filme lau­fen natür­lich in der Originalfassung mit deut­schen Untertiteln). So gibt es ein fin­ni­sches Roadmovie von der im Land über­aus popu­lä­ren Schauspielerin Tiina Lymi, das Spielfilmdebut des preis­ge­krön­ten Drehbuchautors Rasmus Heisterberg (Königin und der Leibarzt / Stig Larsons Schändung, Verblendung), einen neu­en Film von Arild Fröhlich, das Spielfilmdebut der islän­di­schen Kino- und Filmlegende Ásgrímur Sverrisson und der sehr unge­wöhn­li­chen und ver­spiel­ten Kleinstadt-Familiengeschichte des Schweden Johan Löfstedt:


    ÄKKILÄHTÖ / OFF THE MAP

    ÄKKILÄHTÖ / OFF THE MAP
    Finnland 2016  98 Min.  fin­ni­sche OmU

    Katri, eine jun­ge Immobilienmaklerin flieht mit einer ihr unbe­kann­ten Göre namens Anna und einer Tasche vol­ler unrecht­mä­ßig erwor­be­nem Geldes in die fin­ni­sche Pampa, zur wehr­haf­ten Großmutter des Mädchens. Ihnen auf der Spur sind ihr (Ex-)Freund und Annas Stiefvater. Spannend, komisch und ein wenig roman­tisch ist das Spielfilmdebut der bekann­ten Schauspielerin Tiina Lymi.

    mit  Lotta Kaihua (Katri), Jussi Vatanen (Johannes), Antti Holma (Mikko), Eedit Patrakka (Anna), Ville Tiihonnen (Tero), Maja Packalen (Großmutter) u.a.

    I BLODET | IN THE BLOODI Blodet (In the blood)
    Dänemark 2016  104 Min.  däni­sche OmU

    Simon (23) stu­diert zusam­men mit sei­nem bes­ten Kumpel Knud Medizin in Kopenhagen. Zwischen Uni und Klausuren fei­ern sie mit ihrer 4er-Männer-WG rau­schen­de Parties. Das tol­le Gemeinschaftsgefühl der WG droht jedoch nach und nach an der Zukunftsplanung der ande­ren zu zer­bre­chen. Simon mag jedoch noch nicht an ein Leben in geord­ne­ten Bahnen den­ken. Gefühlt allein gelas­sen flüch­tet er sich in exzes­si­ve Alkohol- und Drogennächte. Dabei lernt er Emilie ken­nen, die auch nicht auf eine Beziehung aus ist. Es ist der Beginn eines tur­bu­len­ten Sommers  vol­ler Auf- und Umbrüche, in dem das Gefühl gren­zen­lo­ser Freiheit, Verlust und Unsicherheit nah bei­ein­an­der lie­gen… Visuell bemer­kens-wer­ter Debütfilm von Rasmus Heisterberg mit tol­lem Soundtrack (Daft Punk uvm.), der sei­ne Premiere beim Filmfest in in Toronto hatte.

    mit   Esben Dalgaard Andersen (Rune), Julie Andresen (Cecilie), Aske Bang (Søren), Louise Katrine Bartholin (Festdeltager), Kristoffer Bech (Simon), Gerard Bidstrup (Kirurg), u.a.

    REYKJAVÍKREYKJAVÍK
    Island 2016   92 Min.   islän­di­sche OmU

    Kaum noch jemand besucht Hringur (Atli Rafn Sigurðsson) in sei­ner Videothek „Die Amerikanische Nacht”, um, wie einst bei den Buchhandlungen, mit äußerst vagen Angaben und weni­gen Sätzen über Inhalte, zu einem Titel und damit einer DVD zu gelan­gen. Nur noch die weni­gen frü­her Cineasten, heu­te Film-Nerds Genannten kom­men noch, aber von den paar kann der Film-Enthusiast nicht leben. Hringur ist schlicht plei­te. Gerade woll­te er sich gemein­sam mit Gattin Elsa, einer Stewardess der Fluggesellschaft Icelandair, noch ein schö­nes gro­ßes Haus kau­fen, da soll ihnen auch schon die Wohnung weg­ge­pfän­det wer­den. Da hat Elsa, einst von sei­ner Natürlichkeit bezau­bert, genug. Sie will ein moder­nes und vor allem „nor­ma­les” Leben. Hringur muss aus­zie­hen, das Sorgerecht für die Tochter wird auf­ge­teilt. Er nimmt es gelas­sen und zieht auf sein Ladensofa. Aber das Leben geht wei­ter und hält noch eini­ge unvor­her­seh­ba­re Wendungen für alle Beteiligten bereit.
    Der Regisseur Ásgrímur Sverrisson hat auf der Insel eine Art islän­di­sches Cahier du Cinéma auf­ge­baut, das Filmmagazin Land & syn­ir, hat den islän­di­schen Film- und Fernsehpreis Edda-Awards gegrün­det sowie das ers­te Kunst-Kino Reykjavíks eröff­net. Er unter­rich­tet an der dor­ti­gen Filmhochschule, mode­riert im Fernsehen, schreibt Drehbücher und hat mehr­fach Regie geführt bei Kurzfilmen. REYKIAVÍK ist auch ein lako­ni­scher Abgesang aufs Cineastentum, und hat wahr­schein­lich viel mit sei­nem Schöpfer zu tun.

    mit  Atli Rafn Sigurdarson (Hringur), Nanna Kristín Magnúsdóttir, Gudmundur Ingi Thorvaldsson, Gríma Kristjánsdóttir, u.a.

    Grand HotelGRAND HOTEL
    Norwegen 2016  95 Min. nor­we­gi­sche OmU

    Im GRAND HOTEL tref­fen sich der eit­le und hoch­nä­si­ge Schriftsteller Axel und der 10jährige Noah – der eine hat ein Alkoholproblem, der ande­re ein läs­ti­ges Tourette-Syndrom. Es eint sie die Tatsache, dass „die Anderen“ da drau­ßen sie schein­bar nicht mögen und um so inter­es­san­ter ist der Prozess der Annäherung die­ses sehr unglei­chen Paares.
    Die drit­te Regiearbeit von Arild Fröhlich, die nach den bei­den DOKTOR PROKTOR Kinderfilmen in Deutschland ins Kino kommt, ist ein wun­der­schö­ner und teil­wei­se anrüh­ren­der Film über zwei gesell­schaft­li­che Außenseiter, die gemein­sam den Versuch unter­neh­men (müs­sen), sich zu helfen.

    mit  Atle Antonsen (Axel Farstad), Vera Vitali (Hannah), Håkon Bøhmer (Noah), u.a.

    Småstad (Small town curtains)SMÅSTAD / SMALL TOWN CURTAINS
    Schweden 2016  91 Min. schwe­di­sche OmU

    Eine Beerdigung in der Kleinstadt: Björn, der Sohn des Verstorbenen, soll eine Rede auf sei­nen Vater hal­ten, bringt aber kein Wort her­aus. Seit sei­ner Kindheit ist der Bruder von vier Schwestern ein schüch­ter­ner und zurück­hal­ten­der Mensch. Die letz­te Botschaft sei­nes Vaters aber gibt den Anstoß, das eige­ne Leben noch ein­mal zu ändern und Björn beginnt, sich für das Theater zu begeis­tern. Auch sei­ne Schwestern erhal­ten Videonachrichten und den­ken noch ein­mal neu über ihre Arbeit und das Verhältnis zu ihren Liebsten nach.
    Eingeschnitten in den ver­spiel­ten Plot sind alte Familien-Homevideos, die dem Ganzen eine unheim­li­che Authentizität ver­lei­hen. Ist es wohl Zufall, dass fast alle Darsteller auch Verwandte des Regisseurs Johan Löfstedt sind?

    mit  Björn Löfstedt, Pelle Löfstedt, Anna Löfstedt, Bengt Sturzenbecker, Anders Carlsén, Maja Löfstedt, Ludvig Carlsén u.a.

    Die Webseite zur Reihe ist www.nordlichter-film.de.

    Termine: