In many imperfect ways (Filmreihe)

Ein Punkt im Leben, an dem Ent­schei­dun­gen und Aus­ein­an­der­set­zun­gen gefragt sind, wo der eige­ne Lebens­ent­wurf in Fra­ge gestellt wird und eine Ver­or­tung statt­fin­den muss, oder eine plötz­li­che Erkennt­nis bis­he­ri­ge Sicher­hei­ten umwirft – genau hier sind die aus­ge­such­ten Fil­me die­ser klei­nen, fei­nen Rei­he ange­sie­delt. Der Weg von hier führt über Unsi­cher­hei­ten und Ver­let­zun­gen, ohne Schram­men kommt da kei­ne so leicht durch.

Auch die Fil­me des Pro­gramms hat­ten bis­her in Ber­lin nur ein unvoll­kom­me­nes Kino­le­ben, man­chen wird der ein oder ande­re Titel geläu­fig sein, da die dazu­ge­hö­ri­gen Wer­ke für Ein­zel­vor­stel­lun­gen bespro­chen wur­den, sei es für Mon­gay, L‑Filmnächte oder als regu­lä­rer Start mit nur weni­gen ein­zel­nen Vor­stel­lun­gen. Wir fin­den, dass sie so sehens­wert sind, dass sie eine 2. Chan­ce ver­die­nen, haben sie des­halb gebün­delt und bie­ten sie als klei­nes Paket vom 1.- 8. August im fsk-Kino an.

Außer­halb einer per­fek­ten Kom­fort­zo­ne befin­den sich unse­re fünf Prot­ago­nis­tin­nen eben­falls.

  • Rebec­ca, genannt Becks, wird von ihrer Freun­din betro­gen und zieht, ganz klas­sisch, zurück zur Mut­ter. Sich dort auf die Couch zu legen und zu bemit­lei­den ist aber auf Dau­er sicher kei­ne gute Idee, zumal sie aus­ge­zeich­net mit der Gitar­re umzu­ge­hen weiß. [Becks]
  • Die jun­ge Rom­ni Lola weiß, was sie will (Comics zeich­nen), und auch wen sie will (Car­men, die Braut ihres Cou­sins). Aller­dings ist in ihrem Umfeld die Tole­ranz­gren­ze sexu­el­ler Normab­wei­chung betref­fend eher nied­rig. [Car­men y Lola]
  • Fran­zö­sisch­leh­re­rin Nina sucht ver­zwei­felt eine Leih­mut­ter, die sie nicht fin­det, bis ihr Auto mit Mag­das zusam­men­kracht. Des geplan­ten Kin­des Vater ist nicht ent­zückt von der Frau, die ihr Baby aus­tra­gen soll, erst recht nicht, als sich sei­ne Frau in sie ver­liebt. [Nina]
  • Ben­ny hat als Toch­ter eines streng­gläu­bi­gen jüdi­schen Gelehr­ten ähn­li­che Pro­ble­me wie Lola. Nur, dass sie dazu noch Ver­ant­wor­tung für eine Kalb und damit für die Erlö­sung tra­gen soll. [Red Cow – Das Mäd­chen mit den roten Haa­ren]
  • Dem anstren­gen­den All­tag mit ihrem depres­si­ven Vater ent­flieht die 16-jäh­ri­ge Cyd, indem sie im Som­mer zu ihrer Autoren-Tan­te nach Chi­ca­go zieht. Dort könn­te sie dann den gan­zen Tag faul in der Son­ne lie­gen, kreuz­te nicht eine toughe Kell­ne­rin namens Kat­ie ihren Weg. [Princess Cyd]
  • Im laut L‑Mag „klei­nem Wun­der­werk” füh­ren Eva und Kat auf ihrem Lon­do­ner Haus­boot ein unbe­schwer­tes Leben abseits aller sons­ti­gen Bin­dun­gen. Doch bei Eva gibt es die­sen laten­ten Kin­der­wunsch, der von ihrer Mut­ter unter­stützt wird, nicht aber von ihrer Part­ne­rin. Als Kats bes­ter Freund Roger die bei­den besucht und als Samen­spen­der in Fra­ge kommt, ist es soweit – Kat muss sich ent­schei­den. [Anker der Lie­be]

Auf­merk­sam Lesen­den dürf­te es nicht ent­ge­hen, dass es bei der Aus­wahl stets um les­bi­sche Frau­en geht – wobei man­che dar­un­ter dies erst im Lauf des Films erfah­ren. Aber über Gen­der­fra­ge und mög­li­che kul­tu­rel­le Unter­schie­de hin­aus – wir befin­den uns in den USA, Spa­ni­en, Isra­el und Polen – ver­spre­chen die ange­spro­che­nen Topics der Rei­he für alle, die sich mit Bezie­hun­gen im wei­tes­ten und auch per­sön­li­chen Sin­ne befas­sen, ein Kino­er­leb­nis.

Ter­mi­ne:

  • noch kei­ne oder kei­ne mehr