Kategorie: archiv

  • Für immer 16

    Für immer 16

    Ein Film von Brezel Göring. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Der Film erzählt die Geschichte von Charlotte, Helena und Oskar – die sich nach lan­ger Zeit wie­der­tref­fen und – ein­ge­la­den von Charlotte – gemein­sam in den Urlaub fah­ren. Sie hat näm­lich Geld, hat Karriere gemacht als Schauspielerin, wäh­rend die ande­ren bei­den nach wie vor Undergroundkunst machen (und völ­lig ver­armt sind). Die drei waren frü­her die Experimentalfilmgruppe „Les enfants ter­ri­ble”, hat­ten sich aber heil­los zer- strit­ten. Und jetzt bre­chen Neid und Eifersucht erneut aus und neh­men sogar an Schärfe zu, als Rudolph in ihr Leben tritt. Alle drei ver­lie­ben sich und haben nach­ein­an­der eine Affäre mit ihm! Sie beschlie­ßen – wie frü­her – einen Undergroundfilm zu dre­hen. Demenzia, eine män­ner­mor­den­de Serienkillerin, gespielt von Helena, bringt unent­wegt Typen um, alle­samt gespielt von Rudolph. Beim letz­ten Dreh kommt Rudolph durch einen Unfall zu Tode. Die drei las­sen die Leiche ver­schwin­den und durch die­se kri­mi­nel­le Aktivität erwacht die alte Freundschaft und die Liebe zuein­an­der erneut.

    Der Film Für immer 16 beruht auf einem Roman von Françoise Cactus. Sie hat sich vor­ge­stellt wie es wäre alt zu sein und die Kumpels von frü­her wie­der­zu­se­hen: also Science-Fiction, bezo­gen auf die Individualpsychologie. Sie machen da wei­ter, wo sie
    auf­ge­hört haben: 1. sie dre­hen einen Film und 2. sie zan­ken sich!
    Neben den Rivalitäten und Streitereien stel­len sich auch grund­sätz­li­che Fragen: wie altern Subversion, schwar­zer Humor, Antimoral, Genderidentitäten, Feminismus, jugend­li­che Fundamentalopposition? Und wie kann man ver­hin­dern, dass Subversion Teil des Mainstreams und der Verwertungskultur wird?
    Die drei Hauptpersonen ste­hen für unter­schied­li­che Formen des Scheiterns: Charlotte kom­mer­zia­li­siert sich, Helena ver­bit­tert über der Erfolglosigkeit und Oskar gibt resi­gniert die Kunst auf.

    Credits:

    DE 2026 74 Min., deut­sche OmeU
    Regie Brezel Göring
    Kamera: Stephan Holl
    mit:
    Lilith Stangenberg, Chang Wang, Mücke, Twiggy, Anton Garber

    Trailer:
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  • Funeral Casino Blues

    Funeral Casino Blues

    Ein Film von Roderick Warich. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Jen lebt in Bangkok – zwi­schen der Rezeption eines Apartmenthauses und den Hotelzimmern frem­der Männer. Was sie ver­kauft, ist Zeit, Nähe, manch­mal nur einen Moment. Als ein Treffen eska­liert, greift Wason ein – ein Barkeeper, der mehr ver­lo­ren hat, als er zeigt. Für eine kur­ze Weile trei­ben sie gemein­sam durch die schwü­len Nächte.
    Dann ist Jen fort. Keine Spur. Kein Abschied.
    Pim, ihre Mitbewohnerin, beginnt zu suchen. Wason folgt ihr. Ihre Spur führt durch lee­re Gassen, frem­de Zimmer, offe­ne Schulden und Erinnerungen, die sich ent­zie­hen. Bis an die kam­bo­dscha­ni­sche Grenze – oder viel­leicht nur zurück dort­hin, wo Jen längst ver­schwun­den war.
    Als Jen ver­schwin­det – ohne Nachricht, ohne Abschied – fol­gen ihre Mitbewohnerin Pim und der stil­le Barkeeper Wason ihrer Spur. Eine lei­se Suche beginnt, durch Nächte, Erinnerungen – und eine Stadt, die nie­man­den vermisst.

    „Wenn man im ers­ten Akt eine Pistole zeigt, muss sie im drit­ten Akt abge­feu­ert wer­den – eine dra­ma­tur­gi­sche Regel von Anton Tschechow, es geht dabei um Erzählökonomie, um das Vermeiden loser Enden, um den Aufbau von Spannung. Roderick Warich zeigt in sei­nem Film „Funeral Casino Blues“ schon ziem­lich am Anfang die Pistole: Wason (Wason Dokkathum) hat sie im Hosenbund ste­cken, er lüf­tet sein Hemd, um Jen (Jutamat Lamoon) vor einem auf­dring­li­chen Verehrer (sprich: Freier) zu befrei­en. Die Pistole wird immer wie­der auf­tau­chen. Sie wird auch abge­feu­ert. Aber dies im Off, nach Schwarzblenden, und auch nicht unbe­dingt im drit­ten Akt, weil so etwas wie eine kla­re Aktaufteilung, über­haupt eine struk­tu­rier­te, stan­dar­di­sier­te Erzählweise liegt Warich fern.
    Und das macht sei­nen Film so unbe­dingt inter­es­sant, so unbe­dingt sehens­wert. Man muss sich nur dar­auf ein­las­sen, dann kann man ver­sin­ken in hyp­no­ti­schen Bildern, in denen die Kamera sich durch den Raum bewegt, durchs nächt­li­che Bangkok, dann kann man sich ver­lie­ren in den Figuren, deren Innerstem wir uns allen­falls annä­hern, dann kann man ein­tau­chen in eine Geschichte, die von der Liebesgeschichte in die Noir-Gangsterstory wech­selt, die zum Geisterfilm wird, ohne Horror zu sein.„
    Kinozeit | Harald Mühlbeyer

    Credits:

    DE 2025 , 153 Min. · Thailändische Originalfassung mit deut­schen Untertiteln
    Regie: Roderick Warich
    Kamera: Roland Stuprich
    Schnitt: Hannes Bruun
    mit: Jutamat Lamoon · Wason Dokkathum · Jutarat Burinok · Piyapong Saebui · Rinda Hamer · Chayanee Choomnoommanee

    Trailer:
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  • The Lights, They Fall

    The Lights, They Fall

    Ein Film von Saša Vajda. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Es scheint, als sei­en Abschied und Tod zu man­chen Zeiten im Kino beson­ders prä­sent – im November gab es den Dokumentarfilm Palliativstation, vor kur­zem den sen­si­blen und ruhi­gen Sechwochenamt, und gera­de noch den for­mal auf­re­gen­den Everytime. Alles grund­ver­schie­de­ne Filme mit ver­gleich­ba­rem Thema, dem Verlust. Auch The Lights, They Fall geht sehr eigen mit dem Protagonisten um. Ilay ist noch viel zu jung, um sei­ne Mutter zu ver­lie­ren, aber sie wird pal­lia­tiv betreut, und ihr Ende ist abzu­se­hen. Ein Vater ist nicht zu sehen, und so ist die Pflegerin Ana die ein­zi­ge, mit der er sich aus­tau­schen kann. Ansonsten drif­tet er, wort­karg und intro­ver­tiert, durch som­mer­li­che Nächte im Norden Berlins, arbei­tet oder trifft sich mit ver­ständ­nis­vol­len Freunden. Als er sieht, dass sein Arbeitsleiter sei­nen Hund schlecht behan­delt, stiehlt Ilay spon­tan das Tier, ohne Plan, was er damit anfan­gen soll.
    In stil­len, inten­si­ven Bildern zeigt Saša Vajdas ers­ter Langspielfilm den Alltag von Ilay und Ana. Das Band zwi­schen ihnen ist zer­brech­lich, und manch­mal ver­webt sich Alltägliches mit Traumhaftem, da sich in die rea­lis­ti­sche Oberfläche immer wie­der klei­ne Irritationen ein­schlei­chen.
    „Es ist bei Weitem nicht „alles gut“ – weder bei Ilay, noch bei Ana. Und doch ver­strömt The Lights, They Fall etwas unge­mein Tröstliches. Das Rätselhafte, das der Film in sei­ne sehr lebens­na­he Welt ein­webt, macht die Dinge nicht ver­wir­ren­der, son­dern kla­rer. Und das ist wirk­lich erstaun­lich.“ Andreas Köhnemann | kino-zeit
    „Vor allem, wie belas­tend die Situation für Angehörige sein kann – psy­chisch und emo­tio­nal. Im Film ist der Sohn erst 16. Er woll­te nicht wahr­ha­ben, dass sei­ne Mutter ster­ben wird. Das begeg­net uns in der Pflege oft: Angehörige, die den Abschied nicht akzep­tie­ren kön­nen.“ sagt Shanthi Philipp auf die Frage, nach dem, was man aus dem Film mit­neh­men soll­te. Die Darstellerin der Shanti ist, wie auch die der Ana, Flor Prieto Catemaxca, Palliativpflegerin.

    Credits:

    DE 2026 , 87 Min., deut­sche OmeU,
    Regie: Saša Vajda
    Kamera:
    Tom Otte
    Schnitt: Denys Darahan, Saša Vajda
    mit: Mohammed Yassin Ben Majdouba, Flor Prieto Catemaxca, Mahira Hakberdieva, Safet Bajraj, Shanthi Philipp, Solomon Guye, Mahir Özel

    Trailer:
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  • Everytime

    Everytime

    Ein Film von Sandra Wollner.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Langsam steigt die gold­ro­te Sonne groß und rund über den Dächern Berlins empor. In ein paar Stunden soll Jessie mit ihrer Familie die Urlaubsreise nach Teneriffa antre­ten. Doch dann geschieht ein Unglück, ein unend­li­cher Verlust, und die Zeit scheint still­zu­ste­hen. Viel spä­ter geht das Leben der ande­ren ein­fach wei­ter: für Jessies Mutter Ella, ihre Schwester Mellie und ihren Freund Lux. Trotz des Abstands ist für sie jedoch alles immer noch anders. Ella beschließt spon­tan, zum Tag des tra­gi­schen Geschehens zurück­zu­keh­ren. Die Reise, die nie statt­fand, tre­ten die drei jetzt an.
    Als Meisterin der behut­sa­men Zeitmanipulation hat sich die Regisseurin schon bei The Trouble with Being Born bewie­sen; hier setzt sie auf tem­po­rä­re Verschiebungen und die Magie der Erinnerung. Die Landschaft der kana­ri­schen Vulkaninsel wird bei allem rea­lis­tisch dar­ge­stell­ten äuße­ren Geschehen fast zu einem mythi­schen Ort, an dem die Irrationalität das Handeln über­nimmt. So ist es kein Wunder, dass die zu einem gel­ben Riesenpixel mutier­te Sonne schließ­lich end­los über dem Meereshorizont steht und nicht mehr unter­ge­hen will.
    „Everytime fängt einen Zwischenzustand ein, eine Parallelwelt, in der sich die Trauernden bewe­gen. Sie sieht der Welt der Nicht-Trauernden ver­däch­tig ähn­lich, aber Zeit und Raum und Logik funk­tio­nie­ren hier anders. Mit ihrem Handy schickt Melli wei­ter­hin SMS an ihre gro­ße Schwester, und die Kamera glei­tet immer wie­der durch die wür­fe­li­ge Landschaft des Computerspiels, das die Mädchen immer gespielt haben. Ist Jessie hier zu fin­den? Oder in den grel­len Schwarzweiß-Kontrasten der kana­ri­schen Insel, auf der die Familie Urlaub machen woll­te, bevor Jessie starb, und auf die Ella nun Lux mit­nimmt?
    Sandra Wollner gibt kei­ne Antworten, aber ihr Film nimmt fas­zi­nie­ren­de, irr­lich­tern­de Wege, die sich immer wei­ter vom Realismus des Beginns ent­fer­nen. In Cannes wur­de Everytime in die­sem Jahr mit dem Preis für den bes­ten Film in der Sektion „Un cer­tain regard“ 2026 aus­ge­zeich­net.“
    Hendrike Bake | indiekino

    Am 22. & 23.8. zei­gen wir auch einen frü­he­ren Film von Sandra Wollner: Das unmög­li­che Bild

    Credits:

    DE/AT 2026 , 123 Min., deut­sche OmeU,
    Regie: Sandra Wollner
    Kamera: Gregory Oke
    mit: Birgit Minichmayr, Lotte Shirin Keiling, Tristán López, Carla Hüttermann, Naomi Elia Richard

    Audiodeskriptionen, Untertitel und Hörverstärkung mit der Greta App

    Trailer:
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  • Filme von Jean Eustache

    Filme von Jean Eustache

    Jean Eustache, aus­ge­bil­de­ter Elektriker und Autodidakt, war als Arbeiter-Kind eine Ausnahmefigur der ansons­ten bour­geoi­sen Nouvelle Vague. Fast auto­bio­gra­fisch spie­gelt sich sein Leben auch in sei­nen Filmen wie­der. Mit prä­zi­ser Aufmerksamkeit für Sprache, Gesten und sozia­le Wirklichkeiten bewegt sich Eustaches Kino in einem Raum doku­men­ta­ri­scher Fiktion. Dank der Re:Visted-Reihe des Grand film-Verleihs kön­nen wir ein paar sei­ner Klassiker anbieten:

    LA MAMAN ET LA PUTAIN von 1973, in dem Jean-Pierre Léaud als Flaneur Alexandre zwi­schen zwei Frauen, end­lo­sen Gesprächen in Pariser Cafés auf der Suche nach sich selbst ist. So., 6.9. 13:00 [Tickets]

    Im auto­bio­gra­fisch gefärb­ten MES PETITES AMOUREUSES von 1974
    wird der 13-jäh­ri­ge Daniel aus sei­nem behü­te­ten Landleben geris­sen und in die Enge der Stadt und die Härte der Erwachsenenwelt gesto­ßen.
    So., 29.8. 16:00 [Tickets]

    LA ROSIÈRE DE PESSAC (1968) & LA ROSIÈRE DE PESSAC 79 (1979)
    Zwei Dokumentarfilme über die Wahl und das Fest der Rosenkönigin in Pessac bei Bordeaux, die jähr­lich im April und Juni statt­fin­den. Die Zusammenstellung bezieht kei­ne aus­drück­li­che Position zu den Ereignissen; deren schlich­te Dokumentation, 1968 und elf Jahre danach, macht Veränderungen deut­lich. So., 5.9. 14:15, Mi., 9.9. 17:45 [Tickets]

    UNE SALE HISTOIRE (1977) besteht aus zwei Filmen: Zunächst ent­stand ein 16-mm-Film, gedreht im Stil des Cinéma véri­té, in der ein Mann von sei­nen voy­eu­ris­ti­schen Erlebnissen in der Toilette eines Pariser Cafés erzählt, wo er ein Loch in der Wand zur Damentoilette ent­deckt hat. Seinen Text ließ Eustache spä­ter, auf 35mm gedreht, von einem pro­fes­sio­nel­len Schauspieler spre­chen. Die Filme wer­den aller­dings in umge­kehr­ter Reihenfolge vor­ge­führt, also die Fiktion vor der Dokumentation – wobei sich natür­lich auch die Frage stellt, was an der von Picq erzähl­ten Geschichte echt ist und was nicht. Auf die­se Weise gelang Eustache eine ein­zig­ar­ti­ge Reflexion über das Verhältnis von Dokumentarischem und Fiktivem. (+ Les pho­tos d’Alix)
    31.8. 18:15, Mo., 7.9. 17:45 [Tickets]

    NUMÉRO ZÉRO (1971)– das bezeich­net eine Art Nullpunkt, und tat­säch­lich hat Eustache hier fil­misch noch ein­mal von vorn ange­fan­gen: Er lässt sei­ne Großmutter Odette Robert aus ihrem Leben erzäh­len, unter­bro­chen nur von kur­zen Fragen oder Anmerkungen Eustaches, um den Redefluss in Gang zu hal­ten. 
    So., 30.8. 16:00 [Tickets]

    DU CÔTÉ DE ROBINSON (1964) Zwei jun­gen Männern, die an einem Sonntagnachmittag in Montmartre auf Frauensuche gehen. Der Film kon­zen­triert sich dabei auf Alltagsvorgänge, die nor­ma­ler­wei­se im Kino jener Zeit nicht gezeigt wur­den. &
    LE PÈRE NOËL A LES YEUX BLEUS (1966) Um das Geld für einen Mantel zu beschaf­fen, ver­dingt sich ein jun­ger Mann als Kaufhaus-Weihnachtsmann. Wiederum mischt Eustache Alltagsbeobachtungen und Fiktion, und zeich­net so das melan­cho­li­sche Portrait einer Provinzstadt.
    Di., 8.9. 17:45 [Tickets]

  • Ninja Motherf*cking Destruction

    Ninja Motherf*cking Destruction

    Ein Film von Lotta Schwerk. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Eine fil­mi­sche Langzeitstudie, die über 8 Jahre das Coming of Age von Leonie beglei­tet: Leonie und Marlene sind 18 Jahre alt, bes­te Freundinnen und sicher, dass nichts sie tren­nen kann. Doch Leonie ver­liebt sich in Naomi, gibt sich ganz ihrer gro­ßen Liebe hin und ent­fernt sich immer wei­ter von Marlene. Mit der Zeit stellt sich her­aus, dass Naomi an Depressionen lei­det, die Leonie zuneh­mend über­for­dern. Erst als die Beziehung end­gül­tig zer­bricht, merkt Leonie, wie sehr sie sich iso­liert hat. Sie ver­lässt Berlin und beginnt eine Ausbildung zur Gärtnerin in Brandenburg, die ihr dabei hilft, die Welt um sich her­um wie­der zu sor­tie­ren. Mit neu gefun­de­ner Stärke traut sie sich, nach Jahren der Entfremdung auf ihre Jugendfreundin Marlene zuzu­ge­hen.
    „Als ich 2017 begann, die­sen Film zu dre­hen, sehn­te ich mich nach einem Raum im Kino, in dem ein jun­ger weib­li­cher oder quee­rer Körper ohne den männ­li­chen Blick auf­wach­sen kann in der vul­ner­ablen Zeit zwi­schen 18 und 25. „Ninja Motherf*cking Destruction“ ist ein Film über Intimität, über Sexualität und über Körper, die sich über 8 Jahre hin­weg ver­än­dern. Und über das lie­be­vol­le, schmerz­haf­te, ambi­va­len­te Beziehungsnetz zwi­schen (quee­ren) Frauen.“
    Lotta Schwerk

    Credits:

    DE 2025 79 Min., deut­sche OmeU,
    Regie: Lotta Schwerk
    Kamera: Fion Mutert
    mit: Emma Suthe, Marie Tragousti, Merle von Mach, Yildiz Tiryakioglu

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  • Transit Times

    Transit Times

    Ein Film von Ana-Felicia Scutelnicu. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Moldawien, 1997. Sechs Jahre nach dem Zusammenbruch der UdSSR ist die anfäng­li­che Euphorie ver­flo­gen und hat ein Land zurück­ge­las­sen, das in einer tie­fen und anhal­ten­den Krise ver­sinkt. Inmitten die­ser har­ten Realität kämpft eine Familie ums Überleben. Zina, eine Bühnenbildnerin an einem einst leben­di­gen Kindertheater, hat seit Monaten kei­nen Lohn erhal­ten, ver­sucht jedoch wei­ter­hin, ihre Familie zusam­men­zu­hal­ten und Essen auf den Tisch zu brin­gen. Ihr Ehemann Victor, ein von der Geschichte zurück­ge­las­se­ner Künstler, ver­sinkt in Melancholie und ist unfä­hig, sich an die neue Wirklichkeit anzu­pas­sen. Ihre Tochter Eva, eine begab­te Klavierschülerin, lässt die Kindheit hin­ter sich, wäh­rend sie ihren Platz in einer Welt sucht, die um sie her­um zu zer­fal­len scheint. Während Freunde und Nachbarn das sin­ken­de Schiff still und lei­se ver­las­sen, um im Ausland ein bes­se­res Leben zu suchen, treibt die Verzweiflung Zina dazu, das Familienhaus zu ver­mie­ten. Diese Entscheidung zer­reißt die Familie und reißt sie in eine gefähr­li­che Reise hin­ein, gefan­gen zwi­schen Überleben, flüch­ti­ger Hoffnung und dem zer­brech­li­chen Traum von einem Leben, das viel­leicht nie­mals das ihre sein wird.

    Credits:

    Înstrăinare
    DE/RO/MD 2026, 133 Min., rumä­ni­sche OmU
    Regie: Ana-Felicia Scutelnicu
    Kamera: Javier Palicio
    Montage: Ecaterina Iaschevici, sup­port­ed by Dana Bunescu
    mit: Marina Palii, Arina Mura, Ion Munteanu, Pauli
    na Zavtonii, Ion Liulica, Marina Weis

    Trailer:
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  • Dreams – Gefährliches Verlangen

    Dreams – Gefährliches Verlangen

    Ein Film von Michel Franco. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Wie bereits bei sei­nem Drama Memory (2023) arbei­tet der Autorenfilmer Michel Franco bei sei­nem drit­ten Film erneut mit der US-Schauspielerin Jessica Chastain zusam­men. Auch die­ses Mal agie­ren bei­de, ergänzt durch den Ballettstar Isaac Hernández, vor und hin­ter der Kamera mit der dem Sujet ange­mes­se­nen Sensibilität. Der Film ist eine Abrechnung mit der ame­ri­ka­ni­schen Migrationspolitik und den dahin­ter ste­hen­den gesell­schaft­li­chen Denkmustern, die er hoch­span­nend und para­bel­haft auf eine ero­ti­sche Affäre ver­dich­tet.
    In den USA ist es Tradition, im Falle gro­ßen Reichtums einen klei­nen Teil des Vermögens in gemein­nüt­zi­ge Arbeit umzu­wan­deln und dies auch öffent­lich zu zele­brie­ren. High-Society-Erbin Jennifer ver­wal­tet die Stiftung ihrer Familie und för­dert dabei bevor­zugt Kunstprojekte im Nachbarland Mexiko. Auch ihr Liebesleben hat sie dort­hin aus­ge­la­gert, in Form des hoch­ta­len­tier­ten ein­hei­mi­schen Balletttänzers Fernando. In der Hoffnung, dass sie ihm bei sei­ner Karriere unter­stützt, wagt der jun­ge Mann eines Tages den extrem gefähr­li­chen und ille­ga­len Weg in den Norden. Als er plötz­lich in Jennifers luxu­riö­sem Apartment in San Francisco auf­taucht, droht ihre sorg­fäl­tig kon­trol­lier­te Welt aus­ein­an­der zu fal­len, und bald sto­ßen bei­de an ganz anders gezo­ge­ne Grenzen.
    „Michel Franco, Drehbuchautor, Regisseur und Produzent aus Mexiko, sta­tu­iert in sei­nem aktu­el­len Film ein Exempel. Er setzt Klassen- und Geschlechterverhältnisse mit Herkunft, Macht und Charakter in Relation, und zwar so, dass sich die Agenten des Konflikts glei­cher­ma­ßen alle­go­risch lesen las­sen: Mann und Frau als Stellvertreter ihrer jewei­li­gen Heimatländer USA und Mexiko, Nachbarn, deren Verhältnis von Ausbeutung geprägt ist. Die Idee mag auf den ers­ten Blick pla­ka­tiv wir­ken, sie sieht aber vor allem dank her­vor­ra­gen­der schau­spie­le­ri­scher Ausführung kei­nes­wegs so aus.“
    Alexandra Seitz | tip

    Credits:

    MX 2025, 100 Min., engl., span. OmU,
    Regie: Michel Franco
    Kamera: Yves Cape
    Montage: Michel Franco, Oscar Figueroa Jara
    mit Jessica Chastain, Isaac Hernández, Rupert Friend, Marshall Bell, Eligio Meléndez, Mercedes Hernández 

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  • Little Boy

    Little Boy

    Ein Film von James Benning.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    „… a tru­ly depres­sing film“ James Benning

    Es ist erschre­ckend, wenn Bomben Namen bekom­men. Ungeheuerlich aber war die Benennung des Geschosses, die über Hiroshima explo­dier­te und hun­dert­tau­sen­de Leben for­der­te: Little Boy – klei­ner Junge. James Benning war damals, 1945, ein klei­ner Junge. Sein Film unter­mi­niert die kind­li­che-unschul­di­ge Welt mit Militarismus, Politik, Rassismus, indem er nied­li­che Miniaturmodelle, etwa von Zügen oder Bauwerken, fein säu­ber­lich anpin­seln lässt, und wer sich aus­kennt, kann auch die win­zi­gen Firmennamensschilder zuord­nen. Jedes Teil bekommt dabei sei­ne eige­ne, pas­sen­de oder kon­ter­ka­rie­ren­de Tonspur zuge­wie­sen. Meist sind es Lieder, so von Tracy Chapman, Sinéad O’Connor, Cat Power und Nat King Cole, aber auch Reden und Ansprachen, die im Zusammenspiel mit dem Bild Emotionen frei­set­zen kön­nen.
    Es ist ein bei­na­he wüten­der Film, und lei­der aktu­el­ler denn je. Und für Eltern von Schulkindern hat er eine Empfehlung: Pete Seegers „What Did You Learn in School Today?“ – nicht nur für die USA rele­vant.
    „Das Gesamtbild ist das einer Gesellschaft, die zu Zyklen des inne­ren Niedergangs ver­dammt ist und im Namen eines „frie­dens­stif­ten­den“ Interventionismus in den inter­na­tio­na­len Terror ver­wi­ckelt ist. … Little Boy [ist] ein ame­ri­ka­ni­sches Epos im Kleinen.“ filminc

    Credits:

    US 2025, 74 Min., eng­li­sche OmU
    Regie: James Benning
    mit Johnan Jahromi, Alessandro Streccioni, Yusef Ferguson, Yuan Gao, Nelson De Los Santos, Calum Walter, Nathan Meier, James Benning

    Trailer:
    Berlinale 2025 – Q&A about LITTLE BOY

    Kein Trailer, aber das QnA zur Forumspremiere.

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  • Bitteres Fest

    Bitteres Fest

    Ein Film von Pedro Almodóvar.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Im Jahre 2004 arbei­tet die Filmregisseurin Ella (Bárbara Lennie) an einem Drehbuch, das nicht recht vor­an geht, so sehr ihr höchst attrak­ti­ver Lover Bonifacio (Patrick Criado) – haupt­be­ruf­lich Feuerwehrmann, neben­be­ruf­lich Stripper – ihr auch den Rücken frei­hält. Einst hat­te Ella eini­ge künst­le­risch anspruchs­vol­le Filme gedreht, die inzwi­schen Kultstatus genie­ßen, was, wie Ella ein­mal selbst gesteht, bedeu­tet, dass kaum jemand sie gese­hen hat, die weni­gen Zuschauer sie aber zutiefst ver­eh­ren. Eine schwe­re Migräneattacke lässt Ella inne­hal­ten, zusam­men mit ihrer bes­ten Freundin Patricia (Vicky Luengo) reist sie nach Lanzarote, lässt sich von den kar­gen Landschaften der Insel inspi­rie­ren, noch mehr jedoch vom Leben ihrer Freunde: Alles ist Material im Leben eines Schriftstellers, eben­so wie im Leben einer Filmregisseurin.

    2026 lei­det der Filmregisseur Raúl Rossetti (Leonardo Sbaraglia) an einer Schreibblockade, aus der ihn auch die Unterstützung sei­nes höchst attrak­ti­ven Lovers Santi (Quim Gutiérrez) nicht befrei­en kann. Raúls lang­jäh­ri­ge Assistentin Monica (Aitana Sánchez-Gijon) hat gera­de gekün­digt, berich­tet ihm von ihren pri­va­ten Problemen – die Raúl nur zu gern in sein Werk ein­flie­ßen lässt, schließ­lich ist alles Material.

    Eine gan­ze Weile lässt Pedro Almodóvar in sei­nem neu­en Film „Bitteres Fest“ die bei­den Erzählebenen neben­ein­an­der­ste­hen, ohne ihre Verbindung zu kon­kre­ti­sie­ren. Doch bald wird klar, dass die Ebene mit Ella nicht real ist, son­dern eine Visualisierung des Drehbuchs, das Raúl gera­de schreibt. So kommt es, dass man­che Szenen in klei­nen Variationen dop­pelt zu sehen sind, so lässt sich erklä­ren, dass nicht alles Sinn macht, schließ­lich sieht man da nur die ers­te, noch unfer­ti­ge Drehbuchversion.

    Hübsch ist das kon­stru­iert, ein wenig selbst­ver­liebt auch, erin­nert nicht zufäl­lig an „Leid und Herrlichkeit“, das am deut­lichs­ten auto­bio­gra­phi­sche Werk in der lan­gen Karriere Pedro Almodóvars, in dem Antonio Banderas als Alter Ego des Regisseurs auf­trat. Hier über­nimmt der argen­ti­ni­sche Schauspieler Leonardo Sbaraglia die­sen Part, der sei­nem Regisseur sehr ähnelt, wenn­gleich 20 Jahre jün­ger, ein biss­chen Eitelkeit darf sein.

    Wie so oft spielt Almodóvar auch hier mit selbst­re­fe­ren­zi­el­len Bezügen, baut eine Meta-Narration auf, mit der er die Frage umkreist, wie frei ein Autor in der Wahl sei­ner Themen sein darf, wie sehr er Leben und auch Leiden sei­ner Mitmenschen und vor allem sei­ner engen Freunde aus­schlach­ten und für sei­ne eige­nen erzäh­le­ri­schen Zwecke ver­wen­den darf. Almodóvars Antwort fällt ein­deu­tig aus: Es gibt kei­ne Grenzen, die Kunst steht über allem, auch wenn dies bis­wei­len Konflikte her­vor­ru­fen kann.

    Letztlich dient die­se Fragestellung in „Bitteres Fest“ jedoch in ers­ter Linie dazu, Almodòvar ein­mal mehr die Möglichkeit zu geben, sich ein­mal mehr in die typi­sche Almodóvar-Welt zu bege­ben, in der schö­ne Menschen in per­fekt design­ten Appartements leben, deren mar­kan­te Farbgebung mit den eben­so mar­kan­ten, ein­far­big leuch­ten­den Pullovern oder Mänteln korrespondieren.

    Auch wenn man nicht behaup­ten kann, dass sich Pedro Almodóvar in sei­nem nun schon 25. Film neu erfin­det: Wenn man ihn, sei­ne Filme und die Welt, in der sie spie­len, schätzt, dann ist es eine wah­re Freude, sich ein­mal mehr auf sanft melo­dra­ma­ti­sche Weise unter­hal­ten zu las­sen.Michael Meyns

    Credits:

    Amarga Navidad
    ES 2026, 111 Min., spa­ni­sche OmU
    Regie: Pedro Almodóvar
    Kamera: Pau Esteve Birba
    Schnitt: Teresa Font
    mit Bárbara Lennie, Leonardo Sbaraglia, Aitana Sánchez-Gijón und Victoria Luengo.

    Trailer:
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