Der anonyme Berliner Stahlbetonbau Excelsior ist für viele seiner Bewohner nur Zwischenhalt. Sehr bald schon soll das Leben besser werden und jeder hilft sich auf seine Art: Mit „Invisible Make-up” will der 49-Jährige Michael an frühere Erfolge als Escort-Boy anknüpfen. Claudias Zeit als Tänzerin ist zwar vorbei, neue Fotos sollen ihr jedoch den Weg zurück auf die Bühne ebnen. Norman will mit seinem Start-Up „ChangeU” anderen Menschen zum Glück verhelfen, und sich selbst zu einem schicken Sportwagen. Kaum einem gelingt es, sich den Reizen der Erfolgsgesellschaft zu entziehen.
[nbsp] Credits: DE 2017, 87 Minuten,
Regie/Schnitt: [wikilink]Erik Lemke[/wikilink]
Buch: Erik Lemke & André Krummel
Bildgestaltung: André Krummel
A number of decorative boards carelessly attached to the pale front of a dull concrete apartment block – the Excelsior building, Berlin. For most of its inhabitants this is just a stopover, very soon, life is going to get better, and everyone is trying to find their own way: 49 year old Michael tries to live up to his former success as an escort by promoting the application of „invisible make-up” online. Claudia’s showgirl days are over, but the photos of a shooting session are to smooth her way back to the stage anyway. Norman’s startup „ChangeU” is designed to help people get happy and himself get a sleek new sports car…
Hardly anyone of them manages to evade falling victim to the temptations of our success-oriented society.
[nbsp] Credits: DE 2017, 87 Minuten,
Regie/Schnitt: [wikilink]Erik Lemke[/wikilink]
Buch: Erik Lemke & André Krummel
Bildgestaltung: André Krummel
Asger Holm ist nicht für den Innendienst geschaffen, besonders nicht für die Notrufzentrale, wo etwas Einfühlungvermögen gefragt ist, Eigeninitiative hingegen nicht. Ein nicht näher erläuterte Vorfall bei einem Einsatz hat den Polizist hier hingebracht, am nächsten Tag ist die Verhandlung und dann ist, so es sein soll, diese Strafversetzung Geschichte. Seine Laune bessert das nicht. Als jedoch kurz vor Dienstende ein Anruf hereinkommt, der bei ihm einen investigativen Nerv trifft, reagiert er wie elektrisiert. Iben, eine von ihrem eigenen Mann im Auto entführte Frau hat es trickreich geschafft, die Notrufzentrale, und damit Asger, zu erreichen. Jetzt muss vorsichtig und geschickt vorgegangen werden, um das Fahrzeug zu orten, ihre Kinder, die offensichtlich unbeaufsichtigt zuhause sind, in Sicherheit zu bringen und Iben zu retten. Gegen ausdrückliche Ansagen von Vorgesetzten mischt Asger sich per Telefon eigenmächtig immer weiter in den Fall ein. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt, aber ist alles so, wie Asger es sich vorstellt?
Der Thriller mit dem übersichtlichem Setting, 2 Zimmer, das Telefon und der Polizist, ist Kopfkino im besten Sinne: alles Geschehen ausserhalb dieser Räume spielt sich nur vor dem inneren Auge der Zuschauer ab. Mit Bildern und Sequenzen, die im Film gar nicht vorkommen, wird ein eigener Film geschaffen – und damit sind wir gar nicht so weit weg von Asgers Überblick.
„ … der Film [schafft es] über einen langen Zeitraum, die gesamte Bandbreite der Emotionen zu vermitteln und zugleich einen Diskursraum über Schuld und Vergebung und die Brüchigkeit dessen, was wir als Wahrheit annehmen, zu vermitteln.“ Joachim Kurz | kino-zeit.de
[nbsp] Credits: Den skyldige Dänemark 2017, 85 Min., dän. OmU Regie: Gustav Möller Kamera:Jasper J. Spanning Schnitt: Carla Luff mit: Jakob Cedergren
Termine:
noch keine oder keine mehr
[nbsp] Trailer:
http://de.vid.web.acsta.net/de/nmedia/49/18/05/30/13/19566877_hd_013.mp4A film by Gustav Möller. In Danish with German subtitles.
Alarm dispatcher and former police officer, Asger Holm, answers an emergency call from a kidnapped woman. When the call is suddenly disconnected, the search for the woman and her kidnapper begins. With the phone as his only tool, Asger enters a race against time to save the endangered woman. But soon he realizes that he is dealing with a crime that is far bigger than he first thought
[nbsp] Credits: Den skyldige Dänemark 2017, 85 Min., dän. OmU Regie: Gustav Möller Kamera: Jasper J. Spanning Schnitt: Carla Luff mit: Jakob Cedergren
Veronika Raila ist Autistin und hat mehrfach körperlich schwere Behinderungen. Sie kann weder laufen noch sprechen und doch wurde ein Weg gefunden, sich zu verständigen, Kommunikation ist seitdem durch die Tastatur eines Computers möglich. Ihre Mutter steht neben ihrem Bett und stützt Veronikas Hand beim Schreiben. Als Kind attestierten ihr ihre Ärzte einen IQ von null. Es gab noch keine Möglichkeit, zu kommunizieren. Doch im Laufe ihrer Entwicklung besuchte sie bald das Gymnasium und studierte letztlich Literatur und Theologie. Inzwischen verfasst sie zumeist poetische essayistische Texte, äußert ihre Gedanken und Gefühle, die von großer Sensibilität zeugen. Mark Michel, der mit Veronika zusammen diesen Film gemacht hat, beschreibt in einer adäquaten, bisweilen durchaus metaphorischen und assoziativen Form, ihr alltägliches und intellektuelles Leben. Auf diese Art versuchen beide, der Gesamtheit Veronikas Lebens gerecht zu werden.
„Ich habe nur das Schreiben um mich mitzuteilen, das Schreiben um meine Gefühle und Gedanken auszudrücken. Das Schreiben ist meine Verbindung zur Außenwelt – hätte ich dieses Schreiben nicht würde ich in der Tiefe eines vergessenen Brunnens sitzen.“
(Veronika Raila)
„Der Wind des Lebens formt meine Körnchen immer wieder neu.“ (Veronika Raila)
[nbsp] Credits: D 2017, 84 Min.
Buch: Mark Michel & Veronika Raila
Regie: [wikilink]Mark Michel[/wikilink]
Kamera: Ines Thomsen
Schnitt: Andreas Baltschun, Mark Michel, Ed van Megen
Since her earliest childhood, Veronika Raila has been living with severe physical impairments and Asperger syndrome. She can neither speak, nor walk nor fulfill her everyday needs without assistance. When she was a child, her IQ tested zero. Today she studies at university, writes poetry and prose and can express herself with facilitated communication. Veronika possesses a keen mind and a heightened sensory perception. Within Veronika spaces open where reality appears as colors, sounds and abstract shapes. She processes these impressions in her poems and stories. ”Writing is my only means to communicate, to express my feelings and thoughts. Writing is my connection to the outside world. Without it, I would be lost in the depths of a forgotten well.” Veronika Raila
The documentary essay Sand Girl takes us on a cinematic journey to the young author’s wondrous secret and captivating world. Through associative images, observations of everyday life and selected texts by Veronika Raila the film creates a space for touching encounters and moments of bonding. The focus is less on illness and impairment than the quest for the life force itself. A poetic meditation about what is often hard for humans to grasp, the nature of what we call mind and soul. Sand Girl was produced in close cooperation with Veronika Raila.
[nbsp] Credits: D 2017, 84 Min.
Buch: Mark Michel & Veronika Raila
Regie: [wikilink]Mark Michel[/wikilink]
Kamera: Ines Thomsen
Schnitt: Andreas Baltschun, Mark Michel, Ed van Megen
Lara sieht aus wie eine junge Frau, bewegt sich wie eine junge Frau und hat Träume wie eine junge Frau. Geboren wurde sie allerdings vor 15 Jahren als Victor. Zwei Ziele verfolgt sie: eine professionelle Ballerina werden, und eine Geschlechtsanpassung. Der Vater unterstützt beide Vorhaben, aber ihre pubertätsbedingte Ungeduld und Frustration lässt sie zunehmend verzweifeln, zumal beide Träume sich gegenseitig zu behindern scheinen. Die strenge Disziplin in der renommierten Brüsseler Ballettschule, wo sie probehalber aufgenommen wird, und ihre mangelnde Erfahrung („Mädchen fangen schon mit 12 mit dem Spitzentanz an“) machen Lara zu schaffen. Aus medizinischen Gründen muss sie zudem noch lange auf die ersehnte Operation warten, was für die Jugendliche besonders schwer zu ertragen ist. Dabei hat Lara auch Glück. Vater und Bruder unterstützen sie, und auch ihre sonstige Umgebung agiert vorwiegend positiv, verständnis- und rücksichtsvoll, abgesehen von wenigen, pubertären und wahrscheinlich unbeabsichtigten, schmerzvollen Demütigungen. Vordergründig dreht sich alles um den Körper und die Arbeit damit: um das Geschlecht, die Veränderungen, sexuelles Erwachen und immer wieder um den Tanz und das eiserne Balletttraining. Mit der nötigen Sensibilität beobachtet der Film jedoch präzise, mitfühlend und liebevoll vor allem die innere Spannung und Unsicherheit des Teenagers und den Weg zu einer dramatischen Entscheidung.
(Caméra d’Or für den besten Erstlingsfilm in Cannes 2018)
„Als stringent erzähltes Genderporträt kehrt Dhont den inneren Konflikt seiner Hauptfigur dank einer exzellenten Besetzung glaubwürdig und ohne Extravaganzen nach außen.“ Matthias Manthe | filmstarts.de
Credits: Belgien 2018, 105 Min., flämisch, französische OmU Regie: Lukas Dhont Kamera: Frank van den Eeden Schnitt: Alain Dessauvage mit: Victor Polster, Arieh Worthalter, Katelijne Damen
Termine:
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[nbsp] Trailer:
GIRL | TRAILER (OmdU)
A film by Lukas Dhont. In French and Flemish with German subtitles.
While Lara already identifies as a girl, her world is undergoing significant and much desired transformation. She has just moved with her father and beloved kid brother to a new city where she has been provisionally accepted into a prestigious dance school and she will soon be old enough to start hormone replacement therapy. Lara’s aspiration to femininity is so great that she has chosen the most extreme physical form of its expression. But here, dance is not a release. Held captive by her body, she tapes her genitals and hides the bloodied feet which have not grown up en pointe like the other girls. While her father offers her nothing but support, she is all teenage uncertainty and impatience and her interior world moves closer to self-destruction even as her outer beauty blooms.
Credits: Belgien 2018, 105 Min., flämisch, französische OmU Regie: Lukas Dhont Kamera: Frank van den Eeden Schnitt: Alain Dessauvage mit: Victor Polster, Arieh Worthalter, Katelijne Damen
Neunundsechzig Menschen ermordete der norwegische Rechtsextremist Breivik auf der Insel Utøya nahe Oslo am 22. Juli 2011. Fast alle waren Jugendliche und junge Erwachsene, Teilnehmer eines Feriencamps der sozialdemokratischen Partei Norwegens. Die Polizei brauchte fast 90 Minuten, um den Neonazi zu stellen. Er widersetze sich der Festnahme nicht.
Erik Poppe läßt den Zuschauern durch seine radikal subjektive Herangehensweise die Möglichkeit, Abstand zum filmischen Geschehen zu nehmen und den Film abzulehnen. Denen, die sich einlassen, ermöglicht er, sich mit den Opfern emotional zu solidarisieren, während dieses Albtraums mit ihnen mitzufühlen.
Eine wichtige Motivation Poppes, den Film zu drehen, war die Aussage mehrerer Überlebender, dass es so unendlich schwierig sei, über das Erlebte zu sprechen. Gleichzeitig merkten viele, dass die Erinnerung der Menschen an die Tat verblasst. Das Drehbuch wurde in Gesprächen mit Opfern des Massakers entwickelt. Das Gesicht des Täters kennt jeder, seine kranken Ansichten auf 1500 Seiten können im Internet eingesehen werden. ‚Utøya 22. Juli‘ gibt den Opfern ein Gesicht.
Jetzt hätten die Hinterbliebenen diesen Film, sagt eine junge Frau, die dem Massaker entkam, auf der Berlinale. „Ihr werdet es nie verstehen. Aber schaut zu!”
„Warum überhaupt so ein Film?, wird Poppe gefragt. „Als Teil des Heilungsprozesses“, für die Betroffenen, für Norwegen. Viele hätten ihm berichtet, sie könnten das Erlebte bis heute kaum erzählen. Den Film finden sie hilfreich: Jetzt können sie sagen, schau ihn dir an und wir reden danach. Manche meinen, es ist zu früh. Aber wenn man wartet, bis ihn niemand mehr zu früh findet, kommt der Film zu spät, ergänzt Andrea Berntzen, die großartige, mutige Darstellerin der Kaja. Seine Wahrhaftigkeit verdankt der Film nicht zuletzt ihr.“ (Christiane Peitz, Tagesspiegel)
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Credits: U – July 22 Norwegen 2018, norw. OmU, 90 Min., freigegeben ab 12 jahre (FSK) Regie: Erik Poppe Kamera: Martin Otterbeck Schnitt: Einar Egeland
mit: Andrea Berntzen Aleksander Holmen Brede Fristad Elli Rhiannon Müller Osbourne
Termine:
noch keine oder keine mehr
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Trailer:
Utøya 22. Juli | Offizieller Trailer Deutsch HD | Jetzt im Kino
film by Erik Poppe. In Norwegian with German subtitles.
On 22 July 2011 five hundred young people attending a summer camp on the island of Utøya were attacked by a heavily armed right-wing extremist. The murderous attack claimed the lives of 69 victims. It was a trauma that rocked Norway to the core, and still does to this day. Director Erik Poppe has dared to attempt to turn the events of that summer into a film. His drama opens with documentary footage of Oslo where, shortly beforehand, the same attacker had exploded a car bomb killing eight people; the scene then shifts to the island. The camera follows 19-year-old Kaja who is spending a few days of the holiday here with her young sister Emilie. The two are quarrelling because Emilie is in no mood for the camp and has absolutely no desire to go to the barbecue. And so Kaja ends up going alone. Suddenly, the first gunshot is heard.
This first shot marks the beginning of a breathless 72-minute-long reconstruction of events, filmed in a single take, as seen through the eyes of the victims. Kaja’s desperate search for Emilie. The fear in the eyes of the young people. Their escape into the forest. Their desperate hope of rescue. And the unknown assassin, getting closer and closer.
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Credits: U – July 22 Norwegen 2018, norw. OmU, 90 Min. Regie: Erik Poppe Kamera: Martin Otterbeck Schnitt: Einar Egeland
mit: Andrea Berntzen Aleksander Holmen Brede Fristad Elli Rhiannon Müller Osbourne
Termine:
noch keine oder keine mehr
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Trailer:
Utøya 22. Juli | Offizieller Trailer Deutsch HD | Jetzt im Kino
Ursprünglich wollte Bernadett Tuza-Ritter nur ein Portrait der Hausangestellten Marish drehen. Was sie dann aber vorfindet, sind unvorstellbare Bedingungen, unter denen die 52-jährige arbeitet: moderner Sklavenhandel, mitten in Europa – und das gibt es viel öfter, als man denkt. Der Global Slavery Index (Weltweite Erfassung von Sklaverei) aus dem Jahre 2016 schätzt, dass derzeit 1,2 Millionen Menschen in Europa von einer der Ausformungen moderner Sklaverei (Zwangsarbeit, häusliche Knechtschaft, Prostitution) betroffen sind.
Die Regisseurin beobachtet Marishs Leben über mehrere Monate, stets kontrolliert von Eta, der „Arbeitgeberin“. Marish erkennt die Chance, die der Film ihr bietet, und so wird aus der Observation mit der Kamera eine konkrete Konspiration.
Marish lives in the household of a wealthy Hungarian family as a modern slave. The yoke that she has already been carrying for more than ten years has aged her fast. Is there a way out? An eye-opening film about “white slavery” – in the middle of Europe.
Es war mein Lieblingsfilm beim FF München, und gleichzeitig eine Wiederentdeckung. Wer erinnert sich noch an Winter’s Bone, der 2010 im Forum der Berlinale und danach beim Kinostart Furore machte, und das nicht nur wegen der zur Drehzeit noch unbekannten Hauptdarstellerin Jennifer Lawrance. Im neuen Film von Regisseurin Debra Granik lebt der verwitwete Will mit seiner Tochter soweit abseits der Zivilisation, wie es möglich ist. Verbotenerweise richten sie sich in den Nationalparks Oregons ein und leben von dem, was dort zu bekommen ist. Als Tom eines Tages von einem Jogger gesehen und gemeldet wird, ist das freie Leben zu Ende. Der Versuch, beide wieder in die Gesellschaft einzugliedern, stößt beim Vater auf Widerstand, für die Jugendliche erscheint der Kontakt mit der Außenwelt jedoch reizvoller als der an Reizen nicht arme Wald. Granik ist ein respekt- und liebevoll gezeichnetes Bild einer Verweigerung und der mit einer schmerzhaften Trennung verbundene Ablösung der Tochter gelungen.
„Leave no Trace ist ein intelligent konstruiertes, komplex geschriebenes und tief berührendes Vater-Tochter-Drama, das viel über Amerika erzählt.“ Carsten Baumgardt, filmstarts.de
Da der Verleih Leave no Trace sehr kurzfristig ins Kino brachte, konnten wir ihn nicht mitstarten, möchten unseren Gästen diese schöne Filmerfahrung auch später noch ermöglichen.
Credits: US 2018, 109 Min., engl. OmU, Regie: Debra Granik Kamera: Michael McDonough Schnitt: Jane Rizzo mit: Thomasin McKenzie, Ben Foster, Jeff Kober, Dale Dickey
Termine:
noch keine oder keine mehr
[nbsp] Trailer:
A film by Debra Granik. In English with German subtitles.
Will (Ben Foster) and his teenage daughter, Tom (Thomasin Harcourt McKenzie), have lived off the grid for years in the forests of Portland, Oregon. When their idyllic life is shattered, both are put into social services. After clashing with their new surroundings, Will and Tom set off on a harrowing journey back to their wild homeland.
The film is directed by Debra Granik from a script adapted by Granik and Anne Rosellini and based on the novel My Abandonment by Peter Rock.
Credits: US 2018, 109 Min., engl. OmU, Regie: Debra Granik Kamera: Michael McDonough Schnitt: Jane Rizzo mit: Thomasin McKenzie, Ben Foster, Jeff Kober, Dale Dickey
Der neue Film von Ruth Beckermann (zuletzt lief Die Geträumten bei uns im Kino). Seit 1991 ist sie mit Nach Jerusalem, Jenseits des Krieges u. a. Werken immer wieder Gast des Forums der Berlinale. Auch Waldheims Walzer hatte dort seine Premiere. Kurt Waldheim, das ist lange her, 1986 kam die Affäre um seine NS Vergangenheit (er war auch SA Mitglied gewesen), ins Rollen. Ausgerechnet während des Wahlkampfs für das Amt des österreichischen Bundespräsidenten, mit dem Waldheim seine Bilderbuchkarriere als Nachkriegspolitiker zu krönen beabsichtigte. Österreich wähnte sich ja immer von den Nazis okkupiert, also waren Österreicher Opfer und damit unschuldig an den NS Verbrechen (bis auf Hitler vielleicht). Anhand von klug ausgewähltem, internationalem Archivmaterial rekonstruiert dieser dokumentarische Essay den Verlauf der hitzigen Debatte, ob’s vielleicht doch Täter gab, ob Waldheim einer war, mitschuldig an Kriegsverbrechen. Im Juni 1986 wurde Waldheim Bundespräsident und vollendete seine glanzvolle Karriere wie gewünscht. Zu den Positionen der verschiedenen Akteure – Ausschnitte aus Pressekonferenzen des Jüdischen Weltkongresses, Debatten in der UN-Generalversammlung, Anhörungen im US-Kongress sowie Verlautbarungen der Österreichischen Volkspartei und ihres Kandidaten – gesellt sich der subjektiv-analytische Kommentar von Ruth Beckermann. Darüber hinaus ist sie auch mit selbst gedrehten Videoaufnahmen präsent, Dokumente der Gegenöffentlichkeit, die Anti-Waldheim-Aktionen und Streitgespräche mit antisemitisch auftretenden, ressentimentgeladenen Passanten zeigen. Hetze, Verleumdung, Medienschelte und das Leugnen von Tatsachen brechen sich hier Bahn.
[nbsp] Credits:
Österreich 2018, Deutsch, Englisch, Französische OmU
93 Min.
Regie, Buch: Ruth Beckermann
Schnitt: Dieter Pichler
[nbsp] Termine:
A lot of time has passed since the scandal surrounding the Nazi past of former UN Secretary General Kurt Waldheim made headlines worldwide, not least because he denied it. It all started during the 1986 Austrian presidential campaign, when Waldheim was supposed to gain victory and thus reach the pinnacle of his storybook post-war political career. Based on smartly chosen international TV archive material, this documentary essay reconstructs how this heated debate progressed, all the way up to the second round of voting in June 1986. The positions of the various stakeholders – excerpts from the press conferences of the World Jewish Congress, debates in the UN General Assembly, hearings in the US Congress as well as statements by the Austrian People’s Party and its candidate – are joined by Ruth Beckermann’s subjective, analytical commentary in voiceover. She’s also there in the video footage she shot herself, documents of an oppositional movement that show anti-Waldheim events and verbal disputes with resentful and anti-Semitic passersby. Rabble-rousing, slander, media-bashing, and denying facts – they all broke new ground here. Yes, a lot of time has passed, but it’s not over yet. (Berlinalestext)
[nbsp] Credits:
Österreich 2018, Deutsch, Englisch, Französische OmU
93 Min.
Regie, Buch: Ruth Beckermann
Schnitt: Dieter Pichler
[nbsp] Termine:
Sommer, Sonne, Sand und Meer – einen Traumurlaub möchte die Mutter ihrer Tochter noch bieten, bevor diese langsam, aber sicher ihr Augenlicht verlieren wird. Da die Mutter mit ihrer kleinen Baby-Schwester und ihrem Urlaubsflirt dann doch zu beschäftigt ist, stromert Ava alleine herum und lässt sich gefährliche nicht-mehr-Sehen-können-Übungen einfallen. An einem typisch belebten und vollen Familienstrand macht sie Bekanntschaft mit einem großen, schwarzen Hund, als der ihre Pommes Frites vom Bauch frisst. Noch mehr fasziniert sie dessen Besitzer Juan, ein junger Mann mit Outsider-Flair. Ava heftet sich an seine Fersen, bis er sie schließlich akzeptiert. Gemeinsam machen sie sich daran, die Welt aus den Angeln zu heben, und das geht auch hier nicht ohne Tanz ab.
„Ein diffuser Fatalismus liegt über diesem Film, eine Traurigkeit, die viel mehr öffnet als sie blockiert – sie schiebt sich in das Abenteuer der Jugend, verdunkelt es aber nicht, im Gegenteil, macht es nur umso abenteuerlicher. Reiches Sehen, flüchtiges Sehen. AVA ist kein Film, der sich in einen tragischen Prozess begibt; er ist ein Film, der sehen will, so viel wie nur möglich: die Opulenz der ersten Einstellung, die Augen der anderen, Urlaubslieben am Strand, das von der Waffel tropfende Eis, der aus dem Hotdog tropfende Senf. Flirts: Haut, Augen, Genitalien. Sonne, Schatten, Sand, junge Körper in Bewegung, oft alleine, sich lösend, Zweisamkeit suchend, findend, nicht findend – das Kino Éric Rohmers. … Ava von Léa Mysius dürfte der schönste Film der diesjährigen Filmfestspiele in Cannes (2017) gewesen sein.”
Lukas Stern | critic.de
Credits: Frankreich 2017, 105 Min., frz. OmU
Regie: Léa Mysius
Kamera: Paul Guilhaume
Schnitt: Pierre Deschamps
mit: Noée Abita, Juan Cano, Laure Calamy
Termine:
noch keine oder keine mehr
Trailer:
A fim by Léa Mysius. In French with German subtitles.
Ava, 13, is spending the summer on the Atlantic coast when she learns that she will lose her sight sooner than expected. Her mother decides to act as if everything were normal so as to spend their best summer ever. Ava confronts the problem in her own way. She steals a big black dog that belongs to a young man on the run…
Credits: Frankreich 2017, 105 Min., frz. OmU Regie: Léa Mysius Kamera: Paul Guilhaume Schnitt: Pierre Deschamps mit: Noée Abita, Juan Cano, Laure Calamy
Janne fährt in ihre alte Heimat und trifft auf ihrem Klassentreffen alte Freunde. Dabei lernt sie Martin kennen und verbringt mit ihm den Abend. Sie nimmt ihn mit nach Hause, wo er sie bedrängt und sexuell übergriffig wird. Konfrontiert mit dieser sexuellen Gewalt lässt Janne weder Empörung noch Wut, aber auch keine Niedergeschlagenheit oder Depression zu. Stattdessen gibt sie sich viel Mühe, alles zu verdrängen und doch lässt sich eine Zäsur, was das Geschehene für ihr Leben bedeutet, auf Dauer nicht verleugnen. Der Film schildert ganz konkret das Leben danach und lässt auf unerklärliche und wundersame Weise, quasi durch die Lebensentwürfe der Protagonisten hindurch, Universelles immer wieder anklingen. Der Schluss, wenn nichts mehr geht und es einfach stehen bleibt, spricht da in seiner Symbolhaftigkeit Bände. Und das Schöne ist: Es braucht dieses Symbol überhaupt nicht, um Janne zu verstehen, wenn sie endlich einen trotzigen Widerstand zulässt.
„Eva Trobisch gebührt große Hochachtung für ihre inszenatorische Leistung, wobei sie das Drehbuch so klug erdacht hat, dass genug Raum für Improvisationen blieb, was neben dem realistischen Effekt auch dem Ensemble das großartige Spiel ermöglicht.” (programmkino.de)
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Credits: Deutschland 2018, 93 Min. Regie: Eva Trobisch Kamera: Julian Krubasik Schnitt: Kai Minierski mit: Aenne Schwarz , Andreas Döhler , Hans Löw , Tilo Nest , Lisa Hagmeister , Lina Wendel
Termine:
noch keine oder keine mehr
[nbsp] Trailer:
A film by Eva Trobisch. In German with English subtitles.
If you don’t turn things into a problem, you don’t have a problem. This is Janne’s attitude about the fact that her new boss’s brother-in-law slept with her against her will. She conceals the incident and continues her way of life as usual. But her silence has consequences, not only for the love that she feels for her friend Piet.
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Credits: Deutschland 2018, 93 Min. Regie: Eva Trobisch Kamera: Julian Krubasik Schnitt: Kai Minierski mit: Aenne Schwarz , Andreas Döhler , Hans Löw , Tilo Nest , Lisa Hagmeister , Lina Wendel
Termine:
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[nbsp] Trailer:
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