Utøya 22. Juli

Ein Film von Erik Pop­pe.

[Credits] [Ter­mi­ne] [Trai­ler]

Neun­und­sech­zig Men­schen ermor­de­te der nor­we­gi­sche Rechts­ex­tre­mist Brei­vik auf der Insel Utøya nahe Oslo am 22. Juli 2011. Fast alle waren Jugend­li­che und jun­ge Erwach­se­ne, Teil­neh­mer eines Feri­en­camps der sozi­al­de­mo­kra­ti­schen Par­tei Nor­we­gens. Die Poli­zei brauch­te fast 90 Minu­ten, um den Neo­na­zi zu stel­len. Er wider­set­ze sich der Fest­nah­me nicht.
Erik Pop­pe läßt den Zuschau­ern durch sei­ne radi­kal sub­jek­ti­ve Her­an­ge­hens­wei­se die Mög­lich­keit, Abstand zum fil­mi­schen Gesche­hen zu neh­men und den Film abzu­leh­nen. Denen, die sich ein­las­sen, ermög­licht er, sich mit den Opfern emo­tio­nal zu soli­da­ri­sie­ren, wäh­rend die­ses Alb­traums mit ihnen mit­zu­füh­len.
Eine wich­ti­ge Moti­va­ti­on Pop­pes, den Film zu dre­hen, war die Aus­sa­ge meh­re­rer Über­le­ben­der, dass es so unend­lich schwie­rig sei, über das Erleb­te zu spre­chen. Gleich­zei­tig merk­ten vie­le, dass die Erin­ne­rung der Men­schen an die Tat ver­blasst. Das Dreh­buch wur­de in Gesprä­chen mit Opfern des Mas­sa­kers ent­wi­ckelt. Das Gesicht des Täters kennt jeder, sei­ne kran­ken Ansich­ten auf 1500 Sei­ten kön­nen im Inter­net ein­ge­se­hen wer­den. ‚Utøya 22. Juli‘ gibt den Opfern ein Gesicht.
Jetzt hät­ten die Hin­ter­blie­be­nen die­sen Film, sagt eine jun­ge Frau, die dem Mas­sa­ker ent­kam, auf der Ber­li­na­le. „Ihr wer­det es nie ver­ste­hen. Aber schaut zu!”

War­um über­haupt so ein Film?, wird Pop­pe gefragt. „Als Teil des Hei­lungs­pro­zes­ses“, für die Betrof­fe­nen, für Nor­we­gen. Vie­le hät­ten ihm berich­tet, sie könn­ten das Erleb­te bis heu­te kaum erzäh­len. Den Film fin­den sie hilf­reich: Jetzt kön­nen sie sagen, schau ihn dir an und wir reden danach. Man­che mei­nen, es ist zu früh. Aber wenn man war­tet, bis ihn nie­mand mehr zu früh fin­det, kommt der Film zu spät, ergänzt Andrea Bernt­zen, die groß­ar­ti­ge, muti­ge Dar­stel­le­rin der Kaja. Sei­ne Wahr­haf­tig­keit ver­dankt der Film nicht zuletzt ihr.“ (Chris­tia­ne Peitz, Tages­spie­gel)


 

Credits:
U – July 22
Nor­we­gen 2018, norw. OmU, 90 Min., frei­ge­ge­ben ab 12 jah­re (FSK)
Regie: Erik Pop­pe
Kame­ra: Mar­tin Otter­beck
Schnitt: Einar Egeland

mit: Andrea Bernt­zen
Alek­san­der Hol­men
Bre­de Fris­tad
Elli Rhi­an­non Mül­ler Osbourne 

Ter­mi­ne:

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Trai­ler: