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Silent Land

610 – Berlin – Warszawa Filmfestival #2

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23. – 30. 11. 2022

Vom 21. bis zum 30. November fin­det in Kinos und Festivalräumen von Berlin und Warschau die zwei­te Ausgabe des Filmfestivals 610 Berlin – Warszawa statt. Zur Eröffnung lädt das fes­ti­val unse­re Gäste zu einer Reise mit dem Kulturzug auf der Strecke Berlin-Warszawa-Berlin ein. Filmemacher, Journalisten und Ehrengäste tref­fen sich an Bord, um über Kino, Kultur und die deutsch-pol­ni­schen Beziehungen zu spre­chen. Die Vorführungen des Hauptfestivals star­ten am 23. November – dann wird zum ers­ten Mal ein deut­scher Film in Kinoteka in Warschau und zur glei­chen Zeit pol­ni­sches Kino im Club der pol­ni­schen Versager in Berlin gezeigt.

Im Mittelpunkt der dies­jäh­ri­gen Warschauer Ausgabe des Festivals steht die Frau – als Künstlerin und als Protagonistin. Wie kann man sich in einem nord­deut­schen Dorf unab­hän­gig machen, wie fin­det man sich in den Realien der Großstadt zurecht, wie ent­kommt man der deut­schen Provinzialität und lässt sich zum Kampf in kur­di­schen Frauenbataillonen auf­stel­len – das sind nur eini­ge der Geschichten, die deut­sche Regisseurinnen erzäh­len. Gelegenheit zum direk­ten Gespräch zwi­schen dem pol­ni­schen Publikum und den Filmemacherinnen bie­ten Podiumsdiskussionen, die im Rahmen des Festivals stattfinden.

Die Auswahl pol­ni­scher Filme in Berlin zeigt unbe­que­me Bilder, es wer­den gesell­schaft­li­che Themen auf­ge­grif­fen: der pol­ni­sche Katholizismus, das mul­ti­kul­tu­rel­le Trauma des Zweiten Weltkrieges, die Globalisierung und die Frauenbewegung der letz­ten Jahre. In Dokumentar‑, Spiel- und Kurzfilmen wird der pol­ni­sche Alltag unge­schminkt gezeigt.

Wir sind davon über­zeugt, dass das dies­jäh­ri­ge Festivalprogramm nicht nur ein anspruchs­vol­les künst­le­ri­sches Niveau bie­tet, son­dern auch die Chance gibt, die kul­tu­rel­len, gesell­schaft­li­chen, poli­ti­schen und emo­tio­na­len Komplexitäten in uns und unse­ren Nachbarn ken­nen­zu­ler­nen und sich dar­über Gedanken zu machen. Über zwei Völker und Kulturen, die sich so nah und gleich­zei­tig so fern sind.

Mehr: https://www.610-filmfestival.pl/de/filmfestspiele/

Das Berlin Programm:

Cicha Ziemia | Silent Land 

SCRATCH

Regie: Agnieszka Woszczyńska

2021 / Polen, Italien, Tschechien / 113 min / OmdU

Wenn sich die Brutalität des Lebens hin­ter der Staffage einer ver­meint­li­chen Idylle ver­birgt, und wir nicht ein­mal das wahr­neh­men wol­len, was uns beun­ru­higt und Angst macht – dann fürch­ten wir uns meis­tens vor der Wahrheit.

Anna und Adam sind ein gut situ­ier­tes Paar in den Dreißigern. Reisen, gute Abendessen und Sex ohne Liebe sind ihre Lebensrituale. Gerade hat ihr lang erwar­te­ter Urlaub auf Sizilien begon­nen, aber vor Ort stellt sich her­aus, dass in dem von ihnen gemie­te­ten Haus am Meer kein Wasser im Pool ist. Als nach einem Streit mit dem Besitzer ein jun­ger Mann auf­taucht, der den Schaden repa­rie­ren soll, kommt es zu einem töd­li­chen Unfall. Die Urlaubsidylle wird zum Horror. Wer war die­ser Mann und war­um hat ihm nie­mand gehol­fen? Warum schweigt die ört­li­che Gemeinschaft, und war­um wer­den die Aufzeichnungen der Überwachungskameras – wie schwei­gen­de Zeugen – ignoriert?

Agnieszka Woszczyńskas Debütfilm ist eine lei­se Anklage der Welt, in der wir leben. Er erzählt davon, wie wir vor dem Bösen in unse­rem Umfeld und gegen­über zeit­ge­nös­si­schen Tragödien afri­ka­ni­scher Flüchtlinge die Augen verschließen.

fsk Kino 27.11.2022 20:00 [Tickets]

KLICK 30.11.2022

Gast: Agnieszka Woszczyńska – online

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Dobra zmia­na / The Good Change

Regie: Konrad Szołajski

2018, Polen, 77 min, OmeU

Zwei Frauen und zwei Welten, die so weit von­ein­an­der ent­fernt sind, dass man kaum glau­ben möch­te, dass bei­de Protagonistinnen in dem­sel­ben Land leben.

Der „Wandel zum Guten“ war der Wahlkampfslogan der Partei Recht und Gerechtigkeit – der Regierungspartei, die seit sie­ben Jahren in Polen an der Macht ist. Er war die rechts-popu­lis­ti­sche Antwort auf die neo­li­be­ra­le Politik der vor­he­ri­gen Regierung und hat das pol­ni­sche Volk radi­kal pola­ri­siert. Konrad Szołajskis Film erzählt von die­sem poli­ti­schen Phänomen aus der Sicht von zwei Frauen. Marta und Tita emp­fin­den sich bei­de als Patriotinnen, doch für die eine ist Patriotismus natio­nal und katho­lisch, für die ande­re euro­pä­isch und libe­ral. Nominell sind das zwei poli­ti­sche Lager, real ist das ein Krieg der Sterne. Marta und Tita füh­ren ihr Leben auf ver­schie­de­nen Seiten der poli­ti­schen Barrikade in ein und dem­sel­ben Land – in Polen, das zwei Gesichter hat.

Der gesell­schafts­po­li­ti­sche Dokumentarfilm von Konrad Szołajski zwingt zum Nachdenken über die Radikalisierung des gesell­schaft­li­chen Lebens im heu­ti­gen Polen und die Konsequenzen, die sich dar­aus für die inter­na­tio­na­len Beziehungen ergeben.

Klub der pol­ni­schen Versager 24.11.2022

fsk Kino 25.11.2022 20:00 [Tickets]

KLICK 26.11.2022

GAST: Konrad Szołajski

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Jak Bóg szu­kał Karela | Once Upon a Time in Poland

Regie: Vit Klusak / Filip Remunda

2020 / Polen, Tschechien, Slowakei / 98 min, OmeU

Manchmal muss man über erns­te Dinge mit einem Augenzwinkern spre­chen, mit der Ironie eines Narren. Einfachste Fragen stel­len und damit die Welt in ihrer Ungreifbarkeit offen­le­gen und sie furcht­los in ihrer gan­zen Blöße zeigen.

Eine klei­ne Gruppe tsche­chi­scher Protestanten besucht Polen, weil sie das natio­na­le Phänomen des Katholizismus ver­ste­hen will. Es han­delt sich um ein Filmteam, an des­sen Spitze Karel steht, ein Atheist. Mit der Dickköpfigkeit eines Esels durch­que­ren sie das Land kreuz und quer, zwi­schen Sacrum und Profanum. Sie begeg­nen der Freude der christ­li­chen Erweckung und pädo­phi­len Abgründen, dem Glauben im Alltag und dem natio­na­len Charakter der pol­ni­schen Kirche, dem Phänomen der Beichte und der Gefühlserregung durch die Glaubenserfahrung …

In ihrem Film neh­men uns die Künstler mit auf eine unge­wöhn­li­che Reise durch das Polentum. Gleichzeitig han­delt es sich um einen Dokumentarfilm über die Entstehung und Grenzen von Dokumentarfilmen, über Wege zur Wahrheit und über den zar­ten Grat zwi­schen Manipulation und Epiphanie.

Klub der pol­ni­schen Versager 26.11.2022

fsk Kino 24.11.2022 20:00 [Tickets]

KLICK 2511.2022

Gast: Michal Gabor

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MY COUNTRY, SO BEAUTIFUL

Kurzfilmprogramm

PL 2018 ‑2020, 98´, OmeU

Obwohl uns die Namen der Künstler viel­leicht nicht viel sagen, sind ihre Kompromisslosigkeit und ihre muti­ge Sicht auf die Wirklichkeit ein Beweis für ihre enor­me Sensibilität und ihr Verantwortungsgefühl für die Welt, in der wir leben.

Grzegorz Paprzycki por­trä­tiert in sei­nem Film My coun­try so Beautiful rechts­ex­tre­me Kampftruppen. Der Animationsfilm Chrystus Narodu von Ewa Drzewiecka ist eine iro­ni­sche und kri­ti­sche Betrachtung der Fundamente der pol­ni­schen Kultur und ihres Sacrum. In Krzyżoki entfaltetAnna Gawlita ein fas­zi­nie­ren­des Bild eines Osterbrauchs auf dem Lande bei Opole, und Miłość bezwa­run­ko­wa von Rafał Łysak ist eine bewe­gen­de Geschichte über eine from­me Großmutter und ihren homo­se­xu­el­len Enkelsohn.

Diese jun­gen Künstler betrach­ten natio­na­le Fragen, über die bis­her geschwie­gen wur­de, und sie grei­fen sen­si­ble Themen auf, die abwei­chen von der offi­zi­el­len Linie der Kulturförderung.

Krzyżoki | Eastern Riders | Der Osterritt

Regie: Anna Gawlita

PL 2018, 20 min, OmeU

Miłość bezwa­run­ko­wa | Unconditional Love | Bedingungslose Liebe

Regie: Rafał Łysak

PL 2020, 40 min, OmeU

Chrystus Narodu | Christ of the Nation | Christus der Nation

Regie: Ewa Drzewiecka

PL 218, 9 min

Mój kraj taki pię­kny | My Country, So Beautiful | Mein Heimat ist so schł

Regie: Grzegorz Paprzycki

PL 2019, 29 mm OmeU

Klub der pol­ni­schen Versager 28.11.2022

fsk Kino 29.11.2022 20:00 [Tickets]

KLICK 27.11.2022

GAST: Rafał Łysak

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Sędziowie pod pres­ją | Judges Under Pressure

Regie: Kacper Lisowski

2021 / Polen / 87 min. OmeU

Die Europäische Kommission hat Polen die sechs­te Tranche der Strafzahlung für die feh­len­de Umsetzung des Entscheides des Gerichtshofes der Europäischen Union von Juli des ver­gan­ge­nen Jahres abge­zo­gen. [RZECZPOSPOLITA, 27.10.2022]

Polens Rechnung für sein System der Disziplinarverfahren gegen Richter beträgt bereits 329 Millionen Euro. Und der Zähler läuft weiter.

[RZECZPOSPOLITA, 28.10.2022]

Worum geht es hier eigent­lich? Wer ist Richter Igor Tuleya? Wer sind die ande­ren Richter in Kacper Lisowskis Film? Die Richter, deren Kompetenzen von der pol­ni­schen Regierung infra­ge gestellt wer­den, obwohl ihnen kei­ne Berufsverbot erteilt wurde?

Seit 2017 wird in Polen über die Unabhängigkeit der pol­ni­schen Gerichtsbarkeit und die Faktizität der Dreiteilung der Macht gestrit­ten. Die Vereinnahmung durch poli­ti­sche Parteien und die dar­aus fol­gen­de Manipulation sowie der Druck sei­tens der Regierungspartei auf die all­ge­mei­nen Gerichte sind beun­ru­hi­gend, weil sie die Fundamente der Demokratie angrei­fen. Mit der Einrichtung einer Disziplinarkammer durch PiS – einer bewer­ten­den? kon­trol­lie­ren­den? über­wa­chen­den? – stößt das juris­ti­sche System auf ent­schie­de­nen gesell­schaft­li­chen Widerstand in Polen und auf finanz­po­li­ti­schen Widerstand in Brüssel.

Der Dokumentarfilm von Kacper Lisowski ver­sucht, den vor­lie­gen­den Sachverhalt aus gesell­schaft­li­cher und emo­tio­na­ler Perspektive zu rekon­stru­ie­ren und die Richter, die ihren Beruf nicht aus­üben kön­nen, spre­chen zu las­sen. Es wird sich auch Gedanken über ethi­sche Werte und die Obsession der Kontrolle gemacht.

Klub der pol­ni­schen Versager 27.11.2022

fsk Kino 28.11.2022 20:00 [Tickets]

KLICK 29.11.2022

GAST: Kacper Lisowski

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WESESE | The Wedding

Regie: Wojciech Smarzowski

2021 / Polen / 135 min / OmdU

WESEלE ist einer der am stärks­ten dys­to­pi­schen und kon­tro­ver­sen Filme des pol­ni­schen Kinos. Er zeigt ein beängs­ti­gen­des Bild vom Zerfall einer Familie und von den Grenzen der Liebe, das Ende der Menschlichkeit und den glo­ba­len Wahnsinn in einer pro­vin­zi­el­len Wirklichkeit.

Ryszard Wilk ist ein loka­ler Geschäftsmann, ein rei­cher und kor­rup­ter Besitzer einer Schlachterei, für den es nichts gibt, was nicht zu beschaf­fen wäre. Als sei­ne gelieb­te Tochter hei­ra­tet, muss die Hochzeit pom­pös sein und mit allem Pipapo. Aber an die­sem Tag geht in sei­nem Leben alles schief. Ein Deal mit einem deut­schen Geschäftspartner platzt, ein skru­pel­lo­ser Erpresser will die unmensch­li­chen Arbeitsbedingungen in der Schlachterei öffent­lich machen, und dann tau­chen, kurz bevor Wilk die Kirche betre­ten will, auch noch zwei Vertreter der israe­li­schen Botschaft mit der Nachricht auf, dass der betag­te Senior der Familie einen Verdienstorden erhal­ten soll. Wilk steht Kopf, um eine Katastrophe zu ver­hin­dern. Doch an die­sem Tag sind die Dämonen der Vergangenheit und des Alltags nicht unter Kontrolle zu bekommen.

Dieser Film fährt die gesam­te Palette auf, die das Leben eines pro­vin­zi­el­len tyran­ni­schen Statthalters beinhal­tet, und impo­niert mit der Fülle an gesell­schaft­lich-his­to­ri­schen Motiven. Regisseur Wojciech Smarzowski erzählt bra­vou­rös und atem­los einen Tag des pol­ni­schen Universums, ohne Grenzfragen wie den Nationalstolz und die unbe­fleck­te Empfängnis zu fürchten.

Babylon 25.11.2022

fsk Kino 26.11.2022 20:00 [Tickets]

KLICK 24.11.2022

GAST: Wojciech Smarzowski

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WOMEN VOICES

Animationsfilm

2016–2021 / Polen / 83 Min.

Zweifellos hat sich der neue pol­ni­sche Feminismus, der durch die Verschärfung des Abtreibungsrechts ent­stan­den ist, nicht nur in Straßenprotesten der Frauen nie­der­ge­schla­gen, son­dern auch in den Werken von Studentinnen der Filmhochschule Łódź. Die Entdeckung der Weiblichkeit aus einer nicht­an­a­to­mi­schen Perspektive, aber als Auseinandersetzung mit der Gesellschaft, als Erfahrung von Schönheit und Schmerz und als unab­hän­gi­ges Streben nach Selbstverständnis – das sind nur eini­ge Motive die­ser kur­zen Geschichten, die sich die Frage Wer bin ich? stellen.

Unterschiedliche Stile, ver­schie­de­ne Erzähltemperaturen, eine Reise durch Farben und Licht, durch Sinnlichkeit und Einfachheit, Verwunderung und Rührung, Wut und Nachsinnen – für den Zuschauer ist das ein ech­tes fil­mi­sches Festmahl und eine Begegnung mit einer Welt der Frauen, die vol­ler Zweifel ist.

Cipka / Pussy 

R: Renata Gasiorowska

PL 2016, 8 min

Alicja i żab­ka / Alice and the Frog

R: Olga Bołądź

PL, 2020, 29 min., OmeU

Moja gru­ba dupa / My fat Arse and I 

R: Yelyzaveta Pysmak

PL 2020, 9 min., OmeU

Ciałość / Lushfullness

R: Weronika Szyma

PL 2020, 5 min

Takie pię­k­ne mias­to / Such a Beatiful Town

R: Maria Koch

PL 2020, 8 min

Jestem tutaj

R: Julia Orlik

Polen / 202015 min / OmeU

Duszyczka / A litt­le Soul

R: Barbara Rupik

PL. 9 min

Klub der pol­ni­schen Versager 29.11.2022

fsk Kino 30.11.2022 20:00 [Tickets]

KLICK 28.11.2022

GAST: Yelyzaveta Pysmak

5 Filme von HONG SANGSOO ( 홍상수)

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Anlässlich des Kinostartes sei­nes 27. Films DIE SCHRIFTSTELLERIN, IHR FILM UND EIN GLÜCKLICHER ZUFALL am 10.11.22 und außer­dem pünkt­lich zur Veröffentlichung der ers­ten deutsch­spra­chi­gen Buchpublikation zu Hong Sangsoo: HONG SANGSOO. DAS LÄCHERLICHE ERNSTE von Sulgi Lie bie­ten wir wei­te­re vier sei­ner letz­ten elf Werke im fsk-Kino an.

Der ältes­te der Reihe ist der 2015 ent­stan­de­ne Locarno-Leoparden-Gewinner RIGHT NOW, WRONG THEN, die Geschichte einer schief­lau­fen­den Annäherung zwi­schen einem Regisseur und einer jün­ge­ren Künstlerin. (Do., 27.10. 20:00 und Sa., 29.10. 15:00) [Tickets]

Vom Strand in Hamburg zum Strand von Gangneung führt  ON THE BEACH AT NIGHT ALONE (Republik Korea 2017, 101 Min.). Kim Minhee wur­de für ihr Spiel bei der 67. Berlinale mit einem Silbernen Bären aus­ge­zeich­net. (So., 30.10. 15:00 und 1.11. 20:00) [Tickets]

THE WOMAN WHO RAN (Republik Korea 2019,  77 Min.) bekam im Wettbewerb der 69. Berlinale kei­nen Hauptpreis, kann aber mit einem wun­der­ba­ren Katzen-Fütterungs-Streit und wei­te­ren Highlights punk­ten. (28.10. 20:00 und 30.10. 20:00) [Tickets]

In INTRODUCTION (Republik Korea 2020, 66 Min.) kommt eine jun­ge Frau zum Mode-Studium nach Berlin, lan­det spä­ter wie­der mit ihrem Freund in einem Strandhotel in Korea, und außer­dem geht es um die Unmöglichkeit von Filmküssen. Der Film lief bei der „Sommer-Berlinale“ 2021. (29.10. 20:00 und 31.10. 20:00) [Tickets]

DIE SCHRIFTSTELLERIN, IHR FILM UND EIN GLÜCKLICHER ZUFALL
(Republik Korea 2022, 92 Min.), Silberner Bär: Großer Preis der Jury 2022, Hong Sangsoos Film No. 27. Wir zei­gen ihn als Preview. (2.11.20:00) [Tickets]

Stimmen vom Feuer – mit Gästen

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Ein Film von Helen Simon. 

[Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

Anlässlich des EU-Tages gegen Menschenhandel prä­sen­tie­ren wir zusam­men mit dem Verein Gemeinsam gegen Menschenhandel e.V. den ein­drucks­vol­len Dokumentarfilm „Voices from the Fire – Stimmen vom Feuer“.
Im Anschluss an den Film zei­gen wir ein exklu­si­ves Video-Statement der süd­afri­ka­ni­schen Protagonistin Grizelda Grootbloom und freu­en uns über die fol­gen­den beson­de­ren Gäste im Rahmen eines Publikumsgesprächs vor Ort: die Regisseurin Helen Simon, GGMH-Vorsitzenden und MdB bis 2021, Frank Heinrich, Gerhard Schönborn vom Berliner Verein Neustart e.V. sowie eine ehe­ma­li­ge Betroffene.

In Helen Simons Doku Voices from the Fire erzäh­len jun­ge Überlebende des moder­nen Menschenhandels ihre Geschichte. Denn obwohl Sklaverei welt­weit nicht mehr mehr exis­tie­ren soll­te, gibt es auch in den 2020er Jahren immer noch Millionen Opfer, 30 Prozent davon Kinder. Nachdem ihnen ihre Menschenrechte geraubt wur­den, wol­len sich drei Frauen ihre Menschlichkeit nun zurück­er­obern: Sandra stu­diert mitt­ler­wei­le Jura und kämpft für bes­se­re Gesetze, um den Menschenhandel nach ihren eige­nen trau­ma­ti­schen Erfahrungen bes­ser unter­bin­den zu kön­nen. Stepanka hat sich auf einen Bauernhof zurück­ge­zo­gen und über­legt, wie sie einst ihrem unge­bo­re­nen Kind ihre Geschichte erzäh­len soll. Grizelda wur­de in Südafrika ver­schleppt, gefol­tert und ver­ge­wal­tigt und ver­sucht nun ins Leben zurückzufinden. 

Credits:

DE/CZ 2021, 91 Min., deut­sche OmeU
Regie & Buch: Helen Simon
Kamera: Carla Muresan
Schnitt: Nina Ergang

Trailer:
VOICES FROM THE FIRE Trailer German Deutsch (2022)
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Kurdisches Filmfestival 2022

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15.10., 15 Uhr:

KURZFILMWETTBEWERB 2

Insgesamt haben es 14 Filme in den Kurzfilmwettbewerb geschafft – sechs Filme auf der Türkei, vier Filme aus dem Iran, zwei aus Kurdistan-Irak und jeweils einer aus Syrien und Deutschland. Die drei Gewinnerfilme wer­den am Ende des Festivals von unse­rer Jury bekannt gegeben.

[Tickets]

Diese Vorführung zeigt eine Hälfte des Programms. Die ande­re Hälfte ist am 16.10., 16 Uhr zu sehen.

Ingesamt ca 90 min

The Wheel – von Metîn Ewr

Don Don Bullet – von Zuhal Kaya

The Cold – von Adar Baran Deger

Sibar – von Majid Darvesh

Fingerprint- von Zanyar Muhammadineko

Afrin – von Nazdar Shemo

Behind The Scenes –  von Asmaa Salih


15.10., 18 Uhr

EXPERIMENTALFILME

Das Programm zeigt eine Zusammenstellung zeit­ge­nös­si­scher Experimental- und Animationsfilme von kur­di­schen Filmemacher*innen und zu kur­di­schen Themen.

[Tickets]

Ingesamt ca 90 min

Gilgameş- von Anton Vidokle & Pelin Tan

The Game – von Eren Karakuş

Wie geht es dir? Aufzeichnungen aus dem Kellerloch – von Serhat Ertuna

Starting oOver – von Evîn Berazî

Middle Point – von Yılmaz Çintan

Syrian Wedding – von Khadija Baker

Nishtiman – von Hawar Amini


16.10., 16 Uhr

KURZFILMWETTBEWERB 1

Insgesamt haben es 14 Filme in den Kurzfilmwettbewerb geschafft – sechs Filme auf der Türkei, vier Filme aus dem Iran, zwei aus Kurdistan-Irak und jeweils einer aus Syrien und Deutschland. Die drei Gewinnerfilme wer­den am Ende des Festivals von unse­rer Jury bekannt gegeben.

[Tickets]

Diese Vorführung zeigt eine Hälfte des Programms. Die ande­re Hälfte ist am 15.10., 15 uhr zu sehen.

Ingesamt ca 90 min

Karnîka – von Meryem Semedî

Kefsan – von Akbar Shahbazi

The Adress  – von Aram Didar

Hîc- von Fuat Bulut

Birds Fly Back – von Jiyan Duyu

Knife and Life – von Zheer Baban

Extra Time – von Muschirf Shekh Zeyn, Marc Philip Ginolas


19.10., 17 Uhr

[Tickets]

ONCE UPON A TIME IN KURDISTAN

2019, 9 min,

Regie: Zhino Hadi Hassan

Dunia ist ein 17-jäh­ri­ges Mädchen. Nachdem sie von ihrem Onkel ver­ge­wal­tigt wur­de, wird sie schwan­ger und sucht Hilfe in einer der Notunterkunft in Kurdistan. Heimlich plant sie eine Abtreibung.

LOVE IN THE FACE OF GENOCIDE

2020, 52 min, Rojava-Syrien

Regie: Shero Hinde

Sprache: Kurdisch mit eng UT

In den Bergen von Sinjar (Shengal), der iso­lier­ten Heimat der Jesiden, die im Laufe der Geschichte mehr als 74 Massaker erlebt haben, von denen die meis­ten wäh­rend der osma­ni­schen Ära statt­fan­den, ende­te mit den abscheu­lichs­ten Massakern durch den Islamischen Staat ISIS im Jahr 2014. Mit die­sem Dokumentarfilm ver­su­chen wir einer­seits, die Auswirkungen von Leid, Religion und kul­tu­rel­len Unterschieden zur Umgebung auf die Komposition der Liebeslieder in Shengal auf­zu­zei­gen, und ande­rer­seits, wie die Jesiden ihr gesang­li­ches Erbe bewah­ren und die Geschichten von Liebe und Leid durch die ein­zi­ge Hoffnung des Überlebens, den Gesang, dokumentieren.

ZIMANE CIYÂ

2016, 15 min, Türkei

Regie: Lisa Calan

Spache: Kurdisch/Türkisch mit eng. UT

Xemgin, 6 Jahre alt, wird außer­halb der Schule Pîzot genannt, was „sehr frech” bedeu­tet. In der Schule heißt er Hemgin, was Xemgin auf Türkisch bedeu­tet. In der Schule ist er still, aber außer­halb der Schule ist er sehr frech, wie sein Spitzname Pîzot. Xemgin kann kein Türkisch, wes­halb es Probleme gibt.

Menschliche Dinge

A film by Yvan Attal. In French with German subtitles. 

[Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

The Farels are a power cou­p­le: Jean is a pro­mi­nent French pun­dit and his wife Claire an essay­ist known for her radi­cal femi­nism. Together they have a model son, Alexandre, who is a stu­dent at a pres­ti­gious American uni­ver­si­ty.
During a brief visit to Paris, Alexandre meets Mila, the daugh­ter of his mother’s new part­ner, and invi­tes her to a par­ty.
The next day, Mila files a com­p­laint against Alexandre for rape, des­troy­ing fami­ly har­mo­ny and set­ting in moti­on an inextri­ca­ble media-judi­cial machi­ne that posits oppo­sing truths.

Credits:

Les cho­ses humai­nes
FR 2021, 138 Min., frz. OmU
Regie: Yvan Attal
Kamera: Rémy Chevrin
Schnitt: Albertine Lastera
Mit: Charlotte Gainsbourg, Mathieu Kassovitz, Ben Attal, Pierre Arditi

Trailer:
MENSCHLICHE DINGE – Trailer OmU German | Deutsch
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The Novelist’s Film

A film by Hong Sangsoo. In Korean with German subtitles.

[Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

Famous nove­list Junhee’s reuni­on with two acquain­tan­ces would appe­ar to be tin­ged with a slight sen­se of acri­mo­ny. The first of the­se col­leagues gave up wri­ting to open a books­to­re on the out­skirts of Seoul and has not given her any feed­back about her last book. The second, a filmma­ker, never adap­ted Junhee’s novel as plan­ned. But the more pres­sing issue is that Junhee has not publis­hed anything in a while. Instead, she has begun to ques­ti­on her approach to wri­ting and is having doubts about the sen­si­bi­li­ty that for­ged her style and her cha­ris­ma­tic, sca­thing per­so­na­li­ty. During a stroll in the park with the film direc­tor and his wife, she meets a famous fema­le actor who is expe­ri­en­cing a simi­lar hia­tus. The two con­nect so deeply that an idea for a film, which would be her first, soon begins to ger­mi­na­te in the novelist’s mind.
Hong Sangsoo’s twen­ty-seventh fea­ture is an occa­si­on for a spell­bin­ding encoun­ter bet­ween Kim Minhee and Cho Yunhee. His latest work muses on the effect of time on lives devo­ted to art; it also cele­bra­tes the beau­ty of chan­ce encoun­ters and the impor­t­ance of being truth­ful in the dis­ho­nest world of film. A paean to actors that is, well, sim­ply a love let­ter. Even if you are fami­li­ar with Hong’s con­sis­tent mas­te­ry of the form, not­hing pre­pa­res you for the heart­brea­king can­dour of the film you are about to see.

Credits:

So-seol-ga-ui yeong-hwa
KR 2021, 92 Min., korea­ni­sche OmU
Regie, Kamera, Schnitt & Buch: Hong Sangsoo
mit Lee Hyeyoung, Kim Minhee, Seo Younghwa, Park Miso

Trailer:
The Novelist’s Film (So-seol-ga-ui yeong-hwa) | Trailer | Berlinale 2022
The film is scree­n­ed with German subtitles
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Zur Erinnerung an Tatjana Turanskyj

Weitermachen!“ war die Devise von Tatjana Turanskyj, die vor einem Jahr viel zu früh ver­starb. „Tatjana war zu-aller­erst Feministin. Sie war Autorin-Filmemacherin, Aktivistin, Performerin, Galeristin, Werbetexterin, Kritikerin, Freundin, Mentorin, Professorin, Gefährtin und Verbündete“, schrei­ben Jan Ahlrichs und Freund:innen nach ihrem Tod. Die drei Langfilme von Turanskyj (einer davon in Co-Regie mit Marita Neher) wer­den jeweils von Filmausschnitten, Einführungen und Gesprächen beglei­tet. Zahlreiche Wegbegleiter:innen haben sich ange­kün­digt um nach den Filmen zu erin­nern und das Weitermachen weiterzudenken.

Freitag, 7.10., 17:30 Uhr, Eine Flexible Frau, D 2010 ‚
Greta, 40, ist Architektin, arbeits­los, Mutter, Trinkerin. Sie jobbt im Callcenter, doku­men­tiert die Gentrifizierung Berlins, wehrt sich gegen ihre Umwelt und drif­tet tags und nachts durch die Stadt.
Samstag, 8.10., 17:30 Uhr, Top Girl oder la défor­ma­ti­on pro­fes­si­onnel­le, D 2014
Helena, 29, ist allein­er­zie­hen­de Mutter und mäßig erfolg­rei­che Schauspielerin. Deshalb arbei­tet sie neben­bei selbst­stän­dig als Sexarbeiterin. Zweiter Teil der unvoll­ende­ten „Frauen und Arbeit„-Trilogie.
Sonntag, 9.10., 17:30 Uhr, Orientierungslosigkeit ist kein Verbrechen (mit Marita Neher), D 2016

Vesper Chronicles

A film by Kristina Buozyte and Bruno Samper. Starts October 6th at the fsk. 

[Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

Thirteen-year-old Vesper (Raffiella Chapman) lives on an Earth in which the eco­sys­tem has total­ly col­lap­sed. Inhabiting a dila­pi­da­ted old shack with her bedrid­den father (Richard Brake) – who can com­mu­ni­ca­te through a dro­ne which fol­lows his daugh­ter around – Vesper fora­ges for food in the unwel­co­m­ing forest whilst also expe­ri­men­ting in her lab. When she dis­co­vers a cras­hed ship from the Citadel – a fort­ress for the “gre­at and good” of socie­ty – she finds the uncon­scious body of Camellia (Rosy McEwen). Nursing her back to health, she hopes that this mys­te­rious stran­ger will help them out of their situa­ti­on and allow them to enter the uto­pia of the Citadel. But when neigh­bour Jonas (Eddie Marsan) appears with his own nefa­rious plans, Vesper must find a way to rever­se apocalypse.

Credits:

LT/FR/BE 2022, 114 Min., engl. OmU,
Regie: Kristina Buozyte, Bruno Samper
Kamera: Feliksas Abrukauskas
Schnitt: Suzanne Fenn
mit: Raffiella Chapman, Eddie Marsan, Rosie McEwen, Richard Brake

Trailer:
Vesper – Official Trailer | HD | IFC Films
Im Kino mit deut­schen Untertiteln
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Nicht VerRecken

Sorry, this ent­ry is only avail­ab­le in German.

Ein Film von Martin Gressmann.

[Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

Immer wei­ter­lau­fen, um mit dem Leben davon­zu­kom­men … Anfang 1945 wer­den über­all dort, wo die Front in die Nähe der Konzentrationslager kommt, Gefangene Richtung Westen getrie­ben. Häftlinge aus den Lagern Sachsenhausen und Ravensbrück müs­sen bis zu 250 Kilometer mar­schie­ren. Anfang Mai wer­den die Überlebenden der Tortur in Raben Steinfeld bei Schwerin, in Ludwigslust, in Plau am See und noch wei­ter nörd­lich von der Roten Armee und der US-Armee befreit.
Über sie­ben Jahrzehnte spä­ter folgt Regisseur Martin Gressmann („Das Gelände“) den Hauptrouten der Todesmärsche durch Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, an denen heu­te 200 Gedenktafeln ste­hen. In sei­nem Film „Nicht verRecken“ lässt er die letz­ten, heu­te hoch­be­tag­ten Zeugen zu Wort kom­men. Einige von ihnen spre­chen zum ers­ten Mal dar­über. Sie erin­nern sich an ein Grauen, das nicht ver­schwin­det. Wie weit muss man zurück­schau­en, um zu ver­ste­hen, wie stark das Vergangene mit dem Heutigen ver­knüpft ist?
„Martin Gressmann erzählt und ent­deckt Spuren der Grausamkeit des Reichs-Zusammenbruchs, der auf die ent­setz­li­chen Grausamkeiten der Kriegs-Triumphe not­ge­drun­gen fol­gen muss­te. Überall Unvorstellbares, was Menschen, „Häftlinge“ ertru­gen. Beginnende Rechtfertigungsversuche der Nazibonzen ange­sichts der unaus­weich­li­chen Niederlage und der bevor­ste­hen­den Entdeckung ihrer Taten. Tausende von Wandernden durch Brandenburg und Mecklenburg, ohne­hin am Ende der Kräfte, ange­trie­ben von SS-Horden mit Peitschen und Hunden, immer auf Nebenstraßen, mög­lichst unge­se­hen vor­bei an den Dörfern. Wer zurück­blieb bekam den Todesschuss. Wo sie kurz lagern durf­ten, da hat­ten die vor­an­ge­gan­ge­nen Kolonnen bereits das Gras, den Löwenzahn, die Wurzeln ver­tilgt. Völlig anders­ar­tig als die gegen­wär­tig ste­reo­ty­pen Historien-Dokus der Fernsehsender, ganz ohne Musik, lei­se, auf­merk­sam, anteil­neh­mend geht Gressmann die Strecken ent­lang, beob­ach­tet, befragt die noch leben­den einst­ma­li­gen Häftlinge oder die heu­te alten Kinder, die damals die elen­den Vorbeiziehenden gese­hen hat­ten. Er horcht und blickt auf das Detail, gibt acht auf die Topographien und lässt ahnen. Hier erweckt die Sachlichkeit ech­tes Gefühl. So sehen Filme aus, die unei­tel und gedul­dig Wahrheit suchen.“ Dominik Graf

Credits:

DE 2021, 110 Min.,
Regie & Buch: Martin Gressmann
Kamera: Volker Gläser, Sabine Herpich
Schnitt: Stefan Oliveira-Pita
mit: Simcha Applebaum, Guy Chataigné, Alexander Fried, Karol Gdanietz, Wladimier Wojwodschenko

Trailer:
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Nachbarn

A film by Mano Khalil. In Kurdish, Hebrew and Arabic with German subtitles 

[Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

A small vil­la­ge on the Syrian-Turkish bor­der in the ear­ly 1980s: The six-year-old Kurdish boy Sero expe­ri­en­ces his first school year in an Arab school and has to watch his small world being radi­cal­ly chan­ged in the cour­se of an absurd natio­na­lism. Humorous yet serious, the film tells of a child­hood that also finds its light moments bet­ween dic­ta­tor­s­hip and dark drama.

Credits:

CH/FR 2021, 124 Min., kur­disch, hebrä­isch, ara­bische OmU
Regie & Buch: Mano Khalil
Kamera: Stéphane Kuthy
Schnitt: Thomas Bachmann
mit: Serhed Khalil, Jalal Altawil, Jay Abdo, Zîrek, Heval Naif, Tuna Dwek, Mazen Al Natour

Trailer:
NACHBARN – Trailer OV/df
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