Festival: After the Last Sky

Love, theft and other entanglements

After the last sky ist das ers­te inter­dis­zi­pli­nä­re und inter­na­tio­na­le Fes­ti­val in Deutsch­land, das die facet­ten­rei­che Pra­xis zeit­ge­nös­si­scher paläs­ti­nen­si­scher Künstler*innen erfahr­bar macht.

Mit Thea­ter, Film, Per­for­man­ce, Lite­ra­tur, Spo­ken Word, sze­ni­schen Lesun­gen, Musik und Tanz wid­met sich das Fes­ti­val der künstlerischen Viel­falt paläs­ti­nen­si­scher Nar­ra­ti­ve und Visio­nen und schlägt gleich­zei­tig Brücken zu glo­ba­len Zusam­men­hän­gen von Kolo­nia­li­sie­rung, Flucht, Wider­stand und Empower­ment.

Das Fes­ti­val fin­det im Ball­haus Naun­yn­stra­ße statt.

Im fsk Kino gibt es drei Film­vor­füh­run­gen:

chronicle
Chronicle of a Disappearance

In einer Erkun­dung des Span­nungs­felds zwi­schen Erzäh­lung, Geschich­te und Auto­bio­gra­fie überschreitet Chro­ni­cle of a Disap­pearan­ce die Gren­zen ver­schie­de­ner Gen­res. Der paläs­ti­nen­si­sche Fil­me­ma­cher Elia Sulei­man kehr­te für die­sen Film nach Israel zurück, nach­dem er bereits vie­le Jah­re in New York gelebt hat­te. Er nutz­te sei­ne pri­vi­le­gier­te Posi­ti­on als Halb-Insider und Halb-Outsider, um den Ver­lust der natio­na­len Iden­ti­tät in der paläs­ti­nen­si­schen Bevöl­ke­rung Isra­els zu ana­ly­sie­ren. Wäh­rend sei­nes schein­bar ziel­lo­sen Umher­wan­derns machen wir Bekannt­schaft mit sei­nem erwei­ter­ten Familien- und Freun­des­kreis. Die Figu­ren führen eine mar­gi­na­le Exis­tenz in einer bis­wei­len sur­rea­len Rea­li­tät. Der Filmemacher/Protagonist wech­selt zwi­schen sei­ner Rol­le als Film­fi­gur und Zuschau­er, Media­tor und Erzäh­ler, wäh­rend sich der Film selbst zwi­schen Doku­men­tar­film und Fik­ti­on, zwi­schen Erin­ne­rung und Gegen­wart hin und her bewegt, ohne sei­nen Sinn für Humor zu ver­lie­ren.

Paläs­ti­na, 1996 / Arab. OmeU / 88 Min / Regie: Elia Sulei­man

am 11.9. um 15.00


Love, theft and other ent­an­gle­ments

Mou­sa manö­vriert sich in unge­ahn­te Schwie­rig­kei­ten, als er das fal­sche Auto klaut. Das israe­li­sche Auto, das ihm wie eine günstige Gele­gen­heit erscheint, aus der Armut des paläs­ti­nen­si­schen Flüchtlingslagers her­aus auf die Schnel­le an Geld zu kom­men, ent­puppt sich als der Anfang einer
Pech­sträh­ne, als er im Kof­fer­raum des Wagens einen gekid­napp­ten israe­li­schen Sol­da­ten ent­deckt. Auf der Flucht vor paläs­ti­nen­si­schen Mili­zen und dem israe­li­schen Geheim­dienst schwin­det all­mäh­li­ch Mou­sas Hoff­nung, das nöti­ge Schmier­geld für ein Aus­rei­se­vi­sum zusam­men­zu­be­kom­men, mit dem er dem Land und sei­ner miss­ra­te­nen Lie­bes­be­zie­hung ent­kom­men könn­te.

Love, Theft and Other Ent­an­gle­ments ist die tragisch-komische Geschich­te eines paläs­ti­nen­si­schen Anti­hel­den auf sei­nem Weg zur Erlö­sung. Haupt­fi­gur Mou­sa ist weder Natio­nal­idol, noch Besat­zungs­op­fer. Doch die Poli­tik läuft ihm zwangs­läu­fig über den Weg.

Im Anschluss an die Filmvorführung gibt es ein Publi­kums­ge­spräch auf Eng­li­sch mit dem Regis­seur.

Regie: Mua­yad Ala­yan, Paläs­tina 2015, 94 Min., Arab. mit engl. UT

am 25.9. um 15.00


recollection

Recollec­tion

Für Recollec­tion macht sich Kamal Al Jafa­ri Mate­ri­al israe­li­scher FIlm­klas­si­ker zu eigen, das zwi­schen 1960 und 1990 in Jaf­fa gedreht wur­de. Ich habe die Schau­spie­ler her­aus­ge­nom­men, weil sie der Stadt, dem Hin­ter­grund, im Weg stan­den. Ein­mal frei­ge­legt rücken die Stadt und ihre Bewohner*innen wie­der in den Bli­ck, und die im Roh­ma­te­ri­al nur am Ran­de vor­kom­men­den Statist*innen oder Passant*innen tre­ten als Protagonist*innen her­vor. Für Al Jafa­ri sind die israe­li­schen Schau­spie­ler nicht das Sujet der Kame­ra: Der, der sie hält, filmt alles, was ihm begeg­net, erweckt all die Geister-die-keine-Geister-sind, die in den Rän­dern unaus­lösch­li­ch prä­sent sind.

Vor dem Film wird die Auto­rin Ada­nia Shi­b­li eine inhalt­li­che Einführung geben, im Anschluss fin­det ein Publi­kums­ge­spräch mit Dani­el Fran­ke (Spe­cial Effects) statt.

Paläs­ti­na 201570 Min. / OmeU; Regie: Kamal Al Jafa­ri

am 2.10. um 15:00