Autor: fsk

  • Deportation Class

    Deportation Class

    Ein Film von Carsten Rau & Hauke Wendler. Ab 1.6. im fsk. Am 01.06. fin­det im Anschluss an die Vorführung ein Filmgespräch mit Hauke Wendler statt und am 7.6. haben wir den Flüchtlingsrat Berlin zu Gast.

    Mitten in der Nacht klin­geln Beamtinnen und Beamten der Zuführkommandos die­je­ni­gen aus dem Bett, die auf­grund eines nega­ti­ven Asylbescheides kei­ner­lei Schutzstatus haben. Das Filmteam schaut dem Einsatz zu, es wirkt bei­na­he so, als wäre der Einsatz eine Übung die auf­ge­zeich­net wird, um spä­ter mit Hilfe des Bildmaterials über rich­ti­ge und fal­sche Vorgehensweisen zu dis­ku­tie­ren. Aber das alles ist kei­ne Übung, durch­ge­führt wird hier eine lang geplan­te Sammelabschiebung. Trotzdem ver­läuft vie­les unge­plant: die jüngs­te Tochter einer Familie ist nicht zu Hause, son­dern auf Klassenfahrt, wes­halb die Familie kur­zer­hand getrennt wird.

    Mit dabei beim Großeinsatz ist der Innenminister von Mecklenburg-Vorpommern, Lorenz Caffier. Er will sich durch­set­zungs­stark zei­gen, poten­ti­el­len Wählern wohl damit sagen, dass auch das geschafft wird.

    Was den Film so trau­rig und erschüt­ternd macht, sind weni­ger die Geschichten der Menschen, es ist der behörd­li­che Umgang mit ihnen und das kla­re Bewusstsein, dass sich hier etwas ändern muss. Dringend. Und dazu gehört, dass mög­lichst vie­le Menschen über die Abschiebepraktiken infor­miert wer­den.” (Gaby Sikorski, Programmkino.de)

    D 2016, 85 Min.
    deutsch-alba­ni­sche OmU

    Regie: Carsten Rau, Hauke Wendler

    Kamera: Boris Mahlau
    Schnitt: Sigrid Sveistrup

    A Film by Carsten Rau & Hauke Wendler. In ger­man and alba­ni­an with ger­man subtitles.

    They come in the night, tear fami­lies from their sleep, give them just enough time to pack and put them on a pla­ne: this is the role of the so-cal­led ‚trans­por­ta­ti­on com­man­dos‘ com­pri­sing poli­ce offi­cers and immi­gra­ti­on offi­ci­als. Last year, over 22,000 fai­led asyl­um see­kers were depor­ted from Germany. The docu­men­ta­ry DEPORTATION CLASS pres­ents a com­pre­hen­si­ve view of this sta­te enforce­ment mea­su­re for the first time: from detail­ed plan­ning in the office to night-time ope­ra­ti­ons at asyl­um see­ker accom­mo­da­ti­on blocks and the arri­val of asyl­um see­kers back in their respec­ti­ve home­lands – and the ques­ti­on of what awaits them the­re. Following exten­si­ve rese­arch, the film crew led by Carsten Rau and Hauke Wendler were pre­sent at a coll­ec­ti­ve depor­ta­ti­on in Mecklenburg-Vorpommern. A pro­ject favou­red by Interior Minister Lorenz Caffier who was pre­sent in per­son at the depor­ta­ti­ons. Haunting, moving images unli­ke any­thing seen befo­re, repea­ted week after week as hundreds of asyl­um see­kers are flown out, most­ly to the Balkans. Two years ago, Rau and Wendler docu­men­ted how Germany reac­ted to the­se new arri­vals in their hit film ‚Willkommen auf Deutsch‘. With DEPORTATION CLASS, they show whe­re things lead as the mood shifts against the refu­gees. As more and more count­ries are declared to be ’safe count­ries of ori­gin‘ and basic rights are rest­ric­ted. The film depicts the­se ‚retur­nees‘ as peo­p­le with digni­ty and their own opinions.

     

    D 2016, 85 Min.
    deutsch-alba­ni­sche OmU

    Regie: Carsten Rau, Hauke Wendler

    Kamera: Boris Mahlau
    Schnitt: Sigrid Sveistrup

  • 6 Jahre, 7 Monate und 16 Tage Die Morde des NSU

    6 Jahre, 7 Monate und 16 Tage Die Morde des NSU

    Ein Film von Sobo Swobodnik. Am 20.,  21. + 28. Mai im fsk. Am 21.5. mit anschlie­ßen­dem Filmgespräch.

    In 6 Jahre, 7 Monate und 16 Tage, dem Zeitraum in dem der „Nationalsozialistische Untergrund“ zehn Morde gegen­über Migranten und einer deut­schen Polizistin ver­übt haben, nähert sich der Regisseur essay­is­tisch in lyri­schem Schwarz-weiß die­ser unver­gleich­li­chen rechts­extre­mis­ti­schen Mordserie aus­schließ­lich mit Bildern der zehn Tatorte in einer visu­el­len kar­dio­gra­phi­schen Vermessung. Die Orte als stum­me Zeugen der Anklage, der Reflexion und Erinnerung. Diese Bilder wer­den ergänzt von einer Textcollage, bestehend aus Zeitungsmeldungen, Ermittlungsprotokollen, Prozessaussagen, den Statements von Hinterbliebenen und Fachleuten – gele­sen von Schauspielern des Berliner Ensembles – die wie­der­um ein­ge­bet­tet wer­den in eine Musik-Ton-Komposition des Berliner Musikers Elias Gottstein („Guaia Guaia“). Die Orte tre­ten in den Dialog mit den Stimmen der Hinterbliebenen, der Ermittlungsbehörden, der Presse und fin­den ihren Widerhall in einem tona­len und musi­ka­li­schen Reflexionsraum.

    Dieses Thema wird Deutschland noch lan­ge beschäf­ti­gen, die fil­mi­sche Auseinandersetzung hat erst begon­nen: „Der Kuaför aus der Keupstraße” beschäf­tig­te sich letz­tes Jahr mit ähn­li­chen Fragen, Fatih Akins nächs­ter Film „Aus dem Nichts” spielt eben­falls auf Terroranschläge an, nun also Swobodniks Film, der – ange­sichts sei­ner kur­zen Länge von kaum 75 Minuten – als idea­ler Einstiegspunkt etwa in Diskussionsveranstaltungen zum Thema NSU-Komplex die­nen könnte.”
    Michael Meyns

    Deutschland 2016, 73 Min.
    Regie, Kamera & Buch: Sobo Swobodnik
    Schnitt: Manuel Stettner.

    A film by Sobo Swobodnik. 20.,21. +  28. May at the fsk. In ger­man language.

    In the space of 6 years, 7 months and 16 days, the National Socialist Underground (NSU) mur­de­red nine migrants and a German poli­ce offi­cer wit­hout being stop­ped. Sobo Swobodnik’s black and white film essay acts as an audio­vi­su­al memo­ri­al to the victims.

     

    Deutschland 2016, 73 Min.
    Regie, Kamera & Buch: Sobo Swobodnik
    Schnitt: Manuel Stettner.

  • Loving

    Loving

    Ein Film von Jeff Nichols.

    Virginia vs Loving – so hieß das Gerichtsverfahren, das 1967 dazu führ­te, dass das Verbot soge­nann­ter „gemischt­ras­si­ger Ehen“ in 15 US-Bundesländern auf­ge­ho­ben wur­de (bzw. zumin­dest aus­ge­setzt, in Alabama wur­de der Passus offi­zi­ell erst 2000 gestrichen).

    Viginia vs Loving – das ist auch die Liebesgeschichte von Mildred und Richard Loving, eine Geschichte zwei­er Menschen, die zusam­men­sein wol­len, Familie haben, ein Haus bau­en, aber es in Virginia nicht dür­fen. Sie sind nicht kämp­fe­risch, miss­trau­isch gegen­über der Öffentlichkeit und der Presse. Man meint sie schon mehr­mals (nicht nur in der Vergangenheit und in den USA) gese­hen zu haben, die Szenen, in denen Polizisten mit­ten in der Nacht in Wohnungen ein­drin­gen und die Bewohner her­aus­zer­ren und weg­sper­ren, wie auch hier. Sie müs­sen, um frei­zu­kom­men, den Staat ver­las­sen. Das bedeu­tet, ihre Familien und Freunde, ihr Land und alles, was ihnen etwas bedeu­tet, zurück­zu­las­sen. Nachdem der Fall bekannt und publik wur­de, über­re­det Mildred schließ­lich ihren Mann, gegen ihre inne­ren Widerstände die ange­bo­te­ne Hilfe von aus­sen, von Menschenrechts-Organisationen und ‑Anwälten, anzu­neh­men. Es ist ein lan­ger Weg, den Jeff Nichols hier ohne über­flüs­si­ge Dramatik ins Bild setzt.

    Virginia vs Loving – die­se Geschichte, und es ist wirk­lich Geschichte, hat Dank bewun­ders­wer­tem Einsatz vie­ler einen guten Ausgang, aber Ignoranz, Rassismus und Klassenunterschiede (etc.) sind damit und sowie­so noch nicht erle­digt. Nehmen wir die­sen, soweit es mög­lich war unsen­ti­men­tal insze­nier­ten Film vor­läu­fig doch ein­fach als Trostpflaster.

    Jeff Nichols Debut SHOTGUN STORIES begeis­ter­te uns 2007 bei der Berlinale (Forum), erstaunt nah­men wir 2011 den viel­fach aus­ge­zeich­ne­ten TAKE SHELTER als sug­ges­ti­ven Katastrophenfilm wahr. Sein drit­tes Werk MUD lief zwar in Cannes im Wettbewerb, jedoch nicht in deut­schen Kinos. Überraschend war dann die Teilnahme sei­nes Science-Fiction MIDNIGHT SPECIAL im Berlinale Wettbewerb, mit anschlie­ßen­der lieb­lo­sen Auswertung. Mit LOVING ist ihm zuletzt mit Hilfe zwei­er groß­ar­ti­ger Hauptdarsteller eine unspek­ta­ku­lä­re Verfilmung eines spek­ta­ku­lä­ren Falls gelungen.

    USA 2016, 123 Min., engl. OmU

    Regie & Buch: Jeff Nichols
    Kamera: Adam Stone 
    Schnitt: Julie Monroe

    mit: Joel Edgerton, Ruth Negga, Michael Shannon, Marton Csokas

     

    A Jeff Nichols film. In eng­lish with ger­man subtitles

    Mildred and Richard Loving were arres­ted in 1958 for the crime of get­ting mar­ried. According to the sta­te of Virginia, she was „colo­red,” he was „white,” and their mar­ria­ge was ille­gal. Both were sen­ten­ced to a year in pri­son — a sen­tence that was only sus­pen­ded on the con­di­ti­on that they lea­ve Virginia. The cou­ple fought that judgment befo­re the US Supreme Court, which ulti­m­ate­ly ruled in their favour, brin­ging an end to Virginia’s anti-mis­ce­genati­on laws. This inspi­ring film from Jeff Nichols (Mud, Take Shelter) tells Mildred and Richard’s sto­ry of romance and inju­s­ti­ce with ten­der­ness and wisdom.

    The Civil Rights move­ment is still in its infan­cy when Richard (Joel Edgerton), a con­s­truc­tion worker, pro­po­ses to Mildred (Ruth Negga) on the same Virginia acreage whe­re he plans to build their home. It should be the begin­ning of a blissful peri­od, but trou­ble is alre­a­dy bre­wing. Someone informs the aut­ho­ri­ties of Richard and Mildred’s uni­on. It is not long befo­re poli­ce break down the couple’s door and drag them off to the coun­ty jail. They face this indi­gni­ty with stoi­cism, but the worst is yet to come.

    Edgerton is taci­turn but vul­nerable, using body lan­guage to trans­mit both fero­cious love and righ­teous outra­ge. Negga is not­hing less than a reve­la­ti­on, con­vey­ing tur­bu­lent emo­ti­ons with a glan­ce. The subt­le power of the­se per­for­man­ces is heigh­ten­ed by Nichols‘ refu­sal to redu­ce his sto­ry to spee­ches and high dra­ma. In kee­ping with David Wingo’s sombre score, Nichols does­n’t push sen­ti­ment. He allows his cha­rac­ters‘ sto­ry to steep for grea­ter resonance.

    Loving does not revi­sit histo­ry mere­ly to flat­ter the pre­sent. Rather, it reco­gni­zes how far we’­ve come while impli­cit­ly remin­ding us how far we still have to go.

    USA 2016, 123 Min., engl. OmU

    Regie & Buch: Jeff Nichols
    Kamera: Adam Stone 
    Schnitt: Julie Monroe

    mit: Joel Edgerton, Ruth Negga, Michael Shannon, Marton Csokas

  • Zwischen den Stühlen

    Zwischen den Stühlen

    ein Film von Jakob Schmidt.

    Um in Deutschland Lehrer zu wer­den, muss nach dem theo­rie­be­la­de­nen Studium ord­nungs­ge­mäß das Referendariat absol­viert wer­den. Eine Feuerprobe, wel­che die ange­hen­den Lehrer in eine wider­sprüch­li­che Position bringt: Sie leh­ren, wäh­rend sie selbst noch ler­nen. Sie ver­ge­ben Noten, wäh­rend sie ihrer­seits beno­tet wer­den. Zwischen Problemschülern, Elternabenden, Intrigen im Lehrerzimmer und Prüfungsängsten wer­den die Ideale der Anwärter auf eine har­te Probe gestellt.  „Jakob Schmidt hat sei­ne drei Referendare ganz genau unter die Lupe genom­men. Er zeigt nicht nur die täg­li­che Routine im Schuldienst, son­dern auch Pleiten, Pech und Pannen, die schö­nen und die weni­ger schö­nen Aspekte, wie öde Elterngespräche, ner­vi­ge Schüler oder ver­ständ­nis­lo­se Mentoren. Aber da gibt es eben auch die tol­len Momente, die super gelun­ge­nen Stunden mit wohl­erzo­ge­nen Schülern, die ihren Lehrern an den Lippen hän­gen, mit gol­di­gen Kollegen und lie­be­vol­len, hilfs­be­rei­ten Familien … Mit wohl­wol­len­der Behutsamkeit, viel Mitgefühl und Humor prä­sen­tiert Jakob Schmidt sei­ne Protagonisten. Die omni­prä­sen­te, sehr beweg­li­che Kamera bleibt stets bei ihnen, so dass ihre Probleme indi­vi­dua­li­siert wer­den. Dennoch wer­den Gemeinsamkeiten deut­lich, ohne dass sie aus­ge­spro­chen wer­den müs­sen; ledig­lich neben­bei geht es all­ge­mein um die Schule und das Schulsystem. “ programmkino.de

    D 2016, 102 Min. 
    Regie und Buch: Jakob Schmidt 
    Kamera: David Schittek, Evgeny Revvo, Jakob Schmidt 
    Schnitt: Julia Wiedwald

    https://1f5ad49-trailerloop-production.s3.amazonaws.com/uploads/asset_preview/video/file/35053/mp4_owTOsulG4zqK2g.mp4A film by Jakob Schmidt.. In ger­man language.

    The main­ly theo­re­tic uni­ver­si­ty tea­cher trai­ning has for deca­des been fol­lo­wed with bureau­cra­tic regu­la­ri­ty by two years of stu­dent tea­ching, the prac­ti­cal part of the trai­ning. It’s com­pa­ra­ble to a leap into icy water when pro­s­pec­ti­ve tea­chers work for two years in the field of ten­si­on bet­ween gra­ding and being gra­ded. They must edu­ca­te and are edu­ca­ted them­sel­ves. From day one they are forced to play con­flic­ting roles. It’s a per­ma­nent test, always caught bet­ween two stools.

    Student tea­chers must disci­pli­ne clas­ses and be disci­pli­ned by their tutors. They must dis­tri­bu­te gra­des while they panic befo­re their own test les­sons. And they are always both stu­dent and tea­cher. Some start out with idea­lism and pas­si­on, others for lack of alter­na­ti­ves, others see them­sel­ves as future pro­fes­sio­nals in solid employ­ment. Step by step they beco­me – wil­ly-nil­ly – the repre­sen­ta­ti­ves of a sys­tem that has shaped each of us. “To Be a Teacher” fol­lows three very dif­fe­rent cha­rac­ters on this ten­si­on-fil­led path.
    Ralph Eue

    D 2016, 102 Min. 
    Regie und Buch: Jakob Schmidt 
    Kamera: David Schittek, Evgeny Revvo, Jakob Schmidt 
    Schnitt: Julia Wiedwald

  • filmPOLSKA 2017

    filmPOLSKA 2017

    Vom 4. – 10. Mai fin­det die­ses Jahr die 12. Ausgabe des pol­ni­schen Filmfestivals in Berlin statt.  www.filmpolska.de

    Hier das Programm im fsk:

    The twewth edi­ti­on of the polish Film Festival in Berlin takes place  from Mai 4th – Mai10th. Some films are shown with ger­man subtitles.

    Films at the fsk:

     

     

     

  • Das Ende ist erst der Anfang

    Das Ende ist erst der Anfang

    Ein Film von Bouli Lanners.

    Esther und Willy sind gehan­di­capt. Und ver­liebt. Und auf der Flucht. Vielleicht vor Gilou und Cochise, zwei vier­schrö­ti­gen, bär­ti­gen Schnüfflern im Van, die Willys Handy zu orten ver­su­chen? Oder vor dem Mann, der sich Jesus nennt und ent­spre­chen­de Wundmale an den Händen vor­weist? Vor den Männern aus einer nahen Lagerhalle, die den Täter suchen, der der Frau ihres Chefs Gewalt ange­tan hat? Und wer ist die Mumie im Schlafsack? In einer kar­gen, von Strommasten und Straßen zer­schnit­te­nen euro­päi­schen Landschaft ange­sie­delt, ist der Film des bel­gi­schen Regisseurs Bouli Lanners ein schräg-schö­ner Spätwestern, in dem Raubeine ihre zar­te Seite zei­gen und die Zusammengehörigkeit zwei­er Menschen durch das Tragen von Signaljacken sym­bo­li­siert wird. Lakonie trifft auf Liebe, Gewalt auf Glauben. Michael Lonsdale züch­tet Orchideen und der unver­gleich­li­che Max von Sydow singt als Priester ein Abschiedslied für eine Leiche. Lanners, der selbst eine Hauptrolle spielt, insze­niert die Geschichte über­ra­schend und span­nungs­voll. Der Film ver­steckt Hinweise auf den Plot in Gebäuden, Autos und Dialogen. Wer denkt, er habe die Story nach fünf Minuten durch­schaut, der irrt.

    Von Bouli Lanners haben wir einst sei­nen ers­ten Langfilm ULTRANOVA, eine sehr schö­ne und sehr brü­chi­ge, unglück­li­che Liebesgeschichte, ver­lie­hen. Seine Filme danach fan­den wir dann nicht ganz so toll, aber Das Ende ist erst der Anfang schon.

    OT: Les pre­miers, les derniers
    Frankreich/Belgien 2016, 98 Min., frz. OmU

    Regie, Buch: Bouli Lanners
    Kamera: Jean-Paul de Zaeytijd
    Schnitt: Ewin Ryckaert
    Darsteller
    Albert Dupontel, Bouli Lanners, Suzanne Clément, Michael Lonsdale, David Murgia, Aurore Broutin, Philippe Rebbot

    The First the Last / Les Premiers les Derniers (2016) – Trailer (English Subs)

    in Kino mit deut­schen Untertiteln.A Bouli Lanners film. in french with ger­man subtitles.

    Esther and Willy are han­di­cap­ped. And in love. And on the run. Perhaps from Gilou and Colise, two bur­ly, beard­ed snoo­pers in the van who are try­ing to get a fix on Willy’s mobi­le pho­ne? Or from the man who calls hims­elf Jesus and has the stig­ma­ta on his hands to pro­ve it? Or from the men from a near­by warehouse who are sear­ching for the per­pe­tra­tor who has vio­la­ted the wife of their boss? And who is the mum­my in the slee­ping bag? Set in a spar­se European land­scape dis­sec­ted by elec­tri­ci­ty pylons and roads, Belgian direc­tor Bouli Lanners’ film is a weird­ly beau­tiful­ly late wes­tern in which roughnecks show their soft side and the fact that two peo­p­le belong tog­e­ther is sym­bo­li­sed by their wea­ring of high-vis jackets. Terseness meets love, vio­lence meets faith. Michael Lonsdale cul­ti­va­tes orchi­ds and the incom­pa­ra­ble Max von Sydow as a priest sings a fare­well song to a corp­se. Lanners, who also plays a lea­ding role, directs with a talent for sur­pri­se and exci­te­ment. The film hides clues about the plot in buil­dings, cars and in the dia­lo­gue. And anyo­ne who thinks they have figu­red out the sto­ry after five minu­tes is wrong.

    OT: Les pre­miers, les derniers
    Frankreich/Belgien 2016, 98 Min., 

    Regie, Buch: Bouli Lanners
    Kamera: Jean-Paul de Zaeytijd
    Schnitt: Ewin Ryckaert
    Darsteller
    Albert Dupontel, Bouli Lanners, Suzanne Clément, Michael Lonsdale, David Murgia, Aurore Broutin, Philippe Rebbot

    The First the Last / Les Premiers les Derniers (2016) – Trailer (English Subs)

    on screen with ger­man subtitles
  • Ein Tag wie kein anderer

    Ein Tag wie kein anderer

    Ein Film von Asaph Polonsky.

    Vor sie­ben Tagen haben Eyal und Vicky ihren 25-jäh­ri­gen Sohn beer­digt. Das jüdi­sche Trauerritual ist nun been­det, die Besuche und Beileidsbekundungen ebben ab und die Eltern ver­su­chen auf ihre je eige­ne Weise, den frü­hen Tod ihres Kindes zu ver­ar­bei­ten. Während Vicky ver­zwei­felt ver­sucht, schnellst­mög­lich wie­der in die Normalität eines gere­gel­ten Lebens zurück­zu­keh­ren, bleibt Eyal in die­sem Ausnahmezustand hän­gen und ver­wei­gert jede Spur von nor­ma­lem Leben und lässt sei­nen Marotten frei­en Lauf.

    Shavua ve Yom, Israel 2016, 98 Min., hebr. OmU
    Regie & Buch: Asaph Polonsky
    Kamera: Moshe Mishali
    Schnitt: Tali Helter-Shenkar
    Darsteller:
    Uri Gavriel, Tomer Kapon, Shai Avivi, Jenya Dodina, Sharon Alexander, Carmit Mesilati Kaplan

    https://youtu.be/dqHtmzxKvREA film by Asaph Polonsky. In hebrew with ger­man subtitles.

    When Eyal com­ple­tes the tra­di­tio­nal Jewish week of mour­ning for his late son, his wife urges him to return to their dai­ly rou­ti­ne. Instead, he gets high with a young neigh­bour and sets out to dis­co­ver that the­re are still things in his life worth living for.

    Shavua ve Yom, Israel 2016, 98 Min., hebr. OmU
    Regie & Buch: Asaph Polonsky
    Kamera: Moshe Mishali
    Schnitt: Tali Helter-Shenkar
    Darsteller:
    Uri Gavriel, Tomer Kapon, Shai Avivi, Jenya Dodina, Sharon Alexander, Carmit Mesilati Kaplan

    EIN TAG WIE KEIN ANDERER – Teaser
  • Denk ich an Deutschland in der Nacht

    Denk ich an Deutschland in der Nacht

    Ein Film von Romuald Karmakar.

    Denk ich an Deutschland in der Nacht, / Dann bin ich um den Schlaf gebracht“ lau­ten die ers­ten bei­den Zeilen des Gedichts „Nachtgedanken“ von Heinrich Heine, ver­fasst im fran­zö­si­schen Exil, in einer Zeit, die rück­bli­ckend als vor­re­vo­lu­tio­nä­re Situation beschrie­ben wird, die Jahre vor den Revolutionen 18481849.

    Um den Schlaf gebracht sind auch die ProtagonistInnen des neu­en Films von Romuald Karmakar: vier DJs und eine DJane, die nachts auf­le­gen. Der Film zeigt sie bei der Arbeit in den Clubs (wobei oft­mals nicht das, was die Tanzenden hören, son­dern nur die Kopfhörer der DJs zu hören sind) oder an den elek­tro­ni­schen Geräten im Studio. Dazwischen mon­tiert sind Bilder von lee­ren Tanzflächen bei Tageslicht. Und immer wie­der lässt der Film den Porträtierten viel Zeit für’s Nachdenken: über die eige­ne Biografie, über die Entwicklungen in der elek­tro­ni­schen Musik und auch dar­über, wel­che Folgen der Anschlag im Bataclan für die Klubkultur hat.

    Was die Kraft die­ser Musik aus­macht, wird so in Bildern und Tönen deut­lich, wodurch Karmakar erst recht nicht in Versuchung gerät, etwas in Worte zu fas­sen, was kaum zu beschrei­ben ist. Die Gespräche mit den Musikern begin­nen dann auch eher unbe­stimmt, als lose Unterhaltung, die Karmakar jedoch sub­til auf kon­kre­te­re Punkte bringt: Der Club als Ort der kurz­fris­ti­gen Weltflucht etwa, aber auch die Frage, wie in einem Land, in einer Welt, in der man sich aus viel­fäl­ti­gen Gründen um den Schlaf gebracht sehen könn­te, die Musik eine der weni­gen Konstanten ist, eine fried­li­che Massenbewegung, bei der Körper und Seelen im Rhythmus der Beats ver­schmel­zen.“ (Michael Meyns, programmkino.de)

     

    Deutschland 2017, 100 Min.
    Regie: Romuald Karmakar
    Kamera: Frank Griebe
    Schnitt: Robert Thomann, Anne Fabini
    mit: Ricardo Villalobos, Sonja Moonear, Ata, Roman Flügel, David Moufang/Move D

    A film by Romuald Karmakar.
    In ger­man and french with ger­man sub­tit­les. Some scree­ning with eng­lish subtitles.

    For DJ Roman Flügel his work is ever­y­thing and some­thing that he would never com­pro­mi­se. Romuald Karmakar’s new docu­men­ta­ry takes a look at five pio­neers of elec­tro­nic music for whom work is their rai­son d’etre. The film com­men­ces with a still life of elec­tro­nic equip­ment in which we find our­sel­ves loo­king for seve­ral minu­tes at a wide shot of cables, con­so­les, ampli­fiers, key­boards and ‘con­trol­lers’ as Ricardo Villalobos – who was the sub­ject of Karmakar’s 2009 film – will later call the flas­hing switch­boards in the back­ground. In bet­ween elo­quent thoughts from the musi­ci­ans in inter­views, quiet obser­va­tions of them at work at their DJ home, and images of swea­ting mas­ses at raves, a sel­ec­ti­ve image gra­du­al­ly and very quiet­ly emer­ges of a music sce­ne in tran­si­ti­on. Ata descri­bes the cur­rent music sce­ne as a vast, den­se­ly woven car­pet, the end of which is out of sight. It is a sce­ne which, sin­ce the 1990s has dif­fe­ren­tia­ted and evol­ved into some­thing far more com­plex and hard to grasp. Karmakar does not attempt to pro­vi­de a seam­less his­to­ri­cal sur­vey, rather he allows his images and his prot­ago­nists to speak for themselves.

     

    Deutschland 2017, 100 Min.
    Regie: Romuald Karmakar
    Kamera: Frank Griebe
    Schnitt: Robert Thomann, Anne Fabini
    mit: Ricardo Villalobos, Sonja Moonear, Ata, Roman Flügel, David Moufang/Move D

  • Der traumhafte Weg

    Der traumhafte Weg

    Ein Film von Angela Schanelec.

    Eigentlich lässt sich kaum eine Inhaltsangabe eines Films von Angela Schanelec machen, ins­be­son­de­re von ihrem neu­en Film. Scheinbar zu frag­ma­tisch, lücken­haft sind sie: Mit Abbrüchen, Auslassungen und Sprüngen in der Erzählung, mit mini­ma­len Zeichnungen der Figuren. Wer die­ser spe­zi­el­len ellip­ti­schen Struktur nicht auf­ge­schlos­sen gegen­über­steht, hat nichts davon. Alle ande­ren jedoch kön­nen sich nur schwer entziehen.
    Trotzdem hier eine Beschreibung  aus dem Presseheft:
    „Griechenland 1984. Kenneth, ein eng­li­scher Musiker, und Theres, eine jun­ge Deutsche, sin­gen auf der Straße, um sich ihren Urlaub zu finan­zie­ren. Sie lie­ben sich. Als Kenneth die Nachricht erhält, dass sei­ne Mutter ver­un­glückt ist, reist er über­stürzt nach Hause und lässt Theres zurück. Ihm wird bewusst, wie sehr er sie braucht, aber sein Versuch, sie erneut zu gewin­nen, scheitert.
    30 Jahre spä­ter, in Berlin. Ariane, eine 40jährige Fernsehschauspielerin, löst sich von ihrem Mann, einem erfolg­rei­chen Anthropologen. Er zieht in ein Appartement am Hauptbahnhof. Von sei­nem Fenster sieht er einen Obdachlosen. Es ist Kenneth, der nicht weiß, dass auch Theres inzwi­schen in Berlin lebt.“
    Und ein paar Pressestimmen:
    »Der traum­haf­te Weg ist mehr als nur der Titel die­ses Films. Er ist sein Programm.«
    SRF KULTUR
    »Entscheidend ist das Abwesende und Ungesagte, zwi­schen­mensch­lich wie fil­misch. Mit ihrem kla­ren Blick und dem Sträuben gegen die Konventionen des Erzählkinos gelin­gen der Regisseurin gera­de in der Unerklärtheit kom­ple­xe, bestechen­de Momente.«
    BERLINER ZEITUNG
    „ Der traum­haf­te Weg“ lässt deut­li­cher denn je in ihrem Werk erken­nen, dass es die lose Verknüpfung von Momenten ist, die erst die Zwischenräume schafft, in denen unse­re Imagination leben­dig wer­den kann.“
    CARGO

    D 2016, 87 Min.
    Buch und Regie: Angela Schanelec
    Bildgestaltung: Reinhold Vorschneider
    Schnitt: Angela Schanelec, Maja Tennstedt
    Mit Miriam Jakob Theres, Thorbjörn Björnsson, Maren Eggert, 
    Phil Hayes, Anaya Zapp.

    Watch video!A film by Angela Schanelec.

    Greece, 1984. Kenneth, an Englishman, and Theres, a German girl, sing in the street to finan­ce their holi­days. They are in love, but when Kenneth lear­ns that his mother had an acci­dent, he hasti­ly returns home, lea­ving Theres behind. Later, start­ing to rea­li­ze how much he needs her, he fails in his attempt to win her back.

    30 years later in Berlin. Ariane, a 40-year-old TV actress, lea­ves her hus­band, a suc­cessful anthro­po­lo­gist, after a marital cri­sis. After moving into an apart­ment near the main sta­ti­onn, the hus­band start seing a home­l­ess man out­side his win­dow. It is Kenneth, who does not know that Theres now also lives in Berlin.

    D 2016, 87 Min.
    Buch und Regie: Angela Schanelec
    Bildgestaltung: Reinhold Vorschneider
    Schnitt: Angela Schanelec, Maja Tennstedt
    Mit Miriam Jakob Theres, Thorbjörn Björnsson, Maren Eggert, 
    Phil Hayes, Anaya Zapp.

    Watch video!

  • Siebzehn

    Siebzehn

    Ein Film von Monja Art.  (Nicht mit MIT SIEBZEHN verwechseln)

    Paula ist sehr gut in der Schule und ver­liebt in eine Mitschülerin. Gleichzeitig wird sie von einem ande­ren Mädchen in ihrer Klasse stän­dig genervt. Ihre Person zeich­net aus, dass sie meist sehr gelas­sen mit den post-puber­tä­ren Ausschweifungen der ande­ren umgeht. Sie scheint ein wenig dar­über zu ste­hen. Fortwährende Intrigen, Aufregungen und Gemeinheiten schei­nen ihr eine Zeit lang nichts anha­ben zu kön­nen, bis sie doch immer mehr in die rück­sichts­lo­sen Machenschaften hin­ein­ge­zo­gen wird. Egoistisches, har­tes Teenagerleben sind mit ihren mil­den, roman­ti­schen Ambitionen unvereinbar.

    Der Film ver­zich­tet sehr ange­nehm auf ein­sei­ti­ge Zuweisungen und deu­tet manch­mal die Möglichkeit an, die Erzählung in eine ande­re Richtung lau­fen zu las­sen und so dem Zuschauer punk­tu­ell ande­re Optionen eröff­net. Dabei umschifft er auch glüch­li­cher­wei­se die übli­chen ste­reo­ty­pen und kli­schee­haf­ten Beschreibungen von Personen und deren Umgebung.

    Wer sich dabei an den Film „Raus aus Amal“ erin­nert fühlt, liegt über­haut nicht so daneben.

    Für ihren ers­ten lan­gen Spielfilm Siebzehn, bei dem sie für Regie und Drehbuch ver­ant­wort­lich zeich­ne­te, wur­de Monja Art 2017 mit dem Filmfestival Max Ophüls Preis ausgezeichnet.

    Begründung der Jury:
    „Sensibel und ent­schlos­sen insze­niert erzählt die­ser wun­der­ba­re Film von der ers­ten oder auch der zwei­ten Liebe, tie­fen Sehnsüchten, der inne­ren Unsicherheit und der Suche nach der eige­nen Identität. Es ist über­aus erstaun­lich, dass man die­se wie­der­keh­ren­den Geschichten vom Erwachsenwerden so erfri­schend und emo­tio­nal mit­rei­ßend neu erfin­den kann.“

    Hauptdarstellerin Elisabeth Wabitsch erhielt den Max Ophüls Preis als bes­te Nachwuchsschauspielerin.

    Ö 2017, 104 Min.
    Regie, Buch: Monja Art
    Kamera: Caroline Bobek
    Schnitt: Monja Art, Claudia Linzer
    Darsteller: Elisabeth Wabitsch, Anaelle Dézsy, Alexandra Schmidt, Alexander Wychodil,
    Christopher Schärf u. a.

    https://1f5ad49-trailerloop-production.s3.amazonaws.com/uploads/asset_preview/video/file/32925/mp4_XO_4ZgbSrws8uw.mp4A Monja Art Film.

    Somewhere in Lower Austria; the school term is dra­wing to a clo­se and the sum­mer holi­days are not far off. Boarding school pupil Paula, seven­teen, is secret­ly in love with her girl­fri­end Charlotte. But Charlotte’s going out with Michael. Lovelorn, Paula deci­des to try and take her mind of things by get­ting invol­ved with school­ma­te Tim, who­se fee­lings for her are at least genui­ne. Paula has no idea how often Charlotte thinks of her. And then there’s Lilli, who is just dying for someone to fan­cy her and tri­es to play the wild seduc­tress. Paula must deci­de if she wants to fol­low her own fee­lings or yield to other people’s.
    Lanzenkirchen, mon amour: in her debut as a direc­tor Monja Art por­trays teenage life and love in the sticks as a rol­ler coas­ter ride of the emo­ti­ons in a coll­ec­tion of amo­rous mini-dra­mas. Caught bet­ween dull days at school and dis­so­lu­te nights at the vil­la­ge dis­co, Paula and her fri­ends are like any nor­mal teen­agers: won­derful­ly know-it-all time bombs ticking away on the brink of adult­hood, by which time they may just about have their heads on straight. But for now their grea­test fear is having to stick around in this dump of a back­wa­ter. Outside, the strains of a brass band can be heard, a com­bi­ne har­ves­ter does its rounds and, if you’re lucky, a bus might come.

    Ö 2017, 104 Min.
    Regie, Buch: Monja Art
    Kamera: Caroline Bobek
    Schnitt: Monja Art, Claudia Linzer
    Darsteller: Elisabeth Wabitsch, Anaelle Dézsy, Alexandra Schmidt, Alexander Wychodil,
    Christopher Schärf u. a.