Seit die Welt Welt ist

Desde que el mundo es mundo ...

Ein Film von Gün­ter Schwai­ger. Ab 20.10. im Kino.

Hea­vy Metal live auf dem Dorf­platz – das gibt es nicht nur in Schleswig-Holstein, auch im Hoch­land von Kas­ti­li­en gehört es – neben Frei­luft­ki­no – zu den som­mer­li­chen Abwechs­lun­gen. Dies ist aller­dings nur ein klei­ner Aspekt von SEIT DIE WELT WELT IST – eigent­li­ch geht es eher ruhig und kon­tem­pla­tiv zu im Por­trait der Fami­lie von Gon­za­lo und Rosa, dem Klein­bau­ern und der Kran­ken­schwes­ter und ihren Söh­nen, und des Dor­fes Vado­con­des.

»Ich habe Gon­za­lo, der Bau­er in einem klei­nen Dorf in Nord­kas­ti­li­en ist, bei der Aus­gra­bung eines Mas­sen­gra­bes aus dem spa­ni­schen Bür­ger­krieg ken­nen gelernt. Gleich habe ich gemerkt, dass er ein außer­ge­wöhn­li­cher Men­sch ist. Seit damals ver­bin­det mich eine enge Freund­schaft mit ihm. Von sei­nem wei­sen und kris­tall­kla­ren Welt­bild, durch­drun­gen von gesun­dem All­tags­ver­stand, habe ich viel gelernt. Gon­za­lo und sei­ne Fami­lie leben zwi­schen den Zei­ten. Sie behal­ten vom Alten, was ihnen nütz­li­ch ist, und neh­men vom Neu­em was sie vor­wärts bringt. Damit zei­gen sie, dass es nicht not­wen­dig ist, in einer kos­mo­po­li­ti­schen Metro­po­le zu leben, um einen offe­nen und wei­ten Hori­zont zu genie­ßen.« Gün­ter Schwai­ger

SEIT DIE WELT WELT IST ist ein Por­trät des ande­ren, unbe­kann­ten Spa­ni­en, das ein­ge­zwängt zwi­schen Tra­di­tio­nen und Wirt­schafts­kri­se in den klei­nen Dör­fern ums Über­le­ben kämpft, und ver­steht sich auch als eine Hom­ma­ge an die ein­fa­chen Din­ge, an die Natür­lich­keit und die erfri­schen­de Rebel­lion von Lebens­weis­heit.

»Man möch­te sich zu Gon­za­los Fami­lie an den Tisch set­zen und haus­ge­mach­ten Wein und Cho­ri­zo kos­ten. „Es ist eine Art zu leben, nicht schlech­ter oder bes­ser als ande­re“, sagt der Klein­bau­er im beschau­li­chen Kas­ti­li­en. Frei­li­ch, die klei­ne Dorf­ge­mein­schaft wird lang­sam zwi­schen Arbeits­lo­sig­keit und Über­al­te­rung zer­rie­ben. Dem hält Gon­za­lo Selbst­ver­sor­gung, geleb­te Tra­di­ti­on und Natur­ver­bun­den­heit ent­ge­gen. Schwai­gers Por­trät des klu­gen Frei­geists ist zugleich eine Hym­ne an das ursprüng­li­che Spa­ni­en abseits der Metro­po­len, das ange­sichts von sozia­lem Umbruch und Wirt­schafts­kri­se täg­li­ch ums Über­le­ben kämpft.« Vien­na­le

OT: Des­de que el mun­do es mun­do …
Öster­reich 2015, 103 Min. 
spa­ni­sche Ori­gi­nal­fas­sung mit deut­schen Unter­ti­teln
Regie und Kame­ra: Gün­ter Schwai­ger
Mon­ta­ge: Gün­ter Schwai­ger, Mar­tin Eller
Musik: Los Lin­ces, Ben­ce Boka